Adhyāya 4
Die Rāṣṭrabhṛt-Formeln und der Mithuna-Mythos, die Vātahoma- und Vāruṇī-Opferungen, die Anordnung der Dhiṣṇya-Feuerstätten nach Kṣatra und Viś, und das tägliche An- und Abjochen des Agni-Wagens
athāto rāṣṭrabhṛto juhoti | rājāno vai rāṣṭrabhṛtaste hi rāṣṭrāṇi bibhratyetā ha devatāḥ sutā etena savena yenaitatsoṣyamāṇo bhavati tā evaitatprīṇāti tā asmā iṣṭāḥ prītā etaṃ savamanumanyante tābhiranumataḥ sūyate yasmai vai rājāno rājyamanumanyante sa rājā bhavati na sa yasmai na tadyadrājāno rāṣṭrāṇi bibhrati rājāna u ete devāstasmādetā rāṣṭrabhṛtaḥ
Nun opfert er hierauf die Rāṣṭrabhṛt-Formeln, die Reichs-tragenden – die Könige sind ja die Reichs-Träger, denn diese tragen ja die Reiche; diese Gottheiten sind angetreten mit dem Antrieb, mit dem dieser antreten wird; eben diese befriedigt er damit; diese, ihm verehrt und befriedigt, stimmen diesem Antrieb zu; von ihnen zugestimmt, tritt er an. Für wen die Fürsten der Königsherrschaft zustimmen, der wird König; nicht, für wen sie nicht zustimmen. Dass die Könige die Reiche tragen: Könige sind ja diese Götter; deshalb sind diese die Reichs-Tragenden.
Dass er nun diese Rāṣṭrabhṛt-Formeln opfert: aus dem hinschwindenden Prajāpati gingen Paare fort, wurden zu Gandharven und Apsaras; diese umfuhr er, zum Wagen geworden; diese umkreist habend, legte er sie sich in sein Selbst hinein, machte sie sich zu eigen; ebenso legt hier dieser sie sich, nachdem er sie umkreist hat, in sein Selbst hinein, macht sie sich zu eigen.
sa yaḥ sa prajāpatirvyasraṃsata | ayameva sa yo 'yamagniścīyate 'tha yānyasmāttāni mithunānyudakrāmannetāstā devatā yābhya etajjuhoti
Wer da jener Prajāpati ist, der hinschwand, das ist eben dieser, der als dieser Agni geschichtet wird; und die Paare, die aus ihm fortgingen, das sind die Gottheiten, denen er dies opfert.
gandharvāpsarobhyo juhoti | gandharvāpsaraso hi bhūtvodakrāmannnatho gandhena ca vai rūpeṇa ca gandharvāpsarasaścaranti tasmādyaḥ kaśca mithunamupapraiti gandhaṃ caiva sa rūpaṃ ca kāmayate
Er opfert den Gandharven und Apsaras – zu Gandharven und Apsaras geworden gingen sie ja fort; und mit Duft und mit Gestalt wandeln ja die Gandharven und Apsaras; deshalb begehrt derjenige, der sich einem Paar naht, sowohl Duft als auch Gestalt.
mithunāni juhoti | mithunādvā adhi prajātiryo vai prajāyate sa rāṣṭram bhavatyarāṣṭraṃ vai sa bhavati yo na prajāyate tadyanmithunāni rāṣṭram bibhrati mithunā u ete devāstasmādetā rāṣṭrabhṛta ājyena dvādaśagṛhītena tā u dvādaśaivāhutayo bhavanti tasyotro bandhuḥ
Er opfert die Paare – vom Paar her ja kommt Nachkommenschaft; wer sich fortpflanzt, der wird zum Reich; reichlos wird ja, wer sich nicht fortpflanzt. Dass die Paare das Reich tragen: Paare sind ja diese Götter; deshalb sind diese die Reichs-Tragenden. Mit zwölffach gefasstem Schmalz – zwölf sind ja diese Opfergüsse; dessen Bedeutung ist bereits genannt.
Er opfert zuerst dem Mann, dann den Frauen – damit stellt er den Mann durch seine Kraft voran; wie einem einzigen Mann opfert er, wie vielen Frauen; deshalb hat auch ein einzelner Mann viele Ehefrauen. Mit beidem, mit dem Vaṣaṭ-Ruf und mit dem Svāhā-Ruf, opfert er dem Mann, nur mit dem Svāhā-Ruf den Frauen; damit stellt er eben den Mann durch seine Kraft voran.
ṛtāṣāḍṛtadhāmeti | satyasāṭ satyadhāmetyetadagnirgandharvastasyauṣadhayo 'psarasa ityagnirha gandharva oṣadhibhirapsarobhirmithunena sahoccakrāma mudo nāmetyoṣadhayo vai muda oṣadhibhirhīdaṃ sarvam modate sa na idam brahma kṣatram pātu tasmai svāhā vāṭ tābhyaḥ svāheti tasyokto bandhuḥ
Der die Wahrheit Bezwingende, der Wahrheitsstätte – das heißt: der die Wahrheit Bezwingende, der Wahrheitsstätte. Dies ist Agni, der Gandharve, dessen Apsaras die Kräuter sind – Agni, der Gandharve, zog ja mit den Kräutern, den Apsaras, im Paar fort. Mit Namen Muda, Freude – Freude sind ja die Kräuter, denn durch die Kräuter erfreut sich ja dies alles. Dieser soll uns dieses Brahman und Kṣatra schützen – diesem Svāhā, jenen Svāhā – dessen Bedeutung ist bereits genannt.
saṃhita iti | asau vā ādityaḥ saṃhita eṣa hyahorātre saṃdadhāti viśvasāmetyeṣa hyeva sarvaṃ sāma sūryo gandharvastasya marīcayo 'psarasa iti sūryo ha gandharvo marīcibhirapsarobhirmithunena sahoccakrāmāyuvo nāmetyāyuvānā iva hi marīcayaḥ plavante sa na idam brahma kṣatram pātviti tasyokto bandhuḥ
Der Verbundene – jene Sonne ist ja der Verbundene, denn diese verbindet ja Tag und Nacht. Der Allgesang – dieser ist ja eben aller Sāman-Gesang. Sūrya ist der Gandharve, dessen Apsaras die Lichtstrahlen sind – Sūrya, der Gandharve, zog ja mit den Lichtstrahlen, den Apsaras, im Paar fort. Mit Namen Āyuva – gleichsam eilend schweben ja die Lichtstrahlen. Dieser soll uns dieses Brahman und Kṣatra schützen – dessen Bedeutung ist bereits genannt.
