Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 6

Adhyāya 1 Prajāpatis Schöpfung durch den Agniṣṭoma; Stomas und Stände

Prajāpati schafft mit dem Agniṣṭoma die Geschöpfe; elf und zwölf Stotras entsprechen den elf und zwölf Monaten (Tragzeit, Maultier und Stute). Danach werden die Stomas trivṛt, pañcadaśa, saptadaśa, ekaviṃśa den vier Ständen, Metren, Gottheiten und Jahreszeiten zugeordnet. Unsicher: die Maultier-Episode (Kaṇḍikā 4–5) und der Schluss von 11–13.

prajāpatir akāmayata bahu syāṃ prajāyeyeti sa etam agniṣṭomam apaśyat tam āharat tenemāḥ prajā asṛjata

Prajāpati wünschte: „Möge ich viele sein, möge ich mich fortpflanzen.“ Er erblickte diesen Agniṣṭoma, brachte ihn herbei; damit schuf er diese Geschöpfe.

ekādaśena ca vai satā stotreṇāgniṣṭomasyāsṛjataikādaśena ca māsā saṃvvatsarasya tā dvādaśena ca stotreṇāgniṣṭomasya paryagṛhṇād dvādaśena ca māsā saṃvvatsarasya

Mit dem elften Stotra des Agniṣṭoma schuf er sie, und mit dem elften Monat des Jahres; mit dem zwölften Stotra des Agniṣṭoma umfing er sie, und mit dem zwölften Monat des Jahres.

tasmāt prajā daśamāso garbhaṃ bhṛtvaikādaśam anu prajāyante tasmād dvādaśaṃ nābhyatiharanti dvādaśena hi parigṛhītās tad ya evaṃv veda pari jātāḥ prajā gṛhṇāti pra jātā janayanti

Daher werden die Geschöpfe geboren, nachdem sie zehn Monate den Embryo getragen haben, im elften [Monat]; daher geht man nicht über das zwölfte hinaus, denn sie sind vom zwölften umfangen. Wer so weiß, der umfängt die geborenen Geschöpfe, und die Geborenen zeugen weiter.

tāsāṃ parigṛhītānām aśvatary atyakrāmat tasyā anuhāya reta ādattā tad vaḍavāyāṃ nyamāḍ yasmād vaḍavā dviretās tasmād aśvatary aprajā āttaretā hi

Als sie so umfangen waren, entwich das Maultier; hinterher nahm er ihm den Samen weg [?], und dieser wurde in der Stute niedergelegt [?]. Weil die Stute zweisamig ist, deshalb ist das Maultier ohne Nachkommen, denn es ist seines Samens beraubt.

tasmād v adakṣiṇīyāti hi sā yajñam aricyatātiriktasya dakṣiṇā syāt salomatvāya ṣoḍaśinaḥ stotredeyātirikto vai ṣoḍaśy atirikta evātiriktāṃ dadāti

Daher ist es nicht als Opfergabe geeignet, denn es blieb dem Opfer gegenüber überzählig. Für das Überzählige soll die Dakṣiṇā sein, um der Gleichhaarigkeit willen [?]; zum Stotra des Ṣoḍaśin hin ist sie [zu geben]: Der Ṣoḍaśin ist überzählig; er gibt die überzählige [Gabe] eben als überzählige. [Anm.: Text und Sinn von 480 unsicher.] [?]

so 'kāmayata yajñaṃ sṛjeyeti sa mukhata eva trivṛtam asṛjata taṃ gāyatrī cchando 'nyasṛjyatāgnir devatā brāhmaṇo manuṣyo vasanta ṛtus tasmāt trivṛt stomānāṃ mukhaṃ gāyatrī cchandasām agnir devatānāṃ brāhmaṇo manuṣyāṇāṃ vasanta ṛtūnāṃ tasmād brāhmaṇo mukhena vīryaṃ karoti mukhato hi sṛṣṭaḥ

Er wünschte: „Möge ich das Opfer schaffen.“ Aus dem Mund schuf er den trivṛt. Ihm wurde das Metrum Gāyatrī nachgeschaffen, die Gottheit Agni, der Brāhmaṇa als Mensch, der Frühling als Jahreszeit. Daher ist der trivṛt der Mund der Stomas, die Gāyatrī der Metren, Agni der Gottheiten, der Brāhmaṇa der Menschen, der Frühling der Jahreszeiten. Daher wirkt der Brāhmaṇa mit dem Mund Kraft, denn er ist aus dem Mund geschaffen.

