agnir vṛtrāṇi jaṅghanad draviṇasyur vipanyayā / samiddhaḥ śukra āhutaḥ //
Agni hat die Vṛtras (Widersacher) erschlagen, nach Gut verlangend, durch Lobpreis, entzündet, hell, angerufen (mit Opfergabe).
Maitrāyaṇī-Saṃhitā · Kāṇḍa 4
Der zehnte Prapāṭhaka des vierten Kāṇḍa ist eine reine Mantra-Sammlung: Er versammelt die Verse (Ṛc, Yajus und Pratīkas), die bei der Feueropfer-Handlung, besonders bei Opfern mit Agni, Soma, Sarasvatī, den Maruts, den Ahnen (Pitṛs) und Sūrya, rezitiert werden, darunter die Sāmidhenī-, Āprī-, Anuvākya- und Yājyā-Verse. Viele Verse stammen aus dem Ṛgveda (so 1,1 ff.; 7,23; 10,15 usw.) und sind hier in der Maitrāyaṇīya-Fassung überliefert; zahlreiche Einheiten sind nur Anfangsworte (Pratīkas) längerer Verse oder Formeln, die als Verweise zu verstehen sind. Der Text ist an mehreren Stellen verderbt oder von der Ausgabe emendiert; unsichere Stellen sind mit [?] bzw. [Anm.: …] markiert.
agnir vṛtrāṇi jaṅghanad draviṇasyur vipanyayā / samiddhaḥ śukra āhutaḥ //
Agni hat die Vṛtras (Widersacher) erschlagen, nach Gut verlangend, durch Lobpreis, entzündet, hell, angerufen (mit Opfergabe).
tvaṃ somāsi satpatis tvaṃ rājota vṛtrahā / tvaṃ bhadro asi kratuḥ //
Du bist Soma, du der wahre Herr der Guten, du bist König und Vṛtra-Töter; du bist die segensreiche Einsicht (Kratu).
agnir mūrdhā bhuvo yajñasya //
Agni ist das Haupt, der Wesensursprung (Bhuvaḥ) des Opfers.
piprīhi devaṃ uśato yaviṣṭha vidvaṃ ṛtūṃr ṛtupate yajeha / ye daivyā ṛtvijas tebhir agne tvaṃ hotṝṇām asy āyajiṣṭhaḥ //
Erfreue die Götter, die begehrenden, du Jüngster, der du (sie) kennst; opfere hier den Zeiten, Herr der Zeiten! Mit den göttlichen Opferpriestern, Agni, bist du unter den Hotṛs der am besten Opfernde.
agne yad adya viśo adhvarasya hotaḥ pāvakaśoce veṣ ṭvaṃ hi yajvā / ṛtā yajāsi mahinā vi yad bhūr havyā vaha yaviṣṭha yā te adya //
Agni, was du heute, Hotṛ, für die Stämme (Viś) beim Opfer, du mit läuternder Glut, begehrst – du bist ja der Opfernde; du sollst die Ordnungen in deiner Größe opfern, wie du bestehst; bringe die Opfergaben herbei, Jüngster, die dir heute (gehören).
pṛthupājā amartyo ghṛtanirṇik svāhutaḥ / agnir yajñasya havyavāṭ //
Der breite Kraft besitzt, der Unsterbliche, butter-gewandet, wohl angerufen, Agni, der Opfergabenfahrer des Opfers.
taṃ sabādho yatasruca itthā dhiyā yajñavantaḥ / ācakrur agnim ūtaye //
Ihn, den Bedrängten, mit erhobenen Opferlöffeln, so mit Andacht, die Opfernden, haben sie Agni zur Hilfe herbeigerufen.
agne rakṣā ṇo aṃhasaḥ prati ṣma deva rīṣataḥ / tapiṣṭhair ajaro daha //
Agni, schütze uns vor Bedrängnis, gegen jeden, der uns schaden will, o Gott; mit deinen heißesten (Flammen) verbrenne (sie), du Alterloser.
tvaṃ naḥ soma viśvato rakṣā rājann aghāyataḥ / na riṣyet tvāvataḥ sakhā //
Du, Soma, schütze uns von allen Seiten, König, vor dem, der uns Böses will; es soll dem nichts geschehen, der dein Freund ist.
vaiśvānaro na ūtyā pṛṣṭo divi //
Vaiśvānara, im Himmel um Hilfe für uns befragt (oder: angerufen) [?].
viśvāni no durgahā jātavedaḥ sindhuṃ na nāvā duritāni parṣi / agne atrivan namasā gṛṇāno 'smākaṃ bodhy avitā tanūnām //
Uns all die schwer zu überwindenden Hindernisse, Jātavedas, bringst du hinüber wie über einen Strom mit einem Schiff. Agni, wie Atri, mit Verehrung gepriesen, sei du der Beschützer unserer Leiber.
agne tvaṃ pārayā navyo asmānt svastibhir ati durgāṇi viśvā / pūś ca pṛthvī bahulā na urvī bhavā tokāya tanayāya śaṃ yoḥ //
Agni, du, der Neue, bringe uns hinüber mit Segenswünschen über alle Schwierigkeiten; und werde uns zu einer (schützenden) Burg, breit und weit, sei für Nachkommen und Enkel Heil und Wohlsein.
agnāviṣṇū sajoṣasemā vardhantu vāṃ giraḥ / dyumnair vājebhir āgatam //
Agni und Viṣṇu, einträchtig, diese meine Lieder sollen euch beide stärken; kommt mit Glanzkräften und Siegespreisen.
agnāviṣṇū mahi dhāma priyaṃ vāṃ pātho ghṛtasya guhyāni nāma / damedame sapta ratnā dadhānā prati vāṃ jihvā ghṛtam uccaraṇyat //
Agni und Viṣṇu, groß ist euer liebes Wesen; ihr hütet die verborgenen Namen der Butter. In jedem Haus setzt ihr sieben Kleinode ab; eure Zunge soll der Butter entgegenstreben.
pāvakā naḥ sarasvatī vājebhir vājinīvatī / yajñaṃ vaṣṭu dhiyāvasuḥ //
Sarasvatī, die läuternde, die mit Stärkungen Stärke Besitzende, soll das Opfer begehren, die durch Andacht Reichtum Schaffende.
