Der Prapāṭhaka enthält den Pravargya-Ritus (Gharma-Opfer), die Glühtopf-Zeremonie mit heißer Milch, die dem Soma-Opfer vorausgeht und die Aśvins und den Sonnengott verehrt. Er bringt die Sprüche zur Herrichtung des Mahāvīra-Topfes, zum Erhitzen und Aufgießen der Milch sowie die Opfer, Anweisungen an die Priester (Brahman, Hotṛ, Agnīdh, Prastotṛ) und Sāman-Einlagen. Am Ende stehen Sühne- und Segenssprüche, Gelübde an Agni, Vāyu und Sūrya sowie Befriedungsverse (Śānti). Mehrere Mantras sind verderbt oder dunkel; solche Stellen sind mit [?] markiert.
yuñjate mana uta yuñjate dhiyo viprā viprasya bṛhato vipaścitaḥ / vi hotrā dadhe vayunāvid ekā in mahī devasya savituḥ pariṣṭutiḥ //
Es schirren an den Geist, und sie schirren an die Gedanken – die Redekundigen des redekundigen, großen, weisen (Savitṛ). Er allein, der die Ordnung der Bräuche kennt, verteilt die Hotṛ-Funktionen. Groß ist fürwahr die Lobpreisung des Gottes Savitṛ.
Steh auf, Brahmaṇaspati! Götter suchend rufen wir dich an. Die Marut, die guten Geber, sollen herzukommen; Indra, sei rasch zur Stelle, im Bunde mit ihnen.
Voran soll Brahmaṇaspati gehen, voran die göttliche Sūnṛtā (Wahrheit und Freundlichkeit). Hin zum männlichen Helden mit reihenweiser Gabe sollen die Götter das Opfer uns führen.
devī dyāvāpṛthivī anu me 'maṃsāthām ṛdhyāsam adya makhasya śiraḥ //
Die beiden göttlichen Welten, Himmel und Erde, haben mir zugestimmt: Möge ich heute gedeihen – (mit) dem Kopf des Makha [Anm.: Makha ist der Name des Opfers bzw. des Pravargya-Opferdämons; hier der Kopf des Opfers].
Für den Kopf des Makha (nehme ich) dich. Ihr göttlichen Ameisenhügel-Erden [?], die ihr die Erstgeborenen dieser Welt seid, die ihr das Rechte besitzt: Möge ich heute gedeihen – (mit) dem Kopf des Makha.
Aditi, die Göttin, die alle Götter bei sich hat, soll dich am Sitz der Erde nach Art der Aṅgiras graben, (als) Grube. Und die göttlichen Gattinnen der Götter, die alle Götter bei sich haben, sollen am Sitz der Erde nach Art der Aṅgiras die Mahāvīra-Töpfe setzen [Anm.: Mahāvīra ist das Gefäß, der Glühtopf des Pravargya].
Für die Flamme (nehme ich) dich, für den Glanz dich, für das Licht dich, für die Glut dich. Er ist an Größe über den Himmel hinausgewachsen, Mitra, der Weitreichende.
idam aham amum āmuṣyāyaṇaṃ tejasā brahmavarcasena paryūhāmi //
Diesen da, den Sohn des soundso, ringe ich hier mit Feuerglanz und Brahman-Glanz nieder [Anm.: paryūhāmi, wörtl. „umschichte/ringe ein“; die Deutung ist unsicher] [?].
Zerbrechen soll dich die Rede, zerbrechen soll dich die Kraft, zerbrechen soll dich die Opfergabe [Anm.: chṛṇattu, „soll zerbrechen/aufschlagen“; Sinn unsicher, vermutlich beim Aufbrechen der Tonmasse] [?].
Als der Götterburg-Zugehörige wandelst du; möge ich dich gedeihen lassen [Anm.: Die Ausgabe vermerkt die Variante carase; Lesung und Bezug unsicher] [?].
