Dieser Prapāṭhaka gehört zum Rājasūya, der Königsweihe: Er beginnt mit Vorschriften zu Opfern für Anumati und Nirṛti samt Abwehr- und Beseitigungsriten (Kṣetriya, Rakṣas), führt dann Listen von Opfergaben mit ihren Dakṣiṇās (Opferlohn) an, darunter die „Juwelenopfer“ (Ratnahavis) in den Häusern der königlichen Würdenträger und die Devasū-Opfer. Es folgen die Sprüche für die Weihewasser, die Besprengung (Abhiṣeka), das Besteigen der Himmelsrichtungen, den Thronsitz und den Keulenritus. Auffällig sind die zahlreichen Platzhalter „amuṣya/amuṣyāḥ“ (N.N.) für Namen von Opferherr, Vater, Mutter und Stamm, mehrere schwer deutbare technische Wörter für Tiere und Pflanzen sowie ein zusammenhängender Abschnitt mit Ritualvorschriften und Mantras im Wechsel.
anumatyā aṣṭākapālaṃ nirvapanti ye pratyañcaḥ śamyām atiśīyante tan nairṛtam ekakapālam ubhau saha śṛtau kurvanti nairṛtena pūrveṇa pracaranti dakṣiṇā paretya svakṛtā iriṇa ekolmukaṃ nidhāya visraṃsikāyāḥ kāṇḍābhyāṃ juhoti //
Dem Anumati bringen sie einen Opferkuchen auf acht Schalen dar. Diejenigen (Opferer), die im Westen jenseits des Śamyā-Wurfs liegen [?]: für sie (bereiten sie) jenen Nirṛti-Opferkuchen auf einer einzigen Schale. Beide kochen sie zusammen gar. Mit dem Nirṛti-Opfer als erstem vollziehen sie die Handlung. Nach Süden fortgehend, an einer von selbst entstandenen Salzstelle (iriṇa, Öde) [Anm.: svakṛta iriṇa, natürliche Erdvertiefung im Salzboden], legt er einen einzelnen Feuerbrand nieder und opfert mit zwei Stengeln (kāṇḍa) der visraṃsikā [?, Pflanzenname unsicher].
Ein schwarzes Gewand mit zerrissenem Saum ist die Dakṣiṇā (der Opferlohn). Nach Süden wieder zurückgekehrt, vollziehen sie (die Handlung) mit dem Achtschalen-Opferkuchen für Anumati. Eine Milchkuh ist die Dakṣiṇā. Nun diejenigen, die im Norden jenseits des Śamyā-Wurfs liegen: nach Norden fortgehend, soll er den Aufwurf (vapā) eines Termitenhügels aufbrechen und opfern [?].
Am folgenden Tag: Den Ādityas Bhuvadvat ein Reisbrei (Caru) in zerlassener Butter; eine Wahlgabe (vara) ist die Dakṣiṇā. Am folgenden Tag: Dem Agni-Viṣṇu ein Opferkuchen auf elf Schalen; ein kleinwüchsiger Zugstier ist die Dakṣiṇā. Am folgenden Tag: Dem Agni-Soma ein Opferkuchen auf elf Schalen; Gold ist die Dakṣiṇā. Am folgenden Tag: Dem Indra-Agni ein Opferkuchen auf elf Schalen; ein Zugstier, ein Stier, ist die Dakṣiṇā. Am folgenden Tag: Dem Agni ein Opferkuchen auf acht Schalen, dem Mahendra saure Milch; ein Leinengewand ist die Dakṣiṇā.
Einen Opferkuchen auf elf Schalen für Indra-Agni soll er darbringen, oder für Agni-Indra; einen Reisbrei für die Allgötter (Viśvedevāḥ); einen Reisbrei aus Śyāmāka-Hirse für Soma; für Himmel und Erde einen Opferkuchen auf einer Schale; ein erstgeborenes Kalb ist die Dakṣiṇā; ein Pflug mit zwölf Gespannen ist die Dakṣiṇā, oder ein oṣṭāra [?] oder ein Zugstier.
