idaṃ vām āsye haviḥ priyam indrābṛhaspatī / ukthaṃ madaś ca śasyate //
Diese Opfergabe ist euch beiden im Munde lieb, Indra und Bṛhaspati; Preislied und Rausch werden (dabei) gepriesen.
Maitrāyaṇī-Saṃhitā · Kāṇḍa 4
Dieser Prapāṭhaka der Maitrāyaṇī-Saṃhitā (4. Kāṇḍa) ist eine Sammlung von Opfersprüchen (Mantras), überwiegend Ṛgveda-Verse, die als Yajus-Rezitation des Adhvaryu und Hotṛ bei verschiedenen Soma- und Nebenopfern (u. a. Sautrāmaṇī-Elemente, Āśvina-Spenden, Rākā-/Sinīvālī-/Kuhū-Opfer) verwendet werden. Anuvāka 1 bis 3 enthalten Anrufungen an Indra und Bṛhaspati, die Ādityas, Brahmaṇaspati, Viṣṇu, die Viśve Devāḥ, Indra Vṛtrahan und Manyu; Anuvāka 4 bis 6 rufen Indra-Varuṇa, Mitra, Aryaman, Agni, Apāṃ Napāt, die Aśvins, Sarasvatī, Savitṛ, Dhātṛ und Rudra an. Zahlreiche Einheiten sind bloße Anfangsworte (Pratīkas) längerer Verse, die im Text nur angedeutet werden und daher abgebrochen wirken.
idaṃ vām āsye haviḥ priyam indrābṛhaspatī / ukthaṃ madaś ca śasyate //
Diese Opfergabe ist euch beiden im Munde lieb, Indra und Bṛhaspati; Preislied und Rausch werden (dabei) gepriesen.
asme indrābṛhaspatī rayiṃ dhattaṃ śatagvinam / aśvāvantaṃ ashasriṇam //
Verleiht uns, Indra und Bṛhaspati, Reichtum, der hundert Rinder umfasst, reich an Rossen, mit Tausenden [Anm.: ashasriṇam ist offenbar verderbt für sahasriṇam „tausendfach“].
ehy u ṣu bravāṇi te 'gna itthetarā giraḥ / ebhir vardhāsā indubhiḥ //
Komm doch her, gern will ich zu dir, Agni, so und andere Lieder sprechen; mit diesen Tropfen (Soma) sollst du erstarken.
imaṃ yajñam idaṃ vacaḥ //
Dieses Opfer, dieses Wort.
tyān nu kṣatriyaṃ ava ādityān yāciṣāmahe / sumṛḍīkaṃ abhiṣṭaye //
Jene Ādityas, die Kṣatriya-Gleichen [?], bitten wir um Gnade, gnädig zu unserem Beistand.
yebhyo mātā madhumat pinvate payaḥ pīyūṣaṃ dyaur aditir adribarhāḥ / ukthaśuṣmān vṛṣabharānt svapnasas taṃ ādityaṃ anumadāt svastaye //
Denen die Mutter süße Milch schwellen lässt, den Pīyūṣa (Biestmilch), Himmel und Aditi, die Steine als Streu (Barhis) haben; (den Ādityas,) die Kraft aus Preisliedern haben, Stiere tragen, gute Werke tun, diesen Āditya soll er (der Opferherr) zu unserem Wohlergehen berauschen [?].
dhārayanta ādityāso jagat sthā devā viśvasya bhuvanasya gopāḥ / dīrghādhiyo rakṣamāṇā asuryam ṛtāvānaś cayamānā ṛṇāni //
Die Ādityas halten die Welt, die Götter, die Hüter der ganzen Welt, mit langem Sinnen, die Herrschaft (Asurya) schützend, die Wahrhaftigen, die Schulden einfordernd [?].
trī rocanā divyā dhārayanta hiraṇyayā śucayo dhārapūtāḥ / avṛjinā anavadyā adabdhā uruśaṃsā ṛjave martyāya //
Die drei himmlischen Lichträume halten sie, die goldenen, strahlenden, durch Ströme gereinigten; makellos, untadelig, unbetrügbar, weithin gepriesen für den aufrichtigen Sterblichen.
tat sūryasya bhadrā aśvā hiraṇyagarbho yaḥ prāṇataḥ //
Das sind die glücklichen Rosse der Sonne, (der) Hiraṇyagarbha (Goldkeim), der zu den Atmenden gehört [?].
bṛhaspatiḥ prathamaṃ jāyamāno maho jyotiṣaḥ parame vyoman / saptāsyas tuvijāto raveṇa vi saptaraśmir adhamat tamāṃsi //
Bṛhaspati, als er zuerst geboren wurde im höchsten Himmelsraum aus dem großen Licht, siebenmündig, vielfach geboren, blies mit Gebrüll, siebenstrahlig, die Finsternisse auseinander.
yadā vājam asanad viśvarūpam ā dyām arukṣad uttarāṇi sadma / bṛhaspatiṃ vṛṣaṇaṃ vardhayanto nānā santo bibhrato jyotir āsām //
Als er die vielgestaltige Beute gewann und zum Himmel emporstieg, in die höheren Sitze, (da) stärkten sie Bṛhaspati, den Stier, die verschieden seienden (Götter), die das Licht dieser (Gewässer) tragen.
bṛhaspatiṃ havāmahe viśvataḥ sagaṇaṃ vayam / upa no yajñam āgamat //
Bṛhaspati rufen wir von allen Seiten samt seiner Schar; er möge zu unserem Opfer kommen.
sa suṣṭubhā sa ṛkvatā gaṇena valaṃ ruroja phaligaṃ raveṇa / bṛhaspatir usriyā havyasūdaḥ kanikradad vāvaśatīr udājat //
Er sprengte mit dem guten Lobgesang, mit der Schar der Ṛk-Sänger, mit Gebrüll den Vala, den Phaliga; Bṛhaspati trieb die Kühe (Usriyā), die Opfergaben-Träufelnden, brüllend heraus, die rufenden.
brahmaṇaspate tvam asya yantā sūktasya bodhi tanayaṃ ca jinva / viśvaṃ tad bhadraṃ yad avanti devā bṛhad vadema vidathe suvīrāḥ //
Brahmaṇaspati, du bist der Lenker dieses Liedes; achte auf das gut gesprochene Wort und stärke unsere Nachkommenschaft. Alles das ist glücklich, was die Götter schützen; laut mögen wir im Opfer sprechen, mit guten Männern.
brahmaṇaspate sūyamasya viśvahā rāyaḥ syāma rathyo vayasvataḥ / vīreṣu vīraṃ upapṛṅdhi nas tvaṃ yad īśāno brahmaṇā veṣi me havam //
Brahmaṇaspati, mögen wir jeden Tag Herren des Reichtums sein, wagenreich, kraftvoll; verbinde uns mit Männern den Mann, du, der du als Gebieter durch das Brahman meinen Ruf erhörst.
uttiṣṭha brahmaṇaspate devayantas tvemahe / upa prayantu marutaḥ sudānavā indra prāśur bhavā sacā //
Steh auf, Brahmaṇaspati; wir, die Götter begehrend, rufen dich an. Die Marut, gute Geber, sollen herankommen; Indra, sei ein schneller Genosse.
agnir ukthe purohito grāvāṇo barhir adhvare / ṛcā yāmi maruto brahmaṇaspatiṃ devaṃ avo vareṇyam //
Agni ist beim Preislied der Vorangestellte (Purohita), die Presssteine bei der Feier, das Barhis; mit dem Ṛk-Vers gehe ich zu den Marut, zu Brahmaṇaspati, dem Gott, dessen Beistand erwünscht ist.
namas te rudra manyava imā rudrāya //
Verehrung sei deinem Zorn, Rudra; dies (sei) für Rudra.
ko addhā veda ka iha pravocat kutā ājātā kuta iyaṃ visṛṣṭiḥ / arvāg devā asya visarjanenāthā ko veda yata ābabhūva //
Wer weiß es gewiss, wer möge hier verkünden, woher (es) geboren wurde, woher diese Schöpfung (kam)? Die Götter (sind) diesseits von dieser Entlassung (Schöpfung); wer also weiß, woher es entstand?
iyaṃ visṛṣṭir yata ābabhūva yadi vā dadhe yadi vā na / yo asyādhyakṣaḥ parame vyomant so aṅga veda yadi vā na veda //
Diese Schöpfung, woher sie entstanden ist, ob er sie gestiftet hat oder nicht: der ihr Aufseher im höchsten Himmelsraum ist, der weiß es wahrhaftig – oder aber er weiß es nicht.
