Quellen der Menschheit

Maitrāyaṇī-Saṃhitā · Kāṇḍa 4

Prapāṭhaka 11

Der Prapāṭhaka besteht ganz überwiegend aus Mantras (meist Ṛgveda-Versen) und Pratīkas (Anfangswörtern) zu Agni, Indra-Agni, Soma, Rudra, Viṣṇu, Sarasvatī, Bṛhaspati, den Marut und Indra, die bei den Opferhandlungen des Agnicayana bzw. beim Somaopfer rezitiert werden; viele Verse sind nur mit den Anfangswörtern angedeutet und werden hier entsprechend wörtlich wiedergegeben. Der Text ist an mehreren Stellen verderbt oder gekürzt, sodass einzelne Übersetzungen mit [?] unsicher bleiben. Besonders ist der Marut-Indra-Dialog (4,11.3) aus RV 1,165 mit seinen Fragen und Antworten.

indrāgnī rocanā divaḥ pra carṣaṇibhya indrāgnī navatiṃ puraḥ śnathad vṛtram //

Indra und Agni, (ihr beiden,) die Lichträume des Himmels (seid) hervor(getreten) für die Menschen [?]; Indra und Agni zerschmetterten die neunzig Burgen, den Vṛtra.

juṣṭo damūnā atithir duroṇa imaṃ no yajñam upayāhi vidvān / viśvā agne abhiyujo vihatyā śatrūyatām ābharā bhojanāni //

Erfreut, im Hause (ein) Gast, komm, wissend, zu diesem unserem Opfer (Yajña) heran; alle Angreifer, o Agni, schlage nieder und bringe uns die Güter derer, die uns feind sein wollen.

agne śardha mahate saubhagāya tava dyumnāny uttamāni santu / saṃ jāspatyaṃ suyamam ākṛṇuṣva śatrūyatām abhitiṣṭhā mahāṃsi //

O Agni, sei kühn (?) zu großem Glück; deine höchsten Herrlichkeiten sollen sein. Schaffe dir ein wohlgefügtes Hausherrentum [?]; überwältige die, die uns feind sein wollen, (und ihre) Mächte.

pra vām arcanty ukthino nīthāvido jaritāraḥ / indrāgnī iṣā āvṛṇe //

Euch beiden singen die Sänger, die Lieder hersagen, die Kenner der Weisen, Preis; Indra und Agni, ich erwähle (euch) um Labung.

upo ha yad vidathaṃ vājino gur dhībhir viprāḥ pramatim ichamānāḥ / arvanto na kāṣṭhāṃ nakṣamāṇā indrāgnī johuvato naras te //

Als nun die kraftvollen Weisen zur Zusammenkunft (Vidatha) gingen, mit Gedanken Einsicht suchend, wie Rosse dem Ziel zustrebend, riefen sie Indra und Agni – jene Männer.

agnir dadāti satpatiṃ sāsāha yo yudhā nṛbhiḥ / agnir atyaṃ raghuṣyadaṃ jetāram aparājitam //

Agni gibt einen Herrn der Guten, der im Kampf mit den Männern siegt; Agni (gibt) einen schnellen, flinken Läufer, einen Sieger, unbesiegt.

agnis tuviśravastamaṃ tuvibrahmāṇam uttamam / atūrtaṃ śrāvayatpatiṃ putraṃ dadāti dāśuṣe //

Agni gibt dem Opfernden einen Sohn, den weitberühmtesten, den an Brahman-Gebet Mächtigen, den Höchsten, den Unbezwungenen, den, der (seinen) Herrn berühmt macht.

yā vāṃ santi puruspṛho niyuto dāśuṣe narā / indrāgnī tābhir āgatam //

Die vielbegehrten Gespanne, die ihr habt, ihr Männer, für den Opfernden – Indra und Agni, mit diesen kommt herbei.

śuciṃ nu stomaṃ navajātam adyendrāgnī vṛtrahaṇā juṣethām / ubhā hi vāṃ suhavā johavīmi tā vājaṃ sadya uśate dheṣṭhā //

Diesen reinen, heute neugeborenen Preisgesang, Indra und Agni, ihr Vṛtra-Töter, nehmt gern an. Denn euch beide, gut Rufbare, rufe ich; die beiden mögen sogleich den Siegespreis, den Begehrenden, verleihen.

pūṣā gā anvetu naḥ śukraṃ te anyat //

Pūṣan soll unseren Rindern nachgehen; dein anderes (Licht) ist strahlend [?].

kṣetrasya patinā vayaṃ hiteneva jayāmasi / gām aśvaṃ poṣayitnv ā sa no mṛḍātīdṛśe //

Mit dem Herrn des Feldes mögen wir wie mit einem Wohlwollenden siegen; Rind und Ross nährend möge er uns in solcher Weise gnädig sein.

madhumatīr oṣadhīr dyāvā āpo madhuman no bhavatv antarikṣam / kṣetrasya patir madhumān no astv ariṣyanto anv enaṃ carema //

Honigsüß seien uns die Kräuter, der Himmel, die Wasser; honigsüß sei uns der Luftraum. Der Herr des Feldes sei uns honigsüß; unversehrt wollen wir ihm nachfolgen.

saṃsam it //

saṃsam it [Anm.: Pratīka, Anfangswörter eines Verses; die Wortfolge ist hier nicht vollständig].

sakhāyaḥ saṃ vaḥ samyañcam iṣaṃ stomaṃ cāgnaye / varṣiṣṭhāya kṣitīnām ūrjo naptre sahasvate //

Freunde, für Agni, den Größten der Siedlungen, den Enkel der Kraft, den Mächtigen, (bringt) euch eine einträchtige Labung und Preisgesang zusammen.

vaiśvānaro na ūtyā pṛṣṭo divi //

Vaiśvānara (Agni, der allen Menschen Zugehörige) möge uns zur Hilfe (dienen), (der) im Himmel erfragt (wird) [Anm.: Pratīka].

