athātaḥ kuṣṭhanidānaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir die Ätiologie der Hautkrankheiten (kuṣṭha) erklären.
Suśruta-Saṃhitā · Nidanasthana
Das fünfte Kapitel legt die Ätiologie der Hautkrankheiten (kuṣṭha) dar, deren Entstehung auf falsche Ernährung – etwa unverträgliche Kombinationen wie Fleisch mit Milch – und falsches Verhalten nach Reinigungskuren zurückgeführt wird. Unterschieden werden sieben große (mahākuṣṭha) und elf kleine (kṣudrakuṣṭha) Formen, insgesamt achtzehn Arten, jeweils nach Farbe, Form und Doṣa-Zuordnung charakterisiert, dazu die verwandte, aber eigenständige weiße Flechte (kilāsa). Ein eigener Abschnitt beschreibt das fortschreitende Eindringen der Krankheit von Haut über Blut, Fleisch und Fettgewebe bis zu Knochen, Mark und Samen, woran sich die Prognose bemisst. Bemerkenswert sind die religiös-moralische Deutung des kuṣṭha als Folge schwerer Verfehlungen sowie der Hinweis auf seine Übertragbarkeit durch engen körperlichen Kontakt, gemeinsames Essen, Kleidung und Atem – eine der frühesten systematischen Beschreibungen ansteckender Krankheiten in der Ayurveda-Literatur.
| Name | Gruppe | Doṣa | Merkmale (Auswahl) |
|---|---|---|---|
| aruṇa | groß (mahā-) | vāta | rötlich, dünn, ausbreitend, stechend-spaltender Schmerz, Taubheit |
| audumbara | groß | pitta | Farbe und Form der reifen Feige, brennend, rasch aufbrechend mit Eiterung |
| ṛṣyajihva | groß | pitta | rau, farben wie eine Hirschzunge |
| kapāla | groß | pitta | Farbe eines dunklen Schädelknochens |
| kākaṇaka | groß | pitta | der Kākaṇantikā-Frucht ähnlich, rötlich-schwarz |
| puṇḍarīka | groß | kapha | Farbe eines Lotusblattes, erhabene Ränder, kreisrund, juckend |
| dadrukuṣṭha | groß | kapha | leinblüten- oder kupferfarben, mit Bläschen bedeckt |
| sthūlāruṣaka | klein (kṣudra-) | kapha | grob, an Gelenken besonders schmerzhaft, hart |
| ekakuṣṭha („großes kuṣṭha“) | klein | kapha | Körper wird schwärzlich-rötlich, Verhärtung und Spaltbildung |
| carmadala | klein | pitta | Juckreiz, Schmerz, brennendes Saugen an Handflächen und Fußsohlen |
| visarpa (bei kuṣṭha) | klein | pitta | rasch nach allen Seiten ausbreitend, Bewusstlosigkeit, starkes Brennen |
| parisarpa | klein | vāta | langsam absondernde, sich ausbreitende Geschwülste |
| sidhma | klein | kapha | dünner, weißlicher, juckender Ausschlag, meist am Oberkörper |
| vicarcikā | klein | pitta | streifenartige, stark juckende, raue Flecken an den Gliedern |
| kiṭibha | klein | pitta | rundlich, dicht, ölig-glänzend, schwarz, heftiger Juckreiz |
| pāmā | klein | pitta | kleine, absondernde, juckende und brennende Geschwülstchen |
| rakasā | klein | kapha | juckende, nicht absondernde Geschwulst |
| Befallenes Gewebe | Kennzeichen |
|---|---|
| Haut | Verlust des Tastempfindens, Schwitzen, leichter Juckreiz, Verfärbung, Trockenheit |
| Blut | Taubheit, Sträuben der Körperhaare, verstärktes Schwitzen, Juckreiz, Eiterbildung |
| Fleisch | Vermehrung, Austrocknung des Gesichts, Härte, aufbrechende Geschwülste, stechender Schmerz |
| Fettgewebe | übler Geruch, Verklebung, Eiterung, Würmer, Aufplatzen der Glieder |
| Knochen und Knochenmark | Verlust der Nase, Rötung der Augen, Würmer in den Wunden, Verlust der Stimme |
| Sitz des Samens | Steifheit, Bewegungsunfähigkeit, Zerfall und Ausbreitung von Wunden |
athātaḥ kuṣṭhanidānaṃ vyākhyāsyāmaḥ
Nun werden wir die Ätiologie der Hautkrankheiten (kuṣṭha) erklären.
