Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 7

Adhyāya 1 Regeln für das Singen des Gāyatra

Vorschriften zur Ausführung des Gāyatra-Sāman (dreifache Wiederholung, Hiṅkāra als Pratihāra, Tonlage, Atempausen) und zur Wahl des Nidhana je nach Wunsch. Mehrere Sätze sind technisch dunkel (avanard, ā-vṛścyate) und daher mit [?] versehen.

ime vai lokā gāyatraṃ tryāvṛd geyaṃ trayo hīme lokā yat tryāvṛd gāyaty ebhir evainaṃ lokaiḥ saṃmimīte

Diese Welten sind das Gāyatra; dreifach (tryāvṛt) ist es zu singen. Dreifach nämlich sind diese Welten; dass er dreifach singt: mit eben diesen Welten stattet er ihn [den Opferherrn] aus.

dvir avanarded dhiṅ kuryāt tṛtīyam

Zweimal soll er [ihn/das Gāyatra] ertönen lassen (avanard-) [?]; beim dritten soll er das Hiṅ machen [?].

yat trir avanardaty ati tad gāyatraṃ recayati

Wenn er dreimal ertönen lässt, macht er das Gāyatra überschüssig.

yo vai gāyatreṇāpratihṛtenodgāyaty apratiṣṭhāno bhavati hiṅkāro vai gāyatrasya pratihāraḥ

Wer mit dem Gāyatra ohne Pratihāra den Udgītha singt, wird einer ohne Halt. Der Hiṅkāra ist nämlich der Pratihāra des Gāyatra.

sa manasā dhyeyaḥ pratihṛtena gāyatreṇodgāyati pratitiṣṭhati

Er ist im Geist zu erwägen [oder: gedanklich zu vollziehen]. Wer mit dem mit Pratihāra versehenen Gāyatra den Udgītha singt, findet Halt.

yo vā ebhyo lokebhyo gāyatraṃ gāyati naibhyo lokebhya āvṛścyata ima enaṃ lokā ūrjjābhisaṃvasate

Wer das Gāyatra von diesen Welten aus singt, wird nicht von diesen Welten abgeschnitten; diese Welten wohnen bei ihm mit Kraft (ūrj) zusammen [?].

mandram ivāgra ādadītātha tārataram atha tāratamaṃ tad ebhyo lokebhyo 'gāsīt

Zuerst soll er gleichsam tief [mandra] anheben, dann höher, dann am höchsten; damit hat er es von diesen Welten aus gesungen [?].

aniruktaṃ geyam etad vai gāyatrasya krūraṃ yan niruktaṃ yad aniruktaṃ gāyati krūram evāsya parivṛṇakti

Unausgesprochen [d.h. nicht deutlich artikuliert, aniruktam] ist es zu singen. Das nämlich ist das Grausame des Gāyatra, was deutlich ausgesprochen ist. Dadurch, dass er es unausgesprochen singt, vermeidet er dessen Grausames.

prāṇo gāyatraṃ na vyavānyāt prāṇasyāvicchedāya yadi vyavāniti pramāyuko bhavati yadi na vyavāniti sarvam āyur eti

Das Gāyatra ist Atem (prāṇa); man soll nicht zwischendurch ausatmen [vyavāniti, Atem trennen], damit der Atem nicht unterbrochen wird. Wenn er zwischendurch ausatmet, wird er kurzlebig; wenn er nicht zwischendurch ausatmet, erreicht er die ganze Lebenszeit.

yadi vyavānyān madhya ṛco vyavānyāt prāṇo vai gāyatraṃ prāṇaḥ svaraḥ prāṇam eva tan madhyata ātman dadhāti sa sarvam āyur eti

Wenn er doch zwischendurch atmen muss, dann mitten in einer Ṛc-Strophe. Das Gāyatra ist nämlich Atem, der Ton (svara) ist Atem; eben Atem legt er so in die Mitte in sich selbst; er erreicht die ganze Lebenszeit.

iḍāṃ paśukāmāya nidhanaṃ kuryāt svaḥ svargakāmāya yaśo brahmavarcasakāmāyāyur āmayāvine haṃsīty abhicarate

Für einen, der Vieh wünscht, soll man das Nidhana „iḍā“ machen; „svaḥ“ für den, der die Himmelswelt wünscht; „yaśaḥ“ für den, der Ruhm [und] Brahmaglanz wünscht; „āyuḥ“ für den Kranken; „haṃsi“ [‚du schlägst‘] für den, der einen Schadenszauber vollzieht.

ete vai gāyatrasya dohāḥ

Dies sind die Melkungen (doha) des Gāyatra.

brahmavarcasasī paśumān bhavati ya evaṃv veda

Er wird im Besitz von Brahmaglanz und Vieh, der so weiß.

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