athāto'śasāṃ nidānaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Ursachen der *Arśas* (der Hämorrhoiden) erklären.
Suśruta-Saṃhitā · Nidanasthana
Das zweite Kapitel des Nidānasthāna behandelt die Ätiologie der arśas, der Hämorrhoiden, in sechs Formen: durch vāta, pitta, kapha, Blut, das Zusammenwirken aller Doṣas (sannipāta) sowie angeboren (sahaja) entstanden. Nach einer genauen anatomischen Beschreibung des Afters mit seinen drei Schleimhautfalten – pravāhaṇī, visarjanī und saṃvaraṇī – folgt eine ausführliche Symptomatik: Vorzeichen wie Appetitlosigkeit und Blähungsverhalt, dann Farbe, Form und Beschaffenheit der Hämorrhoidalknoten je nach Doṣa, mit bildhaften Vergleichen etwa zur Kadamba-Blüte oder zur Papageienzunge. Ergänzt wird dies um verwandte Wucherungen an Penis, Yoni, Nabel sowie an Ohr, Auge, Nase und Mund und um die eigenständige Kategorie der carmakīla, nagelartiger Hautwarzen. Abschließend werden Heilbarkeit und Prognose nach Lage und Doṣa-Kombination differenziert.
| Art | Kennzeichen |
|---|---|
| Vāta-bedingt | trocken, rötlich, unregelmäßig geformt (wie Kadamba-Blüte, Kokosnuss); Schmerzen in Hüfte, Rücken, Nabel; schwärzliche Haut, Nägel, Augen, Harn und Kot |
| Pitta-bedingt | bläuliche Spitzen, dünn, gelblich schimmernd, wie Papageienzunge; Brennen, blutiger Stuhl, Fieber, Ohnmacht; gelbliche Haut, Harn und Kot |
| Kapha-bedingt | weiß, breit an der Wurzel, fest, rund, glatt-ölig; sehr juckend, schleimiger Stuhl; Schwellung, Frösteln, Fieber; weißliche Haut, Harn und Kot |
| Blut-bedingt | gleichen Luftwurzeln des Banyanbaums oder Korallen; bei hartem Stuhl plötzlicher, starker Blutabgang |
| Sannipāta | Kennzeichen aller drei Doṣas zugleich |
| Sahaja | angeboren, durch verdorbenes Blut und Samen der Eltern; unansehnlich, rau, staubig-grau, hart; Abmagerung, schwaches Verdauungsfeuer |
athāto'śasāṃ nidānaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun wollen wir die Ursachen der *Arśas* (der Hämorrhoiden) erklären.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So wie es der erhabene Dhanvantari verkündet hat:
ṣaḍarśāṃsi bhavanti vātapittakaphaśoṇitasannipātaiḥ sahajāni ceti
Es gibt sechs Arten von *Arśas*: solche, die durch *Vāta* (den Wind-*Doṣa*), durch *Pitta* (den Gallen-*Doṣa*), durch *Kapha* (den Schleim-*Doṣa*), durch Blut oder durch das Zusammenwirken aller *Doṣas* (*Sannipāta*) entstehen, sowie solche, die angeboren (*Sahaja*) sind.
tatrānātmavatāṃ yathoktaiḥ prakopaṇairviruddhādhyaśanastrīprasaṅgotkaṭukāsanapṛṣṭhayā-navega vidhāraṇādibhirviśeṣaiḥ prakupitā doṣā ekaśo dviśaḥ samastāḥ śoṇitasahitā vā yathoktaṃ prasṛtāḥ pradhānadhamanī ranuprapadyādho gatvā gudamāgamya pradūṣya gudavalī rmāṃsaprarohāñjanayanti viśeṣato mandāgneḥ tathātṛṇakāṣṭhopala-loṣṭhavastrādibhiḥ śītodakasaṃsparśanādvā kandāḥ parivṛddhimāsādayantitānyarśāṃsītyācakṣate
Bei Menschen ohne Selbstbeherrschung geraten die *Doṣas* durch die genannten erregenden Ursachen – unverträgliche Speisenmischungen, übermäßigen Geschlechtsverkehr, das Sitzen in hockender Stellung, das Reiten auf dem Rücken von Tieren oder Fahrzeugen sowie das Unterdrücken natürlicher Bedürfnisse und dergleichen – einzeln, zu zweit oder alle zusammen, gegebenenfalls verbunden mit Blut, in der zuvor beschriebenen Weise in Erregung; sie dringen in die Hauptgefäße (*Dhamanī*) ein, ziehen abwärts, erreichen den After, verderben ihn und lassen an den Analfalten Fleischauswüchse entstehen, besonders bei geschwächtem Verdauungsfeuer (*Agni*). Ebenso können durch die Berührung mit Gras, Holz, Steinen, Erdklumpen, groben Tüchern und dergleichen oder durch den Kontakt mit kaltem Wasser knollenartige Gebilde entstehen und heranwachsen. Diese nennt man *Arśas*.
