Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 5

Adhyāya 7 Gaurīvita, Svarṇidhana und Sujñāna im Tagesablauf

Über das Gaurīvita-Sāman als ‚Saft der Rede‘, tägliche Verwendung im Sattra, Dvyudāsa, Svarṇidhana und Sujñāna. Die Kaṇḍikās 5, 8 und 9 enthalten Streitgespräche (‚āhuḥ‘); die Einwände sind knapp überliefert; in 438 ist der Satzbau unsicher, die Zuweisung von ‚ekāra‘ mit Vorbehalt.

devā vai vācaṃ vyabhajanta tasyā yo raso 'tyaricyata tad gaurīvitam abhavad anuṣṭubham anu pariplavate vāg anuṣṭub vāco raso gaurīvitam

Die Götter teilten die Rede auf; der Saft, der von ihr übrigblieb, wurde das Gaurīvita; er schwimmt der Anuṣṭubh nach; die Rede ist die Anuṣṭubh, der Saft der Rede das Gaurīvita.

yad gaurīvitenānvahaṃs stuvate vācy eva tad vācā rasaṃ dadhati

Dass sie täglich mit dem Gaurīvita loben, damit legen sie in die Rede eben Saft durch die Rede.

rasavad vācā vadati ya evaṃv vedeti

Saftvoll spricht er mit der Rede, wer so weiß – sagt man [oder: so heißt es].

dvyudāsaṃ bhavati svargasya vā etau lokasyāvasānadeśau pūrveṇaiva pūrvam ahaḥ saṃsthāpayanty uttareṇottaram ahar abhyativadanti

Es hat zwei Udāsas; dies sind die beiden Endstellen der Himmelswelt; mit dem früheren lassen sie den früheren Tag abschließen, mit dem späteren reden sie über den späteren Tag hinaus.

etad vai yajñasya śvastanaṃ yad gaurīvitaṃ yad gaurīvitam anusṛjeyur aśvastanā aprajasaḥ syuḥ

Dies ist wahrlich das ‚Morgen‘ des Opfers, was das Gaurīvita ist; wenn sie das Gaurīvita [ganz] fortlassen sollten, so würden sie ohne Morgen, ohne Nachkommen sein.

saṃ vā anyo yajñas tiṣṭhata ity āhur vāg eva na saṃtiṣṭhata iti yad gaurīvitam anvahaṃ bhavati vācam eva tat punaḥ prayuñjate

„Ein anderes Opfer kommt zum Stehen“, sagen sie; „nur die Rede kommt nicht zum Stehen“; dass das Gaurīvita täglich stattfindet, damit setzen sie die Rede wieder in Gang.

svarṇidhanam anvahaṃ bhavati

Das Svarṇidhana findet täglich statt.

devakṣetraṃ vā ete 'bhyārohanti ye svarṇidhanam upayanti sa u vai sattriṇaḥ sattram upanayed ity āhur ya enān devakṣetram abhyārohed iti na vai devakṣetra āsīna ārtim ārchati yat svarṇidhanam anvahaṃ bhavati naiva kāṃ canārtim ārchanti

Sie steigen [ins] Götterfeld, die das Svarṇidhana anwenden; „der soll Sattra-Teilnehmern das Sattra zuführen, der sie ins Götterfeld führen würde“, sagen sie; denn wer im Götterfeld sitzt, gerät in keine Not; dass das Svarṇidhana täglich stattfindet, da geraten sie in gar keine Not.

cyavante vā ete 'smāl lokād ity āhur ye svarṇidhanam upayantīti yad ṛcā svarūpaṃ yanty asmiṃ loke pratitiṣṭhanti yad ekāro 'tarikṣe yat sāmnāmuṣmint sarveṣu lokeṣu pratitiṣṭhanti svarṇidhanena tuṣṭuvānāḥ

„Sie fallen aus dieser Welt“, sagen sie, „die das Svarṇidhana anwenden“ – dass sie mit der Ṛc zur Eigengestalt gehen, darin finden sie in dieser Welt Halt; dass mit dem Ekāra im Luftraum; dass mit den Sāmans in jener [Welt]; in allen Welten finden sie Halt, die mit dem Svarṇidhana gelobt haben [Anm.: Zuordnung der Glieder unsicher] [?].

devā vai svargaṃl lokaṃ yanto 'jñātād abibhayus ta etat saṃjñānam apaśyaṃs tena jñātram agacchan yat sujñānam anvahaṃ bhavati jñātram eva gacchanti

Die Götter, die zur Himmelswelt gingen, fürchteten sich vor dem Unbekannten; sie sahen dieses Erkennen; dadurch kamen sie zum Wissen; dass das Sujñāna täglich stattfindet, dadurch kommen sie eben zum Wissen.

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