ṛtāvānaṃ vaiśvānaram ṛtasya jyotiṣas patim / ajasraṃ gharmam īmahe //

Den Ṛta-Gemäßen, den Vaiśvānara, den Herrn des Lichtes der Ṛta (Weltordnung), den unablässigen Gharma (Glutkessel/Glut) erbitten wir.

vaiśvānara tava dhāmāny ācake yebhiḥ svarvid abhavo vicakṣaṇa / jāta āpṛṇo bhuvanāni rodasī agne tā viśvā paribhūr asi tmanā //

Vaiśvānara, deine Wesensarten will ich erschauen, mit denen du der Himmelserkenner wurdest, du Allsehender; kaum geboren, erfülltest du die Welten, Himmel und Erde; o Agni, alle diese übertriffst du aus eigener Kraft.

iḍām agne //

iḍām agne [Anm.: Pratīka, Anfangswörter eines Spruches; „Iḍā, o Agni …“].

tvaṃ no agne sanaye dhanānāṃ yaśasaṃ kāruṃ kṛṇuhi stavānaḥ / śakema karmāpasā navena devair dyāvāpṛthivī prāvataṃ naḥ //

Du, o Agni, gewähre uns, gepriesen, zur Gewinnung von Reichtümern einen ruhmreichen Dichter; wir möchten (es) durch neues Werk vermögen; mit den Göttern zusammen fördert uns, Himmel und Erde.

vaiśvānarasya sumatau syāma rājā hi kaṃ bhuvanānām abhiśrīḥ / ito jāto viśvam idaṃ vicaṣṭe vaiśvānaro yatate sūryeṇa //

In der Gunst Vaiśvānaras wollen wir sein; denn (er ist) der König, der Beglückende der Wesen, der Umstrahlende. Von hier geboren überschaut er dieses All; Vaiśvānara müht sich mit der Sonne.

asmākam agne maghavatsu dhārayānāmi kṣatram ajaraṃ suvīram / vayaṃ jayema śatinaṃ sahasriṇaṃ vaiśvānara vājam agne tavotibhiḥ //

Halte uns, o Agni, unter den Freigebigen die alterslose, wohlbemannte Herrschaft (Kṣatra) aufrecht; wir möchten das Hundertfache, das Tausendfache, den Siegespreis gewinnen, Vaiśvānara, o Agni, mit deinen Hilfen [Anm.: „dhārayānāmi“ ist im Text unsicher [?]].

viśvaṃ vivyāca pṛthivīva puṣṭam anyam anyat pratigṛbhṇāty āyat / vaiśvānarasya mahato mahimnā syonam annaṃ madhuman me kṛṇomi //

Alles hat er durchdrungen, wie die Erde die Nahrung; das eine nach dem andern nimmt er an, wenn es kommt. Durch die Größe des großen Vaiśvānara bereite ich mir angenehme, honigsüße Speise.

sa jāyamānaḥ parame vyomani vratāny agnir vratapā arakṣata / vy antarikṣam amimīta sukratur vaiśvānaro mahinā nākam aspṛśat //

Der, kaum geboren im höchsten Himmelsraum, Agni, der Hüter der Gebote, bewahrte die Gebote; er vermaß den Luftraum, der Wohlbeschlossene; Vaiśvānara berührte in Größe das Himmelsgewölbe.

yathā ha tyat //

yathā ha tyat [Anm.: Pratīka, Anfangswörter eines Verses: „Wie ja jenes …“].

trīṇy āyūṃṣi tava jātavedas tisra ājānīr uṣasas te agne / tābhir devānām avo yakṣi vidvān athā bhava yajamānāya śaṃ yoḥ //

Drei Lebensalter hast du, Jātavedas (Allkenner), drei Morgenröten sind die deinen, o Agni; mit ihnen opfere für die Hilfe der Götter, wissend, und werde dem Opferherrn (Yajamāna) Heil und Segen.

ny agniṃ jātavedasaṃ hotravāhaṃ yaviṣṭhyam / dadhātā devam ṛtvijam //

Setzt (ein) Agni, den Jātavedas, den Opfer-Fahrer, den Jüngsten, den göttlichen Opferpriester (Ṛtvij).

iḍāyās tvā pade vayaṃ dadhikrāvṇo akāriṣam //

Auf dem Standort der Iḍā habe ich dich, den des Dadhikrāvan, (hier) gemacht.

dadhikrāvāṇaṃ bubudhāno agnim upa bruva uṣasaṃ sūryaṃ gām / bradhnaṃ maṃścator varuṇasya babhruṃ te viśvāsmad duritā yāvayantu //

Dadhikrāvan, den Agni, erwachend, rufe ich an, die Morgenröte, die Sonne, die Kuh; den Rotbraunen [?] des Maṃścatu, den Braunen des Varuṇa – diese sollen alle Missgeschicke von uns fernhalten.

agnir hotā nyasīdad yajīyān upasthe mātuḥ surabhā uloke / yuvā kaviḥ puruniṣṭha ṛtāvā dhartā kṛṣṭīnām uta madhya iddhaḥ //

Agni, der Hotṛ, setzte sich nieder, der beste Opferer, im Schoß der Mutter, an der wohlduftenden Stätte; der Junge, der Seher, vielgepriesen, ṛta-gemäß, der Träger der Menschen, auch in der Mitte entzündet.

sādhvīm akar devavītiṃ no adya yajñasya jihvām avidāma guhyam / sa āyur āgāt surabhir vasāno bhadrām akar devahūtiṃ no adya //

Wohlgetan hat er uns heute die Götterlust (Devavīti); wir fanden die verborgene Zunge des Opfers. Er ist als Leben gekommen, wohlriechend sich kleidend; er hat uns heute den erwünschten Götterruf (Devahūti) getan.

yac cid dhi te //

yac cid dhi te [Anm.: Pratīka, Anfangswörter eines Verses: „Denn was auch immer dir …“].

mahaś cid agnā enaso abhīka ūrvād devānām uta martyānām / mā te sakhāyaḥ sadam id riṣāma yachā tokāya tanayāya śaṃ yoḥ //

Auch vor der großen Verfehlung, o Agni, in der Nähe (?) [?], vor Bedrängnis (?) [?] durch Götter und Sterbliche – nie mögen wir, deine Freunde, verletzt werden; verleihe Heil und Segen (unserem) Nachwuchs und (unserer) Nachkommenschaft.

mahī dyauḥ pṛthivī ca naḥ //

Große Himmel und Erde (mögen) uns (schützen) [Anm.: Pratīka, Anfangswörter eines Verses: „mahī dyauḥ pṛthivī ca naḥ“].

ghṛtavatī bhuvanānām abhiśriyorvī pṛthvī madhudughe supeśasā / dyāvāpṛthivī varuṇasya dharmaṇā viṣkabhite ajare bhūriretasā

Butterreich, der Wesen Beglückerinnen, weit und breit, Honig milchend, wohlgestaltet, Himmel und Erde, durch Varuṇas Satzung auseinandergestützt, alterslos, reich an Samen [Anm.: Der Vers bricht hier ab; die Fortsetzung fehlt im Text].

pṛthupājās taṃ sabādhaḥ //

pṛthupājās taṃ sabādhaḥ [Anm.: Pratīka, Anfangswörter eines Verses: „Der Weitkräftige, ihn … samt den Bedrängten“ [?]].

