Sammlung kurzer Yajus-Formeln für den Genuss des Soma-Rests (bhakṣa) und für Sühne; am Ende ein Ṛgveda-Vers. Text sehr knapp und teils fragmentarisch; viele Stellen (Kaṇḍikās 1, 5, 6, 9, 13) unsicher.
Die indrische Kraft (saho) wurde freigesetzt [?]. Deiner, o Tropfen (indu), des von Indra Getrunkenen, Kraftvollen, im Anuṣṭubh-Metrum Stehenden, mit den Falben Versehenen, der die ganze Schar hat – als Herbeigerufener, der die ganze Schar hat, verzehre ich von dem Herbeigerufenen [Anm.: Soma-Genussformel (bhakṣa); Bezug von „saho ’sarji“ unsicher].
indav indrapītasya ta indriyāvato 'nuṣṭupchandasaḥ sarvagaṇasya sarvagaṇa upahūta upahūtasya bhakṣayāmi
O Tropfen, von dir, dem von Indra Getrunkenen, Kraftvollen, im Anuṣṭubh-Metrum Stehenden, der die ganze Schar hat, verzehre ich als Herbeigerufener von dem Herbeigerufenen, der die ganze Schar hat.
Du bist das Gepriesene des Gepriesenen, kraftvoll, milchreich; zu mir möge das Lobgesang-Stotra des Lobgesangs kommen. Mit Indra als Gefährten mögen wir gewinnen, mögen wir genießen: Nachkommenschaft, Labung.
iṣṭayajuṣas te deva soma stutastomasya śastokthasya tirohnyasya yo 'śvasanir gosanir bhakṣas tasyopahūta upahūtasya bhakṣayāmi
Von dir, o Gott Soma, der du die Opferformel der Opferung (iṣṭayajus) hast, [dir] des Gepriesenen im Stoma, des Rezitierten im Uktha, [des] am Tag Verborgenen (tirohnya) [?] – der Genuss, der Rosse und Rinder gewinnt: als Herbeigerufener verzehre ich von dem Herbeigerufenen.
ṛtasya tvā deva stomapade viṣṇor dhāmāni vi muñcāmy etat tvaṃ deva stomān avakaram agann aśīmahi vayaṃ pratiṣṭhām
Dich, o Gott, lasse ich an der Stätte des Stoma der kosmischen Ordnung (ṛta) aus den Bereichen Viṣṭus los [Anm.: „viṣṇor dhāmāni“ wörtlich ‚aus den Stätten Viṣṭus‘, d.h. Viṣṇus]. Dies, o Gott, hast du die Stomas [?] ‚avakaram‘ [?]; sie sind gekommen [?]: Halt mögen wir erlangen [Anm.: Wortlaut dunkel; „avakaram agann“ unsicher].
O Soma, komm hier [?] zu mir, o Soma, mit der Kraft (indriya) der Versammlung (sadas) [Anm.: „somehānu mehi“ dunkel, wohl „soma iha anu mehi“; „mehi“ unsicher] [?].
Wohl-Seiender (subhū) bist du, der beste Strahl der Götter, Versammlung der Götter, Wanderer [?] der Götter; mit dem Leib, mit dem du das brahman belebst, damit belebe mich, damit lass mich hervorbringen [?], zu Licht mache mich.
hāriyojanasya te deva someṣṭayajuṣaḥ stutastomasya śastokthasya yo 'śvasanir gosanir bhakṣas tasyopahūta upahūtasya bhakṣayāmi
Von dir, o Gott Soma, der du zum Hāriyojana [gehörst] [?], der du die Opferformel der Opferung hast, [dir] des Gepriesenen im Stoma, des Rezitierten im Uktha – der Genuss, der Rosse und Rinder gewinnt: als Herbeigerufener verzehre ich von dem Herbeigerufenen [Anm.: „hāriyojana“ – Bezug (Soma-Becher oder Anteil, ‚Anschirren der Falben‘) unsicher].
devakṛtasyainaso 'vayajanam asi pitṛkṛtasyainaso 'vayajanam asi manuṣyakṛtasyainaso 'vayajanam asy asmatkṛtasyainaso 'vayajanam asi yad divā ca naktaṃ cainaś cakṛma tasyāvayajanam asi yat svapantaś ca jāgrataś cainaś cakṛma tasyāvayajanam asi yad vidvāṃsaś cāvidvāṃsaś cainaś cakṛma tasyāvayajanam asy enasa-enasāvayajanam asi
Du bist die Abwehr/Sühne (avayajana) der von Göttern begangenen Verfehlung (enas); du bist die Sühne der von den Vätern begangenen Verfehlung; du bist die Sühne der von Menschen begangenen Verfehlung; du bist die Sühne der von uns begangenen Verfehlung. Was wir bei Tag und bei Nacht an Verfehlung begangen haben, dessen Sühne bist du; was wir schlafend und wachend an Verfehlung begangen haben, dessen Sühne bist du; was wir wissend und unwissend an Verfehlung begangen haben, dessen Sühne bist du. Für jede einzelne Verfehlung bist du die Sühne.