ā no divo bṛhataḥ parvatād ā sarasvatī yajatā gantu yajñam / havaṃ devī jujuṣāṇā ghṛtācī śagmāṃ no vācam uśatī śṛṇotu //
Zu uns soll von dem hohen Himmel, vom Berge her, Sarasvatī kommen, die verehrungswürdige, zum Opfer; die Göttin, unseren Ruf gern annehmend, butterreich, soll unser hilfreiches Wort, es begehrend, hören.
ye te sarasva ūrmayo madhumanto ghṛtaścutaḥ / teṣāṃ te sumnam īmahe //
Deine Wogen, Sarasvatī, die honigreichen, butter-triefenden – um deren Gunst bitten wir dich.
yasya vrataṃ paśavo yanti sarve yasya vratam upatiṣṭhantā āpaḥ / yasya vrate puṣṭipatir niviṣṭas taṃ sarasvantam avase huvema //
Dessen Gebot alles Vieh folgt, dessen Gebot die Wasser dienen, in dessen Gebot der Herr der Gedeihens gegründet ist – den Sarasvant wollen wir zur Hilfe rufen.
agniḥ pratnena manmanā śumbhānas tanvaṃ svām / kavir vipreṇa vāvṛdhe //
Agni, mit altem Gedanken sich schmückend, seinen eigenen Leib, der Seher ist durch den Redner (Vipra) gestärkt worden.
soma gīrbhiṣ ṭvā vayaṃ vardhayāmo vacovidaḥ / sumṛḍīko nā āviśa //
Soma, mit Liedern stärken wir dich, wir Wortkundigen; sei uns gütig, geh in uns ein.
tvam agne vīravad yaśo devaś ca savitā bhagaḥ / ditiś ca dāti vāryam //
Du, Agni, (schenke) heldenreichen Ruhm, und der Gott Savitṛ und Bhaga und Diti mögen Erwünschtes geben.
tvaṃ bhago nā ā hi ratnam iṣe parijmeva kṣayasi dasmavarcāḥ / agne mitro na bṛhata ṛtasyāsi kṣattā vāmasya deva bhūreḥ //
Du, Bhaga, (bringe) uns Kleinod zur Labung; wie ein Rundwandler herrschst du, wunderbaren Glanzes; Agni, wie Mitra bist du, Gott, der Verteiler des hohen Ṛta, des kostbaren, reichen Gutes.
preddho agne //
Agni, wohl entflammt [Anm.: Pratīka, Anfangsworte eines Verses].
imo agne vītatamāni havyājasro vakṣi devatātim acha / prati na īṃ surabhīṇi vyantu //
Diese sind es, Agni, die willkommensten Opfergaben; unablässig fahre sie zu den Göttern, zur Götterschar hin; unsere Lieblichen, wohlriechenden (Opfergaben) sollen sie verzehren.
agnā āyūṃṣi pavase 'gnir ṛṣiḥ //
Agni, Lebenszeiten läuterst du; Agni ist der Seher [Ṛṣi].
taṃ hi śasvantā īḍate srucā devaṃ ghṛtaścutā / agniṃ havyāya voḍhave //
Ihn preisen die Lobsänger mit dem Opferlöffel, den Gott, der Butter träufelt, Agni, damit er die Opfergabe fahre.
agnimagniṃ havīmabhiḥ sadā havanta viśpatim / havyavāhaṃ purupriyam //
Agni, Agni rufen sie mit Opfergaben stets, den Herrn der Stämme, den Opfergabenfahrer, den viel Geliebten.
agne pāvaka rociṣā sa naḥ pāvaka dīdivo 'gniḥ śucivratatama ud agne śucayas tava //
Agni, du Läuternder, mit deinem Licht; du, Läuternder, leuchte für uns; Agni, der Reinstes-Gebot-Haltende; empor, Agni, (steigen) deine Flammen [Anm.: mehrere Pratīkas aneinandergereiht].
sa havyavāḍ amartya uśig dūtaś canohitaḥ / agnir dhiyā samṛṇvati //
Er, der Opfergabenfahrer, der Unsterbliche, begehrend, der wohlgesetzte Bote – Agni bringt durch Andacht (das Opfer) zum Gedeihen.
agniṃ stomena bodhaya samidhāno amartyam / havyā deveṣu no dadhat //
Wecke Agni mit dem Lobgesang, den Unsterblichen, während du ihn entzündest; er soll die Opfergaben für uns bei den Göttern niederlegen.
kim it te viṣṇo paricakṣyaṃ bhūt pra yad vavakṣe śipiviṣṭo asmi / mā varpo asmad apagūha etad yad anyarūpaḥ samithe babhūtha //
Was war denn an dir auszusetzen, Viṣṇu, dass du sagtest: „Ich bin Śipiviṣṭa“? Verbirg diese Gestalt nicht vor uns, in der du im Kampfe eine andere Erscheinung annahmst.
pra tat te adya śipiviṣṭa nāmāryaḥ śaṃsāmi vayunāni vidvān / taṃ tvā gṛṇāmi tavasam atavyān kṣayantam asya rajasaḥ parāke //
Deinen Namen, Śipiviṣṭa, verkünde ich dir heute, ich, der Ārya, der die Kunden kennt; dich, den Kräftigen, den Unbedrängten, preise ich, der du fern in diesem Luftraum weilst.
sutrāmāṇaṃ pṛthivīṃ dyām anehasaṃ suśarmāṇam aditiṃ supraṇītim / daivīṃ nāvaṃ svaritrām anāgasam asravantīm āruhemā svastaye //
Das gut beschützende, die Erde, den Himmel, die Schadenlose, mit guter Zuflucht, Aditi, die gut Führende, (und) das göttliche Schiff mit Rudern, das fehlerlose, nicht leckende – wir wollen es besteigen zum Wohlergehen.
mahīm ū ṣu mātaraṃ suvratānām ṛtasya patnīm avase huvema / tuvikṣatrām ajarantīm urūcīṃ suśarmāṇam aditiṃ supraṇītim //
Die große Mutter derer, die feste Gebote halten, die Gattin des Ṛta, wollen wir zur Hilfe rufen, die weite Herrschaft habende, alterslose, weit ausgreifende, Aditi, mit guter Zuflucht, gut Führende.
agnīṣomā savedasā sahūtī vanataṃ giraḥ / saṃ devatrā babhūvathuḥ //
Agni und Soma, gleichwissende, gemeinsam Angerufene, ihr sollt die Lieder gnädig aufnehmen; ihr seid unter den Göttern vereint geworden.
yuvam etāni divi rocanāny agniś ca soma sakratū adhattam / yuvaṃ sindhūṃr abhiśaster avadyād agnīṣomā amuñcataṃ gṛbhītān
Ihr beide habt diese Lichtreiche am Himmel gesetzt, Agni und Soma, ihr Gleichgesinnten; ihr habt die Ströme, Agni und Soma, vom Fluch und von Schmach befreit, die Ergriffenen habt ihr losgelassen [Anm.: der Text bricht am Ende ohne Interpunktion ab].
agnā āyāhi vītaye gṛṇāno havyadātaye / ni hotā satsi barhiṣi //
Agni, komm zum Genuss, gepriesen, zur Darbringung der Opfergaben; setze dich als Hotṛ auf das Barhis.
agniṃ dūtaṃ vṛṇīmahe hotāraṃ viśvavedasam / asya yajñasya sukratum //
Agni erwählen wir zum Boten, den Hotṛ, den Allwissenden, den, der dieses Opfers wohl versteht.
agnināgniḥ samidhyate kavir gṛhapatir yuvā / havyavāḍ juhvāsyaḥ //
Durch Agni wird Agni entflammt, der Seher, der Hausherr, der Jugendliche, der Opfergabenfahrer, dessen Mund der Opferlöffel ist.
agnir vṛtrāṇi jaṅghanad agniṃ stomena bodhayāgnā āyūṃṣi pavase 'gne tam adya ābhiṣ ṭe adya //
Agni hat die Vṛtras erschlagen; wecke Agni mit Lobgesang; Agni, du läuterst die Lebenszeiten; Agni, diesen (…) heute; mit diesen dir heute [Anm.: Reihe von Pratīkas verschiedener Verse].
ebhir no arkair bhavā no arvāṅ svar ṇa jyotiḥ / agne viśvebhiḥ sumanā anīkaiḥ //
Mit diesen Preisliedern sei uns zugewandt, sei uns wie das Licht des Himmels (svar na jyotiḥ); Agni, freundlich gesinnt mit allen (deinen) Angesichtern [Anm.: die Ausgabe liest svarṇajyotiḥ; die Padaform trennt svar / na / jyotiḥ].
adhā hy agne //
Und nun, Agni [Anm.: Pratīka].
agneḥ stomaṃ manāmahe sidhram adya divispṛśaḥ / devasya draviṇasyavaḥ //
Wir denken an das Loblied auf Agni, das heute wirksame, den Himmel Berührende, des Gottes, die wir nach Gut verlangen.
agnā yo martyo duvo dhiyaṃ jujoṣa dhītibhiḥ / bhasan nu ṣa pra pūrvya iṣaṃ vurītāvase //
Agni, der Sterbliche, der den Dienst und das Gebet mit Andachten annimmt, der wird wahrlich der Erste sein, der Stärkung erlangt, zu unserer Hilfe [?].
tvam agne saprathā asi juṣṭo hotā vareṇyaḥ / tvayā yajñaṃ vitanvate //
Du, Agni, bist der Weitreichende, der willkommene, erwünschte Hotṛ; durch dich spannen sie das Opfer aus.
vṛṣā soma dyumaṃ asi vṛṣā deva vṛṣavrataḥ / vṛṣā dharmāṇi dadhiṣe //
Der Stier bist du, Soma, glanzvoll; der Stier, Gott, von stierhaftem Gebot; als Stier trägst du die Satzungen.
agnir jāto arocata ghnan dasyūn jyotiṣā tamaḥ / avindad gā apaḥ svaḥ //
Agni, geboren, leuchtete auf, die Dasyus erschlagend, mit Licht die Finsternis; er fand die Kühe, die Wasser, das Himmelslicht.
agre bṛhan //
Agni (wörtl. „agre“), groß [Anm.: Pratīka; die Ausgabe hat agre emendiert statt agne; vgl. 2,7,8].
imaṃ me varuṇa śrudhī havam adyā ca mṛḍaya / tvām avasyur ācake //
Höre diesen meinen Ruf, Varuṇa, und sei heute gnädig; dich, Hilfe Suchender, rufe ich an.
tat tvā yāmy agnināgniḥ //
Darum bitte ich dich; durch Agni (wird) Agni (entflammt) [Anm.: verkürzte Pratīkas].
tvaṃ hy agne agninā vipro vipreṇa sant satā / sakhā sakhyā samidhyase //
Du, Agni, wirst durch Agni entflammt, der Seher durch den Seher, der Gute durch den Guten, der Freund durch den Freund.
pra sa mitra marto astu prayasvān yas ta āditya śikṣati vratena / na hanyate na jīyate tvoto nainam aṃho aśnoty antito na dūrāt //
Vorwärts, dieser Sterbliche, Mitra, soll opferreich sein, der dir, Āditya, mit Gebot zu dienen vermag; er wird nicht erschlagen, nicht überwältigt; von dir beschützt, erreicht ihn kein Unheil, weder aus der Nähe noch aus der Ferne.
anamīvāsā īḍayā madanto mitajñavo varimann ā pṛthivyāḥ / ādityasya vratam upakṣiyanto vayaṃ mitrasya sumatau syāma //
Ohne Krankheit, an der Labung uns erfreuend, die Knie beugend, in der Weite der Erde, im Gebot des Āditya weilend, wollen wir in Mitras Gunst stehen [Anm.: anamīvāsā emendiert; die Ausgabe hat anamīmāsā].
tat sūryasya devatvaṃ tan mahitvaṃ madhyā kartor vitataṃ saṃjabhāra / yaded ayukta haritaḥ sadhasthād ād rātrī vāsas tanute simasmai //
Das ist Sūryas Göttlichkeit, das seine Größe: inmitten des Werkes hat er das Ausgespannte zusammengeholt; wenn er seine Falben vom Standort ausspannt, dann breitet die Nacht ihm das Gewand aus [Anm.: saṃjabhāra emendiert; die Ausgabe hat sajabhāra].
bhadrā aśvā haritaḥ sūryasya citrā etagvā anumādyāsaḥ / namasyanto diva ā pṛṣṭham asthuḥ pari dyāvāpṛthivī yanti sadyaḥ //
Glückliche Rosse, die Falben Sūryas, die bunten, die Etaśa-gleich Gehenden, die Preiswürdigen; sich verneigend stiegen sie auf den Rücken des Himmels; sie umkreisen Himmel und Erde im Nu.
tvam agne vratapā asi //
Du, Agni, bist der Hüter der Gebote [Anm.: Pratīka].
yad vo vayaṃ pramināma vratāni viduṣāṃ devā aviduṣṭarāsaḥ / agniṣ ṭad viśvam āpṛṇāti vidvān yebhir devaṃ ṛtubhiḥ kalpayāti //
Wenn wir eure Gebote verletzen, ihr Götter, wir, die Unwissenderen unter den Wissenden, so ergänzt Agni, der Wissende, dies alles vollständig, mit welchen Zeiten er den Gott (das Opfer) herrichtet.
agne naya //
Agni, führe … [Anm.: Pratīka].
ā devānām api panthām aganma yañ śaknavāma tad anu pravoḍhum / agnir vidvānt sa yajāt sed u hotā so adhvarānt sa ṛtūn kalpayāti //
Wir sind auf den Pfad der Götter gelangt, damit wir ihn, soweit wir es vermögen, weiter befahren können. Agni, der Wissende, soll opfern; er ist der Hotṛ; er richtet die Opfer und die Zeiten her.
agniḥ śucivratatama ud agne śucayas tavākrandad agnir naktoṣāsā //
Agni ist der Reinstes-Gebot-Haltende; empor, Agni, (steigen) deine Flammen; es brüllte Agni, (die Göttinnen) Nacht und Morgenröte [Anm.: Reihe von Pratīkas].