namo vāce namo vācaspataye yā coditā yā ca noditā tasyai vāce namo namā ṛṣibhyo mantrakṛdbhyo mantravidbhyo mantrapatibhyo mā mām ṛṣayo mantrakṛto mantravidaḥ prādur daivīṃ vācam udyāsaṃ juṣṭāṃ devebhyaḥ svadhāvarīṃ pitṛbhyo 'numatān manuṣyebhyas tan mā devā avantu śobhāyi pitaro 'numadantu //
Verneigung der Rede, Verneigung dem Herrn der Rede! Der Rede, die angetrieben ist und die nicht angetrieben ist, ihr Verneigung! Verneigung den Ṛṣis, den Mantra-Dichtern, den Mantra-Kennern, den Mantra-Herren! Nicht sollen mich, den Ṛṣis, die Mantra-Dichter, Mantra-Kenner, im Stich lassen: Ich möchte die göttliche Rede aussprechen, die den Göttern wohlgefällig ist, die den Vätern die Opferspeise (Svadhā) bringt und von den Menschen gebilligt wird. Diese sollen mich, ihr Götter, schützen; zum Glanz sollen die Väter zustimmen.
Ich nehme meine Zuflucht zum Metrum Gāyatrī, ich nehme meine Zuflucht zum Metrum Triṣṭubh, ich nehme meine Zuflucht zum Metrum Jagatī, ich nehme meine Zuflucht zum Metrum Anuṣṭubh, ich nehme meine Zuflucht zum Metrum Paṅkti, ich nehme meine Zuflucht zu den Metren (allgemein).
Brahman, wir wollen mit dem Pravargya verfahren! Hotṛ, preise den Gharma! Agnīdh, setze die beiden Opferkuchen für Rajana und Rohiṇa auf! Pratiprasthātṛ, verteile! Prastotṛ, singe die Sāmans! [Anm.: Anweisungen des Adhvaryu an die Priester; Gharma = die heiße Milch im Glühtopf des Pravargya.]
Der Opferspruch (Yajus) ist mit den Sāmans angeschirrt, die Ṛc-Verse bilden den Graben [?]; zusammengebracht mit allen Gedanken und mit den Opferlöhnen, ausgedehnt, hinüberführend – die Stubh-Rufe sollen ihn tragen, wohlgesinnt.
Om! Mit Indra (als Begleiter) verfahrt weiter! [Anm.: Aufforderung an die Priester zum Beginn der Handlung; die Ausgabe hat hier keine weiteren Zusätze.]
saṃsīdasva mahaṃ asi śocasva devavītamaḥ / vi dhūmam agne aruṣaṃ medhya sṛja praśasta darśatam //
Setz dich nieder, du bist groß; leuchte, du Götterlockendster. Lass den rötlichen, wohlgefälligen Rauch, Agni, ausströmen, du Weiser, Gepriesener, Schöner.
añjanti yaṃ prathayanto na viprā vapāvanto nāgninā tapantaḥ / pitur na putra upasi preṣṭhā ā gharmo agnir amṛto na sādi //
Den sie salben, wie Redekundige, die sich ausbreiten lassen, nicht wie Fettspender, die am Feuer sich erhitzen; wie ein Sohn im Schoß des Vaters, als der Liebste: Der Gharma, der Agni, der Unsterbliche, hat sich niedergesetzt.
anādhṛṣṭāsi purastād agner ādhipatyā āyur me dāḥ putravatī dakṣiṇata indrasyādhipatye prajāṃ me dāḥ //
Unbezwingbar bist du im Osten, unter der Herrschaft Agnis: Gib mir Lebensdauer. Kinderreiche im Süden, unter Indras Herrschaft: Gib mir Nachkommenschaft.
Würdig trägst du die Pfeile, der Bogenträger; würdig das verehrungswürdige Halsgeschmeide von allerlei Gestalt; würdig schenkst du diese ganze Welt, du Bogenträger. Stärker als alles ist Rudra: Das ist so.
Zehn nach Osten leuchtest du, zehn nach Süden leuchtest du, zehn nach Westen leuchtest du, zehn nach Norden leuchtest du, zehn aufwärts leuchtest du, wohlgesinnt.
Die Väter, die Yama zum König haben, sollen dich mit den (anderen) Vätern im Süden zum Leuchten bringen; du, zum Leuchten gebracht, lass mich leuchten.
