Der Prapāṭhaka enthält Mantras und Opferspruch-Material zum Agnicayana (Feueraltar-Schichtung) und zur Agnihotra-/Somaumgebung: Beschwichtigung des Feuers mit Wasser (Anuvāka 1), Viśvakarman-Verse (2 und 3), Segens- und Siegesverse für den Opferherrn, darunter die Schlachtverse an Indra (4), Verse zum Herbeirufen des Opfers und der Himmelsrichtungen, Aufstiegs- und Feuerverse (5 und 6). Es handelt sich fast durchweg um Ṛgvedische und Vājasaneyi-verwandte Mantras ohne Brāhmaṇa-Erläuterung; einige Abschnitte sind bloße Anfangsworte (Pratīkas) und werden entsprechend nur wörtlich wiedergegeben. Der Text ist an wenigen Stellen verderbt.
aśmann ūrjaṃ parvate śiśriyāṇām adbhya oṣadhībhyo vanaspatibhyo 'dhi saṃbhṛtām / tāṃ nā iṣam ūrjaṃ dhatta marutaḥ saṃrarāṇā aśmaṃs te kṣun mayi tā ūrg yaṃ dviṣmas taṃ te śug ṛchatu //
Im Stein die Kraft der im Berge Zuflucht Genommenen [?], die aus den Wassern, den Pflanzen, den Bäumen zusammengetragen ist – diese Labung und Kraft verleiht uns, ihr Maruts, euch daran Erfreuende. Im Stein [sei] dein Hunger, in mir jene Kraft; wen wir hassen, den soll dein Kummer treffen.
Hin zum Boden, hin zum Rohr, steige hinab in die Ströme. Agni, du bist die Galle der Wasser; Fröschin, komm mit diesen herbei. Mache dieses unser Opfer von läuternder Farbe und gnädig.
pāvakayā yaś citayantyā kṛpā kṣāman ruruca uṣaso na ketunā / ā yo ghṛṇe na tatṛṣāṇo ajaras tūrvan na yāmann etaśasya nū raṇe //
Der mit der läuternden, erkennbar machenden Gnade auf der Erde erstrahlte wie das Banner der Morgenröten; der, gleichsam nach Sprühen dürstend, unalternd, wie ein Eilender auf der Fahrt des Etaśa, nun im Kampf [glänzt] [?].
namas te harase śociṣe cātho te arciṣe namaḥ / anyāṃs te asmat tapantu hetayaḥ pāvako asmabhyaṃ śivo bhava //
Verneigung deiner Fahlheit und deinem Glühen, und auch deiner Flamme Verneigung. Andere als uns sollen deine Geschosse erhitzen. Als Läuterer sei uns gnädig.
Dem im Holzbalken Sitzenden vaṭ! Dem unter den Männern Sitzenden vaṭ! Dem in den Wassern Sitzenden vaṭ! Dem auf dem Barhis Sitzenden vaṭ! Dem im Wald Sitzenden vaṭ! Dem den Himmelslicht Findenden vaṭ!
annapate annasya no dehy anamīvasya śuṣmiṇaḥ / prapra dātāraṃ tāriṣā ūrjaṃ no dhehi dvipade catuṣpade //
Herr der Speise, gib uns Speise, die ohne Krankheit und kräftig ist. Führe den Geber weit voran. Verleihe Kraft uns, dem Zweifüßigen und dem Vierfüßigen.
Die Götter, die unter den Göttern opferwürdig sind, unter den Opferwürdigen, die den jährlichen Anteil erwarten, die Gaben nicht ungeopfert Essenden – sie sollen in diesem Opfer von der Opfergabe, vom Honig und der zerlassenen Butter selbst trinken.
ye devā devebhyo adhi devatvam āyan ye brahmaṇaḥ puraetāro asya / yebhyo na ṛte pavate dhāma kiṃ cana na te divo na pṛthivyā adhi snuṣu //
Die Götter, die von den Göttern her Göttlichkeit erlangt haben, die die Vorangänger dieses Brahman sind, ohne die kein Bereich sich läutert – weder am Rücken des Himmels noch der Erde [sind] jene [zu suchen] [?].
Ihr Ausatem-Geber, Einatem-Geber, Zwischenatem-Geber, Glanz-Geber, Weite-Geber: Andere als uns sollen deine Geschosse erhitzen. Als Läuterer sei uns gnädig.
ya imā viśvā bhuvanāni juhvad ṛṣir hotā nyasīdat pitā naḥ / sa āśiṣā draviṇam ichamānaḥ prathamachad avaraṃ āviveśa //
Der, alle diese Wesen opfernd, als Seher und Hotṛ sich niedersetzte, unser Vater; er, mit dem Segenswunsch nach Gut verlangend, drang als der Erstverhüllende in das Niedere ein [?].
kiṃ svid vanaṃ ka u sa vṛkṣa āsīd yato dyāvāpṛthivī niṣṭatakṣuḥ / manīṣiṇo manasā pṛchated u tad yad adhyatiṣṭhad bhuvanāni dhārayan //
Was war wohl der Wald, und welcher der Baum, aus dem sie Himmel und Erde zimmerten? Ihr Weisen, fragt mit dem Geist danach, worauf er stand, als er die Welten trug.
Was war wohl der Standort, was der Ansatzpunkt, welcher, und wie war es, von wo aus Viśvakarman, die Erde erzeugend, den Himmel mit Macht bedeckte, der Allesschauende? Der Allesschauende und Allesgesichtige, Allesarmige und Allesfüßige: Mit den Armen und den Flügeln schmiedete er zusammen Himmel und Erde, erzeugend, der eine Gott.
Deine höchsten Wohnstätten, die niedrigsten und die mittleren, Viśvakarman, und diese hier: Verleihe sie deinen Freunden mit der Opfergabe, du mit Svadhā Begabter; opfere selbst, an deinem Leib Gefallen findend.
Viśvakarman, mit der Opfergabe, die stärkt, machtest du Indra zum Retter, zum Unverletzbaren. Vor ihm beugten sich die göttlichen Stämme; dieser soll furchtbar und im Anruf anzurufen sein.
Viśvakarman, durch die Opfergabe erstarkt, opfere selbst Erde und Himmel. Andere Leute ringsum sollen verwirrt werden; hier bei uns sei der freigebige Herr der Gönner.
vācaspatiṃ viśvakarmāṇam ūtaye manoyujaṃ vāje adyāhuvema / sa no nediṣṭhā havanā jujoṣa viśvaśaṃbhūr avase sādhukarmā
Den Herrn der Rede, Viśvakarman, den Geistgeschirrten, wollen wir heute im Wettkampf zum Beistand rufen. Er soll unsere nächsten Anrufungen gern annehmen, der Allesheilbringende, der Gutes Wirkende, zur Hilfe.
cakṣuṣaḥ pitā manasā hi dhīro ghṛtam ene ajanan namnamāne / yaded antā adadṛhanta pūrvā ād id dyāvāpṛthivī aprathetām //
Der Vater der Augen, im Geist gewiss weise, erzeugte die Butter, als [beide] sich neigten, als die früher befestigten Enden auseinandergingen; da breiteten sich Himmel und Erde aus.
viśvakarmā vimame yo vihāyā dhartā vidhartā paramota saṃdṛk / teṣām iṣṭāni sam iṣā madanti yatrā saptaṛṣīn para ekam āhuḥ / ta āyajanta draviṇā sam asminn ṛṣayaḥ pūrve jaritāro na bhūnā / asūrtā sūrte rajasi niṣattā ye bhūtāni samakṛṇvann imāni //
Viśvakarman ermaß [alles], der Weitreichende, Träger, Ordner, der Höchste und Allsehende. Ihre Opfergaben freuen sich am Labetrunk dort, wo sie sagen, dass jenseits der sieben Ṛṣis der Eine ist. Sie opferten mit Gut in ihm, die früheren Ṛṣis, wie Sänger, in Fülle. Die, nicht im Bewegten, im Bewegten Luftraum sitzend, diese Wesen zusammenfügten.
yo naḥ pitā janitā yo vidhartā yo naḥ sato abhy ā saj jajāna / yo devānāṃ nāmadhā eka eva taṃ saṃpraśnaṃ bhuvanā yanty anyā //
Der unser Vater ist, Erzeuger, der Ordner, der uns, den Seienden, das Sein gebar, der den Göttern die Namen gibt, der Eine allein: nach ihm fragen die anderen Welten [?].
