Die faule Schnur, das Blasrohr [Anm.: upadhmānī unsicher, wörtl. etwa „Bläserin/Blasebalg“] mache jenes Heer faulig; wenn sie den Rauch und das Feuer aus der Ferne sehen, sollen die Feinde Furcht in ihre Herzen aufnehmen.
Wort für Wort
pūtirajjur
pūti 'faul' + rajju 'Schnur' → die faule Schnur (Nom.Sg.)
Zerreiße jene, o Aśvattha-Baum, verzehre sie, o Khadira-Kampfplatz – wie brechende Zweige [Anm.: tājadbhaṅga unklar] sollen sie zerbersten; der Töter erschlage sie mit Tötungswaffen.
Wort für Wort
amūn
jene (Akk.Pl.)
aśvattha
o Aśvattha-Baum (Vok.Sg.)
niḥ
zer- (Präverb)
śṛṇīhi
zerreiße (Imp.2Sg.)
khādāmūn
verzehre jene (Imp.2Sg.+Akk.Pl., Sandhi)
khadirājiram
khadira 'Khadira-Baum' + ājira 'Kampfplatz' → o Khadira-Kampfplatz (Vok.Sg.)
Rauh mache sie der 'Rauh-Rufer'; der Töter erschlage sie mit Tötungswaffen; schnell wie ein Pfeil sollen sie zerbersten, gefesselt mit dem großen Netz.
Wort für Wort
paruṣān
rauh (Akk.Pl.)
amūn
jene (Akk.Pl.)
paruṣāhvaḥ
der 'Rauh-Rufer' (Nom.Sg., Beiname)
kṛṇotu
mache (Imp.3Sg.)
hantv
erschlage (Imp.3Sg.)
enān
sie (Akk.Pl.)
vadhako
der Töter (Nom.Sg.)
vadhaiḥ
mit Tötungswaffen (Instr.Pl.)
kṣipraṃ
schnell (Adv.)
śara
wie ein Pfeil (Nom.Sg.)
iva
wie
bhajantāṃ
sollen zerbersten (Imp.3Pl.)
bṛhajjālena
bṛhat 'groß' + jāla 'Netz' → mit dem großen Netz (Instr.Sg.)
bṛhat te jālaṃ bṛhata indra śūra sahasrārghasya śatavīryasya tena śataṃ sahasram ayutaṃ nyarbudaṃ jaghāna śakro dasyūnām abhidhāya senayā
Groß ist dein Netz, o großer, heldenhafter Indra, von tausendfachem Wert, von hundertfacher Kraft – damit hat der Mächtige mit seinem Heer hundert, tausend, zehntausend, hunderttausend der Dasyus erschlagen, sie überwerfend.
Wort für Wort
bṛhat
groß (Nom.Sg.n.)
te
dein (Gen.Sg.)
jālaṃ
Netz (Nom.Sg.)
bṛhata
o großer (Vok.Sg.)
indra
o Indra (Vok.Sg.)
śūra
o heldenhafter (Vok.Sg.)
sahasrārghasya
sahasra 'tausend' + argha 'Wert' → von tausendfachem Wert (Gen.Sg.)
śatavīryasya
śata 'hundert' + vīrya 'Kraft' → von hundertfacher Kraft (Gen.Sg.)
Des Todes Boten, Yamas Boten sollen jene wegführen, hinabtreiben [Anm.: apombhata unklar, Vers gilt als textkritisch schwierig]. Über tausendfach sollen sie erschlagen werden; unterworfen sollen sie Bhava gehören [Anm.: matyaṃ bhavasya unsicher übersetzt].
Wort für Wort
nayatāmūn
sollen jene wegführen (Imp.3Pl.+Akk.Pl., Sandhi)
mṛtyudūtā
mṛtyu 'Tod' + dūta 'Bote' → des Todes Boten (Nom.Pl.)
Gandharven und Apsaras, Schlangen, Götter, die guten Wesen, die Väter, die sichtbaren und die unsichtbaren, treibe ich an, damit sie jenes Heer erschlagen.
Wort für Wort
gandharvāpsarasaḥ
gandharva 'Gandharva' + apsaras 'Apsaras' → Gandharven und Apsaras (Akk.Pl.)
sarpān
Schlangen (Akk.Pl.)
devān
Götter (Akk.Pl.)
puṇyajanān
puṇya 'gut, verdienstvoll' + jana 'Wesen' → die guten Wesen (Akk.Pl.)
