Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 7

Adhyāya 9 Das Vāmadevya: Vater der Pṛṣṭhas, Vieh, Vortragsweise

Das Vāmadevya als Vater der Pṛṣṭha-Sāmans (Bṛhat, Rathantara), seine Rolle für Vieh und Besänftigung (śānti), die Art seines Vortrags (sanft, unausgesprochen, mit eigener Stätte), das Rudra-Motiv und seine Verwendung mit den Revatī-Versen. Mehrere technische Ausdrücke (aṅkulī, svadhūḥ, niyāna, dhātuka) sind unsicher.

pitā vai vāmadevyaṃ putrāḥ pṛṣṭhāni

Der Vater ist das Vāmadevya, die Söhne sind die Pṛṣṭhas.

etasmād vā etāni yoner asṛjyanta

Aus diesem Schoß wurden diese geschaffen.

tasmāt pṛṣṭhānāṃ stotraṃ vāmadevyenānuṣṭuvanti śāntyai

Deshalb schließen sie das Stotra der Pṛṣṭhas mit dem Vāmadevya an [anuṣṭuvanti], zur Beruhigung.

yad dhi putro 'śāntaṃ carati pitā tac chamayati

Wenn nämlich der Sohn Unruhiges treibt, beruhigt es der Vater.

ayaṃ vai loko madhyamo vāmadevyam etasmād vā imau lokau viṣvañcāv asṛjyetāṃ bṛhac ca ratantaraṃ ca

Diese Welt, die mittlere, ist das Vāmadevya. Aus ihm wurden diese beiden Welten als auseinandergehende geschaffen: Bṛhat und Rathantara.

yad rathantareṇa stuvanti ye rathantarāḥ paśavo 'ntarīkṣaṃ ta upaśrayanti yad bṛhatā stuvanti ye bārhatāḥ paśavo 'ntarīkṣaṃ ta upaśrayanti te vāmadevyasya stotreṇāvaruddhāḥ

Wenn sie mit dem Rathantara loben: die Tiere, die zum Rathantara gehören, lehnen sich an den Luftraum an. Wenn sie mit dem Bṛhat loben: die Tiere, die zum Bṛhat gehören, lehnen sich an den Luftraum an. Sie sind durch das Stotra des Vāmadevya eingeholt [avaruddha] [?].

dhruva āsīno vāmadevyenodgāyet paśūnām upavṛtyai

Fest sitzend soll er das Vāmadevya singen, damit das Vieh zurückkehrt [upavṛtti].

upainaṃ paśava āvartante ya evaṃv veda

Zu ihm kehrt das Vieh zurück, der so weiß.

antarikṣaṃ vai vāmadevyam adhūnvatevodgeyam adhūtam ivāntarikṣaṃ paśavo vai vāmadevyam ahiṃsatevodgeyaṃ paśūnām ahiṃsāyai

Der Luftraum ist das Vāmadevya; es ist zu singen, als schüttele man nicht, denn nicht geschüttelt gleichsam ist der Luftraum. Das Vieh ist das Vāmadevya; es ist zu singen, als schade man nicht, damit dem Vieh nicht geschadet wird.

katham iva vāmadevyaṃ geyam ity āhuḥ

„Wie ist das Vāmadevya zu singen?“, sagen sie.

yathāṅkulī putrān saṃdaśyāsaṃbhindantī harati yathā vāto 'psu śanair vāti

Wie eine [Wesen] aṅkulī [?] die Söhne fasst und trägt, ohne sie zu zerdrücken; wie der Wind sanft über die Wasser weht.

svadhūr vāmadevyaṃ geyam

Mit gutem Joch [svadhūr] ist das Vāmadevya zu singen [?].

yo vai svadhūr vāmadevyaṃ gāyati svadhūr bhavati

Wer das Vāmadevya mit gutem Joch singt, wird einer mit gutem Joch [?].

yāty asyānyo niyānena nānyasya niyānena yāti

Ein anderer geht auf seinem Weg; er geht nicht auf dem Weg eines anderen [?].

na bṛhato na rathantarasyānurūpaṃ geyaṃ svenaivāyatanena geyam āyatanavān bhavati

Weder dem Bṛhat noch dem Rathantara entsprechend [anurūpa] ist es zu singen, sondern mit seiner eigenen Stätte ist es zu singen; er wird einer mit Stätte.

devā vai paśūn vyabhajanta te rudram antarāyaṃs tān vāmadevyasya stotra upekṣate

Die Götter verteilten das Vieh. Sie ließen Rudra beiseite [antarāyan] [?]. Er sieht dem Stotra des Vāmadevya zu.

yan nirāha rudrāya paśūn apidadhāti rudras tāṃ samāṃ paśūn dhātuko bhavati

Wenn er es deutlich ausspricht, verschließt er das Vieh für Rudra; Rudra wird in jenem Jahr ein Zugreifer [dhātuka] auf das Vieh [?].

revatīṣu vāmadevyena paśukāmaḥ stuvīta

Bei den Revatī-Versen soll mit dem Vāmadevya loben, wer Vieh wünscht.

āpo vai revatyaḥ paśavo vāmadevyam adbhya evāsmai paśūn prajanayati

Die Wasser sind die Revatīs, das Vieh ist das Vāmadevya; aus den Wassern eben erzeugt er ihm Vieh.

anavartiḥ paśuto bhavati prajā svasya mīliteva bhavati

Es gibt für ihn keine Not vom Vieh her [anavarti] [?]; seine Nachkommenschaft wird gleichsam mit geschlossenen Augen [?].

kavatībhyo hy eti prajāpateḥ

Von den Kavatī-[Versen] geht es nämlich zu Prajāpati.

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