yat te gātrād agninā pacyamānād abhi śūlaṃ nihatasyāvadhāvati |
Was von deinem Glied, das im Feuer gekocht wird, zum Spieß hinab, dem angesteckten, rinnt,
Kāṭhaka-Saṃhitā · Aśvamedha-Abschnitt 6
yat te gātrād agninā pacyamānād abhi śūlaṃ nihatasyāvadhāvati |
Was von deinem Glied, das im Feuer gekocht wird, zum Spieß hinab, dem angesteckten, rinnt,
mā tad bhūmyām ā śriṣan mā tṛṇeṣu devebhyas tad uśadbhyo rātam astu ‖
das soll nicht auf der Erde haften, nicht an Gräsern; für die (es) begehrenden Götter sei es gegeben.
ye vājinaṃ paripaśyanti pakvaṃ ya īm āhūs surabhir nirhareti |
Die das gare Roß betrachten und die sagen: „Es duftet, trag es heraus!“,
ye cārvato mām̐sabhikṣām upāsata uto teṣām abhigūrtir na invatu ‖
und die um Fleischgaben vom Roß bitten: auch ihr Lobpreis soll uns fördern.
mā tvāgnir dhvanayed dhūmagandhir mokhā bhrājanty abhivikta jaghriḥ |
Nicht soll Agni dich rauschen machen, nach Rauch riechend; die Glut [?] leuchtet (nicht), (das Fett) ist besprengt, duftend;
iṣṭaṃ vītam abhigūrtaṃ vaṣaṭkṛtaṃ taṃ devāsaḥ pratigṛbhṇanty aśvam ‖
geopfert, genossen, gepriesen, mit Vaṣaṭ geweiht: dieses Roß nehmen die Götter an.
nikramaṇaṃ niṣadanaṃ vivartanaṃ yac ca paḍbīśam arvataḥ |
Das Schreiten, das Sichniederlegen, das Sichwälzen des Rosses und was die Fußfessel ist,
yac ca papau yac ca ghāsiṃ jaghāsa sarvā tā te api deveṣv astu ‖
und was es getrunken und was es an Futter gefressen hat: alles dies sei bei dir auch unter den Göttern.
yat te sāde mahasā śūkṛtasya pārṣṇyā vā kaśayā vā tutoda |
Wenn er dich im Sattel(sitz) mit Wucht, während du „śū“ machtest, mit der Ferse oder mit der Peitsche gestoßen hat,
sruceva tā haviṣo adhvareṣu sarvā tā te brahmaṇā sūdayāmi ‖
so wie mit dem Opferlöffel die Opferspende bei den Opfern, so mache ich all dies dir mit heiligem Wort schmackhaft [sūdayāmi: gut, süß machen ?].
yad aśvāya vāsa upastṛṇanty adhīvāsaṃ yā hiraṇyāny asmai |
Was sie als Decke für das Roß ausbreiten, als Überdecke, und was an Goldschmuck für es,
saṃdānam arvantaṃ paḍbīśaṃ priyā deveṣv āyāmayanti ‖
die Fessel, die Fußfessel des Rosses: dies Liebe bringt zu den Göttern [āyāmayanti: hin-lenken ?].
catustrim̐śad vājino devabandhor vaṅkrīr aśvasya svadhitis sameti |
Vierunddreißig Rippen hat das Roß, der Freund der Götter; das Beil [svadhiti] trifft sie [Anm.: die Rippenzahl 34 auch RV 1,162,18].
acchidrā gātrā vayunā kṛṇota paruṣparur anughuṣyā viśasta ‖
Macht die Glieder ganz, durch Kenntnis (der Ordnung); zerlegt Gelenk um Gelenk, unter ausdrücklichem Nennen [anughuṣya].
ekas tvaṣṭur aśvasya viśastā dvā yantārā bhavatas tathartuḥ |
Einer ist der Zerleger des Tvaṣṭṛ-Rosses; zwei sind die Zügler; so gilt es bei der Zeitfolge [?];
yā te gātrāṇām ṛtuthā kṛṇomi tātā piṇḍānāṃ prajuhomy agnau ‖
die von deinen Gliedern jeweils nach der Ordnung ich (zubereite), diese Stücke opfere ich ins Feuer.
mā tvā tapat priya ātmāpiyantaṃ mā svadhitis tanva ātiṣṭhipat te |
Nicht soll dich dein lieber Ātman quälen, während du (zu den Göttern) gehst; nicht soll das Beil deinen Leib [zu sehr] stören;
mā te gṛdhnur aviśastātihāya cchidrā gātrāṇy asinā mithū kaḥ ‖
nicht soll der Gierige, ohne dass zerlegt wurde, dich übereilen; er soll die Glieder nicht mit dem Messer verkehrt zerschneiden.
na vā u etan mriyase na riṣyasi devām̐ id eṣi pathibhis sugebhiḥ |
Du stirbst hier nicht, du kommst nicht zu Schaden; du gehst zu den Göttern auf gut gangbaren Pfaden.
harī te yuñjā pṛṣatī abhūtām upāsthād vājī dhuri rāsabhasya ‖
Die zwei Falben und die gefleckte Stute wurden dir beigespannt; das Roß stand an der Deichsel des Rāsabha [Anm.: hier Esel; im Text auch Aśvin-Wagen ?].
sugavyaṃ no vājī svaśvyaṃ pum̐saḥ putrām̐ uta viśvapuṣaṃ rayim |
Gutes Rinderglück und Roßglück soll uns das Roß geben, männliche Söhne und allnährenden Reichtum;
anāgāstvaṃ no aditiḥ kṛṇotu kṣatraṃ no aśvo vanate haviṣmān ‖
Aditi soll uns Sündlosigkeit schaffen; Herrschaft möge uns das Roß, der Opfergabenreiche, gewinnen.
iti jīmūtānuvacanaṃ ṣaṣṭham ‖
Damit ist das sechste Jīmūta-Anuvacana (Wolken-Anuvacana) beendet.