idaṃ viṣṇur vicakrame //
Dies durchschritt Viṣṇu.
tad asya priyam abhi pātho aśyāṃ naro yatra devayavo madanti / urukramasya sa hi bandhur itthā viṣṇoḥ pade parame madhvā utsaḥ //
Zu jenem seinem lieben Standort möchte ich gelangen, wo die götterergebenen Männer sich berauschen; denn das ist wahrlich der Freund des Weitschreitenden; in Viṣṇus höchstem Schritt ist eine Quelle des Honigs.
viśve devā ṛtāvṛdhaḥ //
Alle Götter, die das Rechte mehren.
viśve devāḥ śṛṇutemaṃ havaṃ me ye antarikṣe ya upa dyavi ṣṭha / ye agnijihvā uta vā yajatrā āsadyāsmin barhiṣi mādayadhvam //
Alle Götter, hört diesen meinen Ruf, die ihr im Luftraum seid und die ihr am Himmel seid, die ihr Agni zur Zunge habt und die ihr Opferwürdige seid; setzt euch auf diese Streu und berauscht euch.
indrāṇī patyā sujitaṃ jigāya senā ha nāma pṛthivī dhanaṃjayā viśvavyacā aditiḥ sūryatvak / indrāṇī prāsahā saṃjayantī tasyai ta enā haviṣā vidhema //
Indrāṇī hat mit ihrem Gatten den guten Sieg gewonnen; das Heer ist ja die Erde, die Beute-Gewinnerin, die Allumfassende, Aditi, die Sonnenhäutige; Indrāṇī, die Überwältigende, die Siegreiche: ihr wollen wir mit dieser Opfergabe dienen.
upaprehi vācaspate devena manasā saha / vasupate viramaya mayy eva tanvaṃ mama //
Komm heran, Herr der Rede, mit göttlichem Geist; Herr der Güter, lass meinen Leib in mir selbst zur Ruhe kommen.
ye trisaptāḥ pariyanti viśvā rūpāṇi bibhrataḥ / vācaspatir balā teṣāṃ tanvo 'dya dadhātu me
Die dreimal Sieben, die umhergehen, alle Gestalten tragend: Vācaspati soll heute ihre Kräfte und Leiber mir verleihen.
agniḥ prathamo vasubhir no avyāt somo rudrair abhirakṣatu tmanā / indro marudbhir ṛtuthā kṛṇotv ādityair no varuṇaḥ śarma yaṃsat //
Agni als erster soll uns mit den Vasu beschützen, Soma soll uns mit den Rudra aus eigenem Antrieb behüten; Indra soll es zu den rechten Zeiten mit den Marut für uns tun, Varuṇa soll uns mit den Ādityas Schutz gewähren.
sam agnir vasubhir no avyāt saṃ somo rudriyābhis tanūbhiḥ / sam indro rātahavyo marudbhiḥ sam ādityair varuṇo viśvavedāḥ //
Agni soll uns mit den Vasu beistehen, Soma mit den rudrischen Leibern; Indra mit den Marut, dem der Opferguss geschenkt wird, Varuṇa, der Allwissende, mit den Ādityas.
agne dā dāśuṣe rayiṃ vīravantaṃ parīṇasam / śiśīhi naḥ sūnumataḥ //
Agni, gib dem Darbringer Reichtum mit Söhnen [d. h. mannhaft], den umfassenden; schärfe uns, die wir Söhne haben.
dā no agne śatino dāḥ sahasriṇo duro na vājaṃ śrutyā apāvṛdhi / prācī dyāvāpṛthivī brahmaṇā kṛdhi svar ṇa śukram uṣaso vididyutuḥ //
Gib uns, Agni, Hunderte, gib Tausende; wie Türen öffne die Beute für den, der auf uns hört; mache Himmel und Erde durch das Brahman nach vorn gerichtet; wie das Licht des Himmels sollen die Morgenröten hell aufleuchten.
hiraṇyapāṇim ūtaye savitāram upahvaye / sa cettā devatā padam //
Den Goldhändigen rufe ich zu Hilfe, Savitṛ; er ist der Erkenner des Standortes der Gottheit.
vāmam adya savitar vāmam u śvo divedive vāmam asmabhyaṃ sāvīḥ //
Köstliches (schenke) heute, Savitṛ, Köstliches auch morgen, Tag für Tag; Köstliches lass für uns erzeugt werden.
vāmasya hi kṣayasya deva bhūrer ayā dhiyā vāmabhājaḥ syāma //
Denn durch diesen Gedanken, Gott, mögen wir an der Herrschaft über reiche Köstlichkeit Anteil haben.
pra vāyuṃ pra yābhiḥ //
Vorwärts zu Vāyu, vorwärts (mit denen), mit denen.
syonā pṛthivi bhavānṛkṣarā niveśanī / yachā naḥ śarma saprathaḥ //
Sei uns angenehm, Erde, dornenlos, Wohnstatt bietend; gewähre uns weit ausgedehnten Schutz.
baḍ itthā parvatānāṃ khidraṃ bibharṣi pṛthivi / pra yā bhūmiṃ pravatvati mahnā hinoṣi mahini //
Wahrhaftig, Erde, trägst du die Spalten der Berge; die du das Land mit Wasserläufen durch deine Größe vorantreibst, du Große.
pūrvāparaṃ carato māyayaitau śiśū krīḍantau pariyāto adhvaram / viśvāny anyo bhuvanā vicaṣṭa ṛtūṃr anyo vidadhaj jāyate punaḥ //
Die beiden gehen durch Zauberkraft einander folgend, spielende Kinder, um das Opfer herum; der eine überschaut alle Wesen, der andere wird immer wieder neu geboren, die Zeiten ordnend.
navonavo bhavati jāyamāno 'hnāṃ ketur uṣasām ety agram / bhāgaṃ devebhyo vidadhāty āyan pra candramās tirate dīrgham āyuḥ //
Immer neu wird er, wenn er geboren wird; als Zeichen der Tage geht er an der Spitze der Morgenröten; beim Kommen teilt er den Göttern den Anteil zu; der Mond verlängert das lange Leben.
yathādityā aṃśum āpyāyayanti yathākṣitim akṣitayaḥ pibanti / evāsmān indro varuṇo bṛhaspatir āpyāyayantu bhuvanasya gopāḥ //
Wie die Ādityas den Soma-Stengel anschwellen lassen, wie die Unvergänglichen das Unvergängliche trinken, so sollen Indra, Varuṇa, Bṛhaspati, die Hüter der Welt, uns anschwellen lassen [d. h. wachsen lassen].
prācyāṃ diśi tvam indrāsi rājotodīcyāṃ vṛtrahan vrātrahāsi / yatra yanti srotyās taj jitaṃ te dakṣiṇato vṛṣabho havya edhi //
In der östlichen Himmelsrichtung bist du, Indra, König; und im Norden, Vṛtratöter, bist du der Tötende der Feindesscharen [?]; wohin die Ströme gehen, das ist von dir erobert; im Süden sei ein Stier, der Opfergaben erhält.
asyed eva praririce mahitvaṃ divas pṛthivyāḥ pary antarikṣāt / svarāḍ indro damā ā viśvagūrtaḥ svarir amatro vavakṣe raṇāya //
Seine Größe hat wahrlich über Himmel, Erde und Luftraum hinaus gewaltet; Indra, der Selbstherrscher, zu Hause allseits gepriesen, der selbstleuchtende, unermessliche, wurde zum Kampf gefahren [?].
tvam indrāsy adhirājas tvaṃ bhavādhipatir janānām / daivīr viśas tvam utā virājaujasvat kṣatram ajaraṃ te astu //
Du, Indra, bist der Oberkönig, du sei der Oberherr der Menschen; du auch der Herrscher der göttlichen Stämme; deine Kṣatra-Herrschaft sei kraftvoll und unvergänglich.
ā yasmint sapta vāsavā rohanti pūrvyā ruhaḥ / ṛṣir ha dīrghaśruttamā indrasya gharmo atithiḥ //
Auf ihm, auf dem die sieben Vasu aufsteigen, der alte Wuchs; der Ṛṣi, der weitberühmte, Indras Gastfreund, der Gharma (Heißmilchtrank).
mado na yaḥ somyo bodhicakṣā vātaś ca nu cyavana induvikṣāḥ / sa tapnuḥ śucase na sūraḥ sa svedayuḥ śuśucāno na gharmaḥ //
Der wie ein Rausch Soma-artig ist, mit wachem Blick, und der Wind, und der zum Erschüttern (Fließende), die Tropfen bewegend; er glüht wie die Sonne, ist schweißtreibend, lodernd wie der Gharma.
indriyāṇi śatakrato yā te janeṣu pañcasu / indra tāni tā āvṛṇe //
Die Sinneskräfte (Indriya), Hundertwerker, die du unter den fünf Völkern hast, Indra, diese wähle ich mir aus.
anu te dāyi maha indriyāya satrā te viśvam anu vṛtrahatye / anu kṣatram anu saho yajatrendra devebhir anu te nṛṣahye //
Dir wurde nach für die große Sinneskraft; zugleich (gehört) dir alles nach bei der Vṛtra-Tötung; dir nach die Kṣatra-Herrschaft, nach die Stärke, Opferwürdiger, Indra, mit den Göttern, dir nach im Männerkampf.
anavas te ratham aśvāya takṣan tvaṣṭā vajraṃ puruhūta dyumantam / brahmāṇā indraṃ mahayanto arkair avardhayann ahaye hantavā u //
Die Anu haben dir den Wagen für das Ross gezimmert; Tvaṣṭṛ das glänzende Vajra, Vielgerufener; die Brahman-Sänger, Indra ehrend, ließen ihn mit Liedern erstarken, um die Schlange zu töten.
vṛṣṇe yat te vṛṣaṇo arkam arcān indra grāvāṇo aditiḥ sajoṣāḥ / anaśvāso ye pavayo 'rathā indreṣitā abhyavartanta dasyūn
Als, Stier, deine Stiere, Indra, den Sang sangen, die Presssteine, Aditi einträchtig; die ohne Rosse, ohne Wagen laufenden Radschienen, von Indra getrieben, wandten sich gegen die Dasyu.
viveṣa yan mā dhiṣaṇā jajāna stavai purā pāryād indram ahnaḥ / aṃhaso yatra pīparad yathā no nāveva yāntam ubhaye havante //
Als mich der Gedanke [dhiṣaṇā] ergriff, dass ich Indra preisen soll, bevor der Tag zu Ende geht, wo er uns aus der Not hinüberträgt, wie ein Schiff, das fährt, rufen ihn beide (Lager) an.
aṃhomuce prabharemā manīṣāṃ bhūyiṣṭhadāvne sumatim āvṛṇānaḥ / idam indra prati havyaṃ juṣasva satyāḥ santu yajamānasya kāmāḥ //
Dem Sündenlöser wollen wir das Lied darbringen, dem, der am meisten gibt, gute Gesinnung erbittend; nimm, Indra, diese Opfergabe entgegen; die Wünsche des Opferherrn sollen wahr werden.
trātāram indram avitāram indraṃ havehave suhavaṃ śūram indram / huve nu śakraṃ puruhūtam indraṃ svasti no maghavā dhātv indraḥ //
Den Retter Indra, den Helfer Indra, bei jedem Ruf den gut Erhörenden, den Helden Indra, rufe ich nun, den Mächtigen, den Vielgerufenen Indra; Wohlergehen soll uns der Gabenreiche Indra verleihen.
mā te asyāṃ sahasāvan pariṣṭā aghāya bhūma harivaḥ parādaiḥ / trāyasva no 'vṛkebhir varūthais tava priyāsaḥ sūriṣu syāma //
Wir wollen dir, Gewaltiger, nicht in dieser (Bedrängnis) Umzingelte sein, Falbenherr, zum Unheil, den Übeltätern preisgegeben; beschütze uns mit wolfsfreien Schutzwehren; wir wollen dir lieb sein unter den Sängern.
anu tvāhighne adha deva devā madan viśve kavitamaṃ kavīnām / karo yatra varivo bādhitāya dive janāya tanve gṛṇānaḥ //
Dir nach, Schlangentöter, dann, Gott, haben alle Götter sich berauscht, dir, dem weisesten der Weisen; wo du dem Bedrängten Raum schaffst, dem Himmel, dem Volk, dem Leib, wenn du gepriesen wirst.
anu dyāvāpṛthivī tat tā ojo 'martyā jihata indra devāḥ / kṛṣvā kṛtno akṛtaṃ yat te asty ukthaṃ navīyo janayasva yajñaiḥ //
Dir nach schauen Himmel und Erde; jene beide, die Unsterblichen, verlassen (?) diese Kraft, Indra, die Götter; tu, was noch nicht getan ist, was du tun kannst; erzeuge ein neueres Preislied durch Opfer.
abhi prabhara dhṛṣatā dhṛṣanmanaḥ śravaś cit te asad bṛhat / arṣantv āpo javasā vi mātaro hano vṛtraṃ jayā svaḥ //
Trage kühn heran, o Kühner, (deine) Gesinnung; dein Ruhm sei groß; die Wasser sollen mit Wucht strömen, die Mütter; töte den Vṛtra, gewinne das Licht (Svar).
asmā id u prabharā tūtujāno vṛtrāya vajram īśānaḥ kiyedhāḥ / gor na parva viradā tiraśceṣyann arṇāṃsy apāṃ caradhyai //
Ihm da bring dar, eilig, dem Vṛtra, der du Herr bist, das Vajra, wie viele Maße es hat; wie ein Rinderglied zerschneide (ihn) quer, im Begriff, die Fluten der Wasser zum Fließen zu bringen.
vi na indra mṛdho jahi nīcā yacha pṛtanyataḥ / adhaspadaṃ tam īṃ kṛdhi yo asmaṃ abhidāsati //
Schlage, Indra, die Feinde auseinander, halte die Angreifer nieder; mache den zu einem unter unseren Füßen, der uns befeinden will.
mṛgo na bhīmaḥ kucaro giriṣṭhāḥ parāvatā ājaganthā parasyāḥ / sṛkaṃ saṃśāya pavim indra tigmaṃ vi śatrūn tāḍhi vi mṛdho nudasva //
Wie ein furchtbares Tier, in Schluchten umherstreifend, auf dem Berge stehend, bist du von fern, von jenseits hergekommen; Indra, schärfe den Speer, das scharfe Wurfgeschoss, schlage die Feinde auseinander, stoß die Widersacher weg.
ākare vasor jaritā panasyate 'nehasaḥ stubhā indro duvasyati / vivasvataḥ sadanā ā hi pipriye satrāsāham abhimātihanaṃ stuhi //
Am Kommen des Guten wird der Sänger gepriesen; Indra begehrt die Lobreden des Fehllosen; er ist an den Wohnstätten des Vivasvant erfreut worden; preise den stets Überwältigenden, den Töter der Feinde.
tvaṃ sapatnān pṛtanāsu jiṣṇur indrābhiṣāḍ abhimātīr apaghnan / pibā somaṃ vajrabāho viṣahyāsmabhyaṃ paṇīṃr arvasv āmukhāya //
Du, Indra, bist siegreich über die Nebenbuhler in den Schlachten, der Bezwinger, die Feinde vernichtend; trink den Soma, Keulenarmiger; überwinde uns die Geizigen, ihr Vieh [arvasu?] [Anm.: der Text der letzten Wortgruppe ist unklar].
puruṣṭutasya nāmabhiḥ śatena mahayāmasi / indrasya carṣaṇīsahaḥ //
Mit hundert Namen des vielgepriesenen Indra, des Völker Bezwingenden, wollen wir ihn verherrlichen.
nāmāni te śatakrato viśvābhir gīrbhir īmahe / indrābhimātiṣāhye //
Deine Namen, Hundertwerker, erbitten wir mit allen Liedern, Indra, beim Überwinden der Feinde.
arvāvato nā āgahi parāvataś ca vṛtrahan / imā juṣasva no giraḥ //
Von nah her, von fern her, Vṛtratöter, komm zu uns; nimm diese unsere Lieder freundlich an.
yad antarā parāvatam arvāvataṃ ca hūyase / indreha tatā āgahi //
Wenn du zwischen dem Fernen und dem Nahen gerufen wirst, Indra, so komm von dort hierher.
endra sānasiṃ rayiṃ sajitvānaṃ sadāsaham / varṣiṣṭham ūtaye bhara //
Komm her, Indra, und bring Reichtum, der Gewinn bringt, den stets Überwältigenden, den ausgezeichnetsten, zur Hilfe.