īḍe agniṃ vipaścitaṃ girā yajñasya sādhanam / śruṣṭīvānaṃ dhitāvānam //

Ich preise Agni, den Weisen, mit dem Lied, den Vollbringer des Opfers, den Gehorsamen (?) [?] und den mit Gedanken Begabten.

agne śakema te vayaṃ yamaṃ devasya vājinaḥ / ati dveṣāṃsi tarema //

O Agni, wir möchten deine Zügel des rossbegabten Gottes (halten) können; über die Feindschaften mögen wir hinüberkommen.

upa tvā raṇvasaṃdṛśaṃ prayasvantaḥ sahaskṛta / agne saṃsṛjmahe giraḥ //

Zu dir, dem Freudig-Anzuschauenden, kommen wir, Opferspeise tragend, o Kraftgeborener; o Agni, wir bringen (dir) Lieder dar.

upa chāyām iva ghṛṇer aganma śarma te vayam / agne hiraṇyasaṃdṛśaḥ //

Wie zum Schatten der Glut sind wir zu deinem Schutz gekommen, o Agni, wir, die goldgleich Erscheinenden [?].

agnir vṛtrāṇi jaṅghanat tvaṃ somāsi satpatir agnīṣomā yuvam etāni śrīṇām udāraḥ //

Agni soll die Vṛtras erschlagen; du bist Soma, der Herr der Guten; Agni und Soma, ihr beiden, (schafft) dies – der du emporragst, mische diese (unter uns) [?].

somasya mā tavasaṃ vakṣy agne vahniṃ cakartha vidathe yajadhyai / devaṃ achā dīdyad yuñje adriṃ śamāye agne tanvaṃ juṣasva //

Bringe mich zu Somas Kraft, o Agni; du machtest den Fahrer für das Opfer; zu den Göttern hin leuchtend spanne ich den Stein an, für das Erlangen des Werkes; o Agni, erfreue dich am Leib (der Opfergabe).

somāpūṣaṇā jananā rayīṇāṃ jananā divo jananā pṛthivyāḥ / jātau viśvasya bhuvanasya gopau devā akṛṇvann amṛtasya nābhim //

Soma und Pūṣan, die Erzeuger der Reichtümer, die Erzeuger des Himmels, die Erzeuger der Erde, kaum geboren, die Hüter des ganzen Wesens: die Götter machten (sie) zum Nabel der Unsterblichkeit.

imau devau jāyamānau juṣantemau tamāṃsi gūhatām ajuṣṭā / ābhyām indraḥ pakvam āmāsv antaḥ somāpūṣabhyāṃ janad usriyāsu //

Diese beiden Götter mögen, indem sie geboren werden, (uns) gnädig sein; diese beiden mögen die unerfreuliche Finsternis verbergen. Mit diesen beiden, Soma und Pūṣan, erzeugte Indra das Gekochte inmitten der rohen Kühe.

uta no brahman haviṣa uktheṣu devahūtamaḥ / śaṃ naḥ śocā marudvṛdho 'gne sahasrasātamaḥ //

Und für uns, o Brahman-Priester, (sei) der Götterruf-Reichste beim Opferspeise-Lied; schenke uns Heil, du durch die Marut Wachsender, o Agni, der du tausendfach Gewinnender bist [Anm.: „śocā“ unsicher [?]].

nū no rāsva sahasravat tokavat puṣṭimad vasu / dyumad agne suvīryaṃ varṣiṣṭham anupakṣitam //

Jetzt gib uns tausendfältigen, nachkommenreichen, gedeihlichen Besitz, glänzende Männerkraft, o Agni, die reichlichste, unvermindert.

tvā yujā tava tat soma sakhya indro apo manave sasrutas kaḥ / ahann ahim ariṇāt sapta sindhūn apāvṛṇod apihiteva khāni //

Mit dir als Gefährten, in deiner Freundschaft, Soma, schuf Indra dem Manu die strömenden Wasser; er erschlug die Schlange, ließ die sieben Ströme fließen und öffnete die Öffnungen, gleichsam verschlossen.

ṛdūdareṇa sakhyā saceya yo mā na riṣyed dharyaśva pītaḥ / ayaṃ yaḥ somo nyadhāyy asme tasmā indraṃ pratiram emy āyuḥ //

Mit dem Freund im Leib möchte ich verbunden sein, der mir nicht schaden möge, o Falbenrosser, wenn getrunken. Dieser Soma, der uns eingesetzt ist – für ihn, den Indra, gehe ich dem Lebensalter entgegen [?].

tvaṃ no agne sa tvaṃ no agne 'gniṃ vaḥ pūrvyaṃ girā //

tvaṃ no agne, sa tvaṃ no agne, agniṃ vaḥ pūrvyaṃ girā [Anm.: drei Pratīkas: „Du, o Agni, (bist) unser“, „Er, du, o Agni, (bist) unser“, „Agni, den früheren, (preise ich) euch mit dem Lied“].

makṣū devavato rathaḥ śūro vā pṛtsu kāsucit / devānāṃ ya in mano yajamānā iyakṣaty abhīd ayajvano bhuvat //

Schnell ist der Wagen des Götterbegabten, oder wie ein Held in irgendwelchen Kämpfen; wer nur den Göttern in Gedanken zuwendet und opfern will als Opferherr, der wird die Nicht-Opfernden überwältigen.

nakiṣ ṭaṃ karmaṇā naśan na prayoṣan na yoṣati / devānāṃ ya in mano yajamānā iyakṣaty abhīd ayajvano bhuvat //

Niemand erreicht ihn durch ein Werk, noch wird er getrennt, noch trennt er sich; wer nur den Göttern in Gedanken zuwendet und opfern will als Opferherr, der wird die Nicht-Opfernden überwältigen.

asad atra suvīryam uta tyad āśvaśvyam / devānāṃ ya in mano yajamānā iyakṣaty abhīd ayajvano bhuvat //

Hier soll Manneskraft (Vīrya) sein und auch jener Rossreichtum; wer nur den Göttern in Gedanken zuwendet und opfern will als Opferherr, der wird die Nicht-Opfernden überwältigen.