yathovāca bhagavān dhanvantariḥ
So wie es der erhabene Dhanvantari sprach:
mithyāhārācārasya viśeṣādguruviruddhāsātmyājīrṇāhitāśinaḥ snehapītasya vāntasya vā vyāyāmagrāmyadharmasevino grāmyānūpaudakamāṃsāni vā payasā-'bhīkṣṇamaśnato yo vā majjatyapsūṣmābhitaptaḥ sahajā chardirvā pratihanti tasya pittaśleṣmāṇau prakupitau parigṛhyānilaḥ pravṛddhastiryaggāḥ sirāḥ saṃprapadya sa-muddhūya bāhyaṃ mārgaṃ prati samantādvikṣipati yatra yatra ca doṣo vikṣipto niścarati tatra tatra maṇḍalāni prādurbhavanti evaṃ samutpapnanastvaci doṣastatra tatra ca parivṛddhiṃ prāpyāpratikriyamāṇo'bhyantaraṃ pratipadyatedhātūnabhidūṣayan
Bei jemandem, der falsch isst und sich falsch verhält, insbesondere bei einem, der Schweres, Unverträgliches oder ihm nicht Zuträgliches isst, oder unverdaute, ungesunde Speisen zu sich nimmt, oder nach Ölbehandlung (sneha) oder Brechkur sich falsch verhält, oder körperlicher Anstrengung und niederem Geschlechtsverkehr nachgeht, oder ständig Fleisch von Haus-, Sumpf- oder Wassertieren zusammen mit Milch isst, oder wer, von Hitze erschöpft, ins Wasser taucht, oder wer natürlichen Brechreiz unterdrückt - bei einem solchen ergreift der erregte Wind (vāta) pitta und kapha, die dadurch ebenfalls erregt werden, gelangt in die quer verlaufenden Gefäße (sirā), treibt sie auf und schleudert die Doṣas von allen Seiten in Richtung der äußeren Bahnen der Haut. Wo immer der so verstreute Doṣa hervortritt, dort entstehen kreisrunde Flecken. So in der Haut entstanden, erreicht der Doṣa dort immer wieder Vergrößerung und dringt, unbehandelt, nach innen vor, wobei er die Körpergewebe verdirbt.
tasya pūrvarūpāṇitvakpāruṣyamakasmādro maharṣaḥ kaṇḍūḥ svedabāhulyamasvedanaṃ vā'ṅgapradeśānāṃ svāpaḥ kṣatavisarpaṇamasṛjaḥ kṛṣṇatā ceti
Die Vorzeichen davon sind: Rauheit der Haut, ohne ersichtlichen Grund gesträubte Körperhaare, Juckreiz, übermäßiges oder fehlendes Schwitzen einzelner Körperbereiche, Taubheit, das Um-sich-Greifen von Wunden sowie Dunkelfärbung des Blutes.
tatra sapta mahākuṣṭhāni ekādaśa kṣudrakuṣṭhāni evamaṣṭādaśa kuṣṭhāni bhavanti tatra mahākuṣṭhānyaruṇaudumbararṣyajihvākapālakākaṇakapuṇḍarīkadadrukuṣṭhānīti kṣudrakuṣṭhānyapi sthūlāruṣakaṃ mahākuṣṭhamekakuṣṭhaṃ carmadalaṃ visarpaḥ parisarpaḥ sidhmaṃ vicarcikā kiṭibhaṃ pāmā rakasā ceti
Es gibt sieben große (mahā-) und elf kleine (kṣudra-) Hautkrankheiten, also insgesamt achtzehn Arten von kuṣṭha. Die großen Hautkrankheiten sind: aruṇa, audumbara, ṛṣyajihva, kapāla, kākaṇaka, puṇḍarīka und dadrukuṣṭha. Die kleinen Hautkrankheiten sind: sthūlāruṣaka, das 'große kuṣṭha' (auch ekakuṣṭha genannt), carmadala, visarpa, parisarpa, sidhma, vicarcikā, kiṭibha, pāmā und rakasā.
