Quellen der Menschheit

Maitrāyaṇī-Saṃhitā · Kāṇḍa 4

Prapāṭhaka 5

Dieser Prapāṭhaka behandelt das Schöpfen der Vasatīvarī-Wasser (vasatīvarīḥ, „Nachtquartier-Wasser“) am Vortag des Soma-Pressens, den Prātaranuvāka (Morgenlitanei des Hotṛ) sowie den Beginn des Somapressens am Pressungstag: die Waschung durch die Wasser, das Pressen und Läutern des Soma, die Schöpfung der Grahas Upāṃśu, Antaryāma, Aindravāya­va und Maitrāvaruṇa mit ihren Mythen und die Nigrābhya-Wasser. Zum Schluss steht die Deutung des Opfers als Leib des Makha-Prajāpati. Die Brāhmaṇa-Erläuterung ist mit Mantras und Opfersprüchen (yajus) durchsetzt; einzelne Stellen (etwa aver apo 'dhvaryā3om, sam arir vidām, die Zuordnungen im Körperschema) sind textlich oder sachlich unsicher.

apo vai vṛtraḥ paryaśayat tato yā atyamucyanta tā jīvā yajñiyā girir vai vṛtro yā atimumucānā dhāvanti tā jīvā yajñiyā yad vahantīnāṃ gṛhṇāti yā eva jīvā yajñiyās tāsām eva gṛhṇāti pratīpam upamārayaty achambaṭkārāya sūryasyāvakāśe gṛhṇāti sendrā eva gṛhṇāti haviṣmatīr imā āpā iti haviṣmatīr eva gṛhṇāty āviḥsūrye gṛhyā uttaram eva yajñakratum abhigṛhṇāty anuṣṭubhā gṛhṇāty anuṣṭub vai sarvāṇi chandāṃsi sarvair evaināś chandobhir gṛhṇāti varṣma vā eṣā chandasāṃ varṣmainaṃ samānānāṃ gamayati caturbhir gṛhṇāti tribhiḥ sādayati tat sapta saptapadā śakvarī śākvarāḥ paśavaḥ paśūn evāvarunddhe 'po vai rātrir divā bhūte praviśati tasmād āpo divā kṛṣṇā apo 'har naktaṃ tasmād āpo naktaṃ śuklā yad divā gṛhṇāty ubhe evāhorātre gṛhṇāti divā vai manuṣyā yajñena caranti naktaṃ devās tasmād rātribhiḥ śravasyate saṃsthāpya vai manuṣyā yajñaṃ niḥpadyanta āpaḥ khalu vai viśve devā yad apaḥ pariharanty adbhyo vā etad yajñaṃ saṃprādād anyaste 'sya yajñe kriyate yad vai yajñasyāntaryanti tac chidraṃ tad anu rakṣāṃsi yajñam avayanty āpo vai rakṣoghnīr apo rakṣāṃsi na taranti yad apaḥ pariharanti rakṣasām ananvavāyāya yā divā gṛhṇāti yā atrīḥ prajās tāsām etā yonis tā etā anuprajāyante yā naktaṃ gṛhṇāti yā ādyāḥ prajās tāsām etā yonis tā etā anuprajāyanta ubhayīr eva prajāḥ prajanayaty atrīś cādyāś cāgnīdhre sādayaty etad vā anabhijitam atho atra hi tāṃ rātriṃ devatā upavasanti devā vai yajñasya śvastanaṃ nāpaśyaṃs te vā etad eva yajñasya śvastanam apaśyan yad vasatīvarīr yad vasatīvarīr gṛhītvopavasanti śvastanaṃ vā etad yajñasyālabhyopavasanty atho āpo vai viśve devāḥ sarvā vā etad devatā ālabhyopavasanti yasyāgṛhītāḥ sūryo 'bhinimroced ya āhitāgniḥ somayājī tasya kumbhād gṛhyās tasya hi gṛhītā agnim upariṣṭād dhārayeyur atha gṛhṇīyād jyotiṣmatīr evainā gṛhṇāti hiraṇyaṃ haste bhavaty atha gṛhṇāti satyaṃ vai hiraṇyaṃ satyenaivainā gṛhṇāti varo dakṣiṇā vareṇaivainā gṛhṇāti yat tatra dhanam adāsyant syāt tad deyam

Die Wasser umlagerte Vṛtra. Die von ihnen, die (ihm) entkamen, sind die lebendigen, opfertauglichen. Vṛtra ist der Berg; die (Wasser), die ihm entronnen dahineilen, das sind die lebendigen, opfertauglichen. Dass er von den fließenden (Wassern) schöpft: nur von den lebendigen, opfertauglichen schöpft er. Er lässt (das Wasser) entgegen dem Strom [?] zur Ruhe kommen (upamārayati), damit es kein Glucksen gibt. Er schöpft im Sonnenschein. Er schöpft sie mit Indra (verbunden): „Opfergabe-haltig sind diese Wasser“ – so schöpft er sie eben als opfergabe-haltige. Sie sind bei sichtbarer Sonne zu schöpfen; so ergreift er die höhere Opferhandlung (Yajñakratu). Er schöpft mit einer Anuṣṭubh. Die Anuṣṭubh ist alle Metren; so schöpft er sie mit allen Metren. Diese (Anuṣṭubh) ist der Gipfel der Metren; so lässt er ihn zum Gipfel unter seinesgleichen gelangen. Mit vieren schöpft er, mit dreien setzt er (sie) nieder; das sind sieben. Die Śakvarī hat sieben Füße; die Tiere gehören zur Śakvarī; er erlangt für sich Tiere. Die Nacht dringt bei Tage in die Wasser ein; deshalb sind die Wasser bei Tage dunkel. Der Tag dringt bei Nacht in die Wasser ein; deshalb sind die Wasser bei Nacht hell. Indem er bei Tage schöpft, schöpft er beides, Tag und Nacht. Bei Tage üben die Menschen das Opfer aus, bei Nacht die Götter; deshalb strebt man durch Nächte nach Ruhm [?]. Haben die Menschen das Opfer abgeschlossen, so gehen sie fort. Die Wasser sind die All-Götter. Wenn man die Wasser umherträgt, so hat er damit das Opfer den Wassern übergeben; (dann) wird ein anderer bei seinem Opfer gemacht [?]. Wo man in das Opfer hineinfährt, das ist eine Lücke; durch sie schleichen die Rakṣas dem Opfer nach. Die Wasser sind Rakṣas-Töter; die Rakṣas kommen über die Wasser nicht hinweg; dass man die Wasser umhertragt, ist damit die Rakṣas nicht nachfolgen. Die (Wasser), die er bei Tage schöpft, sind der Schoß der fressenden (atrī) Geschöpfe; diese werden ihnen nachgeboren. Die (Wasser), die er bei Nacht schöpft, sind der Schoß der essbaren (ādya) Geschöpfe; diese werden ihnen nachgeboren. So bringt er beide Geschöpfe hervor, die fressenden und die essbaren. Er stellt sie im Āgnīdhra nieder. Dies ist das noch nicht Eroberte [?]; auch verweilen ja die Gottheiten hier in dieser Nacht. Die Götter sahen den morgigen Tag (śvastana) des Opfers nicht; sie sahen ihn eben in den Vasatīvarī-Wassern. Dass sie nach dem Schöpfen der Vasatīvarī-Wasser die Nacht (bei ihnen) verbringen (upavasanti), heißt: sie verbringen die Nacht, nachdem sie den morgigen Tag des Opfers ergriffen haben. Ferner sind die Wasser die All-Götter; sie verbringen die Nacht, nachdem sie alle Gottheiten ergriffen haben. Wem, wenn nicht geschöpft ist, die Sonne untergeht [?], der einen Feuerbesitz hat (Āhitāgni) und Soma-Opferer ist – für den soll man sie aus einem Topf schöpfen; denn wenn sie für ihn geschöpft sind, sollen sie (das Feuer) oben halten; dann soll er schöpfen [?]. So schöpft er sie lichtreich. Gold ist in seiner Hand; dann schöpft er. Gold ist die Wahrheit; so schöpft er sie mit der Wahrheit. Eine Gabe (varā) ist die Opfergabe (dakṣiṇā); so schöpft er sie mit der Gabe. Was er dort an Wert zu geben beabsichtigt hätte, das soll gegeben werden.

pracaraṇyām agre gṛhṇāty eṣā hy agre pracaraty apo vai somasya rasaḥ praviṣṭo 'gniḥ sarvā devatā vaiśvadevīr āpo yajñamukhaṃ grāvāṇaḥ savitṛprasūto vā etat sarvābhir devatābhir apāṃ somasya rasam achaiti śṛṇotv agniḥ samidhā havaṃ mā iti yasminn evāgnau juhoti tam etad āha śṛṇvantv āpā iti yā evāpo 'chaiti tā etad āha dhiṣaṇā ca devīti vāg vai dhiṣaṇā devī vācaṃ vā etad āha śṛṇota grāvāṇo viduṣo nu yajñam iti yajñamukhaṃ hi grāvāṇaḥ śṛṇotu devaḥ savitā havaṃ mā ity āha prasūtyā eva //