suṣumṇa iti | suyajñiya ityetatsūryaraśmiriti sūryasyeva hi candramaso raśmayaścandramā gandharvastasya nakṣatrāṇyapsarasa iti candramā ha gandharvo nakṣatrairapsarobhirmithunena sahoccakrāma bhekurayo nāmeti bhākurayo ha nāmaite bhāṃ hi nakṣatrāṇi kurvanti sa na idam brahma kṣatram pātviti tasyokto bandhuḥ
Der Wohlgeleuchtete – der Wohlopferwürdige – das heißt eben dies. Der Sonnenstrahlige – denn wie die der Sonne, so sind ja die Strahlen des Mondes. Der Mond ist der Gandharve, dessen Apsaras die Sternbilder sind – der Mond, der Gandharve, zog ja mit den Sternbildern, den Apsaras, im Paar fort. Mit Namen Bhekura – mit Namen Bhākura sind eben diese, denn Glanz bewirken ja die Sternbilder. Dieser soll uns dieses Brahman und Kṣatra schützen – dessen Bedeutung ist bereits genannt.
iṣira iti | kṣipra ityetadviśvavyacā ityeṣa hīdaṃ sarvaṃ vyacaḥ karoti vāto gandharvastasyāpo apsarasa iti vāto ha gandharvo 'dbhirapsarobhirmithunena sahoccakrāmorjo nāmetyāpo vā ūrjo 'dbhyo hyūrgjāyate sa na idam brahma kṣatram pātviti tasyokto bandhuḥ
Der Rüstige – der Schnelle – das heißt eben dies. Der Allumfassende – dieser bewirkt ja diese ganze Weite. Der Wind ist der Gandharve, dessen Apsaras das Wasser ist – der Wind, der Gandharve, zog ja mit dem Wasser, den Apsaras, im Paar fort. Mit Namen Ūrja, Kraft – Wasser ist ja die Kraft, denn aus dem Wasser entsteht ja die Kraft. Dieser soll uns dieses Brahman und Kṣatra schützen – dessen Bedeutung ist bereits genannt.
bhujyuḥ suparṇa iti | yajño vai bhujyuryajño hi sarvāṇi bhūtāni bhunakti yajño gandharvastasya dakṣiṇā apsarasa iti yajño ha gandharvo dakṣiṇābhirapsarobhirmithunena sahoccakrāma stāvā nāmeti dakṣiṇā vai stāvā dakṣiṇābhirhi yajña stūyate 'tho yo vai kaśca dakṣiṇāṃ dadāti stūyata eva sa sa na idam brahma kṣatram pātviti tasyokto bandhuḥ
Der Genießende, Schönbeflügelte – das Opfer ist ja der Genießende, denn das Opfer lässt ja alle Wesen genießen. Das Opfer ist der Gandharve, dessen Apsaras die Dakṣiṇā-Gaben sind – das Opfer, der Gandharve, zog ja mit den Dakṣiṇā-Gaben, den Apsaras, im Paar fort. Mit Namen Stāvā, Preisende – die Dakṣiṇā ist ja die Preisende, denn durch die Dakṣiṇā-Gaben wird ja das Opfer gepriesen; und wer irgend eine Dakṣiṇā gibt, der wird eben dadurch gepriesen. Dieser soll uns dieses Brahman und Kṣatra schützen – dessen Bedeutung ist bereits genannt.
prajāpatirviśvakarmeti | prajāpatirvai viśvakamā sa hīdaṃ sarvamakaronmano gandharvastasya ṛkṣāmānyapsarasa iti mano ha gandharva ṛkṣāmairapsarobhirmithunena sahoccakrāmeṣṭayo nāmetyṛkṣāmāni vā eṣṭaya ṛkṣāmairhyāśāsata iti no 'stvitthaṃ no 'stviti sa na idam brahma kṣatram pātviti tasyokto bandhuḥ
Prajāpati, der Allwirker – Prajāpati ist ja der Allwirker, denn dieser wirkte ja dies alles. Der Geist ist der Gandharve, dessen Apsaras die Ṛc- und Sāman-Verse sind – der Geist, der Gandharve, zog ja mit den Ṛc- und Sāman-Versen, den Apsaras, im Paar fort. Mit Namen Iṣṭaya, Wünsche – die Ṛc- und Sāman-Verse sind ja die Wünsche, denn durch die Ṛc- und Sāman-Verse wünscht man ja: Es sei uns so, es sei uns auf diese Weise! Dieser soll uns dieses Brahman und Kṣatra schützen – dessen Bedeutung ist bereits genannt.
atha rathaśīrṣe juhoti | eṣa vai sa sava etadvai tatsūyate yamasmai tametā devatāḥ savamanumanyante yābhiranumataḥ sūyate yasmai vai rājāno rājyamanumanyante sa rājā bhavati na sa yasmai nājyena pañcagṛhītena tā u pañcaivāhutayo hutā bhavanti tasyokto bandhuḥ
Dann opfert er beim Wagenhaupt – dies ist ja jener Antrieb; damit eben wird der angetreten, für den diese Gottheiten diesem Antrieb zustimmen; von ihnen zugestimmt, tritt er an. Für wen die Fürsten der Königsherrschaft zustimmen, der wird König; nicht, für wen sie nicht zustimmen. Mit fünffach gefasstem Schmalz – fünf sind ja diese geopferten Opfergüsse; dessen Bedeutung ist bereits genannt.
