Der zweite Prapāṭhaka des vierten Kāṇḍa ist ein Brāhmaṇa-artiger Abschnitt über die Kuh (Iḍā) und den Erwerb von Vieh: Er enthält Schöpfungsmythen (Prajāpati, Kuh, Iḍā), Deutungen der Iḍā-Anrufung („vasīyasy ehi …“ usw.), Mantras und Riten für Viehsegen, Kuhmarken, Zusammenführung der Herde, Kälberstrick und Stier, dazu Anweisungen für Stier- und Kuhmerkmale. Der Text ist an mehreren Stellen verderbt oder technisch dunkel (Ohrmarken, Farbnamen, Wortspiele); solche Stellen sind mit [?] bzw. [Anm.] gekennzeichnet.
prajāpatir vā eka āsīt so 'kāmayata bahuḥ syāṃ prajāyeyeti sa manasātmānam adhyāyat so 'ntarvāṇ abhavat sa vijāyamāno garbheṇātāmyat sa tāntaḥ kṛṣṇaḥ śyāvo 'bhavat tasmāt tāntaḥ kṛṣṇaḥ śyāva iva bhavati tasya vā asur evājīvat tenāsunāsurān asṛjata tad asurāṇām asuratvaṃ sa yas tad asurāṇām asuratvaṃ vedāsumān ha bhavati nainam asur jahāti so 'surānt sṛṣṭvā pitevāmanyata tena pitṝn asṛjata tat pitṝṇāṃ pitṛtvaṃ sa yas tat pitṝṇāṃ pitṛtvaṃ veda piteva ha samānānāṃ bhavati yanty asya pitaro havaṃ tasmai pitṝnt sasṛjānāya divābhavat tena devān asṛjata tad devānāṃ devatvaṃ sa yas tad devānāṃ devatvaṃ veda divā ha vā asmai devatrā bhavati yanty asya devā devahūtiṃ sa devānt sṛṣṭvāmanasyateva tena manuṣyān asṛjata tan manuṣyāṇāṃ manuṣyatvaṃ sa yas tan manuṣyāṇāṃ manuṣyatvaṃ veda manasvān ha bhavati nainaṃ mano jahāty uta yad atīva vadaty ati vā carati tiṣṭhante 'sya manuṣyā manuṣe tato yā yonir udaśiṣyata sā gaur abhavad yonir vai nāmaiṣaitad vā asyāḥ pratyakṣaṃ nāmātho āhuḥ parokṣam iti pra sahasraṃ paśūn āpnoti ya evaṃ veda tasyāṃ vai payaḥ paryapaśyaṃs tāṃ devā aduhra haritena pātreṇāmṛtaṃ duhe 'mṛtaṃ ya evaṃ vedātha pitaro 'duhra rajatena pātreṇa svadhāṃ duhe svadhāṃ ya evaṃ vedātha manuṣyā aduhra dārupātreṇānnaṃ vavṛ duhe 'nnaṃ vavṛ ya evaṃ vedāthāsurā aduhrāyaspātreṇa snavatā surāṃ te 'sravan sravaty asya bhrātṛvyo ya evaṃ veda tasmāt sravatā na hastā avanenijīta na pibed ete vā asyā dohāḥ sarvair evāsyā dohaiḥ sarvaiḥ kāmair bhuṅkte ya evaṃ veda catvāri vai nabhāṃsi devāḥ pitaro manuṣyā asurāḥ sarveṣu ha vā eteṣv ambho nabha iva bhavati ya evaṃ veda tāṃ vā akāmayanta mayi syān mayi syād iti tāṃ devāḥ kāmye // ity āhvayan sā vā enān abhyakāmayatobhaye ha vā enaṃ devamanuṣyā abhikāmayante vārukā enam ārtvijye bhavanti ya evaṃ veda //
Prajāpati war zu Beginn allein. Er wünschte: „Möge ich viele sein, mich fortpflanzen.“ Er sann mit dem Geist über sich nach. Er wurde schwanger. Während er gebar, quälte er sich mit dem Embryo. Gequält wurde er dunkel, bräunlich-schwarz. Darum wird ein Gequälter dunkel, gleichsam bräunlich. In ihm lebte nur der Lebenshauch (asu). Mit diesem Lebenshauch schuf er die Asuras. Das ist die Asura-Natur der Asuras. Wer diese Asura-Natur der Asuras kennt, der wird wahrlich einer, der Lebenshauch besitzt, und der Lebenshauch verlässt ihn nicht. Nachdem er die Asuras geschaffen hatte, meinte er, ein Vater zu sein. Damit schuf er die Pitṛs (Väter, Ahnen). Das ist die Vaterschaft der Pitṛs. Wer diese Vaterschaft der Pitṛs kennt, wird wahrlich wie ein Vater unter seinesgleichen; die Väter kommen zu seinem Ruf. Als er die Pitṛs geschaffen hatte, wurde ihm der Tag. Damit schuf er die Götter. Das ist die Göttlichkeit der Götter. Wer diese Göttlichkeit der Götter kennt, dem wird wahrlich Tag unter den Göttern [?]; die Götter kommen zu seinem Götterruf. Nachdem er die Götter geschaffen hatte, wurde er gleichsam gedankenlos. Damit schuf er die Menschen. Das ist die Menschlichkeit der Menschen. Wer diese Menschlichkeit der Menschen kennt, wird wahrlich verständig (manasvant), und der Geist (manas) verlässt ihn nicht; und wenn er allzu sehr redet oder sich verfehlt, stehen ihm die Menschen bei [manuṣe – Anm.: Lesung unsicher, vom Herausgeber als verderbt vermerkt] [?]. Was dann noch als Schoß (yoni) übrig blieb, das wurde die Kuh. „Yoni“ ist ja ihr Name; das ist ihr unmittelbarer Name, aber man sagt auch, ein mittelbarer. Wer so weiß, erlangt Tausende von Vieh. In ihr erblickten sie Milch. Die Götter molken sie mit einem grünen Gefäß: er melkt Unsterblichkeit (amṛta) – wer so weiß, melkt Unsterblichkeit. Dann molken die Pitṛs mit einem silbernen Gefäß: er melkt die Svadhā (Ahnentrank-Spende) – wer so weiß, melkt die Svadhā. Dann molken die Menschen mit einem hölzernen Gefäß: er melkt Speise [vavṛ – Anm.: unklares Wort] [?] – wer so weiß, melkt Speise. Dann molken die Asuras mit einem eisernen Gefäß; sie flossen aus (Melkung) als Surā (Branntwein) aus; es fließt aus für den, der so weiß, sein Nebenbuhler. Darum soll man sich nicht die Hände mit fließendem (Wasser) waschen und nicht davon trinken. Dies sind ihre Melkungen. Mit allen ihren Melkungen genießt er alle Wünsche, wer so weiß. Vier Himmelsräume (nabhas) gibt es: die Götter, die Pitṛs, die Menschen, die Asuras. In allen diesen wird es dem, der so weiß, wahrlich wie Wasser und Himmelsraum [ambho nabha iva – Anm.: Sinn unsicher] [?]. Nach ihr verlangten die Götter: „In mir soll sie sein, in mir soll sie sein.“ Sie riefen sie mit „kāmye“ // [„o Begehrenswerte“], und sie begehrte sie. Beide, Götter und Menschen, begehren wahrlich den, der so weiß, und Bewerber [vāruka] um das Priesteramt gibt es für ihn.
śravye // iti manuṣyāḥ sā vā enān aśuśrūṣatobhaye ha vā enaṃ devamanuṣyāḥ śuśrūṣante pūrvāsya janatām āyataḥ kīrtir āgachati ya evaṃ veda //
„śravye“ // [„o Hörenswerte“] – (riefen) die Menschen. Sie lauschte ihnen. Beide, Götter und Menschen, lauschen wahrlich dem, der so weiß; wenn er zu den Leuten kommt, geht ihm zuvor Ruhm voraus – wer so weiß.
„ilānde“ // [„o Iḍā-Spenderin“] – (riefen) die Pitṛs. Ihnen stellte sie sich zu; bei dem, der so weiß, stehen die Tiere (des Viehs) bereit. Als aber die Asuras sie riefen, scheute sie vor ihnen zurück. Wen man hasst, in dessen Kuhstall soll man so rufen; das Vieh scheut vor ihm zurück. Mit diesen (Sprüchen) soll man opfern, mit den Kuhnamen, (die Kuh) mit zusammengewachsenen Hörnern [saṃśṛṅgī] auf dem Kopf der Kuh (?) [?], wer Vieh begehrt.
