Der Adhyāya regelt Sonderfälle: den Abbruch eines Sattra mit anschließendem Viśvajit-Atirātra, den Ersatz bei verfehlten Paryāyas und die Ausgleichsregeln beim Zuviel- oder Zuwenig-Preisen. Die Stelle „āśīvinam“ (1032) ist unklar, ebenso die Deutung von „trīḍa“ und „eḍā“ in 1036.
Wenn sie sich zu einem Sattra geweiht haben und dann [das Sattra] auf halbem Weg aufhören [sāmy uttiṣṭhet: „halb aufstehen/abbrechen“ [?]], soll man, nachdem man den Soma abgesondert hat, mit dem Viśvajit-Atirātra opfern, der Sarvavedasa[-Gabe] hat. Für alles weiht er sich, alles erlangt er.
Wenn man mit den Paryāyas [beim Preisen] etwas versehen hat [astutam abhivyucchet: „wenn das Ungepriesene aufdämmert“ [?]], sollen sie für den Hotṛ mit Fünfzehn-Versen preisen, für die anderen [Priester] mit je fünf.
agne vivasvad uṣasa iti sandhinā stuyuḥ prāṇā vai trivṛt stomānāṃ pratiṣṭhā rathantaraṃ sāmnāṃ prāṇāṃs caivopayanti pratiṣṭhāṃ ca
„agne vivasvad uṣasaḥ“ [Strophenanfang (pratīka)] sollen sie am Sandhi preisen. Die Lebenshauche sind das Trivṛt unter den Stomas, die Grundlage ist das Rathantara unter den Sāmans; sie erlangen die Lebenshauche und die Grundlage.
tāvatyaḥ saṃvatsarasya rātrayaḥ saṃvatsarasaṃmitābhir eva tad ṛgbhir āśīvinam āpnoti
So viele Nächte hat das Jahr; mit den Ṛc-Versen, die dem Jahr gleich bemessen sind, erlangt er eben dadurch das Āśīvina [?] [Anm.: „āśīvinam“ Bedeutung unsicher; vielleicht „das Jahresganze“].
yad arvāk stuvanti tad astutaṃ yat samprati stuvanti tat stutaṃ yad atiṣṭuvanti tat suṣṭutam
Was man vorher preist, das ist Ungepriesenes; was man zur rechten Zeit [saṃprati] preist, das ist Gepriesenes; was man darüber hinaus preist, das ist Wohlgepriesenes [suṣṭutam].
Wenn sie zu früh preisen, sollen sie [nachträglich] mit so vielen [Versen], wie sie nicht gepriesen haben, oder mit mehr Silben über [das Soll] hinaus preisen.
Wenn sie über [das Soll] hinaus gepriesen haben, sollen sie [nachträglich] mit so vielen [Versen], wie sie darüber hinaus gepriesen haben, oder mit weniger Silben [das Ausgleichende] nicht preisen.
yady arvāk stuyus trīḍam agniṣṭomasāma kāryaṃ nidhanam ekeḍayā ye dve tābhyām eva tat samaṃ kriyate
Wenn sie zu früh preisen, soll man das Agniṣṭoma-Sāman als „Trīḍa“ [?] machen, mit dem Nidhana „ekeḍā“ [?]; durch die beiden „eḍā“ [?] wird es damit gleichgemacht.
Wenn sie darüber hinaus preisen, soll man das Agniṣṭoma-Sāman „svāra“ [mit svara-Ton] machen. Dies ist gleichsam ein Mangel des Sāman, nämlich der Svara; durch ebendiesen wird es gleichgemacht.