Zuerst schöpft er in der Pracaraṇī; denn diese geht zuerst hervor. Der Saft des Soma ist in die Wasser eingegangen. Agni ist alle Gottheiten; die Wasser gehören den All-Göttern; die Preßsteine sind der Mund des Opfers. Von Savitṛ angetrieben, sucht er mit allen Gottheiten den Saft des Soma in den Wassern auf. „Es höre Agni mit dem Brennholz meinen Ruf“ – in dem Feuer, in das er opfert, zu ihm spricht er dies. „Es sollen (mich) die Wasser hören“ – die Wasser, die er aufsucht, zu denen spricht er dies. „Und die göttliche Dhiṣaṇā“ – die Dhiṣaṇā ist die Rede (Vāc), die Göttin; zur Rede spricht er dies. „Hört, ihr Preßsteine, ihr Kundigen, das Opfer“ – denn die Preßsteine sind der Mund des Opfers. „Es höre der Gott Savitṛ meinen Ruf“ – das sagt er wegen des Antriebs (prasūti).

apa iṣya hotaḥ // iti yajñaṃ preṣyeti vā etad āha //

„Treib die Wasser an, Hotṛ!“ – damit sagt er: sende das Opfer voran.

pra brahmaṇā iti brahmaṇaiva yajñam achaiti maitrāvaruṇasya camasenāchaity eṣa hy agre pracaraty atho mitrāvaruṇau hy apām īśāte yajñamukhaṃ vai mitrāvaruṇau yajñamukham āpo yajñamukhenaiva yajñamukham achaiti yatra hotuḥ prātaranuvākam anubruvata upaśṛṇuyāt tad apo 'dhvaryur gṛhṇīyād yan nopaśṛṇuyād badhiraḥ syād vāco hi chidyate 'tha yaj juhoti havir bhūtā evainā gṛhṇāty atho abhighṛtā eva tṛṇaṃ prāsya juhoty agnimaty eva juhoty āyatanavaty andho 'dhvaryuḥ syād yad anāyatane juhuyād ghṛtaṃ vai devā vajraṃ kṛtvā somam aghnann abhi khalu vā etā ghārayanti tasmād āhutim apaplāvayaty atho āhutiṃ ned dharāṇīti kārṣy asīty āhutim apaplāvayati samudrasya vo 'kṣityā unnayā ity upasārayaty apām evākṣityay apo vai somasya rasaḥ praviṣṭaḥ somam apāṃ raso 'pāc ca khalu vai napāc cāpāṃ somasya rasasyeśāte tau vā etad āhutyā bhāgadheyenāpāṃ somasya rasaṃ nirayāciṣṭobhe ahorātre vasatīvarīṣu grahītavye ity āhuḥ pūrvedyur anyā gṛhṇāti purānyāḥ sūryasyodetos tathāsyobhe ahorātre vasatīvarīṣu gṛhīte bhavataḥ pūrvedyur anyā gṛhṇāti purānyāḥ sūryasyodetor ubhayīr evaināḥ sadyogṛhītā akar bhrātṛvyā vā etā gṛhyante yā maitrāvaruṇasya camase yāś ca nigrābhyās tā ubhayīr upariṣṭāc cātvālasya samanakti saṃjñānam ābhyaḥ karoti mitram ābhyo dadāti cātvālān nirgṛhyanta eṣa vā apāṃ yoniḥ svād eva yoner nirgṛhyante 'skannatvāya //

„Mit dem Brahman“ – so sucht er mit dem Brahman das Opfer auf. Er sucht (die Wasser) mit dem Becher des Maitrāvaruṇa auf; denn dieser geht zuerst voran; ferner gebieten Mitra und Varuṇa über die Wasser. Mitra und Varuṇa sind der Mund des Opfers, die Wasser sind der Mund des Opfers; so sucht er mit dem Mund des Opfers den Mund des Opfers auf. Wo er den Hotṛ die Morgenlitanei (Prātaranuvāka) rezitieren hört, dort soll der Adhvaryu die Wasser schöpfen. Würde er nicht zuhören, so wäre er taub; denn die Rede wird (dann) abgeschnitten. Wenn er dann opfert, so schöpft er sie als solche, die zur Opfergabe geworden sind; und auch als solche, die mit zerlassener Butter beträufelt sind. Er wirft einen Grashalm hin und opfert; er opfert nur in (etwas), das Feuer hat und eine Stätte hat. Blind würde der Adhvaryu werden, wenn er an einer Nicht-Stätte opferte. Die Götter machten die zerlassene Butter zum Vajra und erschlugen den Soma. Diese (Wasser) strömen wahrlich darüber; deshalb lässt er die Opferspende abfließen: (damit) ich nicht die Opferspende wegnehme. „Du bist die Kārṣī“ – so lässt er die Opferspende abfließen. „Zur Unerschöpflichkeit des Meeres führe ich euch hinauf“ – so lässt er (sie) herantreten: gerade zur Unerschöpflichkeit der Wasser. Der Saft des Soma ist in die Wasser eingegangen; der Soma ist der Saft der Wasser. Apāṃ Napāt und Apāc [?] gebieten über den Saft des Soma in den Wassern. Diese beiden erbaten sich damit, mit der Opferspende als ihrem Anteil, den Saft des Soma in den Wassern heraus. Man sagt: „Beide, Tag und Nacht, sind bei den Vasatīvarī-Wassern zu schöpfen.“ Am Vortag schöpft er die einen, vor Sonnenaufgang die anderen; so sind beide, Tag und Nacht, bei den Vasatīvarī-Wassern geschöpft. Am Vortag schöpft er die einen, vor Sonnenaufgang die anderen; so hat er beide als sofort geschöpfte gemacht. Nebenbuhler [?] sind es fürwahr, die geschöpft werden, die im Becher des Maitrāvaruṇa und die Nigrābhya-Wasser. Diese beide vereinigt er oberhalb des Cātvāla (der Grube). Er stiftet Eintracht (saṃjñāna) für sie; er gibt ihnen einen Freund (mitra). Aus dem Cātvāla werden sie herausgeschöpft; dies ist der Schoß der Wasser; aus dem eigenen Schoß werden sie herausgeschöpft, damit nichts verspritzt wird.

aver apo 'dhvaryā3om // ity avido yajñā3m iti vā etad āha //

„aver apo 'dhvaryā3om“ [Anm.: Lesung unsicher] – damit sagt er: „Hast du das Opfer gefunden?“ (avido yajñā3m).

utem anamnamur utemaṃ paśya //

„Auch diesen haben sie sich gebeugt (anamnamuḥ) [?], und sieh diesen an.“

ayaṃ me raddha iti vā etad āha yady agniṣṭomo juhoti na vā agnim agniṣṭomasya stotreṇa na śastreṇātiyanty agniṣṭomam eva yajñakratum anusaṃtanoti yady ukthyaḥ paridhim anakati pare vā agneḥ paridhayaḥ parāṇi paridhibhya ukthāny ukthāny eva yajñakratum anusaṃtanoti yady atirātra etad eva yajur vadan havirdhānaṃ prapadyeta paraṃ vai paridhibhyo havirdhānaṃ parokthebhyo rātrī rātrīm eva yajñakratum anusaṃtanoti stenaṃ mano 'nṛtavādinī vāg atha kena somā gṛhyante kena hūyantā iti pṛched ṛtaṃ vai satyaṃ hiraṇyam ṛtenaiva satyena gṛhyanta ṛtena hūyante

„Dieser ist mir gelungen (raddha)“ [?] – damit sagt er dies. Wenn es ein Agniṣṭoma ist, opfert er; denn man geht über Agni weder durch das Stotra noch durch das Śastra des Agniṣṭoma hinaus; so führt er die Agniṣṭoma-Opferhandlung fort. Wenn es ein Ukthya ist, streicht er die Paridhi (Umfassungshölzer) an; jenseits von Agni liegen die Paridhis, jenseits der Paridhis die Ukthas; so führt er die Ukthas als Opferhandlung fort. Wenn es ein Atirātra ist, soll er, eben diesen Opferspruch sprechend, zum Havirdhāna (Opfergaben-Wagenschuppen) gehen; jenseits der Paridhis liegt das Havirdhāna, jenseits der Ukthas die Nacht; so führt er Nacht um Nacht als Opferhandlung fort. Diebisch ist der Geist, lügenredend die Rede. Man soll (ihn) fragen: „Womit werden dann die Soma-Spenden geschöpft, womit werden sie geopfert?“ (Antwort:) Das Rechte (ṛta) ist die Wahrheit, ist das Gold; mit dem Rechten, mit der Wahrheit werden sie geschöpft, mit dem Rechten werden sie geopfert.

devebhyo vai manuṣyebhyaḥ svargāya lokāya yajña āhriyate yad dhṛde tveti tena devebhyo yan manase tveti tena manuṣyebhyo yad āha dive tvā sūryāya tveti tad anu yajñaṃ svargaṃ lokaṃ samārohayati vi vā etad yajñaś chidyate yasmai kam āhriyate tad dhy enam anu svargaṃ lokaṃ samārohayati yad āha divi deveṣu hotrā yacheti hotrābhir vai yajñaḥ saṃtato hotrābhir eva yajñaṃ saṃtanoti //

