Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 6

Adhyāya 9 Pratipad-Verse des Bahiṣpavamāna und der Vrātya-Wunsch

Wahl der Pratipad (Eingangsstrophe) je nach Wunsch: Dorf, Nachkommen, Vieh, Vorrang, viele; Mantra-Anfänge sind pratīka und teils erklärt. Mythos vom Soma-Raub durch Viśvāvasu und Viṣṇu. Zum Schluss die Pratipad für Vrātya-Zug. Unsicher: mehrere Deutungen der Wortspiele (upākaḥ, sṛjyante), Text in 617/619 beschädigt.

upāsmai gāyata nara iti grāmakāmāyapratipadaṃ kuryāt

„Singt ihm zu, ihr Männer“ [Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text]: dies soll er als Pratipad wählen für einen, der ein Dorf wünscht.

naro vai devānāṃ grāmo grāmam evāsmā upākaḥ

Der Mann ist das Dorf der Götter; ein Dorf verschafft er ihm damit nahe. [Anm.: Wortspiel upa/upākaḥ.] [?]

upa vā annam-annam evāsmā upākaḥ

„Upa“ ist Speise; Speise eben verschafft er ihm nahe. [?]

upoṣu jātam apturam iti prajākāmāya pratipadaṃ kuryāt

„Hinzu ist [der] Geborene, der Rasche“ [Strophenanfang]: dies soll er als Pratipad für einen wählen, der Nachkommen wünscht.

upa vai prajā tāṃ jātam ity evājījanat

„Upa“ ist Nachkommenschaft; mit „Geborener“ zeugte er sie.

sa naḥ pasvasya śaṃ gava iti pratipadaṃ kuryāt

„Er, läutere du uns Heil den Rindern“ [Strophenanfang]: das soll er als Pratipad wählen.

yāṃ samāṃ mahādevaḥ paśūn hanyāt sa naḥ pavasva śaṃ gava iti catuṣpade bheṣajaṃ karoti

In dem Jahr, in dem Mahādeva das Vieh schlägt: mit „Er, läutere du uns Heil den Rindern“ macht er Heilmittel für das Vierfüßige.

śaṃ janāyeti dvipade śam arvata ity ekaśaphāya

„Heil den Leuten“ für das Zweifüßige, „Heil dem Rosse“ für das Einhufige.

viṣeṇa vai tāṃ samām oṣadhayo 'ktā bhavanti yāṃ samāṃ mahādevaḥ paśūn hanti yac chaṃ rājann oṣadhībhya ity āhauṣadhīr evāsmai svadayaty ubhayyo 'smai svaditāḥ pacyante 'kṛṣṭapacyāś ca kṛṣṭapacyāś ca

In dem Jahr, in dem Mahādeva das Vieh schlägt, sind die Pflanzen mit Gift bestrichen. Dass er sagt „Heil, König, den Pflanzen“, macht er ihm die Pflanzen wohlschmeckend; beide [Arten] werden ihm wohlschmeckend gar: die ungepflügt gar werdenden und die gepflügt gar werdenden.

pavasva vāco agriya iti pratipadaṃ kuryād yaṃ kāmayeta samānānāṃ śīreṣṭhaḥ syād iti

„Läutere dich, du Erster der Rede“ [Strophenanfang]: dies soll er als Pratipad wählen, wenn er wünscht, unter seinesgleichen der Vorderste zu sein.

pavasva vāco agriya ity agram evainaṃ pariṇayati

Mit „Läutere dich, du Erster der Rede“ führt er ihn ganz nach vorn.

śrīr vai vāco 'graṃ śriyam evāsmin dadhāti

Das Glück (śrī) ist der Anfang (agra) der Rede; Glück legt er in ihn.

ete asṛgram indava iti bahubhyaḥ pratipadaṃ kuryāt

„Diese [strömten hervor], die Tropfen [bis zum] Anfang“ [Strophenanfang]: dies soll er für Viele als Pratipad wählen.

eta iti sarvān evainān ṛddhyai bhūtyā abhivadati

„Diese“: damit spricht er sie alle zu Gedeihen und Wohlstand an.

eta iti vai prajāpatir devān asṛjatāsṛgram iti manuṣyān indava iti pitṝṃs tiraḥ pavitra iti grahān āśava iti stotraṃv viśvānīti śastram abhi saubhagety anyāḥ prajāḥ

Mit „diese“ schuf Prajāpati die Götter, mit „sie strömten hervor“ die Menschen, mit „Tropfen“ die Väter, mit „durch das Sieb“ die Soma-Schalen, mit „die Schnellen“ das Stotra, mit „alle“ das Śastra, mit „zum Glück hin“ die anderen Geschöpfe. [Anm.: Wort für Wort auf die Strophenworte bezogen.]

