Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 9

Adhyāya 4 Zwei zusammenfallende Somafeiern; Indra-Sāmans

Regeln für den Fall zweier unmittelbar aufeinanderfolgender Soma-Feiern (Saṃsutau): der frühe Anuvāka, Pratipad, Sāmans wie Bṛhat/Rathantara und Turaśravas, Vihavya und weitere Śastras, mit ätiologischen Legenden. Die Opferformel in 1043 ist wörtlich übersetzt; „saṃveśa, upaveśa“ wird als Gottheitsanruf gedeutet.

yadi somau saṃsutau syātāṃ mahati rātreḥ prātaranuvākam upākuryāt

Wenn zwei Soma-Feiern unmittelbar zusammen gepresst werden [saṃsutau], soll er [der Hotṛ] in der Nacht mit [dem Beginn] des großen [Rezitationsstücks] den Frühmorgen-Anuvāka einleiten [?].

pūrvo vācaṃ pūrvaś chandāṃsi pūrvo devatā vṛṅkte

Als Erster schneidet er die Rede ab [nimmt die Rede weg], als Erster die Metren, als Erster die Gottheiten.

vṛṣaṇvatīṃ pratipadaṃ kuryād indro vai vṛṣā prātaḥsavanād evaiṣām indraṃv vṛṅkte

Er soll eine Pratipad (Anfangsvers) mit vṛṣaṇvatī [„stiergemäß“] machen. Indra ist ja der Stier; schon von der Frühpressung an nimmt er ihnen Indra weg [d. h. gewinnt Indra für sich].

atho khalv āhuḥ savanamukhe-savanamukhe kāryā savanamukhāt-savanamukhād evaiṣām indraṃv vṛṅkte

Andere aber sagen: „Sie ist an jedem Anfang einer Pressung [savanamukha] zu machen.“ Schon von jedem Anfang einer Pressung an nimmt er ihnen Indra weg.

susamiddhe hotavyam agnir vai sarvā devatāḥ sarvā eva devatāḥ paśyañ juhoti

Bei brennendem Feuer [susamiddhe] ist zu opfern. Agni ist ja alle Gottheiten; alle Gottheiten sehend, opfert er.

saṃveśāyopaveśāya gāyatryai cchandase 'bhibhūtaye svāhā saṃveśāyopaveśāya triṣṭubhe cchandase 'bhibhūtaye svāhā saṃveśāyopaveśāya jagatyai cchandase 'bhibhūtaye svāheti juhoti

„Für das Einlegen (saṃveśa), für das Sich-Niederlassen (upaveśa), für das Metrum Gāyatrī, für den Sieg (abhibhūti): svāhā! Für das Einlegen, für das Sich-Niederlassen, für das Metrum Triṣṭubh, für den Sieg: svāhā! Für das Einlegen, für das Sich-Niederlassen, für das Metrum Jagatī, für den Sieg: svāhā!“ – so opfert er.

cchandāṃsi vā abhibhūtayas tair evainān abhibhavaty ubhe bṛhadrathantare kārye

Die Metren sind die Siege [abhibhūti]; mit ihnen besiegt er sie [die Feinde]. Beide, Bṛhat und Rathantara, sind zu machen.

yatra vā indrasya harī tad indraḥ. indrasya vai harī bṛhadrathantare yad ubhe bṛhadrathantare bhavataḥ pūrva evendrasya harī ārabhante

Wo Indras beide Falben sind, dort ist Indra. Indras beide Falben sind Bṛhat und Rathantara. Dass beide, Bṛhat und Rathantara, vorhanden sind, [bedeutet:] sie spannen Indras beide Falben als erste an [ārabhante: „ergreifen/beginnen“].

tair aśravase kārye

Mit diesen beiden [?] sind [Sāmans] für Aśravas zu machen [tair aśravase kārye: „mit den beiden Turaśravas-Sāmans“? [?]].

turaśravasaś ca vai pārāvatānāṃ ca somau saṃsutāv āstāṃ tata ete turaśravāḥ sāmanī apaśyat tābhyām asmā indraḥ śalmalināṃ yamunāyā havyaṃ nirāvahat yat tair aśravase bhavato havyam evaiṣāṃv vṛṅkte

Turaśravas und die Pārāvatas hatten je einen Soma gepresst. Darauf sah Turaśravas diese beiden Sāmans. Mit ihnen brachte ihm Indra die Opfergabe der Śalmalin[-Bewohner] von der Yamunā herbei. Dass diese beiden für Aśravas [?] da sind, [bedeutet:] er nimmt ihnen die Opfergabe weg.

pūrve 'bhiṣuṇuyuḥ

Die früheren [Priester/Soma-Träger] sollen pressen.

yā vai pūrvāḥ prasnānti tāḥ pūrvās tīrthaṃ jayanti pūrva evendram ārabhante

Die [Stuten/Kühe], die zuerst Milch geben [prasnānti: „triefen“ [?]], die erlangen zuerst die Furt; so ergreifen die ersten eben Indra.

jamadagneś ca vā ṛṣīṇāṃ ca somau saṃsutāv āstāṃ tata etaj gamadagnir vihavyam apaśyat tam indra upāvartata yad vihavyaṃ hotā śaṃsatīndram evaiṣāṃv vṛṅkte

Jamadagni und die Ṛṣis hatten je einen Soma gepresst. Darauf sah Jamadagni dieses Vihavya. Indra wandte sich ihm zu. Dass der Hotṛ das Vihavya rezitiert, [bedeutet:] er nimmt ihnen eben Indra weg.

yadītaro 'gniṣṭomaḥ syād ukthaḥ kāryo yady uktho 'tirātro yo vai bhūyān yajñakratuḥ sa indrasya priyo bhūyasaivaiṣāṃ yajnakratunendraṃv vṛṅkte

Wenn der andere [der zweite Soma] ein Agniṣṭoma sein soll, soll man einen Uktha machen; wenn ein Uktha, einen Atirātra. Wer der größere Opferakt ist, der ist Indra lieb; durch den größeren Opferakt nimmt er ihnen Indra weg.

atho khalv āhur duṣprāpa iva vai paraḥ panthā yam evāgre yajñakratum ārabheta tasmān neyād iti

Andere aber sagen: „Der letzte Weg ist gleichsam schwer zu gehen; welchen Opferakt man zuerst begonnen hat, den soll man nicht [weiter] hinausführen [na neyāt: „nicht steigern“ [?]].“

sajanīyaṃ śasyam agastyasya kayāśubhīyaṃ śasyam

Das Sajanīya ist zu rezitieren, das Agastya-Kayāśubhīya ist zu rezitieren.

asyā amuṣyā adyaśvān mithunād ahorātrābhyām evainān nirbhajati

Von diesem [Paar] „hier“ und „dort“, von dem Paar „heute-morgen“ [adyaśvān mithunāt: „vom Paar Gestern/Morgen“ [?]] löst er sie ab, durch Tag und Nacht eben [?].

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks