Adhyāya 3
Der Somakauf: Kennzeichen der Somakrayaṇī, der Kaufakt, der Feilschdialog und die Heimführung des Königs Soma
Brāhmaṇa 1 (Kaṇḍikā 1–16): Die sieben Nachschritte hinter der Somakrayaṇī-Kuh (Śakvarī-Versmaß-Symbolik); die Anrede-Formeln in Gestalt der Sprache (Vasvī/Aditi/Ādityā/Rudrā/Candrā, Bṛhaspati/Rudra-Schutzformeln); Gold-in-die-Fußspur-Guss (Same des Agni) und die Vajra-Schmalz-Berührung; die Aditi/Iḍā-Weiheformeln; das Kreis-Ziehen mit dem Sphya-Holzschwert (dreifacher Vajra); die Fußspur-Erde-Zeremonie (Wasser-Beruhigung, Übergabe an Opferherrn und Adhvaryu, Rückführung zur Gattin); die symbolische Vermählung von Gattin und Somakrayaṇī-Kuh (Soma=Stier) mit Segensformel um einen Sohn; die Farb-/Augen-Kennzeichen der Somakrayaṇī (babhru/piṅgākṣī bevorzugt, mit Rangfolge-Alternativen aruṇā/rohiṇī/śyetākṣī je nach Verfügbarkeit) und Abgrenzung von der Vṛtra-tötenden bzw. Väter-Kuh; und die Forderung nach einer unversehrten, makellosen Kuh als Abbild der einen, unverdorbenen Sprache. Brāhmaṇa 2 (Kaṇḍikā 1–20): Der eigentliche Soma-Kaufakt — Händewaschung (Vajra-Schmalz-Vorsicht), Gold-Anbindung an die Kuh (Wahrheit vs. Unwahrheit), Auswahl der Einwickel-/Umwickel-/Turbantücher; die Aussuchung des „Königs“ Soma am Wasserkrug mit Versmaß-Anteilsformeln (Gāyatrī/Traiṣṭubh/Jāgata/Sāmrājya); die Berührungsformeln („du bist unser“) und Ablehnung einer bloßen Ersatzberührung; das Abmessen des Soma im Gewand mit Sāvitrī- und Aticchandas-Sprüchen sowie dem RV-Savitṛ-Zitat „abhi tyaṃ devaṃ savitāram“; die Auf-und-Ab-Messung als Ursprung der Fingerverschiedenheit und der Virāj-Verbindung von Götter- und Menschenwelt; die zehnfache Messung (Virāj=10 Silben); und das Einwickeln mit Atem-Öffnung, bevor der Soma dem Verkäufer zur Feilscherei übergeben wird. Brāhmaṇa 3 (Kaṇḍikā 1–18): Der Feilsch-Dialog um Soma (Ursprung des Handelns/Feilschens überhaupt), die zehn Kraftgüter der Kuh (Milchprodukte) als Zahlungsgrundlage, fünf Feilsch-Runden (Jahreszeiten-Symbolik); die Gold-Formeln (Reines/Mondhaftes/Unsterbliches); das Zurückbehalten der Kraft beim Opferherrn gegenüber dem entlassenen Verkäufer-Leib; die Ziegen-Weiheformeln (Tapas-Leib/Prajāpati-Gestalt/höchstes Vieh); Entgegennahme des Soma auf dem rechten Schenkel des Opferherrn (=Indra); Zuweisung der Somakrayaṇa-Priesteranteile; die Einhüllung als Keim-Symbolik; die Sühneformel bei versehentlichem Aufstehen; die Aufstiegs- und Wegfindungsformeln (Götter-Rakṣas-Abwehr-Mythos); der Wagentransport des Soma; und der Abschluss mit der Zehn-Gegengaben-Regel am Wasserrand (Wasser/Gold/Gewand/Ziege/Kuh/Zuchtpaar = zehn Silben der Virāj). Brāhmaṇa 4 (Kaṇḍikā 1–31): Das Niedersetzen des Soma im Nest mit Varuṇa-Herrschaftsformeln (Himmel/Erde/Luftraum-Stützung); die Umwicklung mit Schutzformeln (Baum/Roß/Kuh/Herz/Sonne/Soma-Korrespondenzen); die Sonnenauge-Formel als Rakṣas-Abwehr; der Subrahmaṇya-Priester zwischen den Trag-Brettern; der Palāśa-Zweig-Mythos (Gāyatrī-Feder); Vorzeichen-Erkenntnis durch schwarze Zugochsen; die Anschirr- und Wegformeln gegen Rakṣas; die Falken-Verwandlungsformel; der Subrahmaṇyā-Ruf zur Götter-Einladung; die Indra-Anrufung mit mythologischen Epitheta (Ahalyā u.a.); der Kauśika-Gautama-Anrede-Brauch; das Agnīṣomīya-Opfertier zur Selbstauslösung des Geweihten (zwischen Agni und Soma); die zweifarbige (kṛṣṇasāraṅga) Tier-Vorschrift mit Mitra-Varuṇa-Sonnenformel; das Lösen der Aufstiegsvorrichtung mit Varuṇa-Formeln; der vierfach getragene Feigenholz-Thron (nabelhoch); die Varuṇa-Ṛtasadana-Sitzformeln; der Einzug in die Halle; und die Ablehnung eines menschlich-königlichen Wasserempfang-Brauchs als unangemessen fürs Opfer. Damit ist Adhyāya 3 vollständig.
sapta padānyanunikrāmati | vṛṅkta evaināmetattasmātsapta padānyanunikrāmati yatra vai vācaḥ prajātāni candāṃsi saptapadā vai teṣām parārdhyā śakvarī tāmevaitatparastādarvācīṃ vṛṅkte tasmātsapta padānyanunikrāmati
Er schreitet ihr, der Kuh, sieben Schritte nach. Damit trennt er sie eben ab; deshalb schreitet er ihr sieben Schritte nach. Dort nämlich, wo die aus der Sprache entstandenen Versmaße sind — siebenschrittig ist von ihnen das höchste, die Śakvarī; eben diese trennt er damit von jenseits auf diese Seite ab; deshalb schreitet er ihr sieben Schritte nach.
sa vai vāca eva rūpeṇānunikrāmati | vasvyasyaditirasyādityāsi rudrāsi candrāsīti vasvī hyeṣāditirhyeṣādityā hyeṣā rudrā hyeṣā candrā hyeṣā bṛhaspatiṣṭvā sumne ramṇātviti brahma vai bṛhaspatirbṛhaspatiṣṭvā sādhunāvartayatvityevaitadāha rudro vasubhirācaka ityapraṇāśāyaitadāha rudraṃ hi nāti paśavaḥ
Er schreitet ihr also in der Gestalt eben der Sprache nach: „Du bist die Gütige (Vasvī), du bist Aditi, du bist Ādityā, du bist Rudrā, du bist Mondhaft (Candrā)“, spricht er. Denn sie ist gütig, sie ist Aditi, sie ist Ādityā, sie ist Rudrā, sie ist mondhaft. „Bṛhaspati möge dich in Wohlwollen zur Ruhe bringen“, spricht er — Bṛhaspati ist ja das Brahman; „Bṛhaspati möge dich auf gutem Wege zurückkehren lassen“, eben das sagt er damit. „Rudra möge dich mit dem Vieh vereinigen“, spricht er — dies sagt er zur Abwehr des Verlorengehens; denn Rudra übertrifft ja das Vieh an Macht.