yad eta iti tasmād yāvanta evāgre devās tāvanta idānīm

Dass „diese“ [steht]: daher sind jetzt so viele Götter, wie am Anfang waren.

sarvān vṛddhim ārdhnuvaṃ sthiteva hy eṣā vyāhṛtiḥ

Er lässt sie alle Gedeihen erlangen; denn diese Aussage steht gleichsam fest. [?]

yad asṛgram iti tasmān manuṣyāḥ śvaḥ-śvaḥ sṛjyante

Dass „sie strömten hervor“: daher werden die Menschen täglich [neu] geschaffen. [?]

yad indava itīndava iva hi pitaraḥ

Dass „Tropfen“ [steht]: die Väter sind ja gleichsam Tropfen.

yāntāḥ prajāḥ sṛṣṭā ṛddhim ārdhnuvaṃs tām ṛdhnuvanti yeṣām evaṃv vidvān etāṃ pratipadaṃ karoti

Die Geschöpfe, die geschaffen wurden, die erlangten Gedeihen; dieses Gedeihen erlangen die, für die ein Wissender diese Pratipad macht.

chandāṃsi vai somam āharaṃs taṃ gandharvo viśvāvasuḥ paryamuṣṇāt. tenāpaḥ prāviśat taṃ devatā anvaicchaṃs taṃ viṣṇur apsu paryapaśyat sa vyakāṅkṣad ayaṃ nū3 nā3 iti taṃ padā prāsphurat tasmāt pṛthag indavo 'sṛjyanta sa devatābhyo 'bhitas tiṣṭhantībhya ete asṛgram indava iti prābravīd bahiṣpavamānena vai yajñaḥ sṛjyate yad ete asṛgram indava iti prastauti yajñam eva tat sṛṣṭaṃ devatābhyaḥ prāha

Die Metren brachten den Soma herbei; ihn stahl der Gandharva Viśvāvasu ringsum [?]. Damit ging er ins Wasser. Ihn suchten die Götter; Viṣṇu erblickte ihn im Wasser. Er sah [ihn] zweifelnd [an]: „Ist es dieser?“ [Anm.: Dehnung nū3 nā3 = Fragelaut.] Er stieß ihn mit dem Fuß an; daher wurden die Tropfen getrennt geschaffen. Er sprach zu den ringsum stehenden Gottheiten: „Diese strömten hervor, die Tropfen.“ Mit dem Bahiṣpavamāna wird das Opfer geschaffen; dass er „diese strömten hervor, die Tropfen“ anstimmt, damit spricht er das geschaffene Opfer den Gottheiten zu.

vyṛddhaṃ vā etad apaśavyaṃ yat prātaḥsavanam aniḍaṃ hi yad iḍām asmabhyaṃ saṃyatam ity āha prātaḥsavanam eva tad iḍāvat paśumat karoti

Fehlgeschlagen und ohne Vieh ist die Morgenpressung, die ohne Iḍā ist. Dass er sagt „Iḍā [Opferspeise] soll uns zusammengehalten werden“ [?], macht er die Morgenpressung mit Iḍā versehen und reich an Vieh.

davidyūtatyā ruceti vrātāya pratipadaṃ kuryāt

„Mit leuchtendem Glanz“ [Strophenanfang]: dies soll er als Pratipad für einen Vrātya[-Zug] wählen.

davidyūtatyā receti vai gāyatryā rūpaṃ pariṣṭobhantyeti triṣṭubhaḥ kṛpety anuṣṭubhaḥ somāḥ śukrā gavāśira iti jagatyāḥ sarveṣāṃ vā eṣā cchandasāṃ rūpaṃ cchandāṃsīva khalu vai vratopadeṣā pratipad bhavati svenaivaināṃs tad rūpeṇa samardhayati

„Mit leuchtendem Glanz“ ist die Form der Gāyatrī; „sie umhüllen“ die der Triṣṭubh; „Gnade“ die der Anuṣṭubh; „die Somas, strahlend, rindermischend“ die der Jagatī. Dies ist die Form aller Metren; gleichsam Metren ist diese Pratipad, die die Vrata-Anweisung ist; so lässt er sie durch ihre eigene Form gedeihen.

vṛddhā vā eta indriyeṇa vīryeṇa yad vrāta indriyaṃ vīryaṃ chandāṃsīndriyeṇaivainān vīryeṇa samardhayati

Diese Vrātyas sind mit Indriya und Kraft gewachsen; Indriya und Kraft sind die Metren; so lässt er sie mit Indriya und Kraft gedeihen. [?]

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