kāmyāyai svāhā śravyāyai svāhelāndāyai svāhā // iti goṣṭho vai nāmaiṣa lakṣmīḥ sve vā etad goṣṭhe yajamāno bhrātṛvyasya paśūn vṛṅkta etair vai te tā avṛñjata tair evainā vṛṅkte saṃśṛṅgī bhavati paśūnāṃ parigṛhītyai yo vai cakṣuṣo vibhaktiṃ veda cakṣuṣmān ha bhavati nainaṃ cakṣur jahāti yad divā paśyāmas tad devānāṃ cakṣuṣā paśyāmo 'sau vā ādityo devānāṃ cakṣuḥ paśyan ha vai devatrā karoti pra devayānaṃ panthāṃ jānāti ya evaṃ veda yaj jyotsnāyāṃ paśyāmas tat pitṝṇāṃ cakṣuṣā paśyāmaś candramā vai pitṝṇāṃ cakṣur na ha vā enam amuṣmiṃl loke cakṣur jahāti pra pitṛyāṇaṃ panthāṃ jānāti ya evaṃ veda yat tamisnāyāṃ paśyāmas tan manuṣyāṇāṃ cakṣuṣā paśyāma etāvad vāva naḥ svaṃ cakṣur na ha vā enam asmiṃl loke cakṣur jahāti sarvam āyur eti ya evaṃ veda yad agner ante paśyāmas tad asurāṇāṃ cakṣuṣā paśyāma uc ca vā eṣa dīpyate nisvariṣyati dīpyamānaṃ bhrātṛvyasya gṛhād dhared rayim evāsya puṣṭiṃ haraty ā tu sūryasyodetor jāgṛyād yat svapnād ārtim ārchet taj jāgaritavyaṃ rayim eva puṣṭim anujāgarti
„Für die Begehrenswerte svāhā, für die Hörenswerte svāhā, für die Iḍā-Spenderin svāhā.“ // Der Kuhstall (goṣṭha) ist dies, sein Name; das ist Glücksmal (Lakṣmī). Im eigenen Kuhstall entreißt der Opferherr dem Nebenbuhler das Vieh. Mit diesen (Namen) haben jene sie (die Kühe) entrissen; mit ihnen entreißt er sie. Sie (die Kuh) ist mit zusammengewachsenen Hörnern, um das Vieh zu umfassen. Wer die Teilung des Auges kennt, wird wahrlich augenkräftig, und das Auge verlässt ihn nicht. Was wir bei Tag sehen, das sehen wir mit dem Auge der Götter; jene dort, die Sonne (Āditya), ist das Auge der Götter. Sehend handelt er unter den Göttern und erkennt den Götterweg (devayāna), wer so weiß. Was wir im Mondlicht sehen, das sehen wir mit dem Auge der Pitṛs; der Mond ist das Auge der Pitṛs. Im Jenseits verlässt ihn das Auge nicht, und er erkennt den Väterweg (pitṛyāna), wer so weiß. Was wir im Dunkel sehen, das sehen wir mit dem Auge der Menschen; nur so viel ist unser eigenes Auge. In dieser Welt verlässt ihn das Auge nicht; er erreicht das volle Lebensalter, wer so weiß. Was wir in der Nähe des Feuers sehen, das sehen wir mit dem Auge der Asuras. Und dieses (Feuer) flammt auf; es wird [nisvariṣyati – Anm.: Lesung unsicher, Konjektur des Herausgebers „ni ca riṣyati“] [?] – während es flammt, soll er aus dem Haus des Nebenbuhlers Reichtum holen; er holt dessen Gedeihen (Reichtum). Bis zum Aufgang der Sonne soll er wachen; denn von Schlaf kommt Not, [darum] ist das Wachen nötig [?]; er wacht dem Reichtum und Gedeihen nach.
yo vā iḍāṃ dhenuṃ veda sarvā ha vā asmai diśo dhenavo bhavanti sarve pratijanā danakāmās tām iṣvāśanīr āmitraśocanir vidāṃcakāra tasmai sarvā diśo dhenavo 'bhavant sarve pratijanā dānakāmās tasmāt sa sarvaiḥ pratijanair vyavahatopajanant sant sarvā hy asmai diśo dhenavo 'bhavant sarve pratijanā dānakāmās tad ya evaṃ veda sarvā evāsmai diśo dhenavo bhavanti sarve pratijanā dānakāmās tasyā vā iyam eva pādo 'ntarikṣaṃ pādo dyauḥ pādaḥ samā pādo 'tho āhuḥ kṛṣiḥ pādā iti tena prati tvadānīṃ tiṣṭhati na tvadānīṃ yadā susasyaṃ bhavaty atha pratitiṣṭhati yadā na sasyaṃ bhavaty atha na pratitiṣṭhati bhavati ha vā asya sasyaṃ nasya sasyaṃ vyṛdhyate ya evaṃ veda tasyā vā ada eva pṛṣṭham antarikṣam ātmeyam uro diśaḥ pārśve samudrau kukṣī asā ādityaḥ śiro 'gnir āsyaṃ vātaḥ prāṇo gāyatry abhidhānī sarvam āyur eti ya evaṃ vedodhar uttaravediḥ pavamāno vatsa eṣa vā enāṃ prastauti prattān ha vā imāṃl lokān duhe ya evaṃ veda bṛhadrathantare dvau stanau vāmadevyaṃ ca yajñāyajñiyaṃ ca dvav oṣadhīr eva devebhyo rathantareṇāduha paśūn bṛhatāpo vāmadevyena yajñaṃ yajñāyajñiyena tad ya evaṃ vedauṣadhīr evāsmai rathantareṇa duhe paśūn bṛhatāpo vāmadevyena yajñaṃ yajñāyajñiyeneḍā vā idaṃ sarvaṃ sa sahasraṃ paśūn prāpa pra sahasraṃ paśūn āpnoti ya evaṃ veda
Wer die Milchkuh Iḍā kennt, dem werden alle Himmelsrichtungen zu Milchkühen, alle Gegenvölker gabenwillig. Sie kannte Iṣvāśani Āmitraśocani. Ihm wurden alle Himmelsrichtungen zu Milchkühen, alle Gegenvölker gabenwillig. Darum war er, obwohl er mit allen Gegenvölkern in Verkehr stand [vyavahatopajanant – Anm.: Ausdruck unsicher] [?], (dennoch reich), denn ihm waren alle Himmelsrichtungen zu Milchkühen geworden, alle Gegenvölker gabenwillig. Wer so weiß, dem werden alle Himmelsrichtungen zu Milchkühen, alle Gegenvölker gabenwillig. Ihr Fuß ist diese (Erde), ein Fuß der Luftraum, ein Fuß der Himmel, ein Fuß das Jahr; andere sagen: die Ackerbestellung seien ihre Füße. Damit steht er jetzt nicht (immer) fest; jetzt aber nicht; wenn es eine gute Ernte gibt, dann steht er fest; wenn es keine Ernte gibt, dann steht er nicht fest. Ihm gibt es Ernte, und seine Ernte misslingt nicht, wer so weiß. Ihr Rücken ist jener Luftraum, der Leib (Selbst) diese (Erde), die Brust die Himmelsrichtungen, die Flanken die beiden Meere, die Weichen [kukṣī – Anm.: Zuordnung unsicher] [?], jener dort, Āditya, das Haupt, Agni das Maul, der Wind der Lebenshauch, die Gāyatrī das Halfter (abhidhānī). Er erreicht das volle Lebensalter, wer so weiß. Der Euter ist die Uttaravedi, das Kalb der Pavamāna; dieser ruft sie hervor (prastauti). Wer so weiß, melkt wahrlich diese (dargebrachten) Welten. Bṛhat und Rathantara sind die beiden Zitzen, dazu das Vāmadevya und das Yajñāyajñīya, zwei (weitere). Mit dem Rathantara molk sie den Göttern die Pflanzen, mit dem Bṛhat das Vieh, mit dem Vāmadevya die Wasser, mit dem Yajñāyajñīya das Opfer. Wer so weiß, dem melkt sie mit dem Rathantara die Pflanzen, mit dem Bṛhat das Vieh, mit dem Vāmadevya die Wasser, mit dem Yajñāyajñīya das Opfer. Iḍā ist dies alles. Er erlangte Tausende von Vieh; wer so weiß, erreicht Tausende von Vieh.
