Quellen der Menschheit

Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · Kāṇḍa 3

Adhyāya 8 Das Tieropfer (Paśubandha): Vor-Opferungen, Feuerumkreisung und Zur-Ruhe-Bringung

Br.1 (16 K.): Āprī-Verse, elf Prayāja-Vor-Opferungen, Schlachtmesser-Weihe, Feuerumkreisung, Zur-Ruhe-Bringung. Br.2 (30 K.): Gattin besprengt das Opfertier, Zerlegung, Bauchfetthaut-Röstung, Yājñavalkya-Caraka-Kontroverse, Goldplättchen-Symbolik, Cātvāla-Reinigung. Br.3 (37 K.): Herz-Opferung mit Atem-Symbolik, Śamitṛ-Dialog über den Kochzustand, Plakṣa-Baum-Mythos (Tvaṣṭṛs Erbrechen über das Opfertier-Haupt), detaillierte Gliederzerlegung, Vasāhoma-Fett-Opfer mit Wind-/Pūṣan-Formeln, Asura-Mythos zur Begründung der verbotenen Abschneide-Stellen (Kopf/Schultern/Rücken/Hinterschenkel), Vanaspati- und Agni-Sviṣṭakṛt-Opferungen, abschließende Zusammenfügung des Opfertiers (Prāṇa-Udāna-/Tvaṣṭṛ-Formeln).

tadyatraitatpravṛto hotā hotṛṣadana upaviśati | tadupaviśya prasauti prasūto 'dhvaryuḥ srucāvādatte

Wenn nun in diesem Verlauf der Hotṛ-Priester sich auf den Hotṛ-Sitz setzt – nachdem er sich gesetzt hat, gibt er den Antrieb; angetrieben nimmt der Adhvaryu die beiden Opferlöffel.

athāprībhiścaranti | tadyadāprībhiścaranti sarveṇeva vā eṣa manasā sarveṇevātmanā yajñaṃ sambharati saṃ ca jihīrṣati yo dīkṣate tasya riricāna ivātmā bhavati tametābhirāprībhirāpyāyayanti tadyadāpyāyayanti tasmādāpriyo nāma tasmādāprībhiścaranti

Dann verfahren sie mit den Āprī-Versen [Freundschafts-/Einladungsverse]: Dass sie mit den Āprī-Versen verfahren – mit dem ganzen Sinn gleichsam, mit dem ganzen Selbst gleichsam fasst er das Opfer zusammen und will es ganz an sich ziehen; wer sich weiht, dessen Selbst wird gleichsam unvollständig; diesen lassen sie mit diesen Āprī-Versen wieder voll werden. Dass sie ihn voll werden lassen, deshalb heißen sie „Āprī“ [von ā-prī, „zufriedenstellen“]. Deshalb verfahren sie mit den Āprī-Versen.

te vā eta ekādaśa prayājā bhavanti | daśa vā ime puruṣe prāṇā ātmaikādaśo yasminnete prāṇāḥ pratiṣṭhitā etāvānvai puruṣastadasya sarvamātmānamāpyāyanti tasmādekādaśa prayājā bhavanti

Diese Vor-Opferungen [Prayāja] sind ja elf an der Zahl: Zehn sind ja diese Atemhauche im Menschen, das Selbst das elfte, in dem diese Atemhauche verankert sind – so groß ist ja der Mensch; damit lassen sie sein ganzes Selbst voll werden. Deshalb gibt es elf Vor-Opferungen.

sa āśrāvyāha | samidhaḥ preṣyeti preṣya preṣyeti caturthecaturthe prayāje samānayamāno daśabhiḥ prayājaiścarati daśa prayājāniṣṭvāha śāsamāharetyasiṃ vai śāsa ityācakṣate

Nachdem er zum Aufruf aufgerufen hat, spricht er: „Gebiete für die Brennscheite!“ – jeweils in der vierten Vor-Opferung wiederholt er das Gebot; mit zehn Vor-Opferungen verfährt er. Nachdem er die zehn Vor-Opferungen vollzogen hat, spricht er: „Bringe das Schlachtmesser!“ – man bezeichnet das Schwert als „Śāsa“.

atha yūpaśakalamādatte | tāvagre juhvā aktvā paśorlalāṭamupaspṛśati ghṛtenāktau paśūṃstrāyethāmiti vajro vai yūpaśakalo vajraḥ śāso vajra ājyaṃ tamevaitatkṛtsnaṃ vajraṃ sambhṛtya tamasyābhigoptāraṃ karoti nedenaṃ nāṣṭrā rakṣāṃsi hinasanniti punaryūpaśakalamavagūhatyeṣā te prajñātāśrirastvityāha śāsam prayacantsādayati srucau

Dann nimmt er den Yūpa-Span; nachdem er zunächst beide, Span und Messer, mit dem Juhū-Löffel bestrichen hat, berührt er die Stirn des Opfertiers: „Mit Schmalz bestrichen, beschützt beide das Opfertier!“ – der Yūpa-Span ist ja der Vajra, das Schlachtmesser ist der Vajra, das Schmalz ist der Vajra; damit fasst er eben diesen ganzen Vajra zusammen und macht ihn zu dessen Beschützer, „damit die messerlosen Rakṣas es nicht verletzen“. Dann vergräbt er wieder den Yūpa-Span: „Dies ist deine erkannte Kante“ [Anm.: Übersetzung unsicher] – so spricht er. Er reicht das Schlachtmesser dar und setzt die beiden Opferlöffel nieder.

athāha paryagnaye 'nubrūhīti | ulmukamādāyāgnītparyagniṃ karoti tadyatparyagniṃ karotyacidramevainametadagninā parigṛhṇāti nedenaṃ nāṣṭrā rakṣāṃsi pramṛśānityagnirhi rakṣasāmapahantā tasmātparyagniṃ karoti tadyatrainaṃ śrapayanti tadabhipariharati

Dann spricht er: „Sprich nach für die Feuerumkreisung!“ Nachdem er einen Feuerbrand vom Feuer genommen hat, führt er die Feuerumkreisung durch: Dass er die Feuerumkreisung durchführt – damit umschließt er es gleichsam unversehrt mit dem Feuer, „damit die messerlosen Rakṣas es nicht berühren“ – denn Agni ist ja der Vertreiber der Rakṣas; deshalb führt er die Feuerumkreisung durch. Wo man es dann kocht, dorthin trägt er ihn herum.