āyāhi tapasā janiṣvāgne pāvako arciṣā / upemāṃ suṣṭutiṃ mama //
Komm her mit Glut, werde geboren, Agni, läuternd mit Strahl; zu diesem meinen gut gesprochenen Lobgesang.
ā no yāhi tapasā janiṣvāgne pāvaka dīdyat / havyā deveṣu no dadhat
Komm zu uns mit Glut, werde geboren, Agni, läuternder, leuchtend; die Opfergaben lege für uns bei den Göttern nieder.
abhi tvā deva savitar īśānaṃ vāryāṇām / sadāvan bhāgam īmahe //
Zu dir hin, Gott Savitṛ, dem Herrscher über die Wunschgüter, bitten wir, du Gabenreicher, um Anteil.
mahī dyauḥ pṛthivī ca nas tvām agne puṣkarād adhi tam u tvā dadhyaṅṅ ṛṣis tam u tvā pāthyo vṛṣā //
Die große Himmelswelt und die Erde (sind) unser; dich, Agni, hat vom Lotusblatt aus der Seher Dadhyañc, dich hat Pāthya, der Stier, (entzündet) [Anm.: Verkürzung von ṚV 6,16,13–15].
uta bruvantu jantavā ud agnir vṛtrahājani / dhanaṃjayo raṇeraṇe //
Und die Menschen sollen sprechen: Agni ist als Vṛtra-Töter emporgekommen, der Beutegewinner in jedem Kampf.
ā yaṃ haste na khādinaṃ śiśuṃ jātaṃ na bibhrati / viśām agniṃ svadhvaram //
Wie man ein Kind in der Hand, ein neugeborenes, trägt, so (tragen sie) Agni, den wohl das Opfer Besitzenden, der Stämme.
pra devaṃ devavītaye bharatā vasuvittamam / ā sve yonau niṣīdatu //
Bringt den Gott zum Götterschmaus, den am besten Güter findenden; er soll sich in seinem eigenen Schoß niedersetzen.
ā jātaṃ jātavedasi priyaṃ śiśītātithim / syona ā gṛhapatim //
Den Geborenen, den Jātavedas, den lieben, reizt (?) als Gast an; (ihn) den Hausherrn, wohltuend [?].
agnināgnis tvaṃ hy agne agninā //
Durch Agni (wird) Agni (entflammt); du, Agni, durch Agni [Anm.: Pratīkas].
taṃ marjayanta sukratuṃ puroyāvānam ājiṣu / sveṣu kṣayeṣu vājinam //
Ihn schmücken sie, den mit guter Einsicht, den in den Kämpfen Vorauseilenden, in den eigenen Wohnsitzen den Siegespreis Gewinnenden.
yajñena yajñam ayajanta devās tāni dharmāṇi prathamāny āsan / te ha nākaṃ mihimānaḥ sacanta yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ //
Mit dem Opfer haben die Götter das Opfer geopfert; das waren die ersten Satzungen. Diese Großen gelangen zum Himmelsgewölbe, wo die früheren Sādhyas als Götter sind.
samidho agnā ājyasya vyantu tanūnapād agnā ājyasya vetv iḍo agnā ājyasya vyantu barhir agnā ājyasya vetu duro agnā ājyasya vyantūṣāsānaktāgnā ājyasya vītāṃ daivyā hotārāgnā ājyasya vītāṃ tisro devīr agnā ājyasya vyantu svāhāgniṃ svāhā somaṃ svāhāgniṃ svāhāgniṃ hotrāt svāhā devā ājyapā juṣāṇā agnā ājyasya vyantu //
Die Brennhölzer sollen, Agni, die Butter genießen; Tanūnapāt soll, Agni, die Butter genießen; Iḍā, Agni, soll die Butter genießen; das Barhis soll, Agni, die Butter genießen; die Türen sollen, Agni, die Butter genießen; Uṣāsānaktā (Morgenröte und Nacht) sollen, Agni, die Butter genießen; die beiden göttlichen Hotṛs sollen, Agni, die Butter genießen; die drei Göttinnen sollen, Agni, die Butter genießen. Svāhā! Agni – svāhā! Soma – svāhā! Agni – svāhā! Agni, vom Hotṛ-Anteil – svāhā! Ihr Götter, die ihr die Butter trinkt, erfreut, sollt, Agni, die Butter genießen.
agne yaṃ yajñam adhvaraṃ viśvataḥ paribhūr asi / sa id deveṣu gachati //
Agni, das Opfer, das ungehinderte, das du von allen Seiten umfängst, das geht allein zu den Göttern.
tvaṃ naḥ soma viśvato 'gnir mūrdhā bhuvo yajñasya //
Du, Soma, uns von allen Seiten; Agni ist das Haupt, der Wesensursprung des Opfers [Anm.: Anspielung auf 4,10.1#3].
soma yās te mayobhuva ūtayaḥ santi dāśuṣe / tābhir no 'vitā bhava //
Soma, deine wohltuenden Hilfen, die für den Opfernden da sind – mit diesen sei unser Beschützer.
yā te dhāmāni divi yā pṛthivyāṃ yā parvateṣv oṣadhīṣv apsu / tebhir no viśvaiḥ sumanā aheḍan rājant soma prati havyā gṛbhāya //
Deine Stätten, die im Himmel, die auf der Erde, die in den Bergen, Kräutern und Wassern sind – mit all diesen, gnädig gesinnt, unzürnend, König Soma, nimm die Opfergaben an.
tat savitur vareṇyaṃ bhargo devasya dhīmahi / dhiyo yo naḥ pracodayāt //
Jenes erwünschte Licht des Gottes Savitṛ wollen wir uns zu Herzen nehmen (meditieren), der unsere Gedanken anregen möge.
acittī yac cakṛmā daivye jane dīnair dakṣaiḥ prabhūtī puruṣatvatā / deveṣu ca savitar mānuṣeṣu ca tvaṃ no atra suvatād anāgasaḥ //
Wenn wir durch Unverstand am göttlichen Geschlecht gefehlt haben, in Kümmerlichkeit, mit schwachen Kräften, mit Menschenmacht, so sollst du, Savitṛ, uns unter den Göttern und unter den Menschen hier von Schuld freisprechen.
pāvakā naḥ sarasvaty ā no divaḥ //
Sarasvatī, die läuternde, (soll) uns (…); vom Himmel her zu uns [Anm.: Pratīkas; vgl. 4,10.1#15–16].
pūṣā gā anvetu naḥ pūṣā rakṣatv arvataḥ / pūṣā vājaṃ sanotu naḥ //
Pūṣan soll unseren Kühen nachfolgen; Pūṣan soll unsere Rosse hüten; Pūṣan soll uns Siegespreis gewinnen.