atha saptamam padam paryupaviśanti | sa hiraṇyam pade nidhāya juhoti na vā anagnāvāhutirhūyate 'gniretasaṃ vai hiraṇyaṃ tatho hāsyaiṣāgnimatyevāhutirhutā bhavati vajro vā ājyaṃ vajreṇaivaitadājyena spṛṇute tāṃ spṛtvā svīkurute
Beim siebten Schritt setzt man sich ringsum nieder. Er legt Gold auf die Fußspur und gießt darauf; denn keine Opferspende wird je ohne Feuer gegossen — Gold aber ist der Same des Agni; so wird ihm diese Opferspende gleichsam mit Feuer gegossen. Das Schmalz ist der Vajra; mit eben diesem Schmalz als Vajra verletzt er sie, die Kuh, symbolisch; nachdem er sie so gleichsam verletzt hat, macht er sie sich zu eigen.
sa juhoti | adityāstvā mūrdhannājigharmītīyaṃ vai pṛthivyaditirasyai hi mūrdhanjuhoti devayajane pṛthivyā iti devayajane hi pṛthivyai juhotīḍāyāspadamasi ghṛtavatsvāheti gaurvā iḍā gorhi pade juhoti ghṛtavatsvāheti ghṛtavaddhyetadabhihutam bhavati
Er gießt die Formel: „Auf das Haupt der Aditi gieße ich dich“, spricht er. Denn diese Erde ist Aditi; auf ihr Haupt gießt er also. „An der Opferstätte der Erde“, spricht er — an der Opferstätte der Erde gießt er nämlich. „Du bist die Stätte der Iḍā, ghee-reich — svāhā!“, spricht er. Die Iḍā ist ja die Kuh; auf die Fußspur der Kuh gießt er also. „Ghee-reich — svāhā!“, spricht er — denn damit wird es ghee-reich begossen.
Dann nimmt er das Holzschwert (Sphya) und zieht damit einen Kreis. Der Sphya ist ja der Vajra; mit eben diesem Vajra zieht er den Kreis. Dreimal zieht er den Kreis; damit umfasst er sie ringsum mit dem dreifachen Vajra, damit sie nicht entweiche.
sa parilikhati | asme ramasveti yajamāne ramasvetyevaitadāhātha samullikhya padaṃ sthālyāṃ saṃvapatyasme te bandhuriti yajamāne te bandhurityevaitadāha
Er zieht den Kreis: „Bei uns bleibe“, spricht er — „beim Opferherrn bleibe“, eben das sagt er damit. Dann kratzt er die Fußspur zusammen und schüttet sie in den Topf: „Bei uns ist deine Verwandtschaft“, spricht er — „beim Opferherrn ist deine Verwandtschaft“, eben das sagt er damit.
Dann führt er Wasser heran. Wo man beim Graben der Fußspur-Erde ihr etwas Schädliches antut, sie verletzt, da wirkt das Wasser als Beruhigung; damit beruhigt er das Verletzte durch das Wasser, damit heilt er es durch das Wasser wieder zusammen. Deshalb führt er Wasser heran.
atha yajamānāya padaṃ prayacati | tve rāya iti paśavo vai rāyastvayi paśava ityevaitadāha tadyajamānaḥ pratigṛhṇāti me rāya iti paśavo vai rāyo mayi paśava ityevaitadāha
Dann reicht er die Fußspur-Erde dem Opferherrn: „Bei dir sei der Reichtum“, spricht er — denn Vieh ist ja Reichtum; „bei dir sei das Vieh“, eben das sagt er damit. Der Opferherr nimmt sie entgegen: „Bei mir sei der Reichtum“, spricht er — „bei mir sei das Vieh“, eben das sagt er damit.
Dann berührt sich der Adhvaryu-Priester selbst: „Möge uns die Fülle des Reichtums nicht je verlassen“, spricht er. So schließt der Adhvaryu sich selbst vom Vieh nicht aus.
Dann trägt man die Fußspur-Erde zur Gattin zurück. Das Haus ist ja der Gattin eigentlicher Stand; damit stellt man die Kuh-Fußspur also auf ihren wahren Stand im Hause fest; deshalb trägt man der Gattin die Fußspur-Erde zurück.
Der Neṣṭṛ-Priester lässt sie, die Gattin, sprechen: „Von daher komme Reichtum.“ Dann lässt er sie mit der Somakrayaṇī-Kuh gemeinsam zählen, eine Zwiesprache halten. Denn Soma ist der Stier, die Gattin die Kuh; hier nun ist eben dieser Soma gegenwärtig, nämlich als Somakrayaṇī — so wird eben ein Paar gebildet, eine symbolische Zeugung vollzogen; deshalb lässt er sie mit der Somakrayaṇī gemeinsam zählen.
sa saṃkhyāpayati | samakhye devyā dhiyā saṃ dakṣiṇayorucakṣasā mā ma āyuḥ pramoṣīrmo ahaṃ tava vīraṃ videya tava devi saṃdṛśītyāśiṣamevaitadāśāste putro vai vīraḥ putraṃ videya tava saṃdṛśītyevaitadāha
Er lässt sie sprechen: „Wir haben gemeinsam gezählt, mit göttlicher Einsicht, mit weitschauendem Blick der beiden Rechten. Raube mir nicht mein Leben; möge ich nicht erst deinen Helden, meinen Sohn, verlieren, o Göttin, in deinem Anblick.“ Eben damit spricht sie einen Segenswunsch aus; ein Sohn ist ja der Held; „möge ich einen Sohn finden in deinem Anblick“, eben das sagt sie damit.
Welche Kuh nun tawny-braun (Babhru) mit bräunlich-gelben Augen (Piṅgākṣī) ist, die ist die rechte Somakrayaṇī. Als einst Indra und Viṣṇu ein Tausend von Rindern in drei Teile teilten, blieb dabei eines übrig; aus diesem übrigen zeugten sie die Somakrayaṇī-Rasse dreifach. Deshalb bliebe auch jetzt, teilte man ein Tausend in drei Teile, genau eines übrig.
Welche also tawny-braun mit bräunlich-gelben Augen ist, die ist die Somakrayaṇī. Welche aber rötlich-braun (Rohiṇī) ist, die ist die Vṛtra-tötende Kuh, die man opfert, wenn der König nach gewonnener Schlacht den Wasserguss zur Feier darbringt. Welche aber rötlich-braun mit weißlichen Augen (Śyetākṣī) ist, die gehört den Vätern und Göttern, die man den Vätern opfernd schlachtet.
Welche also tawny-braun mit bräunlich-gelben Augen ist, die soll die Somakrayaṇī sein. Fände man keine tawny-braune mit bräunlich-gelben Augen, so soll es eine rotbraune (Aruṇā) sein. Fände man keine rotbraune, so soll es die rötlich-braune Vṛtra-tötende sein — doch soll man, als hätte man eigentlich die rötlich-braune geschlachtet, erst dann zur weißäugigen (Śyetākṣī) übergehen, im äußersten Notfall.
