Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 1

Adhyāya 3 Formeln zum Schutz und zur Selbstbefestigung des Opferherrn

Kaṇḍikā 1–10 (PB 1.3.1–10): kurze Schutz- und Segensformeln beim Antritt zum Soma-Opfer (Anrufung der Vāc/Sarasvatī, Abwehrformeln gegen Unheil, Selbstbefestigung in Geist/Rede/Nachkommenschaft/Vieh, Anschirrungs- und Falken-Formeln). Mehrere Ausdrücke (vekurānām, nāṣṭra, Viṣūkuha) sind lexikalisch unsicher und mit [?]/[Anm.] markiert.

vekurānāmāsi juṣṭā devebhyo namo vāce namo vācas pataye devi vāg yat te vāco madhumat tasmin mā dhāḥ sarasvatyai svāhā

Du bist die Willkommene der Vekurānas [?]; Verehrung den Göttern, Verehrung der Rede, Verehrung dem Herrn der Rede! O Göttin Rede, in das, was an deiner Rede honigsüß ist, dorthinein setze mich. Der Sarasvatī: Svāhā! [Anm.: „vekurānām“ ist eine sonst nicht belegte Wortform unklarer Herkunft/Bedeutung, hier probeweise als Sippen- oder Eigenname stehengelassen.]

sūryo mā divyābhyo nāṣṭrābhyaḥ pātu vāyur antarikṣābhyo 'gniḥ pārthivābhyaḥ svāhā

Sūrya möge mich vor den himmlischen Verderbnissen schützen, Vāyu vor den luftraumbezogenen, Agni vor den irdischen. Svāhā! [Anm.: „nāṣṭra“ (zu √naś, „verlorengehen“) hier als „Verderbnis/Unheil“ gedeutet.]

yo 'dya saumyo vadho 'ghāyūnām udīrate viṣūkuhasya dhanvanāpa tān varuṇo 'pa dhamatu

Welche somische Waffe heute sich für die Übelwollenden erhebt – vom Bogen des Viṣūkuha –, die möge Varuṇa hinwegblasen. [Anm.: „Viṣūkuha“ ist ein sonst kaum belegter Name, vermutlich eine krankheits- oder unheilbringende Gestalt; die genaue Identität bleibt unsicher.]

yo ma ātmā yā me prajā ye me paśavas tair ahaṃ mano vācaṃ pra sīdāmi

Was mein Selbst ist, was meine Nachkommenschaft, was meine Herdentiere sind – mit diesen setze ich mich in Geist und Rede fest.

agnes tejasendrasyendriyeṇa sūryasya varcasā bṛhaspatis tvā yunaktu devebhyaḥ prāṇāyāgnir yunaktu tapasā somaṃ yajñāya voḍhave dadhātv indra indriyaṃ satyāḥ kāmā yajamānasya santu

Mit Agnis Glut, mit Indras Sinneskraft, mit Sūryas Glanz möge Bṛhaspati dich anschirren; für den Atem/das Leben möge Agni dich mit Glut anschirren, damit der Soma zum Opfer gefahren werde; Indra verleihe (dir) die Sinneskraft; wahr mögen die Wünsche des Opferherrn sein.

annaṃ kariṣyāmy annaṃ praviṣyāmy annaṃ janayiṣyāmi

Speise werde ich bereiten, in die Speise werde ich eingehen, Speise werde ich erzeugen.

annam akaram annam abhūd annam ajījanam

Speise habe ich bereitet, Speise ist geworden, Speise habe ich erzeugt.

śyeno 'si gāyatracchandā anu tvā rabhe svasti mā saṃ pārayā mā stotrasya stotraṃ gamyād indravanto vanemahi bhakṣīmahi prajām iṣam

Ein Falke bist du, dem Gāyatrī-Metrum zugehörig; dich ergreife ich. Führe mich heil hinüber. Nicht möge das Lob des Lobsängers verlorengehen. Mit Indra mögen wir gewinnen, mögen wir Nachkommenschaft und Labsal genießen.

saṃ varcasā payasā saṃ tapobhir aganmahi manasā saṃ śivena saṃ vijñānena manasaś ca satyair yathā vo 'haṃ cārutamaṃ vadānīndro vo dṛśe bhūyāsaṃ sūryaś cakṣuṣe vātaḥ prāṇāya somo gandhāya brahma kṣatrāya

Mit Glanz, mit Milchkraft, mit Gluten sind wir zusammengekommen, mit heilvollem Sinn, mit Erkenntnis und mit den Wahrheiten des Geistes – auf dass ich euch das Schönste sage: Indra möge ich euch zum Sehen sein, Sūrya für das Auge, Vāta für den Atem, Soma für den Duft, das heilige Wort (Brahman) für die Herrschermacht (Kṣatra).

namo gandharvāya viṣvag vādine varcodhā asi varco mayi dhehi

Verehrung dem Gandharva, dem allseits Redenden! Ein Glanzspender bist du – lege den Glanz in mich.

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