sarvāṇi kuṣṭhāni savātāni sapittāni saśleṣmāṇi sakrimīṇi ca bhavanti utsannatastu doṣagrahaṇamabhibhavāt
Alle Hautkrankheiten (kuṣṭha) sind stets mit vāta, pitta, kapha und Würmern (krimi) verbunden; ihre Benennung nach einem einzelnen Doṣa erfolgt jedoch nach dem jeweils vorherrschenden Anteil.
tatra vātenāruṇaṃ pittenodumbararṣyajihvākapālakākaṇakāni śleṣmaṇā puṇḍarīkaṃ dadrukuṣṭhaṃ ceti teṣāṃ mahattvaṃ kriyāgurutvamuttarottaraṃ dhātvanupraveśādasādhyatvaṃ ceti
Durch vāta entsteht aruṇa; durch pitta entstehen audumbara, ṛṣyajihva, kapāla und kākaṇaka; durch kapha entstehen puṇḍarīka und dadrukuṣṭha. Ihre Schwere, die Schwierigkeit ihrer Behandlung und ihre Unheilbarkeit nehmen, entsprechend dem tieferen Eindringen in die Gewebe, in dieser Reihenfolge stufenweise zu.
tatra vātenāruṇābhāni tanūni visarpīṇi todabhedasvāpayuktānyaruṇāni pittena pakvodumbaraphalākṛtivarṇānyaudumbarāṇi ṛṣyajihvāprakāśāni kharāṇi ṛṣyajihvāni kṛṣṇakapālikāprakāśāni kapālakuṣṭhāni kākaṇanti-kāphalasadṛśānyatīva raktakṛṣṇāni kākaṇakāni teṣāṃ caturṇāmapyoṣacoṣapa-ridāhadhūmāyanāni kṣiprotthānaprapākabheditvāni krimijanma ca sāmānyāni liṅgāni śleṣmaṇā puṇḍarīkapatraprakāśāni pauṇḍarīkāṇi atasīpuṣpavarṇā-ni tāmrāṇi vā visarpīṇi piḍakāvanti ca dadrukuṣṭhāni tayordvayorapyutsannatā parimaṇḍalatā kaṇḍūścirotthānatvaṃ ceti sāmānyāni rūpāṇi
Durch vāta bedingt sind die Flecken rötlich gefärbt, dünn, sich ausbreitend, mit stechenden und spaltenden Schmerzen sowie Taubheit verbunden - dies sind die aruṇa-Flecken. Durch pitta bedingt sind die audumbara-Flecken in Gestalt und Farbe der reifen Feige; die ṛṣyajihva-Flecken sind rau und von der Farbe einer Hirschzunge; die kapāla-Flecken sind von der Farbe eines dunklen Schädelknochens; die kākaṇaka-Flecken sind der Frucht der Kākaṇantikā-Pflanze ähnlich, überaus rötlich-schwarz. Diesen vier gemeinsam sind: brennendes Saugen, Schwelen, starkes Brennen, ein Gefühl wie von Rauch, rasches Auftreten und Aufbrechen mit Eiterung sowie das Entstehen von Würmern. Durch kapha bedingt sind die pauṇḍarīka-Flecken von der Farbe eines Lotusblattes; die dadrukuṣṭha-Flecken sind leinblütenfarben oder kupferfarben, sich ausbreitend und mit Bläschen bedeckt. Diesen beiden gemeinsam sind: erhabene Ränder, kreisrunde Form, Juckreiz und langsames Entstehen.