prasasāhiṣe puruhūta śatrūn jyeṣṭhas te śuṣma iha rātir astu / indrābhara dakṣiṇenā vasūni patiḥ sindhūnām asi revatīnām //
Du hast die Feinde überwältigt, Vielgerufener; deine größte Stärke und Gabe sei hier; bring, Indra, mit der Rechten die Güter; du bist der Herr der reichen Ströme.
indraṃ naro nemadhitā havante yat pāryā yunajate dhiyas tāḥ / śūro nṛṣātā śravasaś cakāna ā gomati vraje bhajā tvaṃ naḥ //
Indra rufen die Männer, in Bedrängnis geraten, wenn sie diese Gedanken, die zum Ziel führen, anspannen; der Held, der bei den Männerkämpfen Ruhm begehrt: hab uns Anteil im rinderreichen Gehege.
hṛdaṃ na hi tvā nyṛṣanty ūrmayo brahmāṇīndra tava yāni vardhanā / tvaṣṭā cit te yujyaṃ vāvṛdhe śavas tatakṣa vajram abhibhūtyojasam //
Denn wie in einen See dringen die Wellen (der Lobgesänge) nicht in dich ein; die Brahmanen (Gebetsworte), Indra, die dich stärken; auch Tvaṣṭṛ hat dir als Genosse die Kraft gestärkt und das den Gegner überwältigende, kraftvolle Vajra gezimmert.
abhi svavṛṣṭiṃ made asya yudhyato raghvīr iva pravaṇe sasrur ūtayaḥ / indro yad vajrī dhṛṣamāṇo andhasā bhinad valasya paridhīṃr iva tritaḥ //
Zum eigenen Regen hin (?), im Rausch dieses Kämpfenden, eilten die Hilfen wie flinke Wesen den Abhang hinab; als Indra, der Vajra-Träger, durch die Speise kühn geworden, des Vala Umschließungen spaltete, wie Trita [?].
tam indraṃ vājayāmasi yuje ratham //
Diesen Indra wollen wir kräftigen; ich spanne den Wagen an.
vṛtraturaṃ maghavānaṃ śacīpatim indraṃ giro bṛhatīr abhyanūṣata / vāvṛdhānaṃ puruhūtaṃ suvṛktibhir amartyaṃ jaramāṇaṃ divedive //
Den Vṛtra-Bezwinger, den Gabenreichen, den Herrn der Śacī, Indra, haben die hohen Lieder besungen; den Erstarkten, Vielgerufenen, mit guten Lobreden, den Unsterblichen, Tag für Tag Alternden [?].
ahan vṛtraṃ vṛtrataraṃ vyaṃsam indro vajreṇa mahatā vadhena / skandhāṃsīva kuliśenā vivṛkṇāhiḥ śayata upapṛk pṛthivyāḥ //
Indra erschlug mit dem Vajra, mit der gewaltigen Tötung, den Vṛtra, den noch stärkeren Vṛtra, den Schulterlosen; wie Baumstämme mit dem Beil zerhackt, liegt die Schlange da, der Erde nahe geschmiegt.
abhitiṣṭha pṛtanyato 'dhare santu śatravaḥ / indra iva dasyuhā bhavāpaḥ kṣetrāṇi saṃjaya //
Tritt den Angreifern entgegen; unten sollen die Feinde sein; wie Indra, der Dasyu-Töter, sei; gewinne die Wasser, gewinne die Felder.
āśīr nā ūrjam uta suprajāstvam iṣaṃ dadhātu draviṇaṃ savarcasam / saṃjayan kṣetrāṇi sahasāham indra kṛṇvāno anyaṃ adharānt sapatnān //
Segen soll uns Kraft und gute Nachkommenschaft, Labung, Reichtum, mit Glanz verleihen; Felder erobernd, mit Gewalt siegreich, Indra, der die anderen Nebenbuhler unter uns niedertrat.
tvam indrāsy adhirājaḥ //
Du, Indra, bist der Oberkönig.
indro jayati na parājayate adhirājo rājasu rājayate / viśvā abhiṣṭiḥ pṛtanā jayaty upasadyo namasyo yathāsat //
Indra siegt und wird nicht besiegt, der Oberkönig, unter den Königen herrscht er; alle Angriffe, alle Heere besiegt er; er ist der, dem man sich nahen soll, der zu verehren ist, wie es sein soll.
ā te maha indroty ugra samanyavo yat samaranta senāḥ / patāti didyun naryasya bāhvor mā te mano viṣvadryag vicārīt //
Zu deiner großen (Kraft), Indra, wenn die Heere zornentbrannt aufeinandertreffen, Grimmiger; es fällt der Blitz in den Armen des Mannes; dein Geist soll nicht nach allen Seiten abirren.
yo jāta eva prathamo manasvān devo devān kratunā paryabhūṣat / yasya śuṣmād rodasī abhyasetāṃ nṛmṇasya mahnā sa janāsā indraḥ //
Der gleich bei der Geburt als erster, geistvoll, die Götter mit Einsicht überragte, vor dessen Kraft Himmel und Erde bebten durch die Größe seiner Mannhaftigkeit: der, ihr Leute, ist Indra.
manyur indro manyur evāsa devo manyur hotā varuṇo viśvavedāḥ / manyuṃ viśa īḍate mānuṣīr yā avā no manyo tapasā sajoṣāḥ //
Manyu (Zorn) ist Indra, Manyu war der Gott, Manyu ist der Hotṛ, Varuṇa, der Allwissende; Manyu verehren die Stämme, die menschlichen; beschütze uns, Manyu, einträchtig mit der Glut.
tvaṃ hi manyo abhibhūtyojāḥ svayaṃjo bhāmo abhimātiṣāhaḥ / viśvacarṣaṇiḥ sahuriḥ sahāvānt sa hūyamāno amṛtāya gachat //
Denn du, Manyu, bist von überlegener Stärke, aus dir selbst geboren, glühend, Feinde bezwingend; allen Völkern gewachsen, siegreich, kraftvoll; so angerufen möge er zur Unsterblichkeit gelangen.
iḍām agne tvaṃ no agne kim it te viṣṇo pra tat te adya //
Iḍā, Agni; du, Agni, uns; wie nur, Viṣṇu; das dein heute [Anm.: Pratīkas von Versanfängen].
dīrghas te astv aṅkuśo yenā vasu prayachasi / yajamānāya sunvate //
Lang sei dein Haken, mit dem du Güter verleihst dem Opferherrn, der Soma presst.
bhadrā te hastā sukṛtota pāṇī prayantārā stuvate rādha indra / kā te niṣattiḥ kim u no mamatsi kiṃ nod ud u harṣase dātavā u
Segensreich sind deine Hände und deine gutwirkenden Handflächen, Indra, dem Lobsänger Gaben reichend; wie ist dein Sitzen, was berauschst du uns, was erfreust du uns, um zu geben?
indrāvaruṇā yuvam adhvarāya no viśe janāya mahi śarma yachatam / dīrghaprayajyum ati yo vanuṣyati vayaṃ jayema pṛtanāsu dūḍhyaḥ //
Indra und Varuṇa, ihr beiden, gewährt uns für das Opfer, für den Stamm, für das Volk großen Schutz; wer das langgeopferte Opfer überbieten will, den wollen wir in den Schlachten besiegen, den schwer Anzugreifenden.
samrāḍ anyaḥ svarāḍ anya ucyate vāṃ mahāntā indrāvaruṇā mahāvasū / viśve devāsaḥ parame vyomani saṃ vām ojo vṛṣaṇā saṃ balaṃ dadhuḥ //
Der eine wird Samrāj (Allherrscher) genannt, der andere Svarāj (Selbstherrscher), ihr beiden, Indra und Varuṇa, Große, mit großen Gütern; alle Götter im höchsten Himmelsraum haben euch beiden, ihr Stiere, Stärke und Kraft zugeteilt.
viśvāhendro adhivaktā no astv aparihṛtāḥ sanuyāma vājam / tan no mitro varuṇo māmahantām aditiḥ sindhuḥ pṛthivī uta dyauḥ //
An allen Tagen sei Indra unser Fürsprecher; unverwehrt mögen wir die Beute erlangen; das mögen Mitra, Varuṇa, Aditi, der Sindhu, die Erde und der Himmel uns gewähren.
