Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 5

Anuvāka 4 Abschlusssprüche des Opfers: Bitten um Gut, Glück und Nachkommen für Opferherr und Gattin sowie Svāhā-Formeln an Sarasvatī und die Veda-Gattinnen.

iṣṭo yajño bhṛgubhir draviṇodā yatibhir āśīrvām̐ atharvabhiḥ ‖

Geopfert ist das Opfer von den Bhṛgus, gutverleihend von den Yatis, segenreich von den Atharvans.

tasya yajñasyeṣṭasya sviṣṭasya draviṇaṃ māgacchatu

Von diesem geopferten, wohlgeopferten Opfer soll Gut zu mir kommen.

aṅgiraso me 'sya yajñasya prātaranuvākair ahauṣus

Die Aṅgiras haben für mich dieses Opfer mit den Morgen-Rezitationen [prātaranuvāka] geopfert.

tasya yajñasya vasor vasumato vasu māgacchatu

Von diesem Opfer, das Gut ist und gutreich, soll Gut zu mir kommen.

somo retodhās tasyāhaṃ devayajyayā suretodhā reto dhiṣīya

Soma ist der Samenverleiher; durch seine Götterverehrung möge ich, ein guter Samenspender, Samen empfangen [?].

tvaṣṭā rūpāṇāṃ vikartā tasyāhaṃ devayajyayā viśvarūpaṃ priyaṃ puṣeyam

Tvaṣṭṛ ist der Gestalter der Gestalten; durch seine Götterverehrung möge ich Vielgestaltiges, Liebes gedeihen lassen.

devānāṃ patnīr agnir gṛhapatir mithunaṃ yajamānasya tayor ahaṃ devayajyayā mithunena prajaniṣīyāyuṣe varcase rāyaspoṣāya suprajastvāya ‖

Die Gattinnen der Götter und Agni, der Hausherr, sind das Paar des Opferherrn; durch deren Götterverehrung möge ich mich als Paar fortpflanzen, zu Lebensdauer, Glanz, Gedeihen an Reichtum und guter Nachkommenschaft.

saṃ patnī patyā sukṛteṣu gacchatāṃ yajñasya yuktau dhuryā abhūtām |

Die Gattin soll mit dem Gatten in den guten Werken zusammengehen; beide sind Deichseltiere des Opfers, ins Joch gespannt, geworden.

āprīṇānau vijahatā arātiṃ dive jyotir uttamam ārabhethām ‖

Einander erfreuend, mögt ihr die Missgunst abstreifen und im Himmel das höchste Licht erreichen.

svāhā svāheṣṭibhyas

Svāhā, svāhā den Opfern [iṣṭi],

vaṣaḍ aniṣṭebhyas

vaṣaṭ den nicht Geopferten [?],

bhiṣajau sviṣṭyai svāhā

ihr beiden Ärzte, dem Wohlopfern, svāhā!

niṣkṛtir duriṣṭyai svāhā ‖

Wiedergutmachung dem schlecht Geopferten, svāhā!

devebhyas tanūbhyas svāhā ‖

Den Göttern, den Leibern [?], svāhā!

ayāś cāgne 'sy anabhiśastiś ca satyam it tvam ayā asi |

Agni, du bist der Ayās und der von Fluch Freie; wahrhaftig, du bist Ayās [Anm.: ayās vermutlich „der Rastlose“ bzw. „Zuflucht“; unsicher].

ayās san manasā kṛto 'yās san havyam ūhiṣe

Als Ayās bist du im Geist geschaffen; als Ayās trägst du die Opfergabe.

ayā no dhehi bheṣajam ‖ svāhā

Als Ayās verleih uns Heilmittel! Svāhā!

sarasvatyai veśabhaginyai svāhā ‖

Sarasvatī, der Anteilinhaberin am Haus [veśabhaginī, ?], svāhā!

yā sarasvatī veśabhaginī tasyā no rāsva tasyās te bhaktivāno bhūyāsma

Die Sarasvatī, die Anteilinhaberin am Haus [?] ist, von ihr gib uns; deines Anteils sollen wir teilhaftig werden.

yajñasya tvā pramayābhimayonmayā pratimayā parigṛhṇāmi

Dich fasse ich ringsum mit dem Maß des Opfers, dem Vor-, Hin-, Auf- und Gegenmaß [?].

vedo 'si

Du bist Veda [Anm.: Veda hier: Wissen bzw. Besitz; auch Büschel heiliger Gräser].

ghṛtavantaṃ kulāyinaṃ rāyaspoṣam̐ sahasriṇam |

Ein butterreiches, nestreiches [kulāyin, ?], tausendfaches Gedeihen an Reichtum.

vedo vājaṃ dadātu me vedo vīraṃ dadātu me ‖

Veda soll mir Stärke geben, Veda soll mir einen Helden [Sohn] geben.

vṛṣā vṛṣaṇvatībhyo vedapatnībhyo bhava ‖

Sei ein Stier für die stierhaften Veda-Gattinnen!