Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 7

Adhyāya 7 Bṛhat und Rathantara: Prastāva, Pratihāra, Ausführung

Silbenzahlen von Prastāva und Pratihāra bei Bṛhat und Rathantara, die neun Aufstiege (roha) des Bṛhat, Vorschriften zur Ausführung des Rathantara (Kraft, Blick, Aussprache) und ein Vers zur Sammlung der Mahiman-Kräfte. Kaṇḍikā 1 hat ein (?) im Text; ekarcena (5) und die Vorschriften in 9, 11, 15 und 16 sind unsicher.

paśavo vai bṛhadrathantare aṣṭākṣareṇa prathamāyā (?) ṛcaḥ prastauty aṣṭāśaphāṃs tat paśūn avarundhe

Das Vieh sind Bṛhat und Rathantara. Mit acht Silben stimmt er beim ersten Vers (?) den Prastāva an: achtklauiges Vieh [aṣṭāśapha] erwirbt er damit [?].

dvyakṣareṇottarayor ṛcoḥ prastauti dvipād yajamāno yajamānam eva yajñe paśuṣu pratiṣṭhāpayati

Mit zwei Silben stimmt er bei den beiden folgenden Versen den Prastāva an: zweifüßig ist der Opferherr; eben den Opferherrn gründet er im Opfer auf das Vieh.

pañcākṣareṇa rathantarasya pratiharati pāṅktāṃs tat paśūn avarundhe

Mit fünf Silben vollzieht er beim Rathantara den Pratihāra: pāṅkta-Vieh [fünfteiliges Vieh] erwirbt er damit.

caturakṣareṇa bṛhataḥ pratiharati catuṣpadas tat paśūn avarundhe

Mit vier Silben vollzieht er beim Bṛhat den Pratihāra: vierfüßiges Vieh erwirbt er damit.

na vai bṛhan na rathantaram ekaṃ chando 'yacchat tataḥ kakubhāv uttare upādadhus tasmād bṛhatī prathamā kakubhāv uttare tasmād bṛhadrathantare ekarcena kurvanti na hi te ekaṃ chando 'yacchat

Weder das Bṛhat noch das Rathantara hielt sich an ein einziges Metrum [?]. Daraufhin fügten sie zwei Kakubh-Strophen als die beiden letzten hinzu. Deshalb ist die Bṛhatī die erste, die beiden Kakubh die letzten. Deshalb machen sie Bṛhat und Rathantara mit einer [einzigen] Ṛc [?]; denn sie hielten sich nicht an ein einziges Metrum.

nava bṛhato rohān rohati nava prāṇāḥ prāṇān evāvarundhe

Er besteigt neun Aufstiege (roha) des Bṛhat: neun sind die Lebensatem; Lebensatem eben erwirbt er.

trīn prathamāyāṃ rohati bhūtaṃ bhavad bhaviṣyat tān evāvarundhe trīn madhyamāyāṃ rohaty ātmānaṃ prajāṃ paś+ūṃs tān evāvarundhe trīn uttamāyāṃ rohati traya ime lokā eṣv eva lokeṣu pratitiṣṭhati

Drei besteigt er beim ersten [Vers]: Gewesenes, Seiendes, Künftiges; eben dies erwirbt er. Drei besteigt er beim mittleren: sich selbst, Nachkommenschaft, Vieh; eben dies erwirbt er. Drei besteigt er beim letzten: drei sind diese Welten; in diesen Welten findet er Halt.

sarvān kāmān avarundhe ya evaṃv vidvān bṛhato rohān rohati

Alle Wünsche erwirbt er, der so wissend die Aufstiege des Bṛhat besteigt.

vajreṇa vā etat prastotodgātāram abhipravartayati yad rathantaraṃ prastauti samudram antardhāyodgāyed vāg ity ādeyaṃv vāg vai samudraḥ samudram evāntardadhāty ahiṃsāyai

