Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 9

Adhyāya 8 Todesfall eines Geweihten (Dīkṣita)

Riten für den Fall, dass ein Dīkṣita stirbt: Verbrennen und Beisetzen der Gebeine, Einsetzen eines nächsten Verwandten, Sāmans an den Sarparājñī-Strophen, Umgang um das Mārjālīya und Verlängerung auf ein Jahr. Der Abschnitt hat Anklänge an Totenriten; „yāmena“ und „parācībhiḥ“ sind nur bedingt sicher gedeutet.

yadi dīkṣitānāṃ pramīyate dagdhvāsthīny upanahya yo nediṣṭhī syāt taṃ dīkṣayitvā saha yajeran

Wenn unter den Geweihten einer stirbt, sollen sie, nachdem sie ihn verbrannt und die Gebeine zusammengebunden haben, den, der der nächste [Verwandte] ist, weihen und mit ihm zusammen opfern.

etad anyat kuryur abhiṣutyānyat somam agṛhītvā grahān yāsau dakṣiṇā sraktis tad vā stuyur mārjālīye vā

Dies soll man anders machen: Nach dem Auspressen sollen sie einen anderen, ohne Soma zu schöpfen, die Grahas [schöpfen]; an der Reihe [sraktis] der Südseite [dakṣiṇā] oder am Mārjālīya sollen sie [zu Ehren des Toten] preisen [?].

api vā etasya yajñe yo dīkṣitaḥ pramīyate tam etena niravadayante

Auch von diesem wird im Opfer, der als Geweihter stirbt, [das Makelhafte] damit hinweggenommen [niravadayante: „ausgesondert/abgetrennt“ [?]].

yāmena stuvanti yamalokam evainaṃ gamayanti

Mit dem Yāma [Sāman/-Metrum? Anm.: unsicher] preisen sie; sie lassen ihn eben zur Welt des Yama gehen.

tisṛbhiḥ stuvanti tṛtīye hi loke pitaraḥ

Mit drei [Strophen] preisen sie; denn in der dritten Welt sind die Väter.

parācībhiḥ stuvanti parāṅ hīto 'sau lokaḥ

Mit abgewandten [parācī] Strophen preisen sie; denn abgewandt ist jene Welt von hier.

sarparājñyā ṛgbhiḥ stuvanti

Mit den Strophen an die Schlangenkönigin [sarparājñī] preisen sie.

arbudaḥ sarpa etābhir mṛtāṃ tvacam apāhata mṛtām evaitābhis tvacam apaghnate

Die Schlange Arbuda hat mit diesen die Haut der Toten abgestreift [apāhata]; die Haut der Toten eben streifen sie damit ab.

tā ṛco 'nubruvantas trir mārjālīyaṃ pariyanti savyān ūrūn āghnānāḥ

Diese Strophen hersagend, gehen sie dreimal um das Mārjālīya herum, sich auf den linken Schenkel schlagend [savyān ūrūn āghnānāḥ: „die linken Schenkel“ [?]].

stutam anuśaṃsaty amuṣminn evainaṃ loke nidhnuvanti

Er rezitiert das [Śastra] nach dem Stotra; in jener Welt eben setzen sie ihn ab [nidhnuvanti: „legen nieder“ [?]].

yanti vā ete patha ity āhur ye mṛtāya kurvantīty aindravāyavāgrān grahān gṛhṇate punaḥ panthānam apiyanti

„Diese gehen gleichsam auf Wegen“, sagen sie, „die für einen Toten [Riten] vollziehen“; sie schöpfen die Grahas mit dem Aindravāyava an der Spitze; wieder betreten sie den [richtigen] Weg [punaḥ panthānam apiyanti].

agna āyūṃṣi pavasa iti pratipatkāryā ya eva jīvanti teṣv āyur dadhāti

„agna āyūṃṣi pavase“ [Strophenanfang (pratīka)] ist als Pratipad zu machen. Denen, die leben, legt er dadurch Lebensdauer bei.

saṃvatsare 'sthīni yājayeyuḥ saṃvvatsaro vai sarvasya śāntir yat purā saṃvvatsarād yājayeyur vācam aruṣkṛtāṃ krūrām ṛccheyuḥ

Im [nächsten] Jahr sollen sie [wegen] der Gebeine [ein Opfer] veranstalten. Das Jahr ist der Ausgleich für alles; wenn sie vor dem Jahr veranstalteten, würden sie eine verletzte, grausame Rede [?] erlangen [Anm.: „aruṣkṛtā“ unsicher].

vṛtaḥ pavamānāḥ syuḥ saptadaśam itarat sarvam

Die Pavamāna-[Stotras] sollen vom Trivṛt sein [vṛtaḥ: „gewählt“ [?]], das übrige alles Saptadaśa [Anm.: Text wohl korrupt; „vṛtaḥ“ vielleicht für „trivṛtaḥ“].

yat trivṛtaḥ pavamānā bhavanti prāṇā vai trivṛt prāṇān evopayanti yat saptadaśam itarat sarvaṃ prajāpatir vai saptadaśaḥ prajatim evopayanti

Dass die Pavamāna-Stotras Trivṛt sind: Die Lebenshauche sind das Trivṛt; die Lebenshauche erlangen sie eben. Dass das übrige alles Saptadaśa ist: Prajāpati ist das Saptadaśa; Prajāpati erlangen sie eben [Anm.: im Text „prajatim“, wohl Fehler für „prajāpatim“].

prāṇāpānair vā ete vyṛdhyanta ity āhur ye mṛtāya kurvantīti maitrāvaruṇāgrān grahān gṛhṇate prāṇāpānau mitrāvaruṇau prāṇāpānair eva samṛdhyante

„Diese gehen der Ein- und Ausatmung verlustig“, sagen sie, „die für einen Toten [Riten] vollziehen“; sie schöpfen die Grahas mit dem Maitrāvaruṇa an der Spitze; Ein- und Ausatmung sind Mitra und Varuṇa; durch Ein- und Ausatmung eben gelingen sie.

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