Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 9

Adhyāya 7 Ersatz bei Überschuss (Atiricyate) in den Somapressungen

Regeln für den Fall, dass der Soma über eine Pressung hinaus überschüssig ist: welche Stotras/Sāmans (Gāyatra, Marutvatī, Gaurīvita, Bṛhat) jeweils zu nehmen sind, mit Begründungen. Die Anfänge „baṇ mahāṃ asi sūrya“ und „asti somo ayaṃ sutaḥ“ sind pratīkas. 1090 ist syntaktisch schwierig und wurde wörtlich gegliedert.

yadi prātassavanāt somo 'tiricyeta asti somo ayaṃ suta iti marutvatīṣu gāyatreṣu stuyuḥ

Wenn Soma über die Frühpressung hinaus überschüssig ist, sollen sie mit „asti somo ayaṃ sutaḥ“ [Strophenanfang (pratīka)] bei den Marutvatī-Strophen, den Gāyatra-Strophen preisen.

mādhyandinaṃ vā eṣa savanaṃ nikāmayamāno 'bhyatiricyate yaḥ prātassavanād atiricyate tasmān marutvatīṣu stuvanti marutvad dhi mādhyandinaṃ savanaṃ tasmād u gāyatrīṣu gāyatraṃ hi prātassavanam

Die Mittagspressung begehrend, ist dieser überschüssig, wer über die Frühpressung hinaus überschüssig ist. Darum preisen sie bei Marutvatī-Strophen; denn die Mittagspressung ist marutvant. Darum aber auch bei Gāyatrī-Strophen; denn die Frühpressung ist gāyatra.

yasmāt stomād atiricyate sa eva stomaḥ kāryaḥ salomatvāya

Der Stoma, aus dem [Soma] überschüssig ist, eben dieser Stoma ist zu machen, zur Gleichheit der Haare [salomatva: „damit nichts fehlt/zur Anpassung“ [?]].

aindrāvaiṣṇavaṃ hotānuśaṃsati

Der Hotṛ rezitiert den Aindrāvaiṣṇava [Śastra] nach.

vīryaṃ vā indro yajño viṣṇur vīrya eva yajñe pratitiṣṭhati

Indra ist die Manneskraft, das Opfer ist Viṣṇu; in der Manneskraft eben, im Opfer findet er Halt.

yadi mādhyandināt savanād atiricyeta baṇ mahāṃ asi sūryety ādityavatīṣu gaurīvitena stuyuḥ

Wenn er über die Mittagspressung hinaus überschüssig ist, sollen sie mit „baṇ mahāṃ asi sūrya“ [Strophenanfang (pratīka)] bei Āditya-Strophen mit dem Gaurīvita preisen.

tṛtīyasavanaṃ vā eṣa nikāmayamāno 'bhyatiricyate yo mādhyandināt savanād atiricyate tasmād ādityavatīṣu stuvanty ādityaṃ hi tṛtīyasavanaṃ tasmād u bṛhatīṣu bārhataṃ hi mādhyandinaṃ savanam

Die dritte Pressung begehrend, ist dieser überschüssig, wer über die Mittagspressung hinaus überschüssig ist. Darum preisen sie bei Āditya-Strophen; denn die dritte Pressung ist āditya. Darum aber auch bei Bṛhatī-Strophen; denn die Mittagspressung ist bārhata.

yasmāt stomād atiricyeta sa eva stomaḥ kāryaḥ salomatvāyaindrāvaiṣṇavaṃ hotānuśaṃsati vīryaṃ vā indro yajño viṣṇur vīrya eva yajñe pratitiṣṭhati

Der Stoma, aus dem er überschüssig ist, eben dieser Stoma ist zu machen, zur Gleichheit der Haare [?]. Der Hotṛ rezitiert den Aindrāvaiṣṇava nach. Indra ist die Manneskraft, das Opfer ist Viṣṇu; in der Manneskraft eben, im Opfer findet er Halt.

yadi tṛtīyasavanād atiricyeta viṣṇoḥ śipiviṣṭavatīṣu gaurīvitena stuyuḥ

Wenn er über die dritte Pressung hinaus überschüssig ist, sollen sie bei den „viṣṇoḥ śipiviṣṭa“-Strophen mit dem Gaurīvita preisen.

yajño vai viṣṇuś śipiviṣṭo yajña eva viṣṇau pratitiṣṭhaty atiriktaṃ gaurīvitam atirikta evātiriktaṃ dadhāti

Das Opfer ist Viṣṇu Śipiviṣṭa; im Opfer, in Viṣṇu, findet er Halt. Das Gaurīvita ist ein Übriges; er setzt Übriges eben als Übriges [an die richtige Stelle].

etad anyat kuryur ukthāni praṇayeyur ukthāni vā eṣa nikāmayamāno 'bhyatiricyate yo 'gniṣṭomād atiricyate yady ukthyebhyo 'tiricyetātirātraḥ kāryo rātriṃ vā eṣa nikāmayamāno 'bhyatiricyate ya ukthyebhyo 'tiricyate yadi rātrer atiricyeta viṣṇoḥ śipiviṣṭavatīṣu bṛhatā stuyur eṣu tu vā atiricyata ity āhur yo rātrer atiricyata iti

Dies soll man anders machen: Sie sollen Ukthas [Uktha-Stotras] einführen. Die Ukthas begehrend, ist dieser überschüssig, wer über den Agniṣṭoma hinaus überschüssig ist. Wenn er über die Ukthyas hinaus überschüssig ist, ist ein Atirātra zu machen. Die Nacht begehrend, ist dieser überschüssig, wer über die Ukthyas hinaus überschüssig ist. Wenn er über die Nacht hinaus überschüssig ist, sollen sie bei den „viṣṇoḥ śipiviṣṭa“-Strophen mit dem Bṛhat preisen. „Bei diesen aber wird wohl überschüssig“, sagen sie, „wer über die Nacht hinaus überschüssig wird“ [Anm.: Sinn des letzten Satzes unsicher] [?].

amuṃ vā eṣa lokaṃ nikāmayamāno 'bhyatiricyate yo rātrer atiricyate bṛhatā stuvanti bṛhad amuṃ lokam āptum arhati tam evāpnoti

Jene Welt begehrend, ist dieser überschüssig, wer über die Nacht hinaus überschüssig ist. Sie preisen mit dem Bṛhat; das Bṛhat vermag, jene Welt zu erreichen; ebendiese erreicht er.

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