Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 4

Adhyāya 4 Chandas-Ordnung im Sattra: Pragāthas und Metren

Anweisungen zu Metrenfolge und Pragātha-Zahlen im Sattra: Bārhata-Pragāthas in fünf Monaten, Aufbau von Gāyatrī bis Jagatī, Bṛhatī und Triṣṭubh am Mittag sowie Zahlen der Pragāthas (33, 24, 12, 6, 4, 3, 2). Der Abschnitt ist technisch und knapp; einige Zählregeln bleiben unklar.

pañcasu māḥsu bārhatāḥ pragāthā āpyante

In fünf Monaten werden die Bārhata-Pragāthas erlangt.

teṣv āpteṣu chandasī saṃyujyaitavyam

Wenn diese erlangt sind, soll man zwei Metren verbindend fortschreiten.

tisra uṣṇihaḥ syur ekā gāyatrī tās tisro bṛhatyo bhavanti

Es sollen drei Uṣṇih sein, eine Gāyatrī; diese drei werden zu Bṛhatīs [Anm.: Rechnung nicht ausgeführt, Deutung unsicher [?]].

tad āhuḥ saṃśara iva vā eṣa cchandasāṃ yad dve chandasī saṃyuñjantīti

Dazu sagen sie: „Eine Vermischung (saṃśara) [?] der Metren ist es gleichsam, wenn sie zwei Metren verbinden.“

catur uttarair eva cchandobhir etavyam

Man soll mit Metren fortschreiten, die um je vier [Silben] wachsen.

paśavo vai caturuttarāṇi cchandasāṃsi paśubhir eva tat svargaṃ lokam ākramam ānayanti

Die Tiere sind fürwahr die Metren, die um vier wachsen; damit führen sie Schritt für Schritt zur Himmelswelt mit den Tieren.

ekaṃ gāyatrīm ekāham upeyur ekāmuṣṇiham ekāham ekām anuṣṭubham ekāhaṃ bṛhatyā pañcamāsa iyuḥ paṅktim ekāham upeyus triṣṭubhā ṣaṣṭhaṃ māsam īyuḥ śvo viṣuvān bhaviteti jagatīm upeyuḥ

Einen Tag lang sollen sie die Gāyatrī angehen, einen Tag lang die Uṣṇih, einen Tag lang die Anuṣṭubh; fünf Monate lang sollen sie mit der Bṛhatī gehen; einen Tag lang sollen sie die Paṅkti angehen; mit der Triṣṭubh sollen sie in den sechsten Monat gehen; „morgen wird der Viṣuvān sein“: so sollen sie die Jagatī angehen.

tad āhur anavakḷptāni vā etāni cchandāṃsi madhyandine bṛhatyā caiva triṣṭubhā caitavyam

Dazu sagen sie: „Diese Metren sind ungeordnet (anavakḷpta) [?]; am Mittag soll man mit Bṛhatī und Triṣṭubh fortschreiten.“

ete vai chandasī vīryavatī ete pratyakṣaṃ madhyandinasya rūpam

Diese beiden Metren sind kraftvoll; diese beiden sind offenkundig die Form des Mittags.

rathantare 'hani bṛhatī kāryaitad vai rathantarasya svam āyatanaṃ yad bṛhatī sva eva tad āyatane rathantaraṃ pratitiṣṭhati bārhate 'hani triṣṭup kāryaitad vai bṛhataḥ svam āyatanaṃ yat triṣṭup sva eva tad āyatane bṛhadrathantare pratitiṣṭhantī itaḥ

Am Rathantara-Tag ist die Bṛhatī zu machen: diese ist fürwahr der eigene Sitz des Rathantara, nämlich die Bṛhatī; so gründet sich das Rathantara in seinem eigenen Sitz. Am Bṛhat-Tag ist die Triṣṭubh zu machen: diese ist fürwahr der eigene Sitz des Bṛhat, nämlich die Triṣṭubh; so gründen sich Bṛhat und Rathantara in ihrem eigenen Sitz, von hier aus [Anm.: Rathantara und Bṛhat sind Sāman-Namen; „itaḥ“ am Schluss unsicher [?]].

trayastriṃśatā pragāthair etavyaṃ trayastriṃśad devatā devatāsv eva pratitiṣṭhanto yanti caturviṃśatyaitavyaṃ caturviṃśatir ardhamāsāḥ saṃvvatsaraḥ saṃvvatsara eva pratitiṣṭhanto yanti dvādaśabhir etavyaṃ dvādaśa māsāḥ saṃvvatsaraḥ saṃvvatsara eva pratitiṣṭhanto yanti ṣaḍbhir etavyaṃ ṣaḍ ṛtava ṛtuṣv eva pratitiṣṭhanto yanti caturbhir etavyaṃ catuṣpādāḥ paśavaḥ paśuṣv eva pratitiṣṭhanto yanti tribhir etavyaṃ traya ime lokā eṣv eva lokeṣu pratitiṣṭhanto yanti dvābhyām etavyaṃ dvipād yajamānaḥ svargasya lokasyākrāntyā anyenānyena hi padā puruṣaḥ pratitiṣṭhann eti

Mit dreiunddreißig Pragāthas soll man fortschreiten: dreiunddreißig sind die Götter; in den Göttern sich gründend gehen sie. Mit vierundzwanzig soll man fortschreiten: vierundzwanzig sind die Halbmonate des Jahres; im Jahr sich gründend gehen sie. Mit zwölf soll man fortschreiten: zwölf sind die Monate des Jahres; im Jahr sich gründend gehen sie. Mit sechs soll man fortschreiten: sechs sind die Jahreszeiten; in den Jahreszeiten sich gründend gehen sie. Mit vieren soll man fortschreiten: vierfüßig sind die Tiere; in den Tieren sich gründend gehen sie. Mit dreien soll man fortschreiten: drei sind diese Welten; in diesen Welten sich gründend gehen sie. Mit zweien soll man fortschreiten: zweifüßig ist der Opferherr, zum Voranschreiten zur Himmelswelt; denn mit je einem anderen Fuß geht der Mensch, sich gründend.

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