Sie soll unversehrt sein, ohne Nasenloch-Durchbohrung (Apravītā). Denn diese Kuh ist ja, dem Grunde nach, die Sprache, als Somakrayaṇī; unverdorben (Ayātayāmnī) ist diese Sprache, unbeschädigt, durch keine Durchbohrung entweiht; deshalb soll sie unversehrt sein. Sie soll ohne verkümmertes Glied, ohne Buckel, nicht einäugig, mit unversehrtem Ohr, unversehrt gezeichnet, mit vollzähligen Hufen sein; denn sie, die Kuh als Somakrayaṇī, ist von einheitlicher Gestalt — denn einheitlich, eine, ist ja diese Sprache.
Nachdem er die Fußspur-Erde zusammengehäuft hat, wäscht er sich die Hände. Dass er sich die Hände wäscht: Das Schmalz ist ja der Vajra, und Soma der Same — er wäscht sich, damit er nicht mit dem Vajra-Schmalz den Samen, den Soma, verletze; deshalb wäscht er sich die Hände.
athāsyāṃ hiraṇyam badhnīte | dvayaṃ vā idaṃ na tṛtīyamasti satyaṃ caivānṛtaṃ ca satyamava devā anṛtam manuṣyā agniretasaṃ vai hiraṇyaṃ satyenāṃśūnupaspṛśāni satyena somam parāhaṇānīti tasmādvā asyāṃ hiraṇyam badhnīte
Dann bindet er ihr, der Kuh, Gold an. Denn zweierlei nur gibt es hier, kein Drittes: Wahrheit und Unwahrheit; die Wahrheit gehört den Göttern, die Unwahrheit den Menschen. Gold ist der Same des Agni: „Mit der Wahrheit will ich die Soma-Stängel berühren, mit der Wahrheit will ich den Kaufpreis für Soma zahlen“, denkt er; deshalb bindet er ihr also Gold an.
atha sampreṣyati | somopanahanamāhara somaparyāṇahanamāharoṣṇīṣamāhareti sa yadeva śobhanaṃ tatsomopanahanaṃ syādvāso hyasyaitadbhavati śobhanaṃ hyetasya vāsaḥ sa yo hainaṃ śobhanenopacarati śobhate hātha ya āha yadeva kiṃ ceti yaddhaiva kiṃ ca bhavati tasmādyadeva śobhanaṃ tatsomopanahanaṃ syādyadeva kiṃ ca somaparyāṇahanam
Dann gibt er den Auftrag: „Bring das Soma-Einwickeltuch, bring das Soma-Umwickeltuch, bring das Turbantuch!“ Was nun das schönste Tuch ist, das soll das Soma-Einwickeltuch sein — denn dies ist ja sein, des Soma, Gewand, und schön soll sein Gewand sein; wer ihn mit Schönem umgibt, der wird selbst schön. Wer aber sagt: „Was auch immer irgend zur Hand ist“ — was auch immer es sei, das wird dann genommen. Deshalb soll, was das schönste ist, das Soma-Einwickeltuch sein, und was auch immer irgend zur Hand ist, das Soma-Umwickeltuch.
yadyuṣṇīṣaṃ vindet | uṣṇīṣaḥ syādyadyuṣṇīṣaṃ na vindetsomaparyāṇahanasyaiva dvyaṅgulaṃ vā tryaṅgulaṃ vāvakṛnteduṣṇīṣabhājanamadhvaryurvā yajamāno vā somopanahamādatte ya eva kaśca somaparyāṇahanam
Findet man ein Turbantuch, so soll es das Turbantuch sein. Findet man kein Turbantuch, so schneide man vom Soma-Umwickeltuch selbst zwei oder drei Finger breit ab; dies diene als Turban-Stück. Der Adhvaryu oder der Opferherr nimmt das Soma-Einwickeltuch an sich, ebenso wer auch immer sonst das Soma-Umwickeltuch trägt.
Dann sucht man vorne den König, den Soma, aus. Dabei ist ein Wasserkrug aufgestellt; dabei sitzt ein Brahmane-Priester; dem nähert man sich, nach Osten gewandt.
tadāyatsu vācayati | eṣa te gāyatro bhāga iti me somāya brūtādeṣa te traiṣṭubho bhāga iti me somāya brūtādeṣa te jāgato bhāga iti me somāya brūtāccandonāmānāṃ sāmrājyaṃ gaceti me somāya brūtādityekaṃ vā eṣa krīyamāṇo 'bhikrīyate candasāmeva rājyāya candasāṃ sāmrājyāya ghnanti vā enametadyadabhiṣuṇvanti tametadāha candasāmeva tvā rājyāya krīṇāmi candasāṃ sāmrājyāya na badhāyatyathetya prāṅgupaviśati
Während sie herankommen, lässt man sprechen: „Dies ist dein Gāyatrī-Anteil“ — „sprich mir dies für den Soma“; „dies ist dein Traiṣṭubha-Anteil“ — „sprich mir dies für den Soma“; „dies ist dein Jāgata-Anteil“ — „sprich mir dies für den Soma“; „geh zur Alleinherrschaft der nach den Versmaßen Benannten“ — „sprich mir dies für den Soma.“ Denn dieser eine Soma, der gekauft wird, wird zugleich vielfach gekauft — zur Herrschaft über die Versmaße, zur Alleinherrschaft über die Versmaße. Man tötet ihn ja gleichsam, wenn man ihn presst; deshalb spricht man ihm dies zu: „Zur Herrschaft über die Versmaße kaufe ich dich, zur Alleinherrschaft über die Versmaße“ — das bindet ihn nicht an den Tod. Dann geht man hin und setzt sich, nach Osten gewandt, nieder.
so 'bhimṛśati | āsmāko 'sīti sva iva hyasyaitadbhavati yadāgatastasmādāhāsmāko 'sīti śukraste grahya iti śukraṃ hyasmādgrahaṃ grahīṣyanbhavati vicitastvā vicinvantviti sarvatvāyaitadāha
Er berührt ihn: „Du bist unser“, spricht er. Denn wie sein Eigen erscheint ihm dies, wenn er gekommen ist; deshalb spricht er: „Du bist unser.“ „Dein Preßsaft ist zu ergreifen“, spricht er — denn er wird ja von ihm den lichten Saft als Soma-Trunk ergreifen. „Als Ausgesuchter sollen sie dich aussuchen“, spricht er — dies sagt er zur Vollständigkeit des Kaufs.
atra haike | tṛṇaṃ vā kāṣṭhaṃ vāvittvāpāsyanti tadu tathā na kuryātkṣatraṃ vai somo viḍanyā oṣadhayo 'nnaṃ vai kṣatriyasya viṭ sa yathā grasitamanuhāyācidya parāsyedevaṃ tattasmādabhyeva mṛśedvicitastvā vicinvantviti tadya evāsya vicetārasta enaṃ vicinvanti
Hierbei werfen manche Lehrer ein Gras- oder Holzstück als Ersatzberührung hin und lassen ihn, den Soma, unberührt. Man sollte es aber nicht so machen. Denn Soma ist die kriegerische Macht (Kṣatra), die anderen Pflanzen sind das Volk (Viś) — Nahrung ist ja das Volk des Kṣatriya; würde man das bereits Ergriffene loslassen und wegwerfen, so wäre das, als verwürfe man etwas bereits Verschlungenes. Deshalb soll man ihn vielmehr berühren, mit den Worten: „Als Ausgesuchter sollen sie dich aussuchen“ — und wer eben seine Aussucher sind, die suchen ihn dann tatsächlich aus.
