Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Aśvamedha-Abschnitt 6

Anuvāka 1 Verse auf Bogen, Bogensehne, Pfeile, Streitwagen und Köcher sowie Anrufung von Dundubhi (Kriegspauke) und Wagen.

jīmūtasyeva bhavati pratīkaṃ yad varmī yāti samadām upasthe |

Wie das Antlitz einer Gewitterwolke wird er, wenn der Panzerträger in den Schoß der Kämpfe (Schlachten) zieht;

anāviddhayā tanvā jaya tvam̐ sa tvā varmaṇo mahimā pipartu ‖

mit unverwundetem Leib siege du; die Größe des Panzers soll dich hinüberführen.

dhanvanā gā dhanvanājiṃ jayema dhanvanā tīvrās samado jayema |

Mit dem Bogen wollen wir Rinder, mit dem Bogen den Wettlauf gewinnen, mit dem Bogen die heftigen Kämpfe gewinnen;

dhanuś śatror apakāmaṃ kṛṇoti dhanvanā sarvāḥ pradiśo jayema ‖

der Bogen macht des Feindes Wunsch zunichte; mit dem Bogen wollen wir alle Himmelsrichtungen gewinnen.

vakṣyantīved āganīganti karṇaṃ priyam̐ sakhāyaṃ pariṣasvajānā |

Als wolle sie (etwas) sagen, kommt sie ganz nah ans Ohr, den lieben Freund umarmend;

yoṣeva śiṅkte vitatādhi dhanvañ jyā iyam̐ samane pārayantī ‖

wie eine Frau summt [?] sie, auf den Bogen gespannt, diese Sehne, im Kampf hinüberbringend.

te ācarantī samaneva yoṣā māteva putraṃ bibhṛtām upasthe |

Die beiden (Bogenenden), heranspringend wie Frauen bei einer Zusammenkunft, sollen wie eine Mutter den Sohn im Schoß tragen;

apa śatrūn vidhyatām̐ saṃvidāne ārtnī ime visphurantī amitrān ‖

einig sollen sie die Feinde durchbohren, diese beiden Bogenenden [ārtni], die Unfreunde zerschmetternd, wenn sie zucken [?].

bahvīnāṃ pitā bahur asya putraś ciścā kṛṇoti samanāvagatya |

Vieler (Pfeile) Vater ist er, viele sind seine Söhne; er (der Köcher) macht „ciś“ [Anm.: lautmalend], wenn er zur Zusammenkunft kommt;

iṣudhis saṅkāḥ pṛtanāś ca sarvāḥ pṛṣṭhe ninaddho jayati prasūtaḥ ‖

der Köcher – er siegt über alle Heere und Kämpfe, auf den Rücken gebunden, wenn losgelassen [prasūta].

rathe tiṣṭhan nayati vājinaḥ puro yatrayatra kāmayate suṣārathiḥ |

Auf dem Wagen stehend führt der gute Wagenlenker die Rosse voran, wohin er nur immer will;

abhīśūnāṃ mahimānaṃ panāyata manaḥ paścād anuyacchanti raśmayaḥ ‖

die Größe der Zügel preiset; der Geist (Wille) hinterher, so lenken die Zügel.

tīvrān ghoṣān kṛṇvate vṛṣapāṇayo 'śvā rathebhis saha vājayantaḥ |

Heftiges Getöse machen die stierhufigen Rosse, mit den Wagen zusammen um den Preis eilend;

avakrāmantaḥ prapadair amitrān kṣiṇanti śatrūm̐r anapavyayantaḥ ‖

mit den Vorderhufen die Unfreunde niedertretend, vernichten sie die Feinde, ohne zurückzuweichen.

rathavāhanam̐ havir asya nāma yatrāyudhaṃ nihitam asya varma |

„Wagenfahrer-Opfergabe“ ist sein Name, wo Waffe und Panzer von ihm abgelegt sind;

tatrā ratham upa śagmam̐ sadema viśvāhā vayam̐ sumanasyamānāḥ ‖

dort wollen wir am hilfreichen Wagen sitzen, alle Tage, wohlgesinnt.

svāduṣam̐sadaḥ pitaro vayodhāḥ kṛchreśritaś śaktīvanto gabhīrāḥ |

Die Väter, süß zu Sitzenden, Lebenskraft Spendenden, in Not Zuflucht Suchenden, Mächtigen, Tiefen,

citrasenā iṣubalā amṛdhrās satovīrā uravo vrātasāhāḥ ‖

mit buntem Heer, mit Pfeilkraft, unbeleidigend, mit tapferen Männern, weit, die Scharen bezwingend,

brāhmaṇāsaḥ pitaras somyāsaś śive no dyāvāpṛthivī anehasā |

die Brahmanen, die Väter, die Soma-Würdigen; Himmel und Erde seien uns gnädig, makellos.