śukraṃ te anyad yajataṃ te anyad viṣurūpe ahanī dyaur ivāsi / viśvā hi māyā avasi svadhāvo bhadrā te pūṣann iha rātir astu //
Hell ist das eine von dir, verehrungswürdig das andere von dir; wie der Himmel bist du, Tag und Nacht in verschiedener Gestalt; alle Zauberkräfte schützt du, Herr der Eigenkraft; gütig sei dir hier die Gabe, Pūṣan.
iheha vaḥ svatavasaḥ kavayaḥ sūryatvacaḥ / yajñaṃ marutā āvṛṇe //
Hier, hier eure (Gabe), ihr Eigenkräftigen, ihr Seher, mit Sonnenhaut (Sonnenglanz); das Opfer, ihr Maruts, wähle ich (für euch).
pra citram arkaṃ gṛṇate turāya mārutāya svatavase bharadhvam / ye sahāṃsi sahasā sahante rejate agne pṛthivī makhebhyaḥ //
Bringt dem Preisenden, dem Raschen, dem Marut-Zugehörigen, Eigenkräftigen ein prächtiges Preislied dar; sie, die mit Kraft die Kräfte überwältigen; vor den Opfern (makhebhyaḥ) erzittert, Agni, die Erde.
viśve devā ṛtāvṛdha ṛtubhir havanaśrutaḥ / juṣantāṃ yujyaṃ payaḥ //
Alle Götter, die Ṛta-Mehrenden, mit den Zeiten, den Ruf Hörenden, sollen die gemeinsam gehörige Milch genießen.
viśve devāso asridhā ehimāyāso adruhaḥ / medhaṃ juṣanta vahnayaḥ //
Alle Götter, die Unverletzlichen, mit dem Ehimāyā (?) [?], die Nicht-Schadenden, die Fahrenden, sollen die Weihe (Medha) genießen [Anm.: ehimāyāsaḥ ist unsicher].
dyāvā naḥ pṛthivī imaṃ sidhram adya divispṛśam / yajñaṃ deveṣu yachatām //
Himmel und Erde sollen uns dieses heute wirksame, himmelberührende Opfer den Göttern überreichen.
pra pūrvaje pitarā navyasībhir gīrbhiḥ kṛṇudhvaṃ sadane ṛtasya / ā no dyāvāpṛthivī daivyena janena yātaṃ mahi vāṃ varūtham //
Preist die beiden Ersten, die Eltern (Himmel und Erde), mit neuen Liedern am Sitz des Ṛta. Kommt zu uns, Himmel und Erde, mit göttlichem Volk; groß ist euer Schutz.
sa havyavāḍ agniṃ stomena //
Er, der Opfergabenfahrer; Agni mit Lobgesang [Anm.: Pratīkas].
devaṃ barhir vasuvane vasudheyasya vetu devīr dvāro vasuvane vasudheyasya vyantu devī uṣāsānaktā vasuvane vasudheyasya vītāṃ devī joṣṭrī vasuvane vasudheyasya vītāṃ devī ūrjāhutī vasuvane vasudheyasya vītāṃ devā daivyā hotārā vasuvane vasudheyasya vītāṃ devīs tisras tisro devīr vasuvane vasudheyasya vyantu devo narāśaṃso vasuvane vasudheyasya vetu devo agniḥ sviṣṭakṛt sudraviṇā mandraḥ kaviḥ satyamanmāyajī hotā hoturhotur āyajīyān agne yān devān ayāḍ yaṃ apiprer ye te hotre amatsata tāṃ sasanuṣīṃ hotrāṃ devaṃgamāṃ divi deveṣu yajñam erayemaṃ sviṣṭakṛc cāgne hotābhūr vasuvane vasudheyasya namovāke vīhi //
Der Gott Barhis soll vom Vasuvani-Vasudheya (Güter-Gewinnung, Gütergabe) genießen; die göttlichen Türen sollen vom Vasuvani-Vasudheya genießen; die beiden göttlichen Uṣāsānaktā (Morgenröte und Nacht) sollen vom Vasuvani-Vasudheya genießen; die göttliche Joṣṭrī soll vom Vasuvani-Vasudheya genießen; die göttliche Ūrjāhutī soll vom Vasuvani-Vasudheya genießen; die göttlichen beiden Hotṛs sollen vom Vasuvani-Vasudheya genießen; die drei Göttinnen, die drei Göttinnen sollen vom Vasuvani-Vasudheya genießen; der Gott Narāśaṃsa soll vom Vasuvani-Vasudheya genießen; der Gott Agni Sviṣṭakṛt (der Wohl-Opfernde), der Reichtümer-Besitzende, erfreuend, der Seher, der wahrhaft Denkende, der Opfernde, Hotṛ, der Hotṛ jedes Hotṛs, der am besten Opfernde – Agni, welche Götter du geopfert hast, welche sie erfreuten, welche sich an deinem Hotṛ-Amt erfreuten, diese siegreiche, zu den Göttern gehende Hotṛ-Handlung im Himmel (bringe) unter die Götter; sende dieses Opfer hin. Und du, Agni Sviṣṭakṛt, bist Hotṛ geworden vom Vasuvani-Vasudheya; beim Namovāka (Verehrungsruf) genieße!
vājevāje śaṃ no bhavantu
Bei jedem Kampf sollen sie uns Heil sein [Anm.: Pratīka des Verses „vāje-vāje …“].
pra devaṃ devyā dhiyā bharatā jātavedasam / havyā no vakṣad ānuṣak //
Bringt den Gott mit göttlicher Andacht, den Jātavedas; er soll uns die Opfergaben der Reihe nach fahren.
ayam u ṣya pra devayur hotā yajñāya nīyate / ratho na yor abhīvṛto ghṛṇīvāñ cetati tmanā //
Dieser hier, der gottliebende Hotṛ, wird zum Opfer geführt; wie ein Wagen, der zwischen den Deichseln gedreht wird, glänzend erscheint er von selbst.
ayam agnir uruṣyaty amṛtād iva janmanaḥ / sahasaś cit sahīyān devo jīvātave kṛtaḥ //
Dieser Agni schafft Raum, wie einer, der aus der Unsterblichkeit geboren ist; stärker sogar als die Stärke, ist der Gott zum Leben gemacht worden.
iḍāyās tvā pade vayam //
Auf der Stätte der Iḍā (setzen) wir dich [Anm.: Pratīka].