deva gharma rucitas tvaṃ deveṣv ā surucitaṃ māṃ devamanuṣyeṣu kuru rucaṃ mayi dhehi rucir asi ruco 'si sa yathā tvaṃ rucyā rocasa evam ahaṃ rucyā rociṣīya taveva me rocamānasya roco bhūyāsur dhrājir asi dhrājo 'si sa yathā tvaṃ dhrājyā dhrājasa evam ahaṃ dhrājyā dhrājiṣīya taveva me dhrājamānasya dhrājo bhūyāsur bhrājir asi bhrājo 'si sa yathā tvaṃ bhrājyā bhrājasa evam ahaṃ bhrājyā bhrājiṣīya taveva me bhrājamānasya bhrājo bhūyāsuḥ
Göttlicher Gharma, du bist zum Leuchten gebracht: Mach mich unter den Göttern wohlleuchtend, unter Göttern und Menschen; lege Glanz in mich. Glanz (Ruci) bist du, Leuchten bist du; wie du durch (dein) Leuchten leuchtest, so möge ich durch (mein) Leuchten leuchten; wie deines, so möge das Leuchten meiner, des Leuchtenden, sein. Strahl (Dhrāji) bist du, Strahlen bist du; wie du durch (deinen) Strahl strahlst, so möge ich durch (meinen) Strahl strahlen; wie deines, so möge das Strahlen meiner, des Strahlenden, sein. Glanz (Bhrāji) bist du, Glänzen bist du; wie du durch (deinen) Glanz glänzt, so möge ich durch (meinen) Glanz glänzen; wie deines, so möge das Glänzen meiner, des Glänzenden, sein.
apaśyaṃ gopām anipadyamānam ā ca parā ca pathibhiś carantam / sa sadhrīcīḥ sa viṣūcīr vasānā āvarīvarti bhuvaneṣv antaḥ //
Ich sah den Hüter, der nie erlahmt, der auf Wegen herwärts und fortwärts wandelt. Er, in zusammenlaufende und auseinanderlaufende (Gewänder) gekleidet, kreist immer wieder inmitten der Welten.
sam agnis tapasāgata saṃ devo devena savitrā yajatra saṃ sūryeṇāyuktāyurdās tvam asmabhyaṃ gharma varcodā asi pitāsi pitā no bodhiṣīmahi tvā namas te astu mā mā hiṃsīḥ //
Agni ist mit der Glut gekommen; der Gott vereint sich mit dem Gott Savitṛ, du Opferwürdiger; verbunden mit der Sonne bist du uns Lebensdauer-Geber, Gharma; du bist Glanzspender, du bist Vater, Vater unser; wir möchten dich erkennen. Verneigung sei dir; tu mir nichts zuleide.
Honig-Opfergabe bist du. Svāhā! Dich für den Wind, für den Strahl der Sonne, für die Sitā, die den Regen erwirbt, opfere ich zusammen. Svāhā! [Anm.: Die Ausgabe emendiert sūryasya.]
Dem Wasser, dem Wind Svāhā; dem Meer, dem Wind Svāhā; dem Strom, dem Wind Svāhā; dem Ozean, dem Wind Svāhā; dem Śimidvat, dem Wind Svāhā; dem Kumudvat, dem Wind Svāhā; dem Hilfesuchenden (Avasyu), dem Wind Svāhā; dem Verehrungsuchenden (Duvasyu), dem Wind Svāhā; dem Unbezwinglichen, dem Wind Svāhā; dem Unangreifbaren, dem Wind Svāhā. Dich für Agni, den Vasu-Begleiteten, Svāhā; dich für Soma, den Rudra-Begleiteten, Svāhā; dich für Indra, den Marut-Begleiteten, Svāhā; dich für Yama, den Väter-Begleiteten, Aṅgiras-Begleiteten, Svāhā.
aśvinā gharmaṃ pibataṃ hārdrānum anu māṃ dyāvāpṛthivī anu me 'maṃsātām ihaiva rātayaḥ santi saṃ yajurbhiḥ svāhendrāya svāhendrāya vaṭ //
Aśvins, trinkt den Gharma, den Hārdrāna-Trank; Himmel und Erde haben mir zugestimmt: Hier eben sind die Gaben; mit den Opfersprüchen (Yajus) zusammen. Svāhā dem Indra! Svāhā dem Indra! Vaṭ!
Des mit Svāhā geopferten Gharma, des Honigs trinkt, ihr Aśvins; den Gharma habt ihr getrunken, ihr Aśvins. Er soll (euch) herfahren mit himmlischen Hilfen, wie sein eigenes Pedru-Ross [?]. Veṭ!
aśyāma te deva gharma ṛbhūmato vibhūmato vājavato bṛhaspativato viśvadevyāvataḥ pitṛmato 'ṅgirasvata uśīmahi tvā namas te astu mā mā hiṃsīḥ //
Möchten wir dein genießen, Gott Gharma, des Ṛbhu-Begleiteten, Vibhu-Begleiteten, Vāja-Begleiteten, Bṛhaspati-Begleiteten, Allgötter-Begleiteten, Väter-Begleiteten, Aṅgiras-Begleiteten; wir begehren dich. Verneigung sei dir; tu mir nichts zuleide.
