Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 9

Adhyāya 3 Ersatzregeln beim Sattra und Atirātra

Der Adhyāya regelt Sonderfälle: den Abbruch eines Sattra mit anschließendem Viśvajit-Atirātra, den Ersatz bei verfehlten Paryāyas und die Ausgleichsregeln beim Zuviel- oder Zuwenig-Preisen. Die Stelle „āśīvinam“ (1032) ist unklar, ebenso die Deutung von „trīḍa“ und „eḍā“ in 1036.

yadi sattrāya dīkṣerann atha sāmy uttiṣṭhet somam apabhajya viśvajitātirātreṇa yajeta sarvavedasena sarvasmā eva dīkṣate sarvam āpnoti

Wenn sie sich zu einem Sattra geweiht haben und dann [das Sattra] auf halbem Weg aufhören [sāmy uttiṣṭhet: „halb aufstehen/abbrechen“ [?]], soll man, nachdem man den Soma abgesondert hat, mit dem Viśvajit-Atirātra opfern, der Sarvavedasa[-Gabe] hat. Für alles weiht er sich, alles erlangt er.

yā id dakṣiṇā dadāti tābhir iti prayuṅkte

„yā id dakṣiṇā dadāti tābhiḥ“ [Strophenanfang (pratīka)] spricht er [der Hotṛ] als Anwendungsvers.

yadi paryāyair astutam abhivyucchet pancadaśabhir hotre stuyuḥ pañcabhiḥ-pañcabhir itarebhyaḥ

Wenn man mit den Paryāyas [beim Preisen] etwas versehen hat [astutam abhivyucchet: „wenn das Ungepriesene aufdämmert“ [?]], sollen sie für den Hotṛ mit Fünfzehn-Versen preisen, für die anderen [Priester] mit je fünf.

agne vivasvad uṣasa iti sandhinā stuyuḥ prāṇā vai trivṛt stomānāṃ pratiṣṭhā rathantaraṃ sāmnāṃ prāṇāṃs caivopayanti pratiṣṭhāṃ ca

„agne vivasvad uṣasaḥ“ [Strophenanfang (pratīka)] sollen sie am Sandhi preisen. Die Lebenshauche sind das Trivṛt unter den Stomas, die Grundlage ist das Rathantara unter den Sāmans; sie erlangen die Lebenshauche und die Grundlage.

ṣaṣṭiṃ ca trīṇi ca śatāni hotā śaṃsati

Sechshundertsechzig [wörtlich: sechzig und dreihundert] rezitiert der Hotṛ.

tāvatyaḥ saṃvatsarasya rātrayaḥ saṃvatsarasaṃmitābhir eva tad ṛgbhir āśīvinam āpnoti

So viele Nächte hat das Jahr; mit den Ṛc-Versen, die dem Jahr gleich bemessen sind, erlangt er eben dadurch das Āśīvina [?] [Anm.: „āśīvinam“ Bedeutung unsicher; vielleicht „das Jahresganze“].

yad arvāk stuvanti tad astutaṃ yat samprati stuvanti tat stutaṃ yad atiṣṭuvanti tat suṣṭutam

Was man vorher preist, das ist Ungepriesenes; was man zur rechten Zeit [saṃprati] preist, das ist Gepriesenes; was man darüber hinaus preist, das ist Wohlgepriesenes [suṣṭutam].

yady arvāk stuyur yāvatībhir na stuyus tāvatībhir vātiṣṭuyur bhūyo 'kṣarābhir vā

Wenn sie zu früh preisen, sollen sie [nachträglich] mit so vielen [Versen], wie sie nicht gepriesen haben, oder mit mehr Silben über [das Soll] hinaus preisen.

yady atiṣṭuyur yāvatībhir atiṣṭuyus tāvatībhir vā na stuyuḥ kanīyo 'kṣarābhir vā

Wenn sie über [das Soll] hinaus gepriesen haben, sollen sie [nachträglich] mit so vielen [Versen], wie sie darüber hinaus gepriesen haben, oder mit weniger Silben [das Ausgleichende] nicht preisen.

yady arvāk stuyus trīḍam agniṣṭomasāma kāryaṃ nidhanam ekeḍayā ye dve tābhyām eva tat samaṃ kriyate

Wenn sie zu früh preisen, soll man das Agniṣṭoma-Sāman als „Trīḍa“ [?] machen, mit dem Nidhana „ekeḍā“ [?]; durch die beiden „eḍā“ [?] wird es damit gleichgemacht.

yady atiṣṭuyuḥ svāram agniṣṭomasāma kāryam ūnam iva vā etat sāmno yat svaras tenaiva tat samaṃ kriyate

Wenn sie darüber hinaus preisen, soll man das Agniṣṭoma-Sāman „svāra“ [mit svara-Ton] machen. Dies ist gleichsam ein Mangel des Sāman, nämlich der Svara; durch ebendiesen wird es gleichgemacht.

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