Adhyāya 7
Ersatz bei Überschuss (Atiricyate) in den Somapressungen
Regeln für den Fall, dass der Soma über eine Pressung hinaus überschüssig ist: welche Stotras/Sāmans (Gāyatra, Marutvatī, Gaurīvita, Bṛhat) jeweils zu nehmen sind, mit Begründungen. Die Anfänge „baṇ mahāṃ asi sūrya“ und „asti somo ayaṃ sutaḥ“ sind pratīkas. 1090 ist syntaktisch schwierig und wurde wörtlich gegliedert.
Wenn Soma über die Frühpressung hinaus überschüssig ist, sollen sie mit „asti somo ayaṃ sutaḥ“ [Strophenanfang (pratīka)] bei den Marutvatī-Strophen, den Gāyatra-Strophen preisen.
Die Mittagspressung begehrend, ist dieser überschüssig, wer über die Frühpressung hinaus überschüssig ist. Darum preisen sie bei Marutvatī-Strophen; denn die Mittagspressung ist marutvant. Darum aber auch bei Gāyatrī-Strophen; denn die Frühpressung ist gāyatra.
yasmāt stomād atiricyate sa eva stomaḥ kāryaḥ salomatvāya
Der Stoma, aus dem [Soma] überschüssig ist, eben dieser Stoma ist zu machen, zur Gleichheit der Haare [salomatva: „damit nichts fehlt/zur Anpassung“ [?]].
Wenn er über die Mittagspressung hinaus überschüssig ist, sollen sie mit „baṇ mahāṃ asi sūrya“ [Strophenanfang (pratīka)] bei Āditya-Strophen mit dem Gaurīvita preisen.
tṛtīyasavanaṃ vā eṣa nikāmayamāno 'bhyatiricyate yo mādhyandināt savanād atiricyate tasmād ādityavatīṣu stuvanty ādityaṃ hi tṛtīyasavanaṃ tasmād u bṛhatīṣu bārhataṃ hi mādhyandinaṃ savanam
Die dritte Pressung begehrend, ist dieser überschüssig, wer über die Mittagspressung hinaus überschüssig ist. Darum preisen sie bei Āditya-Strophen; denn die dritte Pressung ist āditya. Darum aber auch bei Bṛhatī-Strophen; denn die Mittagspressung ist bārhata.
yasmāt stomād atiricyeta sa eva stomaḥ kāryaḥ salomatvāyaindrāvaiṣṇavaṃ hotānuśaṃsati vīryaṃ vā indro yajño viṣṇur vīrya eva yajñe pratitiṣṭhati
Der Stoma, aus dem er überschüssig ist, eben dieser Stoma ist zu machen, zur Gleichheit der Haare [?]. Der Hotṛ rezitiert den Aindrāvaiṣṇava nach. Indra ist die Manneskraft, das Opfer ist Viṣṇu; in der Manneskraft eben, im Opfer findet er Halt.
yajño vai viṣṇuś śipiviṣṭo yajña eva viṣṇau pratitiṣṭhaty atiriktaṃ gaurīvitam atirikta evātiriktaṃ dadhāti
Das Opfer ist Viṣṇu Śipiviṣṭa; im Opfer, in Viṣṇu, findet er Halt. Das Gaurīvita ist ein Übriges; er setzt Übriges eben als Übriges [an die richtige Stelle].
Dies soll man anders machen: Sie sollen Ukthas [Uktha-Stotras] einführen. Die Ukthas begehrend, ist dieser überschüssig, wer über den Agniṣṭoma hinaus überschüssig ist. Wenn er über die Ukthyas hinaus überschüssig ist, ist ein Atirātra zu machen. Die Nacht begehrend, ist dieser überschüssig, wer über die Ukthyas hinaus überschüssig ist. Wenn er über die Nacht hinaus überschüssig ist, sollen sie bei den „viṣṇoḥ śipiviṣṭa“-Strophen mit dem Bṛhat preisen. „Bei diesen aber wird wohl überschüssig“, sagen sie, „wer über die Nacht hinaus überschüssig wird“ [Anm.: Sinn des letzten Satzes unsicher] [?].
amuṃ vā eṣa lokaṃ nikāmayamāno 'bhyatiricyate yo rātrer atiricyate bṛhatā stuvanti bṛhad amuṃ lokam āptum arhati tam evāpnoti
Jene Welt begehrend, ist dieser überschüssig, wer über die Nacht hinaus überschüssig ist. Sie preisen mit dem Bṛhat; das Bṛhat vermag, jene Welt zu erreichen; ebendiese erreicht er.