Der Tausendfache, der leuchtende, milchreiche Stier, der alle Gestalten in seinen Flanken trägt, dem Geber, dem Opfernden Segen gewährend – der zu Bṛhaspati gehörige, leuchtende Stier hat den Opferfaden ausgespannt.
apāṃ yo agne pratimā babhūva prabhūḥ sarvasmai pṛthivīva devī pitā vatsānāṃ patir aghnyānāṃ sāhasre poṣe api naḥ kṛṇotu
Der, o Agni, das Abbild der Wasser geworden ist, der Herrscher über alles, wie die göttliche Erde; der Vater der Kälber, der Herr der unverletzlichen Kühe (aghnyā) – er möge uns am tausendfachen Gedeihen teilhaben lassen.
Männlich und doch trächtig, alt und milchreich, trägt der Stier den Rumpf des kostbaren Gutes; ihn, geopfert, soll auf den götterwärts führenden Wegen Agni Jātavedas (der 'Allwissende') zu Indra fahren.
pitā vatsānāṃ patir aghnyānāṃ atho pitā mahatāṃ gargarāṇām vatso jarāyu pratidhuk pīyūṣa āmikṣā ghṛtaṃ tad v asya retaḥ
Vater der Kälber, Herr der unverletzlichen Kühe, und auch Vater der großen Wasserschläuche [Anm.: gargara, Bedeutung unsicher, evtl. Schlauch oder Wirbel]; das Kalb ist die Nachgeburt, das Wiedermelken die Biestmilch, der Käse, das Ghī – das ist sein Same.
Er ist der Anteil der Götter, ihre Hülle, der Saft der Wasser und der Pflanzen; den Anteil an Ghī und Soma hat er sich erwählt; mächtig und groß wie ein Fels ist sein Leib geworden.
somena pūrṇaṃ kalaśaṃ bibharṣi tvastā rupāṇāṃ janitā paśūnām śivās te santu prajanva iha yā imā ny asmabhyaṃ svadhite yacha yā amūḥ
Mit Soma gefüllt trägst du den Krug, Tvaṣṭṛ (Bildner der Gestalten), Erzeuger der Tiere; gütig sollen deine Nachkommenschaften hier sein; die hier sind, gib sie uns, o Axtträger [Anm.: svadhite bedeutet wörtlich 'o Axt' – vermutlich Anrede an Tvaṣṭṛs Werkzeug oder Beiname], auch jene dort.
ājaṃ bibharti ghṛtam asya retaḥ sāhasraḥ poṣas tam u yajñam āhuḥ indrasya rūpam ṛṣabho vasānaḥ so asmān devāḥ śiva aitu dattaḥ
Er trägt den Bock; Ghī ist sein Same; tausendfaches Gedeihen heißt er, und ihn nennt man das Opfer selbst; die Gestalt Indras als Stier anlegend, er, gegeben, o Götter, möge gütig zu uns kommen.
daivīr viśaḥ payasvān ā tanoṣi tvām indraṃ tvāṃ sarasvantam āhuḥ sahasraṃ sa ekamukhā dadāti yo brāhmaṇa ṛṣabham ājuhoti
Die göttlichen Stämme durchdringst du, der Milchreiche; dich nennt man Indra, dich Sarasvant (den Flussgott); Tausend gibt jener mit einem Mund [Anm.: ekamukhā, wohl idiomatisch für 'auf einen Schlag/geschlossen'], wer dem Brahmanen einen Stier opfert.
bṛhaspatiḥ savitā te vayo dadhau tvaṣṭur vāyoḥ pary ātmā ta ābhṛtaḥ antarikṣe manasā tvā juhomi barhiṣ ṭe dyāvāpṛthivī ubhe stām ||10|| {9}
Bṛhaspati, Savitṛ hat dir Lebenskraft verliehen; von Tvaṣṭṛ und Vāyu ist dein Selbst hergebracht; im Luftraum opfere ich dich mit dem Gedanken; Himmel und Erde beide seien dir das Opferstreu.
