Adhyāya 10
Anfangsverse (pratipad) des Pavamāna für besondere Wünsche und Anlässe
Fortsetzung der Regeln, welche Anfangsstrophe (pratipad) beim Soma-Reinigungslied für welchen Anlass zu wählen ist (Todesfall, Krankheit, Verleumdung, Königtum, Volk, Regen, Rinder). Die Strophen werden nur mit Anfängen zitiert. Die Deutung von āyūṃṣi/janyāḥ gāvaḥ ist teils unsicher.
Mit „Agni, Lebenszeiten läuterst du dich“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text] soll man den Anfangsvers (pratipad) machen für die, bei deren Geweihten (dīkṣita) [einer] stirbt.
Unrein gleichsam sind diese, bei deren Geweihten [einer] stirbt. Wenn dies der agnipāvamānī-Anfangsvers ist, dann durchglüht Agni sie, der Läuternde reinigt sie.
Fortgegangen sind Ein- und Ausatem [prāṇa und apāna] von dem, der langwierig krank ist. Mitra und Varuṇa sind Ein- und Ausatem; Ein- und Ausatem legt er in ihn.
Mit „Die Bedränger abschlagend läutert er sich, Soma, die Nichtgebenden“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen für den, der der Unwahrheit beschuldigt wird.
„Zu Indras Bereitung gehend“ [Anm.: pratīka]: als einen Geläuterten, für das Opfer Tauglichen lässt er ihn zu Indras Bereitung [niṣkṛta, Herrichtung; auch: Sühne] gelangen [?].
Mit „Als Stier läutere dich, im Strom“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen für einen Rājanya; ein Stier nämlich ist der Rājanya, zu einem Stier macht er ihn.
marutvate ca matsara iti maruto vai devānāṃ viśo viśam evāsmā anu niyunakty anapakrāmukāsmād viḍ bhavati
„Und für den Marutbegleiteten, den Berauschenden“ [Anm.: pratīka]: die Maruts sind das Volk (viś) der Götter; das Volk fügt er ihm hinzu. Sein Volk wird ihm nicht davonlaufen.
„Alles in sich tragend mit Kraft“ [Anm.: pratīka]: mit eben Kraft und Mannhaftigkeit umfasst er für ihn zuvor das Volk; sein Volk wird ihm nicht davonlaufen.
Mit „Ihr beide seid ja die Herren des Lichts (svar)“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen, mit zwei Strophen; gleichen Anteil am Opfer lässt er diese beiden haben, beide bringt er mit dem Opferruhm zusammen [?].
ojasā vā etad vīryeṇa pradīyate yad aprattaṃ bhavati yad vṛṣṇaḥ sutasyaujasa ity āhaujasaivāsmai vīryeṇa divo vṛṣṭiṃ prayacchati
Mit Kraft und Mannhaftigkeit wird nämlich das hingegeben, was [sonst] nicht gegeben ist. Dass er sagt „von der Kraft des gepressten Stiers“: eben mit Kraft und Mannhaftigkeit gibt er ihm den Regen vom Himmel.
tayā pavasva dhārayā yayā gāva ihāgamañ janyāsa up no gṛham iti pratipadaṃ kuryād yaḥ kāmayetopa mā janyā gāvo nameyur vindeta me janyā gā rāṣṭram iti yad eṣā pratipad bhavaty upainaṃ janyā gāvo namanti vindate 'sya janyā gā rāṣṭram
Mit „Mit jenem Strom läutere dich, mit dem die Kühe hierher gekommen sind, die Leute (janya) zu unserem Haus hin“ [Anm.: pratīka] soll man den Anfangsvers machen, wer wünscht: „Möchten mir die zugehörigen Kühe [janyā gāvaḥ, ‚Volkskühe‘?] zuneigen, möge ich die janyā-Kühe [und] Herrschaft finden.“ Wenn dies der Anfangsvers ist, neigen ihm die janyā-Kühe zu, er findet janyā-Kühe [und] Herrschaft [?].