Dann breitet man das Gewand, zweifach oder vierfach gefaltet, mit dem Saum nach Osten oder nach Norden, aus. Darauf misst man den König, den Soma, ab. Weil man den König abmisst, deshalb gibt es unter den Menschen das Konzept vom Maß (Mātrā) — sowohl der, der selbst das Maß ist, als auch jedes andere Maß.
Man misst ihn mit dem Aticchandas-Versmaß ab. Denn dieses Aticchandas, das über die Versmaße Hinausgehende, enthält ja alle Versmaße; so wird er damit mit allen Versmaßen zugleich vermessen; deshalb misst man ihn mit dem Aticchandas ab.
Er misst ihn mit diesem Spruch ab: „Ich preise jenen Gott Savitṛ, den in beiden Händen wirkenden, seherisch-willensstarken, den mit wahrhaftigem Antrieb, den Kleinod-Spender, den lieben, seherischen Sinn.“
„Dessen aufwärts strebende Einsicht bei seinem Antrieb erglänzt hat — der goldhändige, tatkräftige Gott hat mit seiner Gestalt alles wie die Sonne ausgemessen“, spricht er.
Mit diesem Spruch vermisst er ihn, mit allen zusammen; mit diesen vier, mit diesen drei, mit diesen zwei, mit dieser einen, mit eben dieser einen wieder, mit diesen drei, mit diesen vier, mit allen zusammen; mit hohler Hand streut er darüber.
Er misst also aufwärts und abwärts. Dass er aufwärts und abwärts misst: damit macht er eben diese Finger von Anfang an verschiedenartig geboren; deshalb werden diese Finger verschieden voneinander geboren. Würde er dagegen alles gleichzeitig mit allen Strophen zugleich messen, so würden diese gleichsam zusammengewachsen geboren werden; deshalb also misst er aufwärts und abwärts.
Und dass er aufwärts und abwärts misst: damit macht er eben diese Finger von unterschiedlicher Kraft; deshalb sind diese Finger von unterschiedlicher Kraft; deshalb also misst er aufwärts und abwärts.
yadvevodācaṃ nyācam mimīte | virājamevaitadarvācīṃ ca parācīṃ ca yunakti parācyaha devebhyo yajñaṃ vahatyarvācī manuṣyānavati tasmādvā udācaṃ nyācam mimīte
Und dass er aufwärts und abwärts misst: damit verbindet er eben die Virāj, das herrschende Versmaß, sowohl mit der abwärts- als auch mit der aufwärtsgewandten Bewegung; die aufwärtsgewandte Virāj trägt ja das Opfer zu den Göttern hinauf, die abwärtsgewandte begünstigt die Menschen; deshalb also misst er aufwärts und abwärts.
Dann nimmt er die Enden des Soma-Einwickeltuchs zusammen und bindet sie mit dem Turbantuch fest: „Den Nachkommen zu eigen bist du“, spricht er — denn er kauft ihn ja für die Nachkommenschaft. Was hier an ihm gleichsam Haupt und Schultern eng miteinander verbunden erscheinen, eben das bewirkt er damit an ihm.
Dann schafft er mit dem Finger in der Mitte eine Öffnung: „Die Nachkommenschaft möge dir nachatmen“, spricht er. Denn indem er ihn so fest zusammenschnürt, macht er ihn gleichsam atemlos; deshalb lässt er eben in der Mitte einen Atem-Durchlass frei; durch diesen atmet er dann wieder, und die Nachkommenschaft atmet ihm nach; deshalb spricht er: „Die Nachkommenschaft möge dir nachatmen.“ Dann reicht er ihn dem Soma-Verkäufer; nun folgt eben die Feilscherei.
sa vai rājānam paṇate | sa yadrājānam paṇate tasmādidaṃ sakṛtsarvam paṇyaṃ sa āha somavikrayinkrayyaste somo rājā3iti krayya ityāha somavikrayī taṃ vai te krīṇānīti krīṇīhītyāha somavikrayī kalayā te krīṇānīti bhūyo vā ataḥ somo rājārhatītyāha somavikrayī bhūya evātaḥ somo rājārhati mahāṃstveva gormahimetyadhvaryuḥ
Er feilscht um den König Soma. Dass er um den König feilscht: deshalb ist heutzutage alles Feilschware. Er spricht: „Soma-Verkäufer, dein König Soma ist käuflich?“ „Käuflich ist er“, spricht der Soma-Verkäufer. „Ich kaufe ihn dir ab“, spricht er. „Kaufe ihn“, spricht der Soma-Verkäufer. „Um ein Sechzehntel kaufe ich ihn dir ab“, spricht er. „Mehr als das ist der König Soma wert“, spricht der Soma-Verkäufer. Der Adhvaryu erwidert: „Noch mehr als das ist der König Soma wert — groß ja ist die Größe der Kuh.“
Der Kuh nämlich entstammt ihr Ertrag, das gemolkene Erzeugnis: ihr gehört die gekochte Milch, ihr der Rahm, ihr die Dickmilch, ihr die Molke, ihr das Verdickungsmittel, ihr die frische Butter, ihr das Ghee, ihr der Käsebruch, ihr der aus alledem gewonnene Kraftsaft.
śaphena te krīṇānīti | bhūyo vā ataḥ somo rājārhatītyāha somavikrayī bhūya evātaḥ somo rājārhati mahāṃstveva gormahimetyadhvaryuretānyeva daśa vīryāṇyudākhyāyāha padā te 'rdhena te gavā te krīṇāmīti krītaḥ somo rājetyāha somavikrayī vayāṃsi prabrūhīti
„Um einen weiteren Huf-Anteil kaufe ich dir ab“, spricht er. „Mehr als das ist der König Soma wert“, spricht der Soma-Verkäufer. „Noch mehr als das ist der König Soma wert — groß ja ist die Größe der Kuh“, spricht der Adhvaryu. Nachdem er eben diese zehn Kraftgüter, die genannten Milchprodukte, aufgezählt hat, spricht er: „Um einen Fuß-Anteil, um die Hälfte, um die ganze Kuh kaufe ich dir ab.“ „Gekauft ist der König Soma“, spricht der Soma-Verkäufer, „verkünde die Kaufbeträge!“
sa āha | candra te vastraṃ te cāgā te dhenuste mithunau te gāvau tisraste 'nyā iti sa yadarvākpaṇante paraḥ sampādayanti tasmādidaṃ sakṛtsarvam paṇyamarvākpaṇante paraḥ sampādayantyatha yadadhvaryureva gorvīryāṇyudācaṣṭe na somasya somavikrayī mahito vai somo devo hi somo 'thatadadhvaryurgām mahayati tasyai paśyanvīryāṇi krīṇāditi tasmādadhvaryureva gorvīryāṇyudācaṣṭe na somasya somavikrayī
Er spricht: „Der Mond sei dein, das Gewand sei dein, die Ziege sei dein, die Milchkuh sei dein, das Zuchtpaar sei dein, die drei anderen Kühe seien dein.“ Wenn man im Verhandeln weniger als den wahren Wert feilscht, so gleicht man später aus; deshalb ist heutzutage alles Feilschware — man feilscht zunächst geringer, gleicht später aus. Dass aber der Adhvaryu selbst die Kraftgüter der Kuh aufzählt, nicht der Soma-Verkäufer für Soma: Geehrt ist ja der Soma, ein Gott ist Soma; darum ehrt der Adhvaryu stattdessen die Kuh — indem er auf ihre Kraftgüter blickt, kauft er den Soma; deshalb zählt eben der Adhvaryu die Kraftgüter der Kuh auf, nicht der Soma-Verkäufer für Soma.
atha yatpañca kṛtvaḥ paṇate | saṃvatsarasammito vai yajñaḥ pañca vā ṛtavaḥ saṃvatsarasya tam pañcabhirāpnoti tasmātpañca kṛtvaḥ paṇate
Dass er nun fünfmal feilscht: Das Opfer ist nach dem Jahr bemessen, und das Jahr hat fünf Jahreszeiten; mit diesen fünf Runden erlangt er es vollständig; deshalb feilscht er fünfmal.