tadāhuḥ | punaretadulmukaṃ haredathātrānyamevāgniṃ nirmathya tasminnenaṃ śrapayeyurāhavanīyo vā eṣa na vā eṣa tasmai yadasminnaśṛtaṃ śrapayeyustasmai vā eṣa yadasmiñcṛtaṃ juhuyuriti

Dazu sagen manche: Man solle diesen Feuerbrand wieder zurückbringen und dann hier ein eigens durch Reiben erzeugtes anderes Feuer entfachen und darin das Fleisch kochen; dieses, das Āhavanīya-Feuer, sei ja nicht dafür bestimmt, dass man Ungekochtes darauf koche, sondern dafür, dass man darauf Gekochtes opfert.

tadu tathā na kuryāt | yathā vai grasitamevamasyaitadbhavati yadenena paryagniṃ karoti sa yathā grasitamanuhāyācidya tadanyasmai prayacedevaṃ tattasmādetasyaivolmukasyāṅgārānnimṛdya tasminnenaṃ śrapayeyuḥ

Das soll man aber nicht so machen; es verhält sich vielmehr wie mit etwas bereits Ergriffenem: Womit er die Feuerumkreisung vollzieht, das ist gleichsam schon ergriffen; wollte man dies, wie bereits Ergriffenes, wieder loslassen und einem anderen Feuer übergeben, wäre das ebenso unangemessen. Deshalb soll man von eben diesem Feuerbrand die Glut zerdrücken und darin das Fleisch kochen.

atholmukamādāyāgnītpurastātpratipadyate | agnimevaitatpurastātkarotyagniḥ purastānnāṣṭrā rakṣāṃsyapaghnannetyathābhayenānāṣṭreṇa paśuṃ nayanti taṃ vapāśrapaṇībhyām pratiprasthātānvārabhate pratiprasthātāramadhvaryuradhvaryuṃ yajamānaḥ

Dann, nachdem er den Feuerbrand vom Feuer genommen hat, tritt er voran: Damit stellt er eben Agni voran; Agni geht voran, indem er die messerlosen Rakṣas fortschlägt. So führen sie das Opfertier in Sicherheit, ohne Messer. Der Pratiprasthātṛ-Priester ergreift es mit den beiden Kochgefäßen für die Bauchfetthaut, der Adhvaryu den Pratiprasthātṛ, der Opferer den Adhvaryu.

tadāhuḥ | naiṣa yajamānenānvārabhyo mṛtyave hyetaṃ nayanti tasmānnānvārabheteti tadanvevārabheta na vā etam mṛtyave nayanti yaṃ yajñāya nayanti tasmādanvevārabheta yajñādu haivātmānamantariyādyannānvārabheta tasmādanvevārabheta tatparo 'kṣamanvārabdham bhavati vapāśrapaṇībhyām pratiprasthātā pratiprasthātāramadhvaryuradhvaryuṃ yajamāna etadu paro 'kṣamanvārabdham bhavati

Dazu sagen manche: Dieses Opfertier dürfe nicht vom Opferer berührt werden, denn man führt es ja dem Tod entgegen; deshalb solle er es nicht mitergreifen. Er soll es aber dennoch ergreifen: Man führt es ja nicht dem Tod entgegen, sondern dem Opfer; deshalb soll er es ergreifen. Würde er es nicht ergreifen, würde er sich ja vom Opfer selbst trennen; deshalb soll er es ergreifen. Das Ergreifen geschieht dabei mittelbar: Der Pratiprasthātṛ mit den beiden Kochgefäßen für die Bauchfetthaut, der Adhvaryu den Pratiprasthātṛ, der Opferer den Adhvaryu – so geschieht dieses Ergreifen mittelbar.

atha stīrṇāyai vedeḥ | dve tṛṇe adhvaryurādatte sa āśrāvyāhopapreṣya hotarhavyā devebhya ityetadu vaiśvadevam paśau

Dann nimmt der Adhvaryu für die ausgestreute Vedi zwei Grashalme. Nachdem er zum Aufruf aufgerufen hat, spricht er: „Sende, Hotṛ, die Opfergaben den Göttern zu!“ – dies ist gleichsam das Vaiśvadeva-Element beim Opfertier.

atha vācayati | revati yajamāna iti vāgvai revatī sā yadvāgbahu vadati tena vāgrevatī priyaṃ dhā āviśetyanārtimāviśetyevaitadāhororantarikṣātsajūrdevena vātenetyantarikṣaṃ vā anu rakṣaścaratyamūlamubhayataḥ paricinnaṃ yathāyam puruṣo 'mūla ubhayataḥ paricinno 'ntarikṣamanucarati tadvātenainaṃ saṃvidānāntarikṣādgopāyetyevaitadāha yadāhororantarikṣātsajūrdevena vāteneti

Dann lässt er sprechen: „Reich an Rede, Opferer“ – Vāc, die Rede, ist ja reich, denn Rede spricht viel; damit ist Vāc reich. „Möge Liebes einkehren“ – „möge Unversehrtheit einkehren“ – das meint er damit eben. „Aus dem weiten Luftreich, mit dem Gott Wind vereint“ – im Luftreich wandert ja der Rakṣas umher, unverwurzelt, von beiden Seiten unbestimmt – so wie dieser Mensch, unverwurzelt, von beiden Seiten unbestimmt, im Luftreich umherwandert. „Mit dem Wind einig, beschütze ihn aus dem Luftreich“ – das meint er damit eben, wenn er spricht: „Aus dem weiten Luftreich, mit dem Gott Wind vereint“.

asya haviṣastmanā yajeti | vācamevaitadāhānārtasyāsya haviṣa ātmanā yajeti samasya tanvā bhaveti vācamevaitadāhānārtasyāsya haviṣastanvā sambhaveti