yatra prācīnapravaṇaṃ samūlaṃ bhūmyā syāt tad upodaye sūryasya hastā avanijya darbhastamba udaśarāvaṃ ninayet kāmaṃkāmaṃ mā āvartaya // iti kāmenaivāsmai kāmam āvartayati yatkāmo bhavati yo vai kāmaṃ sākṣād veda tājag gha vā enaṃ sa kāmā āgachati yatkāmo bhavati paśuṣu vā asmākaṃ kāmaḥ paśūnām oṣadhīṣv oṣadhīnām apsv oṣadhīr eva kāmena samasrāṭ tā asmai kāmaṃ samardhayanti yatkāmo bhavaty āpa evāsyā vā eṣa vavrir utsṛṣṭaś carati lomaśo lomaśāyās tasmād eṣā śāśvasaty ety agnir hy asyā āsyaṃ vātaḥ prāṇo yatra gobhiḥ saṃgacheta tad brūyāt //
Wo eine gegen Osten geneigte Stelle mit Wurzeln (Gras) im Boden ist, dort soll er bei Sonnenaufgang, nachdem er die Hände gewaschen hat, einen Wasserkrug an einem Darbha-Büschel ausgießen: „Wunsch um Wunsch bringe mir herbei.“ Damit bringt er ihm durch den Wunsch selbst den Wunsch herbei, um dessen willen er (den Ritus) vollzieht. Wer den Wunsch (Kāma) leibhaftig kennt, zu dem kommt der Wunsch eben sogleich, um dessen willen er (es) vollzieht. In den Tieren ist unser Wunsch, der Wunsch der Tiere in den Pflanzen, der der Pflanzen in den Wassern. Die Pflanzen ließ er mit dem Wunsch (aus dem Wasser) hervorgehen [?]; sie lassen ihm den Wunsch gedeihen, um dessen willen er (es) vollzieht. Dies ist ihre (der Iḍā) Hülle (vavri), die freigelassen umhergeht, haarig von der Haarigen. Darum atmet sie keuchend [?]. Agni ist ihr Maul, der Wind der Lebenshauch. Wo er Kühen begegnet, soll er sagen:
praśastāḥ stha kalyāṇyaḥ // itīyaṃ vā eṣemāṃ vā etat sabhāgayaty atrāsukā asmāt paśavo bhavanti ya evaṃ veda devāś ca vā asurāś cāspardhantāditir deveṣv āsīt kustāsureṣu te devā amanyanta yady abhijeṣyāmaḥ kustāyāḥ śirā āhaniṣyāmā iti yady abhijeṣyāmā ity asurā amanyantādityāḥ śirā āhaniṣyāmā iti tāṃ devā abhijityāghnata yasya vai jitaṃ yasya vijitaṃ tasyaiṣā gṛhe hanyata eṣā vai kṣut kṣudhaṃ vā etad dhate tad ya evaṃ vidvān ekāṣṭakāyāṃ gāṃ hate saṃvatsarāyaiva kṣudhaṃ hate prajāpatir vā eka āsīt so 'kāmayata bahum anu syāṃ prajāyeyeti sa ātmānam aiṭṭa sa mano 'sṛjata tan mana ekadhāsīt tad ātmānam aiṭṭa tad vācam asṛjata sā vāg ekadhāsīt sātmānam aiṭṭa sā virājam asṛjata sā virāḍ ekadhāsīt sātmānam aiṭṭa sā gām asṛjata sā gaur ekadhāsīt sātmānam aiṭṭa seḍām asṛjata seḍaikadhāsīt sātmānam aiṭṭa semān bhogān asṛjata yair asyā idaṃ manuṣyā bhuñjata ete vā asyā bhogāḥ sarvair ekāsyā bhogaiḥ sarvaiḥ kāmair bhuṅkte ya evaṃ veda gaur vai vāg gaur virāḍ gaur iḍā gauḥ khalv eva gaur gaur idaṃ sarvaṃ sarvā ha vā enam etāḥ śrayante ya evaṃ veda yad vai tad ātmānam aiṭṭa seḍābhavat tad iḍāyā idātvaṃ sa yas tad iḍāyā iḍātvaṃ vedeṭṭe ha vai svam ātmānaṃ bhūtyai
„Ihr seid Gepriesene, Wohltuende.“ // Dies ist die (Erde), dies [?]; diese (Erde) gibt er damit (an die Kühe) zum Anteil. Hierbei werden ihm die Tiere [asukā – Anm.: Wort unklar] [?], wer so weiß. Götter und Asuras stritten. Aditi war bei den Göttern, Kustā bei den Asuras. Die Götter dachten: „Wenn wir siegen, werden wir Kustā den Kopf abschlagen.“ Die Asuras dachten: „Wenn wir siegen, werden wir den Ādityas die Köpfe abschlagen.“ Da besiegten die Götter sie und erschlugen sie. Im Haus dessen, der gesiegt hat (oder) dem gesiegt worden ist [?], wird sie erschlagen. Sie ist der Hunger; den Hunger erschlägt man damit. Wer so wissend an der Ekāṣṭakā eine Kuh schlachtet, erschlägt damit den Hunger für ein Jahr. Prajāpati war zu Beginn allein. Er wünschte: „Möge ich viele werden, mich fortpflanzen.“ Er pries (aiṭṭa, von īḍ) sich selbst. Er schuf den Geist (manas). Der Geist wurde eins [ekadhā]. Er pries sich selbst; er schuf die Rede. Die Rede wurde eins. Sie pries sich selbst; sie schuf die Virāj. Die Virāj wurde eins. Sie pries sich selbst; sie schuf die Kuh. Die Kuh wurde eins. Sie pries sich selbst; sie schuf die Iḍā. Iḍā wurde eins. Sie pries sich selbst; sie schuf diese Genüsse, mit denen von ihr diese Menschen genießen. Dies sind ihre Genüsse. Mit allen Genüssen von ihr genießt er alle Wünsche, wer so weiß. Die Kuh ist die Rede, die Kuh die Virāj, die Kuh die Iḍā, die Kuh ist wahrlich die Kuh, die Kuh ist dies alles. Alle diese lehnen sich an den, der so weiß. Weil sie sich pries (aiṭṭa) und zur Iḍā wurde – das ist die Iḍā-Natur der Iḍā. Wer diese Iḍā-Natur der Iḍā kennt, der preist wahrlich sein eigenes Selbst zum Gedeihen (bhūti).
vindate vasu na vasu ruṇaddhi ya evaṃ veda yā śitipṛṣṭhā tāṃ mandis tāṃ menī tāṃ śabalī tāṃ śitibāhus tāṃ śuddhavālā //
Er findet Gut (vasu); Gut hält ihn nicht auf, wer so weiß. Die weißrückige (śitipṛṣṭhā), sie die Fröhliche (mandi), sie die Menī, sie die Buntfarbene (śabalī), sie die Weißschulterige (śitibāhu), sie die Reinschwänzige (śuddhavālā) …
bahvīr ha vā enam iḍāḥ śrayante ya evaṃ veda yā pṛṣatī tāṃ piśaṅgī tāṃ sāraṅgī tāṃ kalmāṣī tāṃ pṛśnis tāṃ śvetā //
Viele Iḍās lehnen sich an ihn an, wer so weiß. Die gesprenkelte (pṛṣatī), sie die Gelbrote (piśaṅgī), sie die Scheckige (sāraṅgī), sie die Kalmāṣī (Gefleckte), sie die Pṛśni, sie die Weiße (śvetā) …
āyuṣmān bhavati ya evaṃ veda catasraḥ prathamāś catasra uttamā dviḥ ṣaṇ madhyatas tā dvir daśa daśākṣarā virāḍ vairājāḥ paśavaḥ paśūn evāvarunddhe //
Langlebig wird er, wer so weiß. Vier sind die ersten, vier die letzten, zweimal sechs in der Mitte; das sind zweimal zehn: die Virāj mit zehn Silben. Der Virāj gehört das Vieh; so erlangt er Vieh für sich.
„O Sūnarī, alle Wesen sollen dir nachatmen; du atme allen Wesen nach; du bist zahlreicheres Leben, du bist Verehrung (iṣṭi); komm, Gleichgestaltige [sarūpavarṣā – Anm.: Ausdruck unsicher] [?].“ //
„Kriecht dieser nach; diese beiden guten Deichselrinder (sind) heran; gleichsam die Häupter (senkend) seid gnädig [Anm.: Vers unsicher überliefert] [?]. /
name tad upadambhiṣar dhṛṣir brahmā yad dadau / samudrād udajani vaḥ srucā //
„Nicht soll mir das schaden, was der kühne Brahman gegeben hat. / Aus dem Meer wurde geboren eurer(?) … mit dem Schöpflöffel [?] [Anm.: Text verderbt; der Herausgeber verweist auf Korrekturen].“
vasīyasy ehīti brahma vai vasīyo brahma vā etad atyāhvayati śreyasy ehīti kṣatraṃ vai śreyaḥ kṣatraṃ vā etad atyāhvayati bhūyasy ehīti viḍ vai bhūyasī viśaṃ vā etad atyāhvayati cittā ehīti mano vai cittaṃ mano vā etad atyāhvayati dadhṛṣy ehīti vāg vai dadhṛṣi vācaṃ vā etad atyāhvayatīḍā ehīti paśavo vā iḍā paśūn vā etad atyāhvayati sūnṛtā ehīty annaṃ vai sūnṛtānnaṃ vā etad atyāhvayaty etā vai sapta devagavyas tāḥ krīto vaitahotro vidāṃcakāra tābhir adaḥ kurūṇāṃ kaunte paśūn atyāhvayat tāḥ kuravo brāhmaṇeṣv anvaichaṃs tāḥ kumāravatyāśvadakṣiṇā avindan so 'bravīn mā sūrkṣyataitābhir vā aham etā atyāhvayiṣyāmītarābhir itarā yāni khalu vā etāsāṃ priyāṇi dhāmāni tāni krīto na vedeti sa saṃyatte saṃgrāme chadirdarśa etābhir evaitā atyāhvayiṣyāmītarābhir itarā yataratra khalu vā etā atyāhūyante tat paśavo 'bhisaṃkrāmanti yatra paśavas tad devā yatra devās tad indro yatarān vā ete 'bhisaṃkrāmanti te jayanti jayati saṃgrāmam
„Komm, Reichere“ – damit ist das Brahman das Reichere; das Brahman ruft er damit an (überrufend). „Komm, Bessere“ – das Kṣatra ist das Bessere; das Kṣatra ruft er damit an. „Komm, Zahlreichere“ – das Volk (viś) ist das Zahlreichere; das Volk ruft er damit an. „Komm, Gedanke“ – der Geist ist der Gedanke; den Geist ruft er damit an. „Komm, Kühne“ – die Rede ist die Kühne; die Rede ruft er damit an. „Komm, Iḍā“ – das Vieh ist Iḍā; das Vieh ruft er damit an. „Komm, Sūnṛtā“ – die Speise ist Sūnṛtā; die Speise ruft er damit an. Dies sind die sieben göttlichen Kuh-Dinge (devagavyā). Krīta Vaitahotra kannte sie. Mit ihnen rief er bei den Kurus im Kaunta [?] das Vieh an (übertraf es im Rufen). Diese suchten die Kurus unter den Brahmanen. Sie fanden sie mit der Kumāravatī und einem Pferd als Opferlohn [?]. Er sprach: „Seid nicht (darüber) verächtlich. Mit diesen will ich jene anrufen, mit den einen die andern. Denn die lieben Stätten dieser kennt Krīta nicht.“ Er [war] in der aufgebotenen Schlacht Chadirdarśa [?]. „Mit diesen will ich jene anrufen, mit den einen die andern.“ Wo immer diese angerufen werden, dorthin strömt das Vieh zusammen; wo das Vieh ist, da sind die Götter; wo die Götter, da Indra. Zu wem diese hinströmen, die siegen; er gewinnt die Schlacht.
