gauś cāyuś ca stomau bhavataḥ
Die beiden Stomas Gau und Āyus finden statt.
Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 4
Schluss der Beschreibung des Dvādaśāha (Zwölftage-Feier) mit den Stomas Gau und Āyus, dem Zehnten Tag und den Vairāja-Sāmans; danach die Frage, wie man vom Sattra aufsteht, und die Rolle von Rathantara, Bṛhat und Vāmadevya. Kaṇḍikā 7 ist wegen der Reihe āpta-/anirukta- schwer; 296 ‚cchandomā‘ als Name der drei Schlusstage, die genaue Deutung von 297 ‚adhyāhur‘ ist unsicher.
gauś cāyuś ca stomau bhavataḥ
Die beiden Stomas Gau und Āyus finden statt.
dvipād yajamānaḥ pratiṣṭhityai
Der Opferherr ist zweifüßig – zum Halt.
ūnātiriktau bhavata ūnātiriktaṃ vā anu prajāḥ prajāyante prajātyai
Sie [die Tage] sind mit Mangel und mit Überschuss versehen; denn mit Mangel und mit Überschuss werden die Geschöpfe geboren – zur Fortpflanzung.
vairājau bhavato 'nnaṃ virāḍ annādya eva pratitiṣṭhanti
Die beiden Vairāja-Sāmans finden statt; die Virāj ist Speise; in der Speise, der Nahrung, finden sie Halt.
dvādaśāhasya daśāhāni bhavanti
Die Zehntage-Gruppen des Dvādaśāha finden statt.
virāḍ vā eṣā samṛddhā yad daśāhāni virājy eva samṛddhāyāṃ pratitiṣṭhanti
Dies ist wahrlich die Virāj, [nämlich] die vollendete, was die Zehntage-Gruppen sind; in der vollendeten Virāj finden sie Halt.
pṛṣthāni bhavanti vīryaṃ vai pṛṣṭhāni vīrya eva pratitiṣṭhanti cchandomā bhavanti paśavo vai cchandomāḥ paśuṣv eva pratitiṣṭhanty athaitad daśamam ahar āptastomam āptacchanda āptavibhaktikam aniruktaṃ prājāpatyam
Die Pṛṣṭha-Sāmans finden statt; die Pṛṣṭhas sind Manneskraft, in der Manneskraft finden sie Halt. Die Chandomas finden statt; die Chandomas sind das Vieh, im Vieh finden sie Halt. Dann jener zehnte Tag: einer, dessen Stoma erreicht, dessen Metrum erreicht, dessen Gliederung erreicht ist, ein unbestimmter [aniruktam – ohne festgelegte Bestimmung], dem Prajāpati gehörig.
yad adhyāhur ati tad recayanti tasmān na vyucyam
Was man dazu sagt, dass sie darüber hinausgehen, damit lassen sie [etwas] überschüssig werden; daher soll man es nicht [so] aussprechen [?] [Anm.: Lesart und Bezug von „adhyāhur“ / „vyucyam“ unsicher].
parokṣam anuṣṭubham upayanti prajāpatir vā anuṣṭub yat pratyakṣam upeyuḥ prajāpatim ṛccheyuḥ
Indirekt gehen sie zur Anuṣṭubh; denn Prajāpati ist die Anuṣṭubh; würden sie direkt [zu ihr] gehen, so würden sie Prajāpati treffen [ṛccheyuḥ: auf ihn stoßen, ihm Schaden tun?] [?].
yo vai sattrasya sad veda sad bhavati vāmadevyaṃ vai sāmnāṃ sad agnir devatānāṃ virāṭ chandasāṃ trayastriṃśaḥ stomānāṃ tāny eva tad ekadhā saṃbhṛtyottiṣṭhanti
Wer den Sitz des Sattra kennt, der bekommt einen Sitz. Das Vāmadevya ist der Sitz unter den Sāmans, Agni unter den Gottheiten, die Virāj unter den Metren, der Trayastriṃśa unter den Stomas; eben diese sammeln sie auf eine Weise zusammen und stehen [dann] auf.
brahmavādino vadanti yataḥ sattrād udasthātā3sthitā3d iti
Die Brahmavādins sagen: „Aus dem Sattra, von wo steht man auf – vom Stehenden (udasthāta) oder vom Dastehenden (sthitāt)?“ [Anm.: Wortspiel „yataḥ … udasthātā3 sthitā3t“ – Frage mit gedehnter Vokalen, ‚von wo aus aufgestanden‘ oder ‚vom Bestehenden aus‘; Deutung unsicher].
ye rathantareṇa stutvottiṣṭhanti te yata uttiṣṭhanti tān brūyād apratiṣṭhānā bhaviṣyantīti ye bṛhatā stutyottiṣṭhanti te sthitād uttiṣṭhanti tān brūyāt sthāyukaiṣāṃ śrīr bhaviṣyati na vasīyāṃso bhaviṣyantīti
Die, die nachdem sie mit dem Rathantara gelobt haben aufstehen, die stehen ‚von wo aus‘ auf [d.h. aus der Bewegung]; zu denen soll man sagen: ‚Ihr werdet ohne festen Halt sein.‘ Die, die nachdem sie mit dem Bṛhat gelobt haben aufstehen, die stehen vom Feststehenden auf; zu denen soll man sagen: ‚Ihre Glücksfülle wird dauerhaft sein, und sie werden nicht besser gestellt sein [?].‘ [Anm.: Schluss ‚na vasīyāṃso bhaviṣyanti‘ sinngemäß unsicher]
ye vāmadevyena stutvottiṣṭhanti te sataḥ sad abhyuttiṣṭhanti pūrṇāt pūrṇam āyatanād āyatanam antarikṣāyatanā hi prajā
Die, die nachdem sie mit dem Vāmadevya gelobt haben aufstehen, die stehen vom Seienden zu Seiendem auf, vom Vollen zum Vollen, von Standort zu Standort; denn die Geschöpfe haben den Luftraum zum Standort.
trayastriṃśadakṣarāsu bhavati trayastriṃśaddevatāsv eva pratiṣṭhāyottiṣṭhanti
Es besteht aus dreiunddreißig Silben; sie stehen auf, nachdem sie in den dreiunddreißig Göttern festen Halt gewonnen haben.
prājāpatyaṃ vai vāmadevyaṃ prajāpatāv eva pratiṣṭhāyottiṣṭhanti paśavo vai vāmadevyaṃ paśuṣv eva pratiṣṭhāyottiṣṭhanti
Das Vāmadevya gehört Prajāpati; sie stehen auf, nachdem sie in Prajāpati festen Halt gewonnen haben. Das Vāmadevya ist das Vieh; sie stehen auf, nachdem sie im Vieh festen Halt gewonnen haben.