upakṣaranti sindhavo mayobhuva ījānaṃ ca yakṣyamāṇaṃ ca dhenavaḥ / pṛṇantaṃ ca papuriṃ ca śravasyavo ghṛtasya dhārā upayanti viśvataḥ //

Es strömen herzu die Beglückenden Flüsse, und die Kühe für den, der geopfert hat und opfern will; für den Füllenden und den Gebenden, für die Ruhmsuchenden kommen von allen Seiten die Ströme der Butter.

somārudrā yuvam etāny asme viśvā tanūṣu bheṣajāni dhattam / avasyataṃ muñcataṃ yan no asti tanūṣu baddhaṃ kṛtam eno asmat //

Soma und Rudra, ihr beiden, legt diese Heilmittel, alle, in unsere Leiber; löst und befreit, was uns an den Leibern gebunden ist; die Sünde, die (uns) getan ist, (nehmt) von uns.

somārudrā dhārayethām asuryaṃ pra vām iṣṭayo 'ram aśnuvantu / damedame sapta ratnā dadhānā śaṃ no bhūtaṃ dvipade śaṃ catuṣpade //

Soma und Rudra, ihr beiden, möget die Asura-Kraft halten; eure Opfer sollen zur Genüge erreichen. Ihr, die in jedem Haus die sieben Schätze verleihen, seid Heil unserem Zweifüßigen, Heil unserem Vierfüßigen.

somārudrā vivṛhataṃ viṣūcīm amīvā yā no gayam āviveśa / āre bādhethāṃ nirṛtiṃ parācair asme bhadrā sauśravasāni santu //

Soma und Rudra, öffnet das Ausgebreitete, die Krankheit (āmīvā), die in unseren Hausstand eingedrungen ist; treibt weit weg die Nirṛti (Verderben) mit den Abgewandten; uns sollen Glück und Ruhm zuteilwerden.

tigmāyudhau tigmahetī suśevau somārudrā iha su mṛḍataṃ naḥ / mumuktam asmān grasitān abhīke prayachataṃ vṛṣaṇā śaṃtamāni //

Ihr mit scharfen Waffen, mit scharfen Geschossen, wohlgeneigt, Soma und Rudra, seid uns hier recht gnädig; befreit uns, die Ergriffenen, in der Nähe; gebt, ihr Bullen, das Heilsamste.

agnāviṣṇū sajoṣasāgnāviṣṇū mahi dhāma priyaṃ vām //

agnāviṣṇū sajoṣasā, agnāviṣṇū mahi dhāma priyaṃ vām [Anm.: zwei Pratīkas: „Agni und Viṣṇu, einträchtig …“, „Agni und Viṣṇu, groß (ist) euer liebes Wesen“].

agnāviṣṇū mahi tad vāṃ mahitvaṃ vītho ghṛtasya guhyā juṣāṇā / damedame suṣṭutī vāvṛdhānā nu vāṃ jihvā ghṛtam ācaraṇyat //

Agni und Viṣṇu, groß ist diese eure Größe; ihr genießt das verborgene Butterschmalz, (es) gern annehmend; in jedem Haus, gut gepriesen, wachsend, hat eure Zunge jetzt die Butter geleckt [?].

pāvakā naḥ sarasvatī //

pāvakā naḥ sarasvatī [Anm.: Pratīka: „Die Läuternde ist uns Sarasvatī“].

sarasvaty abhi no neṣi vasyo māpa spharīḥ payasā mā nā ādhak / juṣasva naḥ sakhyā veśyā ca mā tvat kṣetrāṇy araṇyāni ganma //

Sarasvatī, führe uns zu Besserem; gib uns nicht zu wenig; mit Milch verbrenne uns nicht. Genieße unsere Freundschaft und Nachbarschaft; von dir aus wollen wir nicht in Felder (und) Wälder gehen [?].

ā no divaḥ //

ā no divaḥ [Anm.: Pratīka: „Zu uns vom Himmel …“].

bṛhaspate juṣasva no havyāni viśvadevya / rāsva ratnāni dāśuṣe //

Bṛhaspati, genieße uns die Opfergaben, du Allgöttlicher; gib dem Opfernden Schätze.

evā pitre viśvadevāya vṛṣṇe yajñair vidhema namasā havirbhiḥ / bṛhaspate suprajā vīravanto vayaṃ syāma patayo rayīṇām //

So mögen wir dem Vater, dem Allgöttlichen, dem Bullen, mit Opfern, mit Verehrung, mit Opfergaben dienen; o Bṛhaspati, mögen wir mit guter Nachkommenschaft, mit Mannen, Herren der Reichtümer sein.

ā no mitrāvaruṇā ghṛtair gavyūtim ukṣatam / madhvā rajāṃsi sukratū //

Zu uns, Mitra und Varuṇa, besprengt mit Butter die Rinderweide, mit Süße die Lufträume, ihr Weisen.

pra bāhavā sisṛtaṃ jīvase nā ā no gavyūtim ukṣataṃ ghṛtena / ā no jane śravayataṃ yuvānā śrutaṃ me mitrāvaruṇā havemā //

Streckt die Arme aus zum Leben für uns; besprengt uns mit Butter die Rinderweide; laßt uns unter den Leuten Gehör finden, ihr Jungen; hört mir diese Anrufung, Mitra und Varuṇa.

aurvabhṛguvañ śucim apnavānavad āhuve / agniṃ samudravāsasam //

Wie Aurva, Bhṛgu und Apnavāna rufe ich den reinen Agni herbei, den, dessen Gewand das Meer ist.

ā savaṃ savitur yathā bhagasyeva bhujiṃ huve / agniṃ samudravāsasam //

Wie zum Antrieb des Savitṛ, wie den Genuss des Bhaga rufe ich Agni herbei, den, dessen Gewand das Meer ist.

huve vātasvanaṃ kaviṃ parjanyakradyaṃ sahaḥ / agniṃ samudravāsasam //

Ich rufe den Weisen, den vom Wind Rauschenden, den von Parjanya Brüllenden, den Mächtigen, Agni, den, dessen Gewand das Meer ist.

vṛṣā soma dyumaṃ asi //

vṛṣā soma dyumaṃ asi [Anm.: Pratīka: „Ein Bulle bist du, Soma, ein glänzender“].

ā ye tanvanti raśmibhis tiraḥ samudram arṇavam / marudbhir agnā āgahi //

Die (sich) mit ihren Strahlen ausspannen über das Meer, die Flut hinweg – mit den Marut, o Agni, komm herbei.