Für die Götter, für die Menschen wird das Opfer zur Himmelswelt herbeigeführt. Dass er sagt „Für das Herz dich“, damit (ist es) für die Götter; „Für den Geist dich“, damit für die Menschen. Dass er sagt „Für den Himmel dich, für die Sonne dich“, damit lässt er das Opfer hinauf zur Himmelswelt aufsteigen. Das Opfer wird freilich auseinandergeschnitten [?], für wen auch immer (kam) es herbeigeführt wird; denn er lässt ihn (dadurch) hinterher zur Himmelswelt aufsteigen. Dass er sagt „Im Himmel bei den Göttern halte die Hotrā-Rufe“: durch die Hotrā-Rufe ist das Opfer verbunden; durch die Hotrā-Rufe verbindet er das Opfer.

devebhyaḥ prātaryāvabhyo 'nubrūhi // iti chandāṃsi vai devāḥ prātaryāvāṇaś chandobhyo vā etad anuvāca āha purā vācaḥ pravaditoḥ prātaranuvākam anvāha yajamānāyaiva vācaṃ gṛhṇāti na vā etarhi yajamāno hastā avanenikte yad apsumatīṃ prathamām anvāha prātaravanego vā eṣa yajamānasya yatra vā ado 'paḥ pariharanty adbhyo vā etad yajñaṃ saṃprādād yad apsumatīṃ prathamām anvāhādbhyo vā etad yajñaṃ punar ālabhate sarveṣāṃ vai devānāṃ prātaranuvāka āpaḥ khalu vai viśve devā yad apsumatīṃ prathamām anvāha sarvā vā etad devatā apnoti sarvā vyaśnoti yathā vai sāmidhenīr evaṃ prātaranuvāka āsādya vai haviḥ sāmidhenīr anvāhur etat khalu vā etarhi havir yat somas tasmāt somam upāvahṛtyānvāha gāyatrīṃ ca saṃpādayati jagatīṃ ca tad dve chandasī ekaṃ chando 'bhisaṃpādayati bṛhatīṃ triṣṭubhaṃ ca kakubhaṃ ca tad dve chandasī ekaṃ chando 'bhisaṃpādayati bṛhatīm anuṣṭubhaṃ ca paṅktiṃ ca tat ṣaṭ chandāṃsy ekaṃ chando 'bhisaṃpādayati bṛhatīm anuṣṭuppratipatkāni chandāṃsi kuryād yajñāvakīrṇasya vāg vā anuṣṭub vācaivainaṃ bhiṣajyati samayā triṣṭubhaṃ ca jagatīṃ cānubrūyāt paśukāmasya paśavo vai jagatī paśumān bhavati sarvāṇi chandāṃśy anvāha prajāpatir vai chandāṃsi prajāpatim evāpnoti prajāpater vā etad ukthaṃ yat prātaranuvāko vyuṣṭāyāṃ purā sūryasyodetor anubrūyād eṣa hi prajāpater lokaḥ pavitraṃ vai prātaranuvāko yajamānam evaitena punāti śatam anubrūyād āyuḥkāmasya śatāyur vai puruṣaḥ śatavīrya āyur eva vīryam āpnoti sapta ca śatāni viṃśatiṃ cānubrūyāt paśukāmasyaitāvanti vai saṃvatsarasyāhorātrāṇi saṃvatsareṇaivāsmai paśūn avarunddhe sahasram anubrūyāt svargakāmasya yāvad vai sahasraṃ tāvad ite 'sau lokaḥ svargasya lokasya samaṣṭyay aparimitā anvāhāparimitasyāvaruddhyai paṅktyā paridadhāty uttaram eva yajñakratum abhigṛhṇāti

„Rezitiere für die Götter, die am Morgen kommen“ – die Götter, die am Morgen kommen, sind die Metren; für die Metren hat er dies rezitiert (anuvāca), sagt er. Bevor die Rede sich erhebt, rezitiert er die Morgenlitanei; so ergreift er die Rede für den Opferherrn. Der Opferherr wäscht sich jetzt nicht die Hände. Dass er die Apsumatī (Wasser-Verse) zuerst rezitiert, das ist die Morgenwaschung des Opferherrn. Wo man dort die Wasser umhertragt, da hat er damit das Opfer den Wassern übergeben; dadurch, dass er die Apsumatī zuerst rezitiert, ergreift er das Opfer wieder von den Wassern her. Die Morgenlitanei gehört allen Göttern; die Wasser sind die All-Götter; dadurch, dass er die Apsumatī zuerst rezitiert, erreicht er alle Gottheiten, durchdringt er alle. Wie die Sāmidhenī-Verse, so die Morgenlitanei. Nachdem sie die Opfergabe hingestellt haben, rezitieren sie die Sāmidhenī-Verse; dies aber ist jetzt die Opfergabe, nämlich der Soma; deshalb rezitiert er, nachdem er den Soma herangeholt hat. Er bringt Gāyatrī und Jagatī in Übereinstimmung; so bringt er diese beiden Metren in Einklang mit einem Metrum. (Ebenso) Bṛhatī, Triṣṭubh und Kakubh: so bringt er diese beiden Metren in Einklang mit einem Metrum; Bṛhatī, Anuṣṭubh und Paṅkti: so bringt er diese sechs Metren in Einklang mit einem Metrum. Für einen, dessen Opfer zerstreut (zerrüttet) ist, soll man die Metren mit der Bṛhatī und der Anuṣṭubh als Eröffnung machen; die Anuṣṭubh ist die Rede; mit der Rede heilt er ihn. Zusammen [?] soll er für einen, der Vieh begehrt, Triṣṭubh und Jagatī rezitieren; die Jagatī ist das Vieh; er wird reich an Vieh. Er rezitiert alle Metren; die Metren sind Prajāpati; er erreicht Prajāpati. Die Morgenlitanei ist das Uktha des Prajāpati; man soll sie bei Tagesanbruch, vor Sonnenaufgang, rezitieren; denn dies ist die Welt des Prajāpati. Die Morgenlitanei ist ein Läuterungsmittel; damit läutert er den Opferherrn. Hundert (Verse) soll er für einen, der langes Leben begehrt, rezitieren; hundertjährig ist der Mensch, hundertfache Manneskraft (Vīrya) hat er; er erreicht Leben und Manneskraft. Siebenhundertzwanzig soll er für einen, der Vieh begehrt, rezitieren; so viele sind die Tage und Nächte des Jahres; durch das Jahr erlangt er für ihn Vieh. Tausend soll er für einen, der die Himmelswelt begehrt, rezitieren; so weit wie tausend reicht jene Welt, zur Erlangung der Himmelswelt. Er rezitiert unbegrenzt viele, zur Erlangung des Unbegrenzten. Er schließt mit einer Paṅkti ab; so ergreift er die höhere Opferhandlung.

yajñasya vā etāḥ pannejanīḥ puṃsām agnīt strīṇāṃ neṣṭā yad agnīn neṣṭur upastham āsīdati mithunaṃ vā etat saṃbhavato yat tarhy apa upapravartayati tasminn eva mithune reto dadhāti patny upapravartayati patnyā hi prajāḥ prajāyanta ūruṇopapravartayaty ūruṃ hy anu prajāḥ prajāyante dakṣiṇenoruṇopapravartayati dakṣiṇaṃ hy ·rum anu prajāḥ prajāyante 'ntarata upapravartayaty antarato hi prajāḥ prajāyante yad dakṣiṇā pravartayet pitṛloka enā nidhuved atha yad udīcīr upapravartayati manuṣyalokam evainā upaprajanayati prājāpatyo vā udgātā saṃkśāpyamāno vā udgātā patnyā retā ādatte yad āha vāmī te saṃdṛśi viśvaṃ reto dheṣīyeti tathā ha nādatte dvādaśe stotra upapravartayati dvādaśa māsāḥ saṃvatsaro dvādaśāgniṣṭome stotrāṇy āpaḥ śāntir yat tarhy apa upapravartayati śamayaty eva devasya tvā savituḥ prasava iti savitṛprasūta evainam ādatte 'śvinor bāhubhyām ity aśvinau vai devānām adhvaryū pūṣṇo hastābhyām iti devatābhir eva grāvāsīti rāte hy eṣa devebhyaḥ somam adhvarakṛd devebhyā ity advaraṃ hy eṣa devebhyaḥ karotīndrāya tvā suṣuttamaṃ madhumantaṃ payasvantam ity aindro hi yajña indraṃ khalu vā etarhy anyā devatā anv indrāya tvā vasumate rudravatā iti vasavaś ca hy enam etarhi rudrāś cānv indrāya tvādityavatā ity ādityā hy enam etarhy anv agnaye tvā rāyaspoṣada ity agnir vai sarvā devatā etā hy enam etarhi devatā anu viṣṇave tveti viṣṇur hi yajño vyāno vā upāṃśusavanaḥ prajā aṃśavo vyānaṃ vā etat prajāsu dadhāti śvātrāḥ stha vṛtraturā ity eṣa vā apāṃ somapītha etaṃ vai viśvāmitro 'pāṃ somapīthaṃ vidāṃcakāra tasmai sindhavo dhokṣam anamantāpāṃ vā eṣa somapītho 'po vā etat somapīthena samardhayati yo vā apāṃ somapīthaṃ veda na ha vā āsv ārtim ārchati karoty āsu vīryaṃ yat te soma divi jyotir iti somo vai vājas tasya candramās tṛtīyam ayaṃ yaḥ pavate sa tṛtīyaṃ yena yajante sa tṛtīyaṃ garbhān amunā dādhāra prāṇān anena yachaty ayaṃ yaḥ pavate 'nnam anena dādhāra yena yajante tasya vai vājasya satyaṃ vājinam annaṃ vājinaṃ dakṣiṇā vājinaṃ tā vā asyaitat tanvaḥ saṃbhṛtya taṃ sarvaṃ satanuṃ bhūtam āpyāyayanti vajro vai grāvā hanū adhiṣavaṇe krūram iva vā etad yajñe kriyate yad āha dhiṣaṇe īḍite īḍethām iti śamayaty eva

