yāṃ kalpayanti vahatau vadhūm iva viśvarūpāṃ hastakṛtāṃ cikitsavaḥ sārād etv apa nudāma enām
Die Zauberkundigen bereiten sie zu wie eine Braut zur Hochzeitsfahrt, allgestaltig, mit der Hand gemacht — gänzlich soll sie fortgehen, wir stoßen sie von uns.
śīrṣaṇvatī nasvatī karṇiṇī kṛtyākṛtā saṃbhṛtā viśvarūpā sārād etv apa nudāma enām
Mit Kopf, mit Nase, mit Ohren versehen, durch Zauberkunst gefertigt, zusammengestellt, allgestaltig — gänzlich soll sie fortgehen, wir stoßen sie von uns.
Von einem Śūdra gemacht, von einem König gemacht, von einer Frau gemacht, von Brahmanen gemacht — wie eine von ihrem Gatten verstoßene Gattin treffe sie den, der sie gemacht hat, und seinen Verwandten.
Mit dieser Pflanze habe ich alle Zaubereien unwirksam gemacht — die, die man auf dem Feld gewirkt hat, die unter dem Vieh, oder die unter deinen Leuten.
yas te parūṃṣi saṃdadhau rathasyeva rbhur dhiyā taṃ gacha tatra te 'yanam ajñātas te 'yaṃ janaḥ
Wer deine Glieder zusammengefügt hat, wie Ṛbhu mit kundiger Hand die Teile des Wagens — zu ihm geh, dort ist deine Heimstatt; dieses Volk hier ist dir unbekannt.
ye tvā kṛtvālebhire vidvalā abhicāriṇaḥ śaṃbhv idaṃ kṛtyādūṣaṇaṃ prativartma punaḥsaraṃ tena tvā snapayāmasi
Die, die dich gemacht und ergriffen haben, die kundigen Behexer — heilsam ist dieses Mittel, das den Zauber vernichtet, ein Rückweg, der wieder zurückläuft: damit besprengen wir dich.
yad durbhagāṃ prasnapitāṃ mṛtavatsām upeyima apaitu sarvaṃ mat pāpaṃ draviṇaṃ mopa tiṣṭhatu ||10|| {1}
Falls wir uns dabei einer Unglücklichen genähert haben, einer rituell Gebadeten, einer, deren Kind gestorben ist — alles Übel gehe von mir, Reichtum stehe mir bei.
Was man dir gebend an die Väter, oder beim Opfer deinen Namen nennend an Schuld auf sich lud — von jeder derart zugefügten Sünde sollen dich diese Pflanzen befreien.
Von der Sünde gegen die Götter, von der die Ahnen betreffenden, von der durch Namensnennung entstandenen, von der durch bloße Zuweisung, von der durch Sühne noch anhaftenden Sünde — es sollen dich die Pflanzen befreien, mit ihrer Kraft, mit der heiligen Formel, mit den Ṛc-Versen, mit dem Saft der Ṛṣis. [Anm.: 'abhiniṣkṛtāt' ist ein unsicher gedeutetes Wort; 'payasā' bedeutet wörtl. 'mit der Milch/dem Saft']
apa krāma nānadatī vinaddhā gardabhīva kartṝn nakṣasveto nuttā brahmaṇā vīryāvatā
Geh fort, laut schreiend wie eine angeschirrte Eselin — erreiche wieder die, die dich gemacht haben, von hier fortgestoßen durch die kraftvolle heilige Formel.
ayaṃ panthāḥ kṛtyeti tvā nayāmo 'bhiprahitāṃ prati tvā pra hiṇmaḥ tenābhi yāhi bhañjaty anasvatīva vāhinī viśvarūpā kurūtinī
Dies ist der Weg, o Kṛtyā: so führen wir dich, die Entsandte, zurück; wir schicken dich fort — auf ihm geh dahin, alles zerbrechend, wie ein Zuggespann mit Wagen, allgestaltig, ihr Werk vollbringend. [Anm.: 'kurūtinī' ist ein unklares Wort, hier sinngemäß als 'ihr Werk vollbringend' wiedergegeben; 'anasvatī' bedeutet wörtl. 'einen Wagen habend' (nicht 'ohne Wagen')]
parāk te jyotir apathaṃ te arvāg anyatrāsmad ayanā kṛṇuṣva pareṇehi navatiṃ nāvyā ati durgāḥ srotyā mā kṣaṇiṣṭhāḥ parehi
Fern sei dir das Licht, ungangbar sei dir dieser Weg hierher — anderswo als bei uns bahne dir deine Wege! Geh weiter fort, über neunzig schiffbare, schwer zu durchquerende Strömungen — verletze niemanden, geh fort!