kṣudra kuṣṭhānyata ūrdhvaṃ vakṣyāmaḥsthūlāni sandhiṣvatidāruṇāni sthūlāruṣi syuḥ kaṭhinānyarūṃṣi tvakkocabhedasvapanāṅgasādāḥ kuṣṭhe mahatpūrvayute bhavanti
Nun werden wir die kleinen Hautkrankheiten (kṣudra kuṣṭha) beschreiben. Grobe, an den Gelenken besonders schmerzhafte, harte, wunde Stellen kennzeichnen das sthūlāruṣaka; Verhärtung der Haut, Spaltbildung, Taubheit und Mattigkeit der Glieder treten beim 'großen kuṣṭha' auf, dem die genannten Vorzeichen vorausgehen.
kṛṣṇāruṇaṃ yena bhaveccharīraṃ tadekakuṣṭhaṃ pravadanti kuṣṭham syuryena kaṇḍūvyathanauṣacoṣāstaleṣu taccarmadalaṃ vadanti
Diejenige Hautkrankheit, bei der der Körper schwärzlich-rötlich wird, nennt man ekakuṣṭha; diejenige, bei der an Handflächen und Fußsohlen Juckreiz, Schmerz sowie brennendes Saugen auftreten, nennt man carmadala.
visarpavat sarpati sarvato yastvagraktamāṃsānyabhibhūya śīghram mūrcchāvidāhāratitodapākān kṛtvā visarpaḥ sa bhavedvikāraḥ
Diejenige Erkrankung, die sich wie eine Wundrose (visarpa) rasch nach allen Seiten ausbreitet, dabei Haut, Blut und Fleisch überwältigt und Bewusstlosigkeit, starkes Brennen, heftige stechende Schmerzen und Eiterung verursacht, ist der visarpa.
śanaiḥ śarīre piḍakāḥ sravantyaḥ sarpanti yāstaṃ parisarpamāhuḥ kaṇḍvanvitaṃ śvetamapāyi sidhma vidyāttanu prāyaśa ūrdhvakāye
Wenn sich langsam absondernde Geschwülste am Körper ausbreiten, nennt man dies parisarpa; als sidhma erkenne man einen dünnen, weißlichen, mit Juckreiz verbundenen, meist am Oberkörper auftretenden Ausschlag.
rājyo'tikaṇḍvartirujaḥ sarūkṣā bhavanti gātreṣu vicarcikāyām kaṇḍūmatī dāharujopapannā vipādikā pādagateyameva
Bei vicarcikā entstehen an den Gliedern streifenartige, stark juckende, schmerzende und raue Flecken; vipādikā ist dieselbe Erkrankung, verbunden mit Juckreiz und brennendem Schmerz, wenn sie an den Füßen auftritt.
yat srāvi vṛttaṃ ghanamugrakaṇḍu tat snigdhakṛṣṇaṃ kiṭibhaṃmiṃvidanti sāsrāvakaṇḍūparidāhakābhiḥ pāmā'ṇukābhiḥ piḍakābhirūhyā
Was absondernd, rundlich, dicht und mit heftigem Juckreiz einhergeht, dabei ölig-glänzend und schwarz ist, das nennt man kiṭibha; pāmā erkennt man an kleinen, absondernden, juckenden und brennenden Geschwülstchen.
sphoṭaiḥ sadāhairati saiva kacchūḥ sphikpāṇipādaprabhavairnirūpyā kaṇḍvanvitā yā piḍakā śarīre saṃsrāvahīnā rakasocyate sā
Dieselbe Erkrankung, verbunden mit brennenden Bläschen, die vor allem an Gesäß, Händen und Füßen auftreten, erkennt man als kacchū (Krätze); eine mit Juckreiz verbundene, aber nicht absondernde Geschwulst am Körper wird rakasā genannt.
aruḥ sasidhmaṃ rakasā mahacca yaccaikakuṣṭhaṃ kaphajānyamūni vāyoḥ prakopāt parisarpamekaṃ śeṣāṇi pittaprabhavāṇi vidyāt
sthūlāruṣaka, sidhma, rakasā sowie das 'große kuṣṭha' und ekakuṣṭha sind durch kapha entstanden; allein parisarpa entsteht durch Erregung von vāta; die übrigen erkenne man als durch pitta entstanden.