śīrṣataḥ | śīrṣato vā abhiṣicyamāno 'bhiṣicyata upari dhāryamāṇa upari hi sa yametadabhiṣiñcati samānena mantreṇa samāto hi sa yametadabhiṣiñcati sarvataḥ parihāraṃ sarvata evainametadabhiṣiñcati
Vom Haupt aus – vom Haupt aus wird ja der, der übergossen wird, übergossen; von oben her wird es getragen, denn von oben her ist der, den er damit übergießt. Mit derselben Formel – denn derselbe ist ja der, den er damit übergießt. Von allen Seiten im Umkreis; von allen Seiten übergießt er ihn eben damit.
yadveva rathaśīrṣe juhoti | asau vā āditya eṣa ratha etadvai tadrūpaṃ kṛtvā prajāpatiretāni mithunāni parigatyātmannadhattātmannakuruta tathaivainānyayametatparigatyātmandhatta ātmankuruta upari dhāryamāṇa upari hi sa ya etāni mithunāni parigatyātmannadhattātmannakuruta samānena mantreṇa samāno hi sa ya etāni mithunāni parigatyātmannadhattātmannakuruta sarvataḥ parihāraṃ sarvato hi sa ya etāni mithunāni parigatyātmannadhattātmannakuruta
Dass er nun beim Wagenhaupt opfert: jene Sonne ist ja dieser Wagen; in diese Gestalt eingegangen legte sich Prajāpati diese Paare, nachdem er sie umkreist hatte, in sein Selbst hinein, machte sie sich zu eigen; ebenso legt hier dieser sie sich, nachdem er sie umkreist hat, in sein Selbst hinein, macht sie sich zu eigen. Von oben her wird es getragen, denn von oben her ist der, der diese Paare, nachdem er sie umkreist hat, sich in sein Selbst hineinlegte, sich zu eigen machte. Mit derselben Formel, denn derselbe ist ja der, der diese Paare, nachdem er sie umkreist hat, sich in sein Selbst hineinlegte, sich zu eigen machte. Von allen Seiten im Umkreis, denn von allen Seiten ist ja der, der diese Paare, nachdem er sie umkreist hat, sich in sein Selbst hineinlegte, sich zu eigen machte.
sa no bhuvanasya pate prajāpata iti | bhuvanasya hyeṣa patiḥ prajāpatiryasya ta upari gṛhā yasya vehetyupari ca hyetasya gṛhā iha cāsmai brahmaṇe 'smai kṣatrāyetyayaṃ vā āgnirbrahma ca kṣatraṃ ca mahi śarma yaca svāheti mahacarma yaca svāhetyetat
„Du, o Prajāpati, Herr der Welt“ – dieser ist ja der Herr der Welt, Prajāpati, dessen Wohnstätte oben ist, dessen Wohnstätte auch hier ist – denn oben ist ja dessen Wohnstätte, und auch hier. „Diesem Brahman, diesem Kṣatra“ – dieser Agni ist ja sowohl Brahman als auch Kṣatra. „Großen Schutz, gewähre, Svāhā!“ – großen Schutz gewähre, Svāhā – das ist damit gemeint.
atha vātahomānjuhoti | ime vai lokā eṣo 'gnirvāyurvātahomā eṣu tallokeṣu vāyuṃ dadhāti tasmādayameṣu lokeṣu vāyuḥ
Dann opfert er die Vātahoma-Windopfergüsse – diese Welten sind ja dieser Agni; Vāyu sind die Vātahomas; in diese Welten legt er damit Vāyu hinein; deshalb ist dieser Vāyu in diesen Welten.
bāhyenāgnimāharati | āpto vā asya sa vāyurya eṣu lokeṣvatha ya imāṃlokānpareṇa vāyustamasminnetaddadhāti
Er trägt ihn außerhalb des Feuers vorbei – erreicht ist ja dieser Vāyu, der in diesen Welten ist; der Vāyu aber, der außerhalb dieser Welten ist, den legt er damit in diesen hinein.
bahirvederiyaṃ vai vediḥ | āpto vā asya sa vāyuryo 'syāmatha ya imām pareṇa vāyustamasminnetaddadhāti
Außerhalb des Vedi – dieser ist ja der Vedi; erreicht ist ja dieser Vāyu, der in diesem ist; der Vāyu aber, der außerhalb dieses ist, den legt er damit in diesen hinein.
Mit gefalteten Händen – denn von diesem gibt es gleichsam keine direkte Erlangung. Mit dem Svāhā-Ruf opfert er, immer weiter abwärts das Joch führend – jene Sonne ist ja dieser Wagen; herwärts gerichtet legt er damit von der Sonne her Vāyu hinein; deshalb weht dieser Wind von dort herwärts gerichtet.
„Du bist das Meer, der Wolkenreiche“ – jene Welt ist ja das Meer, der Wolkenreiche. Der Feuchtes Spendende – dieser spendet ja Feuchtes; den Vāyu, der in jener Welt ist, legt er damit in diesen hinein. „Heilbringend, wohlspendend wehe zu mir, Svāhā!“ – heilvoll, mild wehe zu mir – das ist damit gemeint.
„Du bist der Marut, die Schar der Maruts“ – die Luftwelt ist ja der Marut, die Schar der Maruts; den Vāyu, der in der Luftwelt ist, legt er damit in diesen hinein. „Heilbringend, wohlspendend wehe zu mir, Svāhā!“ – heilvoll, mild wehe zu mir – das ist damit gemeint.
avasyūrasi duvasvāniti | ayaṃ vai loko 'vasyūrduvasvāṃstadyo 'smiṃloke vāyustamasminnetaddadhāti śambhūrmayobhūrabhi mā vāhi svāheti śivaḥ syono 'bhi mā vāhītyetat
„Du bist der Schutzbedürftige, der Gastfreundliche“ – diese Welt ist ja der Schutzbedürftige, der Gastfreundliche; den Vāyu, der in dieser Welt ist, legt er damit in diesen hinein. „Heilbringend, wohlspendend wehe zu mir, Svāhā!“ – heilvoll, mild wehe zu mir – das ist damit gemeint.
Mit drei Sprüchen opfert er – drei sind diese Welten; und dreifach ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß, eben damit legt er in diese Vāyu hinein.