„Opfere mit dem Selbst dieser Opfergabe“ – das ist eben Vāc, die er damit anspricht: „Opfere mit dem Selbst dieser unversehrten Opfergabe.“ „Sei eins mit seinem Leib“ – das ist eben Vāc, die er damit anspricht: „Vereinige dich mit dem Leib dieser unversehrten Opfergabe.“

tadyatrainaṃ viśasanti | tatpurastāttṛṇamupāsyati varṣo varṣīyasi yajñe yajñapatiṃ dhā iti barhirevāsmā etatstṛṇātyaskannaṃ havirasaditi tadyadevāsyātra viśasyamānasya kiṃcitskandati tadetasminpratitiṣṭhati tathā nāmuyā bhavati

Wenn man es nun zerlegt, setzt er sich davor auf einen Grashalm: „Ein Regner [Anm.: varṣa, Bedeutung unsicher] bist du unter den Regnenden; setze den Opferherrn ins Opfer“ – damit breitet er ihm eben Barhis-Gras aus: „Ungeschmälert soll die Opfergabe sein.“ Was von ihm bei der Zerlegung hier etwas verlorengeht, das findet auf diesem Barhis-Gras Halt; so geht nichts davon verloren.

atha punaretyāhavanīyamabhyāvṛtyāsate | nedasya saṃjñapyamānasyādhyakṣā asāmeti tasya na kūṭena praghnanti mānuṣaṃ hi tanno eva paścātkarṇam pitṛdevatyaṃ hi tadapigṛhya vaiva mukhaṃ tamayanti veṣkaṃ vā kurvanti tannāha jahi mārayeti mānuṣaṃ hi tatsaṃjñapayānvaganniti taddhi devatrā sa yadāhānvagannityetarhi hyeṣa devānanugacati tasmādāhānvaganniti

Dann kehren sie zum Āhavanīya-Feuer zurück und setzen sich, ihm zugewandt: „Damit wir nicht Zeugen seiner Zur-Ruhe-Bringung [Anm.: saṃjñapyamāna, euphemistisch für Tötung] werden.“ Man schlägt es dabei nicht mit einem stumpfen Gegenstand, denn das wäre menschlich; dies geschieht vielmehr hinter dem Ohr – denn das gehört ja den Vätern als Gottheit; man umfasst dabei gleichsam das Maul, oder man bewirkt eine Betäubung [Anm.: veṣka, Übersetzung unsicher]. Dabei sagt man nicht: „Schlage es tot, töte es!“ – denn das wäre menschlich; man sagt vielmehr: „Es ist zur Ruhe gebracht, es ist den Vätern gefolgt“ – denn dies gehört den Göttern an. Wenn er sagt: „Es ist gefolgt“ – dann folgt es ja jetzt eben den Göttern; deshalb sagt er: „Es ist gefolgt“.

tadyatrainaṃ nividhyanti | tatpurā saṃjñapanājjuhoti svāhā devebhya ityatha yadā prāha saṃjñaptaḥ paśurityatha juhoti devebhyaḥ svāheti purastātsvāhākṛtayo vā anye devā upariṣṭātsvāhākṛtayo 'nye tānevaitatprīṇāti ta enamubhaye devāḥ prītāḥ svargaṃ lokamabhivahanti te vā ete paripaśavye ityāhutī sa yadi kāmayeta juhuyādete yadyu kāmayetāpi nādriyeta 3.8.2.

Wenn man es nun durchbohrt: Vor der Zur-Ruhe-Bringung opfert er: „Svāhā den Göttern!“ Wenn er dann verkündet: „Das Opfertier ist zur Ruhe gebracht“, opfert er wiederum: „Svāhā den Göttern!“ Die einen Götter erhalten ihr Svāhā-Opfer vorher, die anderen nachher; damit stellt er eben diese beiderlei Götter zufrieden. Diese beiderlei zufriedengestellten Götter führen es zur Himmelswelt hinauf. Diese beiden Opferungen heißen „die das Opfertier Umgebenden“: Wenn er möchte, kann er sie darbringen; wenn er aber nicht möchte, braucht er sich auch nicht daran zu halten.

yadā prāha saṃjñaptaḥ paśuriti | athādhvaryurāha neṣṭaḥ patnīmudānayetyudānayati neṣṭā patnīm pānnejanam bibhratīm

Wenn er verkündet: „Das Opfertier ist zur Ruhe gebracht“, dann spricht der Adhvaryu: „Neṣṭṛ, führe die Gattin herbei!“ Der Neṣṭṛ führt die Gattin herbei, die das Fußwaschwasser trägt.

tāṃ vācayati | namasta ātāneti yajño vā ātāno yajñaṃ hi tanvate tena yajña ātāno jaghanārdho vā eṣa yajñasya yatpatnī tāmetatprācīṃ yajñam prasādayiṣyanbhavati tasmā evaitadyajñāya nihnute tatho haināmeṣa yajño na hinasti tasmādāha namasta ātāneti

Er lässt sie sprechen: „Verehrung dir, Ausgespannte“ – das Opfer ist ja das Ausgespannte, denn man breitet das Opfer aus; damit meint man mit „Ausgespannte“ das Opfer. Die hintere Hälfte des Opfers ist ja die Gattin; er wird sie, nach Osten gewandt, für das Opfer günstig stimmen wollen; deshalb verbeugt er sich eben damit vor dem Opfer; so verletzt sie dieses Opfer nicht. Deshalb sagt er: „Verehrung dir, Ausgespannte“.

anarvā prehīti | asapatnena prehītyevaitadāha ghṛtasya kulyā upa ṛtasya pathyā anviti sādhūpetyevaitadāha devīrāpaḥ śuddhā voḍhvaṃ supariviṣṭā deveṣu supariviṣṭā vayam pariveṣṭāro bhūyāsmetyapa evaitatpāvayati

„Ohne Feind, tritt heran“ – das meint er eben, wenn er sagt: „Tritt heran, ohne Nebenbuhler.“ „Zu den Kanälen des Schmalzes, den Pfaden der Wahrheit entlang“ – „Nähere dich in rechter Weise“ – das meint er damit eben. „Göttliche, reine Wasser, tragt die Opfergabe; gut bewirtet seid ihr bei den Göttern; wir mögen gute Bewirter sein“ – damit reinigt er eben das Wasser.

atha paśoḥ prāṇānadbhiḥ patnyupaspṛśati | tadyadadbhiḥ prāṇānupaspṛśati jīvaṃ vai devānāṃ haviramṛtamamṛtānāmathaitatpaśuṃ ghnanti yatsaṃjñapayanti yadviśāsatyāpo vai prāṇāstadasminnetānprāṇāndadhāti tathaitajjīvameva devānāṃ havirbhavatyamṛtamamṛtānām