kilāsamapi kuṣṭhavikalpa eva tattrividhaṃ vātena pittenaśleṣmaṇā ceti ku-ṣṭhakilāsayorantaratvaggatameva kilāsamaparisrāvi ca tadvātena maṇḍalamaruṇaṃ paruṣaṃ paridhvaṃsi ca pittena padmapatrapratīkāśaṃ saparidāhaṃ ca śleṣmaṇā śvetaṃ snigdhaṃ bahalaṃ kaṇḍūmacca teṣu saṃbaddhamaṇḍalamantejātaṃ raktaromacāsādhyamagnidagdhaṃ ca
Auch kilāsa (die weiße Flechte) ist nur eine Abart der Hautkrankheit und ist dreifach, entsprechend vāta, pitta und kapha. Der Unterschied zwischen kuṣṭha und kilāsa besteht darin, dass kilāsa allein die Haut befällt und nicht absondert. Durch vāta ist der Fleck rötlich, rau und zerfallend; durch pitta ist er dem Lotusblatt ähnlich und mit starkem Brennen verbunden; durch kapha ist er weiß, glänzend, dick und juckend. Unheilbar ist unter diesen der Fleck, der zusammenhängend, an inneren Körperteilen entstanden, mit rötlichen Haaren versehen ist oder wie durch Feuer verbrannt aussieht.
kuṣṭheṣu tu tvaksaṃkocasvāpasvedaśophabhedakauṇyasvaropaghātā vātena pākāva-daraṇāṅgulipatanakarṇanāsābhaṅgākṣirāgasattvotpattayaḥ pittena kaṇḍūvarṇabhedaśophāsrāvagauravāṇi śleṣmaṇā
Bei den Hautkrankheiten sind Zusammenziehung der Haut, Taubheit, gestörtes Schwitzen, Schwellung, Spaltung, Steifheit der Glieder und Stimmverlust durch vāta bedingt; Eiterung, Aufreißen, Abfallen der Finger, Verlust von Ohr und Nase, Rötung der Augen und Entstehung von Würmern durch pitta bedingt; Juckreiz, Farbveränderung, Spaltung, Schwellung, Absonderung und Schweregefühl durch kapha bedingt.
tatrādibalapravṛttaṃ pauṇḍarīkaṃ kākaṇaṃ cāsādhyam
Von diesen sind die von Anfang an mit voller Kraft auftretenden Formen pauṇḍarīka und kākaṇa unheilbar.
bhavanti cātra yathā vanaspatirjātaḥ prāpya kālaprakarṣaṇam antarbhūmiṃ vigāheta mūlairvṛṣṭivivardhitaiḥ
Hierzu gehört auch: So wie ein entstandener Baum mit der Zeit, durch den Regen genährt, mit seinen Wurzeln tief in die Erde eindringt,
evaṃ kuṣṭhaṃ samutpannaṃ tvaci kālaprakarṣataḥ krameṇa dhātūn vyāpnoti narasyāpratikāriṇaḥ
so durchdringt auch die in der Haut entstandene Hautkrankheit mit der Zeit nach und nach die Körpergewebe eines Menschen, der sich nicht behandeln lässt.
sparśahāniḥ svedanatvamīṣatkaṇḍūśca jāyate vaivarṇyaṃ rūkṣabhāvaśca kuṣṭhe tvaci samāśrite
Verlust des Tastempfindens, Schwitzen, leichter Juckreiz, Verfärbung und Trockenheit entstehen, wenn das kuṣṭha die Haut befallen hat.
tvaksvāpo romaharṣaśca svedasyābhipravartanam kaṇḍūrvipūyakaścaiva kuṣṭhe śoṇitasaṃśrite
Taubheit der Haut, Sträuben der Körperhaare, verstärktes Schwitzen, Juckreiz und Eiterbildung entstehen, wenn das kuṣṭha das Blut befallen hat.
bāhulyaṃ vaktraśoṣaśca kārkaśyaṃ piḍakodgamaḥ todaḥ sphoṭaḥ sthiratvaṃ ca kuṣṭhe māṃsasamāśrite
Vermehrung, Austrocknung des Gesichts, Härte, Aufbrechen von Geschwülsten, stechender Schmerz, Bläschenbildung und Verfestigung entstehen, wenn das kuṣṭha das Fleisch befallen hat.