Für Agni ein Opferkuchen auf acht Schalen; für Varuṇa ein Reisbrei aus Gerste; für Rudra ein Reisbrei aus Gāvīdhuka-Gras (Gāvīdhuka-Caru); für Indra saure Milch; eine Milchkuh (oder) Zugkuh ist die Dakṣiṇā. Von der Stelle, wo das Wasser hinabgeleitet wird, holen sie Apāmārga-Pflanzen. Diese zu Röstmehl (saktu) machend, geht er nach Süden fort, legt an einer von selbst entstandenen Salzstelle (iriṇa) einen einzelnen Feuerbrand nieder und opfert mit einem Löffel (sruva) aus Parṇa-Holz.
„Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der beiden Aśvin, mit den Händen des Pūṣan, mit Indras Stärke (Ojas): Rakṣas-Töter bist du. Svāhā! Erschlagen ist das Rakṣas, wir haben das Rakṣas erschlagen.“
ye devāḥ puraḥsado agninetrā rakṣohaṇas te no 'vantu te naḥ pāntu tebhyaḥ svāhā ye devā dakṣiṇātsado yamanetrā rakṣohaṇas te no 'vantu te naḥ pāntu tebhyaḥ svāhā ye devāḥ paścātsado marunnetrā rakṣohaṇas te no 'vantu te naḥ pāntu tebhyaḥ svāhā ye devā uttarātsado mitrāvaruṇanetrā rakṣohaṇas te no 'vantu te naḥ pāntu tebhyaḥ svāhā ye devā upariṣado 'vasvadvantaḥ somanetrā rakṣohaṇas te no 'vantu te naḥ pāntu tebhyaḥ svāhedam ahaṃ rakṣo 'bhisamūhāmy agne saṃdaha rakṣaḥ saṃdagdhaṃ rakṣo 'gnaye puraḥsade svāhā yamāya dakṣiṇātsade svāhā marudbhyaḥ paścātsadbhyaḥ svāhā mitrāvaruṇābhyām uttarātsadbhyāṃ svāhā somāyopariṣade 'vasvadvate rakṣoghne svāhā rathaḥ pañcavāhī dakṣiṇā
„Die Götter, die vorn sitzen, die Agni zum Führer haben, die Rakṣas-Töter: die sollen uns beistehen, die sollen uns schützen; ihnen svāhā! Die Götter, die im Süden sitzen, die Yama zum Führer haben, die Rakṣas-Töter: die sollen uns beistehen, die sollen uns schützen; ihnen svāhā! Die Götter, die im Westen sitzen, die die Maruts zum Führer haben, die Rakṣas-Töter: die sollen uns beistehen, die sollen uns schützen; ihnen svāhā! Die Götter, die im Norden sitzen, die Mitra und Varuṇa zum Führer haben, die Rakṣas-Töter: die sollen uns beistehen, die sollen uns schützen; ihnen svāhā! Die Götter, die oben sitzen, die mit Beistand versehen sind (avasvadvant) und Soma zum Führer haben, die Rakṣas-Töter: die sollen uns beistehen, die sollen uns schützen; ihnen svāhā! Dieses Rakṣas kehre ich zusammen. Agni, verbrenne das Rakṣas! Verbrannt ist das Rakṣas. Dem vorn sitzenden Agni svāhā! Dem im Süden sitzenden Yama svāhā! Den im Westen sitzenden Maruts svāhā! Den beiden im Norden sitzenden Mitra und Varuṇa svāhā! Dem oben sitzenden, mit Beistand versehenen, Rakṣas-tötenden Soma svāhā!“ Ein Wagen mit fünf Zugtieren (pañcavāhī) ist die Dakṣiṇā [?].
Der Anumati ein Reisbrei, der Rākā ein Reisbrei, der Sinīvālī ein Reisbrei, der Kuhū ein Reisbrei, dem Dhātṛ ein Opferkuchen auf zwölf Schalen; eine Paṣṭhauhī (junge Kuh im Jochalter) ist die Dakṣiṇā. Dem Agni-Viṣṇu ein Opferkuchen auf elf Schalen; dem Indra-Viṣṇu ein Reisbrei; dem Viṣṇu ein Opferkuchen auf drei Schalen; ein Kleinwüchsiger (vāmana) ist die Dakṣiṇā. Dem Soma-Pūṣan ein Opferkuchen auf elf Schalen; dem Indra-Pūṣan ein Reisbrei; dem Pūṣan ein Reisbrei; ein dunkles (śyāma) Tier ist die Dakṣiṇā. Dem Agni Vaiśvānara ein Opferkuchen auf zwölf Schalen; dem Varuṇa ein Reisbrei aus Gerste; Gold und ein Pferd sind die Dakṣiṇā.
