rakṣohaṇaṃ vājinam ā jigharmi mitraṃ prathiṣṭham upa yāmi śarma śiśāno agniḥ kratubhiḥ samiddhaḥ sa no divā sa riṣaḥ pātu naktam
Ich besprenge den dämonentötenden, kraftvollen [Agni]; ich nahe dem weitesten Freund um Schutz. Agni, geschärft, durch seine Kräfte entflammt – er möge uns bei Tag, er möge uns bei Nacht vor Schaden bewahren.
Wort für Wort
rakṣohaṇaṃ
rakṣas 'Unhold, Dämon' + hanam 'tötend' → den Dämonentöter (Akk.)
Eisenzahniger, berühre mit deiner Flamme die Zauberer, o Jātavedas, entflammt! Ergreife mit deiner Zunge die Verehrer der Truggötter; o Fleischfresser, überschütte sie und nimm sie in deinen Rachen.
ubhobhayāvinn upa dhehi daṃṣṭrau hiṃsraḥ śiśāno 'varaṃ paraṃ ca utāntarikṣe pari yāhy agne jambhaiḥ saṃ dhehy abhi yātudhānān
Du, der du beide Zahnreihen besitzt, setze deine Fänge an, verwundend, geschärft, gegen den unteren und den oberen Feind; und durchziehe die Luftregion, o Agni; zermalme mit deinen Kiefern die Zauberer.
Wort für Wort
ubhobhayāvinn
ubhaya 'beide' + āvin 'besitzend' → der du beide (Zahnreihen) besitzt (Vok.)
upa
(Präverb, an)
dhehi
setze an (Imp.2.Sg.)
daṃṣṭrau
die beiden Fänge (Akk.Dual)
hiṃsraḥ
verwundend (Nom.)
śiśāno
geschärft (Nom., Ptz.)
'varaṃ
den unteren (Akk.)
paraṃ
den oberen (Akk.)
ca
und
utāntarikṣe
uta 'und' + antarikṣe 'in der Luftregion' → und in der Luftregion (Lok.)
agne tvacaṃ yātudhānasya bhindhi hiṃsrāśanir harasā hantv enam pra parvāṇi jātavedaḥ śṛṇīhi kravyāt kraviṣṇur vi cinotv enam
O Agni, zerreiße die Haut des Zauberers; das verwundende Geschoss erschlage ihn mit seiner Glutkraft. Zerbrich, o Jātavedas, seine Glieder; der fleischfressende Fleischverzehrer zerlege ihn.
Wo immer du jetzt, o Jātavedas, o Agni, ihn stehend oder gehend erblickst, oder den in der Luft dahinfliegenden Zauberer – ihn durchbohre, du Schütze, mit geschärftem Pfeil.
Wort für Wort
yatredānīṃ
yatra 'wo' + idānīm 'jetzt' → wo immer jetzt
paśyasi
du erblickst (Präs.2.Sg.)
jātavedas
o Jātavedas (Vok.)
tiṣṭhantam
stehend (Akk., Ptz.)
agna
o Agni (Vok.)
uta
oder
vā
oder
carantam
gehend (Akk., Ptz.)
utāntarikṣe
uta 'und' + antarikṣe 'in der Luftregion' → und in der Luftregion (Lok.)
O Agni, der du durch die Opfer deine Pfeile richtest, wie mit Splittern(?), mit Blitzen bestrichen [Anm.: der Wortlaut „ivācā śalyāṃ" ist im Sanskrit unklar/unsicher überliefert] – mit ihnen durchbohre die Zauberer im Herzen; zerbrich ihre gegen dich erhobenen Arme.
utārabdhānt spṛnuhi jātaveda utārebhāṇāṃ ṛṣṭibhir yātudhānān agne pūrvo ni jahi śośucāna āmādaḥ kṣviṅkās tam adantv enīḥ
Und stoße hinweg, die dich ergriffen haben, o Jātavedas, und mit Lanzen die Zauberer derer, die sich anzugreifen anschicken; o Agni, als der Erste, aufflammend, erschlage sie – die rohfleischfressenden dunklen Kṣviṅkā-Vögel sollen ihn verzehren.