tatra sthūlāntrapratibaddhamardhapañcāṅgulaṃ gudamāhuḥ tasmin valayastisro'dhyā-ṅgulāntara saṃbhūtāṃ pravāhaṇī visarjanī saṃvaraṇī ceti caturaṅgulāyatāḥ sarvāstiryagekāṅgulocchritāḥ
Man bezeichnet den After, der mit dem Dickdarm verbunden ist, als viereinhalb Finger lang. In ihm gibt es drei Falten, die jeweils im Abstand von einem Finger entstehen: die *Pravāhaṇī* (die 'Austreibende'), die *Visarjanī* (die 'Entlassende') und die *Saṃvaraṇī* (die 'Verschließende'); sie sind alle vier Finger breit ausgedehnt und ragen quer einen Finger hoch hervor.
śaṅkhāvartanibhāścāpi uparyupari saṃsthitāḥ gajatālunibhāścāpi varṇataḥ saṃprakīrtitāḥ romāntebhyo yavādhyardho gudauṣṭhaḥ parikīrtitaḥ
Sie sind übereinander angeordnet und gleichen im Aussehen einer spiralig gewundenen Muschel; auch ihre Farbe wird als der eines Elefantengaumens gleichend beschrieben. Anderthalb Gerstenkörner von der Schamhaargrenze entfernt beginnt das, was als *Gudauṣṭha* (Afterrand) bezeichnet wird.
prathamā tu gudauṣṭhādaṅgulamātre
Die erste Falte, die *Pravāhaṇī*, aber liegt genau einen Finger vom *Gudauṣṭha* entfernt.
teṣāṃ tu bhaviṣyatāṃ pūrvarūpāṇianne'śraddhā kṛcchrāt paktiramlīkā paridāho viṣṭambhaḥ pipāsā sakthisadanamāṭopaḥ kārśyamudgārabāhulyamakṣṇoḥ śvayathura-ntrakūjanaṃ gudaparikartanamāśaṅkā pāṇaḍurogagrahaṇīdoṣaśoṣāṇāṃ kāsaśvāsau balahānirbhramastandrā nidre ndri yadaurbalyaṃ ca
Die Vorzeichen für ihre künftige Entstehung sind: Appetitlosigkeit, mühsame Verdauung, saures Aufstoßen, brennendes Gefühl, Blähungsverhalt, Durst, Erschlaffung der Oberschenkel, Rumoren im Bauch, Abmagerung, häufiges Aufstoßen, Schwellung um die Augen, Poltern der Gedärme, Reißen im After, die Befürchtung, an Blutarmut, Verdauungsstörung (*Grahaṇīdoṣa*) oder Auszehrung zu erkranken, Husten, Atemnot, Kräfteverfall, Schwindel, Benommenheit, Schläfrigkeit und Schwäche der Sinnesorgane.
jāteṣvetānyeva lakṣaṇāni pravyaktatarāṇi bhavanti
Sind die *Arśas* bereits entstanden, so treten eben diese Kennzeichen noch deutlicher hervor.
tatra mārutāt pariśuṣkāruṇavivarṇāni viṣamamadhyāni kadambapuṣpatuṇḍikerī-nāḍīmukulaśūcīmukhākṛtīni ca bhavanti tairupadrutaḥ saśūlaṃ saṃhatamupaveśyate kaṭīpṛṣṭhapārśvameḍhragudanābhipradeśeṣu cāsya vedanā bhavanti gulmāṣṭhīlāplīhoda-rāṇi cāsya tannimittānyeva bhavanti kṛṣṇatvaṅnakhanayanadaśanavadanamūtrapurīṣaśca puruṣo bhavati
Die durch *Vāta* entstandenen *Arśas* sind ausgetrocknet, rötlich verfärbt, in der Mitte unregelmäßig geformt und gleichen in ihrer Gestalt der Kadamba-Blüte, einer Kokosnuss, einer Röhrenknospe oder einer Nadelspitze. Wer von ihnen betroffen ist, setzt sich unter Schmerzen nur mit zusammengepressten Gliedern hin; auch treten bei ihm Schmerzen in Hüfte, Rücken, Seiten, Penisregion, After und Nabelbereich auf, ebenso Geschwulstbildungen (*Gulma*), Verhärtungen (*Aṣṭhīlā*), Milz- und Bauchleiden. Der Betroffene hat eine schwärzliche Haut, Nägel, Augen, Zähne und ein schwärzliches Gesicht sowie schwärzlichen Harn und Kot.