Dies sind die Waschwasser (pannejanī) des Opfers: für die Männer der Agnīt (Agnīdhra), für die Frauen der Neṣṭṛ. Dass der Agnīdhra sich in den Schoß des Neṣṭṛ setzt, das ist ein Paar, das zusammenkommt. Dass er dann die Wasser hinzuströmen lässt, damit legt er den Samen in eben dieses Paar. Die Gattin (Patnī) lässt (sie) hinzuströmen; denn durch die Gattin werden die Geschöpfe gezeugt. Sie lässt sie mit dem Schenkel hinzuströmen; denn nach dem Schenkel werden die Geschöpfe gezeugt. Sie lässt sie mit dem rechten Schenkel hinzuströmen; denn nach dem rechten Schenkel werden die Geschöpfe gezeugt. Sie lässt sie von innen her hinzuströmen; denn von innen her werden die Geschöpfe gezeugt. Ließe sie sie nach rechts strömen, so würde sie sie in die Welt der Väter setzen; dass sie sie aber nach Norden hin hinzuströmen lässt, damit lässt er sie in der Menschenwelt hinzu-erzeugen. Der Udgātṛ gehört zu Prajāpati. Wenn der Udgātṛ angewiesen [?] wird, nimmt er den Samen der Gattin an, indem er sagt: „Möge ich in deinen lieblichen Anblick allen Samen legen.“ Wenn er so (spricht), nimmt er ihn nicht an [?]. Beim zwölften Stotra lässt sie (die Wasser) hinzuströmen. Zwölf Monate hat das Jahr, zwölf Stotras hat der Agniṣṭoma; die Wasser sind Beruhigung; dass er dann die Wasser hinzuströmen lässt, damit besänftigt er nur. „Auf den Antrieb des Gottes Savitṛ“ – so nimmt er ihn als einen von Savitṛ angetriebenen an. „Mit den Armen der beiden Aśvin“ – die Aśvin sind die Adhvaryus der Götter; „mit den Händen des Pūṣan“ – so (nimmt er ihn) mit den Gottheiten. „Du bist der Preßstein“ – denn dieser gibt (rāti) den Göttern den Soma. „Für die Götter, der du das Opfer bereitest“ – denn dieser bereitet den Göttern das Opfer. „Für Indra dich, den bestgepreßten, honigreichen, milchreichen“ – denn das Opfer ist indrisch; und die anderen Gottheiten folgen jetzt Indra nach. „Für Indra dich, den Vasu-begleiteten, Rudra-begleiteten“ – denn jetzt folgen ihm die Vasus und die Rudras nach. „Für Indra dich, den Āditya-begleiteten“ – denn jetzt folgen ihm die Ādityas nach. „Für Agni dich, den Reichtum-Mehrer“ – Agni ist alle Gottheiten; denn diese Gottheiten folgen ihm jetzt nach. „Für Viṣṇu dich“ – denn Viṣṇu ist das Opfer. Der Upāṃśusavana (Preßstein) ist Vyāna; die Halme (aṃśu) sind die Geschöpfe; so legt er das Vyāna in die Geschöpfe. „Ihr seid die Erquickenden (śvātrāḥ), die Vṛtra-Bezwinger“ – dies ist das Somatrinken der Wasser. Dieses Somatrinken der Wasser kannte Viśvāmitra; vor ihm neigten sich die Ströme, um gemolken zu werden [?]. Dies ist das Somatrinken der Wasser; er lässt mit dem Somatrinken die Wasser gedeihen. Wer das Somatrinken der Wasser kennt, dem widerfährt bei ihnen kein Leid; er legt Kraft (Vīrya) in sie. „Was, Soma, dein Licht im Himmel ist“ – der Soma ist die Stärke (vāja); der Mond ist ein Drittel davon; dieser, der da läutert, ist ein Drittel; der, durch den sie opfern, ist ein Drittel. Mit jenem (Mond) hält er die Leibesfrüchte; mit diesem gebietet er den Lebenshauchen; und dieser, der da läutert, [ist es, mit dem] er die Speise hält, [nämlich mit dem], durch den sie opfern [?]. Von dieser Stärke ist die Wahrheit „stärkehaft“ (vājina), die Speise stärkehaft, die Opfergabe (dakṣiṇā) stärkehaft; diese seine Leiber sammeln sie ein und lassen ihn, ganz mit Leib versehen geworden, anschwellen. Der Preßstein ist der Vajra; die beiden Kiefer sind die Preßbretter (adhiṣavaṇa). Etwas gleichsam Grausames wird im Opfer getan; dass er sagt „Ihr beiden Dhiṣaṇā-Bretter, gepriesen, lasst euch preisen“, damit besänftigt er nur.

vasatīvarībhiḥ somam āpyāyayanti na hi somena soma āpyāyate 'dbhir hi soma āpyāyate nigrābhyābhir upāṃśum ato hītare somā gṛhyante prāṇo vā upāṃśur aṅgānītare grahā yad anyata āpyāyayeyuḥ prāṇena yajñaṃ vichindyur aṣṭau kṛtvaḥ prātar abhiṣuṇoty aṣṭākṣarā gāyatrī gāyatrīṃ vā etat prātaḥsavane vyāyātayanti devāś ca vā asurāś cāspardhanta te devā upāṃśau yajñaṃ saṃsthāpyam apaśyaṃs tam upāṃśau samasthāpayaṃs tad upāṃśā eva yajñaḥ saṃsthāpyo 'ṣṭau kṛtvaḥ prātar abhiṣuṇoty aṣṭākṣarā gāyatrī gāyatrīm evāpnoti yad ekādaśa triṣṭubhaṃ tena yad dvādaśa jagatīṃ tena trir vigṛhṇāti trīṇi vai savanāni savanāny evāpnoty etad vā upāṃśau yajñaṃ samatiṣṭhipaṃs tena saṃsthitenāriṣṭena bhūtena pracaranti trir vigṛhṇāti trayo hīme prāṇāḥ prāṇo 'pāno vyāno 'tho trayo vā ime lokā imān eva lokān āpnoty asau vā upāṃśur antarikṣam antaryāma iyam upayāmo yad upayāmagṛhītā gṛhyante 'nayā vā etad gṛhyante tad askannā vā ete 'nayā hi gṛhyante yat sthālyā gṛhyante 'nayā vā etad gṛhyante 'syā vā eṣādhikriyate tad askannā vā ete 'nayā hi gṛhyante yad dārumayeṇa gṛhyante 'nayā vā etad gṛhyanta iyaṃ hi vanaspatīnāṃ yonis tad askannā vā ete 'nayā hi gṛhyanta eṣa te yonir iti sādayatīyaṃ vai somasya yonir asyāḥ somo 'dhi jāyate sva evainaṃ yonau dadhātīyaṃ vai devapātraṃ tad ya evaṃ veda pra vasīyasaḥ pātram āpnoti brāmaṇaṃ tu pātre na mīmāṃseta yaḥ pātriya iva syād anupayāmagṛhīto gṛhyate 'nupayāmagṛhītaṃ hi prajāḥ prāṇam upajīvanty apavitrapūto gṛhyate 'pavitrapūtaṃ hi prajāḥ prāṇam upajīvanty asanno hūyate 'sannaṃ hi prajāḥ prāṇam upajīvanti pavitrapūtā vā anye somā atha vā eṣa vākpūto yad upāṃśus tasmād vācaspataye pavasvety āha vākpūto hy eṣo 'ṃśubhiḥ pāvayati prāṇā vā aṃśavaḥ prāṇair evainaṃ pāvayati dvābhyāṃdvābhyāṃ pāvayati dvaudvau hīme prāṇā devo devānāṃ pavitram asīti yat svit somaṃ somena punāti svāṃkṛto 'sīti prāṇam eva svam akṛta manas tvāṣṭv iti manasaiva prāṇam āpnoti svāhā tvā subhava sūryāyeti sūryadevatyā hi sarve somā hūyante 'tho atra vai devānāṃ priyās tanvas tā evāvarunddhe devebhyas tvā marīcipebhyā iti raśmayo vai devā marīcipāḥ paridhayo raśmayo 'sā āditya āhavanīyas tān eva prīṇāty ūrdhvas tiṣṭhan juhoty ūrdhvo hi tiṣṭhan vīryavattaro yaṃ dviṣyāt tasya jihmas tiṣṭhan juhuyāt prāṇān asya vlināti vihvāruko bhavati yady abhicared ā tamitos tiṣṭhed agnir āhutim abhitvaramāṇas tājag anugachati yadi kāmayeta varṣet parjanyā iti parimṛjyordhvam unmṛjyād oṣadhībhyo vā eṣo 'muto varṣaty oṣadhīr eva nedīyo vṛṣṭyā akar yadi kāmayeta varṣet parjanyā iti parimṛjyāvācīnam avamṛjyād vaiśvānareṇaiva vṛṣṭim api hanti nāpidheyo yad apidadhyāt prāṇam asyāpidadhyāt pramāyukaḥ syād yaṃ dviṣyāt tasyāpidadhyāt prāṇam evāsyāpidadhāti yady abhicaret // idam aham amuṣyāmuṣyāyaṇasya prāṇam apidadhāmi // ity apidadhyāt prāṇam evāsyāpidadhāti //

