Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Aśvamedha-Abschnitt 6

Anuvāka 5 Sprüche zur Zubereitung des Opferrosses, Anteil der Götter, Zerlegung der Glieder, Hingabe ins Feuer und Verheißung an das Roß.

yat te gātrād agninā pacyamānād abhi śūlaṃ nihatasyāvadhāvati |

Was von deinem Glied, das im Feuer gekocht wird, zum Spieß hinab, dem angesteckten, rinnt,

mā tad bhūmyām ā śriṣan mā tṛṇeṣu devebhyas tad uśadbhyo rātam astu ‖

das soll nicht auf der Erde haften, nicht an Gräsern; für die (es) begehrenden Götter sei es gegeben.

ye vājinaṃ paripaśyanti pakvaṃ ya īm āhūs surabhir nirhareti |

Die das gare Roß betrachten und die sagen: „Es duftet, trag es heraus!“,

ye cārvato mām̐sabhikṣām upāsata uto teṣām abhigūrtir na invatu ‖

und die um Fleischgaben vom Roß bitten: auch ihr Lobpreis soll uns fördern.

mā tvāgnir dhvanayed dhūmagandhir mokhā bhrājanty abhivikta jaghriḥ |

Nicht soll Agni dich rauschen machen, nach Rauch riechend; die Glut [?] leuchtet (nicht), (das Fett) ist besprengt, duftend;

iṣṭaṃ vītam abhigūrtaṃ vaṣaṭkṛtaṃ taṃ devāsaḥ pratigṛbhṇanty aśvam ‖

geopfert, genossen, gepriesen, mit Vaṣaṭ geweiht: dieses Roß nehmen die Götter an.

nikramaṇaṃ niṣadanaṃ vivartanaṃ yac ca paḍbīśam arvataḥ |

Das Schreiten, das Sichniederlegen, das Sichwälzen des Rosses und was die Fußfessel ist,

yac ca papau yac ca ghāsiṃ jaghāsa sarvā tā te api deveṣv astu ‖

und was es getrunken und was es an Futter gefressen hat: alles dies sei bei dir auch unter den Göttern.

yat te sāde mahasā śūkṛtasya pārṣṇyā vā kaśayā vā tutoda |

Wenn er dich im Sattel(sitz) mit Wucht, während du „śū“ machtest, mit der Ferse oder mit der Peitsche gestoßen hat,

sruceva tā haviṣo adhvareṣu sarvā tā te brahmaṇā sūdayāmi ‖

so wie mit dem Opferlöffel die Opferspende bei den Opfern, so mache ich all dies dir mit heiligem Wort schmackhaft [sūdayāmi: gut, süß machen ?].

yad aśvāya vāsa upastṛṇanty adhīvāsaṃ yā hiraṇyāny asmai |

Was sie als Decke für das Roß ausbreiten, als Überdecke, und was an Goldschmuck für es,

saṃdānam arvantaṃ paḍbīśaṃ priyā deveṣv āyāmayanti ‖

die Fessel, die Fußfessel des Rosses: dies Liebe bringt zu den Göttern [āyāmayanti: hin-lenken ?].

catustrim̐śad vājino devabandhor vaṅkrīr aśvasya svadhitis sameti |

Vierunddreißig Rippen hat das Roß, der Freund der Götter; das Beil [svadhiti] trifft sie [Anm.: die Rippenzahl 34 auch RV 1,162,18].

acchidrā gātrā vayunā kṛṇota paruṣparur anughuṣyā viśasta ‖

Macht die Glieder ganz, durch Kenntnis (der Ordnung); zerlegt Gelenk um Gelenk, unter ausdrücklichem Nennen [anughuṣya].

ekas tvaṣṭur aśvasya viśastā dvā yantārā bhavatas tathartuḥ |

Einer ist der Zerleger des Tvaṣṭṛ-Rosses; zwei sind die Zügler; so gilt es bei der Zeitfolge [?];

yā te gātrāṇām ṛtuthā kṛṇomi tātā piṇḍānāṃ prajuhomy agnau ‖

die von deinen Gliedern jeweils nach der Ordnung ich (zubereite), diese Stücke opfere ich ins Feuer.

mā tvā tapat priya ātmāpiyantaṃ mā svadhitis tanva ātiṣṭhipat te |

Nicht soll dich dein lieber Ātman quälen, während du (zu den Göttern) gehst; nicht soll das Beil deinen Leib [zu sehr] stören;

mā te gṛdhnur aviśastātihāya cchidrā gātrāṇy asinā mithū kaḥ ‖

nicht soll der Gierige, ohne dass zerlegt wurde, dich übereilen; er soll die Glieder nicht mit dem Messer verkehrt zerschneiden.

na vā u etan mriyase na riṣyasi devām̐ id eṣi pathibhis sugebhiḥ |

Du stirbst hier nicht, du kommst nicht zu Schaden; du gehst zu den Göttern auf gut gangbaren Pfaden.

harī te yuñjā pṛṣatī abhūtām upāsthād vājī dhuri rāsabhasya ‖

Die zwei Falben und die gefleckte Stute wurden dir beigespannt; das Roß stand an der Deichsel des Rāsabha [Anm.: hier Esel; im Text auch Aśvin-Wagen ?].

sugavyaṃ no vājī svaśvyaṃ pum̐saḥ putrām̐ uta viśvapuṣaṃ rayim |

Gutes Rinderglück und Roßglück soll uns das Roß geben, männliche Söhne und allnährenden Reichtum;

anāgāstvaṃ no aditiḥ kṛṇotu kṣatraṃ no aśvo vanate haviṣmān ‖

Aditi soll uns Sündlosigkeit schaffen; Herrschaft möge uns das Roß, der Opfergabenreiche, gewinnen.

iti jīmūtānuvacanaṃ ṣaṣṭham ‖

Damit ist das sechste Jīmūta-Anuvacana (Wolken-Anuvacana) beendet.