Dass er nun die Vātahoma-Opfergüsse opfert: damit spannt er eben diesen Wagen an; damit spannten die Götter diesen Wagen für alle Wünsche an, mit den Worten: Den Angespannten wollen wir erlangen; mit diesem Angespannten erlangten sie alle Wünsche; ebenso spannt hier dieser Opferer diesen Wagen für alle Wünsche an, mit den Worten: Den Angespannten will ich erlangen; mit diesem Angespannten erlangt er alle Wünsche.
vātahomairyunakti | prāṇā vai vātahomāḥ prāṇairevainametadyunakti tribhiryunakti trayo vai prāṇāḥ prāṇa udāno vyānastairevainametadyunktyadho 'dho dhuramadho 'dho hi dhuraṃ yogyaṃ yuñjanti hastābhyāṃ hastābhyāṃ hi yogyaṃ yuñjanti viparikrāmaṃ viparikrāmaṃ hi yogyaṃ yuñjanti
Mit den Vātahoma-Opfergüssen spannt er an – die Atemkräfte sind ja die Vātahomas; eben mit den Atemkräften spannt er ihn damit an. Mit drei spannt er an; drei sind ja die Atemkräfte: Prāṇa, Udāna, Vyāna; mit diesen eben spannt er ihn damit an, immer weiter abwärts das Joch führend – denn immer weiter abwärts spannt man ja das Joch-Tier an; mit beiden Händen – denn mit beiden Händen spannt man ja das Joch-Tier an; im Umkreis herumgehend – denn im Umkreis herumgehend spannt man ja das Joch-Tier an.
sa dakṣiṇāyugyamevāgre yunakti | atha savyāyugyamatha dakṣiṇāpraṣṭimevaṃ devatretarathā mānuṣe taṃ nābhiyuñjyānnedyuktamabhiyunajānīti vāhanaṃ tu dadyādyuktena bhunajā iti tamuparyeva harantyādhvaryorāvasathādupari hyeṣa tamadhvaryave dadāti sa hi tena karoti taṃ tu dakṣiṇānāṃ kāle 'nudiśet
Er spannt zuerst das rechte Zugtier an, dann das linke Zugtier, dann das rechte Beitier – so geschieht es bei den Göttern; anders bei den Menschen. Diesen soll man nicht nachträglich anspannen, mit dem Gedanken: Man soll nicht den schon Angespannten nachträglich anspannen; als Zugtier soll man ihn dem Adhvaryu geben, mit den Worten: Genieße mit dem Angespannten! Diesen tragen sie eben aufwärts, vom Wohnsitz des Adhvaryu her – denn diesen gibt er ja dem Adhvaryu obendrein; denn mit diesem verrichtet dieser seine Aufgabe; diesen aber soll man zur Zeit der Dakṣiṇā-Gaben zuweisen.
Dann opfert er die Ruṅnatī-Glanzformeln – hier ist ja dieser ganze Agni zubereitet; dieser wollte hier Glanz erlangen; in ihn legten die Götter mit diesen Ruṅnatī-Formeln Glanz hinein; ebenso legt hier dieser in ihn damit Glanz hinein.
Dass er nun die Ruṅnatī-Formeln opfert: aus dem hinschwindenden Prajāpati ging der Glanz fort; als die Götter diesen zubereiteten, legten sie in ihn mit diesen Ruṅnatī-Formeln den Glanz hinein; ebenso legt hier dieser in ihn damit den Glanz hinein.
yāste agne sūrye rucaḥ | yā vo devāḥ sūrye ruco rucaṃ no dhehi brāhmaṇeṣviti rucaṃ rucamityamṛtatvaṃ vai rugamṛtatvamevāsminnetaddadhāti tisra āhutīrjuhoti trivṛdagniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivāsminnetadrucaṃ dadhāti
„Welcher Glanz dein ist, o Agni, in der Sonne; welchen Glanz ihr Götter in der Sonne habt, den Glanz legt uns bei, in den Brahmanen“ – Glanz, Glanz – Unsterblichkeit ist ja der Glanz; eben Unsterblichkeit legt er damit in ihn hinein. Drei Opfergüsse opfert er – dreifach ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß, eben damit legt er in ihn diesen Glanz hinein.
atha vāruṇīṃ juhoti | atraiṣa sarvo 'gniḥ saṃskṛtaḥ sa eṣo 'tra varuṇo devatā tasmā etaddhavirjuhoti tadenaṃ haviṣā devatāṃ karoti yasyai vai devatāyai havirgṛhyate sā devatā na sā yasyai na gṛhyate vāruṇya 'rcā svenaivainametadātmanā svayā devatayā prīṇāti
Dann opfert er den Vāruṇī-Spruch – hier ist ja dieser ganze Agni zubereitet; dieser ist hier die Gottheit Varuṇa; für diesen opfert er diese Opfergabe; damit macht er ihn durch die Opfergabe zur Gottheit; denn diejenige Gottheit, für die die Opfergabe entgegengenommen wird, ist Gottheit, nicht diejenige, für die sie nicht entgegengenommen wird. Mit der Vāruṇī-Strophe befriedigt er ihn eben mit dessen eigenem Selbst, mit dessen eigener Gottheit.
yadveva vāruṇīṃ juhoti | prajāpatervisrastādvīryamudakrāmattaṃ yatra devāḥ samaskurvaṃstadasminnetayā vīryamadadhustathaivāsminnayametaddadhāti vāruṇya 'rcā kṣatraṃ vai varuṇo vīryaṃ vai kṣatraṃ vīryeṇaivāsminnetadvīryaṃ dadhāti
Dass er nun den Vāruṇī opfert: aus dem hinschwindenden Prajāpati ging die Manneskraft fort; als die Götter diesen zubereiteten, legten sie in ihn damit die Manneskraft hinein; ebenso legt hier dieser in ihn damit die Manneskraft hinein. Mit der Vāruṇī-Strophe – der Adel ist ja Varuṇa, die Manneskraft ist der Adel; eben mit der Manneskraft legt er in ihn diese Manneskraft hinein.
„Dich erhitzt bitte ich, mit dem Brahman-Spruch verehrend“ – damit bitte ich dich, mit dem Brahman-Spruch verehrend – das ist damit gemeint. Dies erhofft der Opferer mit den Opfergaben – dies erhofft eben dieser Opferer mit den Opfergaben – das ist damit gemeint. Nicht zürnend, o Varuṇa, sei hier aufmerksam – nicht erzürnt, o Varuṇa, sei hier aufmerksam – das ist damit gemeint. O weitpreisender, raube uns nicht das Leben – damit spricht er die Hingabe seines Selbst aus.
Dann opfert er die Verbindungsformeln von Arka und Aśvamedha – dieser Agni ist ja der Arka, jene Sonne der Aśvamedha; diese beiden waren, geschaffen, getrennt; diese verbanden die Götter mit diesen Opfergüssen, fügten sie zusammen; ebenso verbindet hier dieser diese beiden mit diesen Opfergüssen, fügt sie zusammen.
Der Himmels-Sūrya, Svāhā! – jene Sonne ist ja der Sūrya; jene Sonne legt er damit als das Oberste von diesem ganzen hinein; deshalb ist dieser das Oberste von diesem ganzen.