Dann berührt die Gattin mit Wasser die Atemhauche des Opfertiers: Dass sie mit Wasser die Atemhauche berührt – lebendig ist ja die Opfergabe der Götter, unsterblich die der Unsterblichen. Nun tötet man aber dieses Opfertier, wenn man es zur Ruhe bringt, wenn man es zerlegt; die Wasser sind ja die Atemhauche; damit legt sie diesem Tier diese Atemhauche wieder hinein. So wird es lebendig zur Opfergabe der Götter, unsterblich zur der Unsterblichen.

atha yatpatnyupaspṛśati | yoṣā vai patnī yoṣāyai vā imāḥ prajāḥ prajāyante tadenametasyai yoṣāyai prajanayati tasmātpatnyupaspṛśati

Dass die Gattin es berührt: Die Gattin ist ja eine Frau; von einer Frau werden ja diese Geschöpfe geboren; damit lässt sie es für diese Frau wieder geboren werden. Deshalb berührt die Gattin es.

sopaspṛśati | vācaṃ te śundhāmīti mukham prāṇaṃ te śundhāmīti nāsike cakṣuste śundhāmītyakṣyau śrotraṃ te śundhāmīti karṇau nābhiṃ te śundhāmīti yo 'yamaniruktaḥ prāṇo meḍhraṃ te śundhāmīti vā pāyuṃ te śundhāmīti yo 'yam paścātprāṇastatprāṇāndadhāti tatsamīrayatyatha saṃhṛtya padaścaritrāṃste śundhāmīti padbhirvai pratitiṣṭhati pratiṣṭhityā eva tadenam pratiṣṭhāpayati

Sie berührt es: „Deine Rede reinige ich“ – das bedeutet das Maul; „deinen Atem reinige ich“ – die beiden Nasenlöcher; „dein Auge reinige ich“ – die beiden Augen; „dein Gehör reinige ich“ – die beiden Ohren; „deinen Nabel reinige ich“ – das ist der unbenannte Atemhauch dort; „dein Glied reinige ich“ oder „deinen After reinige ich“ – das ist der hintere Atemhauch. Damit legt sie ihm die Atemhauche hinein, damit belebt sie es. Dann, nachdem sie die Beine zusammengezogen hat: „Deine Füße, die Wandelnden, reinige ich“ – durch die Füße findet man ja Halt, eben durch das Fußfassen; damit lässt sie es Halt finden.

atha yā āpaḥ pariśiṣyante | ardhā vā yāvatyo vā tābhirenaṃ yajamānaśca śīrṣato 'gre 'nuṣiñcatastatprāṇāṃścaivāsmiṃstattau dhattastaccainamataḥ samīrayataḥ

Was an Wasser übrigbleibt – sei es die Hälfte oder wie viel auch immer –, damit begießen die Gattin und der Opferer zunächst gemeinsam es vom Kopf her; damit legen die beiden ihm die Atemhauche hinein; damit beleben sie es weiter.

tadyatkrūrīkurvanti | yadāsthāpayanti śāntirāpastadadbhiḥ śāntyā śamayatastadadbhiḥ saṃdhattaḥ

Was sie bei der Tötung roh gemacht haben, was sie beeinträchtigt haben – das Wasser ist die Besänftigung; damit besänftigen die beiden es mit dem Wasser; damit fügen sie es mit dem Wasser wieder zusammen.

tāvanuṣiñcataḥ | manasta āpyāyatāṃ vākta āpyāyatām prāṇasta āpyāyatāṃ cakṣusta āpyāyatāṃ śrotraṃ ta āpyāyatāmiti tatprāṇāndhattastatsamīrayato yatte krūraṃ yadāsthitaṃ tatta āpyāyatāṃ niṣṭyāyatāmiti

Die beiden begießen es weiter: „Dein Geist möge voll werden, deine Rede möge voll werden, dein Atem möge voll werden, dein Auge möge voll werden, dein Gehör möge voll werden“ – damit legen sie ihm die Atemhauche hinein, damit beleben sie es. „Was an dir wund gemacht, was beeinträchtigt ist, das möge dir voll werden, möge wieder vollständig werden“.

tadyatkrūrīkurvanti | yadāsthāpayanti śāntirāpastadadbhiḥ śāntyā śamayatastadadbhiḥ saṃdhattastatte śudhyatviti tanmedhyaṃ kurutaḥ śasahobhya iti jaghanena paśuṃ ninayataḥ

Was sie roh gemacht haben, was sie beeinträchtigt haben – das Wasser ist die Besänftigung; damit besänftigen sie es mit dem Wasser, damit fügen sie es mit dem Wasser zusammen: „Das möge sich dir reinigen.“ Damit machen sie es rein. „Den Śasahas-Kräften“ [Anm.: Bedeutung unsicher] – mit diesem Wort führen sie das Opfertier nach hinten hinüber.

tadyatkrūrīkurvanti | yadāsthāpayanti nedatadanvaśāntānyahorātrāṇyasanniti tasmācamahobhya iti jaghanena paśuṃ ninayataḥ

Was sie roh gemacht haben, was sie beeinträchtigt haben – „damit nicht diese Tage und Nächte unbesänftigt seien“ [Anm.: Übersetzung unsicher] – deshalb, mit dem Wort „den Camahas-Kräften“ [Anm.: Bedeutung unsicher], führen sie das Opfertier nach hinten hinüber.

athottānam paśum paryasyanti | sa tṛṇamantardadhātyoṣadhe trāyasveti vajro vā asistatho hainameṣa vajro 'sirna hinastyathāsinābhinidadhāti svadhite mainaṃ hiṃsīriti vajro vā asistatho hainameṣa vajro 'sirna hinasti

Dann legen sie das Opfertier auf den Rücken. Er legt einen Grashalm dazwischen: „Pflanze, rette es!“ – das Schwert ist ja der Vajra; so verletzt es dieser Vajra, das Schwert, nicht. Dann schneidet er mit dem Schwert hinein: „Schwert, verletze es nicht!“ – das Schwert ist ja der Vajra; so verletzt es dieser Vajra, das Schwert, nicht.

