Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 4

Adhyāya 6 Viṣuvān-Tag: Pratipad, Divākīrtya und Strophen

Der Viṣuvān als Mitte des Jahres: Ekaviṃśa-Stoma als Sonne, Pratipad-Strophen an Vāyu, Pāvamānī-Strophe, Divākīrtya-Sāmans als Strahlen der Sonne gegen Svarbhānus Finsternis. Ferner Einwand zum Weg des Sattra und Auslegung der Strophen einer Jagatī-/Triṣṭubh-Gruppe. Mehrere Verschreibungen der Quelle (bhavti, devaokam).

devaloko vā eṣa yad viṣuvān devaokam eva tad abhyārohanti

Die Götterwelt ist fürwahr dieser, nämlich der Viṣuvān; die Götterwelt besteigen sie eben [damit].

ekaviṃśo bhavaty ekaviṃśo vā asya bhuvanasyāditya ādityalokam eva tad abhyārohanti

Es findet ein Ekaviṃśa statt; der Ekaviṃśa dieses Weltalls ist fürwahr die Sonne; die Sonnenwelt besteigen sie eben.

dvādaśa māsāḥ pañcartavas traya ime lokā asāv āditya ekaviṃśaḥ

Zwölf Monate, fünf Jahreszeiten, diese drei Welten, jene Sonne ist der einundzwanzigste.

madhyata eva yajñasya pratitiṣṭhanti

In der Mitte des Opfers gründen sie sich eben.

vāyo śukro ayāmi ta iti śukravatī pratipad bhavaty ādityasya rūpam

„O Vāyu, hell bin ich [zu] dir gefahren“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text]: eine Śukra-hafte Pratipad findet statt; [das ist] die Form der Sonne.

vāyur vā etaṃ devatānām ānaśe 'nuṣṭup chandasaṃ yad ato 'nyā pratipat syāt pradahet

Vāyu hat fürwahr [dies] unter den Gottheiten erlangt, [nämlich] das anuṣṭubh-Metrum; wenn eine andere Pratipad wäre als diese, würde er verbrennen [Anm.: Sinn unsicher [?]].

yanti vā ete prāṇādityāhur ye gāyatryāḥ pratipado yantīti yad vayavyā bhavanti tena prāṇān na yanti prāṇo hi vāyuḥ

Diese gehen fürwahr [dahin], sagen sie [?]: „Diese Lebenshauche und die Sonne gehen, welche von der Pratipad der Gāyatrī ausgehen“ [Anm.: Satz unsicher [?]]. Dass sie an Vāyu gerichtet (vāyavyā) sind: dadurch gehen sie nicht von den Lebenshauchen weg; denn Vāyu ist Lebenshauch.

atho śamayanty evainam etayā śantir hi vāyuḥ

Dann besänftigen sie ihn eben damit; denn Vāyu ist Frieden (śānti).

ā yāhi somapītaya iti saumī pāvamānī

„Komm zum Somatrunk“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text]: [das ist] die an Soma gerichtete Pāvamānī.

niyutvatī bhavati paśavo vai niyutaḥ śāntiḥ paśavaḥ śāntenaiva tad ādityam upayanti

Sie ist niyutvatī [Anm.: „mit Niyut-Gespannen“, Vāyus Gespann]; die Niyuts sind fürwahr die Tiere; Frieden sind die Tiere; mit Frieden eben nähern sie sich der Sonne.

divākīrtyasāmā bhavati

Es findet das Divākīrtya-Sāman statt [Anm.: divākīrtya = „Tagesrühmer“, Sāman-Gruppe].

svarbhānur vā āsur ādityaṃ tamasāvidhyat tasya devā divākīrtyais tamo 'pāghnan yad divākīrtyāni bhavanti tama evāsmād apaghnanti raśmayo vā eta ādityasya yad divākīrtyāni raśmibhir eva tad ādityaṃ sākṣād ārabhante