pūṣā naḥ pātu duritād ṛtāvṛdho rakṣā mākir no aghaśam̐sa īśata ‖

Pūṣan soll uns vor Übel schützen, die Ordnung Mehrenden; beschützt (uns): kein Unheilsprecher soll über uns gebieten!

suparṇaṃ vaste mṛgo asyā danto gobhis saṃnaddhā patati prasūtā |

Sie kleidet sich in Federn (Fiederung), ein Tier (Horn/Spitze) ist ihr Zahn, mit Rindersehnen [gobhis = aus Rinderteilen] umwickelt fliegt sie, abgeschickt;

yatrā naras saṃ ca vi ca dravanti tatrāsmabhyam iṣavaś śarma yam̐san ‖

wo die Männer zusammen- und auseinanderlaufen, da sollen uns die Pfeile Schutz gewähren.

vṛjīte parivṛṅdhi no 'śmā bhavatu nas tanūḥ |

Bei Not [?] weiche uns aus; der Stein (des Wurfgeschosses) sei unser Leib (Schutz)!

somo adhibravītu no 'ditiś śarma yacchatu ‖

Soma soll für uns eintreten, Aditi soll Schutz gewähren.

ahir iva bhogaiḥ paryeti bāhuṃ jyāyā hetiṃ paribādhamānaḥ |

Wie eine Schlange mit ihren Windungen umgibt (der Armschutz) den Arm, die Waffe der Sehne abwehrend;

hastaghno viśvā vayunāni vidvān pumān pumām̐saṃ paripātu viśvataḥ ‖

der Handschutz [hastaghna], alle Regeln kennend, soll als Mann den Mann von allen Seiten schützen.

ājaṅghanti sānv eṣāṃ jaghanām̐ upajighnate |

Sie schlagen auf die Rücken von diesen, auf die Hinterteile schlagen sie;

aśvājani pracetaso 'śvān samatsu codaya ‖

Peitsche [aśvājani], Verständige, treibe die Rosse in den Kämpfen an!

vanaspate vīḍvaṅgo hi bhūyā asmatsakhā prataraṇas suvīraḥ |

Baum (Wagenholz), sei mit festen Gliedern, unser Freund, Hinüberbringer, mit guten Männern;

gobhis saṃnaddho asi vīḍayasvāsthātā te jayatu jetvāni ‖

mit Rindersehnen bist du umbunden; sei fest; dein Besteiger möge das Gewinnbare gewinnen.

divaḥ pṛthivyāḥ pary oja udbhṛtaṃ vanaspatibhyaḥ pary ābhṛtam̐ sahaḥ |

Vom Himmel, von der Erde ist Kraft heraufgeholt, von den Bäumen ist Stärke herbeigebracht,

apām ojmānaṃ pari gobhir āvṛtam indrasya vajram̐ haviṣā rathaṃ yaja ‖

die Kraft der Wasser, mit Rinderteilen umhüllt: Indras Keule; mit der Opfergabe verehre den Wagen!

indrasya vajro marutām anīkaṃ mitrasya garbho varuṇasya nābhiḥ |

Indras Keule, der Marut Antlitz (Heer), Mitras Leibesfrucht, Varuṇas Nabel:

semāṃ no havyadātiṃ juṣāṇo deva ratha prati havyā gṛbhāya ‖

er, dies unser Opfergeschenk gern annehmend, Gott Wagen, nimm die Opfergaben an!

upaśvāsaya pṛthivīm uta dyāṃ purutrā te manutāṃ viṣṭhitaṃ jagat |

Lass die Erde und den Himmel aufatmen; an vielen Orten soll die verteilte Welt an dich denken;

sa dundubhe sajūr indreṇa devair dūrād davīyo apasedha śatrūn ‖

du, Dundubhi, im Verein mit Indra und den Göttern, vertreibe von fern die Feinde weit weg!

ākrandaya balam ojo na ādhā niṣṭanihi duritā bādhamānaḥ |

Brülle laut; lege Kraft und Stärke in uns; donnere hervor, das Übel verdrängend!

apaprotha dundubhe ducchunā ita indrasya muṣṭir asi vīḍayasva ‖

Blase weg von hier das Unglück [ducchunā], Dundubhi; du bist Indras Faust; sei stark!

āmūr aja pratyāvartayemāḥ ketumad dundubhir vāvadīti |

Treibe jene her, lass diese hier zurückkehren; die Dundubhi dröhnt immer wieder mit Feldzeichen [ketumat];

sam aśvaparṇāś caranti no naro 'smākam indra rathino jayantu ‖

die Männer mit Roßfeder-Schmuck [?] ziehen zusammen einher; unsere Wagenkämpfer sollen siegen, Indra!