enāṃ mukhena vāyum indravanto 'ciṣyāma vṛjane viśva ūtī / tan no mitro varuṇo māmahantām aditiḥ sindhuḥ pṛthivī uta dyauḥ //
Diesen (Weg) mit dem Munde des Vāyu, mit Indra bei uns, wollen wir im Kampf wählen, mit aller Hilfe; das mögen Mitra, Varuṇa, Aditi, der Sindhu, die Erde und der Himmel uns gewähren.
kutrā cid yasya samṛtau raṇvā naro nṛṣadane / arhantaś cid yam indhate saṃjanayanti jantavaḥ //
Wo immer im Zusammentreffen, in der Männerhalle, die Männer sich freuen, den auch die Würdigen entzünden, (den) die Wesen erzeugen.
saṃ yad iṣo vanāmahe saṃ havyā mānuṣāṇām / uta dyumnasya śavasa ṛtasya raśmim ādade //
Wenn wir Labungen gewinnen, die Opfergaben der Menschen, und auch den Zügel der glänzenden Kraft, des Rechten, ergriffen haben.
yad adya sūrya bravo 'nāgā udyan mitrāya varuṇāya satyam / vayaṃ devatrādite syāma tava priyāso aryaman gṛṇantaḥ //
Was immer du, Sūrya, heute beim Aufgehen zu Mitra und Varuṇa sagst: „Wir sind schuldlos“, wahr; möchten wir, Aditi, bei den Göttern dir lieb sein, Aryaman, preisend.
ud vāṃ pṛkṣāso madhumanto asthur ā sūryo aruhañ śukram arṇaḥ / yasmā ādityā adhvano radanti mitro aryamā varuṇaḥ sajoṣāḥ //
Empor sind eure honigreichen Rinder-Tropfen (?) getreten; Sūrya bestieg die helle Flut; die Ādityas, denen Mitra, Aryaman und Varuṇa einträchtig den Weg bahnen.
upem asṛkṣi vājayur vacasyāṃ cano dadhīta nādyo giro me / apāṃ napād āśuhemā kuvit sa supeśasas karati joṣiṣad dhi //
Herbei bin ich entsandt worden, um Beute zu erstreben, mit dem Wort; die Flüsse sollen Freude an meinen Liedern haben. Der Apāṃ Napāt (Sohn der Wasser), der schnell dahinstürmende, wird sie gewiss schön gestalten; er wird sich freuen.
sam anyā yanti //
Die anderen kommen zusammen.
apāṃ napād ā hy asthād upasthaṃ jihmānām ūrdhvo vidyutaṃ vasānaḥ / tasya jyeṣṭhaṃ mahimānaṃ vahantīr hiraṇyavarṇāḥ pariyanti yahvīḥ //
Apāṃ Napāt hat den Schoß der Schrägfließenden bestiegen, aufrecht, den Blitz als Gewand tragend; seine höchste Größe tragen die goldfarbenen jungen Wasser, sie umkreisen ihn.
tam asmerā yuvatayo yuvānaṃ marmṛjyamānāḥ pariyanty āpaḥ / sa śukrebhiḥ śikvabhī revad agnir dīdāyānidhmāṃ ghṛtanirṇig apsu //
Um ihn, den Jüngling, umkreisen ihn die lächelnden jungen Frauen, die Wasser, ihn salbend; er leuchtet mit hellen, kräftigen Flammen reich glänzend, brennstofflos, butter-gewandet, in den Wassern.
agnā āyūṃṣi pavase //
Agni, du läuterst die Lebenszeiten.
āyurdā deva jarasaṃ vṛṇāno ghṛtapratīko ghṛtapṛṣṭho agne / ghṛtaṃ pibann amṛtaṃ cāru gavyaṃ piteva putraṃ jarase ma emam //
Lebensgeber, Gott, ein hohes Alter wählend, mit butterglänzendem Antlitz, butterrückig, Agni: Butter trinkend, das unsterbliche, liebliche Rindererzeugnis, wie ein Vater den Sohn, (nimm) diesen zum Altern für mich [Anm.: d. h. lass mich alt werden].
gayasphāno amīvahā //
Den Hausstand mehrend, Krankheit vertreibend.
yā te dhāmāni haviṣā yajanti tā te viśvā paribhūr astu yajñam / gayasphānaḥ prataraṇaḥ suvīro 'vīrahā pracarā soma duryān //
Deine Wohnstätten, die sie mit der Opfergabe verehren, all diese sollen das Opfer umfassen; den Hausstand mehrend, vorwärts geleitend, mannhaft, nicht männertötend, zieh, Soma, in die Häuser ein.
sutrāmānaṃ mahīm ū ṣv imaṃ me varuṇa tat tvā yāmi vaiśvānaro na ūtyā pṛṣṭo divy abhi tvā śūra nonumas tvām id dhi havāmahe //
Den guten Retter, die Große; nun ja; diesen für mich, Varuṇa; dich bitte ich darum; Vaiśvānara soll uns mit Hilfe befragt werden; im Himmel preisen wir dich, Held; dich allein rufen wir an [Anm.: Pratīkas verschiedener Verse aneinandergereiht; der Zusammenhang ist unklar].
āpaprātha mahinā vṛṣṇyā vṛṣan viśvā śaviṣṭha śavasā / asmaṃ ava maghavan gomati vraje vajriñ citrābhir ūtibhiḥ //
Du hast erfüllt mit deiner Stierkraft, Stier, alles, Kräftigster, mit Kraft; uns hilf, Gabenreicher, im rinderreichen Gehege, Vajra-Träger, mit wunderbaren Hilfen.
bodhā su me maghavan vācam emāṃ yāṃ te vasiṣṭho arcati praśastim / imā brahma sadhamāde juṣasva //
Beachte, Gabenreicher, dieses mein Wort, das Vasiṣṭha dir als Lobpreis darbringt; nimm diese Brahman-Worte im gemeinsamen Rausch freundlich an.
revatīr naḥ sadhamādā indre santu tuvivājāḥ / kṣumanto yābhir madema //
Die reichen (Gaben) sollen uns bei Indra im gemeinsamen Rausch sein, die starke Beute bringenden; die Wohlgedeihen haben, durch die wir uns berauschen mögen.
pro ṣv asmai puroratham indrāya śūṣam arcata / abhīke cid ulokakṛt saṅge samatsu vṛtrahā / asmākaṃ bodhi coditā nabhantām anyakeṣāṃ jyākā adhi dhanvasu //
Hin, wohl, zu ihm, dem Indra, mit dem Wagen vorn, singt das Lied; er, der auch im Kampf Raum schafft, im Zusammenstoß in den Schlachten der Vṛtratöter; sei unser Antreiber; mögen die Bogensehnen der Anderen (Feinde) auf den Bögen zerreißen [?].
ā no agne sucetunā //
Zu uns, Agni, mit guter Einsicht.
ā no agne rayiṃ bhara satrāsāhaṃ vareṇyam / viśvāsu pṛtsu duṣṭaram //
Bring uns, Agni, Reichtum, den überwältigenden, erwünschten, in allen Schlachten schwer zu bezwingenden.
indro madāya vāvṛdhe śavase vṛtrahā nṛbhiḥ / tam in mahatsv ājiṣūtem arbhe havāmahe sa vājeṣu pra no 'viṣat //
Indra ist zum Rausch und zur Kraft erstarkt, der Vṛtratöter, mit den Männern; ihn rufen wir in großen Kämpfen und im kleinen; er soll uns in den Kämpfen fördern.
mademade hi no dadir yūthā gavām ṛjukratuḥ / saṃgṛbhāya purū śatobhayāhastyā vasu śiśīhi rāya ābhara //
Bei jedem Rausch ist er unser Geber, der Schar der Rinder, der Aufrichtige; fasse viel zusammen, mit beiden Händen hundertfach, schärfe den Besitz, bring Reichtum.
tā asya namasā sahaḥ saparyanti pracetasaḥ / vratāny asya saścire purūṇi pūrvacittaye vasvīr anu svarājyam //
Diese (Frauen/Hymnen) verehren seine Stärke mit Verehrung, die Einsichtigen; seine Gebote haben sie in Vielzahl beachtet, um vorher zu erkennen, die guten, nach der Selbstherrschaft.
tā asya pṛśanāyuvaḥ somaṃ śrīṇanti pṛśnayaḥ / priyā indrasya dhenavo vajraṃ hinvanti sāyakaṃ vasvīr anu svarājyam //
Diese seine gesprenkelten Kühe, nach der Soma-Milch verlangend, mischen den Soma; Indras liebe Milchkühe treiben das Wurfgeschoss, den Vajra, an, die guten, nach der Selbstherrschaft.
ghṛtaṃ na pūtaṃ tanūr arepāḥ śuci hiraṇyam / tat te rukmo na rocata svadhāvaḥ //
Wie geläuterte Butter (ist) dein Leib, fehllos, rein, golden; das leuchtet dir wie ein Schmuckstück, Svadhā-Reicher.
obhe suścandra viśpate //
Beide, Schönglänzender, Stammesherr [Anm.: Pratīka].
