Ritual der Udumbara-Säule (audumbarī) im Sadas: Herkunft aus Prajāpatis Kraft (ūrj), Aufrichten mit Mantras, Verehrung von Sāman und Meer, Sitzrichtungen der Sāman-Priester. Mantra-Übersetzungen wortnah; unsicher: tādṛśam, ūrhaṃ (Lesart ūrjaṃ), yātayāmā.
Prajāpati teilte den Göttern die Kraft (ūrj) zu; daraus entstand der Udumbara. Prajāpati zugehörig ist der Udumbara, Prajāpati zugehörig der Udgātṛ. Wenn der Udgātṛ als erste Handlung die Udumbara-Säule ergreift, wählt er sich damit mit ihrer eigenen Gottheit selbst zum Priesterdienst.
namaḥ samudrāya namaḥ samudrasya cakṣuṣa ity āha vāg vai samudro manaḥ samudrasya cakṣus tābhyām eva tan namas karoti
„Verehrung dem Meer, Verehrung dem Auge des Meeres“, spricht er. Die Rede ist das Meer, der Geist das Auge des Meeres; mit diesen beiden bringt er Verehrung dar.
sāmā yūnarvāhāsīd ity āha sāma vai yūnarvā sāmna eva tan namaskaroty ārtvijyaṃ kariṣyan
„Das Sāman war der junge Gefährte“ [?], spricht er. Das Sāman ist der junge Gefährte [?]; dem Sāman also bringt er Verehrung dar, wenn er den Priesterdienst tun will.
yo vā evaṃ sāmne namaskṛtya sāmnārtvijyaṃ karoti na sāmno hīyate nainaṃ sāmāpahate
Wer so dem Sāman Verehrung dargebracht hat und mit dem Sāman den Priesterdienst verrichtet, wird vom Sāman nicht verlassen; das Sāman lässt ihn nicht im Stich.
ūrg asy ūrjodā ūrjaṃ me dehy ūrjaṃ me dhehy annaṃ me dehy annaṃ me dhehi prajāpater vā etad udaraṃ yat sada ūrg udumbaro yad audumbarī madhye sadaso mīyate madhyata eva tat prajābhyo 'nnam ūrjaṃ dadhāti
„Kraft bist du, Kraftgeber, gib mir Kraft, verleih mir Kraft, gib mir Speise, verleih mir Speise!“ Das ist der Bauch Prajāpatis, nämlich das Sadas; die Kraft ist der Udumbara. Dass die Udumbara-Säule in der Mitte des Sadas gemessen wird, damit legt er aus der Mitte den Geschöpfen Speise und Kraft nieder.
sāma devānām annaṃ sāmany eva tad devebhyo 'nna ūrhaṃ dadhāti sa eva tad ūrji śritaḥ prajābhya ūrjaṃ vibhajati
Das Sāman ist die Speise der Götter; im Sāman legt er den Göttern die Speise und Kraft nieder. Er selbst, in der Kraft ruhend, verteilt den Geschöpfen die Kraft.
Nach Norden gewandt sitzend singt der Udgātṛ den Udgītha: so lässt er die nördliche Richtung an der Kraft teilhaben, gleichsam ebenso. Nach Westen gewandt sitzend singt der Prastotṛ das Prastāva: so die westliche Richtung. Nach Süden sitzend singt der Pratihartṛ den Pratihāra: so die südliche. Die anderen Priester tun ihren Dienst nach Osten gewandt; daher ist diese Richtung die kraftvollste der Richtungen, denn die Meisten erfreuen sie.
Die Brahmavādins sagen: „Aus welchem Grund verrichten die anderen Priester den Dienst nach Osten gewandt, die Udgātṛs aber, nachdem sie sich herumgewendet haben?“ Er soll sagen: „Zur Erlangung der Richtungen, zur Erfreuung der Richtungen.“ Daher gibt es in allen Himmelsrichtungen Speise, denn alle sind erlangt und erfreut.