indrāsomā tapataṃ rakṣa ubjataṃ ny arpayataṃ vṛṣaṇā tamovṛdhaḥ parā śṛṇītam acito ny oṣataṃ hataṃ nudethāṃ ni śiśītam attriṇaḥ
O Indra und Soma, versengt die Rakshas, bezwingt sie, werft sie nieder, ihr Bullen, vernichtet die in der Finsternis Erstarkten; zerschmettert die Unverständigen, verbrennt sie; erschlagt sie, stoßt sie hinweg; schärft eure Waffen gegen die Verschlinger.
O Indra und Soma, gegen den Übelverkünder dringe glühendes Unheil vor, wie ein feuriger Opferhafen; gegen den Feind des heiligen Wortes, den Fleischfresser, den mit schrecklichem Blick – richtet euren unablässigen Hass gegen den Kimīdin.
Wort für Wort
indrāsomā
o Indra und Soma (Vok.Dual.)
sam
zusammen, vor- (Präverb)
aghaśaṃsam
gegen den Übelverkünder (Akk.Sg.)
abhy
gegen (Präverb)
aghaṃ
Unheil (Nom./Akk.Sg.)
tapur
glühend (Nom.Sg.Adj.)
yayastu
möge vordringen (3Sg.)
carur
ein Opferhafen (Nom.Sg.)
agnimāṃ
feurig (Nom.Sg.Adj.)
iva
wie (Partikel)
brahmadviṣe
brahma 'heiliges Wort' + dviṣ 'Feind' → gegen den Feind des heiligen Wortes (Dat.Sg.)
kravyāde
gegen den Fleischfresser (Dat.Sg.)
ghoracakṣase
ghora 'schrecklich' + cakṣas 'Blick' → gegen den mit schrecklichem Blick (Dat.Sg.)
indrāsomā duṣkṛto vavre antar anārambhaṇe tamasi pra vidhyatam yato naiṣāṃ punar ekaś canodayat tad vām astu sahase manyumac chavaḥ
O Indra und Soma, stoßt die Übeltäter tief in die Höhle, in die haltlose Finsternis, aus der nicht ein Einziger von ihnen je wieder emporsteigen soll. Das sei eure zornerfüllte Kraft zur Bezwingung.
O Indra und Soma, schleudert das Geschoss des Himmels herbei, zusammen mit dem der Erde, als Vernichtung für den Übelverkünder; schmiedet aus den Wolken ein leuchtendes Geschoss, mit dem ihr das erstarkte Rakshas verzehrt.
Wort für Wort
indrāsomā
o Indra und Soma (Vok.Dual.)
vartayataṃ
schleudert herbei (Imp.2Dual.)
divo
des Himmels (Gen.Sg.)
vadhaṃ
das Geschoss (Akk.Sg.)
saṃ
zusammen (Präverb)
pṛthivyā
mit der Erde (Instr.Sg.)
aghaśaṃsāya
agha 'Übel' + śaṃsa 'Verkünder' → für den Übelverkünder (Dat.Sg.)
indrāsomā vartayataṃ divas pary agnitaptebhir yuvam aśmahanmabhiḥ tapurvadhebhir ajarebhir attriṇo ni parśāne vidhyataṃ yantu nisvaram
O Indra und Soma, schleudert das Geschoss vom Himmel ringsumher, ihr beide, mit feuergeglühten Steingeschossen; mit brennenden, alterslosen Waffen durchbohrt die Verschlinger in der Flanke – sie sollen ins Schweigen des Todes eingehen.
O Indra und Soma, möge euch dieser Gedanke von allen Seiten umgeben wie der Gurt ein starkes Ross; die Anrufung, die ich euch sende – belebt mit Weisheit diese Gebete, gleichwie zwei Herren der Männer.
prati smarethāṃ tujayadbhir evair hataṃ druho rakṣaso bhaṅgurāvataḥ indrāsomā duṣkṛte mā sugaṃ bhūd yo mā kadā cid abhidāsati druhuḥ
Gedenkt daran mit treibender Kraft: erschlagen sei der tückische, trügerische Rakshas. O Indra und Soma, dem Übeltäter werde kein leichter Weg zuteil, welcher Trugvolle mich jemals angreift.
Wort für Wort
prati
dagegen, daran (Präverb)
smarethāṃ
gedenkt (Imp.2Dual.Med.)
tujayadbhir
mit treibender Kraft (Instr.Pl.Part.)
evair
mit Antrieben (Instr.Pl.)
hataṃ
erschlagen (Nom.Sg.Part.Perf.Pass.)
druho
der trügerische (Nom.Sg.)
rakṣaso
der Rakshas (Nom.Sg.)
bhaṅgurāvataḥ
bhaṅgura 'Krümmung, Tücke' + -vant 'habend' → der tückische (Nom.Sg.Adj.)
Wer mich, der ich mit arglosem Sinn dahingehe, mit falschen Worten heimlich beobachtet – wie Wasser, das vom Schilfgras eingefasst wird [Anm.: Sinn dieses Bildes im Sanskrit unsicher] –, der Sprecher der Unwahrheit werde selbst zunichte, o Indra.
ye pākaśaṃsaṃ viharanta evair ye vā bhadraṃ dūṣayanti svadhābhiḥ ahaye vā tān pradadātu soma ā vā dadhātu nirṛter upaṣṭhe
Die den Arglosen mit ihren Ränken bedrängen, oder die das Gute mit ihrem bösen Wesen verderben – die möge Soma der Schlange ausliefern, oder sie in den Schoß der Nirṛti legen.
yo no rasaṃ dipsati pitvo agne aśvānāṃ gavāṃ yas tanūnām ripu stena steyakṛd dabhram etu ni ṣa hīyatāṃ tanvā tanā ca ||10|| {9}
Wer unsere Speisesäfte zu rauben trachtet, o Agni, wer der Feind der Leiber unserer Pferde und Rinder ist – der Dieb, der Diebstahlstäter, er soll zunichtewerden; er bleibe zurück, an Leib und an Nachkommenschaft.
paraḥ so astu tanvā tanā ca tisraḥ pṛthivīr adho astu viśvāḥ prati śuṣyatu yaśo asya devā yo mā divā dipsati yaś ca naktam
Fern sei er, an Leib und Nachkommenschaft; unter allen drei Erden sei er. Sein Ansehen soll verdorren, ihr Götter – wer mich bei Tag zu schädigen trachtet und wer bei Nacht.
suvijñānaṃ cikituṣe janāya sac cāsac ca vacasī paspṛdhāte tasyor yat satyaṃ yatarad ṛjīyas tad it somo 'vati hanty asat
Für den Verständigen ist es leicht zu erkennen: Wahrheit und Unwahrheit, die beiden Reden, ringen miteinander; welche von beiden die wahre, die redlichere ist – gerade die begünstigt Soma; die unwahre vernichtet er.
na vā u somo vṛjinaṃ hinoti na kṣatriyam mithuyā dhārayantam hanti rakṣo hanty āsad vadantam ubhāv indrasya prasitau śayāte
Nicht fördert Soma den Krummen, noch den Fürsten, der falsch waltet; er erschlägt das Rakshas, er erschlägt den, der Unwahres redet – beide liegen sie gefangen in Indras Schlinge.
yadi vāham anṛtadevo asmi moghaṃ vā devāṃ apyūhe agne kim asmabhyaṃ jātavedo hṛṇīṣe droghavācas te nirṛthaṃ sacantām
Wenn ich falschen Göttern diene, oder wenn ich, o Agni, die Götter grundlos leugne – warum, o Jātavedas, zürnst du dann uns? Die Lügenredner sollen deinem Verderben anheimfallen.
Wort für Wort
yadi
wenn (Konj.)
vāham
oder ich (vā+aham)
anṛtadevo
falschen Göttern dienend (Nom.Sg.)
asmi
bin (1Sg.Präs.)
moghaṃ
grundlos (Akk.Sg.Adv.)
vā
oder (Partikel)
devāṃ
die Götter (Akk.Pl.)
apyūhe
leugne (1Sg.Präs.Med.)
agne
o Agni (Vok.)
kim
warum (Interrog.)
asmabhyaṃ
uns (Dat.Pl.)
jātavedo
o Jātavedas (Vok.)
hṛṇīṣe
zürnst du (2Sg.Präs.Med.)
droghavācas
drogha 'Trug, Lüge' + vāc 'Rede' → die Lügenredner (Nom.Pl.)
adyā murīya yadi yātudhāno asmi yadi vāyus tatapa puruṣasya adhā sa vīrair daśabhir vi yūyā yo mā moghaṃ yātudhānety āha
Heute möge ich sterben, wenn ich ein Zauberer bin, wenn ich [Anm.: 'vāyus tatapa', Person und syntaktischer Bezug im Sanskrit unsicher] eines Menschen Lebenshauch versengt habe; dann aber möge der, welcher mich grundlos einen Zauberer nennt, von zehn Mannen getrennt werden.
yo māyātuṃ yātudhānety āha yo vā rakṣāḥ śicir asmīty āha indras taṃ hantu mahatā vadhena viśvasya jantor adhamas padīṣṭa
Wer mich, den Nicht-Zauberer, einen Zauberer nennt, oder wer, selbst ein Rakshas, sagt ‚ich bin rein' – den erschlage Indra mit gewaltiger Waffe; als der Niedrigste aller Geschöpfe soll er zu Fall kommen.