sā vai sṛṣṭobhayān devamanuṣyān atyamanyata tāṃ devā darśapūrṇamāsābhyām upaprāstṛṇata tāṃ vā etad āpnuvan yad iḍāṃ tāṃ vā etad āptvā haranto manyante yad iḍām upahvayante yarhi tūṣṇīm upahvayeta tarhy etāḥ sapta vaded yarhy uccais tarhy uttarāḥ sapta dhāmadhām āsāṃ varṇaṃvarṇam upagachaty ā ha vā enam apratikśātaṃ gachati ya evaṃ veda yatra samūlā oṣadhīr upagachet paśūn vā tad etā eva sapta vaded dhāmadhām āsāṃ varṇaṃvarṇam upagachaty ā ha vā enam apratikśātaṃ gachati ya evaṃ veda sapta sthāvīryeṇa yājayed yasya sapta sthavirāś caramā antamā syur vasīyasy ehi śreyasy ehīty etadetad evāsmā atyāhvayati yo vaiśyaḥ śūdro vā bahupuṣṭaḥ syāt tasya gavāṃ sāṇḍaṃ vatsataram apagamayeta //
Sie (Iḍā), kaum geschaffen, überhob sich über beide, Götter und Menschen. Die Götter breiteten ihr mit dem Neumond- und Vollmondopfer (Darśapūrṇamāsa) zu [upaprāstṛṇata – Anm.: Sinn unsicher] [?]. Sie erlangten sie damit, dass (sie) Iḍā (rufen). Nachdem sie sie erlangt haben, tragen sie (das Ritual?) fort, indem sie die Iḍā anrufen. Wenn er still anruft, dann soll er jene sieben (Formeln) sprechen; wenn laut, dann die folgenden sieben. Er nähert sich jeder Stätte von ihnen, jeder Farbe von ihnen. Er gelangt unversehrt [apratikśāta – Anm.: Lesung unsicher] [?], wer so weiß. Wo er sich Pflanzen mit Wurzeln oder Vieh nähern will, dort soll er ebendiese sieben sprechen. Er nähert sich jeder Stätte von ihnen, jeder Farbe von ihnen. Er gelangt unversehrt [?], wer so weiß. Man lasse den mit sieben [sthāvīryeṇa – Anm.: Text verderbt, Konjektur des Herausgebers] opfern, dessen sieben Älteste, Letzte und Äußerste [?] seien. „Komm, Reichere; komm, Bessere“ – dies eben ruft er ihm an. Wenn ein Vaiśya oder Śūdra reich an Gedeihen sein soll, dem soll man aus seinen Kühen ein Jungrind mit Hoden (sāṇḍa) [herausnehmen und] wegführen lassen [apagamayeta – Konjektur, vgl. MānŚS 9.5.5.21].
ilāndāḥ stha // iti ilāndā hi paśavaḥ pūṣṇo nakṣatraṃ poṣayiṣṇu // iti viśyeṣu vā etac carati pūṣṇo nakṣatraṃ poṣayiṣṇu tad evāpadhāpayate tam apākurvīta //
„Ihr seid Ilāndā.“ // Denn Ilāndā sind die Tiere. „Der Nährende, Pūṣans Mondhaus“ // – unter den (Herden) der Vaiśyas geht dieser umher: Pūṣans Mondhaus, das nährende; das eben lässt er wegtun [?]. Man soll ihn wegführen.
āyur me dā varco me dā rayiṃ me dāḥ puṣṭiṃ me dāḥ // iti rayim evāsya puṣṭiṃ harati tam ito 'bhisṛjyātheto 'tyāhvayed vasīyasy ehi śreyasy ehīty etadetad evāsyā atyāhvayati nāsya kiṃcanodaśiṣad grāmakāmaṃ yājayet sārasvata ṛgbhyāṃ saṃvatsaro vai sarasvān saṃvatsareṇaivāsmai grāmaṃ cyāvayati vasīyasy ehi śreyasy ehīty etadetad evāsyā atyāhvayati paśukāmaṃ yājayet sārasvata ṛgbhyāṃ saṃvatsaro vai sarasvān saṃvatsareṇaivāsmai paśūṃś cyāvayati vasīyasy ehi śreyasy ehīty etadetad evāsmā atyāhvayati sarvāsāṃ dugdhe catuḥśarāvam odanaṃ paced brāhmaṇebhyaḥ paśukāmo yac catuḥśarāvo digbhya evāsmai tena paśūn avarunddhe yad brāhmaṇebhyo brahmaṇas tena na chinnaṃ deyaṃ paśukāma iva hy eṣa vāso hiraṇyaṃ vā deyam ījānasyāsya paśavo bhūyāṃso bhavanti
„Gib mir Leben, gib mir Glanz, gib mir Reichtum, gib mir Gedeihen.“ // So nimmt er dessen (des Nebenbuhlers) Reichtum, Gedeihen. Wenn er ihn von hier freigelassen hat, soll er dann von hier aus überrufen: „Komm, Reichere; komm, Bessere“ – dies eben ruft er ihm an. Nichts bleibt ihm übrig. Wer ein Dorf begehrt, den soll man mit einem Sārasvata mit zwei Versen opfern lassen. Das Jahr ist Sarasvān; mit dem Jahr lässt er ihm das Dorf zuwandern. „Komm, Reichere; komm, Bessere“ – dies eben ruft er ihm an. Wer Vieh begehrt, den soll man mit einem Sārasvata mit zwei Versen opfern lassen. Das Jahr ist Sarasvān; mit dem Jahr lässt er ihm das Vieh zuwandern. „Komm, Reichere; komm, Bessere“ – dies eben ruft er ihm an. Im Melkeimer aller (Kühe) soll man für die Brahmanen einen Reisbrei mit vier Schalen (śarāva) kochen, wer Vieh begehrt. Dass es vier Schalen sind – aus den (vier) Himmelsrichtungen erlangt er dadurch das Vieh für sich. Was den Brahmanen (zu geben ist) … [brahmaṇas tena – Anm.: unklar] [?]; nicht Zerschnittenes soll er geben [?]; denn dieser ist gleichsam viehbegehrend; ein Gewand oder Gold soll er geben. Wer geopfert hat, dessen Vieh wird zahlreicher.
prajāpatir vai na vyāharat sa ātmany eva puṇyam āyachad ātmanaḥ puṇyaṃ na niravadad etad vai tad yajur vadan nānyathā brūyāt //
Prajāpati sprach nicht aus. Er hielt das Verdienst (puṇya) in sich zurück; das Verdienst von sich sagte er nicht heraus. Dies ist jener Opferspruch; wenn man ihn spricht, soll man nicht anders sprechen.
puṇyaṃ praśastam // iti brūyād ātmany eva puṇyaṃ yachaty ātmanaḥ puṇyaṃ na nirvadati yām adānīyāya dadāti tām asya paśavo 'nvapakrāmanti yadi manyetādānīyāyādām ity etad eva yajur vaden name tad upadambhiṣar dhṛṣir brahmā yad dadā iti tad evaitenāpūrayati tad āpyāyayati samudra iva ha vā asya vyacya māno na kṣīyate ya evaṃ veda //
„Verdienst, Gepriesenes.“ // So soll er sprechen. Er hält das Verdienst in sich zurück; das Verdienst von sich sagt er nicht heraus. Die (Kuh), die er einem Unwürdigen zum Geschenk gibt – ihr folgt sein Vieh weg. Wenn er meint: „Ich habe einem Unwürdigen gegeben“, soll er eben diesen Opferspruch sprechen: „Nicht soll mir das schaden, was der kühne Brahman gegeben hat.“ Damit füllt er es wieder auf, damit lässt er es anschwellen. Wie das Meer, das sich ausbreitet [vyacyamāno – Anm.: Konjektur des Herausgebers], wird es ihm nicht erschöpft, wer so weiß.
bhūyāṃso bhūyāsta ye no bhūyaso 'karta // iti sabhāsadaḥ pādau pratyavahared ete vai paśava upopa ha vā enaṃ paśavo yanti nāpayanti ya evaṃ veda //
„Ihr sollt zahlreicher werden, die ihr uns zahlreicher gemacht habt.“ // So soll er den Versammlungsteilnehmern die Füße [pratyavahared – Anm.: Sinn unsicher; Handlung an den Füßen] [?]. Dies sind die Tiere (Segensgüter); zu dem kommt wahrlich das Vieh heran und geht nicht weg, wer so weiß.