āryamā yāti vṛṣabhas turāṣāḍ dātā vasūni vidadhe tanūpāḥ / sahasrākṣo gotrabhid vajrabāhur asmāsu devo draviṇaṃ dadhātu //
Aryaman kommt, der Stier, der Bezwinger, der Geber, teilt Güter aus, den Leib hütend; der tausendäugige, spaltet den Stall, mit Vajra-Armen: der Gott möge uns Reichtum verleihen.
ye te 'ryaman bahavo devayānāḥ panthāno rājan diva ācaranti / tebhir no deva mahi śarma yacha śaṃ no bhava dvipade śaṃ catuṣpade //
Deine vielen götterwärts führenden Wege, Aryaman, König, die vom Himmel her gehen, auf ihnen gewähre uns, Gott, großen Schutz; sei Heil für den Zweifüßler, Heil für den Vierfüßler.
ud agne śucayas tavāyam agnir vīratamas tat sūryasya bhadrā aśvāḥ sapta tvā harito rathe taraṇir viśvadarśataḥ //
Empor, Agni, deine Flammen; dieser Agni ist der mannhafteste; das sind die glücklichen Rosse der Sūrya; sieben Falben (ziehen) dich am Wagen, den Schnellen, allsichtbaren.
cakṣur no dhehi cakṣuṣe cakṣur vikhyai tanūbhyaḥ / saṃ cedaṃ vi ca paśyema //
Gib uns Sehkraft für das Auge, Sehkraft, um zu erblicken, für die Leiber; möchten wir dies zusammen und auseinander sehen.
susaṃdṛśaṃ tvā vayaṃ prati paśyema sūrya / vi paśyema nṛcakṣasaḥ
Dich, den gut Anzusehenden, mögen wir anschauen, Sūrya; mögen wir umherschauen, mit Männerblick.
yuvaṃ surāmam aśvinā //
Ihr beiden, Aśvins, den guten Rauschtrank [Anm.: Pratīka, aus dem Vers yuvaṃ surāmam aśvinā].
hotā yakṣad aśvinau sarasvatīm indraṃ surāmṇāṃ somānāṃ pibatu madantāṃ vyantu hotar yaja / putram iva pitarau //
Der Hotṛ soll den Aśvins, Sarasvatī und Indra opfern; sie sollen von den Surāman-Somas trinken, sich berauschen, genießen; Hotṛ, opfere – wie Eltern den Sohn.
indraḥ sutrāmā svavaṃ avobhiḥ sumṛḍīko bhavatu viśvavedāḥ / bādhatāṃ dveṣo abhayaṃ kṛṇotu suvīryasya patayaḥ syāma //
Indra, der gute Beschützer, der wohlgesinnte, soll uns mit seinen Hilfen gnädig sein, der Allwissende; er soll den Hass vertreiben, Furchtlosigkeit schaffen; möchten wir Herren guter Manneskraft (Vīrya) sein.
tasya vayaṃ sumatau yajñiyasyāpi bhadre saumanase syāma / sa sutrāmā svavaṃ indro asmad ārāc cid dveṣaḥ sanutar yuyotu //
In der Gunst dieses Opferwürdigen möchten wir sein, in (seinem) glücklichen Wohlwollen; er, der gute Beschützer, der wohlgesinnte Indra, soll den Hass, den er entfernt, ganz von uns weit wegbringen [?].
agne vājasya gomataḥ //
Agni, der rinderreichen Beute.
bhadro no agnir āhuto bhadrā rātiḥ subhaga bhadro adhvaraḥ / bhadrā uta praśastayaḥ //
Segensreich ist uns der angerufene Agni, segensreich die Gabe, Glücklicher, segensreich das Opfer, und segensreich die Lobpreisungen.
saṃsam id enā vo agnim ā te agnā idhīmahy agne trī te vājinā trī ṣadhasthā //
Zusammen, gerade so, euch Agni; wir entzünden dich, Agni; dreifach sind deine Kräfte, dreifach deine Sitze.
trir agnir balabhid balaṃ bhittvā sahasram airayat / śūro jetāparājitaḥ //
Dreimal (ist) Agni der Bala-Spalter; nachdem er den Bala gespalten, trieb er Tausend heraus; der Held, Sieger, unbesiegt.
trir ahnaḥ pavate vṛṣā somaḥ śukrābhir ūtibhiḥ / vājī sahasrasātamaḥ //
Dreimal am Tage läutert sich der Stier Soma mit hellen Hilfen, der Renner, der tausendfach Gewinnende.
saṃ vāṃ karmaṇā sam iṣā hinomīndrāviṣṇū apasas pāre asya / juṣethāṃ yajñaṃ draviṇaṃ ca dhattam ariṣṭair naḥ pathibhiḥ pārayantā //
Mit Werk und mit Labung schicke ich euch beiden, Indra und Viṣṇu, (Gaben) zu, jenseits von diesem Handeln; genießt das Opfer und gewährt Reichtum; führt uns auf unversehrten Wegen hinüber.
ubhā jigyathuḥ //
Beide habt ihr gesiegt.
indrāviṣṇū dṛṃhitāḥ śambarasya nava puro navatiṃ ca śnathiṣṭam / śataṃ varcinaḥ sahasraṃ ca sākaṃ hatho apraty asurasya vīrān //
Indra und Viṣṇu, ihr habt die festen Burgen des Śambara, neun und neunzig, gebrochen; hundert, Tausend Glänzende zugleich erschlagt ihr, die Helden des Asura, die ohnegleichen waren.
uta mātā mahiṣam anvavenad amī tvā jahati putra devāḥ / athābravīd vṛtram indro haniṣyant sakhe viṣṇo vitaraṃ vikramasva //
Auch die Mutter brüllte dem Büffel nach: „Diese Götter verlassen dich, Sohn“; da sprach Indra, der Vṛtra töten wollte: „Freund Viṣṇu, schreite weiter aus.“
trīṇy āyūṃṣi tava jātavedaḥ //
Drei Lebenszeiten hast du, Jātavedas.
agnir asmi janmanā jātavedā ghṛtaṃ me cakṣur amṛtaṃ ma āsan / arkas tridhātū rajaso vimāno 'jasro gharmo havir asmi nāma //
Agni bin ich von Geburt, Jātavedas; die Butter ist mein Auge, das Unsterbliche ist in meinem Munde; der Strahl, dreifach, der Vermesser des Luftraums, der unermüdliche Gharma, die Opfergabe bin ich dem Namen nach.
vidmā te agne tredhā trayāṇi //
Wir kennen dein Dreifaches, Agni, in drei Weisen.
vṛṣaṇaṃ tvā trikakubhaṃ trimūrdhānaṃ trisaṃdṛśam / varṣman pṛthivyā īmahe agne havyāya voḍhave //
Dich, den Stier, dreihöckerig, dreiköpfig, dreiäugig [?], erbitten wir auf dem Gipfel der Erde, Agni, um die Opfergabe zu fahren.
atividdhāsyed evā //
Ich werde durchbohrt sein, eben so [Anm.: fragmentarisch; die Fußnote gibt Padatrennung viddhāsye / deva an; der Text ist unklar].
parjanyāya pragāyata divas putrāya mīḍhuṣe / sa no yavasam ichatu //
Singt für Parjanya, den Sohn des Himmels, den Besamer; er soll uns Weide wünschen.
pra vātā vānti patayanti vidyutā ud oṣadhīr jihate pinvate svaḥ / irā viśvasmai bhuvanāya jāyate yat parjanyaḥ pṛthivīṃ retasāvati //
Die Winde wehen hervor, die Blitze fliegen, die Pflanzen sprießen empor, der Himmel schwillt; Labung wird für die ganze Welt geboren, wenn Parjanya die Erde mit Samen erquickt.