ā vo yantūdavāhāso adya vṛṣṭiṃ ye viśve maruto junanti / ayaṃ yo agnirmarutaḥ samiddha etaṃ juṣadhvaṃ kavayo yuvānaḥ //

Zu euch sollen heute die Wasserbringer kommen, die alle Marut, die den Regen antreiben; dieser Agni hier, o Marut, ist entzündet; genießt ihn, ihr Seher, ihr Jungen.

yaṃ tvā devāpiḥ śuśucāno agna ārṣṭiṣeṇo manuṣyaḥ samīdhe / viśvebhir devair anumadyamānaḥ pra parjanyam īrayā vṛṣṭimantam //

Dich, den Devāpi Ārṣṭiṣeṇa, der Mensch, entzündete, o glühender Agni; von allen Göttern mitberauscht, sende Parjanya, den regenreichen, hervor.

agne bādhasva vi mṛdho vi durgahāpāmīvām apa rakṣāṃsi sedha / asmāt samudrād bṛhato divo no 'pāṃ bhūmānam upa naḥ sṛjeha //

O Agni, treibe die Bedränger weg, weg die schwer Bezwingbaren; vertreibe Krankheit, vertreibe die Rakṣas. Aus diesem Meer, aus dem großen Himmel, sende uns die Fülle der Wasser hierher.

priyā vo nāma huve turāṇām ā yat tṛpan maruto vāvaśānaḥ //

Euren lieben Namen rufe ich, ihr Eiligen, wenn die Marut, begierig, sich sättigen [Anm.: Pratīka mit Teilvers].

śriyase kaṃ bhānubhiḥ saṃmimikṣire te raśmmibhis ta ṛkvabhiḥ sukhādayaḥ / te vāśīmanta iṣmiṇo abhīravo vidre priyasya mārutasya dhāmnaḥ //

Zur Zier haben sie sich mit ihren Glanzstrahlen vermischt; sie, mit Strahlen, mit Jubelrufen, die Wohlfahrenden; sie, die Beilträger, die Stürmer, die Brüllenden, sind erkannt am lieben Wesen der Marut.

maruto yad dha vo divaḥ //

maruto yad dha vo divaḥ [Anm.: Pratīka: „Ihr Marut, wenn ja euer vom Himmel …“].

praiṣām ajmeṣu vithureva rejate bhūmir yāmeṣu yad dha yuñjate śubhe / te krīḍayo dhunayo bhrājadṛṣṭyaḥ svayaṃ mahitvaṃ panayanta dhūtayaḥ

Vor ihren Fahrten zittert wie eine Wankende die Erde, wenn sie sich zur Zier anschirren; sie, die Spielenden, die Schüttler, mit blitzenden Speeren, die Rüttler, machen ihre Größe selbst bewundert [Anm.: der Vers bricht ab].

kayā śubhā savayasaḥ sanīḍāḥ samānyā marutaḥ saṃmimikṣuḥ / kayā matī kutā etāsa ete 'rcanti śuṣmaṃ vṛṣaṇo vasūyā //

Mit welchem Schmuck haben sich die Marut, gleichaltrig, gleich genistet, vermischt? Aus welcher Absicht, woher (kommen) diese? Die Bullen besingen die Kraft, Güter begehrend.

kasya brahmāṇi jujuṣur yuvānaḥ ko adhvare marutā āvavarta / śyenaṃ iva dhrajato antarikṣe kena mahā manasā rīramāma //

Wessen Gebete haben die Jungen gern angenommen? Wer hat die Marut zum Opfer gewendet? Wie Falken, gleitend im Luftraum – mit welchem großen Sinn haben wir uns erfreut?

kutas tvam indra māhinaḥ sann eko yāsi satpate kiṃ ta itthā / saṃpṛchase samarāṇaḥ śubhānair voces tan no harivo yat te asme //

Woher (kommst) du, Indra, als Großer, allein fährst du, o Herr der Guten? Was (soll) dir so? Du fragst (sie), der zusammentrifft, die sich schmücken: sage uns das, du Falbenroß, was du gegen uns hast.

brahmāṇi me matayaḥ śaṃ sutāsaḥ śuṣma iyarti prabhṛto me adriḥ / āśāsate pratiharyanty ukthemā harī vahatas tā no acha //

Gebete (sind) mir, Gedanken, gekelterte Heilsamkeit; die Kraft steigt auf, der Stein ist mir vorgehalten. Sie wünschen (und) verlangen die Lieder; meine beiden Falben fahren diese zu uns her.

ato vayam antamebhir yujānāḥ svakṣatrebhis tanvaḥ śumbhamānāḥ / mahobhir ekam upayujmahe nv indraḥ svadhām anu hi no babhūtha //

Von daher schirren wir uns mit den Nächsten (?) zusammen, mit eigener Herrschaft die Leiber schmückend; mit Größen verbinden wir uns mit dem Einen; Indra, denn du bist unser Svadhā geworden.

kva syā vo marutaḥ svadhāsīd yan mām ekaṃ samadhattāhihatye / ahaṃ hy ugras taviṣas tuviṣmān viśvasya śatror anamaṃ vadhasnaiḥ //

Wo war jene eure Svadhā, ihr Marut, als ihr mich, den Einen, beim Schlangenschlag zusammenhieltet? Denn ich bin der Grimmige, kraftvoll, stark; den Feind, den ganzen, beuge ich nieder mit Schlägen.

bhūri cakartha yujyebhir asme samānebhir vṛṣabha pauṃsyebhiḥ / bhūrīṇi hi kṛṇavāmā śaviṣṭhendraḥ kṛtvā maruto yad vaśāma //

Vieles hast du für uns getan mit den Verbündeten, mit den gleichen, Bulle, Manneskräften; vieles würden wir tun, o Stärkster, Indra, was wir, ihr Marut, wünschen, wenn getan.

vadhīṃ vṛtraṃ maruta indriyeṇa svena bhāmena taviṣo babhūvān / aham etā manave viśvaścandrāḥ sugā apaś cakara vajrabāhuḥ //

Ich erschlug den Vṛtra, ihr Marut, mit Sinneskraft (Indriya), durch meinen eigenen Zorn, der ich stark geworden war; ich schuf dem Manu diese alles ersehnenden, gutgängigen Wasser, ich, der Keulenarmige.

anuttam ā te maghavan nakir ṇu na tvāvaṃ asti devatā vidānaḥ / na jāyamāno naśate na jāto yāni kariṣyā kṛṇuhi pravṛddha //