daurgandhyamupadehaśca pūyo'tha krimayastathā gātrāṇāṃ bhedanaṃ cāpi kuṣṭhe medaḥsamāśrite
Übler Geruch, Verklebung, Eiterung, Würmer sowie das Aufplatzen der Glieder entstehen, wenn das kuṣṭha das Fettgewebe befallen hat.
nāsābhaṅgo'kṣirāgaśca kṣate ca krimisaṃbhavaḥ bhavet svaropaghātaśca hyasthimajjasamāśrite
Verlust der Nase, Rötung der Augen, das Entstehen von Würmern in den Wunden sowie Verlust der Stimme entstehen, wenn das kuṣṭha Knochen und Knochenmark befallen hat.
kauṇyaṃ gatikṣayo'ṅgānāṃ saṃbhedaḥ kṣatasarpaṇam śukrasthānagate liṅgaṃ prāguktāni tathaiva ca
Steifheit, Verlust der Bewegungsfähigkeit der Glieder, Zerfall und Ausbreitung von Wunden sowie die zuvor genannten Zeichen entstehen, wenn das kuṣṭha den Sitz des Samens erreicht hat.
strīpuṃsayoḥ kuṣṭhadoṣādduṣṭaśoṇitaśukrayoḥ yadapatyaṃ tayorjātaṃ jñeyaṃ tadapi kuṣṭhitam
Wird bei Mann und Frau durch den kuṣṭha-Fehler Blut und Same verdorben, so ist auch das aus ihnen geborene Kind als von kuṣṭha befallen zu erkennen.
kuṣṭhamātmavataḥ sādhyaṃ tvagraktapiśitāśritam medogataṃ bhavedyāpyamasādhyamata uttaram
Bei einem sich an die Diät haltenden Patienten ist die Hautkrankheit heilbar, solange sie nur Haut, Blut und Fleisch befallen hat; hat sie das Fettgewebe erreicht, ist sie nur noch beherrschbar (yāpya); darüber hinaus ist sie unheilbar.
brahmastrīsajjanavadhaparasvaharaṇādibhiḥ karmabhiḥ pāparogasya prāhuḥ kuṣṭhasya saṃbhavam
Man sagt, dass die Entstehung dieser 'Sündenkrankheit' kuṣṭha durch Taten wie die Tötung eines Brahmanen, einer Frau oder eines rechtschaffenen Menschen sowie den Raub fremden Eigentums verursacht wird.
mriyate yadi kuṣṭhena punarjāte'pi gacchati nātaḥ kaṣṭataro rogo yathā kuṣṭhaṃ prakīrtitam
Stirbt jemand an kuṣṭha, so haftet es ihm sogar in einer erneuten Geburt an; es gibt keine schlimmere Krankheit, als kuṣṭha gepriesen wird.
āhārācārayoḥ proktāmāsthāya mahatīṃ kriyām auṣadhīnāṃ viśiṣṭānāṃ tapasaśca niṣevaṇāt yastena mucyate jantuḥ sa puṇyāṃ gatimāpnuyāt
Wer, indem er die vorgeschriebene strenge Behandlung in Diät und Lebensführung befolgt sowie besondere Heilkräuter und Bußübungen anwendet, dadurch von ihr befreit wird, der erlangt einen glückverheißenden Zustand.
prasaṅgādgātrasaṃsparśānniśvāsāt sahabhojanāt sahaśayyāsanāccāpi vastramālyānulepanāt
Durch engen Umgang, Körperberührung, das Einatmen fremden Atems, gemeinsames Essen, gemeinsames Liegen oder Sitzen sowie durch gemeinsam genutzte Kleidung, Blumengirlanden und Salben -
kuṣṭhaṃ jvaraśca śoṣaśca netrābhiṣyanda eva ca aupasargikarogāśca saṃkrāmanti narānnaram
kuṣṭha, Fieber, Auszehrung sowie die Augenentzündung und weitere ansteckende Krankheiten übertragen sich von Mensch zu Mensch.