yas tastambha sahasā vi jmo antān bṛhaspatis triṣadhastho raveṇa / taṃ pratnāsā ṛṣayo dīdhyānāḥ puro viprā dadhire mandrajihvam //
Der die Enden der Erde mit Kraft festgestützt hat, Bṛhaspati, der dreisitzige, mit Gebrüll: ihn, den mit süßer Zunge, setzten die alten, nachsinnenden Ṛṣi, die Sänger, an die Spitze.
vibhidyā puraṃ śayathem apācīṃ nis trīṇi sākam udadher akṛntat / bṛhaspatir uṣasaṃ sūryaṃ gām arkaṃ viveda stanayann iva dyauḥ //
Nachdem er die Burg gespalten, die hier liegende, abgewandte, schnitt er drei zugleich aus dem Meer heraus; Bṛhaspati fand die Morgenröte, die Sonne, die Kuh, das Lied, donnernd wie der Himmel.
kṛṣṇaṃ niyānaṃ harayaḥ suparṇā apo vasānā divam utpatanti / ta āvavṛtrant sadanād ṛtasyād id ghṛtena pṛthivī vyudyate //
Die dunkle Bahn, die goldfarbenen Vögel, in Wasser gekleidet, fliegen zum Himmel auf; sie kehrten von der Stätte des Rechten zurück; dann wird die Erde mit Butter benetzt.
ā te suparṇā aminanta evaiḥ kṛṣṇo nonāva vṛṣabho yadīdam / śivābhir na smayamānābhir āgāt patanti mihaḥ stanayanty abhrā //
Deine Vögel (Wolken) haben mit ihren Zügen (?) [?] nicht nachgelassen; der dunkle Stier brüllte, als dies (geschah); wie mit lächelnden, glücklichen (Frauen) kam er; der Regen fällt, die Wolken donnern.
vāśreva vidyun mimāti vatsaṃ na mātā siṣakti / yad eṣāṃ vṛṣṭir asarji //
Wie eine Kuh brüllt der Blitz, er misst das Kalb aus, wie die Mutter (es) nährt; wenn ihr Regen entlassen wird.
parvataś cin mahi vṛddho bibhāya divaś cit sānu rejata svane vaḥ / yat krīḍatha maruta ṛṣṭimantā āpa iva sadhryañco dhavadhve //
Auch der Berg, der große, alte, fürchtete sich; auch der Rücken des Himmels erbebte bei eurem Getöse; wenn ihr, Marut, mit Speeren spielt, strömt ihr vereint wie Wasser dahin.
sṛjanti raśmim ojasā panthāṃ sūryāya yātave / te bhānubhir vitasthire //
Sie entlassen den Strahl mit Kraft, um der Sonne den Weg zu bahnen; sie haben sich mit ihren Lichtern ausgebreitet.
bahiṣṭhebhir viharan yāsi tantum avavyayann asitaṃ deva vasma / davidhvato raśmayaḥ sūryasya carmevāvādhus tamo apsv antaḥ //
Mit den Sitzenden (Rossen) fährst du dahin, den Faden auseinanderziehend, ohne ihn zu wirren, den dunklen, Gott, den Stoff; die Strahlen der Sūrya, sich schüttelnd, stießen wie ein Fell die Finsternis in den Wassern weg.
sūryo apo vigāhate raśmibhir vājasātamaḥ / bodhāt stomair vayo dadhat
Sūrya taucht mit den Strahlen in die Wasser ein, der Beute-Gewinnendste; er soll mit Lobliedern erwachen, Lebenskraft verleihend.
arvāñco adyā bhavatā yajatrā ā vo hārdi bhayamāno vyayeyam / trādhvaṃ no devā nijuro vṛkasya trādhvaṃ kartād avapado yajatrāḥ //
Kommt uns heute zugewandt, Opferwürdige; ich, der ich mich fürchte, möchte in euer Herz eingehen; rettet uns, Götter, vor dem Ansturm des Wolfes; rettet uns, Opferwürdige, vor der Grube [?].
pra vā eko mimaya bhūry āgo yan mā piteva kitavaṃ śaśāsa / āre pāśā āre aghāni devā mā mādhi putre vim iva grabhīṣṭa //
Wohl hat einer viel Schuld (an mir) gemessen, als mich der Vater wie den Spieler gezüchtigt hat; fern seien die Schlingen, fern die Übel, Götter; fasst mich nicht, wie Vögel den Sohn.
ā ghā ye agnim indhate stṛṇanti barhir ānuṣak / yeṣām indro yuvā sakhā //
Die, die Agni entzünden und in einer Reihe das Barhis ausbreiten, deren Freund der junge Indra ist.
yābhyāṃ svar ajanann agra eva yā ātasthatur bhuvanāni viśvā / pra carṣaṇī vṛṣaṇā vajrabāhum agnim indraṃ vṛtrahaṇaṃ huvema //
Die beiden, durch die zuerst das Licht (Svar) erzeugt wurde, die alle Welten bestiegen haben; die Stiere, die Völker (bewegend), Vajra-Arm: Agni und Indra, den Vṛtratöter, wollen wir rufen.
agnā indraś ca dāśuṣo duroṇe sutāvato yajñam ihopayātam / amardhantā somapeyāya devā //
Agni und Indra, kommt in das Haus des Darbringers, der Soma gepresst hat, hierher zum Opfer; ohne nachzulassen, Götter, zum Somatrunk.
anv adya no anumatir anv id anumate tvam //
Anumati hat heute für uns zugestimmt; ja, Anumati, du (stimme zu).
rākām ahaṃ suhavāṃ suṣṭutī huve śṛṇotu naḥ subhagā bodhatu tmanā / sīvyatv apaḥ sūcyāchidyamānayā dadātu vīraṃ śatadāyam ukthyam //
Rākā, die gut Rufende, rufe ich mit gutem Lobpreis; die Glückliche soll uns hören und von selbst aufmerken; sie soll mit unzerreißbarer Nadel die Werke nähen; sie soll einen Helden geben, hundertfach schenkend, lobwürdig.
yās te rāke sumatayaḥ supeśaso yābhir dadāsi dāśuṣe vasūni / tābhir no adya sumanā upāgahi sahasrapoṣaṃ subhage rarāṇā //
Deine Gunstbezeigungen, Rākā, die schönen, mit denen du dem Darbringer Güter gibst: mit ihnen komm heute freundlich zu uns, Glückliche, tausendfache Nahrung schenkend.
sinīvāli pṛthuṣṭuke yā devānām asi svasā / juṣasva havyam āhutaṃ prajāṃ devi didiḍḍhi naḥ //
Sinīvālī, Breitzopfige, die du die Schwester der Götter bist: genieße die dargebrachte Opfergabe; Göttin, verleihe uns Nachkommenschaft.
yā supāṇiḥ svaṅguriḥ suṣūmā bahusūvarī / tasyai viśpatnyai haviḥ sinīvālyai juhotana //
Die mit schönen Händen, schönen Fingern, die Gutgebärende, vielfach Gebärende: dieser Herrin der Stämme, Sinīvālī, opfert die Opfergabe.
kuhūm ahaṃ sukṛtaṃ vidmanāpasam asmin yajñe suhavāṃ johavīmi / sā no dadātu śravaṇaṃ pitṝṇāṃ tasyai te devi haviṣā vidhema //
Kuhū, die Gutes Tuende, die Wissende, die Werke Vollbringende, rufe ich in diesem Opfer, die gut Rufende; sie soll uns das Gehör der Väter (Pitṛ) geben: ihr, Göttin, wollen wir mit der Opfergabe dienen.
kuhūr devānām amṛtasya patnī havyā no asya haviṣaḥ śṛṇotu / sa dāśuṣe kiratu bhūri vāmaṃ rāyaspoṣaṃ cikituṣe dadhātu //
Kuhū, die Gattin der Götter, des Unsterblichen, soll für uns diese Opfergabe hören, die zu Verehrende; sie soll dem Darbringer viel Köstliches ausstreuen, dem Wissenden Reichtumsfülle verleihen.
dhātā dadhātu no rayiṃ prācīṃ jīvātum akṣitām / vayaṃ devasya dhīmahi sumatiṃ satyadharmaṇaḥ //
Dhātṛ soll uns Reichtum geben, langes, unvergängliches Leben nach vorne; wir möchten des Gottes gute Gesinnung erlangen, wahrhaft im Gesetz.