pittānnīlāgrāṇi tanūni visarpīṇi pītāvabhāsāni yakṛtprakāśāni śukaji-hvāsaṃsthānāni yavamadhyāni jalaukovaktrasadṛśāni praklinnāni ca bhavanti tairupadrutaḥ sadāhaṃ sarudhiramatisāryate jvaradāhapipāsāmūrcchāścāsyo padra vā bhavanti pītatvaṅnakhanayanadaśanavadanamūtrapurīṣaśca puruṣo bhavati
Die durch *Pitta* entstandenen *Arśas* haben bläuliche Spitzen, sind dünn, breiten sich kriechend aus, schimmern gelblich und gleichen im Aussehen einer Leber; ihre Form erinnert an die Zunge eines Papageien, sie sind in der Mitte wie Gerstenkörner geformt, ähneln dem Maul eines Blutegels und sind feucht-nässend. Wer von ihnen betroffen ist, scheidet unter Brennen blutigen Stuhl in übermäßiger Menge aus; auch treten bei ihm Fieber, Brennen, Durst und Ohnmacht als Begleiterscheinungen auf. Der Betroffene hat eine gelbliche Haut, Nägel, Augen, Zähne und ein gelbliches Gesicht sowie gelblichen Harn und Kot.
śleṣmajāni śvetāni mahāmūlāni sthirāṇi vṛttāni snigdhāni pāṇḍūni ka-rīrapanasāsthigostanākārāṇi na bhidyante na sravanti kaṇḍūbahulāni ca bhava-nti tairupadrutaḥ saśleṣmāṇamanalpaṃ māṃsadhāvanaprakāśamatisāryate śophaśīta-jvarārocakāvipākaśirogauravāṇi cāsya tayninamittānyeva bhavanti śuklatvaṅnakhanayanadaśanavadanamūtrapurīṣaśca puruṣo bhavati
Die durch *Kapha* entstandenen *Arśas* sind weiß, breit an der Wurzel, fest, rund, glatt-ölig, blassgelb und gleichen in ihrer Form einer Bambussprosse, einem Jackfrucht-Samen oder einer Kuhzitze; sie brechen nicht auf und fließen nicht, sind aber sehr juckend. Wer von ihnen betroffen ist, scheidet reichlich schleimigen Stuhl aus, der dem Waschwasser von Fleisch gleicht; auch entstehen bei ihm Schwellung, Frösteln, Fieber, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörung und Schweregefühl im Kopf. Der Betroffene hat eine weißliche Haut, Nägel, Augen, Zähne und ein weißliches Gesicht sowie weißlichen Harn und Kot.
raktajāni nyagrodhaprarohavidrumakākaṇantikāphalasadṛśāni pittalakṣaṇāni ca yadā'vagāḍhapurīṣapīḍitāni bhavanti tadā'tyarthaṃ duṣṭamanalpamasṛk sahasā visṛjanti tasya cātipravṛttau śoṇitātiyogopadra vā bhavanti
Die durch Blut entstandenen *Arśas* gleichen in ihrer Gestalt den Luftwurzeln des Banyanbaums, Korallen oder den Früchten der Kākaṇantikā-Pflanze und zeigen die Kennzeichen der *Pitta*-*Arśas*. Werden sie durch harten, festen Stuhl gedrückt, so scheiden die Betroffenen plötzlich eine sehr große Menge stark verdorbenen Blutes aus; bei übermäßigem Blutabgang treten die Komplikationen eines übermäßigen Blutverlustes auf.
sannipātajāni sarvadoṣalakṣaṇayuktāni
Die durch das Zusammenwirken aller *Doṣas* (*Sannipāta*) entstandenen *Arśas* zeigen die Kennzeichen aller *Doṣas* zugleich.