karoti mukhena vīryaṃ ya evaṃv veda

Er wirkt mit dem Mund Kraft, wer so weiß.

sa urasta eva bāhubhyāṃ pañcadaśam asṛjata taṃ triṣṭup chando 'nvasṛjyatendro devatā rājanyo manuṣyo grīṣma ṛtus tasmād rājanyasya pañcadaśa stomas triṣṭup chanda indro devatā grīṣma ṛtus tasmād u bāhuvīryo bāhubhyāṃ hi sṛṣṭaḥ

Er schuf aus der Brust und den Armen den pañcadaśa. Ihm wurde das Metrum Triṣṭubh nachgeschaffen, die Gottheit Indra, der Rājanya als Mensch, der Sommer als Jahreszeit. Daher hat der Rājanya den pañcadaśa-Stoma, das Metrum Triṣṭubh, die Gottheit Indra, den Sommer als Jahreszeit; daher ist er einer, dessen Kraft in den Armen liegt, denn er ist aus den Armen geschaffen.

karoti bāhubhyāṃ vīryaṃ ya evaṃv veda

Er wirkt mit den Armen Kraft, wer so weiß.

sa madhyata eva prajananāt saptadaśam asṛjata taṃ jagatī cchando 'nvasṛjyata viśve devā devatā vaiśyo manuṣyo varṣā ṛtus tasmād vaiśyo 'dyamāno na kṣīyate prajananād dhi sṛṣṭas tasmād u bahupaśur vaiśvadevo hi jāgato varṣā hy asyartus tasmād brāhmaṇasya ca rājanyasya cādyo 'dharo hi sṛṣṭaḥ

Er schuf aus der Mitte, um der Fortpflanzung willen, den saptadaśa. Ihm wurde das Metrum Jagatī nachgeschaffen, die Allgötter als Gottheit, der Vaiśya als Mensch, die Regenzeit als Jahreszeit. Daher wird der Vaiśya, der gegessen wird, nicht aufgezehrt, denn er ist um der Fortpflanzung willen geschaffen; daher hat er viel Vieh, denn er gehört den Allgöttern, weil er der Jagatī zugehört; die Regenzeit ist ja seine Jahreszeit. Daher sind der Brāhmaṇa und der Rājanya vom Vaiśya zu verzehren, denn er ist unten geschaffen.

sa patta eva pratiṣṭhāyā ekaviṃśam asṛjata tam anuṣṭup chando 'nvasṛjyata na kā cana devatā śūdro manuṣyas tasmāc chūdra uta bahupaśur ayajñiyo videvo hi na hi taṃ kā cana devatā 'nvasṛjyata tasmāt pādāv anejyaṃ nāti vardhate patto hi sṛṣṭas tasmād ekaviṃśastomānāṃ pratiṣṭhā pratiṣṭhāyā hi sṛṣṭas tasmād anuṣṭubhaṃ chandāṃsi nānu vyūhanti

Er schuf aus den Füßen, um des Standes willen, den ekaviṃśa. Ihm wurde das Metrum Anuṣṭubh nachgeschaffen; keine Gottheit, der Śūdra als Mensch. Daher ist der Śūdra, auch wenn er viel Vieh hat, nicht opferberechtigt, denn er ist ohne Götter; keine Gottheit wurde ihm nachgeschaffen. Daher ist es der Fuß, der Waschung braucht, und er wächst nicht [übermäßig] auf, denn er ist aus dem Fuß geschaffen. Daher ist der ekaviṃśa der Standort der Stomas, denn er ist um des Standes willen geschaffen. Daher folgen die Metren der Anuṣṭubh nicht [in die Ordnung der Pressungen hinein] [?].

pāpavasīyaso vidhṛtyai

Zur Auseinanderhaltung des Schlechteren und Besseren [?].

vidhṛtiḥ pāpavasīyaso bhavati ya evaṃv veda

Es gibt eine Auseinanderhaltung von Schlechterem und Besserem für den, der so weiß. [Anm.: vidhṛti/„pāpavasīyas“ nur wortnah gedeutet.] [?]

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