Dann lässt er beim Gold sprechen: „Das Reine kaufe ich mit dem Reinen“, spricht er — denn dies ist ein Kauf des Reinen mit dem Reinen, wenn man Soma mit Gold kauft. „Das Mondhafte mit dem Mondhaften“ — denn dies ist ein Kauf des Mondhaften mit dem Mondhaften. „Das Unsterbliche mit dem Unsterblichen“ — denn dies ist ein Kauf des Unsterblichen mit dem Unsterblichen, wenn man Soma mit Gold kauft.
atha somavikrayiṇamabhiprakampayati | sagme te goriti yajamāne te gaurityevaitadāha tadyajamānamabhyāhṛtya nyasthatyasme te candrāṇīti sa ātmanyeva vīryaṃ dhatte śarīrameva somavikrayī harate tattataḥ somavikrayyādatte
Dann bringt er den Soma-Verkäufer zum Erzittern: „Bei dir bleibe die Kuh, du Genosse“, spricht er — „beim Opferherrn bleibe die Kuh“, eben das sagt er damit. Nachdem er ihn zum Opferherrn hingeführt hat, stellt er den Soma-Verkäufer fest hin: „Bei uns bleibe dein Mondwert“, spricht er. So behält er die Kraft eben im eigenen Bereich; nur den Leib des Verkäufers entfernt der Soma-Verkäufer; diesen also nimmt er dem Soma-Verkäufer ab.
athājāyām pratīcīnamukhyāṃ vācayati | tapasastanūrasīti tapaso ha vā eṣā prajāpateḥ sambhūtā yadajā tasmādāha tapasastanūrasīti prajāpatervarṇa iti sā yattriḥ saṃvatsarasya vijāyate tena prajāpatervarṇaḥ parameṇa paśunā krīyasa iti sā yattriḥ saṃvatsarasya vijāyate tena paramaḥ paśuḥ sahasrapoṣam puṣeyamityāśiṣamevaitadāśāste bhūmā vai sahasram bhūmānaṃ gacānītyevaitadāha
Dann lässt er bei der Ziege, mit nach Westen gewandtem Kopf, sprechen: „Du bist der Leib der Askese-Glut“, spricht man — denn diese Ziege ist ja aus der Askese-Glut des Prajāpati entstanden; deshalb spricht man: „Du bist der Leib der Askese-Glut.“ „Du bist die Gestalt des Prajāpati“ — weil sie dreimal im Jahr gebiert, deshalb heißt sie die Gestalt des Prajāpati. „Mit dem höchsten Vieh wirst du gekauft“ — weil sie dreimal im Jahr gebiert, deshalb ist sie das höchste Vieh. „Möge ich tausendfaches Gedeihen nähren“ — eben damit spricht sie einen Segenswunsch aus. „Tausend“ bedeutet ja Fülle; „möge ich zur Fülle gelangen“, eben das sagt sie damit.
sa vā anenaivājām prayacati | anena rājānamādatta ājā ha vai nāmaiṣā yadajaitayā hyenamantata ājati tāmetatparo 'kṣamajetyācakṣate
Mit eben dieser Formel übergibt er die Ziege; mit dieser übergebenen Ziege nimmt er den König entgegen. „Ājā“ (Antreiberin) heißt eben diese, die Ziege (Ajā) — denn mit ihr treibt man ihn, den Soma, an; sie nennt man verhüllt „Ajā“ statt „Ājā“.
Dann nimmt er den König entgegen: „Als Freund komm zu uns, guter Freund“, spricht er — „heilsam, besänftigt komm zu uns“, eben das sagt er damit. Nachdem er ihn auf den rechten Schenkel des Opferherrn gelegt hat, legt er ein Gewand darauf: „Geh in Indras rechten Schenkel ein“, spricht er. Denn Indra ist hier eben, wer der Opferherr ist; deshalb spricht er: „Geh in Indras rechten Schenkel ein.“ „Verlangend zum Verlangenden“ — „Lieber zum Lieben“, eben das sagt er damit. „Behaglich zum Behaglichen“ — „heilsam zum Heilsamen“, eben das sagt er damit.
atha somakrayaṇānanudiśati | svāna bhrājāṅghare bambhāre hasta suhasta kṛśānavete vaḥ somakrayaṇāstānrakṣadhvam mā vo dabhanniti dhiṣṇyānāṃ vā ete bhājanenaitāni vai dhiṣṇyānāṃ nāmāni tānyevaibhya etadanvadikṣata
Dann weist er den Priestern die Somakrayaṇa-Anteile zu: „Svāna, Bhrāja, Aṅghara, Bambhāra, Hasta, Suhasta, Kṛśānu — dies sind eure Soma-Kauf-Anteile; bewahrt sie, lasst euch darin nicht täuschen“, spricht er. Denn dies sind, entsprechend ihrem jeweiligen Feueranteil, eben die Namen der Opferstätten (Dhiṣṇya); eben diese wies er ihnen damit zu.
athātrāporṇute | garbho vā eṣa bhavati yo dīkṣate prāvṛtā vai garbhā ulveneva jarāyuṇeva tamatrājījanata tasmādaporṇuta eṣa vā atra garbho bhavati tasmātparivṛto bhavati parivṛtā iva hi garbho ulbeneva jarāyuṇeva
Dann hüllt er sich hierbei ein. Denn wer sich weiht, wird zu einem Keim; ein Keim ist ja eingehüllt, wie in eine Eihaut, wie in eine Nachgeburtshülle; ihn hat sie, die Ziege, hierbei geboren; deshalb hüllt er sich ein. Denn hierbei ist er eben ein Keim; deshalb ist er umhüllt — wie ein Keim gleichsam umhüllt ist, wie in eine Eihaut, wie in eine Nachgeburtshülle.
atha vācayati | pari māgne duścaritādbādhasvā mā sucarite bhajetyāsīnaṃ vā enameṣa āgacati sa āgata uttiṣṭhati tanmithyākaroti vratam pramīṇāti tasyo haiṣā prāyaścittistatho hāsyaitanna mithyākṛtam bhavati na vratam pramīṇāti tasmādāha pari māgne duścaritādbādhasvā mā sucarite bhajeti
Dann lässt er sprechen: „Halte mich fern, Agni, von schlechtem Wandel; gib mir Anteil am guten Wandel.“ Der Soma kommt nämlich zu ihm, während er sitzt; kommt er, so steht er auf — damit handelt er fehlerhaft, er beschädigt das Gelübde. Dies ist dafür seine Sühnehandlung; dadurch wird es nicht fehlerhaft, und das Gelübde wird nicht beschädigt. Deshalb spricht er: „Halte mich fern, Agni, von schlechtem Wandel; gib mir Anteil am guten Wandel.“
Dann nimmt er den König und steht auf: „Mit eigenem Leben bin ich mit gutem Leben aufgestanden, dem Unsterblichen nach“, spricht er. Denn wer nach dem gekauften Soma aufsteht, der steht ja dem Unsterblichen nach auf; deshalb spricht er: „Mit eigenem Leben bin ich mit gutem Leben aufgestanden, dem Unsterblichen nach.“
atha rājānamādāyārohaṇamabhipraiti | prati panthāmapadmahi svasti gāmanehasam yena viśvāḥ pari dviṣo vṛṇakti vindate vasviti
Dann geht er mit dem König zum Aufstieg auf den Wagen hin: „Wir haben den Weg gefunden, heilvoll, unversehrt, den Weg der Kuh — durch den man alle Feindschaft meidet und Gut erlangt“, spricht er.
