Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 7

Adhyāya 6 Bṛhat und Rathantara: Entstehung, Rang und Nidhana

Entstehung von Bṛhat und Rathantara aus Prajāpatis Denken und Sprechen, ihr Wettlauf um die Nidhana-Silben („has“, „as“), Begründung von bahirṇidhana (Bṛhat) und antarṇidhana (Rathantara), Verwendung für Kranke. Der Vers in Kaṇḍikā 4 (kṣeplā) und die Kaṇḍikā 2 (ādadhīta) sind dunkel.

prajāpatir akāmayata bahu syāṃ prajāyeyeti sa tūṣṇīṃ manasādhyāyat tasya yan manasy āsīt tad bṛhat samabhavat

Prajāpati wünschte: „Ich möchte viel sein, ich möchte mich fortpflanzen.“ Er sann schweigend im Geist. Was in seinem Geist war, das wurde zum Bṛhat.

sa ādadhīta garbho vai me 'yam antarhitas taṃv vācā prajanayā iti

Er dachte [ādadhīta] [?]: „Diese Leibesfrucht von mir liegt verborgen im Innern; ich will sie durch die Rede hervorbringen.“

sa vācaṃ vyasṛjata sā vāg rathantaram anvapadyata

Er ließ die Rede los; die Rede ging dem Rathantara nach [oder: trat in das Rathantara ein].

ratham aryāḥ kṣeplātārīd iti tad rathantarasya rathantaratvam

„Den Wagen (ratha) … [kṣeplā?] hat er überquert (atārīt)“ [Anm.: Text unsicher, Wortspiel auf rathantara] [?]: darin liegt das Rathantara-Sein des Rathantara.

tato bṛhad anu prājāyata bṛhan maryā idaṃ sa jyog antarabhūd iti tad bṛhato bṛhattvam

Danach wurde das Bṛhat geboren. „Groß, ihr Sterblichen, ist dies; er war lange im Innern“ [?]: darin liegt das Bṛhat-Sein des Bṛhat.

yathā vai putro jyeṣṭha evaṃ bṛhat prajāpateḥ

Wie der älteste Sohn, so ist das Bṛhat für Prajāpati.

jyeṣṭhabrāhmaṇaṃ vā etat

Dies ist ein Jyeṣṭha-Brāhmaṇa [d.h. Text über das Ältestsein].

pra jyaiṣṭhyam āpnoti ya evaṃv veda

Er erlangt den Vorrang des Ältesten, der so weiß.

yan nv ity āhur bṛhat pūrvaṃ prajāpatau samabhavat kasmād rathantaraṃ pūrvaṃ yogam ānaśa iti

Nun, was man sagt: „Das Bṛhat entstand zuerst in Prajāpati; warum hat das Rathantara zuerst die Verbindung [yoga] erlangt?“

bṛhad eva pūrvaṃ samabhavad rathantaraṃ tu pūrvaṃ sṛṣṭyāsṛjata tasmāt pūrvaṃ yogam ānaśe

Das Bṛhat eben entstand zuerst; das Rathantara aber wurde in der Schöpfung zuerst geschaffen. Deshalb erlangte es zuerst die Verbindung.

tayoḥ samānaṃ nidhanam āsīt tasmin nātiṣṭhetāṃ ta ājim aitāṃ tayor has iti bṛhat prāṇam udajayad as iti rathantaram apānam abhisamaveṣṭata

Beide hatten dasselbe Nidhana. Sie einigten sich darüber nicht und liefen einen Wettlauf. Bei ihnen: mit „has“ gewann das Bṛhat den Einatem; mit „as“ umfasste das Rathantara den Ausatem [Anm.: Nidhana-Silben, Deutung unsicher] [?].

prāṇāpānau vai bṛhadrathantare jyog āmayāvina ubhe kuryād apakrāntau vā etasya prāṇāpānau yasya jyog āmayati prāṇāpānāv evāsmin dadhāti

Ein- und Ausatem sind Bṛhat und Rathantara; für einen langwierig Kranken soll man beide machen. Fortgegangen sind nämlich Ein- und Ausatem von dem, der langwierig krank ist; Ein- und Ausatem legt er in ihn.

yan nv ity āhur ubhe bṛhadrathantare bahirṇidhane kasmād bṛhad bahirṇidhanāni bhajate 'ntarṇidhanāni rathantaram iti

Nun, was man sagt: „Bṛhat und Rathantara haben beide äußeres Nidhana [bahirṇidhana]; warum nimmt das Bṛhat äußere Nidhanas an, das Rathantara innere [antarṇidhana]?“

prāṇo bṛhat tasmād bahirṇidhanāni bhajate bahir hi prāṇo 'pāno rathantaraṃ tasmād antarṇidhanāni bhajate 'ntar hy apānaḥ

Das Bṛhat ist Einatem; deshalb nimmt es äußere Nidhanas an, denn der Einatem ist außen. Das Rathantara ist Ausatem; deshalb nimmt es innere Nidhanas an, denn der Ausatem ist innen.

mahāvṛkṣau vai bṛhadrathantare nidhanena samarpye

Zwei große Bäume sind Bṛhat und Rathantara; sie sind durch das Nidhana zusammenzufügen [samarpya] [?].

yad vai mahāvṛkṣau samṛcchete bahu tatra vibhagnaṃ prabhagnaṃ śete

Wenn zwei große Bäume zusammenstoßen, liegt dort viel zerbrochen, zerschmettert da.

airaṃ vai bṛhad aiḍaṃ rathantaraṃ mano vai bṛhad vāg rathantaraṃ sām a vai bṛhad ṛg rathantaraṃ prāṇo vai bṛhad apāno rathantaram asau vai loko bṛhad ayaṃ rathantaram etāni manasānvīkṣyodgāyet kḷptābhyām evābhyām udgāyati

Das Bṛhat ist Aira, das Rathantara Aiḍa; das Bṛhat ist Geist, das Rathantara Rede; das Bṛhat ist Sāman, das Rathantara Ṛc; das Bṛhat ist Einatem, das Rathantara Ausatem; das Bṛhat ist jene Welt, das Rathantara diese. Dies soll er im Geist betrachten und dann den Udgītha singen; so singt er mit diesen beiden als fügsam Gewordenen [kḷpta].

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