puṇyā puṇyam asūc citrā citram asūd aiḍo me bhagavo 'janiṣṭhā maitrāvaruṇa ūrjā me bhagavaḥ saha janiṣṭhāḥ saṃvidaṃ me vinda // iti pumāṃsaṃ jātam abhimantrayetorjaivāsmai saha jāyate gachati paśūnāṃ saṃvidam //
„Die Glückliche gebar ein Glückliches, die Bunte gebar ein Buntes; du, Herr, bist als Iḍā-Sohn mir geboren, als Maitrāvaruṇa; mit Kraft, Herr, sei mir zugleich geboren; finde mir Einvernehmen.“ // So soll er einen geborenen Knaben besprechen; mit Kraft wird ihm zugleich geboren; er erlangt Einvernehmen mit dem Vieh.
puṇyā puṇyām asūc citrā citrām asūd aiḍī me bhagavaty ajaniṣṭhā maitrāvaruṇī rāyaspoṣeṇa me bhagavatī saha janiṣṭhā jñātraṃ me vinda // iti striyaṃ jātāṃ rāyaspoṣeṇaivāsmai saha jāyate gachati paśūnāṃ jñātraṃ ye prācīnam ekāṣṭakāyā jāyante pūrvasya te sasyasyottamā ye pratīcīnam aparasya te sasyasya prathamās tān ubhayānt sahābhimantrayetobhayān enānt sahāvarunddhe
„Die Glückliche gebar eine Glückliche, die Bunte gebar eine Bunte; als Iḍā-Tochter, Herrin, bist du mir geboren, als Maitrāvaruṇī; mit Reichtumsgedeihen, Herrin, sei mir zugleich geboren; finde mir Kenntnis (Verwandtschaft) [jñātra].“ // So soll er ein geborenes Mädchen besprechen; mit Reichtumsgedeihen wird ihm zugleich geboren; er erlangt Kenntnis des Viehs. Die, die vor der Ekāṣṭakā geboren werden, sind die letzten der früheren Ernte; die, die danach (geboren werden), sind die ersten der späteren Ernte. Diese beiden soll er zugleich besprechen; beide erlangt er damit zugleich für sich.
yo vai śaktiṃ veda sa tañ śaknoti yañ śikṣatīyaṃ vai śaktir yo vā asyā bhūyiṣṭhabhāg bhavati sa tañ śaknoti yañ śikṣati bhūyiṣṭhabhāg gha vā asyā bhavati ya evaṃ veda paśavo vai śaktir yo vai paśūnāṃ bhūyiṣṭhabhāg bhavati sa tañ śaknoti yañ śikṣati bhūyiṣṭhabhāg gha vai paśumān bhavati ya evaṃ veda tasyā vrataṃ na hateti brūyāt //
Wer die Śakti (Kraft) kennt, der vermag das, was er zu lernen sucht. Die Śakti ist diese (Erde); wer den größten Anteil an ihr hat, der vermag, was er zu lernen sucht. Er hat wahrlich den größten Anteil an ihr, wer so weiß. Das Vieh ist Śakti; wer den größten Anteil am Vieh hat, der vermag, was er zu lernen sucht. Er wird wahrlich viehreich, wer so weiß. Ihr Gelübde: man soll sagen: „Schlagt nicht.“
kuruta iti brūyān nāntarvatnīti brūyād vijanyā iti brūyād bhuvanam asi sahasram indrāya tvā sṛmo 'dadāt // iti sṛmo vai nāmāsura āsīt tasyeyaṃ pṛthivī paśubhiḥ pūrṇāsīt tān indro 'vṛṅkta tasmād āhur aindrāḥ paśavā iti yāvatīnām idaṃ karomi bhūyasīnām uttarāṃ samāṃ kriyāsam // iti gavāṃ lakṣma kuryād bhūyasīnām evottarāṃ samāṃ karoti paśavo vai sṛṣṭā ekaikaṃ nakṣatram upātiṣṭhanta tena prājāyanta na bhūmānam agachaṃs tasmād yat kiṃca paśūnāṃ kurvīta tad revatyāṃ kurvītopa hy enaṃ paśavas tiṣṭhanti prāsya paśavo bhavanti ya evaṃ veda yasya dakṣiṇataḥ pratibhinnaṃ dakṣiṇata upāścarat tat tvaṣṭur lakṣma devalakṣmaṃ yajñiyaṃ yajñakāmaḥ kurvītopa hy enaṃ yajño namati yasyobhayataḥ pratibhinnam ubhayata upāścarat tad gāyatraṃ lakṣma paśavyaṃ paśukāmaḥ kurvīta paśumān bhavati yasyobhayataḥ pratibhinnam ubhayata upāścarat tat traiṣṭubhaṃ lakṣma pūtasya rūpaṃ pratiṣṭhākāmaḥ kurvīta gachati pratiṣṭhāṃ vasiṣṭhasya sthūṇākarṇyo vasiṣṭho vai rayim apaśyat tām ātmann adhatta yat sthūṇākarṇīḥ kurute paśuṣv eva rayiṃ dhatte jamadagneḥ karkarikarṇyo jamadagnir vai puṣṭim apaśyat tām ātmann adhatta yat karkarikarṇīḥ kurute paśuṣv eva puṣṭiṃ dhatte 'surāṇāṃ sāsnākṛtyaḥ kṣipraṃ bahvīr bhavanti kṣipraṃ parābhavanty amedhyāḥ karṇāḥ kṣipraṃ bahvīr bhavanti yajñas tv enān anūpanamatīva nirṛtyāḥ chidrakarṇyo yac chidrakarṇīḥ kurvīta nirṛtir asya paśor nigṛhṇīyān na prachindyā karṇyaḥ kāryā na dātrākarṇyaḥ parācīnam iva hi tan nivṛttam agastyasya viṣṭyakarṇyaḥ kaśyapasya kambunyuddhatā indrasyāklastā atho āhuḥ prajāpater ity ubhayaṃ jyeṣṭhalakṣmaṃ jyaiṣṭhyakāmaḥ kurvīta pra samānānāṃ jyaiṣṭhyam āpnoti prajāpatiḥ paśūn asṛjata sa vā asṛg eva nāsṛjatāsṛṣṭaṃ vā etat tad asno 'sṛktvaṃ krūraṃ paśūnāṃ kārṣyā iti vai so 'sṛg nāsṛjata krūraṃ vā eṣa paśūnāṃ kurute yo 'kṣṇute yad akṣitās tenākṣitā atha yad anakṣitā iti śrūyante tenākṣitās tad āhur na vā etam etā amutrāgachanti yā anakṣitā iti tasmād akṣitavyā na tejanenākṣṇuyād vajro vai tejanaṃ yat tejanenākṣṇuyād vajreṇa paśūn arpayen na śyāmenāyasā krūraṃ tad aśāntam ikṣukāṇḍam apsu vāsayitvā tenākṣitavyās tad dhi śivaṃ tañ śāntam atho āhur lohitenāyaseti tad dhi śivaṃ tañ śāntam
Man soll sagen: „Sie machen“ [kuruta]; man soll nicht sagen „trächtig“, man soll sagen „gebärend“ [vijanyā]. „Du bist die Welt; Tausend gab dir Sṛma dem Indra.“ // Sṛma war nämlich ein Asura; dessen Erde war voll von Vieh; das entriss Indra. Darum sagt man: Das Vieh gehört Indra. „Von so vielen, wie ich dies (Merkzeichen) mache, mögen im nächsten Jahr mehr sein.“ // So soll er ein Kuhzeichen (lakṣma) machen; so macht er das nächste Jahr zahlreicher. Das Vieh trat, als es geschaffen war, je an ein Mondhaus heran; damit pflanzte es sich fort, doch gelangte nicht zur Fülle. Darum soll man, was immer man am Vieh tun will, am Revatī (Mondhaus) tun; denn dann stellt sich das Vieh zu ihm, und ihm gedeiht das Vieh, wer so weiß. Wessen (Ohr) rechts gespalten ist [pratibhinna – Anm.: technischer Ausdruck] und rechts hervorsteht [upāścarat – Anm.: Sinn unsicher] [?], das ist das Zeichen des Tvaṣṭṛ, das Götterzeichen, das opfertaugliche; das soll machen, wer ein Opfer begehrt; denn zu ihm neigt sich das Opfer. Wessen (Ohr) beidseitig gespalten ist [und] beidseitig hervorsteht [?], das ist das Gāyatrī-Zeichen, das viehbringende; das soll machen, wer Vieh begehrt; er wird viehreich. Wessen (Ohr) beidseitig gespalten ist [und] beidseitig hervorsteht [?], das ist das Triṣṭubh-Zeichen, die Gestalt des Gereinigten; das soll machen, wer Halt (pratiṣṭhā) begehrt; er gelangt zum Halt. Vasiṣṭhas sind die pfostenohrigen (sthūṇākarṇī): Vasiṣṭha erblickte den Reichtum (rayi) und nahm ihn in sich auf; indem man pfostenohrige (Zeichen) macht, legt man Reichtum ins Vieh. Jamadagnis sind die karkarī-ohrigen (karkarikarṇī): Jamadagni erblickte das Gedeihen (puṣṭi) und nahm es in sich auf; indem man karkarī-ohrige macht, legt man Gedeihen ins Vieh. Die der Asuras sind die sāsnā-gemachten [?]: sie werden schnell zahlreich, schnell vergehen sie; die Ohren sind unrein; schnell werden sie zahlreich; das Opfer aber neigt sich ihnen gleichsam nicht zu [?]. Die der Nirṛti sind die lochohrigen (chidrakarṇī): wenn man lochohrige machte, würde Nirṛti das Vieh dessen ergreifen. Man soll (das Ohr) nicht abschneiden; Ohrmarken soll man machen, nicht sichelohrige, denn das ist gleichsam abgewandt, zurückgekehrt. Agastyas sind die viṣṭya-ohrigen [?], Kaśyapas die kambunī-... [kambunyuddhatāḥ – Anm.: Konjektur des Herausgebers; unklar] [?], Indras die unversehrten (aklasta) [?]; andere sagen: die des Prajāpati. Beides ist das Ältestenzeichen; das soll machen, wer Vorrang begehrt; er erreicht den Vorrang unter seinesgleichen. Prajāpati schuf das Vieh. Er (schuf) doch Blut (asṛj), nur schuf er (das Vieh) nicht [?]. Ungeschaffen ist dies, das ist die Blutigkeit (asṛktva) des Bluts; grausam ist es für das Vieh [„kārṣyāḥ“ – Anm.: Wortspiel unklar]. „Sie werden ...“ – darum schuf er Blut nicht [?]. Grausam gegen das Vieh handelt der, der (es) einkerbt [akṣṇute – Anm.: technisch, Bedeutung unsicher] [?]. Weil sie „akṣita“ (gezeichnet/unerschöpft) sind, sind sie damit akṣita; dass es aber heißt, sie seien „anakṣita“, damit sind sie (ebenfalls) akṣita [Wortspiel] [?]. Dazu sagt man: „Die, die nicht gezeichnet sind, gelangen nicht zu ihm dorthin (ins Jenseits).“ Darum soll man sie zeichnen. Man soll nicht mit einem Rohrpfeil (tejana) zeichnen; der Tejana ist der Vajra; wenn man mit dem Tejana zeichnete, würde man das Vieh mit dem Vajra treffen. Nicht mit dunklem Eisen; das ist grausam, unbesänftigt. Nachdem man einen Zuckerrohrstengel im Wasser hat liegen lassen, soll man damit zeichnen; denn das ist glückbringend, das besänftigt. Andere sagen: mit rotem Eisen; denn das ist glückbringend, das besänftigt.