Wort für Wort
parāk
fern
te
dir
jyotir
Licht (Nom.)
apathaṃ
ungangbar, wegloser (Nom.)
te
dir
arvāg
hierher
anyatrāsmad
anderswo als bei uns (anyatra+asmat)
ayanā
Wege (Akk.Pl.)
kṛṇuṣva
bahne dir (2.Sg.Imp.Med.)
pareṇehi
geh weiter fort (pareṇa+ihi)
navatiṃ
neunzig (Akk.)
nāvyā
schiffbare (Akk.Pl.f.)
ati
über
durgāḥ
dur 'schwierig' + ga 'gehbar' → schwer zu durchquerende (Akk.Pl.f.)
Wie der Wind die Bäume, so zermalme und wirf nieder — verschone nicht Rind, Pferd und Mensch von diesen, den Zaubermachern! Kehre von hier zurück, o Kṛtyā, und bringe die Macher zur Kinderlosigkeit. [Anm.: 'eṣām' ('von diesen') bezieht sich auf die Zaubermacher, nicht auf das eigene Vieh]
Die Kṛtyā oder den Zauberspruch, den man für dich im Barhis, auf dem Leichenfeld, auf dem Feld vergraben hat, oder womit man dich im Hausfeuer behext hat — dich, den Arglosen, Schuldlosen, taten es die Klügeren.
upāhṛtam anubuddhaṃ nikhātaṃ vairaṃ tsāry anv avidāma kartram tad etu yata ābhṛtaṃ tatrāśva iva vi vartatāṃ hantu kṛtyākṛtaḥ prajām
Das Herbeigebrachte, das Erkannte, das Vergrabene, den feindseligen Trug haben wir aufgespürt als ihr Werkzeug: das gehe zurück, woher es gebracht wurde, dort wende es um wie ein Pferd — es töte die Nachkommenschaft des Zaubermachers. [Anm.: 'tsāri' ist ein seltenes, unsicher gedeutetes Wort, hier als 'Trug' wiedergegeben]
svāyasā asayaḥ santi no gṛhe vidmā te kṛtye yatidhā parūṃṣi ut tiṣṭhaiva parehīto 'jñāte kim ihechasi ||20|| {2}
Eiserne Schwerter sind in unserem Haus; wir kennen, o Kṛtyā, wie viele Glieder du hast! Steh auf und geh fort von hier — o Unbekannte, was suchst du hier?
Deinen Nacken, o Kṛtyā, und auch die Füße werde ich abschneiden — entfliehe! Indra und Agni sollen uns schützen, sie, die uns mit Nachkommenschaft reich machen. [Anm.: der Bezug dieses Versendes ist grammatisch unstimmig überliefert]
Wenn du, zweifüßig, vierfüßig, durch Zauberkunst gemacht, zusammengestellt, allgestaltig, gekommen bist — so geh, achtfüßig geworden, wieder fort von hier, o Verderben!
parehi kṛtye mā tiṣṭho viddhasyeva padaṃ naya mṛgaḥ sa mṛgayus tvaṃ na tvā nikartum arhati
Geh fort, o Kṛtyā, bleib nicht stehen — verfolge die Spur wie die eines verwundeten Wildes: er, dein Macher, ist das Wild, du bist der Jäger — dich zu überwältigen vermag er nicht. [Anm.: die Wendung 'tvaṃ na tvā' ist im Text unklar überliefert]
Wort für Wort
parehi
geh fort (2.Sg.Imp.)
kṛtye
o Kṛtyā (Vok.)
mā
nicht
tiṣṭho
bleib stehen (2.Sg.Imp.)
viddhasyeva
wie die eines verwundeten [Wildes] (viddhasya+iva)
anāgohatyā vai bhīmā kṛtye mā no gām aśvaṃ puruṣaṃ vadhīḥ yatrayatrāsi nihitā tatas tvot thāpayāmasi parṇāl laghīyasī bhava
Furchtbar ist das Töten eines Schuldlosen — o Kṛtyā, töte nicht unser Rind, Pferd, unseren Menschen! Wo immer du vergraben bist, von dort heben wir dich empor — sei leichter als ein Blatt!
Wenn ihr, vom Dunkel umhüllt, wie mit einem Netz umschlossen verborgen liegt — alle Kṛtyās raffen wir von hier zusammen und schicken sie wieder zurück zu ihrem Macher.
Wort für Wort
yadi
wenn
stha
ihr seid (2.Pl.)
tamasāvṛtā
vom Dunkel umhüllt (tamasā+āvṛtāḥ, Nom.Pl.f.)
jālenabhihitā
mit einem Netz umschlossen (jālena+abhihitāḥ, Nom.Pl.f.)
Wie die Sonne sich vom Dunkel löst, die Nacht hinter sich lässt und der Morgenröte Zeichen, so lasse ich alles üble Machwerk, von der Zaubermacherin bereitet, hinter mir, wie ein Elefant den Staub — ich werfe das Übel von mir.