Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 6

Adhyāya 10 Anfangsverse (pratipad) des Pavamāna für besondere Wünsche und Anlässe

Fortsetzung der Regeln, welche Anfangsstrophe (pratipad) beim Soma-Reinigungslied für welchen Anlass zu wählen ist (Todesfall, Krankheit, Verleumdung, Königtum, Volk, Regen, Rinder). Die Strophen werden nur mit Anfängen zitiert. Die Deutung von āyūṃṣi/janyāḥ gāvaḥ ist teils unsicher.

agna āyūṃṣi pavasa iti pratipadaṃ kuryād yeṣāṃ dīkṣitānāṃ pramīyate

Mit „Agni, Lebenszeiten läuterst du dich“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text] soll man den Anfangsvers (pratipad) machen für die, bei deren Geweihten (dīkṣita) [einer] stirbt.

apūtā iva vā ete yeṣāṃ dīkṣitānāṃ pramīyate yady eṣāgnipāvamānī pratipad bhavaty agnir evainān niṣṭapati pavamānaḥ punāti

Unrein gleichsam sind diese, bei deren Geweihten [einer] stirbt. Wenn dies der agnipāvamānī-Anfangsvers ist, dann durchglüht Agni sie, der Läuternde reinigt sie.

yad āyūṃṣīty āha ya eva jīvanti teṣv āyur dadhāti

Dass er „Lebenszeiten“ sagt: er legt Lebenskraft in die, die noch leben.

ā no mitrāvaruṇeti jyogāmayāvine pratipadaṃ kuryāt

Mit „Zu uns, o Mitra und Varuṇa“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen für einen langwierig Kranken.

apakrāntau vā etasya prāṇāpānau yasya jyog āmayati prāṇāpānau mitrāvaruṇau prāṇāpānāv evāsmin dadhāti

Fortgegangen sind Ein- und Ausatem [prāṇa und apāna] von dem, der langwierig krank ist. Mitra und Varuṇa sind Ein- und Ausatem; Ein- und Ausatem legt er in ihn.

apaghnan pavate mṛdho 'pa somo arāvṇa ity anṛtam abhiśasyamānāya pratipadaṃ kuryāt

Mit „Die Bedränger abschlagend läutert er sich, Soma, die Nichtgebenden“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen für den, der der Unwahrheit beschuldigt wird.

arāvāṇo vā ete ye 'nṛtam abhiśaṃsanti tān evāsmād apahanti

Nichtgebende (arāvan) sind diese, die Unwahrheit beschuldigen; eben sie schlägt er von ihm ab.

gacchann indrasya niṣkṛtam iti pūtam evainaṃ yajñiyam indrasya niṣkṛtaṃ gamayati

„Zu Indras Bereitung gehend“ [Anm.: pratīka]: als einen Geläuterten, für das Opfer Tauglichen lässt er ihn zu Indras Bereitung [niṣkṛta, Herrichtung; auch: Sühne] gelangen [?].

vṛṣā pavasva dhārayeti rājanyāya pratipadaṃ kuryād vṛṣā vai rājanyo vṛṣāṇam evainaṃ karoti

Mit „Als Stier läutere dich, im Strom“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen für einen Rājanya; ein Stier nämlich ist der Rājanya, zu einem Stier macht er ihn.

marutvate ca matsara iti maruto vai devānāṃ viśo viśam evāsmā anu niyunakty anapakrāmukāsmād viḍ bhavati

„Und für den Marutbegleiteten, den Berauschenden“ [Anm.: pratīka]: die Maruts sind das Volk (viś) der Götter; das Volk fügt er ihm hinzu. Sein Volk wird ihm nicht davonlaufen.

viśvā dadhāna ojasety ojasaivāsmai vīryeṇa viśaṃ purastāt parigṛhṇāty anapakrāmukāsmād viḍ bhavati

„Alles in sich tragend mit Kraft“ [Anm.: pratīka]: mit eben Kraft und Mannhaftigkeit umfasst er für ihn zuvor das Volk; sein Volk wird ihm nicht davonlaufen.

pavasvendo vṛṣāsuta iti pratipadaṃ kuryād yaḥ kāmayeta jane ma ṛdhyeteti

Mit „Läutere dich, Tropfen, du stiergezeugter“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen, wer wünscht: „Möge es mir unter den Leuten gelingen.“

kṛdhī no yaśaso jana iti janatāyām evāsmā ṛdhyate

„Mach uns berühmt unter den Leuten“ [Anm.: pratīka]: eben unter den Leuten gelingt es ihm.

yuvaṃ hi sthaḥ svaḥ patī iti dvābhyāṃ pratipadaṃ kuryāt samāvadbhājāv evainau yajñasya karoty ubhau yajñayaśasenārpayati

Mit „Ihr beide seid ja die Herren des Lichts (svar)“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen, mit zwei Strophen; gleichen Anteil am Opfer lässt er diese beiden haben, beide bringt er mit dem Opferruhm zusammen [?].

prāsya dhārā akṣarann iti vṛṣṭikāmāya pratipadaṃ kuryāt

Mit „Seine Ströme sind hervorgeströmt“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen für einen, der Regen wünscht.

prāsya dhārā akṣarann iti divo vṛṣṭiṃ cyāvayati vṛṣṇaḥ sutasyaujasa ity antarikṣāt

„Seine Ströme sind hervorgeströmt“: so lässt er den Regen vom Himmel herabkommen; „von der Kraft des gepressten Stiers“: aus dem Luftraum.

devāṃ anu prabhūṣata ity asmin loke pratiṣṭhāpayati

„Den Göttern nach haben sie sich geschmückt“ [Anm.: pratīka]: er gibt ihm Halt in dieser Welt.

ojasā vā etad vīryeṇa pradīyate yad aprattaṃ bhavati yad vṛṣṇaḥ sutasyaujasa ity āhaujasaivāsmai vīryeṇa divo vṛṣṭiṃ prayacchati

Mit Kraft und Mannhaftigkeit wird nämlich das hingegeben, was [sonst] nicht gegeben ist. Dass er sagt „von der Kraft des gepressten Stiers“: eben mit Kraft und Mannhaftigkeit gibt er ihm den Regen vom Himmel.

tayā pavasva dhārayā yayā gāva ihāgamañ janyāsa up no gṛham iti pratipadaṃ kuryād yaḥ kāmayetopa mā janyā gāvo nameyur vindeta me janyā gā rāṣṭram iti yad eṣā pratipad bhavaty upainaṃ janyā gāvo namanti vindate 'sya janyā gā rāṣṭram

Mit „Mit jenem Strom läutere dich, mit dem die Kühe hierher gekommen sind, die Leute (janya) zu unserem Haus hin“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen, wer wünscht: „Möchten mir die zugehörigen Kühe [janyā gāvaḥ, ‚Volkskühe‘?] zuneigen, möge ich die janyā-Kühe [und] Herrschaft finden.“ Wenn dies der Anfangsvers ist, neigen ihm die janyā-Kühe zu, er findet janyā-Kühe [und] Herrschaft [?].

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