Wort für Wort
utārabdhānt
uta 'und' + ārabdhān 'die ergriffen haben' → und die dich ergriffen haben (Akk.Pl.)
spṛnuhi
stoße hinweg (Imp.2.Sg.)
jātaveda
o Jātavedas (Vok.)
utārebhāṇāṃ
uta 'und' + ārebhāṇām 'derer, die angreifen' → und derer, die anzugreifen sich anschicken (Gen.Pl.)
ṛṣṭibhir
mit Lanzen (Instr.Pl.)
yātudhānān
die Zauberer (Akk.Pl.)
agne
o Agni (Vok.)
pūrvo
als Erster (Nom.)
ni
(Präverb, nieder)
jahi
erschlage (Imp.2.Sg.)
śośucāna
aufflammend (Nom., Ptz.)
āmādaḥ
āma 'roh' + adaḥ 'fressend' → die Rohfleischfresser (Nom.Pl.)
iha pra brūhi yatamaḥ so agne yātudhāno ya idaṃ kṛṇoti tam ā rabhasva samidhā yaviṣṭha nṛcakṣasaś cakṣuṣe randhayainam
Sage hier an, o Agni, wer es ist – der Zauberer, der dies tut; ergreife ihn mit deiner Flamme, du Jüngster, und liefere ihn dem Blick des menschen-beobachtenden Gottes aus.
Wort für Wort
iha
hier
pra
(Präverb, an-)
brūhi
sage (Imp.2.Sg.)
yatamaḥ
wer von allen (Nom.)
so
er (Nom.)
agne
o Agni (Vok.)
yātudhāno
der Zauberer (Nom.)
ya
der (Relativ, Nom.)
idaṃ
dies (Akk.)
kṛṇoti
tut (Präs.3.Sg.)
tam
ihn (Akk.)
ā
(Präverb, herbei)
rabhasva
ergreife (Imp.2.Sg.Med.)
samidhā
mit deiner Flamme (Instr.)
yaviṣṭha
du Jüngster (Vok.)
nṛcakṣasaś
nṛ 'Mensch' + cakṣasaḥ 'Blick, sehend' → des menschen-beobachtenden (Gen.)
Mit scharfem Auge, o Agni, beschütze das Opfer; führe es, das verletzende, gegen die Rakṣas auflodernde, vorwärts zu den Vasus, o Weiser. Nicht sollen dich die Zauberer täuschen, o Menschen-Beobachter.
Wort für Wort
tīkṣṇenāgne
tīkṣṇena 'mit scharfem' + agne 'o Agni' → mit scharfem (Auge), o Agni (Instr.+Vok.)
cakṣuṣā
mit deinem Auge (Instr.)
rakṣa
beschütze (Imp.2.Sg.)
yajñaṃ
das Opfer (Akk.)
prāñcaṃ
vorwärtsgerichtet (Akk.)
vasubhyaḥ
zu den Vasus (Dat.Pl.)
pra
(Präverb, vor-)
ṇaya
führe (Imp.2.Sg.)
pracetaḥ
o Weiser (Vok.)
hiṃsraṃ
das verletzende (Akk.)
rakṣāṃsy
gegen die Rakṣas (Akk.Pl.)
abhi
(Präverb, gegen)
śośucānaṃ
auflodernd (Akk., Ptz.)
mā
nicht (Prohibitiv)
tvā
dich (Akk.)
dabhan
sollen täuschen (Inj.3.Pl.)
yātudhānā
die Zauberer (Nom.Pl.)
nṛcakṣaḥ
nṛ 'Mensch' + cakṣaḥ 'Blick' → o Menschen-Beobachter (Vok.)