Dem Bṛhaspati ein Reisbrei im Haus des Brahmanen (Hauspriesters); ein weißrückiges Tier ist die Dakṣiṇā. Dem Indra ein Opferkuchen auf elf Schalen im Haus des Königs; ein Stier ist die Dakṣiṇā. Dem Āditya ein Reisbrei im Haus der Hauptfrau (mahiṣī); eine Milchkuh ist die Dakṣiṇā. Dem Nirṛti ein Reisbrei aus mit den Nägeln gereinigten (Körnern) [?] im Haus der Verstoßenen (parivṛktī); eine falbe (śyenī) Kuh [?], vaṇḍāpasphurā [?], ist die Dakṣiṇā. Dem Agni ein Opferkuchen auf acht Schalen im Haus des Heerführers (senānī); Gold ist die Dakṣiṇā. Den beiden Aśvin ein Opferkuchen auf zwei Schalen im Haus des Saṃgrahītṛ (Wagenlenkers/Schatzmeisters [?]); zwei Kühe mit Kalb (savatyau) sind die Dakṣiṇā. Dem Savitṛ ein Opferkuchen auf acht Schalen im Haus des Kṣattṛ (Kämmerers); ein weißliches Tier ist die Dakṣiṇā. Dem Varuṇa ein Opferkuchen aus Gerste auf zehn Schalen im Haus des Sūta (Wagenlenkers/Barden); ein braunes „mahāniraṣṭa“ [?] ist die Dakṣiṇā. Den Maruts ein Opferkuchen auf sieben Schalen im Haus des Dorfvorstehers (grāmaṇī) aus dem Vaiśya-Stand; eine gesprenkelte Paṣṭhauhī ist die Dakṣiṇā. Dem Pūṣan ein Reisbrei im Haus des Bhāgadugha (Anteilverteilers); ein dunkles Tier ist die Dakṣiṇā. Dem Viṣṇu ein Opferkuchen auf drei Schalen im Haus des Zimmermanns (takṣan) und des Wagenbauers (rathakāra); alles aus Eisen Gefertigte ist die Dakṣiṇā. Dem Rudra ein Gāvīdhuka-Reisbrei im Haus des Akṣāvāpa (Würfelaufsehers) und des Govikarta (Rinderzerlegers [?]); ein Messer/Schwert (asi) mit einer Haar-Scheide (vālāpitastha) [?] ist die Dakṣiṇā, oder ein scheckiges dreijähriges Tier (trivatsa), oder ein Halfter (abhidhānī), oder ein Strick mit Mähne (kesarapāśā) [?].
Dem Indra Aṃhomuc (dem Not-Löser) soll er einen Opferkuchen auf elf Schalen darbringen, dem Indra Sutrāman einen Opferkuchen auf elf Schalen; ein Stier ist die Dakṣiṇā. Das Gefäß besteht aus einem von selbst abgebrochenen Aśvattha-Zweig. Dann melken sie eine weiße Kuh mit weißem Kalb: Das (die Milch) gerinnt von selbst, wird von selbst gebuttert, von selbst geschmolzen wird das Ājya (zerlassene Butter). Nun bringen sie die Maitrā-Bārhaspatya-Opfergabe dar: Die feinsten Körner davon kochen sie als jenen Bārhaspatya-Reisbrei gar. Darauf, nachdem sie dort jenes Gefäß zugedeckt und das Ājya eingegossen haben, streuen sie die gröbsten Körner ein. Beide kochen sie zusammen gar. Mit dem Maitra als erstem vollziehen sie die Handlung. Ein Pferd ist die Dakṣiṇā für das Maitra, ein weißrückiges Tier für das Bārhaspatya. Dem Agni Gṛhapati (Hausherrn) soll er einen Opferkuchen auf acht Schalen aus āpatanta-Körnern [?] darbringen; dem Soma Vanaspati (Herrn der Bäume) einen Reisbrei aus Śyāmāka-Hirse; dem Savitṛ Prasavitṛ (Antreiber) einen Opferkuchen auf acht Schalen aus Erbsen (satīna); dem Bṛhaspati Vācaspati (Herrn der Rede) einen Reisbrei aus Wildreis (nīvāra); dem Indra Jyeṣṭha (dem Ältesten) einen Opferkuchen auf elf Schalen aus Hāyana-Getreide [?]; dem Mitra, dem Herrn des Wahren, einen Reisbrei aus Nāmba-Körnern [?]; dem Varuṇa, dem Herrn der Rechtsordnung, einen Reisbrei aus Gerste; dem Rudra Paśupati (Herrn des Viehs) einen Gāvīdhuka-Reisbrei.