Mit den Vasatīvarī-Wassern lassen sie den Soma anschwellen; denn nicht wird Soma durch Soma zum Anschwellen gebracht, sondern durch Wasser wird Soma zum Anschwellen gebracht. Mit den Nigrābhya-Wassern (lassen sie) den Upāṃśu (anschwellen); denn von ihm her werden die anderen Soma-Spenden geschöpft. Der Upāṃśu ist der Lebenshauch (Prāṇa), die anderen Grahas sind die Glieder. Ließen sie ihn von anderswoher anschwellen, so würden sie das Opfer vom Lebenshauch trennen. Achtmal presst er am Morgen; die Gāyatrī hat acht Silben; die Gāyatrī teilen sie damit beim Morgenpressen zu. Götter und Asuras stritten miteinander. Die Götter sahen, dass das Opfer im Upāṃśu abzuschließen sei; sie schlossen es im Upāṃśu ab; daher ist das Opfer eben im Upāṃśu abzuschließen. Achtmal presst er am Morgen; die Gāyatrī hat acht Silben; er erreicht eben die Gāyatrī. Dass (er) elfmal (presst), damit (erreicht er) die Triṣṭubh; dass zwölfmal, damit die Jagatī. Dreimal trennt er auseinander; drei sind die Pressungen; er erreicht eben die Pressungen. Dies ist es, womit sie das Opfer im Upāṃśu zum Stehen brachten; mit ihm, dem abgeschlossenen, unversehrten, vollzogenen, verfahren sie weiter. Dreimal trennt er auseinander; denn drei sind diese Lebenshauche: Prāṇa, Apāna, Vyāna; und drei sind diese Welten; er erreicht eben diese Welten. Jener (Himmel) ist der Upāṃśu, der Luftraum der Antaryāma, diese (Erde) der Upayāma. Dass die (Somaspenden) mit dem Upayāma-Griff geschöpft werden, (bedeutet): durch diese (Erde) werden sie geschöpft; darum sind sie unverspritzt; denn durch diese werden sie geschöpft. Dass sie mit einem Topf geschöpft werden: durch diese werden sie geschöpft; von ihr wird er (der Topf) gemacht; darum sind sie unverspritzt; denn durch diese werden sie geschöpft. Dass sie mit einem hölzernen (Gefäß) geschöpft werden: durch diese werden sie geschöpft; denn diese ist der Schoß der Bäume; darum sind sie unverspritzt; denn durch diese werden sie geschöpft. „Dies ist dein Schoß“ – so stellt er (ihn) nieder; diese (Erde) ist der Schoß des Soma, aus ihr wird Soma geboren; so setzt er ihn in seinen eigenen Schoß. Diese ist das Göttergefäß. Wer dies so weiß, erlangt das Gefäß eines Reicheren. Einen Brahmanen aber soll man wegen des Gefäßes nicht auf die Probe stellen [?], der gleichsam gefäßtauglich sein möchte. Ohne Upayāma-Griff wird (der Upāṃśu) geschöpft; denn die Geschöpfe leben vom Lebenshauch, der ohne Upayāma-Griff ist. Ohne durch das Seihtuch geläutert zu sein, wird er geschöpft; denn die Geschöpfe leben vom Lebenshauch, der nicht durchs Seihtuch geläutert ist. Er wird geopfert, ohne dass er niedergesetzt ist; denn die Geschöpfe leben vom Lebenshauch, der nicht niedergesetzt ist. Die anderen Soma-Spenden sind durchs Seihtuch geläutert; dieser aber ist durch die Rede geläutert, nämlich der Upāṃśu; deshalb sagt er: „Für Vācaspati läutere dich.“ Denn dieser ist durch die Rede geläutert. Mit den Halmen (aṃśu) läutert er; die Halme sind die Lebenshauche; mit den Lebenshauchen läutert er ihn. Mit je zweien läutert er; denn diese Lebenshauche sind je zwei und zwei. „Gott, du bist der Götter Seihtuch“ – wenn er [?] Soma mit Soma läutert. „Zum Eigenen gemacht bist du“ – den Lebenshauch hat er zu seinem Eigenen gemacht. „Der Geist möge dich erreichen“ – mit dem Geist erreicht er den Lebenshauch. „Svāhā, dich, Wohlgeborenen, der Sonne (zu)“ – denn alle Soma-Spenden werden für die Gottheit Sūrya geopfert; ferner sind hier die den Göttern lieben Leiber; diese erlangt er für sich. „Für die Götter, die Marīcipa, dich“ – die Strahlen sind die Götter, die Marīcipa (Strahlentrinker); die Paridhis sind Strahlen; jener Āditya (Sonne) ist der Āhavanīya; diese erfreut er. Er opfert aufrecht stehend; denn aufrecht stehend ist man kraftvoller. Wem er feind ist, für den soll er krumm stehend opfern; er verkrümmt dessen Lebenshauche; er wird verkrümmt (vihvāruka). Wenn er Schadenszauber übt, soll er (stehen), bis er ermattet; Agni folgt der Opferspende, sich beeilend, alsbald nach [?]. Wenn er wünscht: „Es möge Parjanya regnen“, soll er, nachdem er ringsum abgewischt hat, nach oben abwischen. Für die Pflanzen regnet dieser von dort; so macht er die Pflanzen dem Regen näher. Wenn er wünscht: „Es möge Parjanya regnen“, soll er, nachdem er ringsum abgewischt hat, nach unten abwischen; mit Vaiśvānara schlägt er den Regen nieder. [Anm.: Der Wortlaut beider Regelungen ist gleich; wohl Überlieferungsfehler, die zweite Bedingung müsste „nicht regnen“ lauten.] Er darf nicht zugedeckt werden; würde man (ihn) zudecken, so deckte man dessen Lebenshauch zu; er würde frühzeitig sterben. Wem er feind ist, für den soll er (ihn) zudecken; so deckt er dessen Lebenshauch zu. Wenn er Schadenszauber übt, soll er (ihn) zudecken mit den Worten: „Ich verschließe hiermit den Lebenshauch des N. N., Sohnes des N. N.“; so verschließt er dessen Lebenshauch.

idam aham amuṣyāmuṣyāyaṇasya prāṇe sādayāmi // ity abhicarant sādayet prāṇa evāsya sādayati pramāyuko bhavati prāṇāya tvety anabhicarant sādayet

„Ich setze dies in den Lebenshauch des N. N., Sohnes des N. N., nieder“ – so soll er beim Schadenszauber niedersetzen; so setzt er in dessen Lebenshauch (die Sühnelosigkeit?) nieder [?]; er stirbt frühzeitig. „Dem Lebenshauch dich“ – so soll er niedersetzen, wenn er keinen Schadenszauber übt.

pavitraṃ vitanvanti prāṇāpānayor vidhṛtyay upayāmagṛhīto gṛhyate 'pānena vai prāṇo dhṛtaḥ prāṇasya dhṛtyay antarikṣaṃ vā antaryāmo 'ntarikṣam imāḥ prajā yad etad pātraṃ sūdavat sādayati prajāsv eva rasaṃ dadhāti devāś ca vā asurāś cāspardhanta te devā upāṃśum apaśyaṃs tam agṛhṇata taṃ purā stotrāt purā śastrād dhotum upodatiṣṭhaṃs te 'surā acikayur juhvati vā iti te vajram ādāyābhyapataṃs te devā antaryāmam apaśyaṃs tam agṛhṇata tenāsurān ebhyo lokebhyo 'ntaradadhata tato devā abhavan parāsurās tad ya evaṃ vidvān antaryāmaṃ gṛhṇīte 'ntaryāmenaiva bhrātṛvyam ebhyo lokebhyo 'ntardhatte bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati prāṇāpānau vā upāṃśvantaryāmau vyāna upāṃśusavano yad eṣa grāvāntaraite pātre sādyate prāṇāpānayor vidhṛtyai yo vā etā ījate yenaitau vidhṛtā eṣa vāva sa upāṃśusavano grāvā prāṇāpānau vā upāṃśvantaryāmau vyāna upāṃśusavano yad ete pātre etaṃ grāvāṇam ā tṛtīyāt savanān na jahītas tasmāt suptasya sarvāṇy anyāni śrotrāṇy apakrāmanti prāṇāpānau tv enaṃ na jahīto 'tha yat punar ardayati tasmāt suptvā punaḥ prabudhyante prāṇāpānau vā upāṃśvantaryāmau vyāna upāṃśusavano yad ete pātre etaṃ grāvāṇam ā tṛtīyāt savanān na jahītas tasmāt pakṣiṇo viyatya pakṣān īrayanto nāvapadyante 'tha yat punar ardayati tasmāt punar abhyāyuvate prāṇāpānau vā upāṃśvantaryāmau vyāna upāṃśusavano yad ete pātre punaḥ prayujyete tasmād imau dvā adhastāt prāṇau ghnanti vā etat somaṃ yad abhiṣuṇvanty advaryuḥ prathamo 'bhiṣuṇoti vyardhuko bhavati yatra mūlaṃ tad abhiṣutya etad vā asya videvatamaṃ tathā hāvyardhuko ha bhavati yo vai devakṣetraṃ vidvāṃ samarpayaty ārtim ārchati pātrāṇi vāva devakṣetraṃ yatra vā agre 'dhvaryuḥ somaṃ juhoti tad enaṃ devatāḥ pratyāsata iha no paramā ha riṣyatīti yat tato 'nyatra juhuyād yad asya svaṃ tad anyebhyaḥ prayached asvo ha bhavaty etad vā adhvaryoḥ svaṃ yad āśrāvayati yad āśrāvyāhutvā pracyaveta yad asya svaṃ tasmāt pracyavetāsvo ha bhavaty etad vā adhvaryoḥ svaṃ yad vāyavyaṃ yad vāyavyam anālabhyāśrāvayed yad asya svaṃ tasmāc chidyetāsvo ha bhavati tad ya evaṃ vidvān āśrāvya hutvā vāhutvā vā pracyavate bahv asya svaṃ bhavati na svāc chidyate vāyavyam ālabhyāśrāvayati svavān eva bhavati