Sprich (den Vers) nach für den, der zusammen niedergesetzt wird. [Anm.: Anweisung; „saṃsādyamāna“ bezeichnet den Gharma, der beim Niedersetzen der Gefäße angesprochen wird.]
gharma yā te divi śug yā divi yā bṛhati yā stanayitnau yā jāgate chandasīyaṃ te tām avayaje tasyai te svāhā //
Gharma, deine Glut (Śuc), die im Himmel ist, die im Himmel ist, die im Bṛhat (-Sāman), die im Donner, die im Metrum Jagatī: Dies ist deine; sie opfere ich dir zu, für sie dein Svāhā.
gharma yā te 'ntarikṣe śug yāntarikṣe yā vāte yā vāmadevye yā traiṣṭubhe chandasīyaṃ te tām avayaje tasyai te svāhā //
Gharma, deine Glut, die im Luftraum ist, die im Luftraum ist, die im Wind, die im Vāmadevya, die im Metrum Triṣṭubh: Dies ist deine; sie opfere ich dir zu, für sie dein Svāhā.
gharma yā te pṛthivyāṃ śug yā pṛthivyāṃ yāgnau yā rathantare yā gāyatre chandasīyaṃ te tām avayaje tasyai te svāhā //
Gharma, deine Glut, die auf der Erde ist, die auf der Erde ist, die im Feuer, die im Rathantara, die im Metrum Gāyatrī: Dies ist deine; sie opfere ich dir zu, für sie dein Svāhā.
anv adya na ity eṣā brahmaṇas tvā paraspāya kṣatrasya tanvas pāhi //
„Anu adya nas“ – dieser (Vers, gemeint ist das Sāman): Für Brahman (das Priestertum) dich, als Beschützer: Schütze den Leib der Kṣatra (Kriegerherrschaft).
apa dveṣo apa hvaro anyavratasya saścima valgur asi śaṃyordhāyāḥ //
Weg mit dem Hass, weg mit der Krümmung des Anderen-Gelübde-Folgers; wir haben uns angeschlossen [?]. Lieblich bist du, du Nährerin des Wohlbefindens [?].
tena vardhasva cāpyāyasva vardhiṣīmahi ca vayamā ca pyāyiṣīmahi ca vy asau yo asmān dveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmaḥ
Damit wachse und schwelle, und mögen wir wachsen und schwellen. Weg mit dem da, der uns hasst und den wir hassen. [Anm.: Der Name des Feindes wird anstelle von „asau“ genannt; die Ausgabe emendiert asau.]
rantir nāmāsi divyo gandharvas tasya te padvad dhavirdhānam agnir adhyakṣo rudro adhipatir viśvāvasuṃ soma gandharvam āpo dadṛśuṣīs tad ṛtenānvavāyaṃs tad indrasya vai rudro rārahāṇa āsāṃ pari sūryasya paridhīṃr aporṇu vīrebhir adhi tan no gṛṇāno rajaso vimāno yad vā ghā satyam uta yan na vidma //
Rantiḥ (Freude) heißt du, himmlischer Gandharva; dein ist das mit Füßen versehene Havirdhāna-Gerüst; Agni ist Aufseher, Rudra Oberherr. Den Viśvāvasu, Soma, den Gandharva, haben die Wasser erblickt; darauf folgten sie dem Ṛta. Das ist Indras fürwahr; Rudra, der ihnen zustrebende. Öffne die Umschließungen der Sonne (für uns); mit Helden hierüber. Für uns lobsingend, o Ermesser des Luftraums, sei es wahr oder was wir nicht wissen [Anm.: Der Text ist verderbt; die Wiedergabe ist eine bloße Näherung] [?].
Der Tropfen, der Kundige, der Falke, der Rechtsgesinnte, der Goldgeflügelte, der Vogel, der Eilende: Der Große sitzt am gemeinsamen Sitz, fest niedergelassen. Verneigung sei dir; tu mir nichts zuleide.
mā no gharma vyathito vivyadhīn mā na āyuḥ param avaraṃ mānadonaiḥ / mo ṣvatvam asmān tarādhān mā rudriyāso abhi gulbadhānaḥ //
Gharma, nicht soll uns ein Erschreckter durchbohren; nicht (nehme) unser Leben, das höhere oder niedere, mit Unheilsgaben; nicht (lass) uns du selbst (?) überspringen; nicht die Rudra-Angehörigen, die Zerstückler [Anm.: Text unsicher; Näherung] [?].
mā naḥ kratubhir hīḍiṣebhir asmaddviṣaḥ sunītho mā parā daiḥ / mā no agniṃ nirṛtir mā na āṣṭān mā no dyāvāpṛthivī hīḍiṣethām //
Nicht sollen uns die Zürnenden mit ihren Absichten (verfolgen); von uns, gut Führender, treib nicht die Hassenden fort [?]; nicht ergreife uns Nirṛti (Verderben) im Feuer; nicht sollen Himmel und Erde uns zürnen.
Und ihr, Mitra und Varuṇa, kommt hierher, Gedanken erwägend, und ihr, unsere Freunde. Der Āditya Ausströmen ist (ihr) grimmiges Geschoss; der Pfeil, der Wunsch, hat (uns) mit der Opfergabe verschont [Anm.: Text verderbt; Näherung] [?].
Den Zerstörer (?), den Zerrissenen im Getümmel vieler, den Jüngling, den Seienden, hat der Graue verschlungen. Sieh des Gottes Dichtergröße: Heute ist er gestorben, er, der gestern noch lebte [Anm.: Die Ausgabe vermerkt die Variante jagāda; Bezug auf Alter und Tod] [?].
Sing (?), er wird es erkennen; zuvor sollst du den Weissagungen ein Ende machen [?]. Der Zusammenfüger, die Fuge, der Freigebige, der Vielgutbesitzende: Er macht das Zerbrochene wieder heil [Anm.: Text unsicher] [?].
„Ud u tiṣṭha svadhvara ūrdhva ū ṣu ṇaḥ“ – so (sagen) einige. [Anm.: Anfangsworte zweier Verse; die Ausgabe vermerkt eine Padapāṭha-Variante zu svadhvaraḥ.]
Bhūr Bhuvaḥ Svar! Lege in mich jene Sinneskraft (Indriya), in mich Manneskraft (Vīrya), in mich Reichtum, in mich Schutz (?), in mich Geschick, in mich Willensmacht: Lege (in mich) gute Manneskraft [?].
tisṛbhir gharmo vibhāty ākūtyā manasā saha virājā jyotiṣā saha tapasā brahmaṇā saha tasya doham aśīmahi tasya bhakṣam aśīmahi tasya tā upahūtā upahūtasya bhakṣayāmi
Mit dreien leuchtet der Gharma: mit der Absicht und dem Geist zusammen, mit Virāj und dem Licht zusammen, mit der Glut (Tapas) und dem Brahman zusammen. Seiner Milch möchten wir teilhaftig werden, seiner Speise möchten wir teilhaftig werden; seine Anrufungen … Ich genieße die Speise des Angerufenen [Anm.: Text unsicher].
bṛhaspatiṣ ṭvā sādayatu pṛthivyāḥ pṛṣṭhe tena ṛṣiṇā tena vidhinā tena chandasā tena brahmaṇā tayā devatayāṅgirasvad dhruvā sīda
Bṛhaspati soll dich niedersetzen auf dem Rücken der Erde, mit jenem Ṛṣi, jener Vorschrift, jenem Metrum, jenem Brahman, jener Gottheit; nach Art der Aṅgiras setze dich fest.
prajāpatiṣ ṭvā sādayatu pṛthivyāḥ pṛṣṭhe tena ṛṣiṇā tena vidhinā tena chandasā tena brahmaṇā tayā devatayāṅgirasvad dhruvā sīda
Prajāpati soll dich niedersetzen auf dem Rücken der Erde, mit jenem Ṛṣi, jener Vorschrift, jenem Metrum, jenem Brahman, jener Gottheit; nach Art der Aṅgiras setze dich fest.
gṛdhraḥ suparṇaḥ kuṇapaṃ niṣevati yamasya dūtaḥ prahita eṣa eti vy asau yo asmān dveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmaḥ
Der Geier, der Schönflügelige, macht sich am Aas zu schaffen; Yamas Bote, ausgesandt, kommt da. Weg mit dem da, der uns hasst und den wir hassen. [Anm.: An Stelle von „asau“ ist der Name des Feindes zu nennen.]
pṛthivī samit tām agniḥ saminddhe sāgniṃ saminddhe tām ahaṃ samindhe sā mā samiddhā susamiddhā tejasā brahmavarcasena samindhatāṃ svāhā //
Die Erde ist das Brennholzscheit (Samidh); sie entzündet Agni, sie entzündet den, der mit Agni ist; sie entzünde ich. Sie, von mir entzündet, gut entzündet, soll mich mit Feuerglanz und Brahman-Glanz entzünden. Svāhā!