Die Flanken gehörten der Anumati (Göttin der Gunst), der Bhaga waren die Weichen [Anm.: anūvṛjau, Bedeutung unsicher]; die Kniescheiben sprach Mitra an: 'Diese beiden sind ganz allein mein.'
gudā āsant sinīvālyāḥ sūryāyās tvacam abruvan utthātur abruvan pada ṛṣabhaṃ yad akalpayan
Die Eingeweide waren der Sinīvālī (Mondgöttin) zu eigen; die Haut nannten sie die der Sūryā; von der 'sich Erhebenden' [Anm.: utthātṛ, Bezug unsicher] sprachen sie beim Fuß, als sie den Stier gestalteten.
Die Brust gehörte dem Jāmiśaṃsa [Anm.: Gottheit oder Bezeichnung unsicher]; der Somakrug wurde gehalten, als die Götter sich alle versammelten und den Stier gestalteten.
te kuṣṭhikāḥ saramāyai kurmebhyo adadhuḥ śaphān ūbadhyam asya kītebhyaḥ śvavartebhyo adhārayan
Die Fußknöchel [Anm.: kuṣṭhikāḥ, Bedeutung unsicher] gaben sie der Saramā (der Hündin der Götter), den Schildkröten die Hufe; das Gekröse hielten sie für die Würmer und die Aasfliegen [Anm.: śvavarta, Bedeutung unsicher] bereit.
Mit den Hörnern durchbohrt er den Rakṣas (Dämon/Unhold), mit dem Auge erschlägt er das Unheil; Gutes hört er mit den Ohren, er, der unverletzliche Herr der Kühe.
Dieser, sich labend, Indra selbst, möge ansehnlichen Reichtum verleihen; dieser die gutmelkende Milchkuh, mit beständigem Kalb, die willige, die man melkt, die kundige, jenseits des Himmels.
Wort für Wort
ayaṃ
dieser (Nom.Sg.)
pipāna
sich labend (Nom.Sg.Ptz.)
indra
Indra (Nom.Sg.)
id
selbst
rayiṃ
Reichtum (Akk.Sg.)
dadhātu
möge verleihen (Imp.3Sg.)
cetanīm
ansehnlichen (Akk.Sg.f.)
ayaṃ
dieser (Nom.Sg.)
dhenuṃ
die Milchkuh (Akk.Sg.)
sudughāṃ
gutmelkende (Akk.Sg.f.)
nityavatsāṃ
nitya 'beständig' + vatsa 'Kalb' → mit beständigem Kalb (Akk.Sg.f.)
piśaṅgarūpo nabhaso vayodhā aindraḥ śuṣmo viśvarūpo na āgan āyur asmabhyaṃ dadhat prajāṃ ca rāyaś ca poṣair abhi naḥ sacatām
Der rötlich-goldene, aus dem Gewölk Lebenskraft Verleihende, der zu Indra gehörige Ungestüm, allgestaltig, ist zu uns gekommen; uns Lebenszeit verleihend und Nachkommenschaft, mit dem Gedeihen an Reichtum möge er uns begleiten.
Wort für Wort
piśaṅgarūpo
piśaṅga 'rötlich-golden' + rūpa 'Gestalt' → der rötlich-goldene (Nom.Sg.)
Komm herbei, o Mischende [Anm.: upaparcanā, genaue Bedeutung/Bezug unsicher], mische uns in diesen Kuhstall hinein; den Samen des Stieres füge herzu, und deine Manneskraft, o Indra.
Wort für Wort
upehopaparcanāsmin
komm herbei, o Mischende, in diesem (Imp.2Sg.+Vok.Sg.+Lok.Sg., Sandhi)
etaṃ vo yuvānaṃ prati dadhmo atra tena krīḍantīś carata vaśāṃ anu mā no hāsiṣṭa januṣā subhāgā rāyaś ca poṣair abhi naḥ sacadhvam ||24|| {10}
Diesen euren Jüngling setzen wir hier ein; mit ihm zieht spielend den willigen Kühen nach; verlasst uns nicht, ihr von Geburt an Glückbegabten; mit dem Gedeihen an Reichtum begleitet uns.