Sie spannen das Seihtuch aus, um Prāṇa und Apāna auseinanderzuhalten (vidhṛti). Der Upāṃśu wird mit dem Upayāma-Griff geschöpft; denn durch Apāna wird der Prāṇa gehalten, zum Halten des Prāṇa. Der Antaryāma ist der Luftraum, der Luftraum sind diese Geschöpfe. Dass er dieses Gefäß saftig [?] niedersetzt, damit legt er Saft in die Geschöpfe. Götter und Asuras stritten miteinander. Die Götter sahen den Upāṃśu; sie schöpften ihn; vor dem Stotra, vor dem Śastra traten sie herzu, um zu opfern. Die Asuras dachten: „Sie opfern!“; sie nahmen den Vajra und fielen über sie her. Die Götter sahen den Antaryāma; sie schöpften ihn; damit trieben sie die Asuras aus diesen Welten hinaus (antaradadhata, „sie schoben sie dazwischen weg“). Da wurden die Götter (siegreich), die Asuras unterlagen. Wer dies so wissend den Antaryāma schöpft, der schiebt durch den Antaryāma den Nebenbuhler aus diesen Welten weg; er selbst gedeiht, sein Nebenbuhler unterliegt. Prāṇa und Apāna sind Upāṃśu und Antaryāma; Vyāna ist der Upāṃśusavana. Dass dieser Preßstein zwischen diese beiden Gefäße gestellt wird, geschieht zum Auseinanderhalten von Prāṇa und Apāna. Wer mit diesen opfert, durch den diese beiden auseinandergehalten sind – dieser ist eben jener Preßstein Upāṃśusavana. Prāṇa und Apāna sind Upāṃśu und Antaryāma, Vyāna ist der Upāṃśusavana; diese beiden Gefäße verlassen diesen Preßstein bis zur dritten Pressung nicht. Deshalb weichen bei einem Schlafenden alle anderen Fähigkeiten des Hörens (śrotra) weg; Prāṇa und Apāna aber verlassen ihn nicht. Dass er (der Preßstein) wieder in Bewegung setzt (ardayati), deshalb erwachen sie nach dem Schlafen wieder. Prāṇa und Apāna sind Upāṃśu und Antaryāma, Vyāna ist der Upāṃśusavana; diese beiden Gefäße verlassen diesen Preßstein bis zur dritten Pressung nicht. Deshalb fallen die Vögel, wenn sie sich auseinanderspreizend die Flügel bewegen, nicht herab; dass er wieder in Bewegung setzt, deshalb kommen sie wieder zusammen. Prāṇa und Apāna sind Upāṃśu und Antaryāma, Vyāna ist der Upāṃśusavana; diese beiden Gefäße werden wieder verwendet; deshalb sind diese beiden Lebenshauche unten [?]. Sie erschlagen gleichsam den Soma, wenn sie pressen. Presst der Adhvaryu zuerst, so wird er ein Unglücklicher (vyardhuka). Wo die Wurzel ist, dort ist gepresst worden [?]; dies ist dessen götterlosestes [?] (videvatama); so wird er kein Unglücklicher. Wer wissend das Götterfeld (Devakṣetra) ... [?] , gerät in Unglück. Die Gefäße sind das Götterfeld. Wo der Adhvaryu zuerst den Soma opfert, dort sitzen ihm die Gottheiten gegenüber: „Hier wird uns wohl das Höchste [?] Schaden nehmen.“ Würde er anderswo als dort opfern, so würde er das, was sein Eigen ist, anderen geben; er würde besitzlos. Dies ist des Adhvaryu Eigen, dass er den Āśrāvaya-Ruf tut. Wenn er nach dem Āśrāvaya-Ruf, ohne geopfert zu haben, abweicht, so weicht er von dem ab, was sein Eigen ist; er würde besitzlos. Dies ist des Adhvaryu Eigen, nämlich der Vāyavya-Becher. Würde er den Āśrāvaya-Ruf tun, ohne den Vāyavya-Becher berührt zu haben, so würde er von seinem Eigen abgeschnitten; er würde besitzlos. Wer dies so wissend nach dem Āśrāvaya-Ruf, geopfert oder nicht geopfert habend, abweicht, dem wird viel Eigenes zuteil; er wird nicht von seinem Eigenen abgeschnitten. Er tut den Āśrāvaya-Ruf, nachdem er den Vāyavya-Becher berührt hat; so wird er eben ein Besitzender.

brahmavādino vadanti kiṃ tad yajñe kriyate yasmād dhastādānā anye paśavo mukhādānā anya iti yad upāṃśur hastena gṛhyate tasmān markaṭaḥ puruṣo hastī te hastādānā mukhaṃ vai vāyavyaṃ yad vāyavye netare grahā gṛhyante tasmād itare paśavo mukhādānā brahmavādino vadanti kiṃ tad yajñe kriyate yasmāt sadyo jātāḥ paśavaḥ pratitiṣṭhanti saṃvatsare puruṣā ity upāṃśvantaryāmau vā anv anye paśavaḥ puruṣas tvai yajñena saṃmitaḥ prāṇāpānau vā upāṃśvantaryāmau yad etau grahā asannau hūyete tasmāt sadyo jātāḥ paśavaḥ pratitiṣṭhanti saṃvatsaro vā agniṣṭomo dvādaśa māsāḥ saṃvatsaro yad eta itare grahāḥ sādyante tasmāt puruṣo jātaḥ saṃvatsare pratitiṣṭhati yat te somādābhyaṃ nāma jāgṛvīty eṣa vai somasya somapīthaḥ somaṃ vā etat somapīthena samardhayati yo vai somasya somapīthaṃ veda na somapīthāc chidyate somo vā imā diśo 'bhyakāmayata prāg apāg andharāg udag ity ābhir enaṃ digbhiḥ samūhaty ābhiḥ samardhayati kāmam enaṃ gamayati kāmaṃ ha gachati kāmukā enaṃ striyo bhavanti yāṃ kāmayeta tāṃ tarhi manasā dhyāyet sā hainaṃ kāmayate 'mba nismareti smareti vā etad āha sam arir vidām iti sam anena vitsveti vā etad āha catvāro vai pṛśneḥ stanā āsaṃs tatas tribhir devebhyo 'duhat kuśībhir eko 'nunaddha āsīt taṃ vā indra evāpaśyat tenendrāyaivāduhat tad vā asya kauśikatvaṃ yad āha // brāhmaṇa kauśikā iva // iti catur nigrābham upaiti catvāri vai payāṃsi yāvad eva payas tad āpnoti triḥ saṃbharati tasmād etasyāṃ trayo bhāgāḥ prātar madhyaṃdine sāyaṃ catur nigrābham upaiti triḥ saṃbharati tat sapta saptapadā śakvarī śākvarāḥ paśavaḥ paśūn evāvarunddhe nava kṛtvo nigrābham upaiti triḥ saṃbharati tad dvādaśa dvādaśa māsāḥ saṃvatsaro dvādaśāgniṣṭome stotrāṇy eṣā yajñasya mātrā svarbhānur vā āsuraḥ sūryaṃ tamasāvidhyat tasya devās tamo 'pāghnan yat prathamaṃ tamo 'pāghnant sāviḥ kṛṣṇābhavad yad dvitīyaṃ sā lohinī yat tṛtīyaṃ sā balakṣī sa svena rūpeṇa niramucyata yad balakṣaḥ pavitraṃ bhavati tataḥ śukro gṛhyate yajamānasya vā etat pavitraṃ yajamānam evaitena punāty amotaṃ syād ātmana evainad akṛta yad anyatrotam apavitraṃ tad yajamānasya