savitā tvā prasavānāṃ suvatām agnir gārhapatyānāṃ somo vanaspatīnāṃ bṛhaspatir vācām indro jyaiṣṭhyānāṃ mitraḥ satyānāṃ varuṇo dharmaṇāṃ rudraḥ paśūnāṃ te devā asapatnam imaṃ suvadhvam amum āmuṣyāyaṇam amuṣyāḥ putram amuṣyāṃ viśi mahate kṣatrāya mahate jānarājyāya śukrajyotiś ca citrajyotiś ca satyajyotiś ca jyotiṣmāṃś ca satyaś ca ṛtapāś cātyaṃhā ṛtajic ca styajic ca senajic ca suṣeṇaś cāntimitraś ca dūre'mitraś ca gaṇa ṛtaś ca satyaś ca dhruvaś ca dharuṇaś ca dhartā ca vidhartā ca vidhārayaḥ
„Savitṛ soll dich unter den Antreibern antreiben, Agni unter den Hausherren, Soma unter den Bäumen, Bṛhaspati unter den Reden, Indra unter den Ältesten (Vornehmsten), Mitra unter den Wahrhaftigen, Varuṇa unter den Rechtsordnungen, Rudra unter dem Vieh. Diese Götter sollen diesen hier ohne Nebenbuhler antreiben (weihen), diesen N.N., den Nachkommen des N.N., den Sohn der N.N., im Stamm der N.N., zu großer Herrschaft (kṣatra), zu großer Volksherrschaft (jānarājya): Śukrajyotis und Citrajyotis und Satyajyotis und Jyotiṣmat und Satya und Ṛtapā und Atyaṃhā und Ṛtajit und Styajit [Anm.: wohl Satyajit] und Senajit und Suṣeṇa und Antimitra und Dūreamitra, die Schar (gaṇa), und Ṛta und Satya und Dhruva und Dharuṇa und Dhartṛ und Vidhartṛ und Vidhāraya.“
„Göttliche Wasser, Enkel der Wasser (apāṃ napāt), Herrschaftsgeberinnen seid ihr; gebt Herrschaft! Svāhā! Göttliche Wasser, Enkel der Wasser, Herrschaftsgeberinnen seid ihr; gebt diesem N.N. Herrschaft! Du bist eine Stier-Woge (vṛṣormi), du bist ein Stier-Heer (vṛṣasena), du bist der Herr der Wasser. Ihr seid aprahāvarī [?], ihr seid die Umströmenden (parivāhiṇī), ihr seid die Kraftvollen (ojasvinī), ihr seid die Berauschenden, ihr seid in Viehhürden wohnend (vrajakṣit), ihr seid sonnenglänzend, ihr seid sonnenhäutig, ihr seid die Stärke (Ojas) der Maruts, ihr seid die Willigen (vaśā), ihr seid die Kräftigen (śakvarī), ihr seid Allträgerinnen, ihr seid Volksträgerinnen, ihr seid der Saft der Wasser und Pflanzen, ihr seid die Berühmtesten (śraviṣṭhā), ihr seid Herrschaftsgeberinnen; gebt diesem N.N. Herrschaft!“
„Göttliche Wasser, honigreiche, vermischt euch, große Herrschaft (kṣatra) für den Kṣatriya gewinnend; unbezwingbar setzt euch nieder, kraftvoll, großen Glanz (varcas) dem Kṣatriya verleihend.“
apo devīr madhumatīr agṛbhṇām ūrjasvatī rājasūyāś citānāḥ / yābhir mitrāvaruṇā abhyaṣiñcaṃs tābhir indram anayann aty arātīḥ / anibhṛṣṭam asi vāco bandhus tapojāḥ somasya dātram //
„Die göttlichen, honigreichen Wasser habe ich ergriffen, die kraftvollen, für den Rājasūya gesammelten, mit denen Mitra und Varuṇa (den Indra) besprengten, mit denen sie Indra über die Feinde hinausführten. Unbeschmutzt bist du, Verwandter der Rede, aus der Glut (tapas) geboren, Gabe (dātra) des Soma.“
