Vorschriften zur Ausführung des Gāyatra-Sāman (dreifache Wiederholung, Hiṅkāra als Pratihāra, Tonlage, Atempausen) und zur Wahl des Nidhana je nach Wunsch. Mehrere Sätze sind technisch dunkel (avanard, ā-vṛścyate) und daher mit [?] versehen.
ime vai lokā gāyatraṃ tryāvṛd geyaṃ trayo hīme lokā yat tryāvṛd gāyaty ebhir evainaṃ lokaiḥ saṃmimīte
Diese Welten sind das Gāyatra; dreifach (tryāvṛt) ist es zu singen. Dreifach nämlich sind diese Welten; dass er dreifach singt: mit eben diesen Welten stattet er ihn [den Opferherrn] aus.
aniruktaṃ geyam etad vai gāyatrasya krūraṃ yan niruktaṃ yad aniruktaṃ gāyati krūram evāsya parivṛṇakti
Unausgesprochen [d.h. nicht deutlich artikuliert, aniruktam] ist es zu singen. Das nämlich ist das Grausame des Gāyatra, was deutlich ausgesprochen ist. Dadurch, dass er es unausgesprochen singt, vermeidet er dessen Grausames.
prāṇo gāyatraṃ na vyavānyāt prāṇasyāvicchedāya yadi vyavāniti pramāyuko bhavati yadi na vyavāniti sarvam āyur eti
Das Gāyatra ist Atem (prāṇa); man soll nicht zwischendurch ausatmen [vyavāniti, Atem trennen], damit der Atem nicht unterbrochen wird. Wenn er zwischendurch ausatmet, wird er kurzlebig; wenn er nicht zwischendurch ausatmet, erreicht er die ganze Lebenszeit.
yadi vyavānyān madhya ṛco vyavānyāt prāṇo vai gāyatraṃ prāṇaḥ svaraḥ prāṇam eva tan madhyata ātman dadhāti sa sarvam āyur eti
Wenn er doch zwischendurch atmen muss, dann mitten in einer Ṛc-Strophe. Das Gāyatra ist nämlich Atem, der Ton (svara) ist Atem; eben Atem legt er so in die Mitte in sich selbst; er erreicht die ganze Lebenszeit.
Für einen, der Vieh wünscht, soll man das Nidhana „iḍā“ machen; „svaḥ“ für den, der die Himmelswelt wünscht; „yaśaḥ“ für den, der Ruhm [und] Brahmaglanz wünscht; „āyuḥ“ für den Kranken; „haṃsi“ [‚du schlägst‘] für den, der einen Schadenszauber vollzieht.