sā yā prajñātāśriḥ | tayābhinidadhāti sā hi yajuṣkṛtā medhyā tadyadagraṃ tṛṇasya tatsavye prāṇau kurute 'tha yadbudhnaṃ taddakṣiṇenādatte

Mit dieser bekannten Kante [Anm.: prajñātāśri, vgl. die frühere Kaṇḍikā] schneidet er hinein; sie ist ja durch den heiligen Spruch geweiht, rein. Was die Spitze des Grashalms ist, das legt er an die linke Seite beim Atemloch; was die Wurzel ist, das nimmt er an der rechten Seite.

sa yatrācyati | yata etallohitamutpatati tadubhayato 'nakti rakṣasām bhāgo 'sīti rakṣasāṃ hyeṣa bhāgo yadasṛk

Wo er hineinsticht, von wo aus das Blut hervorspringt, das salbt er von beiden Seiten: „Du bist der Anteil der Rakṣas“ – denn das Blut ist ja der Anteil der Rakṣas.

tadupāsyābhitiṣṭhati | idamahaṃ rakṣo 'bhitiṣṭhāmīdamahaṃ rakṣo 'vabādha idamahaṃ rakṣo 'dhamaṃ tamo nayāmīti tadyajñenaivaitannāṣṭrā rakṣāṃsyavabādhate tadyadamūlamubhayataḥ paricinnam bhavatyamūlaṃ vā idamubhayataḥ paricinnaṃ rakṣo 'ntarikṣamanucarati yathāyam puruṣo 'mūla ubhayataḥ paricinno 'ntarikṣamanucarati tasmādamūlamubhayataḥ paricinnam bhavati

Dann tritt er nahe heran und stellt sich darauf: „Diesen Rakṣas bezwinge ich, diesen Rakṣas dränge ich zurück, diesen Rakṣas führe ich in tiefste Finsternis“ – damit hält er eben mit dem Opfer die messerlosen Rakṣas fern. Dass es unverwurzelt, von beiden Seiten begrenzt ist: Unverwurzelt nämlich wandert dieser Rakṣas, von beiden Seiten begrenzt, im Luftreich umher – so wie dieser Mensch, unverwurzelt, von beiden Seiten begrenzt, im Luftreich umherwandert; deshalb ist es unverwurzelt, von beiden Seiten begrenzt.

atha vapāmutkhidanti | tayā vapāśrapaṇyau prorṇauti ghṛtena dyāvāpṛthivī prorṇuvāthāmiti tadime dyāvāpṛthivī ūrjā rasena bhājayatyanayorūrjaṃ rasaṃ dadhāti te rasavatyā upajīvanīye imāḥ prajā upajīvanti

Dann schneiden sie die Bauchfetthaut heraus. Damit bedeckt er die beiden Kochgefäße für die Bauchfetthaut: „Mit Schmalz bedeckt euch, Himmel und Erde!“ Damit versieht er diese beiden, Himmel und Erde, mit Kraft und Saft; er legt ihnen Kraft und Saft hinein. Von diesen beiden, die dadurch saftig und lebenspendend geworden sind, leben diese Geschöpfe.

kārṣmaryamayyau vapāśrapaṇyau bhavataḥ | yatra vai devā agre paśumālebhire tadudīcaḥ kṛṣyamāṇasyāvāṇnedhaḥ papāta sa eṣa vanaspatirajāyata tadyatkṛṣyamāṇasyāvāṅapatattasmātkārṣmaryastenaivainametanmedhena samardhayati kṛtsnaṃ karoti tasmātkārṣmaryamayyau vapāśrapaṇyau bhavataḥ

Die beiden Kochgefäße für die Bauchfetthaut bestehen aus Kārṣmarya-Holz: Als die Götter einst ein Opfertier ergriffen, da fiel, während man es nach Norden zog, nach unten etwas Nass-Feuchtes herab; daraus entstand dieser Baum. Weil es dabei, während man es zog, nach unten fiel, deshalb heißt er „Kārṣmarya“ [Anm.: Etymologie unsicher]. Damit lässt er ihn mit diesem Opfermaterial eben gedeihen, macht ihn vollständig. Deshalb bestehen die beiden Kochgefäße für die Bauchfetthaut aus Kārṣmarya-Holz.

tām parivāsayati | tām paśuśrapaṇe pratapati tatho hāsyātrāpi śṛtā bhavati punarulmukamagnīdādatte te jaghanena cātvālaṃ yanti ta āyantyāgacantyāhavanīyaṃ sa etattṛṇamadhvaryurāhavanīye prāsyati vāyo vai stokānāmiti stokānāṃ haiṣā samit

Er lässt sie eine Weile ruhen. Er röstet sie am Opfertier-Röstfeuer; so wird auch sie hier gekocht. Dann nimmt er wieder einen Feuerbrand vom Āgnīdhra-Feuer. Sie gehen hinter dem Cātvāla-Pfuhl vorbei; sie kommen heran, gelangen zum Āhavanīya-Feuer. Dort wirft der Adhvaryu dieses Gras ins Āhavanīya-Feuer: „Vāyu ist der Gott der Stoka-Funken“ – dies ist ja das Brennholz der Stoka-Funken [Anm.: Übersetzung unsicher].

athottaratastiṣṭhanvapām pratapati | atyeṣyanvā eṣo 'gnim bhavati dakṣiṇataḥ parītya śrapayiṣyaṃstasmā evaitannihnute tatho hainameṣo 'tiyantamagnirna hinasti tasmāduttaratastiṣṭhan vapām pratapati

Dann röstet er, nördlich vom Feuer stehend, die Bauchfetthaut: Er würde ja sonst dieses Feuer überschreiten, wenn er, um zu rösten, im Süden herumginge; deshalb weicht er dem eben aus. So verletzt ihn dieses Feuer nicht, wenn er es überschreitet. Deshalb röstet er, nördlich stehend, die Bauchfetthaut.

tāmantareṇa yūpaṃ cāgniṃ ca haranti | tadyatsamayā na haranti yenānyāni havīṃṣi haranti nedaśṛtayā samayā yajñam prasajāmeti yadu bāhyena na harantyagreṇa yūpam bahirdhā yajñātkuryustasmādantareṇa yūpaṃ cāgniṃ ca haranti dakṣiṇataḥ parītya pratiprasthātā śrapayati

Sie tragen sie zwischen dem Opferpfahl und dem Feuer hindurch. Dass sie sie nicht auf demselben Weg tragen, auf dem sie die anderen Opfergaben tragen: „Damit ich nicht mit Ungekochtem den Weg des Opfers verunreinige“ (denkt man). Dass sie sie nicht außen herum, vor dem Opferpfahl vorbei, tragen: Sie würden sie sonst außerhalb des Opfers stellen. Deshalb tragen sie sie zwischen dem Opferpfahl und dem Feuer hindurch. Nachdem er im Süden herumgegangen ist, röstet der Pratiprasthātṛ sie.

atha sruveṇopahatyājyam | adhvaryurvapāmabhijuhotyagnirājyasya vetu svāheti tatho hāsyaite stokāḥ śṛtāḥ svāhākṛtā āhutayo bhūtvāgnim prāpnuvanti

Dann rührt der Adhvaryu mit dem Sruva-Löffel das Schmalz um und beträufelt die Bauchfetthaut damit: „Agni soll zum Schmalz kommen. Svāhā!“ So gelangen diese gekochten Stoka-Funken, nachdem sie mit Svāhā zu Opfergaben geworden sind, zu Agni.

athāha stokebhyo 'nubrūhīti | sa āgneyī stokebhyo 'nvāha tadyadāgneyī stokebhyo 'nvāhetaḥpradānā vai vṛṣṭirito hyagnirvṛṣṭiṃ vanute sa etai stokairetāntstokānvanute ta ete stokā varṣanti tasmādāgneyī stokebhyo 'nvāha yadā śṛtā bhavati

Dann spricht er: „Sprich nach für die Agni-Formel zu den Stoka-Funken!“ Da spricht er die Agni-Formel für die Stoka-Funken nach. Dass er die Agni-Formel für die Stoka-Funken nachspricht: Von hier kommt ja der Regen; von hier gewinnt ja Agni den Regen. Mit diesen Stoka-Funken gewinnt er jene Stoka-Regentropfen; diese Stoka-Tropfen sind es, die regnen. Deshalb spricht er die Agni-Formel für die Stoka-Funken nach, wenn sie gekocht ist.

athāha pratiprasthātā śṛtā pracareti | srucāvādāyādhvaryuratikramyāśrāvyāha svāhākṛtibhyaḥ preṣyeti vaṣaṭkṛte juhoti

Dann spricht der Pratiprasthātṛ: „Sie ist gekocht, fahre fort!“ Nachdem der Adhvaryu die beiden Opferlöffel genommen hat, tritt er vor und spricht, zum Aufruf aufgerufen: „Gebiete für die Svāhā-Rufe!“ Bei ausgesprochenem Vaṣaṭ opfert er.

hutvā vapāmevāgre 'bhighārayati | atha pṛṣadājyaṃ tadu ha carakādhvaryavaḥ pṛṣadājyamevāgre 'bhighārayanti prāṇaḥ pṛṣadājyamiti vadantastadu ha yājñavalkyaṃ carakādhvaryuranuvyājahāraivaṃ kurvantam prāṇaṃ vā ayamantaragādadhvaryuḥ prāṇa enaṃ hāsyatīti

Nachdem er geopfert hat, beträufelt er zuerst die Bauchfetthaut (nochmals mit Schmalz), dann das gesprenkelte Schmalz. Die Caraka-Adhvaryu-Priester hingegen beträufeln zuerst das gesprenkelte Schmalz, mit den Worten: „Das gesprenkelte Schmalz ist der Atem.“ Einem Yājñavalkya, der so verfuhr, widersprach dazu ein Caraka-Adhvaryu-Priester: „Der Adhvaryu ist hier zwischen den Atem getreten; der Atem wird ihn deshalb verlassen“ [Anm.: Sinn der Polemik unsicher].

sa ha sma bāhū anvavekṣyāha | imau palitau bāhū kva svidbrāhmaṇasya vaco babhūveti na tadādriyetottamo vā eṣa prayājo bhavatīdaṃ vai haviryajña uttame prayāje dhruvāmevāgre 'bhighārayati tasyai hi prathamāvājyabhāgau hoṣyanbhavati vapāṃ vā atra prathamāṃ hoṣyanbhavati tasmādvapāmevāgre 'bhighārayedatha pṛṣadājyamatha yatpaśuṃ nābhighārayati nedaśṛtamabhighārayāṇītyetadevāsya sarvaḥ paśurabhighā rito bhavati yadvapāmabhighārayati tasmādvapāmevāgre 'bhighārayedatha pṛṣadājyam

Da pflegte er (Yājñavalkya), auf seine ergrauten Arme blickend, zu sagen: „Diese meine ergrauten Arme – wo mag wohl das Wort des Brahmanen dazu gewesen sein?“ [Anm.: sinngemäß eine ironische Zurückweisung des Einwands] – dem soll man keine Beachtung schenken. Dieses Opfer ist ja die letzte Vor-Opferung; bei der letzten Vor-Opferung beträufelt man ja immer zuerst die Dhruvā-Opferspende, denn für diese wird man ja die beiden ersten Schmalz-Anteile opfern – hier aber wird man die Bauchfetthaut zuerst opfern. Deshalb soll man zuerst die Bauchfetthaut beträufeln, dann das gesprenkelte Schmalz. Dass man aber danach das übrige Opfertier nicht mit Schmalz beträufelt: „Damit ich nicht Ungekochtes beträufle“ (denkt man) – dabei wird eben dieses ganze Opfertier indirekt mitbeträufelt, wenn man die Bauchfetthaut beträufelt. Deshalb soll man zuerst die Bauchfetthaut beträufeln, dann das gesprenkelte Schmalz.

athājyamupastṛṇīte | atha hiraṇyaśakalamavadadhātyatha vapāmavadyannāhāgnīṣomābhyāṃ cāgasya vapāyai medaso 'nubrūhītyatha hiraṇyaśakalamavadadhātyathopariṣṭāddvirājyasyābhighārayati

Dann breitet er Schmalz darunter aus. Dann legt er ein Goldplättchen darauf. Dann schneidet er von der Bauchfetthaut ein Stück ab, wobei er spricht: „Sprich nach für Agni und Soma, den Sündlosen, für die Bauchfetthaut, für das Fett!“ Dann legt er wieder ein Goldplättchen darauf. Dann beträufelt er es von oben zweimal mit Schmalz.