Fünf Opfergüsse opfert er – fünfschichtig ist Agni, fünf Jahreszeiten macht das Jahr, das Jahr ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß, eben damit verbindet er diese beiden, fügt sie zusammen.
yadvevāha | svarṇa gharmaḥ svāhā svarṇārkaḥ svāhetyasyaivaitānyagnernāmāni tānyetatprīṇāti tāni haviṣā devatāṃ karoti yasyai vai devatāyai havirgṛhyate sā devatā na sā yasyai na gṛhyate 'tho etānevaitadagnīnasminnagnau nāmagrāhaṃ dadhāti
Dass er nun sagt: Der Himmels-Gharma, Svāhā! Der Himmels-Arka, Svāhā! – dies sind ja eben Namen dieses Agni; diese befriedigt er damit. Durch die Opfergabe macht er sie zur Gottheit; denn diejenige Gottheit, für die die Opfergabe entgegengenommen wird, ist Gottheit, nicht diejenige, für die sie nicht entgegengenommen wird. Und eben diese Agnis legt er damit namentlich benennend in diesen Agni hinein.
Fünf Opfergüsse opfert er – fünfschichtig ist Agni, fünf Jahreszeiten macht das Jahr, das Jahr ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß, eben damit befriedigt er ihn mit dieser Speise.
Nun folgt hierauf die Streuung der Opfergüsse: welche brahmanische, mit Brāhmaṇa-Erklärung versehene Opfergabe man auch kenne, die soll man zu dieser Zeit opfern; für die Wünsche spannt man ja diesen Wagen an; welche Opfergabe man hier auch opfert, man opfert sie, indem sie mit den Wünschen erreicht wird.
tadāhuḥ | na juhuyānnedatirecayānīti sa vai juhuyādeva kāmebhyo vā etā āhutayo hūyante na vai kāmānāmatiriktamasti
Da sagt man: Man solle nicht opfern, damit man nicht übermäßig mache. Doch man soll wohl opfern; denn für die Wünsche werden ja diese Opfergüsse dargebracht; es gibt ja nichts, was über die Wünsche hinausginge.
atha pratyetya dhiṣṇyānāṃ kāle dhiṣṇyānnivapati | agnaya ete yaddhiṣṇyā agnīnevaitaccinoti tā etā viśaḥ kṣatramayamagniścitaḥ kṣatraṃ ca tadviśaṃ ca karotyamum pūrvaṃ cinotyathemānkṣatraṃ tatkṛtvā viśaṃ karoti
Dann, zurückgekehrt, schüttet er zur Zeit der Dhiṣṇya-Feuerstätten für die Dhiṣṇyas Opfergaben hin. Diese Dhiṣṇyas sind ja Agnis – eben damit schichtet er diese Agnis auf. Diese sind die Viś, das Volk; der aufgeschichtete Agni ist das Kṣatra, der Adel – damit macht er jenen zum Kṣatra und diese zur Viś. Jenen schichtet er zuerst auf, dann diese; nachdem er jenen zum Kṣatra gemacht hat, macht er dann diese zur Viś.
Dieser ist einer – damit macht er das Kṣatra einheitlich, macht er den Glanz einheitlich. Die anderen sind viele; damit legt er der Viś die Fülle [Anm.: bhamānam, wörtl. etwa „Menge, Fülle“, Bedeutung unsicher] hinein.
Dieser hat fünf Schichten, die anderen haben eine Schicht – damit übertrifft er das Kṣatra an Manneskraft, macht er das Kṣatra der Viś überlegen an Manneskraft. Diesen schichtet er aufwärts auf – damit schichtet er das Kṣatra aufwärts, mit Schichten; die anderen quer, für das Kṣatra – damit macht er die Viś unten sitzend, untergeordnet.
Mit beiden, mit dem Formel-Ziegel und mit dem Welt-füllenden Ziegel, schichtet er diesen auf; mit dem Welt-füllenden Ziegel allein diese – damit übertrifft er eben das Kṣatra an Manneskraft, macht er das Kṣatra der Viś überlegen an Manneskraft, die Viś dem Kṣatra unterlegen an Manneskraft.
sa yadimāṃlokampṛṇayaiva cinoti kṣatraṃ vai lokampṛṇā kṣatraṃ tadviśyattāraṃ dadhātyubhayāṃścinotyadhvarasya cāgneścādhvarasya pūrvānathāgnestasyokto bandhuryaṃ-yamevādhvaradhiṣṇyaṃ nivapati taṃ-taṃ cinotyāgnīdhrīyam prathamaṃ cinoti taṃ hi prathamaṃ nivapati dakṣiṇata udaṅṅāsīnastasyokto bandhuḥ
Dass er nun diese mit dem Welt-füllenden Ziegel allein aufschichtet: der Welt-füllende Ziegel ist ja das Kṣatra; damit setzt er das Kṣatra als den ein, der die Viś verzehrt [Anm.: viśyattāram, Bedeutung unsicher]. Er schichtet beide Arten auf: die vor dem Opferfeuer und vor dem Agni-Altar liegenden, und dann die nach dem Agni-Altar errichteten – dessen Bedeutung ist bereits genannt. Für welche Adhvara-Dhiṣṇya-Feuerstätte er jeweils hinschüttet, die schichtet er jeweils auf. Die Āgnīdhra-Feuerstätte schichtet er zuerst auf, denn für sie schüttet er zuerst hin, südlich davon nach Norden gewandt sitzend – dessen Bedeutung ist bereits genannt.
tasminnaṣṭāviṣṭakā upadadhāti | aṣṭākṣarā gāyatrī gāyatro 'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvantamevainametaccinoti tāsāmaśmā pṛśnirnavamo nava vai prāṇāḥ sapta śīrṣannavāñcau dvau tānevāsminnetaddadhāti yaścite 'gnirnidhīyate sa daśamo daśa vai prāṇā madhyamāgnīdhram madhyatastatprāṇāndadhāti madhye ha vā etatprāṇāḥ santa iti ceti cātmānamanuvyuccaranti
Darauf setzt er acht Ziegel ein – achtsilbig ist die Gāyatrī, gāyatrisch ist Agni; so groß wie Agni ist, so groß wie dessen Maß ist, so groß macht er ihn eben damit. Von diesen ist der gesprenkelte Stein der neunte – neun sind ja die Atemkräfte, sieben im Kopf [Anm.: die sieben Kopföffnungen], zwei [Anm.: Textstelle unsicher] – eben diese zwei legt er damit in diesen hinein. Der, auf dem der Agni niedergelegt wird, ist der zehnte – zehn sind ja die Atemkräfte; die Āgnīdhra-Feuerstätte ist die mittlere – damit legt er die Atemkräfte in die Mitte. „In der Mitte sind ja diese Atemkräfte“ – so sprechen sie sich wechselweise selbst zu.