nṛcakṣā rakṣaḥ pari paśya vikṣu tasya trīṇi prati śṛṇīhy agrā tasyāgne pṛṣṭīr harasā śṛṇīhi tredhā mūlaṃ yātudhānasya vṛśca ||10|| {6}
Menschen-Beobachter, überwache das Rakshas unter den Stämmen; zerbrich seine drei Spitzen; zerschmettere, o Agni, mit deiner Glutkraft seine Rippen; zerhaue die Wurzel des Zauberers in drei Teile.
trir yātudhānaḥ prasitiṃ ta etv ṛtaṃ yo agne anṛtena hanti tam arciṣā sphūrjayan jātavedaḥ samakṣam enam gṛṇate ni yuṅgdhi
Dreimal möge der Zauberer in deine Schlinge geraten, o Agni, er, der das Recht durch Unrecht bekämpft; ihn lass mit deiner Flamme erdröhnen, o Jātavedas, und liefere ihn, sichtbar vor unseren Augen, dem Sänger aus.
yad agne adya mithunā śapāto yad vācas tṛṣṭaṃ janayanta rebhāḥ manyor manasaḥ śaravyā jāyate yā tayā vidhya hṛdaye yātudhānān
Wenn heute, o Agni, ein Paar von Zauberern uns verflucht, oder wenn Verleumder ein scharfes Wort erzeugen – mit dem Geschoss, das aus dem Zorn des Geistes entsteht, durchbohre die Zauberer im Herzen.
Zerschmettere mit Glut die Zauberer, zerschmettere, o Agni, mit deiner Glutkraft das Rakshas, zerschmettere mit deiner Flamme die Truggötterverehrer, zerschmettere die am Lebensatem anderer sich labenden, gierig auflodernden Wesen.
Heute mögen die Götter den Bösen zerschmettern; die entsandten Flüche mögen gegen ihn zurückkehren; die durch das Wort gesandten Pfeile mögen den Dieb an der Lebensstelle treffen; der Zauberer soll in die Schlinge eines jeden geraten.
yaḥ pauruṣeyeṇa kraviṣā samaṅkte yo aśvyena paśunā yātudhānaḥ yo aghnyāyā bharati kṣīram agne teṣāṃ śīrṣāṇi harasāpi vṛśca
Wer sich mit Menschenfleisch salbt, welcher Zauberer sich mit Pferdefleisch salbt, wer, o Agni, die Milch der unverletzlichen Kuh raubt – deren Häupter schlage mit deiner Glutkraft ab.
Das Gift, das den Kühen zugedacht ist, mögen die Zauberer selbst tragen; die Übelgesinnten sollen von Aditi abgeschnitten sein. Gott Savitar liefere sie aus; ihres Anteils an den Pflanzen mögen sie beraubt werden.
Von der Jahresmilch der Kuh, o menschen-beobachtender Agni, soll der Zauberer nichts genießen; wer immer sich an ihrer Biestmilch laben will – ihn durchbohre, ihm entgegentretend, mit deiner Flamme an der Lebensstelle.
Wort für Wort
saṃvatsarīṇaṃ
sam- 'zusammen' + vatsarīṇam '(auf das) Jahr bezogen' → die Jahres- (Akk.)
paya
-milch (Akk.)
usriyāyās
der Kuh (Gen.)
tasya
davon (Gen.)
māśīd
soll nicht genießen (Präventiv)
yātudhāno
der Zauberer (Nom.)
nṛcakṣaḥ
nṛ 'Mensch' + cakṣaḥ 'Blick' → o menschen-beobachtender (Vok.)
sanād agne mṛṇasi yātudhānān na tvā rakṣāṃsi pṛtanāsu jigyuḥ sahamūrān anu daha kravyādo mā te hetyā mukṣata daivyāyāḥ
Von alters her, o Agni, zermalmst du die Zauberer; niemals haben dich die Rakshas in Kämpfen besiegt. Verbrenne die Fleischfresser samt ihren Toren; nicht sollen sie deinem göttlichen Geschoss entrinnen.
tvaṃ no agne adharād udaktas tvaṃ paścād uta rakṣā purastāt prati tye te ajarāsas tapiṣṭhā aghaśaṃsaṃ śośucato dahantu
Du, o Agni, schütze uns von unten und von oben, du schütze uns von hinten und von vorn; jene deine alterslosen, glühendsten Flammen sollen dem Übelwünschenden entgegentreten und ihn verbrennend vernichten.