tadyaddhiraṇyaśakalāvabhito bhavataḥ | ghnanti vā etatpaśuṃ yadagnau juhvatyamṛtamāyurhiraṇyaṃ tadamṛta āyuṣi pratitiṣṭhati tathāta udeti tathā saṃjīvati tasmāddhiraṇyaśakalāvabhito bhavata āśrāvyāhāgnīṣomābhyāṃ cāgasya vapām medaḥ preṣyeti na prasthitamityāha prasute prasthitamiti vaṣaṭkṛte juhoti

Dass zwei Goldplättchen sie einschließen: Man tötet dieses Opfertier ja, wenn man es ins Feuer opfert; Gold ist unsterbliche Lebenskraft; damit findet es in unsterblicher Lebenskraft Halt; so steigt es von dort wieder auf, so lebt es wieder auf. Deshalb schließen zwei Goldplättchen sie ein. Nachdem er zum Aufruf aufgerufen hat, spricht er: „Für Agni und Soma, den Sündlosen, Bauchfetthaut und Fett, gebiete!“ – „Es ist nicht ausgesandt“, sagt er; worauf der Aufrufende erwidert: „Es ist ausgesandt“. Bei ausgesprochenem Vaṣaṭ opfert er.

hutvā vapāṃ samīcyau | vapāśrapaṇyau kṛtvānuprāsyati svāhākṛte ūrdhvanabhasam mārutaṃ gacatamiti nedime amuyā sato yābhyāṃ vapāmaśiśrapāmeti

Nachdem er die Bauchfetthaut geopfert hat, wirft er, nachdem er die beiden Kochgefäße für die Bauchfetthaut zusammengefügt hat, sie hinterher: „Ihr beiden, mit Svāhā geweiht, geht zum aufsteigenden Dunst des Windgottes!“ – „damit nicht diese beiden Gefäße, durch die wir die Bauchfetthaut kochten, unrein verbleiben“ (denkt man dabei).

tadyadvapayā caranti | yasyai vai devatāyai paśumālabhante tāmevaitaddevatāmetena medhena prīṇāti saiṣā devataitena medhena prītā śāntottarāṇi havīṃṣi śrapyamāṇānyuparamati tasmādvapayā caranti

Dass sie mit der Bauchfetthaut verfahren: Welcher Gottheit man auch immer das Opfertier ergreift, diese Gottheit stellt er eben mit diesem Opferstoff zufrieden. Diese Gottheit, durch diesen Opferstoff zufriedengestellt, lässt es zu, dass die übrigen, noch gekocht werdenden Opfergaben besänftigt weiter dargebracht werden [Anm.: Übersetzung des Schlussteils unsicher]. Deshalb verfahren sie mit der Bauchfetthaut zuerst.

atha cātvāle mārjayante | krūrī vā etatkurvanti yatsaṃjñapayanti yadviśāsati sāntirāpastadadbhiḥ śāntyā śamayante tadadbhiḥ saṃdadhate tasmāccātvāle mārjayante 3.8.3.

Dann reinigen sie sich am Cātvāla-Pfuhl: Roh machen sie es ja, wenn sie es zur Ruhe bringen, wenn sie es zerlegen; das Wasser ist die Besänftigung; damit besänftigen sie sich mit dem Wasser, damit fügen sie sich mit dem Wasser wieder zusammen. Deshalb reinigen sie sich am Cātvāla-Pfuhl.

yaddevatyaḥ paśurbhavati | taddevatyam puroḍāśamanunirvapati tadyatpuroḍāśamanunirvapati sarveṣāṃ vā eṣa paśūnām medho yadvrīhiyavau tenaivainametanmedhena samardhayati kṛtsnaṃ karoti tasmātpuroḍāśamanunirvapati

Welcher Gottheit das Opfertier geweiht ist, für diese Gottheit sprengt er auch einen Reiskuchen entsprechend aus. Dass er den Reiskuchen entsprechend aussprengt: Reis und Gerste sind ja der Opferstoff aller Opfertiere; damit lässt er ihn eben mit diesem Opferstoff gedeihen, macht ihn vollständig. Deshalb sprengt er den Reiskuchen entsprechend aus.

atha yadvapayā pracarya | etena puroḍāśena pracarati madhyato vā imāṃ vapāmutkhidanti madhyata evainametena medhena samardhayati kṛtsnaṃ karoti tasmādvapayā pracaryaitena puroḍāśena pracaratyeṣa nvevaitasya bandhuryatra kva caiṣa paśum puroḍāśo 'nunirupyate

Dass er, nachdem er mit der Bauchfetthaut verfahren ist, mit diesem Reiskuchen verfährt: Aus der Mitte schneidet man ja diese Bauchfetthaut heraus; von der Mitte her lässt er ihn eben mit diesem Opferstoff gedeihen, macht ihn vollständig. Deshalb verfährt er, nachdem er mit der Bauchfetthaut verfahren ist, mit diesem Reiskuchen. Dies eben ist die Verbindung, wo immer der Reiskuchen dem Opfertier entsprechend ausgesprengt wird.

atha paśuṃ viśāsti | triḥ pracyāvayatāttriḥpracyutasya hṛdayamuttamaṃ kurutāditi trivṛddhi yajñaḥ

Dann zerlegt er das Opfertier: „Bewegt es dreimal, nehmt vom dreimal Bewegten zuletzt das Herz“ – denn dreifach ist ja das Opfer.

atha śamitāraṃ saṃśāsti | yattvā pṛcācūtaṃ haviḥ śamitāriti śṛtamityeva brūtānna śṛtam bhagavo na śṛtaṃ hīti

Dann weist er den Śamitṛ (Schlacht-Priester) an: „Wenn ich dich frage: ‚Ist die Opfergabe schon aufgesotten, Śamitṛ?‘, dann sollst du immer nur antworten: ‚Gekocht‘, nicht: ‚Nicht gekocht, o Herr, es ist ja nicht gekocht‘“.

atha juhvā pṛṣadājyasyopahatya | adhvaryurupaniṣkramya pṛcati śṛtaṃ haviḥ śamitāriti śṛtamityāha taddevānāmityupāṃśvadhvaryuḥ