devā ha vai yajñaṃ tanvānāḥ | te 'surarakṣasebhya āsaṇgādbhibhayāṃ cakrusta etadyajuḥ svastyayanaṃ dadṛśusta etena yajuṣā nāṣṭrā rakṣāṃsyapahatyaitasya yajuṣo 'bhaye 'nāṣṭre nivāte svasti samāśnuvata tatho evaiṣa etena yajuṣā nāṣṭrā rakṣāṃsyapahatyaitasya yajuṣo 'bhaye 'nāṣṭre nivāte svasti samaśnute tasmādāha prati panthāmapadmahi svasti gāmanehasam yena viśvāḥ pari dviṣo vṛṇakti vindate vasviti
Die Götter, als sie das Opfer ausdehnten, fürchteten sich vor Angriffen durch Asuras und Rakṣas; da fanden sie diese heilvolle Yajus-Formel. Mit dieser Yajus-Formel vertrieben sie die Rakṣas unbeschädigt und gelangten, in der Furchtlosigkeit, Unbeschädigtheit, im windgeschützten Bereich dieser Yajus-Formel, zum Heil. Ebenso vertreibt auch dieser Opferer mit dieser Yajus-Formel die Rakṣas unbeschädigt und gelangt, in der Furchtlosigkeit, Unbeschädigtheit, im windgeschützten Bereich dieser Yajus-Formel, zum Heil; deshalb spricht er: „Wir haben den Weg gefunden, heilvoll, unversehrt, den Weg der Kuh — durch den man alle Feindschaft meidet und Gut erlangt.“
„Ihn also tragen sie“, heißt es. Man führt ihn auf einem Wagen umher; damit ehrt man ihn. Deshalb trägt man zwar gewöhnlich Getreide auf dem Kopf, ihn aber führt man auf einem Wagen herbei.
Dass er nun am Rand des Wassers kauft: Das Wasser ist ja der Lebenssaft; damit kauft er ihn eben mit dem Saft. Und dass Gold dabei ist, damit kauft er ihn eben mit dem lichten Glanz. Und dass ein Gewand dabei ist, damit kauft er ihn eben mit der Hülle. Und dass eine Ziege dabei ist, damit kauft er ihn eben mit der Askese-Glut. Und dass eine Milchkuh dabei ist, damit kauft er ihn eben mit der Nahrungskraft. Und dass ein Zuchtpaar dabei ist, damit kauft er ihn eben mit der Paarung. Man soll ihn also mit genau zehn Gegengaben kaufen, nicht mit weniger als zehn; denn die Virāj hat zehn Silben, und der Soma ist virāj-artig; deshalb soll man ihn mit genau zehn kaufen, nicht mit weniger als zehn.
nīḍe kṛṣṇājinamāstṛṇāti | adityāstvagasīti so 'sāveva bandhurathainamāsādayatyadityai sada āsīdetīyaṃ vai pṛthivyaditiḥ seyam pratiṣṭhā tadasyāmevainametatpratiṣṭhāyām pratiṣṭhāpayati tasmādāhādityai sada āsīdeti
Im Nest, der vorbereiteten Lagerstätte, breitet er das schwarze Antilopenfell aus: „Du bist die Haut der Aditi“, spricht er — das ist eben die entsprechende Verwandtschaftssymbolik. Dann setzt er ihn, den Soma, darauf: „Setz dich auf den Sitz der Aditi“, spricht er. Denn diese Erde ist Aditi, sie ist der wahre Grund; damit stellt er ihn eben auf diesem Grund, auf diesem Fundament fest; deshalb spricht er: „Setz dich auf den Sitz der Aditi.“
athaivamabhipadya vācayati | astabhnāddyāṃ vṛṣabho antarikṣamiti devā ha vai yajñaṃ tanvānāste 'surarakṣasebhya āsaṅādbibhayāṃ cakrusta enametajjyāyāṃsameva badhāccakruryadāhāstabhnāddyāṃ vṛṣabho antarikṣamiti
Nachdem er so den Soma niedergesetzt hat, lässt er sprechen: „Er stützte den Himmel, der Stier, und den Luftraum“, spricht man. Die Götter, als sie das Opfer ausdehnten, fürchteten sich vor Angriffen durch Asuras und Rakṣas; sie machten ihn damit, durch diesen Spruch, gleichsam noch mächtiger, indem sie sprachen: „Er stützte den Himmel, der Stier, den Luftraum.“
amimīta varimāṇam pṛthivyā iti | tadenenemāṃlokānāspṛṇoti tasya hi na hantāsti na badho yeneme lokā āspṛtāstasmādāhāmimīta varimāṇam pṛthivyā iti
„Er maß die Weite der Erde ab“, spricht man. Damit erfüllt er eben diese Welten mit ihm; denn für ihn, den so Bemessenen, gibt es keinen Töter, kein Bindungsmittel, wodurch diese Welten selbst erfüllt wären; deshalb spricht man: „Er maß die Weite der Erde ab.“
āsīdadviśvā bhuvanāni samrāḍiti | tadenenedaṃ sarvamāspṛṇoti tasya hi na hantāsti na badho yenedaṃ sarvamāspṛtaṃ tasmādāhāsīdadviśvā bhuvanāni samrāḍiti
„Er setzte sich als Allherrscher über alle Geschöpfe“, spricht man. Damit erfüllt er eben dies alles mit ihm; denn für ihn gibt es keinen Töter, kein Bindungsmittel, wodurch dies alles selbst erfüllt wäre; deshalb spricht man: „Er setzte sich als Allherrscher über alle Geschöpfe.“
viśvettāni varuṇasya vratānīti tadasmā idaṃ sarvamanuvartma karoti yadidaṃ kiṃ ca na kaṃ cana pratyudyāminaṃ tasmādāha viśvettāni varuṇasya vratānīti
„Dies alles sind Varuṇas Gebote“, spricht man. Damit macht er ihm dies alles zum ihm folgsamen Weg, sodass ihm nichts, was hier ist, je entgegensteht; deshalb spricht man: „Dies alles sind Varuṇas Gebote.“
Dann umwickelt er ihn mit dem Soma-Umwickeltuch: „Damit ihn die Rakṣas nicht unbemerkt berühren“, denkt er. Denn dieser Soma ist ein Keim; verborgen, wie hinter einem Schleier, sind ja Keime — verborgen ist damit auch dieses Umwickelte; verborgen sind ja die Götter vor den Menschen — verborgen ist damit auch, was so umwickelt ist; deshalb umwickelt er ihn.