Wort für Wort
tvaṃ
du (Nom.)
no
uns (Akk.)
agne
o Agni (Vok.)
adharād
von unten (Abl.)
udaktas
von oben (Abl.)
tvaṃ
du (Nom.)
paścād
von hinten (Abl.)
uta
und
rakṣā
schütze (Imp.2.Sg.)
purastāt
von vorn (Abl.)
prati
(Präverb, entgegen)
tye
jene (Nom.Pl.)
te
deine (Gen.)
ajarāsas
alterslosen (Nom.Pl.)
tapiṣṭhā
glühendsten (Nom.Pl., Superl.)
aghaśaṃsaṃ
agha 'Übel' + śaṃsam 'Wünschenden' → dem Übelwünschenden (Akk.)
Von hinten, von vorn, von unten und von oben behüte uns ringsum, o Agni, als Seher mit deiner Sehermacht; als Freund behüte den Freund, du Alterloser, vor dem Altern; o Agni, behüte uns Sterbliche, du Unsterblicher.
Wort für Wort
paścāt
von hinten (Abl.)
purastād
von vorn (Abl.)
adharād
von unten (Abl.)
utottarāt
uta 'und' + uttarāt 'von oben' → und von oben (Abl.)
tad agne cakṣuḥ prati dhehi rebhe śaphārujo yena paśyasi yātudhānān atharvavaj jyotiṣā daivyena satyaṃ dhūrvantam acitaṃ nyoṣa
Verleihe jenes Auge, o Agni, dem Sänger zurück, das hufzerschmetternde [Anm.: Bedeutung von „śaphāruja" unsicher], mit dem du die Zauberer erblickst; verbrenne mit göttlichem Licht, wie Atharvan es tat, den unverständigen Frevler an der Wahrheit.
Dich, o Agni, umgeben wir wie eine Burg; dich, den Redekundigen, o Mächtiger, setzen wir zu unserem Schutz ein, Tag für Tag den Kühnen, den Erschlager des Tückischen.
Wort für Wort
pari
(Präverb, ringsum)
tvāgne
tvā 'dich' + agne 'o Agni' → dich, o Agni (Akk.+Vok., sandhi)
puraṃ
wie eine Burg (Akk.)
vayaṃ
wir (Nom.)
vipraṃ
den Redekundigen (Akk.)
sahasya
o Mächtiger (Vok.)
dhīmahi
setzen wir ein (Präs.1.Pl.Med.)
dhṛṣadvarṇaṃ
dhṛṣat 'kühn' + varṇam 'Farbe, Erscheinung' → den Kühnen (Akk.)
divedive
dive 'am Tag' + dive 'am Tag' (Reduplikation) → Tag für Tag (Lok.)
Mit gewaltigem Licht erstrahlt Agni weithin; durch seine Größe macht er alles offenbar; er bezwingt die gottlosen Zaubertrugbilder der Übelgesinnten; er wetzt seine beiden Hörner, um die Rakshas zu durchbohren.
ye te śṛṅge ajare jātavedas tigmahetī brahmasaṃśite tābhyāṃ durhārdam abhidāsantaṃ kimīdinaṃ pratyañcam arciṣā jātavedo vi nikṣva
Deine beiden alterslosen Hörner, o Jātavedas, mit scharfer Waffe, durch heiliges Wort gewetzt – mit ihnen durchbohre den Boshaften, der uns bedrängt, den Kimīdin, der sich dir entgegenstellt; mit deiner Flamme, o Jātavedas, durchstich ihn.