Der Luftraum ist das Brennholzscheit; sie entzündet Vāyu, sie entzündet den, der mit Vāyu ist; sie entzünde ich. Sie, von mir entzündet, gut entzündet, soll mich mit Feuerglanz und Brahman-Glanz entzünden. Svāhā!
dyauḥ samit tām ādityaḥ saminddhe sādityaṃ saminddhe tām ahaṃ samindhe sā mā samiddhā susamiddhā tejasā brahmavarcasena samindhatāṃ svāhā //
Der Himmel ist das Brennholzscheit; sie entzündet Āditya, sie entzündet den, der mit Āditya ist; sie entzünde ich. Sie, von mir entzündet, gut entzündet, soll mich mit Feuerglanz und Brahman-Glanz entzünden. Svāhā!
Die Himmelsrichtungen sind das Brennholzscheit; sie entzündet Prajāpati, sie entzündet den, der mit Prajāpati ist; sie entzünde ich. Sie, von mir entzündet, gut entzündet, soll mich mit Feuerglanz und Brahman-Glanz entzünden. Svāhā!
agne vratapate vrataṃ cariṣyāmi tat te prabravīmi tan me gopāya tañ śakeyaṃ tena śakeyaṃ tena rādhyāsam //
Agni, Herr der Gelübde, ich will das Gelübde vollziehen; das sage ich dir; das hüte mir; möchte ich es vermögen, möchte ich damit vermögen, möchte ich damit gedeihen.
vāyo vratapate vrataṃ cariṣyāmi tat te prabravīmi tan me gopāya tañ śakeyaṃ tena śakeyaṃ tena rādhyāsam //
Vāyu, Herr der Gelübde, ich will das Gelübde vollziehen; das sage ich dir; das hüte mir; möchte ich es vermögen, möchte ich damit vermögen, möchte ich damit gedeihen.
sūrya vratapate vrataṃ cariṣyāmi tat te prabravīmi tan me gopāya tañ śakeyaṃ tena śakeyaṃ tena rādhyāsam //
Sūrya, Herr der Gelübde, ich will das Gelübde vollziehen; das sage ich dir; das hüte mir; möchte ich es vermögen, möchte ich damit vermögen, möchte ich damit gedeihen.
vratānāṃ vratapate vrataṃ cariṣyāmi tat te prabravīmi tan me gopāya tañ śakeyaṃ tena rādhyāsam
Herr der Gelübde unter den Gelübden, ich will das Gelübde vollziehen; das sage ich dir; das hüte mir; möchte ich es vermögen, möchte ich damit gedeihen.
pṛthivī samit tām agniḥ samindhiṣṭa sāgniṃ samindhiṣṭa tām ahaṃ samindhiṣṭa sā mā samiddhā susamiddhā tejasā brahmavarcasena samindhiṣatāṃ svāhā //
Die Erde ist das Brennholzscheit; sie hat Agni entzündet, sie hat den, der mit Agni ist, entzündet; sie habe ich entzündet. Sie, von mir entzündet, gut entzündet, sollen mich (beide) mit Feuerglanz und Brahman-Glanz entzünden. Svāhā! [Anm.: Der Text hat die Verbformen im Aorist bzw. Medium; wörtliche Wiedergabe der Vergangenheit.]
Der Luftraum ist das Brennholzscheit; sie hat Vāyu entzündet, sie hat den, der mit Vāyu ist, entzündet; sie habe ich entzündet. Sie, von mir entzündet, gut entzündet, sollen mich mit Feuerglanz und Brahman-Glanz entzünden. Svāhā!
dyauḥ samit tām ādityaḥ samindhiṣṭa sādityaṃ samindhiṣṭa tām ahaṃ samindhiṣṭa sā mā samiddhā susamiddhā tejasā brahmavarcasena samindhiṣatāṃ svāhā //
Der Himmel ist das Brennholzscheit; sie hat Āditya entzündet, sie hat den, der mit Āditya ist, entzündet; sie habe ich entzündet. Sie, von mir entzündet, gut entzündet, sollen mich mit Feuerglanz und Brahman-Glanz entzünden. Svāhā!