„Gemeinsam sich freuend, glanzvoll, kraftvoll, einzigartig, unbezwungen, wirksame Werke als Gewand tragend: In den Wohnstätten hat Varuṇa seinen Sitz (sadhastha) genommen, das Kind der Wasser, mitten unter den mütterlichsten.“
rudra yat te giriparaṃ nāma tasmin hutam asi yameṣṭam asi svāhā somā indro varuṇo mitro agnis te devā dharmadhṛto dharmaṃ dhārayantu
„Rudra, dein Name „giripara“ [?] – in ihm bist du geopfert; du bist der von Yama Erstrebte [?]. Svāhā! Soma, Indra, Varuṇa, Mitra, Agni, diese Götter, die die Rechtsordnung (dharma) tragen, sollen die Rechtsordnung aufrechterhalten.“
„Du bist der Schoß der Herrschaft (kṣatra), du bist die Fruchthülle (ulba) der Herrschaft, du bist der Nabel der Herrschaft. Gefunden (anerkannt) ist Agni, der Hausherr; gefunden Indra, der weit Berühmte; gefunden die beiden, Mitra und Varuṇa, die Gelübdefesten; gefunden Himmel und Erde, die das Ṛta mehren; gefunden Pūṣan, der Allwissende; gefunden die göttliche Aditi; gefunden ist dieser hier, N.N., der Nachkomme des N.N., der Sohn der N.N., im Stamm der N.N., zu großer Herrschaft, zu großer Volksherrschaft. Dies ist euer König, ihr Leute; Soma ist der König von uns Brāhmaṇen. Du bist Indras Keule (vajra), Vṛtra-erschlagend; mit dir soll dieser den Vṛtra töten. Feindeabwehrer seid ihr: Schützt (ihn) nach vorn, schützt (ihn) nach hinten, schützt (ihn) quer, schützt (ihn) hinterher, schützt (ihn) nach oben; vor den Himmelsrichtungen schützt ihn! Du bist Mitra, du bist Varuṇa.“
„Goldfarben beim Aufleuchten der Morgenröten, mit eiserner Säule bei Sonnenaufgang: Ihr beide besteigt, Varuṇa und Mitra, den Sitz (garta); von dort machtet ihr Aditi und Diti.“
„Besteige die Samidh [?, Richtung]: Die Gāyatrī soll dich unter den Metren schützen, der Trivṛt-Stoma, das Rathantara-Sāman, Agni ist die Gottheit, das Brahman (die Priestermacht) der Besitz (draviṇa). Besteige die Gewaltige (ugrā) [Richtung]: Die Triṣṭubh soll dich unter den Metren schützen, der Pañcadaśa-Stoma, das Bṛhat-Sāman, Indra ist die Gottheit, die Kṣatra-(Herrschaft) der Besitz. Besteige die östliche (prācī): Die Jagatī soll dich unter den Metren schützen, der Saptadaśa-Stoma, das Vairūpa-Sāman, die Allgötter sind die Gottheit, das Volk (viś) der Besitz. Besteige die nördliche (udīcī): Die Anuṣṭubh soll dich unter den Metren schützen, der Ekaviṃśa-Stoma, das Vairāja-Sāman, Mitra und Varuṇa sind die Gottheit, Gedeihen (puṣṭi) ist der Besitz. Besteige die obere (ūrdhvā): Die Paṅkti soll dich unter den Metren schützen, die beiden Stomas Triṇava und Trayastriṃśa, die beiden Sāmans Śākvara und Raivata, Bṛhaspati ist die Gottheit, Frucht (phala) der Besitz. Du bist Somas Glanz (tviṣi); glanzvoll (bist du): Dein gleichender Glanz möge mir sein.“
