Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 7

Adhyāya 5 Āmahīyava, Raurava, Yaudhājaya und Auśana

Ursprungsgeschichten der vier Sāmans Āmahīyava (Schöpfung der Geschöpfe), Raurava (aus der Makha-/Pravargya-Erzählung), Yaudhājaya (Indra) und Auśana (Vāyu), jeweils mit etymologischen Deutungen und Phalaśruti-Sätzen. Der Text hat Korruptelen (abruvsn, teṣā, paś+ūṃs); die Bedeutung von vidhṛti/pāpavasīyas und die Rolle der „beiden Agnis“ ist unsicher.

prajāpatir akāmayata bahu syāṃ prajāyeyeti sa śocann amahīyamāno 'tiṣṭhat sa etad āmahīyavam apaśyat tenemāḥ prajā asṛjata tāḥ sṛṣṭā amahīyanta yad amahīyanta tasmād āmahīyavam

Prajāpati wünschte: „Ich möchte viel sein, ich möchte mich fortpflanzen.“ Trauernd blieb er stehen, ohne sich erhoben zu fühlen [amahīyamāna; ‚ohne sich zu erfreuen‘] [?]. Er sah dieses Āmahīyava-[Sāman]. Damit schuf er diese Geschöpfe. Diese, geschaffen, fühlten sich erhoben [amahīyanta]. Dass sie sich erhoben fühlten: daher „Āmahīyava“.

tā asmāt sṛṣṭā apākrāmaṃs tāsāṃ divi sad bhūmy ādada iti prāṇān ādatta tā enaṃ prāṇeṣv ātteṣu punar upāvartanta tābhya ugraṃ śarma mahi śrava iti punaḥ prāṇān prāyacchat tā asmād ud evāyodhaṃs tāsāṃ stauṣa iti manyūn avāśṛṇāt tato vai tasmai tāḥ śraiṣṭhyāyātiṣṭhanta

Diese wichen von ihm, dem Geschaffenen, zurück. Von ihnen nahm er mit „im Himmel sitzend, auf der Erde nahm ich“ [Anm.: pratīka] die Lebensatem an sich. Diese kehrten, als die Lebensatem genommen waren, zu ihm zurück. Mit „Ihnen [gebe] gewaltigen Schutz, große Berühmtheit“ [Anm.: pratīka] gab er die Lebensatem wieder zurück. Diese kämpften gegen ihn auf. Mit „Ihrer will ich lobsingen“ [Anm.: pratīka] zerbrach er ihren Zorn. Daraufhin standen sie ihm zur Vorrangstellung zu Gebote.

tiṣṭhante 'smai samānāḥ śraiṣṭhyāya ya evaṃv veda

Es stehen ihm die Gleichgestellten zu Gebote zur Vorrangstellung, der so weiß.

prajānāṃ ca vā eṣā sṛṣṭiḥ pāpavasīyaś ca vidhṛtir yad āmahīyavam

Dies nämlich ist die Schöpfung der Geschöpfe und die Scheidung [vidhṛti] von Schlechterem und Besserem [pāpavasīyas], was das Āmahīyava ist [?].

vidhṛtiḥ pāpavasīyaso bhavati ya evaṃv veda

Er erlangt die Scheidung von Schlechterem und Besserem [?], der so weiß.

devā vai yaśaskāmāḥ sattram āsatāgnir indro vāyur makhas te 'bruvsn yan no yaśa ṛcchāt tan naḥ sahāsad iti teṣā makhaṃ yaśa ārcchat tad ādāyāpākrāmat tad asya prāsahāditsanta taṃ paryayatanta svadhanuḥ pratiṣṭhābhyātiṣṭhat tasya dhanurārtnir ūrdhvā patitvā śiro 'cchinat sa pravargyo 'bhavad yajño vai makho yat pravargyaṃ pravṛñjanti yajñasyaiva tac chiraḥ pratidadhati

