Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 4

Adhyāya 9 Abschluss des Sattra: Lobpreis der Sārparājñī-Verse, Rede und Selbsthingabe

Nach dem Ende der Zeremonien des Sattra: Anbetung des Āhavanīya mit dem Aticchandas-Vers, Sārparājñī-Ṛcs, stilles Singen, Caturhotṛ-Deutung, Halten des Udumbara-Pfahls, Gedanke des Sattra als Selbst-Opfer (ātmadakṣiṇa). Kaṇḍikā 21 (Aufzählung der Körperteile) und 22 (Haarschöpfe) sind knapp; Deutung von ‚laghīyāṃsaḥ‘ und ‚yātayāmāni‘ mit Vorbehalt.

patnīḥ saṃyājya prāñca udetyāyaṃ sahasramānava ity aticchandasāhavanīyam upatiṣṭhante

Nachdem sie die Patnīsaṃyājas dargebracht haben, gehen sie nach Osten hinaus und beten mit dem Aticchandas-Vers „ayaṃ sahasramānavaḥ“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text; „dieser [ist] von tausendfachem Wert“?] den Āhavanīya an.

ime vai lokā aticchandā eṣv eva lokeṣu pratitiṣṭhanti

Diese Welten sind die Aticchandas-Metren; in eben diesen Welten finden sie Halt.

gor iti nidhanaṃ bhavati virājo vā etad rūpaṃ yad gaur virājy eva pratitiṣṭhanti

„Gauḥ“ ist der Nidhana; dies ist die Gestalt der Virāj, dass [sie] Kuh ist; in der Virāj finden sie Halt.

pratyañcaḥ prapadya sārparājñyā ṛgbhiḥ stuvanti

Nachdem sie rückwärts [nach Westen] getreten sind, loben sie mit den Sārparājñī-Ṛcs.

arbudaḥ sarpa etābhir mṛtāṃ tvacam apāhata mṛtām evaitābhirs tvacam apaghnate

Arbuda, der Schlangenkönig: mit diesen [Versen] streifen sie die abgestorbene Haut ab; eben die abgestorbene Haut streifen sie mit diesen ab.

iyaṃ vai sārparājñy asyām eva pratitiṣṭhanti

Die Sārparājñī ist diese [Erde]; in eben dieser finden sie Halt.

tisṛbhiḥ stuvanti traya ime lokā eṣv eva pratitiṣṭhanti

Mit drei [Ṛcs] loben sie; es sind diese drei Welten; in eben diesen finden sie Halt.

manasopāvartayati

Er lässt [es] im Geiste wiederkehren.

manasā hiṅ karoti manasā prastauti manasodgāyati manasā pratiharati manasā nidhanam upayanty asamāptasya samāptyai

Im Geiste macht man das Hiṅkāra, im Geiste singt man das Prastāva, im Geiste das Udgītha, im Geiste das Pratihāra, im Geiste gelangt man zum Nidhana – zur Vollendung des Unvollendeten.

yad vai vācā na samāpnuvanti manasā tat samāpnuvanti

Was sie mit der Rede nicht vollenden, das vollenden sie mit dem Geist.

pariśrite stuvanti brahmaṇaḥ parigṛhītyai

Sie loben in der umhegten Stelle [pariśrita, Umfriedung] – zur Umfassung des Brahman.

brahmodyaṃ vadanti brahmavarcasa eva pratitiṣṭhanti

Sie tragen eine Brahmodya-Rede vor; in der Brahman-Glanzkraft finden sie Halt.

caturhotāraṃ hotā vyācaṣṭe stutam eva tad anuśaṃsati nahi tat stutaṃ yad ananuśastam

Den Caturhotṛ[-Spruch] erläutert der Hotṛ; damit spricht er das Gelobte nachträglich noch einmal aus [anuśaṃsati]; denn nicht ist das ein [vollgültig] Gelobtes, was nicht nachträglich rezitiert ist.

prajāpatiṃ parivadanty āptvevainaṃ tad vyācakṣate tāvad āpāmainam iti

Sie reden über Prajāpati; ‚nachdem wir ihn erreicht haben, erläutern wir ihn dann‘ [so der Gedanke]: ‚soweit mögen wir ihn erreichen.‘

gṛhapatir audumbarīṃ dhārayati gṛhapatir vā ūrjo yantorjam evaibhyo yacchati

Der Hausherr hält den Udumbara-Pfahl; der Hausherr ist wahrlich Lenker der Kraft; Kraft eben verleiht er ihnen.

dugdhānīva vai tarhi chandasāṃsi yātayāmāny antargatāni tāny eva tad rasenāpyāyayanti

Wie ausgemolken, verbraucht (yātayāma) sind dann die Metren, ins Innere gegangen; die laben sie eben damit mit Saft [rasa].

atho śvastanam evābhisaṃtanvanti

Und sie setzen auch das Morgen fort.

ātmadakṣiṇaṃ vā etad yat sattram

Das Sattra ist wahrlich das Selbst-Geschenk [ātmadakṣiṇa: Opfergabe, die man selbst ist].

yadā vai puruṣa ātmano 'vadyati yaṃ kāmaṃ kāmayate tam abhyaśnute

Wenn ein Mensch von seinem Selbst [etwas] abschneidet, dann erlangt er den Wunsch, den er wünscht.

dvābhyāṃ lomāvadyati dvābhyāṃ tvacaṃ dvābhyāṃ māṃsaṃ dvābhyām asthi dvābhyāṃ majjānaṃ dvābhyāṃ pīvaś ca lohitaṃ ca

Mit zwei [Stücken] schneidet er Haare ab, mit zwei die Haut, mit zwei das Fleisch, mit zwei den Knochen, mit zwei das Mark, mit zwei [das] Fett und das Blut [pīvas, Fett/Fülle? + lohita, Blut] [?].

śikhā anupravapante pāpmānam eva tad apaghnate laghīyāṃsaḥ svargaṃ lokam ayāmeti

Sie werfen die Haarschöpfe hinein; damit schlagen sie das Übel weg [mit dem Gedanken:] ‚leichter [laghīyāṃsaḥ, wörtlich ‚leichtere‘] mögen wir zur Himmelswelt gehen.‘

atho gavām evānurūpā bhavanti sarvasyānnādyasyāvaruddhyai

Auch werden sie gleichsam den Kühen angeglichen – zur Erlangung aller Speise.

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