„Agni svāhā! Soma svāhā! Savitṛ svāhā! Sarasvatī svāhā! Pūṣan svāhā! Bṛhaspati svāhā! Indra svāhā! Ghoṣa (dem Ruf) svāhā! Śloka (dem Ruhm) svāhā! Aṃśa svāhā! Bhaga svāhā! Dem Herrn des Feldes (kṣetrasya pati) svāhā! Mit dem Glanz (dyumna) des Soma, mit dem Feuerglanz (tejas) des Agni, mit der Sinneskraft (indriya) des Indra, mit der Kraft (kratu) aller Götter besprenge ich dich. Du bist Indras Schoß; er möge zeugen (janayāti) [?]; schütze die Himmel (Tage) [?].“
samāvavṛtrann adharāg udak tā ahiṃ budhnyam anvīyamānāḥ / tāḥ parvatasya vṛṣabhasya pṛṣṭhān nāvo viyanti susico na vāṇīḥ //
„Sie wandten sich zusammen zurück, von unten nach Norden, jene (Wasser), der Schlange aus der Tiefe (ahi budhnya) folgend; sie strömen auseinander vom Rücken des Stier-Berges, wie Boote (nāvaḥ), wie gut gießende Stimmen (vāṇī) [?].“
indrasya vajro 'si vājasanis tvayāyaṃ vājaṃ sen mitrāvaruṇayos tvā praśāstroḥ praśiṣā yunajmi viṣṇoḥ kramo 'si sapatnahā marutāṃ prasave jayāptaṃ manaḥ sam indriyeṇaiṣa vajro vājasātamas tena nau putro vājaṃ set
„Du bist Indras Keule, Gewinn-Erringerin; mit dir soll dieser hier den Gewinn gewinnen. Auf Weisung der beiden Weisenden, Mitra und Varuṇa, schirre ich dich an. Du bist Viṣṇus Schritt, Nebenbuhler-Töterin; auf Antrieb der Maruts siege; erreicht ist der Geist, zusammen mit der Sinneskraft (indriya). Diese Keule ist die beste Gewinn-Erringerin; mit ihr soll unser beider Sohn den Gewinn gewinnen.“
iyad asy āyur asy āyur me dhehi yuṅṅ asi varco 'si varco me dhehy ūrg asy ūrjaṃ mayi dhehi mitro 'si varuṇo 'si sad asi sam ahaṃ viśvair devair namo mātre pṛthivyai mā māṃ mātā pṛthivī hiṃsīt //
„So viel bist du. Leben bist du; gib mir Leben. Verbindung (yuj) bist du. Glanz (varcas) bist du; gib mir Glanz. Kraft (ūrj) bist du; gib mir Kraft. Mitra bist du, Varuṇa bist du. Sitz bist du. Ich bin vereint mit allen Göttern. Verehrung der Mutter Erde! Die Mutter Erde soll mir nicht schaden.“
„Jener Name der Königsherrschaft (rājya) ist aufgestellt worden; Varuṇa hat den eigenen Leib erzeugt (asuṣot) [?]. Wir sind Angehörige des Gelübdes des reinen Mitra geworden; wir haben den großen Namen des Ṛta bedacht.“
sarve vrātā varuṇasyābhūma ni mitrayur aratīn atārīt / aśūśubhanta yajñiyā ṛtena ni trito jarimāṇaṃ na ānaṭ //
„Alle sind wir Angehörige der Gelübde des Varuṇa geworden. Der Mitra-Suchende hat die Feinde (arāti) niedergezwungen. Die Opferwürdigen haben sich mit dem Ṛta geschmückt. Trita hat unser Alter (jarimāṇa) herbeigebracht [?].“