Die Brahmavādins (Brahman-Redner) sagen: „Was wird im Opfer getan, weswegen einige Tiere mit der Hand nehmen (hastādāna), andere mit dem Mund (mukhādāna)?“ Dass der Upāṃśu mit der Hand geschöpft wird, deshalb sind Affe, Mensch, Elefant Handnehmer. Der Mund ist der Vāyavya-Becher; dass im Vāyavya-Becher die anderen Grahas nicht geschöpft werden, deshalb sind die anderen Tiere Mundnehmer. Die Brahmavādins sagen: „Was wird im Opfer getan, weswegen Tiere, gleich nach der Geburt, auf den Füßen stehen, Menschen aber im Jahr?“ Upāṃśu und Antaryāma sind die anderen Tiere; der Mensch aber ist dem Opfer gleichgemessen. Prāṇa und Apāna sind Upāṃśu und Antaryāma; dass diese beiden Grahas ungesetzt geopfert werden, deshalb stehen Tiere gleich nach der Geburt fest. Das Jahr ist der Agniṣṭoma, zwölf Monate hat das Jahr; dass diese anderen Grahas niedergesetzt werden, deshalb steht der geborene Mensch im Jahr fest. „Was dein unbezwingbarer Soma-Name ist, wachsam“ – dies ist das Somatrinken des Soma; er lässt den Soma mit dem Somatrinken gedeihen. Wer das Somatrinken des Soma kennt, wird vom Somatrinken nicht abgeschnitten. Soma begehrte diese Himmelsrichtungen: „Östlich, westlich, südlich [?], nördlich“ – mit diesen Himmelsrichtungen sammelt er ihn ein; mit ihnen lässt er ihn gedeihen; er lässt ihn nach Wunsch gehen; nach Wunsch geht er; Frauen werden ihm zugetan. Die er begehrt, an die soll er dann mit dem Geist denken; sie begehrt ihn. „Mütterchen, gedenke (nismara)“ – er sagt damit: „gedenke!“ „sam arir vidām“ [Anm.: Lesung unsicher] – er sagt damit: „finde dich mit diesem zusammen!“ Vier Zitzen hatte die Pṛśni; mit dreien molk sie für die Götter; mit der Kuśī-(?)Zitze war einer festgebunden [?]; diesen sah Indra, und mit ihm molk er nur für Indra. Dies ist dessen Kauśika-Eigenschaft, wenn er sagt: „Brahmane, gleichsam Kauśikas.“ Viermal geht er zu den Nigrābha-Wassern; es gibt vier Milcharten; so viel Milch es gibt, die erreicht er. Dreimal sammelt er ein; deshalb sind es dabei drei Anteile: morgens, mittags, abends. Viermal geht er zu den Nigrābha-Wassern, dreimal sammelt er ein: das sind sieben. Die Śakvarī hat sieben Füße; die Tiere gehören zur Śakvarī; er erlangt eben Tiere. Neunmal geht er zu den Nigrābha-Wassern, dreimal sammelt er ein: das sind zwölf; zwölf Monate hat das Jahr; zwölf Stotras hat der Agniṣṭoma; dies ist das Maß des Opfers. Der Asura Svarbhānu durchbohrte die Sonne mit Finsternis. Die Götter schlugen die Finsternis von ihr weg. Die erste Finsternis, die sie wegschlugen, wurde ein schwarzes Schaf (aviḥ); die zweite wurde rot (lohinī); die dritte wurde weißlich (balakṣī). Die (Sonne) wurde in ihrer eigenen Gestalt befreit. Dass das Seihtuch weißlich ist, (dafür) wird danach der Śukra geschöpft. Dies ist das Seihtuch des Opferherrn; damit läutert er den Opferherrn. Es soll ungewoben (amota) [?] sein; er macht es für sich selbst. Was anderswo gewoben ist, ist kein Seihtuch; das gehört dem Opferherrn [?].

vāg vā aindravāyavaḥ sā vai vāg ekadhāvadadyāvadavyāvṛttāsīt sa indro 'bravīn mahyam atrāpi somaṃ gṛhṇītāhaṃ va etāṃ vācaṃ vyāvartayiṣyāmīti sa vai vācaiva vācaṃ vyāvartayad yad aindravāyavo gṛhyate vāco vyāvṛttyai vāyave prathamaṃ gṛhṇāti vāyava uttamaṃ madhyata indrāyendriyeṇa vā iyaṃ vāṅ madhyato vidhṛtendriyavatīṃ vācaṃ vadati ya evaṃ veda devā vai somam ajighāṃsaṃs taṃ nāśaknuvan hantuṃ vāyur hy asminn antarāsīt prāṇas taṃ devā apāśāsur upa nā āvartasveti so 'bravīd bhāgo me 'stv iti vṛṇīṣvety abruvan so 'bravīn maddevatyāny eva pātrāṇy āsann iti tasmād apaturīyaṃ vāyoḥ pātram atha vāyavyāny ucyante tato vai devāḥ somam aghnan sa hato 'pūyat tasmād devā udabībhatsanta sa vāyur abravīd ahaṃ va etaṃ somaṃ svadayiṣyāmi bhāgo me 'stv iti vṛṇīṣvety abruvan so 'bravīn madagrā eva grahā gṛhyāntā iti taṃ vāyur madhyato vyavāṭ tam asvadyat tasmād vāyvagrā grahā gṛhyante tasmād u śuktaṃ pravāte viṣajanti devā vai prātaḥsavanam udyamaṃ nāśaknuvaṃs tṛtīyasavane tarhi vāyur āsīt taṃ devāḥ prātaḥsavanam abhiparyauhaṃs tena prātaḥsavanam udayachanta yad aindravāyavaḥ prātaḥsavane gṛhyate prāṇo vai vāyuḥ prāṇena va etan mukhato yajñam udyachante devā vai vṛtram ajighāṃsan sa mitro 'bravīn mitro 'ham asmi nāhaṃ haniṣyāmīti te 'bruvan jahy eveti so 'bravīd bhāgo me 'stv iti vṛṇīṣvety abruvan so 'bravīt payasaiva me somaṃ śrīṇān iti tasmāt paśavo 'pākrāman mitraḥ sann adruhā iti paśūṇāṃ hi payo yan maitrāvaruṇaṃ payasā śrīṇāti paśubhir evainaṃ samyañcaṃ dadhāti yan maitrāvaruṇaṃ payasā śrīṇāti dvidevatyatvāya yañ śītaṃ tena maitraṃ yat taptaṃ tena vāruṇaṃ brahma vai mitraḥ kṣatraṃ varuṇo brahmaṇi ca vā etat kṣatre ca payo dadhāti tasmād brahma ca kṣatraṃ ca payasvitame pañca vai brāhmaṇasya devatā agniḥ somaḥ savitā bṛhaspatiḥ sarasvatī tasmād brāhmaṇam anye manuṣyā upadhāvanty etasya hi bhūyiṣṭhā devatās tāsāṃ tisro 'vāntaraṃ śrotriyasyāgnir bṛhaspatiḥ sarasvatī tasmāñ śrotriyam aśrotriyā upadhāvanty etasya hy avāntaraṃ bhūyiṣṭhā devatās tā maitrāvaruṇaṃ prati nyāgachanti yan maitrāvaruṇaṃ payasā śrīṇāti tāsv eva payo dadhāti nānā vai purā mitrāvaruṇābhyāṃ somā agṛhṇaṃs tāḥ prajā anyānyasyāḥ parihāyam ādadata tato mitrāvaruṇābhyāṃ saha somam agṛhṇaṃs tato vā akalpata yan maitrāvaruṇaṃ payasā śrīṇāti mitreṇa vā etad varuṇaṃ kalpayati varuṇena mitraṃ mitraṃ vai vṛtraṃ jaghnivāṃsaṃ varuṇo 'gṛhṇāt sa deveṣv anāthata te 'bruvan varuṇe nāthasveti sa varuṇe 'nāthata so 'bravīd bhāgo me 'stv iti vṛṇīṣvety abruvan so 'bravīt sahaiva nau payasā somaṃ śrīṇān iti yan maitrāvaruṇaṃ payasā śrīṇāti yajamānasya nirvaruṇatvāya yady enaṃ bhrātṛvyo 'tīva syād aṅgulyāṅguṣṭham avagṛhṇīyād yady anv aṅguṣṭhenāṅgulim //