agne viśvebhiḥ svanīka devair ūrṇāvantaṃ prathamaḥ sīda yonim / kulāyinaṃ ghṛtavantaṃ savitre yajñaṃ naya yajamānāya sādhu //
Agni, mit allen Göttern, du Schönangesichtiger, setze dich als Erster in den wollreichen Schoß, den nestartigen, butterreichen (Sitz); führe das Opfer für Savitṛ, für den Opferherrn gut hin.
sīda hotar ni hotā //
Setze dich, Hotṛ; als Hotṛ (setze dich) nieder [Anm.: Pratīkas].
tvaṃ dūtas tvam u naḥ paraspās tvaṃ vasyā ā vṛṣabha praṇetā / agne tokasya nas tane tanūnām aprayuchan dīdyad bodhi gopāḥ //
Du bist Bote, du bist auch unser Schützer, du (bist) der Wünsche Erfüller, Stier, Anführer; Agni, für unsere Nachkommenschaft und der Leiber Fortbestand leuchte unablässig, sei wach als Hirte.
agninā rayim aśnavat poṣam eva divedive / yaśasaṃ vīravattamam //
Durch Agni soll man Reichtum erlangen, Gedeihen, Tag für Tag, ruhmreich, reich an Männern.
gayasphāno amīvahā vasuvit puṣṭivardhanaḥ / sumitraḥ soma no bhava //
Der Haus-Vermehrer, Krankheit-Vertreiber, Güter-Findende, Gedeihen-Mehrende: ein guter Freund sei du uns, Soma.
indrāgnī rocanā divaḥ pari vājeṣu bhūṣathaḥ / tad vāṃ ceti pra vīryam //
Indra und Agni, ihr beide, die Lichter des Himmels, schmückt euch um die Siegespreise; diese eure Kraft ist erkannt.
pra carṣaṇibhyaḥ pṛtanāhaveṣu pra pṛthivyā riricāthe divaś ca / pra sindhubhyaḥ pra giribhyo mahitvā prendrāgnī viśvā bhuvanāty anyā //
Über die Völker hinaus, in den Schlachtenrufen, überragt ihr beide die Erde und den Himmel, über die Ströme, über die Berge hinaus in Größe; Indra und Agni überragen alle anderen Wesen.
maruto yad dha vo divaḥ sumnāyanto havāmahe / ā tū nā upagantana //
Ihr Maruts, wenn wir euch vom Himmel her, Gunst begehrend, rufen – kommt uns jetzt nahe.
yā vaḥ śarma śaśamānāya santi tridhātūni dāśuṣe yachatādhi / asmabhyaṃ tāni maruto viyanta rayiṃ no dhatta vṛṣaṇaḥ suvīram //
Euer Schutz, der dem, der (euch) sich hingibt, dem Opfernden, gehört, dreifache Gaben – gebt uns diese herbei, ihr Maruts, ihr Stiere, verleiht uns Reichtum, gut an Helden.
imaṃ me varuṇa tat tvā yāmi kayā naḥ ko adya piprīhi devān agne yad adyāpsv agne sadhiṣ ṭava //
Höre diesen meinen (Ruf), Varuṇa; darum bitte ich dich; wodurch uns; wer heute; erfreue die Götter, Agni; was heute in den Wassern; Agni, in den (Wassern) … [Anm.: Reihe von Pratīkas verschiedener Verse].
apsu me somo abravīd antar viśvāni bheṣajā / āpaś ca viśvaśaṃbhuvaḥ //
In den Wassern, sagte mir Soma, (seien) alle Heilmittel, und (Agni), und die Wasser, die alles Heil bringen.
ud uttamaṃ varuṇa pāśam asmat //
Löse die oberste Schlinge von uns, Varuṇa [Anm.: Pratīka].
ava te heḍo varuṇa namobhir ava yajñebhir īmahe havirbhiḥ / kṣayann asmabhyam asura pracetā rājann enāṃsi śiśrathaḥ kṛtāni //
Wir bitten deinen Zorn, Varuṇa, mit Verehrungen, mit Opfern, mit Opfergaben zu lösen; du, wohnend bei uns, Asura, Wohlwissender, König, lockerst die begangenen Sünden.
tvaṃ no agne varuṇasya vidvān devasya heḍo 'vayāsisīṣṭhāḥ / yajiṣṭho vahnitamaḥ śośucāno viśvā dveṣāṃsi pramumugdhy asmat //
Du, Agni, der du (die Mittel) kennst, sollst den Zorn des Gottes Varuṇa von uns abwenden; der beste Opferer, der beste Fahrer, hell leuchtend, befreie uns von allen Feindseligkeiten.
sa tvaṃ no agne 'avamo bhavotī nediṣṭho asyā uṣaso vyuṣṭau / avayakṣva no varuṇaṃ rarāṇo vīhi mṛḍīkaṃ suhavo na edhi
Du also, Agni, sei uns der Nächste zur Hilfe, in der Nähe bei diesem Aufleuchten der Morgenröte; löse für uns Varuṇa ab, gnädig; genieße, sei gütig, ein leicht Anrufbarer (Suhavaḥ) für uns.
agnir vṛtrāṇi jaṅghanat tvaṃ somāsi satpatiḥ //
Agni hat die Vṛtras erschlagen; du, Soma, bist der wahre Herr der Guten [Anm.: Pratīkas; vgl. 4,10.1#1–2].
anīkair dveṣo ardayāgne viśvābhir ūtibhiḥ / rayiṃ no dhehi yajñiyam //
Mit deinen Flammen, quäle die Feindschaft, Agni, mit allen Hilfen; verleihe uns opferwürdigen Reichtum.
sainānīkena suvidatro asme yaṣṭā devaṃ āyajiṣṭhaḥ svasti / adabdho gopā uta naḥ paraspā agne dyumad uta revad didīhi //
Mit dem Heer, der gut Kundige, nimm uns an; der Opfernde, der Gott, der am besten Opfernde, zum Wohlsein; unbetrogen, Hirte, und du, unser Beschützer; Agni, leuchte glanzvoll und reich.
piprīhi devān ā devānām //
Erfreue die Götter; der Götter (…) [Anm.: Pratīkas].
sāṃtapanā idaṃ havir marutas taj jujuṣṭana / yuṣmākotī riśādasaḥ //
Ihr Sāṃtapanas (Maruts), diese Opfergabe genießt sie; durch euren Schutz, ihr Feindverzehrer.
yo no maruto abhi durhṛṇāyus tiraś cittāni vasavo jighāṃsati / druhaḥ pāśān prati sa mucīṣṭa tapiṣṭhena hanmanā hantanā tam //
Wer uns, Maruts, feindselig, ihr Vasus, von hinten gegen uns Absichten hegt und uns erschlagen will – er soll in die Schlingen des Druh (Trugs) geraten; erschlagt ihn mit dem heißesten Schlagen.