„Der Schwan, im Licht sitzend, der Vasu, im Luftraum sitzend, der Hotṛ, am Altar sitzend, der Gast, im Haus sitzend; unter Menschen sitzend, im Vorzüglichsten sitzend, im Ṛta sitzend, im Himmelsraum sitzend; wassergeboren, kuhgeboren, ṛtageboren, felsgeboren: das Ṛta.“
„Brahman?! [Anm.: gedehnter Anruf an den Brahman-Priester] Du bist das Brahman; Savitṛ bist du, der Wahres antreibt. Brahman?! Du bist das Brahman; Mitra bist du, der Wohlwollende. Brahman?! Du bist das Brahman; Indra bist du, der Wahrkräftige. Brahman?! Du bist das Brahman; Varuṇa bist du, der Allkräftige.“
Dem Savitṛ ein Opferkuchen auf acht Schalen; ein weißliches Tier ist die Dakṣiṇā. Der Sarasvatī ein Reisbrei; eine Milchkuh ist die Dakṣiṇā. Dem Pūṣan ein Reisbrei; ein dunkles Tier ist die Dakṣiṇā. Dem Bṛhaspati ein Reisbrei; ein weißrückiges Tier ist die Dakṣiṇā. Dem Indra ein Opferkuchen auf elf Schalen; ein Stier ist die Dakṣiṇā. Dem Varuṇa ein Opferkuchen aus Gerste auf zehn Schalen; ein braunes „mahāniraṣṭa“ [?] ist die Dakṣiṇā. Dem Tvaṣṭṛ ein Opferkuchen auf acht Schalen; ein aṃsepā-Tier [?], ein Stutz-/Hornloses (śuṇṭha) [?], oder eines mit hinaufgewachsenem Ohr (adhirūḍhākarṇa) [?] ist die Dakṣiṇā. Dem Agni ein Opferkuchen auf acht Schalen; achtfach gezeichnetes [?] Gold (aṣṭāpṛḍa) ist die Dakṣiṇā. Dem Soma ein Reisbrei; ein braunes Tier ist die Dakṣiṇā. Dem Viṣṇu ein Opferkuchen auf drei Schalen; ein Kleinwüchsiger ist die Dakṣiṇā. Dem Agni ein Opferkuchen auf acht Schalen; Gold ist die Dakṣiṇā. Dem Bṛhaspati ein Reisbrei; ein weißrückiges Tier ist die Dakṣiṇā. Dem Indra ein Opferkuchen auf elf Schalen; ein Stier ist die Dakṣiṇā. Den Allgöttern ein Reisbrei; ein rötlich-gelbes (piśaṅga) Tier ist die Dakṣiṇā. Dem Mitra-Varuṇa Āmikṣā (Quark in heißer Milch); eine unfruchtbare Kuh (vaśā) ist die Dakṣiṇā. Dem Agni ein Opferkuchen auf acht Schalen; dem Soma ein Reisbrei; dem Savitṛ ein Opferkuchen auf zwölf Schalen; dem Bṛhaspati ein Reisbrei; dem Agni Vaiśvānara ein Opferkuchen auf zwölf Schalen; dem Tvaṣṭṛ ein Opferkuchen auf acht Schalen; ein rechtes Wagenzugtier (rathavāhanavāha) ist die Dakṣiṇā. Der Sarasvatī ein Reisbrei; dem Pūṣan ein Reisbrei; dem Mitra ein Reisbrei; dem Varuṇa ein Reisbrei; der Aditi ein Reisbrei; dem Herrn des Feldes ein Reisbrei; ein linkes Wagenzugtier ist die Dakṣiṇā. Für die Maruts (mārutī): eine gesprenkelte, trächtige Paṣṭhauhī; eine Ādityā-Ziege [?], eine malihā [?], trächtig. Dem Savitṛ Prasavitṛ ein Opferkuchen auf acht Schalen aus Erbsen; den beiden Aśvin und dem Pūṣan ein Opferkuchen auf elf Schalen; der Sarasvatī Satyavāc ein Reisbrei; ein Stab, ein Paar Sandalen und ein trockenes Fell (śuṣkadṛti): das ist die Dakṣiṇā.