prāṇena purastād āhavanīyam upatiṣṭhante prāṇam eva taj jayanti
Mit dem [Sāman] ‚Prāṇa‘ beten sie vorne den Āhavanīya an; den Lebenshauch gewinnen sie damit.
Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 5
Aufzählung der Sāmans, mit denen die Opferherren die verschiedenen Stellen (Āhavanīya, Schwanz, Flügel, Apikakṣa, Cātvāla, Āgnīdhra, Havirdhāna, Mārjālīya, Sadas, Gārhapatya) verehren; jeweils mit Gewinnformel (‚jayanti‘). Einige Sāman-Namen (Ātamitor nidhana, Ślokānuśloka, Āyurṇavastobha) sind nur bei ihrem Namen genannt; 383 ‚āotvā‘ ist wohl ‚āptvā‘ zu lesen.
prāṇena purastād āhavanīyam upatiṣṭhante prāṇam eva taj jayanti
Mit dem [Sāman] ‚Prāṇa‘ beten sie vorne den Āhavanīya an; den Lebenshauch gewinnen sie damit.
apānena paścāt puccham upatiṣṭhante apānam eva taj jayanti
Mit dem [Sāman] ‚Apāna‘ beten sie hinten den Schwanz an; den Ausatem gewinnen sie damit.
vratapakṣābhyāṃ pakṣāv upatiṣṭhante diśa eva taj jayanti
Mit dem Vrata und dem Pakṣa [Sāmans] beten sie die beiden Flügel an; die Himmelsrichtungen gewinnen sie damit.
prajāpater hṛdayenāpikakṣam upatiṣṭhante jyaiṣṭhyam eva taj jayanti
Mit dem ‚Herz des Prajāpati‘ beten sie den Apikakṣa [die Achselhöhle, Seitenbereich?] an [?]; die Vorrangstellung gewinnen sie damit.
vasiṣṭhasya nihavena cātvālam upatiṣṭhante svargam eva tal lokam āotvā śriyaṃ vadante
Mit dem Nihava des Vasiṣṭha beten sie den Cātvāla an; nachdem sie damit die Himmelswelt erreicht haben, sprechen sie [von ihrem] Glück [?] [Anm.: „āotvā“ im Text, vermutlich „āptvā“ ‚erreicht‘; „vadante“ unklar].
vaiśvadevyām ṛci bhavati viśvarūpaṃ vai paśūnāṃ rūpaṃ paśūn eva taj jayanti
Bei der Ṛc an die Viśvedevas gibt es [ein Sāman]; die vielgestaltige Form ist die Form des Viehs; das Vieh gewinnen sie damit.
sattrasyarddhyāgnīdhram upatiṣṭhanta ṛddhāv eva pratitiṣṭhanti
Mit dem Gelingen des Sattra beten sie den Āgnīdhra an; im Gelingen finden sie Halt.
caturakṣarāṇidhanaṃ bhavati catuṣpādāḥ paśavaḥ paśuṣv eva pratitiṣṭhanti
Der Nidhana ist vierteilig; die Tiere sind vierfüßig; im Vieh finden sie Halt.
ātamitor nidhanam upayanty āyur eva sarvam āpnuvanti
Mit dem Nidhana des Ātamitu [Anm.: Name unsicher; ‚ātamitor‘] gehen sie [zum Schluss]; das ganze Lebensalter erlangen sie.
ślokānuślokābhyāṃ havirdhāne upatiṣṭhante kīrtim eva taj jayanti
Mit dem Śloka und dem Anuśloka beten sie den Havirdhāna [Karren] an; den Ruhm gewinnen sie damit.
yāmena mārjālīyam upatiṣṭhante pitṛlokam eva taj jayanti
Mit dem Yāma[-Sāman] beten sie den Mārjālīya an; die Welt der Väter gewinnen sie damit.
āyurṇavastobhābhyāṃ sada upatiṣṭhante brahma caiva tat kṣatraṃ ca jayanti
Mit den beiden Āyus- und Navastobha-[Sāmans] beten sie das Sadas an; Brahman und Kṣatra gewinnen sie damit.
ṛśyasya sāmnā gārhapatyam upatiṣṭhante
Mit dem Sāman des Ṛśya beten sie den Gārhapatya an.
indraṃ sarvāṇi bhūtāny astuvaṃs tasyarśya ekam aṅgam astutam acāyat tad asyaitenāstaut tenāsya priyaṃ dhāmopāgacchat priyam evāsyaitena dhāmopagacchanti
Indra lobten alle Wesen; von ihm wünschte Ṛśya, dass ein Glied ungelobt geblieben sei; mit diesem lobte er ihn [nachträglich]; dadurch kam er zu dessen lieber Stätte; zu seiner lieben Stätte gelangen sie damit.
yat paro'kṣaṃ nidhanam upeyur hrītamukhaṃ pratimuñceran pratyakṣam upayanti hrītamukham evāpajayanti
Wenn sie zu einem Nidhana ‚jenseits des Sichtbaren‘ [paro'kṣa] gehen sollten, so würden sie [ihre] beschämten Gesichter [wieder] anlegen; sie gehen direkt [pratyakṣa]; das beschämte Gesicht gewinnen sie [nur] ab [d.h. sie überwinden es].