Quellen der Menschheit

Sāmaveda · Pāvamāna-Kāṇḍa

Kapitel 5 Soma Pavamāna: Strom, Krug und Seihtuch

Verse in Tṛca-Form mit längeren Zeilen.

punānaḥ soma dhārayāpo vasāno arṣasi ā ratnadhā yonimṛtasya sīdasyutso devo hiraṇyayaḥ

Dich klärend, Soma, im Strom, die Wasser als Gewand tragend, strömst du; als Juwelenspender setzt du dich in den Schoß der Ordnung [Anm.: ṛta]; Quelle, Gott, golden.

parīto ṣiñcatā sutaṃ somo ya uttamaṃ haviḥ dadhanvāṃ yo naryo apsvā3ntarā suṣāva somamadribhiḥ

Gießt ringsum den Gepressten zu, der Soma, der höchste Darbringung ist – der Mannhafte, der [Anm.: dadhanvān unsicher] in den Wassern innen mit Steinen Soma presste [?].

ā soma svāno adribhistiro vārāṇyavyayā jano na puri camvorviśaddhariḥ sado vaneṣu dadhriṣe

Komm, Soma, mit Steinen gepresst, durch die Schafshaar-Seihen hindurch, unversehrt; wie ein Mann in die Burg dringt der Falbe in die beiden Schalen; deinen Sitz in den Hölzern nimmst du fest ein.

pra soma devavītaye sindhurna pipye arṇasā aṃśoḥ payasā madiro na jāgṛviracchā kośaṃ madhuścutam

Vorwärts, Soma, zum Göttermahl; wie ein Strom ist er mit Flut angeschwollen; mit der Milch des Stängels, berauschend, wach, zum Krug hin, honigtriefend.

soma u ṣvāṇaḥ sotṛbhiradhi ṣṇubhiravīnām aśvayeva haritā yāti dhārayā mandrayā yāti dhārayā

Soma wird von den Pressern gepresst auf den Rücken der Schafe; wie eine Rossbegehrende [?] geht der Falbe im Strom, im erfreuenden Strom geht er.

tavāhaṃ soma rāraṇa sakhya indo divedive purūṇi babhro ni caranti māmava paridhīṃrati tāṃ ihi

Dein bin ich, Soma, ich freue mich in deiner Freundschaft, Tropfen, Tag für Tag; viele, Braunroter, streifen um mich her [?]; über jene Umfriedungen hinweg komm her [?] [Anm.: Textzustand fraglich].

mṛjyamānaḥ suhastyā samudre vācaminvasi rayiṃ piśaṅgaṃ bahulaṃ puruspṛhaṃ pavamānābhyarṣasi

Mit geschickter Hand geputzt, bringst du im Meer die Rede in Bewegung [?]; rötlichen, reichen, vielbegehrten Reichtum, Klärender, strömst du zu.

abhi somāsa āyavaḥ pavante madyaṃ madam samudrasyādhi viṣṭape manīṣiṇo matsarāso madacyutaḥ

Hin die Somas, die Menschen, klären den berauschenden Rausch; auf der Höhe des Meeres, die Weisen, berauschend, rauschtriefend.

punānaḥ soma jāgṛviravyā vāraiḥ pari priyaḥ tvaṃ vipro abhavo 'ṅgirastama madhvā yajñaṃ mimikṣa ṇaḥ

Dich klärend, Soma, wach, mit den Schafshaar-Seihen ringsum lieb; du wurdest der Seher, Aṅgiras-gleichster; netze mit Honig unsere Weihehandlung.

indrāya pavate madaḥ somo marutvate sutaḥ sahasradhāro atyavyamarṣati tamī mṛjantyāyavaḥ

Für Indra klärt sich der Rausch, Soma, für den Marut-Begleiteten gepresst; tausendströmig strömt er über das Schafshaar-Sieb; ihn reiben die Menschen rein.

pavasva vājasātamo 'bhi viśvāni vāryā tvaṃ samudraḥ prathame vidharmaṃ devebhyaṃ soma matsaraḥ

Fließe klar, bester Gewinner, zu allen Wünschenswerten hin; du bist das Meer im ersten Gefüge [?] [Anm.: vidharman]; für die Götter, Soma, berauschend.

pavamānā asṛkṣata pavitramati dhārayā marutvanto matsarā indriyā hayā medhāmabhi prayāṃsi ca

Sich klärende Somas wurden losgelassen über das Seihtuch mit dem Strom; die von den Maruts Begleiteten, berauschend, kräftig, die Antreiber, hin zur Weisheit [?] [Anm.: medhā, auch „Weihehandlung“] und zu den Labungen.

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