„Hier sollen sich die vielgestaltigen Geschöpfe (Kühe) erfreuen in diesem Kuhstall, die Allerhalterinnen, die Gebärerinnen; in Agni als Nest eingehend, sollen sie sich mit Milch und Schmelzbutter vereinen.“ //
iti gāḥ sāyam āyatīr abhimantrayetāgnir vā etāsāṃ yonir agniḥ kulāyaṃ sva evainā yonau sve kulāye saṃveśayati nāsya paśavo naktam ārtim ārchanti ya evaṃ veda //
Mit diesem soll man die Kühe, wenn sie abends kommen, besprechen. Agni ist ihr Schoß, Agni das Nest; so lässt er sie in ihren eigenen Schoß, ihr eigenes Nest eingehen. Nachts stößt seinem Vieh keine Not zu, wer so weiß.
„Euch soll Aryaman vereinen, Pūṣan, Bṛhaspati, Indra, der Reichtum gewinnt. / Zusammengekommen, ohne zu straucheln, in diesem Kuhstall, dungspendend, leicht Eintretende, kommt zu uns.“
iti gāḥ saṃsṛjed yā asya purā syur yāś cānyato vindeta paśavo vai ghṛtam agnī rudro yaj juhuyād rudrāyāsya paśūn apidadhyāt tat saṃsṛjyā evobhayīr ha bhūyasīr bhavanti saṃ vaḥ sṛjatv aryameti yajño vā aryamā yajñenaivaināḥ saṃsṛjati saṃ pūṣeti puṣṭir vai pūṣā puṣṭyaivaināḥ saṃsṛjati saṃ bṛhaspatir iti brahma vai bṛhaspatir brahmaṇaivaināḥ saṃsṛjati sam indro yo dhanaṃjaya itīndriyaṃ vā indra indriyeṇaivaināḥ saṃsṛjati revatī tantiḥ pṛthivī mātā revatīr āpā oṣadhayaḥ //
Mit diesem soll man die Kühe zusammenführen, die früher ihm gehörten und die er anderswoher erhält. Das Vieh ist Schmelzbutter, Agni ist Rudra; wenn er opferte, würde er sein Vieh dem Rudra verschließen [?]; darum soll man sie zusammenführen. Beide (Herden) werden zahlreicher. „Euch soll Aryaman vereinen“ – Aryaman ist das Opfer; mit dem Opfer vereint er sie. „Pūṣan“ – Pūṣan ist das Gedeihen; mit Gedeihen vereint er sie. „Bṛhaspati“ – Bṛhaspati ist das Brahman; mit dem Brahman vereint er sie. „Indra, der Reichtum gewinnt“ – Indra ist die Sinneskraft (Indriya); mit Indriya vereint er sie. „Die reiche Schnur, die Erde die Mutter, die reichen Wasser, die Pflanzen –
iti tantiṃ vitanuyāt tām anumṛjyāt // rayyā tvā puṣṭyānumārjmi // iti rayyaivaināṃ puṣṭyānumārṣṭi tasyā vrataṃ na riktā syān noparyupari saṃcareyur nābhivarṣen nābhitaped etad vai basto rāmakāyano vidāṃcakāra tantyā vitananaṃ sa sahasraṃ paśūn prāpa pra sahasraṃ paśūn āpnoti ya evaṃ veda //
So soll er die Schnur (Kälberstrick) ausspannen; er soll sie bestreichen: „Mit Reichtum und Gedeihen bestreiche ich dich.“ // Damit bestreicht er sie mit Reichtum und Gedeihen. Ihr Gelübde: sie soll nicht leer sein; man soll nicht über sie hinweg gehen; es soll nicht auf sie regnen; sie soll nicht erhitzt werden. Dies kannte Basta Rāmakāyana, das Ausspannen der Schnur. Er erlangte Tausende von Vieh; wer so weiß, erreicht Tausende von Vieh.
„Vater der Kälber, Gatte der Kühe (aghnyā), und dieser der Vater der großen Buttergefäße (gargara): dich, den Samenspender, Ruhmspender, möge man freilassen zum Reichtumsgedeihen.“
So soll er beim Freilassen dem Stier ins Ohr sprechen; den Samenspender, den Ruhmspender lässt er ihn zum Reichtumsgedeihen frei. Wenn ein Vaiśya oder Śūdra reich an Gedeihen sein soll, soll er aus dessen Kuhstall einundzwanzig Dungfladen (śakan) holen und einundzwanzig Spenden darbringen. Einundzwanzig sind die Menschenwelten; aus den Menschenwelten erlangt er ihm Vieh. Mit diesen soll er opfern, mit den Kuhnamen, am Vorderteil (?) [agretvaryā gorbhasadi – Anm.: Sinn unsicher] [?], wer Vieh begehrt. Dies ist der Mund des Viehs; vom Mund her leitet er ihm das Vieh zu.
„Die, deren Name Vasu ist, die Indra heraustrieb, Gestalt der Tiere, als er die Morgenröte als Stätte erblickte – deren Schoß ist dieser, dieser der Kuhstall, hier Reichtum, Gedeihen; svāhā.“ // So soll er opfern.
„Die, deren Name Iḍā ist, die Bṛhaspati heraustrieb, Gestalt der Tiere, als er die Zeit des Zusammentreibens (saṃgava, Vormittag) als Stätte erblickte – deren Schoß ist dieser, dieser der Kuhstall, hier Reichtum, Gedeihen; svāhā.“ // So soll er opfern.
„Die, deren Name Jyotis ist, die die Maruts heraustrieben, Gestalt der Tiere, als sie den Mittag als Stätte erblickten – deren Schoß ist dieser, dieser der Kuhstall, hier Reichtum, Gedeihen; svāhā.“ // So soll er opfern.
