Adhyāya 5
Āmahīyava, Raurava, Yaudhājaya und Auśana
Ursprungsgeschichten der vier Sāmans Āmahīyava (Schöpfung der Geschöpfe), Raurava (aus der Makha-/Pravargya-Erzählung), Yaudhājaya (Indra) und Auśana (Vāyu), jeweils mit etymologischen Deutungen und Phalaśruti-Sätzen. Der Text hat Korruptelen (abruvsn, teṣā, paś+ūṃs); die Bedeutung von vidhṛti/pāpavasīyas und die Rolle der „beiden Agnis“ ist unsicher.
prajāpatir akāmayata bahu syāṃ prajāyeyeti sa śocann amahīyamāno 'tiṣṭhat sa etad āmahīyavam apaśyat tenemāḥ prajā asṛjata tāḥ sṛṣṭā amahīyanta yad amahīyanta tasmād āmahīyavam
Prajāpati wünschte: „Ich möchte viel sein, ich möchte mich fortpflanzen.“ Trauernd blieb er stehen, ohne sich erhoben zu fühlen [amahīyamāna; ‚ohne sich zu erfreuen‘] [?]. Er sah dieses Āmahīyava-[Sāman]. Damit schuf er diese Geschöpfe. Diese, geschaffen, fühlten sich erhoben [amahīyanta]. Dass sie sich erhoben fühlten: daher „Āmahīyava“.
tā asmāt sṛṣṭā apākrāmaṃs tāsāṃ divi sad bhūmy ādada iti prāṇān ādatta tā enaṃ prāṇeṣv ātteṣu punar upāvartanta tābhya ugraṃ śarma mahi śrava iti punaḥ prāṇān prāyacchat tā asmād ud evāyodhaṃs tāsāṃ stauṣa iti manyūn avāśṛṇāt tato vai tasmai tāḥ śraiṣṭhyāyātiṣṭhanta
Diese wichen von ihm, dem Geschaffenen, zurück. Von ihnen nahm er mit „im Himmel sitzend, auf der Erde nahm ich“ [Anm.: pratīka] die Lebensatem an sich. Diese kehrten, als die Lebensatem genommen waren, zu ihm zurück. Mit „Ihnen [gebe] gewaltigen Schutz, große Berühmtheit“ [Anm.: pratīka] gab er die Lebensatem wieder zurück. Diese kämpften gegen ihn auf. Mit „Ihrer will ich lobsingen“ [Anm.: pratīka] zerbrach er ihren Zorn. Daraufhin standen sie ihm zur Vorrangstellung zu Gebote.
devā vai yaśaskāmāḥ sattram āsatāgnir indro vāyur makhas te 'bruvsn yan no yaśa ṛcchāt tan naḥ sahāsad iti teṣā makhaṃ yaśa ārcchat tad ādāyāpākrāmat tad asya prāsahāditsanta taṃ paryayatanta svadhanuḥ pratiṣṭhābhyātiṣṭhat tasya dhanurārtnir ūrdhvā patitvā śiro 'cchinat sa pravargyo 'bhavad yajño vai makho yat pravargyaṃ pravṛñjanti yajñasyaiva tac chiraḥ pratidadhati
Die Götter, die Ruhm wünschten, saßen ein Sattra: Agni, Indra, Vāyu, Makha. Sie sagten: „Was von uns an Ruhm anfällt, das soll uns gemeinsam gehören.“ Ihnen fiel Makha der Ruhm zu. Den nahm er und ging davon. Sie wollten ihn ihm mit Gewalt abnehmen und umringten ihn. Er stellte seinen eigenen Bogen aufrecht auf [svadhanuḥ pratiṣṭhā, ‚Bogen auf den Boden‘] [?]. Das Ende seines Bogens [dhanurārtni] schnellte, nach oben fallend, und schnitt ihm den Kopf ab. Der wurde zum Pravargya. Das Opfer ist Makha; dass sie den Pravargya vollziehen: sie setzen damit den Kopf des Opfers wieder an.
asurā vai devān paryayatanta tata etāv agnī rūrau viṣvañcau stobhāv apaśyat tābhyām enān pratyauṣat te pratyuṣyamāṇā aravanta yad aravanta tasmād rauravam
Die Asuras umringten die Götter. Da sahen diese beiden Agni, die Rūras, zwei auseinandergehende Stobhas. Mit ihnen versengten sie sie zurück [pratyauṣat]. Diese, zurückversengt, brüllten auf [aravanta]. Dass sie brüllten: daher „Raurava“.
Uśanā Kāvya war der Hauspriester (purohita) der Asuras. Ihn lockten die Götter mit wunscherfüllenden Kühen (kāmadughā) zu sich herüber. Ihm gaben sie diese Auśana-[Sāmans]. Die Auśanas sind wunscherfüllende Kühe.