Mit dem Vajra lässt der Prastotṛ den Udgātṛ gleichsam vorwärtsrollen, wenn er das Rathantara anstimmt. Er soll den Ozean dazwischenstellen und den Udgītha singen; mit „vāc“ ist [es] aufzunehmen [?]; Rede ist der Ozean; eben den Ozean stellt er dazwischen, um nicht zu schaden.

balavad geyaṃ vajram evaṃ pravṛttaṃ pratyudgṛhṇāti

Kraftvoll ist zu singen: den so vorwärtsgetriebenen Vajra fängt er damit auf.

balvalā kurvatā geyam abhilobhayateva vajram evābhilobhayati

Mit einem „balvalā“-Machen [Anm.: Bedeutung unklar, Lautmalerei?] ist zu singen; gleichsam lockend zieht es den Vajra an sich [?].

kṣipraṃ geyaṃ svargasya lokasya samaṣṭyai

Schnell ist zu singen, um die Himmelswelt zu erlangen.

devaratho vai rathantaram akṣareṇākṣareṇa pratiṣṭhāpayatodgeyam areṇāreṇa hi rathaḥ pratitiṣṭhati

Der Götterwagen ist das Rathantara. Mit Silbe für Silbe ist der Udgītha zu singen, indem man ihn festigt [pratiṣṭhāpaya-]; denn mit Speiche für Speiche steht ein Wagen fest.

yo vai devaratham ananvālabhyātiṣṭhaty avāsmāt padyata iyaṃ vai devaratha imām ālabhyodgāyen nāsmād avapadyate

Wer den Götterwagen besteigt, ohne ihn zu berühren, fällt von ihm herab. Dieser [Erde] ist der Götterwagen; sie berührend soll er den Udgītha singen, so fällt er nicht von ihm herab.

īśvaraṃ vai rathantaram udgātuś cakṣuḥ pramathitoḥ prastuyamāne saṃmīlet svardṛśaṃ prativīkṣeta nainaṃ cakṣur jahāti

Das Rathantara vermag dem Udgātṛ das Auge zu zerstören [pramathitoḥ]. Wenn es angestimmt wird, soll er die Augen schließen [und] dann den Himmelsschauenden [svardṛś] anblicken [?]; so verlässt ihn das Auge nicht.

prajananaṃ vai rathantaraṃ yat tasthuṣa ity āhāsthāyukodgātur vāg bhavaty api prajananaṃ hanty asthuṣa iti vaktavyaṃ susthuṣa iti vā sthāyukodgātur vāg bhavati na prajananam api hanti

Das Rathantara ist Zeugung. Wenn er „tasthuṣaḥ“ sagt, wird die Rede des Udgātṛ nicht beständig, und er schädigt auch die Zeugung [?]. „Asthuṣaḥ“ [?] ist zu sagen oder „susthuṣaḥ“; dann wird die Rede des Udgātṛ beständig, und er schädigt auch die Zeugung nicht [?].

pṛṣṭhāni vā asṛjyanta tair devāḥ svargaṃl lokam āyaṃs teṣāṃ rathantaraṃ mahimnā nāśaknod utpatat

Die Pṛṣṭhas wurden geschaffen. Mit ihnen gingen die Götter in die Himmelswelt. Von ihnen konnte das Rathantara wegen seiner Größe (mahiman) nicht auffliegen [utpatat] [?].

tasya vaśiṣṭho mahimno vinidhāya tena stutvā svargaṃl lokam ait tān saṃbhṛtyodgāyet

Vasiṣṭha legte dessen Größe beiseite [vinidhāya]; als er damit lobgesungen hatte, ging er in die Himmelswelt. Diese [Größen] soll er sammeln und dann den Udgītha singen.

yas te goṣu mahimā yas te apsu rathe vā te stanayitnau ya u te yas te agnau mahimā tena saṃbhava rathantara draviṇavan na edhi

„Welche Größe von dir in den Kühen ist, welche in den Wassern, oder die von dir im Wagen [und] im Donner, und welche von dir im Feuer: mit dieser vereinige dich, Rathantara, sei uns reich an Gütern [draviṇavat].“

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