paro divaḥ para enā pṛthivyāḥ paro devebhyo asuraṃ yad asti / kaṃ svid garbhaṃ prathamaṃ dadhrā āpo yatra devāḥ samagachanta sarve / tam id garbhaṃ prathamaṃ dadhrā āpo yatra devāḥ samapaśyanta viśve / ajasya nābhā adhy ekam arpitaṃ yasmin viśvā bhuvanādhi tasthuḥ //
Jenseits des Himmels, jenseits dieser Erde, jenseits der Götter und Asuras: Welchen Keim wohl trugen die Wasser als ersten, worin alle Götter zusammenkamen? Eben diesen ersten Keim trugen die Wasser, worin alle Götter zusammen schauten – auf dem Nabel des Ungeborenen ist das Eine gefügt, auf dem alle Welten ruhen.
viśvakarmā ced ajaniṣṭa deva ād id gandharvo abhavad dvitīyaḥ / tṛtīyaḥ pitā janitauṣadhīnām apāṃ garbhaṃ vyadadhuḥ purutrā //
Wenn Viśvakarman als Gott geboren ward, da wurde der Gandharva der zweite; der dritte, Vater und Erzeuger der Pflanzen, den Keim der Wasser verteilten sie vielfach [?].
na taṃ vidātha ya imā jajānānyad yuṣmākam antaraṃ babhūva / nīhāreṇa prāvṛtā jalpyā cāsutṛpa ukthaśāsaś caranti
Ihr kennt den nicht, der dies erzeugte; ein anderes ist zwischen euch getreten. In Nebel gehüllt und mit Geschwätz, lebensgierig und Lobpreise sprechend ziehen sie umher.
Der Schnelle, sich Schärfende, dem Stier gleich kampfbereit, der Schlag um Schlag Austeilende, Erschütterer der Völker, der Brüllende, Unblinzelnde, Alleinheld: Hundert Heere gewann Indra auf einmal.
saṃkrandanenānimiṣeṇa jiṣṇunā yutkāreṇa duścyavanena dhṛṣṇunā / tad indreṇa jayata tat sahadhvaṃ yudho narā iṣuhastena vṛṣṇā //
Mit dem Brüllenden, Unblinzelnden, Siegreichen, dem Kampfrufer, schwer zu Erschütternden, Kühnen – damit sollt ihr durch Indra gewinnen, das ertragt, ihr Männer im Kampf, mit dem pfeilhändigen Stier.
sa iṣuhastaiḥ sa niṣaṅgibhir vaśī saṃsṛṣṭāsu yutsv indro gaṇeṣu / saṃsṛṣṭhajit somapā bāhuśardhy ·rdhvadhanvā pratihitābhir astā //
Er, mit den Pfeilhändigen, mit den Köchertragenden, der Gebieter, Indra, in den verschlungenen Kämpfen unter den Scharen: der Sieger im Handgemenge, Somatrinker, armstark, mit hochgehobenem Bogen, der von den Zurückgehaltenen [Pfeilen] Schießende [?].
Bṛhaspati, umkreise auf dem Wagen, die Rakṣas erschlagend, die Feinde abdrängend; die Heere zerbrechend, zermalmend im Kampf, siegend, sei du der Beschützer unserer Wagen.
Die Rinderställe mit Macht durchdringend, der Beute nehmende Held, Śatamanyu Indra, schwer zu erschüttern, Heeresbezwinger, unbekämpfbar: Er soll unser Heer in den Kämpfen vorwärts beschützen.
Der Kraftkundige, Bejahrte, Vorkämpfer, Gewaltige, Rossreiche, Bezwinger, Furchtbare, der Held gegen Helden, Übermächtige, Kraftsieger: Besteige den siegreichen Wagen, Indra, Rinderfinder.
Den Rinderställe-Spalter, Rinderfinder, Keulenarmigen, den Siegenden, den Treiber, der mit Stärke zermalmt: diesen Indra sollt ihr, Stammverwandte, zu Heldentat anfeuern, Freunde, folgt ihm im Drängen.
Indra ist ihr Führer, Bṛhaspati, die Opferlohn, das Opfer, Soma sollen voranziehen; der Götterheere, die zerbrechen und siegen, in deren Mitte sollen die Maruts gehen.
Des stierstarken Indra, des Königs Varuṇa, der Ādityas und Maruts furchtbare Streitmacht, der hochgesinnten, die Welten Erschütternden: Der Schlachtruf der siegenden Götter ist aufgestanden.
asmākam indraḥ samṛteṣu dhvajeṣv asmākaṃ yā iṣavas tā jayantu / asmākaṃ vīrā uttare bhavantv asmān u devā avatā bhareṣv ā
Bei uns sei Indra, wenn die Banner zusammentreffen; unsere Pfeile sollen siegen. Unsere Helden sollen die Oberen sein. Und uns, ihr Götter, helft in den Schlachten.