sa paryāṇahyati | vaneṣu vyantarikṣaṃ tatāneti vaneṣu hīdamantarikṣaṃ vitataṃ vṛkṣāgreṣu vājamarvatsu paya usriyāsviti vīryaṃ vai vājāḥ pumāṃso 'rvantaḥ puṃsvevaitadvīryaṃ dadhāti paya usriyāsviti payo hīdamusriyāsu hitaṃ hṛtsu kratuṃ varuṇo vikṣvagnimiti hṛtsu hyayaṃ kraturmanojavaḥ praviṣṭo vikṣvagnimiti vikṣu hyayam prajāsvagnirdivi sūryamadadhātsomamadrāviti divi hyasau sūryo hitaḥ somamadrāviti giriṣu hi somastasmādāha divi sūryamadadhātsomamadrāviti
Er umwickelt ihn mit der Formel: „In den Wäldern hat er den Luftraum ausgebreitet“, spricht er — in den Baumwipfeln ist ja dieser Luftraum ausgebreitet. „Die Kraft in die Rennpferde, die Milch in die Kühe“ — Kraft ist ja die Manneskraft, männlich sind die Rennpferde; damit legt er die Manneskraft eben in das Männliche. „Die Milch in die Kühe“ — die Milch ist ja in die Kühe gelegt. „In die Herzen den Ratschluss, Varuṇa in die Stämme, Agni“ — in die Herzen ist ja dieser gedankenschnelle Ratschluss eingegangen; „in die Stämme, Agni“ — in die Stämme, die Geschöpfe, ist dieser Agni eingegangen. „In den Himmel setzte er die Sonne, den Preßstein den Soma“ — im Himmel ist ja jene Sonne gesetzt, „den Stein den Soma“ — in den Bergen ist ja Soma; deshalb spricht er: „In den Himmel setzte er die Sonne, den Stein den Soma.“
Wenn nun zwei schwarze Antilopenfelle vorhanden sind, so bindet er eines von beiden als zusätzliche Umwicklung darum. Ist aber nur eines vorhanden, so schneidet man nur den Nacken-Teil des schwarzen Antilopenfells ab und bindet es als Umwicklungsstück darum: „Steig auf das Auge der Sonne, das Pupillenkorn des Auges Agnis, dort, wo du mit den Etaśa-Rossen fährst, strahlend, du Weiser“, spricht er. Damit macht er die Sonne eben zur vorderen Führerin; die Sonne, voran fahrend, vertreibt die Rakṣas — so führt man ihn dann in Furchtlosigkeit, unbeschädigt, im Zug umher.
uddhate pra ugye phalake bhavataḥ | tadantareṇa tiṣṭhantsubrahmaṇyaḥ prājati śreyānvā eṣo 'bhyārohādbhavati ko hyetamarhatyabhyāroḍhuṃ tasmādantareṇa tiṣṭhanprājati
Erhöht und stark sind die beiden Trag-Bretter. Zwischen ihnen stehend treibt der Subrahmaṇya-Priester den Wagen an; denn der Soma ist zu mächtig, um bestiegen zu werden — wer wäre würdig, ihn zu besteigen? Deshalb treibt er, dazwischen stehend, den Wagen an.
Mit einem Palāśa-Zweig treibt er ihn an. Als einst die Gāyatrī den Soma herbeitrug, fiel ihr dabei eine Feder ab; im Herabfallen geriet sie darauf und riss ein Blatt ab — sei es der Gāyatrī, sei es des Königs Soma Eigentum — dieses, herabgefallen, wurde zum Palāśa-Blatt; deshalb heißt es „Parṇa“. „Was auch immer hierbei vom Soma anhaftet, das soll auch hier, im Zweig, sein“, denkt man; deshalb treibt er mit einem Palāśa-Zweig an.
Dann treibt man die Zugochsen an. Wären diese beiden schwarz, oder einer von beiden schwarz, so möge man daraus erkennen: „Es wird dieses Jahr regnen, Parjanya wird regenreich sein“ — dies eben ist ein Vorzeichen.
atha yunakti | usrāvetaṃ dhūrṣāhāvityusrau hi bhavato dhūrṣāhāviti dhūrvāhau hi bhavato yujyethāmanaśrū iti yujete hyanaśrū ityanārtāviti tadavīrahaṇāvityapāpakṛtāviti tadbrahmacodanāviti brahmacodanau hi bhavataḥ svasti yajamānasya gṛhāngacatamiti yathaināvantarā nāṣṭrā rakṣāṃsi na hiṃsyurevametadāha
Dann schirrt er sie an: „Ihr beide, die Lichten, die Jochtragenden“, spricht er — denn lichtfarben sind sie ja, jochtragend. „Möget ihr euch anspannen, ihr Tränenlosen“, spricht er — sie spannen sich an, tränenlos. „Nicht Verletzende“ — das heißt keine Helden-Tötenden. „Nichts Böses Tuende“ — das heißt vom Brahman Angetriebene, denn sie sind ja durch das Brahman angetrieben. „Gelangt heilvoll zu den Häusern des Opferherrn“, spricht er — damit sagt er, dass die Rakṣas ihnen unterwegs nichts anhaben mögen; eben dies sagt er damit.
Dann geht er nach hinten herum und tritt an das Zugseil heran und spricht: „Verkünde dies für den gekauften Soma“ — „für den nun heimgeführten Soma“ — wie es der Wagenführer eben wünscht, die genaue Formulierung bleibt frei.
Dann lässt er sprechen: „Wohlgesinnt bist du mir; rücke vor, o Herr der Wesen!“, spricht er. Denn wohlgesinnt ist ihm dieser Soma; deshalb beachtet er keinen anderen mehr; sogar Könige kommen als gleichrangige Teilhaber zu ihm, doch redet der Opferherr den König als Erster an — denn wohlgesinnt ist er dadurch geworden; deshalb spricht er: „Wohlgesinnt bist du mir; rücke vor, o Herr der Wesen!“ Denn er ist der Herr der Welten über alle Gestalten hinweg — Glieder sind ja alle Gestalten; eben die Glieder redet er damit an. „Mögen dich nicht die Umherstreifenden finden, mögen dich nicht die umherschleichenden Betrüger finden, mögen dich nicht die böswilligen Wölfe finden“, spricht er — damit sagt er, dass die Rakṣas ihn unterwegs nicht finden mögen; eben dies sagt er damit.
„Zum Falken geworden, flieg fort“, spricht er. Damit lässt er ihn eben als Vogelwesen wieder fortfliegen; was nämlich mächtig ist, dem folgen die Rakṣas nicht nach; von den Vögeln ist der Falke der stärkste, mächtigste — zu eben diesem Wesen lässt er ihn fortfliegen, wenn er spricht: „Zum Falken geworden, flieg fort.“
Dann führt man eben nur noch den Leib des Soma weiter: „Geh zu den Häusern des Opferherrn; dies ist uns wohl zubereitet“, spricht man — hierbei ist nichts weiter verhüllt, der Sinn ist unmittelbar klar.
Dann ruft er den Subrahmaṇyā-Ruf aus: So wie man denen, für die man kochen wird, sagen würde: „He, ich werde für euch kochen“, ebenso meldet er damit den Göttern das Opfer: „Subrahmaṇyā, oṃ! Subrahmaṇyā, oṃ!“, spricht er — denn das Brahman, die heilige Kraft, bewegt ja die Götter herbei. Dreimal spricht er es; denn dreifach ist das Opfer.
