Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 7

Adhyāya 10 Śyaita und Naudhasa; die Hochzeit der Welten

Ursprung von Śyaita und Naudhasa als „Götterhochzeit“ (devavivāha) von Erde und Himmel, ihre Beziehung zu Bṛhat und Rathantara, die Herleitung des Naudhasa aus dem Ṛṣi Nodhas Kākṣīvata, die Wirkung des Śyaita für Vieh und Nachkommenschaft und das Nidhana „vasu“. Etymologien (śetyā, huṃmā) sind teils unsicher.

imau vai lokau sahāstāṃ tau viyantāv abrūtāṃv vivāhaṃv vivahāvahai saha nāv astv iti

Diese beiden Welten waren zusammen. Als sie auseinandergingen, sagten sie: „Lass uns eine Hochzeit [vivāha] halten; es soll uns beiden gemeinsam gehören.“

tayor ayam amuṣmai śyaitaṃ prāyacchan naudhasam asāv asmai

Von beiden gab diese [Erde] jener [Himmelswelt] das Śyaita, jene gab dieser das Naudhasa.

tata enayor nidhane viparyakrāmatāṃ devavivāho vai śyaitanaudhase

Daraufhin vertauschten sie ihre Nidhanas. Die Götterhochzeit sind Śyaita und Naudhasa.

pravasīyāṃsaṃ vivāham āpnoti ya evaṃv veda

Eine bessere Hochzeit erlangt er, der so weiß [pravasīyāṃsam, ‚weit besser‘] [?].

ito vā ime lokā ūrdhvāḥ kalpamānā yanty amuto 'rvāñcaḥ kalpamānā āyanti

Von hier gehen diese Welten aufwärts, indem sie sich fügen; von dort kommen sie abwärts, indem sie sich fügen.

yad rathantareṇa stuvantīmaṃl lokaṃ tena yunakty antarikṣaṃv vāmadevyena naudhasenāmuṃ yad bṛhatā stuvanty amuṃl lokaṃ tena yanakty antarikṣaṃv vāmadevyena śyaitenemam

Wenn sie mit dem Rathantara loben, verbindet er damit diese Welt, den Luftraum mit dem Vāmadevya, jene [Welt] mit dem Naudhasa. Wenn sie mit dem Bṛhat loben, verbindet er damit jene Welt, den Luftraum mit dem Vāmadevya, diese [Welt] mit dem Śyaita.

kḷptān imāl lokān upāste ya evaṃv veda

Diese Welten als gefügte verehrt er, der so weiß.

bṛhadrathantare vai śaitanaudhase yad rathantarāya naudhasaṃ prati prayuñjanti bṛhad evāsmai tat prati prayuñjanti bṛhad dhy etat paro'kṣaṃ yan naudhasaṃ yad bṛhate śyaitaṃ prati prayuñjanti rathantaram evāsmai tat prati prayuñjanti rathantaraṃ hy etat paro'kṣaṃ yac chyaitam

Bṛhat und Rathantara sind Śyaita und Naudhasa. Dass sie dem Rathantara das Naudhasa entgegensetzen [prati-prayuj-], damit setzen sie ihm das Bṛhat entgegen; das Bṛhat ist nämlich dieses Naudhasa, [aber] verborgen [parokṣa]. Dass sie dem Bṛhat das Śyaita entgegensetzen, damit setzen sie ihm das Rathantara entgegen; das Rathantara ist nämlich dieses Śyaita, [aber] verborgen.

ubhabhyāṃ bṛhadrathantarābhyāṃ stute ya evaṃv veda

Mit beiden, Bṛhat und Rathantara, ist er gelobt, der so weiß.

devā vai brahma vyabhajanta tāṃ nodhāḥ kākṣīvata āgacchat te 'bruvann ṛṣir na āgaṃs tasmai brahma dadāmeti tasmā etat sāma prāyacchaṃs tasmān naudhasaṃ brahma vai naudhasam

Die Götter verteilten das Brahman. Zu ihnen kam Nodhas Kākṣīvata. Sie sagten: „Ein Ṛṣi ist zu uns gekommen; dem wollen wir Brahman geben.“ Ihm gaben sie dieses Sāman. Deshalb „Naudhasa“. Brahman nämlich ist das Naudhasa.

brahmavarcasakāma etena stuvīta brahmavarcasī bhavati

Wer Brahmaglanz wünscht, soll damit loben; er wird brahmaglanzbegabt.

prajāpatiḥ paśūn asṛjata te 'smāt sṛṣṭā apākrāmaṃs tān etena sāmnābhivyāharat te 'smā atiṣṭhanta te śetyā abhavan yac chetyā abhavaṃs tasmāc chyaitaṃ paśavo vai śyaitam

Prajāpati schuf das Vieh. Dieses wich von ihm, dem Geschaffenen, zurück. Er sprach es mit diesem Sāman an. Da standen sie ihm zu Gebote; sie wurden ruhend [śetyā] [?]. Dass sie ruhend wurden: daher „Śyaita“. Das Vieh nämlich ist das Śyaita.

paśukāma etena stuvīta paśumān bhavati

Wer Vieh wünscht, soll damit loben; er wird viehreich.

prajāpatiḥ prajā asṛjata tāḥ sṛṣṭā aśocaṃs tāḥ śyaitena huṃmā ity abhyajighrat tato vai tāḥ samaidhanta samedhante tāṃ samāṃ prajā yatraivaṃ vidvāñ chyaitenodgāyati

Prajāpati schuf die Geschöpfe. Diese, geschaffen, trauerten. Er beschnupperte sie mit dem Śyaita mit „huṃ mā“ [Anm.: Lautfolge/Deutung unsicher]. Daraufhin gediehen sie. Das Jahr über gedeihen die Nachkommen, wo der so Wissende mit dem Śyaita den Udgītha singt.

eṣa vai yajamānasya prajāpatir yad udgātā yac chyaitena hiṅ karoti prajāpatir eva bhūtvā prajā abhijihgrati

Dieser ist für den Opferherrn Prajāpati: der Udgātṛ; dass er mit dem Śyaita das Hiṅ macht: als Prajāpati geworden, beschnuppert er die Geschöpfe.

vasunidhanaṃ bhavati paśavo vai vasu paśuṣv eva pratitiṣṭhati

Es hat „vasu“ als Nidhana: das Vieh ist „vasu“ [Gut]; im Vieh eben findet er Halt.

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