In des Todes Rachen [Anm.: āṣa unsicher, wörtl. wohl „Mund/Rachen“] sollen sie fallen, in Hunger, Erschöpfung, Erschlagenwerden, Furcht; Indra und du, o Śarva, erschlaget mit den beiden Augen-Netzen jenes Heer.
Wort für Wort
mṛtyor
des Todes (Gen.Sg.)
āṣam
Rachen (Akk.Sg.) [?]
ā
hinein (Präverb)
padyantāṃ
sollen fallen (Imp.3Pl.)
kṣudhaṃ
in Hunger (Akk.Sg.)
sediṃ
in Erschöpfung (Akk.Sg.)
vadham
in Erschlagenwerden (Akk.Sg.)
bhayam
in Furcht (Akk.Sg.)
indraś
Indra (Nom.Sg.)
cākṣujālābhyāṃ
und mit den beiden Augen-Netzen (Instr.Du., Sandhi)
parājitāḥ pra trasatāmitrā nuttā dhāvata brahmaṇā bṛhaspatipranuttānāṃ māmīṣāṃ moci kaś cana
Besiegt sollen die Feinde erzittern, fortgestoßen fliehen durch das Zauberwort; von denen, die durch Bṛhaspati fortgestoßen sind, soll keiner sich lösen.
Wort für Wort
parājitāḥ
besiegt (Nom.Pl.Ptz.)
pra
fort (Präverb)
trasatāmitrā
sollen erzittern, die Feinde (Imp.3Pl.+Nom.Pl., Sandhi)
nuttā
fortgestoßen (Nom.Pl.Ptz.)
dhāvata
flieht (Imp.2Pl.)
brahmaṇā
durch das Zauberwort (Instr.Sg.)
bṛhaspatipranuttānāṃ
bṛhaspati 'Bṛhaspati' + pranutta 'fortgestoßen' → der durch Bṛhaspati Fortgestoßenen (Gen.Pl.)
Nieder sollen ihre Waffen fallen; sie sollen nicht imstande sein, den Pfeil aufzulegen; die Pfeile der sehr Verängstigten sollen sie an ihren Lebensstellen treffen.
saṃ krośatām enān dyāvāpṛthivī sam antarikṣaṃ saha devatābhiḥ mā jñātāraṃ mā pratiṣṭhāṃ vidanta mitho vighnānā upa yantu mṛtyum
Es sollen sie anschreien Himmel und Erde zusammen, der Luftraum mitsamt den Gottheiten; sie sollen weder einen Verwandten noch einen Halt finden; einander zerschmetternd sollen sie dem Tod entgegengehen.
Die vier Himmelsrichtungen sind die Maultierstuten des Götterwagens, die Opferkuchen die Hufe, der Luftraum der Wagenkorb [Anm.: uddhi unsicher, wörtl. wohl „Geflecht/Kasten des Wagens“], Himmel und Erde die beiden Seitenwände, die Jahreszeiten die Zügel, die Zwischenrichtungen die Diener, die Rede das um den Wagen Laufende.
Das Jahr ist der Wagen, das Folgejahr der Wagenschoß, die Virāj die Deichsel, Agni die Wagenspitze, Indra der auf der linken Seite Stehende, der Mond der Wagenlenker.
Wort für Wort
saṃvatsaro
das Jahr (Nom.Sg.)
rathaḥ
der Wagen (Nom.Sg.)
parivatsaro
das Folgejahr (Nom.Sg.)
rathopastho
ratha 'Wagen' + upastha 'Schoß' → der Wagenschoß (Nom.Sg.)
virāḍ
die Virāj (Nom.Sg., kosm. Prinzip)
īṣāgnī
die Deichsel; Agni (Nom.Sg.+Nom.Sg., Sandhi)
rathamukham
ratha 'Wagen' + mukha 'Spitze, Mund' → die Wagenspitze (Nom.Sg.)
ito jayeto vi jaya saṃ jaya jaya svāhā ime jayantu parāmī jayantāṃ svāhaibhyo durāhāmībhyaḥ nīlalohitenāmūn abhyavatanomi ||24|| {21}
Von hier siege, von dort siege, gewinne, siege zusammen, siege – svāhā! Diese hier sollen siegen, jene fernen sollen siegen – svāhā, für sie, die schwer zu erreichen sind; mit dem Blaurot umspanne ich jene.