agniḥ pratnena manmanā soma gīrbhiṣ ṭvā vayam //
Agni mit altem Gedanken; Soma, mit Liedern (stärken) wir dich [Anm.: Pratīkas; vgl. 4,10.1#19–20; druhaḥ emendiert, die Ausgabe hat drahaḥ].
gṛhamedhāsā āgata maruto māpabhūtana / imā havyā jujuṣṭana //
Ihr Hausherren-Opfer-Genießenden, kommt, ihr Maruts, geht nicht fort; genießt diese Opfergaben.
pra budhnyā va īrate mahāṃsi pra nāmāni prayajyavas tiradhvam / sahasriyaṃ damyaṃ bhāgam etaṃ gṛhamedhīyaṃ maruto juṣadhvam //
Aus der Tiefe brechen eure Kräfte hervor, ihr Opferwürdigen; ihr habt die Namen überschritten (?); den tausendfachen häuslichen Anteil hier, der zum Hausherren-Opfer (Gṛhamedhīya) gehört, genießt, ihr Maruts.
preddho agna imo agne //
Wohl entflammt, Agni; diese, Agni [Anm.: Pratīkas; vgl. 4,10.1#23–24].
agnim īḍe purohitaṃ yajñasya devam ṛtvijam / hotāraṃ ratnadhātamam //
Agni preise ich, den Hauspriester des Opfers, den göttlichen Opferpriester, den Hotṛ, den Kleinodien am meisten Spendenden.
vṛṣā soma dyumaṃ asi //
Der Stier bist du, Soma, glanzvoll [Anm.: Pratīka; vgl. 4,10.2#10].
krīḍaṃ vaḥ śardho mārutam anarvāṇaṃ ratheśubham / kaṇvā abhi pragāyata //
Euer Spiel, die Schar der Marut, die untadelige, wagenschön – singt sie an, ihr Kaṇvas.
atyāso na ye marutaḥ svañco yakṣadṛśo na śubhayanta maryāḥ / te harmyeṣṭhāḥ śiśavo na śubhrā vatsāso na prakrīḍinaḥ payodhāḥ //
Die Maruts, die wie Rosse, gut fahrend, wie Opferbeschauer (?) sich schmücken, die Männer, wie sich schmückend; sie, im Hause wohnend, wie glänzende Kinder, wie spielende Kälber, milchtrinkend [?].
taṃ hi śaśvanto 'gnimagnim //
Ihn nämlich, die Häufigen, Agni, Agni [Anm.: Pratīkas; vgl. 4,10.1#26–27].
indrāgnī navatiṃ puro dāsapatnīr adhūnutam / sākam ekena karmaṇā //
Indra und Agni, neunzig Burgen, die Dasa-Frauen, habt ihr erschüttert, zugleich mit einer einzigen Tat.
śnathad vṛtram uta sanoti vājam indrā yo agnī sahurī saparyāt / irajyantā vasavyasya bhūreḥ sahastamā sahasā vājayantā //
Er zerschmettert den Vṛtra und gewinnt den Siegespreis, wer den Indra-Agni, die Siegreichen, verehrt; die Herrschenden über viel Gut, die mit Kraft Stärksten, die Siegespreis Erstrebenden [Anm.: der Text ist dem Ṛgveda gegenüber verändert; Sinn teilweise unsicher].
tam indraṃ vājayāmasi //
Diesen Indra wollen wir zum Sieg antreiben.
yuje rathaṃ gāeṣaṇaṃ haribhyām upa brahmāṇi jujuṣāṇam asthuḥ / vibādhiṣṭa sya rodasī mahitvendro vṛtrāṇy apratī jaghanvān //
Ich schirre den Wagen, den Kühe-Suchenden (gaveṣaṇa), mit den beiden Falben; zu den Gebeten, dem Gern-Annehmenden, sind sie hingetreten. Er hat die beiden Welten in seiner Größe bedrängt, Indra, den Vṛtras Unvergleichbarer, der sie erschlagen hat [Anm.: die Handschrift hat gāeṣaṇaṃ; ṚV 7,23,3 hat gaveṣaṇaṃ].
viśvakarman vācaspatim
Viśvakarman, Herr des Wortes [Anm.: Pratīka].
uśantas tvā havāmahe //
Wir rufen dich, die Begehrenden [Anm.: Pratīka].
ā no agne sucetunā rayiṃ viśvāyupoṣasam / mārḍīkaṃ dhehi jīvase //
Agni, bringe uns mit guter Einsicht Reichtum, der das ganze Leben nährt; gib Gnade zum Leben.
tvaṃ soma mahe bhagaṃ tvaṃ yūna ṛtāyate / dakṣaṃ dadhāsi jīvase //
Du, Soma, (gibst) dem Großen Anteil; du (gibst) dem Jungen, dem Ṛta-Liebenden, Geschick zum Leben.
tvaṃ soma pracikito manīṣā tvaṃ rajiṣṭham anu neṣi panthām / tava praṇītī pitaro na indo deveṣu ratnam abhajanta dhīrāḥ //
Du, Soma, der Einsichtige, mit deiner Weisheit führst du uns auf dem geradesten Pfad; unsere Väter haben, o Indu, durch deine Führung unter den Göttern Kleinod erlangt, die Weisen.
tvayā hi naḥ pitaraḥ soma pūrve karmāṇi cakruḥ pavamāna dhīrāḥ / vanvann avātaḥ paridhīṃr aporṇu vīrebhir aśvair maghavā bhavā naḥ //
Durch dich, Soma, haben unsere früheren Väter, o sich läuternder, ihre Werke getan, die Weisen; gewinnend, windstill, öffne die Umzäunungen; mit Helden, mit Rossen sei uns ein Gabenreicher.
tvaṃ soma pitṛbhiḥ saṃvidāno 'nu dyāvāpṛthivī ātatantha / tasmai ta indo haviṣā vidhema vayaṃ syāma patayo rayīṇām //
Du, Soma, mit den Vätern einträchtig, hast Himmel und Erde durchspannt; dir, o Indu, wollen wir mit Opfergabe dienen; wir wollen Herren der Reichtümer sein.
barhiṣadaḥ pitara ūty arvāg imā vo havyā cakṛmā juṣadhvam / ta āgatāvasā śaṃtamenāthā naḥ śaṃ yor arapo dadhātana //
Ihr auf dem Barhis sitzenden Väter, kommt uns zu Hilfe; diese Opfergaben von euch haben wir bereitet; genießt sie. Kommt mit dem heilsamsten Schutz; und dann verleiht uns Heil und Wohlsein, ohne Not.
upahūtāḥ pitaraḥ somyāso barhiṣyeṣu nidhiṣu priyeṣu / ta āgamantu ta iha śruvantv adhibruvantu te 'vantv asmān //
Herbeigerufen sind die Väter, die Somatrinker, auf den lieben Schatzsitzen (?) des Barhis; sie sollen kommen, sie sollen hier hören, sie sollen sprechen, sie sollen uns helfen [Anm.: barhiṣyeṣu nidhiṣu unsicher].