Unübertroffen (ist) dieses dein (Werk), Maghavan; niemand ist dir gleich, unter den Göttern (etwa) wissend; weder der Werdende noch der Gewordene erreicht (dich), (in dem), was du tun wirst, tue es, du Großgewordener.

ekasya cin me vibhv astv ojo yā nu dadhṛṣvān kṛṇavai manīṣā //

Auch von mir, dem Einen, sei die Stärke (Ojas) durchdringend, die ich, kühn, mit Einsicht bewirke.

ahaṃ hy ugro maruto vidāno yāni cyavam indrā id īśa eṣām //

Denn ich bin grimmig, ihr Marut, wissend; was ich bewege, dessen Herr bin ich, Indra, gerade dieser [Anm.: verkürzter Vers [?]].

amandan mā marutaḥ stomo atra yan me naraḥ śrutyaṃ brahma cakra / indrāya vṛṣṇe sumakhāya mahyaṃ sakhye sakhāyas tanve tanūbhiḥ //

Es erfreute mich, ihr Marut, dieser Preisgesang hier, als die Männer mir das hörenswerte Brahman-Gebet machten; für Indra, den Bullen, den Wohlopfernden, (und) für mich – zur Freundschaft, ihr Freunde, leiblich mit den Leibern.

eved ete prati mā rocamānā anedyaḥ śravā eṣo dadhānāḥ / saṃcakṣyā marutaś candravarṇā achānta me chadayāthā ca nūnam //

Ebenso diese (Marut), mir gegenüber strahlend, tadellosen Ruhm auf sich tragend; ihr Marut, mit glänzendem Aussehen, anschaubar, wurdet mir lieb und deckt (mich) ganz gewiss.

ko nv atra maruto māmahe vaḥ prayātana sakhīṃr achā sakhāyaḥ / manmāni citrā apivātayanta eṣāṃ bhūta navedā ma ṛtānām //

Wer nun, ihr Marut, (ist) hier ein Preisender von euch? Kommt, ihr Freunde, zu den Freunden hin! Die bunten Gedanken (?), sie, die (Wind) trinken lassen; werdet für mich nun Kenner der Ṛtas (Ordnungen) [?].

ā yad duvasyād duvase na kārur asmāṃś cakre mānyasya medhā / o ṣū varta maruto vipram achemā brahmāṇi jaritā vo arcat //

Wenn der Dichter wie ein Diener dient, hat uns der Weise die Weisheit des Geehrten gemacht; o kommt her, ihr Marut, zum Weisen, zu dem Sänger, der euch Gebete singt.

eṣa vaḥ stomo maruta iyaṃ gīr māndāryasya mānyasya kāroḥ / eṣā yāsīṣṭa tanve vayāṃ vidyāmeṣaṃ vṛjanaṃ jīradānum

Dieser Preisgesang ist euer, ihr Marut, dies das Lied des Māndārya Māna [?], des Dichters; zu diesem sollt ihr kommen, für den Leib, damit wir Labung, Lebenskraft (und) Lebensdauer gewinnen [Anm.: der Vers bricht ab].

indraṃ vo viśvatas pari havāmahe janebhyaḥ / asmākam astu kevalaḥ //

Den Indra rufen wir euch von allen Seiten her, (von) den Leuten; er soll ausschließlich unser sein.

ā te śuṣmo vṛṣabha etu paścād ottarād adharād ā purastāt / ā viśvato abhi sametv arvāṅ indra dyumnaṃ svarvad dhehy asme //

Zu dir komme die Kraft, o Bulle, von hinten, von oben, von unten, von vorn; von allen Seiten möge sie sich (dir) zuwenden, zusammenkommen, herwärts; Indra, verleihe uns Glanz, himmelsgewinnend.

maruto yad dha vo divo yā vaḥ śarma //

maruto yad dha vo divo, yā vaḥ śarma [Anm.: zwei Pratīkas: „Ihr Marut, wenn ja euer vom Himmel …“ und „Euer Schutz …“].

ā tū na indra vṛtrahann asmākam ardham āgahi / mahān mahībhir ūtibhiḥ //

Komm nun, o Indra, Vṛtra-Töter, zu unserer Hälfte; der Große (kommt) mit großen Hilfen.

tvaṃ mahaṃ indra tubhyaṃ ha kṣā anu kṣatraṃ maṃhanā manyata dyauḥ / tvaṃ vṛtraṃ śavasā jaghanvānt sṛjaḥ sindhūṃr ahinā jagrasānān //

Du, Indra, der Große, dir hat die Erde zugestimmt, dir hat der Himmel die Herrschaft (Kṣatra) durch Großmut zugestanden; du hast mit Kraft den Vṛtra erschlagen (und) die von der Schlange verschluckten Ströme freigelassen.

maruto yad dha vo balaṃ janaṃ acucyavītana / girīṃr acucyavītana //

Ihr Marut, dass ihr euch der Kraft, (ihr) die Leute, (von) da bewegt habt, die Berge habt ihr bewegt.

ṛṣṭayo vo maruto aṃsayor adhi sahā ojo bāhvor vo balaṃ hitam / nṛmṇā śīrṣasv āyudhā ratheṣu no viśvā vaḥ śrīr adhi tanūṣu pipiśe //

Speere (sind) euch, ihr Marut, auf den Schultern, Kraft und Stärke (Ojas) ist in euren Armen niedergelegt; Männerkraft in den Köpfen, Waffen an den Wagen bei uns; alle eure Pracht ist auf den Leibern ausgemalt.

purutrā hi sadṛṅṅ asi viśo viśvā anu prabhuḥ / samatsu tvā havāmahe //

Denn an vielen Orten bist du gleichgestaltig; über alle Stämme hin bist du Herr. In den Kämpfen rufen wir dich.

samatsv agnim avase vājayanto havāmahe / vājeṣu citrarādhasam //

In den Kämpfen rufen wir Agni um Hilfe, Siegespreis begehrend; in den Wettkämpfen (den) mit buntem Gut.

agne nayā devānāṃ tvam agne vratapā asi yad vo vayam //

agne nayā devānāṃ, tvam agne vratapā asi, yad vo vayam [Anm.: drei Pratīkas: „O Agni, führe (uns) …“; „Du, o Agni, bist der Hüter der Gebote“; „Wenn wir euch …“].

tvam agne vratabhṛñ śucir agne devaṃ ihāvaha / upa yajñaṃ haviś ca naḥ //

Du, o Agni, Gebotsträger, rein, o Agni, bringe den Gott hierher; zum Opfer und zu unserer Opfergabe (Havis).

vratā nu bibhrad vratapā adabdho yajāno devo ajaraḥ suvīraḥ / dadhad ratnāni sumṛḍīko agne gopāya no jīvase jātavedaḥ //

Die Gebote tragend, der Gebotshüter, unbetrogen, der opfernde Gott, alterslos, wohlbemannt, Schätze verleihend, sehr gnädig, o Agni, behüte uns zum Leben, Jātavedas.

