Adhyāya 6
Bṛhat und Rathantara: Entstehung, Rang und Nidhana
Entstehung von Bṛhat und Rathantara aus Prajāpatis Denken und Sprechen, ihr Wettlauf um die Nidhana-Silben („has“, „as“), Begründung von bahirṇidhana (Bṛhat) und antarṇidhana (Rathantara), Verwendung für Kranke. Der Vers in Kaṇḍikā 4 (kṣeplā) und die Kaṇḍikā 2 (ādadhīta) sind dunkel.
ratham aryāḥ kṣeplātārīd iti tad rathantarasya rathantaratvam
„Den Wagen (ratha) … [kṣeplā?] hat er überquert (atārīt)“ [Anm.: Text unsicher, Wortspiel auf rathantara] [?]: darin liegt das Rathantara-Sein des Rathantara.
tayoḥ samānaṃ nidhanam āsīt tasmin nātiṣṭhetāṃ ta ājim aitāṃ tayor has iti bṛhat prāṇam udajayad as iti rathantaram apānam abhisamaveṣṭata
Beide hatten dasselbe Nidhana. Sie einigten sich darüber nicht und liefen einen Wettlauf. Bei ihnen: mit „has“ gewann das Bṛhat den Einatem; mit „as“ umfasste das Rathantara den Ausatem [Anm.: Nidhana-Silben, Deutung unsicher] [?].
Ein- und Ausatem sind Bṛhat und Rathantara; für einen langwierig Kranken soll man beide machen. Fortgegangen sind nämlich Ein- und Ausatem von dem, der langwierig krank ist; Ein- und Ausatem legt er in ihn.
Nun, was man sagt: „Bṛhat und Rathantara haben beide äußeres Nidhana [bahirṇidhana]; warum nimmt das Bṛhat äußere Nidhanas an, das Rathantara innere [antarṇidhana]?“
prāṇo bṛhat tasmād bahirṇidhanāni bhajate bahir hi prāṇo 'pāno rathantaraṃ tasmād antarṇidhanāni bhajate 'ntar hy apānaḥ
Das Bṛhat ist Einatem; deshalb nimmt es äußere Nidhanas an, denn der Einatem ist außen. Das Rathantara ist Ausatem; deshalb nimmt es innere Nidhanas an, denn der Ausatem ist innen.
airaṃ vai bṛhad aiḍaṃ rathantaraṃ mano vai bṛhad vāg rathantaraṃ sām a vai bṛhad ṛg rathantaraṃ prāṇo vai bṛhad apāno rathantaram asau vai loko bṛhad ayaṃ rathantaram etāni manasānvīkṣyodgāyet kḷptābhyām evābhyām udgāyati
Das Bṛhat ist Aira, das Rathantara Aiḍa; das Bṛhat ist Geist, das Rathantara Rede; das Bṛhat ist Sāman, das Rathantara Ṛc; das Bṛhat ist Einatem, das Rathantara Ausatem; das Bṛhat ist jene Welt, das Rathantara diese. Dies soll er im Geist betrachten und dann den Udgītha singen; so singt er mit diesen beiden als fügsam Gewordenen [kḷpta].