Die fünf göttlichen Himmelsrichtungen sollen das Opfer beschützen, die Göttinnen, die Missgunst und Fehlgesinntheit abwehren; dem Opferherrn Reichtumsfülle zuteilend – in Reichtumsfülle ist das Opfer aufgestanden.
Im entzündeten Feuer, der erhöht, mit Lobsprüchen als Flügel, der Preisenswerte, gefasst: Den erhitzten Gharma umfassend opferten sie ihm; dann beruhigten die Götter mit Kraft das Opfer [?].
Der Goldhaarige, Sonnenstrahlige, vorn Savitar, das Licht, das ständige Aufgehen: In dessen Antrieb geht Pūṣan, der Wissende, alle Welten überschauend, der Hüter.
devā deveṣv adhvaryanto asthur vītaṃ śamitrā śamitaṃ yajadhyai / turīyo yajño yatra havyam eti tato vākā āśiṣo no juṣantām //
Die Götter standen unter den Göttern als Adhvaryu-Priester da, um den Schlachter, den Zerteiler des Geschlachteten zu verehren; das vierte Opfer, wohin die Opfergabe geht – von dort sollen die Segensworte uns gefallen.
vimāna eṣa divo madhya āsta āpapṛvān rodasī antarikṣam / sa viśvācīr abhicaṣṭe ghṛtācīr antarā pūrvam aparaṃ ca ketum //
Dieser Ausmesser sitzt inmitten des Himmels, der Himmel, Erde und Luftraum erfüllt hat. Er überschaut die nach allen Seiten gewandten, buttertriefenden, das Vordere und das Hintere und das Banner dazwischen.
Der Stier im Meer, rötlich, der schöngeflügelte, ist in den Schoß des früheren Vaters eingedrungen; mitten im Himmel niedergelegt der gefleckte Stein; er schritt aus und bewacht die Enden des Luftraums.
sumnahūr yajña ā ca vakṣad yakṣad agnir devo devaṃ ā ca vakṣat / devahūr yajña ā ca vakṣad yakṣad agnir devo devaṃ ā ca vakṣat //
Das Opfer, das gute Gunst anruft, soll herbeifahren, Agni, der Gott, soll opfern und den Gott herbeifahren. Das Opfer, das Götter anruft, soll herbeifahren, Agni, der Gott, soll opfern und den Gott herbeifahren.
Schreitet mit Agni zum Himmelsgewölbe, den Ukhya-Topf in den Händen tragend. Zum Rücken des Himmels, zum Himmelslicht gelangt, mischt euch unter die Götter.
Agni, geh voran, als Erster der Götterstrebenden, das Auge der Götter und der Sterblichen. Opfern wollend sollen die Opferherren mit den Bhṛgus zum Himmelslicht in Wohlergehen gehen.
Von der Erde bin ich zum Luftraum aufgestiegen, vom Luftraum bin ich zum Himmel aufgestiegen; vom Rücken des Himmelsgewölbes bin ich zum Licht der Himmelswelt gegangen.
Die zum Himmelslicht gehen, ohne sich umzublicken, steigen zum Himmel hinauf, die beiden Welten – die das Opfer, das nach allen Seiten trägt, als gut Wissende ausgespannt haben.
Du bist der Schönflügelige, Garutmān; setze dich auf den Rücken der Erde. Mit Leuchten erfülle den Luftraum, mit Licht stütze den Himmel, mit Glut befestige die Himmelsrichtungen.
Heranopfernd, schönantlitzig, vorn, Agni, setze dich auf deinen eigenen Schoß, dem Vollbringen gemäß. In diesem oberen gemeinsamen Sitz sollt ihr euch niederlassen, alle Götter und der Opferherr.
Diese wunderbare Gunst des Savitar, des Erwählenswerten, wähle ich, die allen Menschen gehört; die Kaṇva melkte, die strotzende, tausendströmige mit Milch, die mächtige Kuh.
Wir wollen dir dienen an deiner höchsten Geburtsstätte, Agni, wir wollen mit Lobliedern dienen am niedrigeren gemeinsamen Sitz. Von der Geburtsstätte, aus der du aufgestiegen bist, opfere jenen; in dir, dem Entzündeten, wurden die Opfergaben dargebracht.