„Die, deren Name Āyus ist, die Prajāpati heraustrieb, Gestalt der Tiere, als er den Nachmittag als Stätte erblickte – deren Schoß ist dieser, dieser der Kuhstall, hier Reichtum, Gedeihen; svāhā.“ // So soll er opfern. Dies sind die Gestalten des Tages; in diesen Gestalten des Tages entrissen die Götter die Gestalten des Viehs; so entreißt in eben diesen Gestalten des Tages der Opferherr dem Nebenbuhler das Vieh. Mit Schmelzbutter opfert er; das Vieh ist Schmelzbutter; mit Vieh entreißt er Vieh. Das ist nicht zu übersehen: nur morgens soll man im Kuhstall bei den Kühen opfern; alle erlangt er damit zugleich für sich. Mit diesen soll er opfern, wenn die Kühe gezeichnet sind [ākṛtāsu – Anm.: Sinn unsicher] [?]. „Aus dem Schoß hat er das Vieh ergriffen; … machen sie ringsum [apihīnāḥ paripariṇas kṛṇvanti – Anm.: Text unklar]“ [?]. Mit eben diesen soll er in der Schlacht opfern; dann soll er die Pferde besprechen:
„Ihr Mitra-Tragenden, ihr Herrschaft-Tragenden, ihr Stärke-Tragenden, ihr Kraft-Tragenden: wir wollen siegen, wir wollen überwältigen, wir wollen sein, wir wollen gedeihen.“ //
rohiṇīr vo vṛñje gāyatreṇa chandasāruṇā vo vṛñje traiṣṭbhena chandasā gaurīr vo vṛñje jāgatena chandasā babhruvo vo vṛñjā ānuṣṭubhena chandasā garbhān vo vṛñje vṛñje pāṅktena chandasā rūpāṇi vo vṛñje śākvareṇa chandasā sarvān vo vṛñje 'nāptena chandasā tat sapta saptapadā śakvarī śākvarāḥ paśavaḥ paśūn evāvarunddhe gāyatrī prathamā gāyatry uttamā tejo vai gāyatrī brahmavarcasaṃ tejasā ca vāvāsmā etad brahmavarcasena cobhayataḥ paśūn parigṛhṇāti
„Die Rötlichen von euch wähle ich (vṛñje) mit dem Gāyatrī-Metrum; die Rotbraunen von euch wähle ich mit dem Triṣṭubh-Metrum; die Blassgelben von euch wähle ich mit dem Jagatī-Metrum; die Braunen von euch wähle ich mit dem Anuṣṭubh-Metrum; die Leibesfrüchte von euch wähle ich, wähle ich mit dem Paṅkti-Metrum; die Gestalten von euch wähle ich mit dem Śakvarī-Metrum; alle von euch wähle ich mit dem unerreichten (anāpta) Metrum.“ Das sind sieben; die siebenfüßige Śakvarī: dem Śakvarī gehört das Vieh; so erlangt er Vieh für sich. Die Gāyatrī ist die erste, die Gāyatrī die letzte. Die Gāyatrī ist Glut (Tejas), Brahman-Glanz; mit Glut und Brahman-Glanz umfasst er das Vieh von beiden Seiten.
prajāpatir vai trīn mahimno 'sṛjatāgniṃ vāyuṃ sūryaṃ te catvāraḥ pitāputrāḥ sattram āsata te svedaṃ samavaukṣaṃs tad abhavat tad vā asyaitan nāmābhūd iti sarvam abhūd iti tad vā asyaite nāmanī krūre aśānte tasmād ete na grahītavye krūre hy ete aśānte prajāpatir vai svāṃ duhitaram abhyakāmayatoṣasaṃ sā rohid abhavat tām ṛśyo bhūtvādhyait tasmā apavratam achadayat tam āyatayābhiparyāvartata tasmād vā abibhet so 'bravīt paśūnāṃ tvā patiṃ karomy atha me mā sthā iti tad vā asyaitan nāma paśupatir iti tam abhyāyatyāvidhyat so 'rodīt tad vā asyaitan nāma rudra iti te vā asyaite nāmanī śive śānte tasmād ete kāmaṃ grahītavye śive hy ete śānte tato yat prathamaṃ retaḥ parāpatat tad agninā paryainddha tad āsām aghnyātvaṃ tato yad atyasravat tad bṛhaspatir upāgṛhṇāt tad āsām usriyātvam aśakāmeti tad āsāṃ śakvarītvaṃ gātum avidāmeti tad āsāṃ gotvam etāni vā āsāṃ nāmāni sarvair evāsāṃ nāmabhiḥ sarvaiḥ kāmair bhuṅkte ya evaṃ veda paśavo vai sṛṣṭā etāni nakṣatrāṇy anvapākrāman paurṇamāsīm aṣṭakām amāvāsyāṃ citrām aśvatthaṃ tasmāt teṣu gaur nāpākṛtyā yām apākuryāt tām asya paśavo 'nvapakrāmeyuḥ
Prajāpati schuf drei Größen (mahiman): Agni, Vāyu, Sūrya. Diese vier, Vater und Söhne, saßen eine Opfersitzung (sattra). Sie sprengten Schweiß aus; das wurde (abhavat). Dies wurde sein Name: „Es ist geworden, alles ist geworden“ [Anm.: Namensdeutung, wohl von bhava; unsicher]. Diese beiden Namen sind grausam, unbesänftigt; darum soll man sie nicht (im Mund) nehmen; denn diese sind grausam, unbesänftigt. Prajāpati begehrte seine eigene Tochter, die Uṣas. Sie wurde eine Rehkuh (rohit). Er wurde ein Hirsch (ṛśya) und bestieg sie. Für ihn [den Gelübdebrecher] verhüllte er [?] [apavratam achadayat – Anm.: Sinn unsicher]. Er wandte sich mit gespanntem (Bogen) um ihn; darum fürchtete er sich. Er (der Gott) sprach: „Ich mache dich zum Herrn der Tiere (paśupati); nur bleib mir fern.“ Das ist sein Name Paśupati. Er zielte auf ihn und durchbohrte ihn. Er weinte (arodīt). Das ist sein Name Rudra. Diese beiden Namen sind gütig, besänftigt; darum darf man sie nach Belieben nehmen; denn diese sind gütig, besänftigt. Der Same, der zuerst herabfiel, den umflammte Agni; das ist ihr (der Kühe) Aghnyā-Sein (Unantastbarkeit). Was darüber hinaus floss, das nahm Bṛhaspati auf; das ist ihr Usriyā-Sein. „Wir vermochten (aśakāma)“ – das ist ihr Śakvarī-Sein. „Wir fanden den Weg (gātu)“ – das ist ihr Go-Sein. Dies sind ihre Namen; mit allen ihren Namen genießt er alle Wünsche, wer so weiß. Das Vieh folgte, als es geschaffen war, diesen Mondhäusern (Tagen): dem Vollmond, der Aṣṭakā, dem Neumond, Citrā, Aśvattha [Anm.: Name unklar]. Darum soll man bei diesen keine Kuh wegtun; welche man wegtäte, der würde sein Vieh nachfolgen.
devā vai sarve sahāntarvanto 'bhavaṃs te sarve saha vyajāyanta tad ekavṛd aśayat saṃvṛttaṃ tad devā itthaṃ cetthaṃ ca vyatyacaraṃs tan mitrāvaruṇā acāyatāṃ syād vai ya enad vikuryād iti tad gāṃ dvipadīm akurutāṃ sā na pratyatiṣṭhat tasyā anyata āhṛtyermau pratyadhattāṃ tasmād etā abaddhā asthan sā catuṣpadī bhūtvā pratyatiṣṭhat prati prajayā ca paśubhiś ca tiṣṭhati ya evaṃ veda tasyāṃ vai payaḥ paryapaśyaṃs tāṃ devā aduhra haritena pātreṇa yajñaṃ cāmṛtaṃ ca duhe yajñaṃ cāmṛtaṃ ca ya evaṃ vedātha pitaro 'duhra rajatena pātreṇorjaṃ ca svadhāṃ ca duha ūrjaṃ ca svadhāṃ ca ya evaṃ vedātha manuṣyā aduhra dārupātreṇānnaṃ ca prajāṃ ca duhe 'nnaṃ ca prajāṃ ca ya evaṃ vedāthā ṛṣayo 'duhra camasena chandāṃsi ca paśūṃs ca duhe chandāṃsi ca paśūṃśca ya evaṃ vedātha gandharvāpsaraso 'duhra puṣkaraparṇena puṇyaṃ gandhaṃ duhe puṇyaṃ gandhaṃ ya evaṃ vedātha sarpā aduhrālāpunā viṣaṃ duhe bhrātṛvyāya viṣaṃ ya evaṃ vedāthāsurā aduhrāyaspātreṇa sravatā bhūtiṃ ca parābhūtiṃ ca duhe bhrātṛvyāyābhūtiṃ ca parābhūtiṃ ca ya evaṃ veda tāṃ vā indro 'nayaivopāsīdatedaṃ sarvam aduhad yad idaṃ kiṃca tāṃ dugdhvā pratyanudata sā pratinuttā kumanā atiṣṭhad dhyāyantī tāṃ prajāpatir acāyad dhyāyati vā iti so 'bravīt kiṃ dhyāyasīti sābravīd ye mādhukṣata te mā pratyanudanteti so 'bravīn mā sūrkṣas tathā vai tvā karṣyāmi yathobhayeṣāṃ devamanuṣyāṇāṃ priyā bhaviṣyasīti tasyā ghṛtaṃ padbhyo 'kṣarat tasya ghṛtasyādāya mukhaṃ vyamārṭ //
Die Götter waren alle zugleich schwanger; sie alle gebaren zugleich. Das lag als ein einziger Klumpen (ekavṛt), zusammengezogen. Die Götter gingen so und so durcheinander (vyatyacaran) [?]. Mitra und Varuṇa bemerkten das: „Es müsste einer sein, der dies gestaltet.“ Sie machten eine Kuh zweifüßig; sie stand nicht fest. Von woandersher holten sie und setzten ihr zwei Vorderbeine (ermau) an. Darum standen diese (Kühe) unangebunden [?]. Als sie vierfüßig geworden war, stand sie fest. Er steht fest mit Nachkommenschaft und Vieh, wer so weiß. In ihr erblickten sie Milch. Die Götter molken sie mit einem grünen Gefäß: er melkt Opfer und Unsterblichkeit – Opfer und Unsterblichkeit, wer so weiß. Dann molken die Pitṛs mit einem silbernen Gefäß: er melkt Kraft und Svadhā – Kraft und Svadhā, wer so weiß. Dann molken die Menschen mit einem hölzernen Gefäß: er melkt Speise und Nachkommenschaft – Speise und Nachkommenschaft, wer so weiß. Dann molken die Ṛṣis mit dem Camasa-Becher: er melkt die Metren und das Vieh – die Metren und das Vieh, wer so weiß. Dann molken die Gandharvas und Apsarasen mit einem Lotosblatt: er melkt guten Duft – guten Duft, wer so weiß. Die Schlangen molken mit einem Flaschenkürbis (alābu): er melkt Gift für den Nebenbuhler – Gift für den Nebenbuhler, wer so weiß. Die Asuras molken mit einem eisernen, lecken Gefäß: er melkt Gedeihen und Niederlage – dem Nebenbuhler Nicht-Gedeihen und Niederlage, wer so weiß. Zu ihr trat Indra mit ebendiesem hinzu und molk dies alles, was es hier gibt. Nachdem sie sie gemolken hatten, stießen sie sie zurück. Zurückgestoßen stand sie missmutig da und sann. Prajāpati bemerkte sie: „Sie sinnt wohl.“ Er sprach: „Worüber sinnst du?“ Sie sprach: „Die mich gemolken haben, stoßen mich zurück.“ Er sprach: „Sei nicht verächtlich; ich werde dich so machen, dass du beiden, Göttern und Menschen, lieb sein wirst.“ Von ihren Füßen tropfte Schmelzbutter. Er nahm von dieser Schmelzbutter und wischte (ihr) den Mund.