pra yā jigāti khargaleva naktam apa druhus tanvaṃ1 gūhamānā vavram anantam ava sā padīṣṭia grāvāṇo ghnantu rakṣasa upabdaiḥ
Die, welche wie eine Nachteule des Nachts einherfährt, ihren trugvollen Leib verbergend – in die endlose Grube stürze sie hinab; die Presssteine sollen mit ihrem Dröhnen die Rakshas erschlagen.
vi tiṣṭhadhvam maruto vikṣv ichata gṛbhāyata rakṣasaḥ saṃ pinaṣṭan vayo ye bhūtvā patayanti naktabhir ye vā ripo dadhire deve adhvare
Verteilt euch, o Maruts, sucht sie unter den Stämmen; ergreift die Rakshas, zermalmt sie – die, welche, zu Vögeln geworden, des Nachts fliegen, oder die sich als Betrüger beim göttlichen Opfer einschleichen.
Schleudere den Stein des Himmels, o Indra; schärfe ihn, mit Soma gewetzt, du Gabenreicher; von Osten, von Westen, von unten, von oben – erschlage die Rakshas mit dem Wolkenfels.
eta u tye patayanti śvayātava indraṃ dipsanti dipsavo 'dābhyam śiśīte śakraḥ piśunebhyo vadhaṃ nunaṃ sṛjad aśaniṃ yātumadbhyaḥ ||20|| {10}
Da fliegen sie dahin, die sich in Hunde verwandelnden Zauberer; die Betrüger trachten Indra, den Untäuschbaren, zu schädigen. Der Mächtige wetzt seine Waffe gegen die Tückischen; jetzt möge er sein Geschoss gegen die Zaubermächtigen schleudern.
Wort für Wort
eta
da (Adv.)
u
ja (Partikel)
tye
jene (Nom.Pl.Pron.)
patayanti
fliegen dahin (3Pl.Präs.)
śvayātava
die sich in Hunde verwandelnden Zauberer (Nom.Pl.)
indro yātūnām abhavat parāśaro havirmathīnām abhy āvivāsatām abhīd u śakraḥ paraśur yathā vanaṃ pātreva bhindant sata etu rakṣasaḥ
Indra wurde zum Zerschmetterer der Zauberer, der Opferraubenden, die das Opfer bedrängen; wie eine Axt das Holz fällt, so der Mächtige – wie Gefäße zerschlagend, gehe er gegen die vorhandenen Rakshas los.
Wort für Wort
indro
Indra (Nom.Sg.)
yātūnām
der Zauberer (Gen.Pl.)
abhavat
wurde (3Sg.Impf.)
parāśaro
der Zerschmetterer (Nom.Sg.)
havirmathīnām
havis 'Opfergabe' + mathin 'raubend' → der Opferraubenden (Gen.Pl.)
Erschlage den Eulen-Zauberer, den Käuzchen-Zauberer, den Hunde-Zauberer und den Wolfs-Zauberer, den Adler-Zauberer und den Geier-Zauberer; zermalme, o Indra, das Rakshas wie mit einem Mahlstein.
Wort für Wort
ulūkayātuṃ
den Eulen-Zauberer (Akk.Sg.)
śuśulūkayātuṃ
śuśulūka 'Käuzchen' + yātu 'Zauberer' → den Käuzchen-Zauberer (Akk.Sg.)
jahi
erschlage (Imp.2Sg.)
śvayātum
den Hunde-Zauberer (Akk.Sg.)
uta
und (Partikel)
kokayātum
den Wolfs-Zauberer (Akk.Sg.)
suparṇayātum
suparṇa 'Adler' + yātu 'Zauberer' → den Adler-Zauberer (Akk.Sg.)
uta
und (Partikel)
gṛdhrayātuṃ
gṛdhra 'Geier' + yātu 'Zauberer' → den Geier-Zauberer (Akk.Sg.)
mā no rakṣo abhi naḍ yātumāvad apochantu mithunā ye kimīdinaḥ pṛthivī naḥ pārthivāt pātv aṃhaso 'ntarikṣaṃ divyāt pātv asmān
Nicht soll uns das zaubermächtige Rakshas erreichen; die paarweise auftretenden Kimīdin-Dämonen sollen mit dem Morgenlicht verschwinden; die Erde schütze uns vor irdischer Not, der Luftraum schütze uns vor himmlischer Gefahr.
O Indra, erschlage den männlichen Zauberer und das Weib, das sich durch Zauberkunst hervortut; mit gebrochenem Nacken sollen die Truggötterdiener heulen; nicht sollen sie die aufgehende Sonne erblicken.