Für die Hotṛ-Feuerstätte setzt er einundzwanzig Ziegel ein – einundzwanzig sind ja die Pariśrit-Umgüsse – dessen Bedeutung ist bereits genannt. Elf für die Brāhmaṇācchaṃsin-Feuerstätte – elfsilbig ist ja die Triṣṭubh, triṣṭubhisch ist Indra, indrisch ist die Brāhmaṇācchaṃsin-Feuerstätte. Acht, acht für die übrigen – dessen Bedeutung ist bereits genannt.
ṣaṇmārjālīye | ṣaḍvā ṛtavaḥ pitarastaṃ haitamṛtavaḥ pitaro dakṣiṇataḥ paryūhire sa eṣāmeṣa dakṣiṇataḥ sa vā itīmamupadadhātītīmānityamuṃ viśaṃ tatkṣatramabhisammukhāṃ karoti
Sechs für die Mārjālīya-Feuerstätte – sechs sind ja die Jahreszeiten, die Ahnen; um diese herum häuften sich ja die Jahreszeiten, die Ahnen, im Süden; diese Feuerstätte von ihnen ist ja die südliche [Anm.: Satzbezug unsicher]. Mit dem Gedanken „so eben“ setzt er diese ein: damit macht er diese Viś und jenes Kṣatra einander zugewandt.
athainānpariśridbhiḥ pariśrayati | āpo vai pariśrito 'dbhirevaināṃstatparitanoti sa vai paryeva nidadhāti kṣatraṃ haitā apāṃ yāḥ khātena yantyatha haitā viśo yānīmāni vṛthodakāni sa yadamuṃ khātena pariśrayati kṣatre tatkṣatraṃ dadhāti kṣatraṃ kṣatreṇa pariśrayatyatha yadimānparyeva nidadhāti viśi tadviśaṃ dadhāti viśā viśam pariśrayati teṣāṃ vai yāvatya eva yajuṣmatyastāvatyaḥ pariśrito yāvatyo hyevāmuṣya yajuṣmatyastāvatyaḥ pariśritaḥ kṣatrāyaiva tadviśaṃ kṛtānukarāmanuvartmānaṃ karoti
Dann umgibt er diese mit den Pariśrit-Umgüssen – Wasser ist ja der Pariśrit-Umguss; eben mit Wasser dehnt er sie damit aus, legt er eben ringsherum. Das Kṣatra ist ja dieses Wasser, das durch einen gegrabenen Kanal fließt; die Viś aber sind diese hier, die beliebigen, zwecklosen Gewässer. Dass er nun jenen mit dem Kanal-Wasser umgibt, damit legt er das Kṣatra in das Kṣatra, umgibt er das Kṣatra mit Kṣatra; dass er aber diese nur ringsherum legt, damit legt er die Viś in die Viś, umgibt er die Viś mit Viś. Von diesen: so viele Formel-Ziegel jener hat, so viele Pariśrit-Umgüsse hat diese Feuerstätte [Anm.: genaue Entsprechung unsicher] – damit macht er die Viś zu einer Nachfolgenden, dem Kṣatra auf dem Fuße Folgenden.
athaiṣu purīṣaṃ nivapati | tasyokto bandhustūṣṇīmaniruktā hi viḍathāgnīṣomīyasya paśupuroḍāśamanu diśāmaveṣṭīrnirvapati diśa eṣo 'gnistābhya etāni havīṃṣi nirvapati tadenā haviṣā devatāṃ karoti yasyai vai devatāyai havirgṛhyate sā devatā na sā yasyai na gṛhyate pañca bhavanti pañca hi diśaḥ
Dann schüttet er auf diese die Purīṣa-Erde hin – dessen Bedeutung ist bereits genannt: schweigend, denn unausgesprochen ist ja die Viś. Im Anschluss an den Tier-Opferkuchen des Agnīṣomīya-Opfers opfert er die Aveṣṭi-Formeln der Himmelsrichtungen – dieser Agni ist ja die Himmelsrichtungen; ihnen opfert er damit diese Opfergaben. Damit macht er durch die Opfergabe die Gottheit: für welche Gottheit die Opfergabe genommen wird, die ist die Gottheit, nicht die, für welche sie nicht genommen wird. Fünf sind es, denn fünf sind die Himmelsrichtungen.
Dazu sagen sie [Anm.: dadāhuḥ, wohl für tadāhuḥ]: Man solle eben diese Opferhandlung als Zehn-Opfergaben-Opfer hinschütten – diese ist all-stoma-haft, all-pṛṣṭha-haft, alle Versmaße, alle Himmelsrichtungen, alle Jahreszeiten – all dies eben ist dieser Agni; damit macht er durch die Opfergabe die Gottheit: für welche Gottheit die Opfergabe genommen wird, die ist die Gottheit, nicht die, für welche sie nicht genommen wird. Zehn sind es: zehnsilbig ist die Virāj, virāj-gestaltig ist Agni; zehn sind die Himmelsrichtungen, richtungsgestaltig ist Agni; zehn sind die Atemkräfte, atemkraftgestaltig ist Agni. So groß wie Agni ist, so groß wie dessen Maß ist, so groß eben befriedigt er ihn damit mit dieser Speise.
tattvai devasvāmeva | etāni havīṃṣi nirvapedetā ha devatāḥ sutā etena savena yenaitatsoṣyamāṇo bhavati tā evaitatprīṇāti tā asmā iṣṭāḥ prītā etaṃ savamanumanyante tābhiranumataḥ sūyate yasmai vai rājāno rājyamanumanyante sa rājā bhavati na sa yasmai na tadyadetā devatāḥ sutā etena savena yadvainametā devatā etasmai savāya suvate tasmādetā devasvaḥ
Das eben ist Göttergut, Devasva – diese Opfergaben soll er darbringen: diese Gottheiten sind ja mit diesem Antrieb erzeugt, mit dem dieser hier angetreten werden wird; eben diese befriedigt er damit; diese, ihm verehrt und befriedigt, stimmen diesem Antrieb zu; von ihnen zugestimmt, wird er angetreten. Für wen die Fürsten der Königsherrschaft zustimmen, der wird König; nicht, für wen sie nicht zustimmen. Dass diese Gottheiten mit diesem Antrieb erzeugt sind, oder dass diese Gottheiten für diesen Antrieb erzeugen: deshalb sind diese Göttergut, Devasva.
tā vai dvināmnyo bhavanti | dvināmā vai savenā suto bhavati yasmai vai savāya sūyate yena vā savena sūyate tadasya dvitīyam nāma
Diese sind ja zweifach benannt – zweifach benannt wird ja der, der durch den Antrieb angetreten wird: für welchen Antrieb er angetreten wird, oder durch welchen Antrieb er angetreten wird – das ist sein zweiter Name.