dhātā dadātu dāśuṣe vasūni prajākāmāya mīḍhuṣe duroṇe / tasmai devā amṛtāḥ saṃvyayantāṃ viśve devāso aditiḥ sajoṣāḥ //
Dhātṛ soll dem Darbringer Güter geben, dem nachkommenwünschenden Besamer im Hause; für ihn sollen die unsterblichen Götter, alle Götter, und Aditi einträchtig (Gaben) bereiten.
prātar yajadhvam aśvinā hinota na sāyam asti devayā ajuṣṭam / utānyo asmad yajate vi cāvaḥ pūrvaḥpūrvo yajamāno vanīyān //
Am Morgen opfert den Aśvins, ladet sie ein; nicht am Abend (ist) das vom Götterergebenen nicht Geliebte; und auch ein anderer opfert von uns aus und gewinnt; jeder frühere Opferherr ist der gewinnendere.
prātaryāvāṇā prathamā yajadhvaṃ purā gṛdhrād araruṣaḥ pibātaḥ / prātar hi yajñam aśvinā dadhāte praśaṃsanti kavayaḥ pūrvabhājaḥ //
Die am Morgen Kommenden opfert zuerst; bevor der Geier (kommt) trinkt der Nichtkarge; denn am Morgen legen die Aśvins das Opfer an; die Sänger preisen die, die früher Anteil haben.
indrā nu pūṣaṇā vayaṃ sakhyāya svastaye / huvema vājasātaye //
Indra und Pūṣan, wir wollen euch nun zur Freundschaft, zum Wohlergehen rufen, um Beute zu gewinnen.
yan nirṇijā //
Wenn mit dem Reinigen [Anm.: Pratīka].
tvam agne bṛhad vayo dadhāsi deva dāśuṣe / kavir gṛhapatir yuvā //
Du, Agni, verleihst dem Darbringer hohe Lebenskraft, Gott; der Seher, Hausherr, junge.
havyavāḍ agnir ajaraḥ pitā no vibhur vibhāvā sudṛśīko asme / sugārhapatyāḥ sam iṣo didīhy asmadryak saṃmimīhi śravāṃsi //
Der Opfergabenfahrer Agni, unalternd, unser Vater, der Allmächtige, Strahlende, mit schönem Antlitz für uns: leuchte für uns auf zu guter Hausherrschaft, Labungen; vermehre uns Ruhm, uns zugewandt.
tvaṃ ca soma no vaśo jīvātuṃ na marāmahe / priyastotro vanaspatiḥ //
Und du, Soma, sei uns willig; wir wollen nicht sterben, um zu leben; du, der Herr der Bäume, dem Lobpreis lieb ist.
brahmā devānāṃ padavīḥ kavīnāṃ kavir viprāṇāṃ mahiṣo mṛgāṇām / śyeno gṛdhrāṇāṃ svadhitir vanānāṃ somaḥ pavitram atyeti rebhan //
Brahmā der Götter, Wegweiser der Seher, Seher der Redekundigen, Büffel der Tiere, Falke der Geier, das Beil der Wälder: Soma geht durch das Sieb, rauschend.
ā viśvadevaṃ satpatiṃ sūktair adyā vṛṇīmahe / satyasavaṃ savitāram //
Den Allgott, den Herrn der Guten, wählen wir heute mit Lobliedern, Savitṛ, den wahrhaft antreibenden.
ā kṛṣṇena rajasā vartamāno niveśayann amṛtaṃ martyaṃ ca / hiraṇyayena savitā rathenā devo yāti bhuvanā vipaśyan //
Auf dunklem Dunstkreis fahrend, Unsterbliches und Sterbliches zur Ruhe bringend, kommt Savitṛ, der Gott, auf goldenem Wagen, alle Wesen überschauend.
udapruto na vayo rakṣamāṇā vāvadato abhriyasyeva ghoṣāḥ / giribhrajo normayo madanto bṛhaspatim abhy arkā anāvan //
Wie Vögel im Wasser (Wolken) hütend, wie das Tosen der Regenwolke lärmend, aus den Bergen hervorbrechend, sich berauschend: die Lieder haben Bṛhaspati zugejubelt.
haṃsair iva sakhibhir vāvadadbhir aśmanmayāni nahanā vyasyan / bṛhaspatir abhikanikradad gā uta prāstaud uc ca vidvaṃ agāyat //
Wie mit Schwänen, mit lärmenden Freunden, die steinernen Fesseln lösend, brüllte Bṛhaspati die Kühe an; er stimmte den Preis an und sang als Wissender hinauf.
tvaṃ sutasya pītaye sadyo vṛddho ajāyathāḥ / indra jyaiṣṭhyāya sukrato //
Du bist, um den Gepressten zu trinken, sofort erstarkt geboren worden; Indra, zur Vorrangstellung, Wohlbegabter.
bhuvas tvam indra brahmaṇo mahān bhuvo viśveṣu savaneṣu yajñiyaḥ / bhuvo nṝṃś cyautno viśvasmin bhare jyeṣṭhaś ca mantro viśvacarṣaṇe //
Du wurdest, Indra, groß durch das Brahman, du wurdest bei allen Pressungen der Opferwürdige; du wurdest der Männer Bezwinger in jeder Schlacht, und der erste Spruch für den, der alle Völker überblickt.
pra sa mitrānamīvāsaḥ //
Voran die Freunde, die Krankheitsfreien [Anm.: Pratīka; die Fußnote verweist auf eine Konjektur bei mitra].
yac cid dhi te viśo yathā pra deva varuṇa vratam / minīmasi dyavidyavi //
Was wir dir, Gott Varuṇa, als Stamm (Viś) Tag für Tag an deinem Gebot verfehlen.
yat kiṃcedaṃ varuṇa daivye jane 'bhidrohaṃ manuṣyāś carāmasi / acittī yat tava dharmā yuyopima mā nas tasmād enaso deva rīriṣaḥ //
Was immer hier, Varuṇa, im göttlichen Volk wir Menschen an Anfeindung begehen, was wir aus Unverstand von deinen Satzungen verletzt haben: dafür, Gott, soll uns nicht durch diese Verfehlung schädigen.
yathā no aditiḥ karat paśve nṛbhyo yathā gave / yathā tokāya rudriyam //
Wie Aditi uns für das Vieh, für die Männer, wie für die Kuh, wie für das Kind Rudras Heilkraft bereiten soll.
mā nas toke tanaye mā nā āyuṣi mā no goṣu mā no aśveṣu rīriṣaḥ / vīrān mā no rudra bhāmito vadhīr haviṣmanto namasā vidhema te //
Nicht in unserem Sohn und Enkel, nicht in unserem Leben, nicht in unseren Kühen, nicht in unseren Rossen sollst du schaden; unsere Männer, Rudra, erschlage nicht im Zorn; wir mit Opfergaben wollen dir mit Verehrung dienen.
ya imā viśvā jātāny āśrāvayati ślokena / pra ca suvāti savitā //
Der all diese Geschöpfe durch den Ruf ausrufen lässt und (sie) antreibt, Savitṛ.
viśvā rūpāṇi //
Alle Gestalten [Anm.: Pratīka].
aśvinā yajñam āgataṃ dāśuṣaḥ purudaṃsasā / pūṣā rakṣatu no rayim //
Aśvins, kommt zum Opfer des Darbringers, ihr Vielwirkenden; Pūṣan soll unseren Reichtum behüten.
imaṃ yajñam aśvinā vardhayantemau vīryaṃ yajamānāya dhattām / imau paśūn rakṣatāṃ viśvato naḥ pūṣā naḥ pātu sadam aprayuchan //
Dieses Opfer lasst gedeihen, Aśvins; diese beiden sollen dem Opferherrn Manneskraft (Vīrya) verleihen; diese beiden sollen unser Vieh von allen Seiten behüten; Pūṣan soll uns stets behüten, nie nachlässig.
pra te mahe sarasvati subhage vājinīvati / satyavāce bhare matim //
Dir, der Großen, Sarasvatī, Glückliche, Beutereiche, Wahrredende, bringe ich das Lied dar.
idaṃ te havyaṃ ghṛtavat sarasvati satyavāce prayatemā havīṃṣi / imāni ta uditā śaṃtamāni tebhir vayaṃ subhagāsaḥ syāma
Dies ist deine Opfergabe, butterreiche, Sarasvatī, Wahrredende; diese Opfergaben sind dir dargebracht; diese deine gesprochenen Worte sind heilbringendste; durch sie möchten wir glücklich sein.