Adhyāya 10
Sühne bei Bruch des Mahāvīra und bei gewachsenem Yūpa
Zwei weitere Sühneregeln: zerbrochene Mahāvīra-Schale (mit Ṛgveda-Strophen) und ein Yūpa, der ausschlägt. Die Mantra-Kette in 1123 ist als zusammenhängendes Zitat übersetzt; Wörter wie „niṣṭyā iva“ und „duroṣāsaḥ“ sind unsicher.
Wenn der Mahāvīra [Gefäß] zerbricht, soll er das Zerbrochene berühren [mit den Worten]: „Der, ohne dass [Feindliches] uns fesselt [ṛte cid abhiśriṣaḥ], vor den Schlüsselbeinen [jatrubhyaḥ] [wieder] zusammenfügt [ā tṛdaḥ: „durchbohrt/aufbricht“ [?]] – der Zusammenfüger der Fuge, der freigebige, gütereiche, der das Zerbrochene wieder herstellt. Mögen wir nicht wie vor dem Fremden zittern, o Indra, ohne dich wie Unbeholfene [?]; wie verlassene Wälder [sind wir], o Steinträger; wir waren [ohne dich] hilflos [duroṣāsaḥ amanmahi: unklar] [?]. Wir haben gedacht [amanmahīd]: die Langsamen und die [Zügel-]Halter [anugrābha], o Vṛtratöter: Einmal, wenn [der Soma] gepresst ist, o Held, mit großer Gabe haben wir dem Lobpreis Freude gefunden [anu stomaṃ mademahi].“ So soll er den zerbrochenen Mahāvīra berühren. Das ist dessen Sühne. [Anm.: Der Mantra-Text ist im Ganzen dunkel; Deutung vieler Wörter unsicher]
Eine asurische Farbe [Gestalt] verleiht [dieser] dem [Opferer]; Glanz, Kraft, Stärke, Nahrung, Nachkommen und Vieh weichen von ihm, dessen Yūpa [wieder] austreibt. Er wird der Mächtigere, [wörtl.: „Herr“] und schlechter werdend [īśvaraḥ pāpīyān bhavitoḥ: „im Begriff, schlechter zu werden“ [?]].
tvāṣṭraṃ paśuṃ bahurūpam ālabheta tvaṣṭā vai paśūnāṃ rūpāṇāṃ vikartā tam eva tad upadhāvati sa enaṃ tejaseindriyeṇa vīryeṇānnādyena prajayā paśubhiḥ punas samardhayati saiva tasya prāyaścittiḥ
Ein Tvaṣṭṛ-Opfertier, vielgestaltig, soll man darbringen. Tvaṣṭṛ ist ja der Gestalter der Gestalten des Viehs; zu ihm nimmt er damit seine Zuflucht. Dieser bringt ihn wieder in Ordnung [samardhayati] mit Glanz, Kraft, Stärke, Nahrung, Nachkommen, Vieh. Das ist dessen Sühne.