Acht sind es – achtsilbig ist die Gāyatrī, gāyatrisch ist Agni; so groß wie Agni ist, so groß wie dessen Maß ist, so groß eben befriedigt er ihn damit mit dieser Speise.
tadāhuḥ | naitāni havīṃṣi nirvapennedatirecayānīti tāni vai nirvapedeva kāmebhyo vā etāni havīṃṣi nirupyante na vai kāmānāmatiriktamasti yadvai kiṃ ca paśupuroḍāśamanu havirnirupyate paśāveva sa madhyato medho dhīyata ubhayāni nirvapatyadhvarasya cāgneścādhvarasya pūrvamathāgnestasyokto bandhuruccaiḥ paśupuroḍāśo bhavatyupāṃśvetānīṣṭirhyanubrūhi preṣyeti paśupuroḍāśasyāhānubrūhi yajetyeteṣāmiṣṭirhi samānaḥ sviṣṭakṛtsamānīḍeṣṭā devatā bhavantyasamavahitaṃ sviṣṭakṛte
Dazu sagen sie: „Man solle diese Opfergaben nicht darbringen, damit man nicht übermäßig mache“ – man soll sie aber wohl darbringen; denn diese Opfergaben werden ja für die Wünsche dargebracht, und es gibt nichts, was über die Wünsche hinausginge. Was nun auch immer im Anschluss an den Tier-Opferkuchen als Opfergabe dargebracht wird: in das Tier eben wird das Fett in der Mitte hineingelegt; beide Arten bringt er dar, die vor dem Opferfeuer und vor dem Agni-Altar, und dann die, die nach dem Agni-Altar kommen – dessen Bedeutung ist bereits genannt. Laut ist der Tier-Opferkuchen, leise diese hier – denn eine bloße Zusatz-Opferhandlung ist dies ja. „Sprich die Anrufung, entsende!“ – gilt für den Tier-Opferkuchen; „Sprich, opfere!“ – für diese hier; denn deren Darbringung ist dieselbe. Derselbe ist der Sviṣṭakṛt-Schlussguss, dieselbe die Anrufungsformel [Anm.: sviṣṭakṛtsamānīḍa, Wortbildung unsicher] – ungeteilt ist die Gottheit für den Sviṣṭakṛt.
Dann berührt er ihn mit der vorausgehenden Weihewasser-Formel: „Savitṛ, der Antreiber der Antreibenden, treibe dich an! Dieser da ist euer König; Soma ist der König von uns Brahmanen“ – damit sondert er die Brahmanen aus, macht er sie unverzehrbar, der königlichen Gewalt entzogen.
Dann, am Morgen, wenn er den Morgen-Anuvāka beginnen will, jocht er den Agni an: „Möge ich mit dem Angejochten alles erreichen“ – mit diesem Angejochten erreicht er alle Wünsche. Er jocht ihn ja vor jeder Handlung an; was auch immer hier nachher getan wird, das alles wird, nachdem angejocht ist, darin festgelegt.
sa madhyamam paridhimupaspṛśya | etadyajurjapatyagniṃ yunajmi śavasā ghṛteneti balaṃ vai śavo 'gniṃ yunajmi balena ca ghṛtena cetyetaddivyaṃ suparṇaṃ vayasā bṛhantamiti divyo vā eṣa suparṇo vayaso bṛhandhūmena tena vayaṃ gamema bradhnasya viṣṭapaṃ svargaṃ lokaṃ rohanto 'dhi nākamuttamamityetat
Er berührt den mittleren Umfriedungsstab und murmelt diese Opferformel: „Ich joche Agni an mit Kraft und mit Schmalz“ – Kraft ist ja die Stärke; „ich joche Agni mit Kraft und mit Schmalz an“ – das ist damit gemeint. „Diesen himmlischen Vogel, groß durch seine Lebenskraft“ – dieser ist ja der himmlische Vogel, groß durch seinen Rauch, durch seine Lebenskraft; „durch ihn mögen wir zum Gipfel des Rötlichen gelangen, zur Svarga-Welt aufsteigend, zum höchsten Himmelsgewölbe“ – das ist damit gemeint.
Dann am rechten: „Dies sind deine beiden alterslosen, fliegenden Schwingen, o Agni, mit denen du die Unholde verscheuchst; mit ihnen mögen wir zur Welt der Rechtschaffenen fliegen, wohin die Ṛṣis gingen, die Erstgeborenen, die Uralten“ – damit meint er eben jene Ṛṣis.
Dann am nördlichen: „Der Somatropfen, der Geschickte, der Falke, wahrheitsgemäß, goldbeschwingt, der eilende Vogel“ – Gold ist ja die Unsterblichkeit; „unsterblich-beschwingt, der tragende Vogel“ – das ist damit gemeint. „Groß, fest niedergelassen an der Versammlungsstätte; Verehrung sei dir, verletze mich nicht!“ – damit spricht er eine Formel zum Schutz seiner selbst.
tadyanmadhyamaṃ yajuḥ | sa ātmātha ye abhitastau pakṣau tasmāttepakṣavatī bhavataḥ pakṣau hi tau
Was nun die mittlere Opferformel ist, das ist das Selbst; die beiden, die zu beiden Seiten davon sind, sind die Schwingen – deshalb sind diese beiden beschwingt, denn Schwingen sind ja jene beiden.
