Adhyāya 2 (Kaṇḍikā 1–9, „Formeln der Anschirrung“) vollständig; die frühere Notiz zu einer angeblich abgebrochenen Kaṇḍikā 8 beruhte auf einem Lesefehler und wurde 2026-09-18 korrigiert (voller Wortlaut = RV 9.83.1). Kaṇḍikā 9 ist am 2026-09-26 ergänzt worden (fehlte bis dahin).
yunajmi te pṛthivīm agninā saha yunajmi vācaṃ saha sūryeṇa yukto vāto 'ntarikṣeṇa te saha yuktās tisro vimṛjaḥ sūryasya
Ich schirre dir die Erde an, zusammen mit Agni; ich schirre die Rede an, zusammen mit der Sonne; angeschirrt ist der Wind, zusammen mit dem Luftraum, für dich; angeschirrt sind (dir) diese drei Abstreif-/Reinigungskräfte der Sonne. [Anm.: „vimṛjaḥ“ hier als Nominativ Plural zu einem Nomen actionis gedeutet, Bezug im Satz nicht ganz eindeutig.]
Dem Baumherrn (Vanaspati) gehörig bist du, Bṛhaspati gehörig bist du, Prajāpati gehörig bist du, Prajāpatis Haupt bist du, ein Gefäß überreichlicher Lebenszeit bist du. Hiermit sende ich mich selbst nach vorn (ostwärts), zu Glut und priesterlichem Glanz.
O Enkel der Maruts [Anm.: Bezug/Adressat unsicher], ihr Bergesbewohner, ihr Herren der Himmelsgegenden, ihr flinken Falken – bringt mit Tosen den zu Indra Gehörigen herbei; mit lautem Getöse vertreibt die Krankheit/Not; angeschirrt, fahret!
Die Vasus mögen dich mit dem Gāyatrī-Versmaß abreiben/läutern, die Rudras mögen dich mit dem Triṣṭubh-Versmaß läutern, die Ādityas mögen dich mit dem Jagatī-Versmaß läutern.
pavitraṃ te vitataṃ brahmaṇaspate prabhur gātrāṇi pary eṣi viśvato 'taptatanūr na tad āmo aśnute śṛtāsa id vahantaḥ saṃ tad āśataḥ
Dein Läuterungssieb ist ausgebreitet, o Herr des heiligen Wortes (Brahmaṇaspati) – als Mächtiger umschreitest du die Glieder von allen Seiten. Wer seinen Leib nicht durch Glut gereift hat, der Rohe, erlangt jenes Ziel nicht; nur die Gereiften erlangen es, indem sie (die Opfergabe) tragen. [Anm.: Dieser Vers entspricht wörtlich RV 9.83.1 (an Soma Pavamāna); die Gegenüberstellung von „gereift/gekocht“ (śṛta) und „roh“ (āma) ist ein stehendes vedisches Bild für rituelle bzw. asketische Reife.]
praśukraitu devīmanīṣāsmad rathaḥ sutaṣṭo na vājy āyuṣe me pacasva varcase me pavasva viduḥ pṛthivyā divo janitrāc chṛṇvantv āpo 'dhaḥ kṣarantīḥ somehodgāya mām āyuṣe mama brahmavarcasāya yajamānasyarddhyā amuṣya rājyāya
Hervorgehen möge der Strahlende, die göttliche Eingebung [?], von uns aus ein Wagen, wohlgezimmert wie ein Rennpferd [?]; für mein Leben lass dich reifen [pacasva], für meinen Glanz läutere dich; hören sollen die Wissenden von der Erde, vom Himmel, vom Erzeuger her [?] die Wasser, die abwärts strömen. Soma, hier singe (als Udgātṛ) für mich [Anm.: „somehodgāya mām“ Worttrennung/Deutung unsicher] – für mein Leben, für meinen Brahmaglanz, für das Gedeihen des Opferherrn [Anm.: „amuṣya“ = Platzhalter „des NN“], für dessen Königtum.