sahajāni duṣṭaśoṇitaśukranimittāni teṣāṃ doṣata eva prasādhanaṃ kartavyaṃ vi-śeṣataścaitāni durdarśanāni paruṣāṇi pāṃsūni dāruṇānyantarmukhāni tairupadrutaḥ kṛ-śo'lpabhuk sirāsantatagātrolpaprajaḥ kṣīṇaretāḥ kṣāmasvaraḥ krodhano'lpāgni-prāṇaḥ paramalasaśca tathā ghrāṇaśiro'kṣināsāśravaṇarogī satatamantrakūjāṭopahṛdayopalepārocakaprabhṛtibhiḥ pīḍyate
Die angeborenen (*Sahaja*) *Arśas* entstehen durch verdorbenes Blut und verdorbenen Samen der Eltern; ihre Behandlung muss sich eben nach dem jeweils zugrunde liegenden *Doṣa* richten. Sie sind besonders unansehnlich, rau, staubig-grau, hart und nach innen gerichtet. Wer von ihnen betroffen ist, ist abgemagert, isst wenig, hat einen von Blutgefäßen durchzogenen Körper, zeugt wenig Nachkommen, hat vermindertes Samen, eine schwache Stimme, ist reizbar, hat ein schwaches Verdauungsfeuer und schwache Lebenskraft, ist überaus träge und leidet zudem an Erkrankungen von Geruchssinn, Kopf, Augen, Nase und Gehör; ständig wird er von Poltern der Gedärme, Rumoren im Bauch, einem Beklemmungsgefühl im Herzen, Appetitlosigkeit und Ähnlichem geplagt.
bhavati cātrabāhyamadhyavalisthānāṃ pratikuryādbhiṣagvaraḥ antarvalisamutthānāṃ pratyākhyāyācaret kriyām
Hierzu gilt: Bei *Arśas*, die an der äußeren oder mittleren Falte sitzen, soll der beste Arzt behandelnd eingreifen; bei solchen, die an der inneren Falte entstanden sind, soll er, nachdem er die Prognose offen mitgeteilt hat, die Behandlung durchführen.
prakupitāstu doṣā meḍhramabhiprapannā māṃsaśoṇite pradūṣya kaṇḍūṃ janayanti tataḥ kaṇḍūyanāt kṣataṃ samupajāyate tasmiṃśca kṣate duṣṭamāṃsajāḥ prarohāḥ picchila-rudhirasrāviṇo jāyante kūrcakino'bhyantaramupariṣṭādvā te tu śepho vināśaya-ntyupaghnanti ca puṃstvāṃ yonimabhiprapannāḥ sukumārān durgandhān picchilarudhi-rasrāviṇaśchatrākārān karīrāñjanayanti te tu yompaghnantyārtavaṃ ca nābhimabhipra-pannāḥ sukumārān durgandhān picchilān gaṇḍūpadamukhasadṛśān karīrāñjanaya-nti ta evordhvamāgatāḥ śrotrā kṣighrāṇavadaneṣvarśāṃsyupanirvartayanti tatra karṇajeṣu bādhiryaṃ śūlaṃ pūtikarṇatā ca netrajeṣu vartmāvarodho vedanā srāvo darśananāśaśca ghrāṇajeṣu pratiśyāyo'timātraṃ kṣavathuḥ kṛcchrocchvāsatā pūtinasyaṃ sānunā-sikavākyatvaṃ śiroduḥkhaṃ ca vaktrajeṣu kaṇṭhauṣṭhatālūnāmanyatamasmiṃstairgadgadavākyatā rasājñānaṃ mukharogāśca bhavanti
Die erregten *Doṣas*, die in den Penis eingedrungen sind, verderben dort Fleisch und Blut und verursachen Juckreiz; durch das Kratzen infolge dieses Juckreizes entsteht eine Wunde, und aus dieser Wunde entstehen, aus verdorbenem Fleisch, Auswüchse, die schleimiges Blut absondern und büschelartig im Inneren oder an der Oberfläche wachsen; diese zerstören den Penis und schädigen die Manneskraft. Sind sie in die Yoni (die weiblichen Geschlechtsorgane) eingedrungen, so lassen sie zarte, übelriechende, schleimig-blutig absondernde, schirmförmige Auswüchse entstehen, die den Menstruationszyklus (*Ārtava*) schädigen. Sind sie in den Nabelbereich eingedrungen, so lassen sie zarte, übelriechende, schleimige, dem Maul eines Regenwurms ähnelnde Auswüchse entstehen. Steigen ebendiese *Doṣas* weiter nach oben, so verursachen sie an Ohren, Augen, Nase und Mund hämorrhoidenartige Wucherungen. Dabei entstehen bei den in den Ohren entstandenen: Taubheit, Schmerz und übler Geruch aus dem Ohr; bei den in den Augen entstandenen: eine Verlegung der Lider, Schmerz, Absonderung und Sehverlust; bei den in der Nase entstandenen: Schnupfen, übermäßiges Niesen, erschwerte Atmung, übelriechender Nasenausfluss, näselnde Sprache und Kopfschmerz; und bei den im Mund entstandenen, sei es an Kehle, Lippen oder Gaumen: stockende, stotternde Sprache, Geschmacksverlust und weitere Erkrankungen des Mundes.
vyānastu prakupitaḥ śleṣmāṇaṃ parigṛhya bahiḥ sthirāṇi kīlavadarśāṃsi nirvartayati tāni carmakīlānyarśāṃsītyācakṣate
Der erregte *Vyāna* (die den ganzen Körper durchziehende Vāta-Unterart) hingegen, der sich mit *Kapha* verbunden hat, lässt außen feste, nagelartige *Arśas* entstehen; diese nennt man *Carmakīla*-*Arśas* (Hautwarzen-Hämorrhoiden).
bhavanti cātrateṣu kīleṣu nistodo mārutenopajāyate śleṣmaṇā tu savarṇatvaṃ granthitvaṃ ca vinirdiśet
Hierbei gilt: An diesen Warzen entsteht durch den *Vāta* ein stechender Schmerz; durch *Kapha* hingegen sollen nach der Lehre eine Farbgleichheit mit der Haut und eine knotige Beschaffenheit vorliegen.
pittaśoṇitajaṃ raukṣyaṃ kṛṣṇatvaṃ ślakṣṇatā tathā samudīrṇakharatvaṃ ca carmakīlasya lakṣaṇam
Trockenheit und Schwärzung sind durch *Pitta* und Blut verursacht; Glätte hingegen sowie ein ausgeprägtes Rauwerden sind die weiteren Kennzeichen der *Carmakīla*-Warze.
arśasāṃ lakṣaṇaṃ vyāsāduktaṃ sāmānyatastu yat tatsarvaṃ prāgvinirdiṣṭātsādhayedbhiṣajāṃ varaḥ
Was an Kennzeichen der *Arśas* im Einzelnen dargelegt wurde, das soll der beste der Ärzte insgesamt, ausgehend von dem zuvor Erläuterten, nach den allgemeinen Prinzipien behandeln.
arśaḥsu dṛśyate rūpaṃ yadā doṣadvayasya tu saṃsargaṃ taṃ vijānīyāt saṃsargaḥ sa ca ṣaḍvidhaḥ
Wenn sich an den *Arśas* die Erscheinungsform zweier *Doṣas* zugleich zeigt, so soll man dies als eine Verbindung (*Saṃsarga*) erkennen; diese Verbindung ist sechsfacher Art.
tridoṣāṇyalpaliṅgāni yāpyāni tu vinirdiśet dvandvajāni dvitīyāyāṃ valau yānyāśritāni ca
Solche *Arśas*, die alle drei *Doṣas* zugleich betreffen, aber nur schwach ausgeprägte Zeichen zeigen, soll man als lindernd behandelbar (*Yāpya*) bezeichnen; ebenso solche, die durch zwei *Doṣas* zugleich entstanden sind und an der zweiten Falte sitzen.
kṛcchrasādhyāni tānyāhuḥ parisaṃvatsarāṇi ca sannipātasamutthāni sahajāni tu varjayet
Diese gelten, wenn sie bereits ein volles Jahr bestehen, als nur schwer heilbar; die durch *Sannipāta* entstandenen sowie die angeborenen (*Sahaja*) *Arśas* soll man dagegen als unheilbar meiden.
sarvāḥ syurvalayo yeṣāṃ durnāmabhirupadrutāḥ taistu pratihato vāyurapānaḥ sannivartate
Bei denen, deren sämtliche Falten von den 'Übelbenannten' (*Durnāman*, den *Arśas*) befallen sind, wird der *Apāna* durch sie behindert und zum Rückstau gebracht.
tato vyānena saṅgamya jyotirmṛdgāti dehinām
Verbindet er sich daraufhin mit dem *Vyāna*, so vernichtet er das Lebensfeuer der Verkörperten.