Die Götter, die Ruhm wünschten, saßen ein Sattra: Agni, Indra, Vāyu, Makha. Sie sagten: „Was von uns an Ruhm anfällt, das soll uns gemeinsam gehören.“ Ihnen fiel Makha der Ruhm zu. Den nahm er und ging davon. Sie wollten ihn ihm mit Gewalt abnehmen und umringten ihn. Er stellte seinen eigenen Bogen aufrecht auf [svadhanuḥ pratiṣṭhā, ‚Bogen auf den Boden‘] [?]. Das Ende seines Bogens [dhanurārtni] schnellte, nach oben fallend, und schnitt ihm den Kopf ab. Der wurde zum Pravargya. Das Opfer ist Makha; dass sie den Pravargya vollziehen: sie setzen damit den Kopf des Opfers wieder an.

tad devā yaśo vyabhajanta tasyāgnī rauravaṃ prābṛhata

Diesen Ruhm teilten die Götter untereinander. Von ihm zogen die beiden Agni [agnī, Dual] [Anm.: Bezug des Duals unklar] das Raurava heraus.

tad vai sa paśuvīryaṃ prābṛhata paśavo vai rauravam

Damit zog er die Viehkraft heraus; das Vieh nämlich ist das Raurava.

paśumān bhavati ya evaṃv veda

Er wird viehreich, der so weiß.

agnir vai rūras tasyaitad rauravam

Agni ist Rūra [der Brüllende]; deshalb ist dies sein Raurava.

asurā vai devān paryayatanta tata etāv agnī rūrau viṣvañcau stobhāv apaśyat tābhyām enān pratyauṣat te pratyuṣyamāṇā aravanta yad aravanta tasmād rauravam

Die Asuras umringten die Götter. Da sahen diese beiden Agni, die Rūras, zwei auseinandergehende Stobhas. Mit ihnen versengten sie sie zurück [pratyauṣat]. Diese, zurückversengt, brüllten auf [aravanta]. Dass sie brüllten: daher „Raurava“.

athendro yaudhājayaṃ prābṛhata tad vai sa vajraṃ prābṛhata vajro vai yaudhājayam

Dann zog Indra das Yaudhājaya heraus. Damit zog er den Vajra heraus; der Vajra nämlich ist das Yaudhājaya.

vajraṃ bhrātṛvyāya praharati ya evaṃv veda

Er schleudert den Vajra gegen den Rivalen, der so weiß.

indro vai yudhājit tasyaitad yaudhājayam

Indra ist der im Kampf Siegende [yudhājit]; deshalb ist dies sein Yaudhājaya.

yudhā maryā ajaiṣmeti tasmād yaudhājayam

„Im Kampf, ihr Sterblichen, haben wir gesiegt“: daher „Yaudhājaya“.

atha vāyur auśanaṃ prābṛhata

Dann zog Vāyu das Auśana heraus.

tad vai sa prāṇvīryaṃ prābṛhata prāṇā vā auśanam

Damit zog er die Kraft der Lebensatem heraus; die Lebensatem nämlich sind das Auśana.

sarvam āyur eti ya evaṃv veda

Er erreicht die ganze Lebenszeit, der so weiß.

vāyur vā uśanaṃs tasyaitad auśanam

Vāyu ist Uśanā [der Begehrende]; deshalb ist dies sein Auśana.

uśanā vai kāvyo 'surāṇāṃ purohita āsīt taṃ devāḥ kāmadughābhir apāmantrayanta tasmā etāny auśanāni prāyacchan kāmadughā vā auśanāni

Uśanā Kāvya war der Hauspriester (purohita) der Asuras. Ihn lockten die Götter mit wunscherfüllenden Kühen (kāmadughā) zu sich herüber. Ihm gaben sie diese Auśana-[Sāmans]. Die Auśanas sind wunscherfüllende Kühe.

kāmadughā enam upatiṣṭhante ya evaṃv veda

Wunscherfüllende Kühe stellen sich bei ihm ein, der so weiß.

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