śreṣṭhaṃ yaviṣṭha bhāratāgne dyumantam ābhara / vaso puruspṛhaṃ rayim //

Das Beste, o Jüngster, Bhārata-Agni, bringe her, Glänzendes, o Vasu, (den) vielbegehrten Reichtum.

tubhyaṃ bharanti kṣitayo yaviṣṭha balim agne antitā ota dūrāt / ā bhandiṣṭhasya sumatiṃ cikiddhi mahat te agne mahi śarma bhadram //

Dir bringen die Siedlungen, o Jüngster, Agni, Abgabe, von nah und von fern; achte auf die Gunst des am meisten Erfreuten; groß (und) gut (ist) dein großer Schutz, o Agni.

tvām agne vājasātamaṃ viprā vardhanti suṣṭutam / sa no rāsva suvīryam //

Dich, o Agni, den besten Siegespreis-Gewinner, lassen die Weisen, gut gepriesen, wachsen; er soll uns gute Manneskraft (Vīrya) geben.

ayaṃ no agnir anīkair dveṣo ardaya sainānīkenedaṃ viṣṇuḥ pra tad viṣṇuḥ //

ayaṃ no agnir anīkair dveṣo ardaya; sainānīkena; idaṃ viṣṇuḥ; pra tad viṣṇuḥ [Anm.: vier Pratīkas: „Dieser unser Agni, mit (seinen) Heeren (vernichte) die Feindschaften!“; „mit dem Heer“; „Dies (hat) Viṣṇu (durchschritten)“; „Jenes (Werk) Viṣṇus (wird gepriesen)“].

ā vo rājānam adhvarasya rudraṃ hotāraṃ satyayajaṃ rodasyoḥ / agniṃ purā tanayitnor acittād dhiraṇyarūpam avase kṛṇudhvam //

Macht euch den König des Opfers, den Rudra, den Hotṛ, den wahrhaft Opfernden der beiden Welten, Agni, ehe der Donner (kommt), vor der Unbesonnenheit, den goldgestaltigen, zur Hilfe.

kad dhiṣṇyāsu vṛdhasāno agne kad vātāya pratavase śubhaṃye / parijmane nāsatyāya kṣe bravaḥ kad agne rudrāya nṛghne //

Wann, o Agni, (wirst du) auf den Herdstellen wachsend, wann dem Wind, dem Stürmenden, dem Schönstrahlenden, dem Umherfahrenden, dem Nāsatya, sagst du (es)? Wann, o Agni, dem Rudra, dem Männer-Tötenden? [Anm.: „kṣe“ unsicher [?]]

ukṣānnāya vaśānnāya //

ukṣānnāya vaśānnāya [Anm.: Pratīka: „dem Stier-Esser, dem Kuh-Esser (sei dies …)“].

vātopadhūta iṣito vaśaṃ anu triṣu yad annā veviṣad vitiṣṭhase / ā te yatante rathyo yathā pṛthak śardhāṃsy agne ajarāṇi dhakṣataḥ

Vom Wind angeweht, angetrieben, (folgst du) dem Willen; wenn du dich in den drei Speisen (?) [?] ausbreitest; zu dir streben, wie Wagenrosse, getrennt, die alterslosen Scharen, wenn du brennst, o Agni [Anm.: der Vers bricht ab].

kṛṇuṣva pājā iti pañca //

kṛṇuṣva pājaḥ – fünf [Anm.: Angabe der ersten fünf Verse mit dem Pratīka „Mach (dir) Kraft“].

sa te jānāti sumatiṃ yaviṣṭha ya īvate brahmaṇe gātum airat / viśvāny asmai sudināni rāyo dyumnāny aryo vi duro abhidyaut //

Er kennt deine Gunst, o Jüngster, der dem Gebet, dem zu dir Kommenden, den Weg bahnte; für ihn (sind) alle guten Tage, Reichtümer, Herrlichkeiten; der Herr (Arya) hat die Türen (für ihn) aufgeleuchtet.

sed agne astu subhagaḥ sudānur yas tvā nityena haviṣā ya ukthaiḥ / piprīṣati sva āyuṣi duroṇe viśved asmai sudinā sāsad iṣṭiḥ //

Der sei, o Agni, glücklich, gut gebend, der dich mit ständiger Opfergabe und mit Lobgesängen erfreuen will in seinem Lebensalter, im Haus; ihm soll das ganze Opferfest gute Tage lenken.

arcāmi te sumatiṃ ghoṣy arvāk saṃ te vāvātā jaratām iyaṃ gīḥ / svaśvās tvā surathā marjayemāsme kṣatrāṇi dhārayer anu dyūn //

Ich preise deine Gunst, herwärts singend; dir sollen diese Lieder zugeweht werden, altern; gut berosst, gut bewagend mögen wir dich putzen; halte uns Herrschaften (Kṣatra) fest, Tag für Tag.

iha tvā bhūry ācared upa tman doṣāvastar dīdivāṃsam anu dyūn / krīḍantas tvā sumanasaḥ sapemābhi dyumnā tasthivāṃso janānām //

Hier möge dich Vieles umschreiten, von selbst, dich, der du Abend und Morgen leuchtest, Tag für Tag; spielend, wohlgesinnt, mögen wir dir dienen, über den Glanz der Leute hinaus stehend.

yas tvā svaśvaḥ suhiraṇyo agna upayāti vasumatā rathena / tasya trātā bhavasi tasya sakhā yas ta ātithyam ānuṣag jujoṣat //

Wer, gut berosst, mit gutem Gold, o Agni, dir zufährt mit gutreichem Wagen – dessen Retter wirst du, dessen Freund, der deine Gastlichkeit der Reihe nach genießt.

maho rujāmi bandhutā vacobhis tan mā pitur gotamād anviyāya / tvaṃ no asya vacasaś cikiddhi hotar yaviṣṭha sukrato damūnāḥ //

