Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 4

Adhyāya 10 Mahāvrata: Herkunft des Namens und Jahresdeutung

Ätiologie des Mahāvrata: Prajāpati erschöpft sich nach der Schöpfung; die Götter bringen ihm als ‚großes Gelübde‘ die Jahresnahrung dar. Dann Diskussion über die Stellung des Mahāvrata im Jahr (Mitte oder Ende) und Verbindung mit dem 24- und 25-teiligen Jahr. Der Wortlaut in 328 (dhinavat / adhinon / adhinvīd) ist ein etymologisierendes Spiel; die Übersetzung folgt dem Wortsinn ‚laben‘.

prajāpatiḥ prajā asṛjata so 'ricyata so 'padyata taṃ devā abhisamagacchanta te 'bruvan mahad asmai vrataṃ saṃbharāma yad imaṃ dhinavad iti tasmai yat saṃvvatsaram annaṃ pacyate tat samabharaṃs tad asmai prāyacchaṃs tad avrajayat tad enam adhinon mahan maryā vrataṃ yad imam adhinvīd iti tan mahāvratasya mahāvratatvam

Prajāpati schuf die Geschöpfe. Er wurde leer [oder: er strömte über/wurde entleert – aricyata von ric ‚leeren‘] [?], er geriet in Not. Die Götter traten zu ihm; sie sprachen: „Lasst uns ihm ein großes Gelübde (vrata) zusammenbringen, damit er sich [an ihm] labe.“ Da brachten sie ihm zusammen, was im Jahr an Speise gar wird; das reichten sie ihm, das ließ ihn wieder gehen [avrajayat?] [?]; das labte ihn. „Groß (mahat) haben wir sterblichen [?] das Gelübde gemacht, weil es ihn gelabt hat“ [Anm.: etymologisierende Deutung von mahā-vrata; „maryā“ unsicher] – das ist das Große-Gelübde-Sein des Mahāvrata.

prajāpatir vāva mahāṃs tasyaitad vratam annam eva

Prajāpati ist ja der Große; dies ist sein Gelübde: die Speise eben.

tad āhur madhyaḥ saṃvvatsarasyopetyaṃ madhyato vā annaṃ jagdhaṃ dhinoti

Darüber sagen sie: In der Mitte des Jahres ist es aufzusuchen [upetyam]; denn wer mitten [im Mahl] gegessen hat, labt sich an der Speise.

tad v āhur yan madhyata upayanty ardham annādyasyāpnuvanty ardhaṃ sambaṭ kurvantīty upariṣṭād eva saṃvvatsarasyopetyaṃ saṃvvatsare vā annaṃ sarvaṃ pacyate

Darüber sagen sie andererseits: Wenn sie es in der Mitte aufsuchen, erlangen sie die Hälfte der Nahrung und machen die andere Hälfte ‚zusammengedrängt‘ [sambaṭ kurvanti, vgl. ‚sambaṭ‘, Anm.: Deutung unsicher] [?]. Erst am Ende des Jahres ist es aufzusuchen; denn im Jahr wird alle Speise gar.

caturviṃśaṃ bhavati caturviṃśo vai saṃvvatsaro 'nnaṃ pañcaviṃśam

Es ist ein Caturviṃśa; das Jahr ist ein Caturviṃśa [vierundzwanzigteilig], die Speise ein Pañcaviṃśa [fünfundzwanzigteilig].

yad vā adaś caturviṃśaṃprāyaṇīyaṃ tad etad udayanīyam

Was jenes Caturviṃśa als Prāyaṇīya[-Tag] ist, das ist dieses als Udayanīya[-Tag].

yat saṃvvatsaram annaṃ saṃbharanti saiṣā pañcaviṃśy upajāyate

Dass sie die Jahresspeise zusammenbringen: diese entsteht als der fünfundzwanzigste [Teil].

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