ubhayeṣāṃ tvā devamanuṣyāṇāṃ priyāṃ karomi // iti tasmād eṣobhayeṣāṃ devamanuṣyāṇāṃ priyaitenaiva śrotriyasya mukhaṃ vimṛjyād ubhaye hy etaṃ devamanuṣyā vidur etena kumāryā etena patikāmāyā etad vai govarcasaṃ na sarvasmā iva kuryād yasmai tu kuryāt tejasvī syāt
„Dich mache ich beiden, Göttern und Menschen, lieb.“ // Darum ist sie beiden, Göttern und Menschen, lieb. Mit eben diesem soll man einem Śrotriya (Vedakundigen) den Mund abwischen; denn beide, Götter und Menschen, kennen ihn (so). Damit (kann man es) für ein Mädchen, damit für eine, die einen Gatten begehrt (tun). Dies ist wahrlich Kuh-Glanz (govarcasa); man soll es nicht gleichsam für jeden tun; für wen man es aber tut, der wird glutvoll (tejasvin).
yo lalāmaḥ śitipāñ śitikakuñ śitibhasañ śitivālaḥ sāśāriḥ sāmaktāṣṭayūthā prāṣṭau yūthāny āpnoti yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yasya vālatuṣaḥ pratiṣṭhitaḥ sā pratiṣṭhitā prati prajayā ca paśubhiś ca tiṣṭhati yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yaḥ samantaḥ śitibāhuḥ sā samantā samantaḥ prajayā ca paśubhiś ca bhavati yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yaḥ śitipṛṣṭhaḥ sā tantiḥ paśumān bhavati yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavaty atha yasyaikarūpasya sato lakṣma bhavati sādārasṛn nāsyāmitro gā vidhāvati yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yājalomnī sā poṣayiṣṇur ajā iva prajāyante yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yā śyāmā sā poṣayiṣṇuḥ kṣipraṃ bahvīr bhavanty apaniṣādukās tu yāruṇā sā poṣayiṣṇuḥ kṣipraṃ bahvīr bhavanti himeravas tu yā śvetā sā poṣayiṣṇuḥ kṣipraṃ bahvīr bhavanti duścarmāṇas tu nāñjiḥ kāryo na pṛśnir amithunaṃ tad atho vyāghrarūpaṃ vai pṛśnir bibhyaty asmāt paśavaḥ kanīyāṃso 'sya paśavo bhavanti yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati tad āhur bījam evotsṛjyam ity etad vā āsāṃ bījaṃ yad rohitaṃ rūpaṃ paśumān bhavati yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yo dhūmras tāmradhūmraḥ sa prajāpatiḥ pra prajayā ca paśubhiś ca jāyate yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yasya lomaśā kakut sa stambī stambīva prajayā ca paśubhiś ca bhavati yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yasyordhvā kakut tā ūrdhvā āpyāyanta ūrdhvā asya paśavā āpyāyante yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yasya dakṣiṇataḥ pannaṃ sā pāpī sā sravanty atha yasya savyata unnataṃ sā puṇyā sopāharantī yā utpṛṣṭis tā ūrdhvā āpyāyanta ūrdhvā asya paśavā āpyāyante yasya tādṛṅṅ ṛṣabho bhavati yasya savyataḥ pannaṃ sā pāpī sā sravanty atha yasya dakṣiṇata unnataṃ sā puṇyā sopāharantī yā savyasācinī sā puṇyā sopāharantī yā saṃśṛṅgī sā goṣṭhas tāṃ na prachindyād anusṛṣṭasya goṣu syātām etau vai paśūnām askannaṃ havir askannam asya havir bhavati yasyānusṛṣṭir goṣu bhavaty ukṣā cāsya vehac ca goṣu syātām etau vai paśūnām ūrjaṃ bibhṛto 'kṣodhukā asya paśavo bhavanti yasyokṣā ca vehac ca goṣu bhavataḥ
Der (Stier), der eine Blesse (lalāma) hat, weißfüßig (śitipād), weißhöckerig, weißschenkelig, weißschwänzig ist [Anm.: Reihe von Merkmalen; „sāśāriḥ sāmaktāṣṭayūthā“ sprachlich unklar] [?] – wessen ein solcher Stier ist, der erlangt acht Herden. Wessen (Stier) am Schwanzende (vālatuṣa) fest steht [?], sie steht fest; sie steht fest mit Nachkommenschaft und Vieh; wessen ein solcher Stier ist. Der ringsum weißschulterige (samantaḥ śitibāhu): sie ist ringsum vollständig; er ist ringsum reich an Nachkommenschaft und Vieh; wessen ein solcher Stier ist. Der weißrückige (śitipṛṣṭha): sie ist die Schnur (tanti); er wird viehreich; wessen ein solcher Stier ist. Wessen (Kuh) aber, obwohl einfarbig, ein Mal hat [sādārasṛt – Anm.: Ausdruck unklar] [?], dessen Feind treibt die Kühe nicht auseinander; wessen ein solcher Stier ist. Die (Kuh) mit Ziegenhaar [yājalomnī – Anm.: Ausdruck unsicher] [?]: sie ist nährend; wie Ziegen gebären sie; wessen ein solcher Stier ist. Die dunkle (śyāmā): sie ist nährend; sie werden schnell zahlreich, sind aber zum Weglegen (Absinken) geneigt [apaniṣāduka – Anm.: unsicher] [?]. Die rötliche (aruṇā): sie ist nährend; sie werden schnell zahlreich, sind aber kälteanfällig [himeravas – Anm.: unsicher] [?]. Die weiße: sie ist nährend; sie werden schnell zahlreich, haben aber schlechte Haut. Man soll keinen Añji [Anm.: Farbbezeichnung unklar] [?] und keinen Gesprenkelten (pṛśni) zum (Zucht-)Stier machen; das ist ohne Paarung (amithuna); und Pṛśni hat die Gestalt eines Tigers; davor fürchtet sich das Vieh; sein Vieh wird geringer; wessen ein solcher Stier ist. Dazu sagt man: Nur ein Samen(-Stier) soll freigelassen werden; denn dies ist ihr Same, nämlich die rötliche Gestalt. Er wird viehreich, wessen ein solcher Stier ist. Der rauchfarbene, kupfer-rauchfarbene: er ist Prajāpati; er wird geboren mit Nachkommenschaft und Vieh; wessen ein solcher Stier ist. Wessen Höcker behaart ist: er ist buschig (stambī); er wird gleichsam buschig an Nachkommenschaft und Vieh; wessen ein solcher Stier ist. Wessen Höcker aufrecht steht: die schwellen aufwärts; aufwärts schwillt sein Vieh; wessen ein solcher Stier ist. Bei wessen (Kuh) es rechts eingesunken ist, sie ist schlecht, sie verliert (die Frucht); wessen aber links erhoben ist, sie ist gut, sie bringt herbei [?]. Die, die [utpṛṣṭi – Anm.: unklar] [?], die schwellen aufwärts; aufwärts schwillt sein Vieh; wessen ein solcher Stier ist. Bei wessen (Kuh) es links eingesunken ist, sie ist schlecht, sie verliert (die Frucht); wessen aber rechts erhoben ist, sie ist gut, sie bringt herbei. Die Linksgewandte (savyasācinī) ist gut, sie bringt herbei. Die mit zusammengewachsenen Hörnern (saṃśṛṅgī) ist der Kuhstall; die soll man nicht abschneiden [prachindyāt]. Bei den Kühen dessen, der (einen Stier) freigelassen hat, sollen [sie] sein. Diese beiden sind die unverschüttete Opfergabe des Viehs; unverschüttet wird ihm die Opfergabe, bei dem ein Freigelassener (anusṛṣṭi) unter den Kühen ist. Ein Stier (ukṣan) und eine unfruchtbare Kuh (vehat) sollen unter seinen Kühen sein; diese beiden tragen die Kraft (ūrj) des Viehs; sein Vieh wird nicht hungrig, bei wem ein Stier und eine unfruchtbare Kuh unter den Kühen sind.