Groß breche ich (die Bande) durch Verwandtschaft mit Worten; das ist mir vom Vater Gotama nachgefolgt. Du, achte auf dies unser Wort, o Hotṛ, Jüngster, Wohlwirkender, im Haus.

asvapnajas taraṇayaḥ suśevā atandrāso 'vṛkā aśramiṣṭhāḥ / te pāyavaḥ sadhryañco niṣadyāgne tava naḥ pāntv amūra //

Nicht durch Schlaf geboren, schnell, wohlwollend, ohne Trägheit, ohne Wölfe, unermüdlich – diese, die Hüter, die zusammen(sitzen), mögen uns, o Agni, die Törichten (?) [?], von dir beschützen.

ye pāyavo māmateyaṃ te agne paśyanto andhaṃ duritād arakṣan / rarakṣa tānt sukṛto viśvavedā dipsantā id ripavo nāha debhuḥ //

Die Hüter, die, o Agni, den Blinden (Sohn) der Māmatā (Dīrghatamas) sehend vor dem Missgeschick bewahrten – die hat der Gutwirkende, Allkenner behütet; die Feinde, (die ihn) schädigen wollten, haben (ihn) gewiss nicht betrogen.

tvayā vayaṃ sadhanyas tvotās tava praṇīty aśyāma vājān / ubhā śaṃsā sūdaya satyatāte 'nuṣṭhuyā kṛṇuhy ahrayāṇa //

Mit dir, dir verbunden, dir zugetan, mit deiner Führung möchten wir Siegespreise erreichen; beide Gebetsworte fördere, o du, der du im Wahren wirkst; mit Lobgesang mache (es) schön, ohne Scheu.

ayā te agne samidhā vidhema prati stomaṃ śasyamānaṃ gṛbhāya / dahāśaso rakṣasaḥ pāhy asmān druho nido mitramaho avadyāt //

Mit diesem Scheit möchten wir dir dienen; nimm den vorgetragenen Preisgesang an. Verbrenne die Rakṣas, die Übles wünschen; schütze uns vor Betrug (Druh), vor Schmähung, vor Tadel, o Mitra-Großer.

agnī rakṣāṃsi sedhati śukraśocir amartyaḥ / śuciḥ pāvaka īḍyaḥ //

Agni vertreibt die Rakṣas, der mit reiner Glut, der Unsterbliche; rein, läuternd, preisenswert.

tvaṃ naḥ soma viśvataḥ

tvaṃ naḥ soma viśvataḥ [Anm.: Pratīka: „Du, Soma, (schütze) uns von allen Seiten“].

yukṣvā hi devahūtamān //

yukṣvā hi devahūtamān [Anm.: Pratīka: „Denn schirre an die am besten Götter-Rufenden“].

uta no deva devaṃ achā voco viduṣṭaraḥ / śrad viśvā vāryā kṛdhi //

Und, o Gott, sprich für uns zum Gott hin, du Wissenderer; lass alle Wunschgüter glaubhaft (sein).

tvaṃ ha yad yaviṣṭhya sahasaḥ sūna āhuta / ṛtāvā yajñiyo bhuvaḥ //

Denn wenn du, o Jüngster, Sohn der Kraft, Angerufener, bist, (dann) sei ṛta-gemäß, des Opfers würdig.

ayam agniḥ sahasriṇaḥ //

ayam agniḥ sahasriṇaḥ [Anm.: Pratīka: „Dieser Agni (ist der Herr) der Tausendfachen“].

taṃ nemim ṛbhavo yathā namasva sahūtibhiḥ / nedīyo yajñam aṅgiraḥ //

Ihm verneige dich wie die Ṛbhus dem Radkranz, mit gemeinsamen Anrufungen; näher (bringe) das Opfer, o Aṅgiras.

tasmai nūnam abhidyave vācā virūpa nityayā / vṛṣṇe codasva suṣṭutim //

Ihm nun, dem Zielstrebigen, treibe mit beständigem Wort, o Vielgestaltiger, dem Bullen, ein gutes Lob an.

kam u ṣvid asya senayāgner apākacakṣasaḥ / paṇiṃ goṣu starāmahe //

Womit (kämpfen) wir für das Heer dieses Agni, der einen abgewandten Blick hat? Den Krämer (Paṇi) wollen wir unter die Kühe hinstreuen [?].

mā no devānāṃ viśaḥ prasnātīr ivosrāḥ / kṛśaṃ na hāsur aghnyāḥ //

Nicht sollen uns die Stämme der Götter (verletzen), wie Rinder, die sich baden (?) [?]; wie den Mageren verließen (sie) die Unverletzlichen [?].

mā naḥ samasya dūḍhyaḥ paridveṣaso aṃhatiḥ / ūrmir na nāvam āvadhīt //

Nicht soll uns die Bedrängnis des ganzen Böswilligen, des Feindseligen treffen; wie eine Woge ein Schiff (nicht) schlug.

namas te agnā ojase gṛṇanti deva kṛṣṭayaḥ / amair amitram ardaya //

Verehrung dir, o Agni, mit Stärke (Ojas); dich preisen, o Gott, die Siedlungen; mit Gewalt(en) vertreibe den Feind.

imaṃ yajñam idaṃ vaco jujuṣāṇa upāgahi / soma tvaṃ no vṛdhe bhava //

Dieses Opfer und diesen Spruch gern annehmend, komm herbei; Soma, sei du für uns zum Gedeihen.

kuvit su no gaiṣṭaye 'gne saṃveṣiṣo rayim / urukṛd uru ṇas kṛdhi //

Wirst du, o Agni, uns nicht zum Rinderschaffen den Reichtum zuführen? Der du Weite machst, mache uns Weite.

mā no asmin mahādhane parā varg bhārabhṛd yathā / saṃvargaṃ saṃ rayiṃ jaya //

Nicht sollst du uns in diesem großen Gewinn abweisen, wie ein Lastträger (?) [?]; gewinne die Anhäufung, gewinne den Reichtum.

yasyājuṣan namasvinaḥ śamīm adurmakhasya vā / taṃ hed agnir vidhāvati //

Wessen (Opfer) der Verehrende, oder das Werk (?) des Nicht-Übelwirkenden, genoss nicht – den verfolgt Agni gewiss.

anyam asmad bhiyā iyam agne siṣaktu duchunā / vardhā no amavañ śavaḥ

Einen anderen als uns soll diese Not (Bhī?) [?] bedrängen, o Agni, (und) das Übel (Duchunā); fördere uns, du Kraftreicher, die Stärke.