Svarbhānu, der Asura, durchbohrte fürwahr die Sonne mit Finsternis. Ihre Finsternis schlugen die Götter mit den Divākīrtyas weg. Dass Divākīrtyas stattfinden: sie schlagen eben die Finsternis von ihr weg. Die Divākīrtyas sind fürwahr die Strahlen der Sonne; mit den Strahlen beginnen sie eben unmittelbar die Sonne.

bhrājābhrāje pavamānamukhe bhavato mukhata evāsya tābhyāṃ tamo 'paghnanti

Bhrāja und Abhrāja [Anm.: Namen zweier Sāmans] stehen am Anfang des Pavamāna; vom Mund an schlagen sie mit ihnen ihre Finsternis weg.

mahādivākīrtyaṃ ca vikarṇaṃ ca madhyato bhavato madhyata evāsya tābhyāṃ tamo 'paghnanti bhāsam antato bhavati patta evāsya tena tamo 'paghnanti

Das Mahādivākīrtya und das Vikarṇa stehen in der Mitte; in der Mitte schlagen sie mit ihnen ihre Finsternis weg. Das Bhāsa steht am Ende; am Fuß [?] schlagen sie damit ihre Finsternis weg [Anm.: patta unsicher, vielleicht „am Ende“ [?]].

daśastobhaṃ bhavti daśākṣarā virāḍ virājy eva pratitiṣṭhanti

Es hat zehn Stobhas [Anm.: Stobha = Einschubsilben im Sāman]; die Virāj hat zehn Silben; in der Virāj gründen sie sich eben.

yat tv ity āhuḥ ṣaḍbhir ito māsair adhvānaṃ yanti ṣaḍbhiḥ punar āyanti kva tarhi svargo loko yasya kāmāya sattram āsata iti

Was aber [dagegen] sie sagen: „In sechs Monaten gehen sie den Weg von hier hin, in sechs kehren sie zurück; wo ist dann die Himmelswelt, um deren Wunsch willen sie das Sattra sitzen?“

mūrdhānaṃ diva iti svargaṃ lokam ārabhante

„Das Haupt des Himmels“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka)]: so beginnen sie die Himmelswelt.

aratiṃ pṛthivyā ity asmiṃ loke pratitiṣṭhanti

„Den Aratni der Erde“ [Anm.: pratīka; „aratim“ wohl Agni als „Lenker/Diener“, Deutung unsicher [?]]: sie gründen sich in dieser Welt.

vaiśvānaram ṛta ājātam agnim iti viṣuvata eva tad rūpaṃ kriyate

„Den Vaiśvānara, in der Ordnung (ṛta) geboren, Agni“ [Anm.: pratīka]: dies wird eben zur Form des Viṣuvat gemacht.

kaviṃ samrājam atitihiṃ janānām ity annādyam evopayanti

„Den Dichter, den Allherrscher, den Gast der Menschen“ [Anm.: pratīka]: sie nähern sich eben der Speisefülle.

āsan nāpātraṃ janayanta devā iti jāyanta eva

„Die Götter erzeugten den Mund [?]/das Gefäß [?]“ [Anm.: „āsan nāpātram janayanta devāḥ“ unsicher [?]]: sie werden eben geboren.

tat triṣṭub jagatīṣu bhavati traiṣṭubhjāgato vā ādityo yad ato 'nyāsu syād ava svargāl lokāt padyeran

Das findet in Triṣṭubh- und Jagatī-[Strophen] statt; die Sonne ist fürwahr die Triṣṭubh-Jagatī-hafte. Wenn es in anderen als diesen wäre, würden sie von der Himmelswelt herabfallen.

samrāḍvatīṣu bhavati sāmrājyaṃ vai svargo lokaḥ svarga eva loke pratitiṣṭhanti

Es findet in Strophen mit „samrāj“ statt; das Herrschertum ist fürwahr die Himmelswelt; in der Himmelswelt gründen sie sich eben.

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