„Indra, komm!“, spricht er — Indra ist ja die Gottheit des Opfers; deshalb spricht er: „Indra, komm!“ „Du, Besitzer der Falben-Rosse, komm; du, Widder des Medhātithi, du bei der Mene des Vṛṣaṇaśva, du auf die Kuh Herabspringender, du Liebhaber der Ahalyā“, spricht er — damit ruft er ihn eben durch alle seine mythischen Taten zur Freude auf.
„Kauśika, Brahmane, du, der sich Gautama nennt“, spricht er — dies wurde seit jeher, schon von Āruṇi, so überliefert, dass man „du, der sich Gautama nennt“ sagt. Wenn man es wünscht, mag man dies sprechen; wenn man es aber nicht wünscht, braucht man sich auch nicht daran zu halten. „He, an diesem Pressungstag!“, spricht er — solange eben der Pressungstag dauert.
„Ihr Götter, ihr Brahmanen, kommt her!“, spricht er — damit ruft er eben sowohl die Götter als auch die Brahmanen; denn dort, wo beide zugleich, Götter und Brahmanen, gegenwärtig sind, da ist der rituelle Zweck erfüllt.
atha pratiprasthātā | agreṇa śālāmagnīṣomīyeṇa paśunā pratyupatiṣṭhate 'gnīṣomau vā etamantarjambha ādadhāte yo dīkṣata āgnāvaiṣṇavaṃ hyado dīkṣaṇīyaṃ havirbhavati yo vai viṣṇuḥ somaḥ sa havirvā eṣa bhavati yo dīkṣate tadenamantarjambha ādadhāte tatpaśunātmānaṃ niṣkrīṇīte
Dann tritt der Pratiprasthātṛ-Priester vor der Halle mit dem Agnīṣomīya-Opfertier auf. Agni und Soma nehmen nämlich denjenigen, der sich weiht, gleichsam zwischen ihre Kiefer; denn jene Āgnāvaiṣṇava-Opferspende ist ja die Dīkṣā-Opferspende — und wer dabei Viṣṇu und Soma zugleich ist, der ist eben die Opferspende, nämlich wer sich weiht. Damit nehmen sie ihn zwischen ihre Kiefer; mit dem Opfertier löst er sich selbst aus dieser Gefahr wieder aus.
taddhaike | āhavanīyādulmukamāharantyayamagnirayaṃ somastābhyāṃ saha sadbhyāṃ niṣkreṣyāmaha iti vadantastadu tathā na kuryādyatra vā etau kva ca tatsahaiva
Dabei bringen manche Lehrer einen Feuerbrand vom Āhavanīya-Feuer herbei, mit der Begründung: „Dies ist Agni, dies ist Soma; mit diesen beiden zusammen Anwesenden wollen wir uns auslösen.“ Man sollte es aber nicht so machen; denn wo immer diese beiden, Agni und Soma, sind, dort sind sie ohnehin stets zusammen.
sa vai dvirūpo bhavati | dvidevatyo hi bhavati devatayorasamade kṛṣṇasāraṅga syādityāhuretaddhyenayo rūpatamamiveti yadi kṛṣṇasāraṅgaṃ na vindedatho api lohitasāraṅga syāt
Er, das Opfertier, soll von zweifacher Farbe sein; denn er gehört ja zwei Gottheiten zugleich, und diese beiden Gottheiten sind nicht gleichfarbig. Er solle schwarz-gesprenkelt sein, sagt man; denn dies entspricht am ehesten ihrer beider Gestalt. Fände man kein schwarz-gesprenkeltes, so möge es auch ein rötlich-gesprenkeltes sein.
Dabei lässt er sprechen: „Ehrfurcht dem Auge Mitras und Varuṇas, dem großen Gott — dienet jenem Rechten; dem von ferne Sichtbaren, dem göttlich Entstandenen, dem Lichtzeichen, dem Sohn des Himmels, der Sonne, sprecht Lobpreis!“ Eben damit erweist er ihm Ehrfurcht; damit macht er ihn zum Anteil Mitras zugehörig.
Dann löst der Adhvaryu die Aufstiegsvorrichtung am Wagen. „Du bist Varuṇas Stütze“, spricht er, und stützt sie mit der Stützvorrichtung. „Ihr beide seid Varuṇas Pflock-Löser“, spricht er, und zieht die Jochpflöcke heraus. Wenn er spricht: „Ihr seid Varuṇas Pflock-Löser“, so deshalb, weil dieser Soma jetzt eben Varuṇa gehört, da er durch den Kauf erworben ist.
Dann heben vier Männer den Königsthron auf. Denn einem gewöhnlichen menschlichen König heben nur zwei ihn auf; diesen aber vier — ihm, der über alles auf einmal herrscht.
Er, der Thron, ist aus Feigenbaumholz. Denn die Speisekraft ist der Feigenbaum; zur Erlangung von Speisekraft und Esskraft für ihn ist er deshalb aus Feigenbaumholz.
Er reicht bis zur Nabelhöhe. Denn hier, in der Nabelgegend, hat die Nahrung ihren festen Ort, und Nahrung ist Soma; deshalb reicht er bis zur Nabelhöhe. Hier ist auch die Lagerstätte des Samens, und Same ist Soma; deshalb reicht er bis dorthin.
Er berührt ihn, den Thron: „Du bist der Sitz der Wahrheit des Varuṇa“, spricht er. Dann breitet er das schwarze Antilopenfell aus: „Du bist der Sitz der Wahrheit des Varuṇa“, spricht er. Dann setzt er ihn, den Soma, darauf: „Setz dich auf den Sitz der Wahrheit des Varuṇa“, spricht er. Wenn er spricht: „Setz dich auf den Sitz der Wahrheit des Varuṇa“, so deshalb, weil dieser Soma jetzt eben Varuṇa gehört.
athainaṃ śālām prapādayati | sa prapādayanvācayati yā te dhāmāni haviṣā yajanti tā te viśvā paribhūrastu yajñam | gayasphānaḥ prataraṇaḥ suvīro 'vīrahā pracarā soma duryāniti gṛhā vai duryā gṛhānnaḥ śivaḥ śānto 'pāpakṛtpracaretyevaitadāha
Dann lässt man ihn in die Halle einziehen; beim Einziehenlassen lässt man sprechen: „Deine Wohnstätten, die man mit der Opferspende verehrt — sie alle mögen dein Opfer allseits umfassen. Als Mehrer des Hauses, als Förderer, als guter Held, kein Helden-Vernichter, ziehe ein, o Soma, in die Wohnungen.“ Die Wohnungen sind ja die Häuser; „geh heilsam, besänftigt, ohne Übeltat in unsere Häuser“, eben das sagt er damit.
atra haike | udapātramupaninayanti yathā rājña āgatāyodakamāharedevametaditi vadantastadu tathā na kuryānmānuṣaṃ ha te yajñe kurvanti vyṛddhaṃ vai tadyajñasya yanmānuṣaṃ nedvyṛddhaṃ yajñe karavāṇīti tasmānnopaninayet
Hierbei führen manche Lehrer ein Wassergefäß heran, mit der Begründung: „So wie man einem ankommenden König Wasser darbringen würde, ebenso tut man dies hier.“ Man sollte es aber nicht so machen; denn damit machen sie etwas Menschliches im Opfer — und das ist eine Abweichung vom Opfer, dieses Menschliche: „Ich will nichts vom Opfer Abweichendes tun.“ Deshalb soll man das Wassergefäß nicht heranführen.