āsandīm āruhyodgāyati devasākṣya eva tad upariṣadyaṃ jayati
Nachdem er den Sitz [āsandī] bestiegen hat, singt er das Udgītha; damit gewinnt er den Vorsitz in der Versammlung der Götter [?] [Anm.: „devasākṣya“ und „upariṣadya“ unsicher].
Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 5
Ritualelemente des Mahāvrata-Tages: Udgātṛ auf dem Sitz (āsandī) aus Udumbara, Hotṛ auf der Schaukel, Adhvaryu auf dem Brett, Schmähung und Lob (abhigara/apagara), Kampf zwischen Śūdra und Ārya um ein Fell (Sonnensymbol), Trommeln, Panzer. Die Deutung von ‚vyāhita‘ in 399 und ‚pādāv upāharati‘ in 400 ist unsicher; 408 gibt einen Götter-Asura-Mythos.
āsandīm āruhyodgāyati devasākṣya eva tad upariṣadyaṃ jayati
Nachdem er den Sitz [āsandī] bestiegen hat, singt er das Udgītha; damit gewinnt er den Vorsitz in der Versammlung der Götter [?] [Anm.: „devasākṣya“ und „upariṣadya“ unsicher].
audumbarī bhavaty ūrg udumbara ūrjam evāvarunddhe
Er ist aus Udumbara-Holz; der Udumbara ist Kraft; die Kraft eben erlangt er.
prādeśamātrī bhavaty asya lokasyānuddhānāya
Er hat eine Spannenlänge – damit man diese Welt nicht verlässt [anuddhāna, ‚nicht davonlaufen‘] [?].
chandobhir ārohati svargam eva tal lokam ārohati
Mit den Metren besteigt er ihn; die Himmelswelt eben besteigt er damit.
chandobhir upāvarohaty asmiṃ loke pratitiṣṭhati
Mit den Metren steigt er herab; in dieser Welt findet er Halt.
sarveṇātmanā samuddhṛtyodgeyam eṣu lokeṣu ned vyāhito 'sānīti
Mit dem ganzen Selbst, [alles] in sich zusammengenommen, ist zu singen, in diesen Welten [gedacht]: ‚Damit ich nicht getrennt [vyāhita] werde‘ [?].
ekasyāṃ stotrīyāyām astutāyāṃ pādāv upāharati
Wenn eine Stotrīyā ungelobt [d.h. unvollendet] geblieben ist, setzt er die Füße heran [?].
saha nidhanena pratiṣṭhām upayanty eṣeṣv eva lokeṣu pratitiṣṭhante
Zusammen mit dem Nidhana erlangen sie Halt; dieser ist es; in eben diesen Welten finden sie Halt.
preṅkhām āruhya hotā śaṃsati mahasa eva tad rūpaṃ kriyate
Nachdem er die Schaukel [preṅkhā] bestiegen hat, rezitiert der Hotṛ; damit wird die Form der Festesfülle [mahas] gemacht.
yadā vai prajā maha āviśati preṅkhās tarhy ārohanti
Wenn die Geschöpfe in die Festesfülle eintreten, dann besteigen sie Schaukeln.
phalakam āruhyādhvaryuḥ pratigṛṇāti
Nachdem er das Brett [phalaka] bestiegen hat, antwortet der Adhvaryu [pratigṛṇāti, mit der Erwiderung].
kūrcān itare 'dhyāsata ūrdhvā eva tad utkrāmanto yanti
Die anderen sitzen auf Grasbüscheln [kūrca]; aufwärts eben steigend gehen sie damit.
abhigarāpagarau bhavato nindaty enān anyaḥ prānyaḥ śaṃsati ya enān nindati pāpmānam eṣāṃ so 'pahanti yaḥ praśaṃsati yad evaiṣāṃ suṣṭutaṃ suśastaṃ tat so 'bhigṛṇāti
Es gibt Lob-und-Tadel-Rufe (abhigara, apagara): Der eine tadelt sie, der andere lobt; wer sie tadelt, der nimmt ihr Übel weg; wer lobt, der preist, was ihnen gut gelobt und gut gesprochen [ist].
śūdrāryau carmaṇi vyāyacchete tayor āryaṃ varṇam ujjāpayanti
Ein Śūdra und ein Ārya kämpfen um ein Fell; sie lassen den Ārya-Stand siegen [ujjāpayanti].
devāś ca vā asurāś cāditye vyāyacchantas taṃ devā abhyajayaṃs tato devā abhavan / parāsurā abhavann ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati ya evaṃv veda
Götter und Asuras kämpften um die Sonne; diese gewannen die Götter; darauf wurden die Götter [siegreich], die Asuras unterlagen. Er selbst kommt zu Fall [parā bhavati], sein Nebenbuhler unterliegt, wer so weiß [Anm.: Satzgrenze durch „/“ im Text; Schluss sinngemäß nach bekanntem Muster „ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati“ – ‚er selbst obsiegt, sein Nebenbuhler unterliegt‘] [?].
yadāryaṃ varṇam ujjāpayanty ātmānam eva tad ujjāpayanti
Wenn sie den Ārya-Stand siegen lassen, lassen sie sich selbst siegen.
parimaṇḍalaṃ carma bhavaty ādityasyaiva tad rūpaṃ kriyate
Das Fell ist rund; damit wird die Form der Sonne gemacht.
sarvāsu sraktiṣu dundubhayo vadanti yā vanaspatiṣu vāk tām eva taj jayanti
Bei allen Saiten [oder: Reihen] schlagen die Trommeln; die Rede, die in den Bäumen ist, die gewinnen sie damit.
bhūmidundubhir bhavati yā pṛthivyāṃ vāk tām eva taj jayanti
Es gibt eine Erdtrommel; die Rede, die in der Erde ist, die gewinnen sie damit.
sarvā vāco vadanti yeṣu lokeṣu vāk tām eva taj jayanti
Alle Stimmen lassen sie ertönen; die Rede, die in diesen Welten ist, die gewinnen sie damit.
saṃnaddhāḥ kavacinaḥ pariyantīndriyasyaiva tad rūpaṃ kriyate 'tho mahāvratam eva mahayanti
Gerüstet, gepanzert gehen sie umher; damit wird die Form der Indriya[-Kraft] gemacht; und sie feiern damit das Mahāvrata [mahayanti].