Der Aindravāya-Graha ist die Rede. Diese Rede war einst so beschaffen: sie war ungeschieden (avyāvṛtta). Indra sprach: „Schöpft auch hier für mich Soma; ich werde euch diese Rede scheiden.“ Er schied die Rede durch die Rede. Dass der Aindravāya geschöpft wird, geschieht zur Scheidung der Rede. Zuerst schöpft er für Vāyu, zuletzt für Vāyu, in der Mitte für Indra. Durch die Sinneskraft (Indriya) wird diese Rede in der Mitte gehalten; wer dies so weiß, spricht Rede, die Sinneskraft besitzt. Die Götter wollten den Soma erschlagen; sie vermochten ihn nicht zu erschlagen, denn in ihm war Vāyu, der Lebenshauch. Die Götter schickten ihn fort (mit den Worten): „Komm zu uns zurück!“ Er sprach: „Ein Anteil sei mir!“ „Wähle“, sagten sie. Er sprach: „Die Gefäße sollen (nur) mir gehören (maddevatya).“ Deshalb heißt das Gefäß des Vāyu apaturīya [?]; dann werden die Vāyavya-(Gefäße) genannt. Da erschlugen die Götter den Soma; erschlagen fing er an zu faulen (apūyat); deshalb ekelten sich die Götter. Vāyu sprach: „Ich will euch diesen Soma schmackhaft machen; ein Anteil sei mir!“ „Wähle“, sagten sie. Er sprach: „Die Grahas sollen mit mir als Erstem geschöpft werden.“ Vāyu blies ihn in der Mitte durch und machte ihn schmackhaft; deshalb werden die Grahas mit Vāyu als Erstem geschöpft; deshalb hängen sie Saures (śukta) in den Wind. Die Götter vermochten das Morgenpressen nicht emporzuheben; bei der dritten Pressung war Vāyu da. Die Götter brachten das Morgenpressen ringsum zu ihm; damit hoben sie das Morgenpressen empor. Dass der Aindravāya beim Morgenpressen geschöpft wird: Vāyu ist der Lebenshauch; mit dem Lebenshauch heben sie dadurch das Opfer vom Munde her empor. Die Götter wollten Vṛtra erschlagen. Mitra sprach: „Ich bin Mitra (Freund); ich werde nicht erschlagen.“ Sie sagten: „Erschlage nur!“ Er sprach: „Ein Anteil sei mir!“ „Wähle“, sagten sie. Er sprach: „Mit Milch mischt meinen Soma.“ Deshalb wandten sich die Tiere ab: „Als Mitra hast du nicht geschadet“ [?] – denn Milch gehört den Tieren. Dass er den Maitrāvaruṇa-Graha mit Milch mischt: so verbindet er ihn mit Tieren. Dass er den Maitrāvaruṇa mit Milch mischt: damit er zwei Gottheiten hat. Was kalt ist, damit (gehört er) dem Mitra; was heiß ist, damit dem Varuṇa. Mitra ist das Brahman, Varuṇa die Kṣatra-Macht; so legt er Milch in das Brahman und in die Kṣatra; deshalb sind Brahman und Kṣatra die milchreichsten. Fünf Gottheiten hat der Brahmane: Agni, Soma, Savitṛ, Bṛhaspati, Sarasvatī; deshalb laufen andere Menschen zum Brahmanen; denn dieser hat die meisten Gottheiten. Von ihnen sind drei für den Śrotriya (Vedakundigen) die dazwischenliegenden: Agni, Bṛhaspati, Sarasvatī; deshalb laufen Nicht-Śrotriyas zum Śrotriya; denn dieser hat die dazwischenliegenden, die meisten Gottheiten. Diese gelangen zum Maitrāvaruṇa hin; dass er den Maitrāvaruṇa mit Milch mischt, damit legt er Milch in eben diese. Früher schöpften sie die Soma-Spenden getrennt für Mitra und Varuṇa; diese Geschöpfe fügten einander Einbuße (parihāya) zu; dann schöpften sie den Soma für Mitra und Varuṇa gemeinsam; darauf war es in Ordnung. Dass er den Maitrāvaruṇa mit Milch mischt: durch Mitra bringt er Varuṇa in Ordnung, durch Varuṇa den Mitra. Als Mitra den Vṛtra erschlagen hatte, ergriff Varuṇa ihn. Er suchte bei den Göttern Zuflucht; sie sagten: „Suche bei Varuṇa Zuflucht.“ Er suchte bei Varuṇa Zuflucht. Der sprach: „Ein Anteil sei mir!“ „Wähle“, sagten sie. Er sprach: „Mit Milch mischt zusammen unseren Soma.“ Dass er den Maitrāvaruṇa mit Milch mischt: damit der Opferherr von Varuṇa frei sei. Wenn ein Nebenbuhler über ihn hinausgeht, soll er den Daumen mit dem Finger niederhalten, oder wenn (umgekehrt), den Finger mit dem Daumen.

yo no mitrāvaruṇā abhidāsāt sapatno bhrātṛvya utpipīte bṛhaspate / idam ahaṃ tam adharaṃ pādayāmi yathāham uttamaś cetayāni // ity uttamo ha cetayati

„Der uns, o Mitra und Varuṇa, anfeindet, der Widersacher und Nebenbuhler, der sich erhebt [?], o Bṛhaspati – diesen lasse ich hier unten fallen, damit ich als der Höchste bei Sinnen sei (cetayāni).“ So ist er der, der als Höchster bei Sinnen ist.

devā vai sattram āsata kurukṣetre 'gnir makho vāyur indras te 'bruvan yatamo naḥ prathama ṛdhnavat tan naḥ saheti teṣāṃ vai makha ārdhnot tan nyakāmayata tan na samasṛjata tad asya prāsahāditsanta sa ita eva tisro 'janayateto dhanus tat tisṛṇāṃ ca dhanvanaś ca janma sa pratidhāyāpākrāmat tan nābhyadhṛṣṇuvat sa dhanvārtiṃ pratiṣkabhyātiṣṭhat sa indro vamrīr abravīd etāṃ jyām apyatteti tā abruvann abhimṛtāyāṃ vā asyāṃ na śakṣyāmo jīvituṃ bhāgo no 'stv iti so 'bravīd rasam evāsyā upajīvātheti tasmād etāḥ śuṣkād ārdram uddihanti rasaṃ hy asyā upajīvanti tā vai jyām apyādaṃs tasya dhanvārtir udardya śiro 'chinat sa samrāḍ abhavad athetaraṃ tredhā vyagṛhṇatāgniḥ pūrvārdham indro madhyaṃ vāyur jaghanārdhaṃ tasmād āgneyaṃ prātaḥsavanam aindraṃ mādhyaṃdinaṃ savanaṃ vaiśvadevaṃ tṛtīyasavanaṃ vāyur hi viśve devāḥ prāṇāpānau vā upāṃśvantaryāmau vyāna upāṃśusavano vāg aindravāyavo dakṣakratū maitrāvaruṇa āśvinaḥ śrotraṃ cakṣuṣī śukrāmanthinav ātmāgrāyaṇo 'ṅgāny ukthyās āyur dhruvaḥ stanā ṛtupātre mūrdhā droṇakalaśaḥ kukṣī kalaśau hanū adhiṣavaṇe jihvādhiṣavaṇaṃ grāvāṇo dantā akṣāḥ paridhayo nāsikottaravediḥ śikhā yūpaḥ śiro havirdhānaṃ pṛṣṭham āgnīdhram udaraṃ sado yad antar udare tad dhiṣṇyāḥ pāṇī āgnīdhraś ca mārjālīyaś ca pārṣṇī gārhapatyaḥ pratiṣṭhā vedir eṣa vai prajāpatiḥ pātrīyaḥ sa ha tvā enaṃ veda ya evaṃ veda

Die Götter hielten eine Sitzung (Sattra) in Kurukṣetra: Agni, Makha, Vāyu, Indra. Sie sagten: „Wer von uns zuerst gedeiht, das soll uns gemeinsam gehören.“ Von ihnen gedieh Makha. Er wollte es (für sich); er gab es ihnen nicht mit (zusammen). Sie wollten es ihm mit Gewalt (prasahā) wegnehmen. Er brachte von hier drei (Pfeile) hervor, von hier den Bogen; dies ist der Ursprung der drei und des Bogens. Er legte an und ging fort; sie wagten nicht, sich ihm zu nähern. Er blieb stehen, die Bogenspitze (dhanvārti) aufstützend. Indra sprach zu den Ameisen (vamrī): „Nagt diese Sehne an.“ Sie sagten: „Wenn sie zerrissen ist, werden wir nicht leben können; ein Anteil sei uns.“ Er sprach: „Lebt von ihrem Saft.“ Deshalb bohren diese sich vom Trockenen aus zum Feuchten; denn sie leben von ihrem Saft. Sie fraßen die Sehne an. Die Bogenspitze schnellte los und schnitt ihm den Kopf ab. Er wurde zum Samrāj (Alleinherrscher). Darauf zerlegten die anderen (den Rumpf) in drei Teile: Agni die vordere Hälfte, Indra die Mitte, Vāyu die hintere Hälfte. Deshalb gehört das Morgenpressen Agni, das Mittagspressen Indra, das dritte Pressen den All-Göttern; denn Vāyu ist die All-Götter. Prāṇa und Apāna sind Upāṃśu und Antaryāma; Vyāna ist der Upāṃśusavana; die Rede ist der Aindravāya-Graha; Geschick und Willenskraft (dakṣakratū) sind der Maitrāvaruṇa; der Āśvina-Graha ist das Ohr; Śukra und Manthin sind die beiden Augen; das Selbst ist der Āgrayaṇa; die Glieder sind die Ukthya-Grahas; das Leben ist der Dhruva; die Brüste sind die Ṛtu-Gefäße; der Kopf ist der Droṇakalaśa; die beiden Seiten (Weichen) sind die beiden Kalaśas; die Kiefer sind die beiden Preßbretter; die Zunge ist die Preßhaut (adhiṣavaṇa); die Preßsteine sind die Zähne; die Augen(?) sind die Paridhis [?]; die Nase ist die Uttaravedi; der Haarschopf ist der Opferpfosten (Yūpa); der Kopf [?] ist das Havirdhāna; der Rücken ist das Āgnīdhra; der Bauch ist das Sadas; was im Innern des Bauches ist, das sind die Dhiṣṇya-Herde; die Hände sind der Āgnīdhra und der Mārjālīya; die Fersen sind der Gārhapatya; der Halt (Pratiṣṭhā) ist die Vedi. Dies ist der Prajāpati der Gefäße (pātrīya). Der kennt ihn wahrlich, der dies so weiß.