atha rājānamabhiṣutyāgnau juhoti | eṣa vai sa sava etadvai tatsūyate yamasmai tametā devatāḥ savamanumanyante yābhiranumataḥ sūyate yasmai vai rājāno rājyamanumanyante sa rājā bhavati na sa yasmai na tadyadagnau juhoti tadagnimabhiṣiñcati so 'syaiṣa daiva ātmā somābhiṣikto bhavatyamṛtābhiṣikto 'tha bhakṣayati tadātmānamabhiṣiñcati so 'syāyamātmā somābhiṣikto bhavatyamṛtābhiṣiktaḥ
Dann, nachdem er den König Soma ausgepresst hat, opfert er ihn in den Agni – dies ist ja jener Antrieb, dies eben ist das, was angetreten wird; für wen dies geschieht, für den stimmen diese Gottheiten dem Antrieb zu; von ihnen zugestimmt, wird er angetreten. Für wen die Fürsten der Königsherrschaft zustimmen, der wird König; nicht, für wen sie nicht zustimmen. Dass er in den Agni opfert, damit weiht er den Agni; dies ist ja sein göttliches Selbst, das wird somageweiht, unsterblichkeitsgeweiht. Dann genießt er davon – damit weiht er sich selbst; dieses sein Selbst wird somageweiht, unsterblichkeitsgeweiht.
Nachdem er in den Agni geopfert hat, genießt er dann davon – dieses ist ja sein göttliches Selbst, dieses das menschliche; zuerst sind ja die Götter, dann die Menschen; deshalb genießt er, nachdem er in den Agni geopfert hat, dann davon.
athainaṃ vimuñcati | āptvā taṃ kāmaṃ yasmai kāmāyainaṃ yuṅkte yajñāyajñiyaṃ stotramupākariṣyantsvargo vai loko yajñāyajñiyametasya vai gatyā enaṃ yuṅkte tadāptvā taṃ kāmaṃ yasmai kāmāyainaṃ yuṅkte
Dann unjocht er ihn – nachdem er den Wunsch erreicht hat, um dessentwillen er ihn anjocht. Wenn er den Yajñāyajñīya-Sāmangesang beginnen will: die Svarga-Welt ist ja der Yajñāyajñīya; für dessen Erreichung eben jocht er ihn an. Damit, nachdem er den Wunsch erreicht hat, um dessentwillen er ihn anjocht, unjocht er ihn.
taṃ vai purastātstotrasya vimuñcati | sa yadupariṣṭātstotrasya vimuñcetparāṅ haitaṃ svargaṃ lokamatipraṇaśyedatha yatpurastātstotrasya vimuñcati tatsamprati svargaṃ lokamāptvā vimuñcati
Er unjocht ihn ja vor dem Sāman-Lobgesang – denn würde er nach dem Lobgesang unjochen, so ginge er an dieser Svarga-Welt vorbei, verfehlte sie gänzlich; dass er aber vor dem Lobgesang unjocht, damit unjocht er genau in dem Augenblick, in dem er die Svarga-Welt erreicht hat.
An den Umfriedungsstäben unjocht er – denn an den Umfriedungsstäben jocht er ihn ja an; wo immer man das zu Jochende anjocht, eben dort unjocht man es auch.
sa saṃdhyorupaspṛśya | ene yajuṣī japati tathā dve yajuṣī trīnparidhīnanuvibhavato divo mūrdhāsi pṛthivyā nābhiriti dakṣiṇe viśvasya mūrdhannadhi tiṣṭhasi śrita ityuttare mūrdhavatībhyām mūrdhā hyasyaiṣo 'psumatībhyāmagneretadvaiśvānarasya stotraṃ yadyajñāyajñiyaṃ śāntirvā āpastasmādapsumatībhyām
Er berührt an den Verbindungsstellen und murmelt diese beiden Opferformeln – so umfassen diese beiden Opferformeln die drei Umfriedungsstäbe: „Du bist das Haupt des Himmels, der Nabel der Erde“ – am rechten; „du stehst über dem Haupt von allem, fest gegründet“ – am nördlichen. Die Haupt-habenden Formeln – denn dieses Haupt des Agni ist ja dessen Haupt; die Wasser-habenden Formeln, für den mittleren – denn dies ist ja der Vaiśvānara-Lobgesang des Agni, nämlich der Yajñāyajñīya; Wasser ist ja die Besänftigung – deshalb die Wasser-habenden.
Mit zwei Formeln unjocht er – zweifüßig ist der Opferer, der Opferer ist Agni; so groß wie Agni ist, so groß wie dessen Maß ist, so groß unjocht er ihn eben damit. Mit drei Formeln jocht er an – das macht fünf – fünfschichtig ist Agni, fünf sind die Jahreszeiten, das Jahr; das Jahr ist Agni; so groß wie Agni ist, so groß wie dessen Maß ist, so groß wird das.
Manche nun sagen: Beim Atirātra jochen sie nur am Prāyaṇīya-Tag an und unjochen am Udayanīya-Tag – denn diese Ablösung sei ja gleichsam die Gestalt des Abschlusses; mit dem Gedanken „Warum sollte ich vor dem eigentlichen Abschluss schon die Gestalt des Abschlusses herstellen?“ So solle man aber nicht tun; denn Tag für Tag wird dieses Opfer ausgedehnt, Tag für Tag kommt es zum Abschluss; Tag für Tag jocht er ihn an, damit er zur Svarga-Welt gelangt, Tag für Tag gelangt er durch ihn zur Svarga-Welt; deshalb solle man eben Tag für Tag anjochen, Tag für Tag unjochen.
Und ferner: ebenso wie man beim Prāyaṇīya-Atirātra, nachdem man die Samidhenī-Verse hergesagt hat, sagen könnte: „Von hier an werde ich erst wieder am Udayanīya-Tag weitersprechen“ – das wäre genau dasselbe; deshalb solle man eben Tag für Tag anjochen, Tag für Tag unjochen.
taddhaitacāṇḍilyaḥ | kaṅkatīyebhyo 'harahaḥkarma pradiśya pravavrājāharahareva vo yunajānaharaharvimuñcāniti tasmādaharahareva yuñjyādaharaharvimuñcet
Dies eben tat Cāṇḍilya: Nachdem er den Kaṅkatīyas die Tag-für-Tag-Handlung zugewiesen hatte, zog er fort, mit den Worten: „Tag für Tag jocht ich für euch an, Tag für Tag unjoche ich“ – deshalb solle man eben Tag für Tag anjochen, Tag für Tag unjochen.