Die Himmelsrichtungen sind das Brennholzscheit; sie hat Prajāpati entzündet, sie hat den, der mit Prajāpati ist, entzündet; sie habe ich entzündet. Sie, von mir entzündet, gut entzündet, sollen mich mit Feuerglanz und Brahman-Glanz entzünden. Svāhā!
agne vratapate vratam acārṣaṃ tat te prāvocaṃ tad aśakaṃ tenāśakaṃ tenārātsyam //
Agni, Herr der Gelübde, ich habe das Gelübde vollzogen; das habe ich dir gesagt; ich habe es vermocht; damit habe ich vermocht; damit werde ich gedeihen.
vāyo vratapate vratam acārṣaṃ tat te prāvocaṃ tad aśakaṃ tenāśakaṃ tenārātsyam //
Vāyu, Herr der Gelübde, ich habe das Gelübde vollzogen; das habe ich dir gesagt; ich habe es vermocht; damit habe ich vermocht; damit werde ich gedeihen.
sūrya vratapate vratam acārṣaṃ tat te prāvocaṃ tad aśakaṃ tenāśakaṃ tenārātsyam //
Sūrya, Herr der Gelübde, ich habe das Gelübde vollzogen; das habe ich dir gesagt; ich habe es vermocht; damit habe ich vermocht; damit werde ich gedeihen.
vratānāṃ vratapate vratam acārṣaṃ tat te prāvocaṃ tad aśakaṃ tenāśakaṃ tenārātsyam
Herr der Gelübde unter den Gelübden, ich habe das Gelübde vollzogen; das habe ich dir gesagt; ich habe es vermocht; damit habe ich vermocht; damit werde ich gedeihen.
pṛthivī śāntiḥ sauṣadhībhiḥ śāntir antarikṣaṃ śāntis tad vāyunā śāntir dyauḥ śāntiḥ sā vṛṣṭyā śāntir āpaḥ śāntir oṣadhayaḥ śāntir vanaspatayaḥ śāntir viśve devāḥ śāntir brahma śāntir brāhmaṇāḥ śāntiḥ śāntiḥ sarvaśāntis tvayāhaṃ śāntyā sarvaśāntyā mahyaṃ dvipade ca catuṣpade ca śāntiṃ karomi śāntir babhūva śāntir asi śāntir no astv abhayaṃ no astu //
Die Erde ist Befriedung, mit den Pflanzen Befriedung; der Luftraum ist Befriedung, damit Befriedung durch den Wind; der Himmel ist Befriedung, Befriedung durch den Regen; die Wasser sind Befriedung, die Pflanzen sind Befriedung, die Bäume sind Befriedung, alle Götter sind Befriedung, das Brahman ist Befriedung, die Brahmanen sind Befriedung; Befriedung, Befriedung, Gesamtbefriedung: Mit dir, der Befriedung, der Gesamtbefriedung, schaffe ich mir, dem Zweifüßigen und dem Vierfüßigen, Befriedung. Befriedung ist geworden; Befriedung bist du; Befriedung sei uns; Furchtlosigkeit sei uns.
trātāram indram avitāram indraṃ havehave suhavaṃ śūram indram / huve nu śakraṃ puruhūtam indraṃ svasti no maghavā dhātv indraḥ //
Den Retter Indra, den Beschützer Indra, bei jedem Ruf den gut zu rufenden, den Helden Indra: Ich rufe den mächtigen, vielgerufenen Indra; Heil soll uns der Gabenreiche Indra verleihen.
svasti nā indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ / svasti nas tārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatir dadhātu //
Heil soll uns Indra, der weithin Berühmte, Heil Pūṣan, der Allwissende; Heil soll uns Tārkṣya mit unversehrtem Radkranz, Heil soll uns Bṛhaspati verleihen.
Wie die Āditya den Soma-Stängel schwellen lassen, wie die Unvergänglichen das Unvergängliche trinken – so sollen uns Indra, Varuṇa, Bṛhaspati, die Hüter der Welt, schwellen lassen.