Quellen der Menschheit

Sāmaveda · Pāvamāna-Kāṇḍa

Kapitel 10 Soma Pavamāna: Ruf an die Freunde, den Läuterungssaft zu besingen

Pavamāna-Lieder an den sich läuternden Soma; Tropfen (indu), Wollsieb (avya vāra), Kelch (kalaśa).

indramaccha sutā ime vṛṣaṇaṃ yantu harayaḥ śruṣṭe jātāsa indavaḥ svarvidaḥ

Zu Indra hin wünschen diese gepressten Tropfen; die rötlichen [Anm.: harayaḥ, zugleich „Falben“ und Somatropfen] sollen zum Stier gehen. Auf deinen Ruf hin [?] wurden die Tropfen geboren, die das Himmelslicht finden.

pra dhanvā soma jāgṛvirindrāyendo pari srava dyumantaṃ śuṣmamā bhara svarvidam

Ström voran, Soma, du Wachsamer; für Indra, Tropfen, fließe rings; bring glanzvolle Kraft herbei, die das Himmelslicht findet.

sakhāya ā ni ṣīdata punānāya pra gāyata śiśuṃ na yajñaiḥ pari bhūṣata śriye

Freunde, setzt euch nieder; singt dem sich Läuternden vor; schmückt ihn wie ein Kind mit Weihehandlungen ringsum zum Glanz.

taṃ vaḥ sakhāyo madāya punānamabhi gāyata śiśuṃ na havyaiḥ svadayanta gūrtibhiḥ

Ihn, den sich Läuternden, besingt, ihr Freunde, euch zum Rausch; wie ein Kind haben sie ihn mit Opfergaben und Loblied-Rufen wohlschmeckend gemacht [?].

prāṇā śiśurmahīnāṃ hinvannṛtasya dīdhitim viśvā pari priyā bhuvadadha dvitā

Das Kind der Mächtigen [?] brüllt [?] hervor und treibt das Leuchten/Gedenken des Ṛta an; alles Liebe hat er ringsum umfasst, und zwar zweifach. [Anm.: prāṇā unsicher.]

pavasva devavītaya indo dhārābhirojasā ā kalaśaṃ madhumāntsoma naḥ sadaḥ

Fließe zum Götterschmaus, Tropfen, in Strömen, mit Kraft; zum Kelch, honigreicher Soma, setz dich für uns nieder.

somaḥ punāna ūrmiṇāvyaṃ vāraṃ vi dhāvati agre vācaḥ pavamānaḥ kanikradat

Soma, sich läuternd, läuft mit seiner Woge durch das Schafwollsieb; an der Spitze der Rede strömt er sich läuternd, laut brüllend.

pra punānāya vedhase somāya vaca ucyate bhṛtiṃ na bharā matibhirjujoṣate

Dem sich läuternden Weisen, dem Soma, wird das Wort gesprochen; wie einen Lohn bringend [?] hat er Gefallen an den Gedanken/Liedern.

gomanna indo aśvavatsutaḥ sudakṣa dhaniva śuciṃ ca varṇamadhi goṣu dhārya

Mit Kühen und Rossen versehen, Tropfen, bist du gepresst, Geschickter, wie ein Besitzer von Gütern [?]; die reine Farbe lege auf die Kühe [Anm.: die Milch].

asmabhyaṃ tvā vasuvidamabhi vāṇīranūṣata gobhiṣṭe varṇamabhi vāsayāmasi

Dich, den Güterfinder, haben die Lieder für uns angejubelt; mit Kühen [Anm.: Milch] kleiden wir deine Farbe ein.

pavate haryato harirati hvarāṃsi raṃhyā abhyarṣa stotṛbhyo vīravadyaśaḥ

Er läutert sich, der Gelbliche, der Falbe, über Krümmungen [?] hinweg mit Ungestüm; ström hin zu den Sängern, zu heldenreichem Ruhm.

pari kośaṃ madhuścutaṃ somaḥ punāno arṣati abhi vāṇīrṛṣīṇāṃ saptā nūṣata

Rings zum Behälter, der Honig träufelt, strömt Soma sich läuternd; hin zu den Liedern der Ṛṣis jubeln die Sieben.

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