āhaṃ pitṝnt suvidatraṃ avitsi napātaṃ ca vikramaṇaṃ ca viṣṇoḥ / barhiṣadaḥ svadhayā ye sutasya bhajanta pitvas ta ihāgamiṣṭhāḥ //
Ich habe die Väter, die gut Findigen, gewonnen, und den Abkömmling (Napāt) und den Schritt Viṣṇus; die auf dem Barhis Sitzenden, die mit Svadhā vom gepressten (Soma) trinken – sie sollen hier zu uns kommen.
idaṃ pitṛbhyo namo astv adya ye pūrvāso ya uparāsa īyuḥ / ye pārthive rajasy ā niṣattā ye vā nūnaṃ suvṛjanāsu vikṣu //
Diese Verehrung sei heute den Vätern, die als Frühere, die als Spätere gegangen sind; die im Erdenraum niedergesessen sind, oder die jetzt in den wohl gesäuberten Stämmen (?) [Anm.: suvṛjanāsu vikṣu unsicher].
udīratām avarā ut parāsā un madhyamāḥ pitaraḥ somyāsaḥ / asuṃ ya īyur avṛkā ṛtajñās te no 'vantu pitaro haveṣu //
Die niederen, die höheren, die mittleren Väter, die Somatrinker, sollen sich erheben; die zum Leben (Asu) gegangen sind, die Nicht-Wölfischen, die Ṛta-Kundigen – diese Väter sollen uns bei den Rufen helfen.
agniṣvāttā ṛtāvṛdhaḥ pitaro mṛḍatā su naḥ / dīrghāyutvāya jīvase //
Ihr Agniṣvātta-Väter, Ṛta-Mehrende, seid uns gnädig, zu langem Leben, um zu leben.
agniṣvāttān ṛtumato havāmahe narāśaṃse somapīthaṃ ya āśuḥ / te no viprāsaḥ suhavā mṛḍantu śaṃ no bhavantu dvipade śaṃ catuṣpade //
Die Agniṣvāttas, die zeitgemäßen, rufen wir (an); Narāśaṃsa, der Soma-Trank, der Rasche; diese Seher sollen uns gnädig sein, leicht anrufbar; Heil sei uns für die Zweifüßigen, Heil für die Vierfüßigen.
agniṣvāttāḥ pitarā eha gachata sadaḥsadaḥ sadata supraṇītayaḥ / attā havīṃṣi prayatāni barhiṣy athā rayiṃ sarvavīraṃ dadhātana //
Ihr Agniṣvātta-Väter, kommt hierher; setzt euch, gut Geführte, jeder auf seinen Sitz; esst die bereiteten Opfergaben auf dem Barhis; und dann verleiht uns Reichtum, alle Helden umfassend.
sa pratnathā sahasā jāyamānaḥ sadyaḥ kāvyāni baḍ adhatta viśvā / āpaś ca mitraṃ dhiṣaṇā ca sādhan devā agniṃ dhārayan draviṇodām //
Er, der, uralt, mit Kraft geboren, sogleich alle Dichtungen (Kāvya) angenommen hat, und die Wasser, Mitra und die Dhiṣaṇā (Göttin der Andacht) vollbracht hat – die Götter hielten Agni, den Gütergeber, (aufrecht).
sa pūrvayā nividā kavyatāyor imāḥ prajā ajanayan manūnām / vivasvatā cakṣasā dyām apaś ca devā agniṃ dhārayan draviṇodām //
Er hat mit der alten Nivid als dichterisch Begabter diese Geschlechter der Manus erzeugt; mit dem Auge des Vivasvat (…) den Himmel und die Wasser; die Götter hielten Agni, den Gütergeber [Anm.: sa emendiert; die Ausgabe liest gleichlautend sa].
ye tātṛṣur devatrā jehamānā hotrāvidaḥ stomataṣṭāso arkaiḥ / āgne yāhi suvidatrebhir arvāk satyaiḥ kavyaiḥ pitṛbhir gharmasadbhiḥ //
Die dürsteten unter den Göttern, sich rührend, die Hotṛ-Kundigen, mit Preisliedern von Lobgesängen Gezimmerten – komm, Agni, mit den gut findigen (Vätern) hierher, mit den wahrhaftigen, dichterischen Vätern, die am Gharma-Sitz sitzen.
pra vāyum achā bṛhatī manīṣā bṛhadrayiṃ viśvavāraṃ rathaprām / dyutadyāmā niyutaḥ patyamānaḥ kaviḥ kavim iyakṣasi prayajyo //
Zu Vāyu hin (gehe) mit großer Andacht; das große Reichtum besitzende, alle Wünsche erfüllende, den Wagen füllende; mit leuchtendem Gang, die Niyut-Rosse lenkend, Seher, willst du den Seher verehren, du Opferwürdiger.
pra yābhir yāsi dāśvāṃsam achā niyudbhir vāya iṣṭaye duroṇe / ni no rayiṃ subhojasaṃ yuvasva ni vīraṃ gavyam aśvyaṃ ca rādhaḥ //
Mit welchen (Niyut-Gespannen) du zum Gebenden hinfährst, Vāyu, zum Opfer ins Haus, mit diesen bringe uns Reichtum, gut zu genießen; schenke uns Held, kühereiche und rossereiche Gabe.
indraṃ vayaṃ śunāsīram asmin yajñe havāmahe / sa naḥ parṣad ati dviṣaḥ //
Indra Śunāsīra rufen wir bei diesem Opfer; er soll uns über die Feinde hinwegbringen.
so 'horātraiḥ so 'rdhamāsaiḥ sa māsaiḥ sa ṛtubhiḥ pari yajñaṃ babhūva / saṃvatsarasya mahimānam etaṃ śunāsīram indram adyāhuvema //
Er ist mit den Tag-und-Nacht-Paaren, er mit den Halbmonaten, er mit den Monaten, er mit den Jahreszeiten rings um das Opfer geworden; diese Größe des Jahres, den Indra Śunāsīra, wollen wir heute anrufen.
sapta tvā harito rathe vahanti deva sūrya / śociḥkeśaṃ purupriya //
Sieben Falben fahren dich auf dem Wagen, Gott Sūrya, den Lichthaarigen, den Vielgeliebten.
taraṇir viśvadarśato jyotiṣkṛd asi sūrya / viśvam ābhāsi rocanam
Der Überschreitende, von allen zu schauen, Lichterzeuger bist du, Sūrya; du erleuchtest das ganze Firmament.