Dann, nachdem er mit dem Juhū-Löffel das gesprenkelte Schmalz umgerührt hat, tritt der Adhvaryu hinaus und fragt: „Ist die Opfergabe gekocht, Śamitṛ?“ Er antwortet: „Gekocht.“ „Das gehört den Göttern“ – das spricht der Adhvaryu leise.

tadyatpṛcati | śṛtaṃ vai devānāṃ havirnāśṛtaṃ śamitā vai tadveda yadi śṛtaṃ vā bhavatyaśṛtaṃ vā

Dass er fragt: Gekocht ist ja die Opfergabe der Götter, nicht ungekocht; der Śamitṛ weiß ja, ob es gekocht ist oder ungekocht.

tadyatpṛcati | śṛtena pracarāṇīti tadyadyaśṛtam bhavati śṛtameva devānāṃ havirbhavati śṛtaṃ yajamānasyānenā adhvaryurbhavati śamitari tadeno bhavati triṣkṛtvaḥ pṛcati trivṛddhi yajño 'tha yadāha taddevānāmiti taddhi devānāṃ yacūtaṃ tasmādāha taddevānāmiti

Dass er fragt: „Damit ich mit Gekochtem verfahre“ (denkt er). Wäre es aber ungekocht, wäre die Opfergabe der Götter dennoch als gekocht bezeichnet, doch läge die Sünde beim Śamitṛ durch diese falsche Antwort, nicht beim Adhvaryu des Opferers. Dreimal fragt er, denn dreifach ist ja das Opfer. Dass er dann sagt: „Das gehört den Göttern“ – das gehört ja den Göttern, was gekocht ist; deshalb sagt er: „Das gehört den Göttern“.

sa hṛdayamevāgre 'bhighārayati | ātmā vai mano hṛdayam prāṇaḥ pṛṣadājyamātmanyevaitanmanasi prāṇaṃ dadhāti tathaitajjīvameva devānāṃ havirbhavatyamṛtamamṛtānām

Er beträufelt zuerst das Herz: Das Herz ist ja das Selbst, der Geist; das gesprenkelte Schmalz ist der Atem. Damit legt er in dieses Selbst, in den Geist, den Atem hinein. So wird diese Opfergabe lebendig zur Opfergabe der Götter, unsterblich zur der Unsterblichen.

so 'bhighārayati | saṃ te mano manasā sam prāṇaḥ prāṇena gacatāmiti na svāhākaroti na hyeṣāhutirudvāsayanti paśum

Er beträufelt: „Dein Geist vereinige sich mit dem Geist, dein Atem mit dem Atem.“ Er spricht dabei kein „Svāhā!“ – denn dies ist keine vollständige Opferspende; man löst dabei das Opfertier noch nicht endgültig auf.

taṃ jaghanena cātvālamantareṇa yūpaṃ cāgniṃ ca haranti | tadyatsamayā na haranti yenānyāni havīṃṣi haranti śṛtaṃ santaṃ nedaṅgaśo vikṛttena krūrīkṛtena samayā yajñam prasajāmeti yadu bāhyena na harantyagreṇa yūpam bahirdhā ha yajñātkuryustasmādantareṇa yūpaṃ cāgniṃ ca haranti dakṣiṇato nidhāya pratiprasthātāvadyati plakṣaśākhā uttarabarhirbhavanti tā adhyavadyati tadyatplakṣaśākhā uttarabarhirbhavanti

Sie tragen es hinter dem Cātvāla-Pfuhl vorbei, zwischen dem Opferpfahl und dem Feuer hindurch. Dass sie es nicht auf demselben Weg tragen, auf dem sie die anderen Opfergaben tragen, obwohl es gekocht ist: „Damit ich nicht mit dem zerlegten, roh gemachten Rest den Weg des Opfers verunreinige“ (denkt man). Dass sie es nicht außen herum, vor dem Opferpfahl vorbei, tragen: Sie würden es sonst außerhalb des Opfers stellen. Deshalb tragen sie es zwischen dem Opferpfahl und dem Feuer hindurch. Nachdem er es im Süden niedergelegt hat, schneidet der Pratiprasthātṛ Stücke ab; Plakṣa-Zweige bilden das nördliche Barhis-Gras; darauf schneidet er die Stücke. Dass Plakṣa-Zweige das nördliche Barhis-Gras bilden –

yatra vai devāḥ | agre paśumālebhire taṃ tvaṣṭā śīrṣato 'gre 'bhyuvāmotaivaṃ cinnālabheranniti tvaṣṭurhi paśavaḥ sa eṣa śīrṣanmastiṣko 'nūkyaśca majjā tasmātsa vānta iva tvaṣṭā hyetamabhyavamattasmāttaṃ nāśnīyāttvaṣṭurhyetadabhivāntam

– als die Götter einst ein Opfertier ergriffen, da erbrach sich Tvaṣṭṛ zuerst über dessen Kopf: „So sollt auch ihr niemals ergreifen!“ [Anm.: Sinn der Äußerung unsicher] – denn die Opfertiere gehören ja Tvaṣṭṛ. Dies ist das Hirn im Kopf und das Rückenmark; deshalb ist es gleichsam Erbrochenes, denn Tvaṣṭṛ hat sich ja darüber erbrochen. Deshalb soll man es nicht essen, denn es ist ja das von Tvaṣṭṛ Erbrochene.

tasyāvāṅ medhaḥ papāta | sa eṣa vanaspatirajāyata taṃ devāḥ prāpaśyaṃstasmātprakhyaḥ prakhyo ha vai nāmaitadyatplakṣa iti tenaivainametanmedhena samardhayati kṛtsnaṃ karoti tasmātplakṣaśākhā uttarabarhirbhavanti

Von ihm fiel etwas Feuchtes nach unten; daraus entstand dieser Baum; die Götter erblickten ihn deutlich; deshalb heißt er „Prakhya“ – „Prakhya“ ist nämlich der eigentliche Name dessen, was man „Plakṣa“ nennt. Damit lässt er ihn eben mit diesem Opferstoff gedeihen, macht ihn vollständig. Deshalb bilden Plakṣa-Zweige das nördliche Barhis-Gras.

athājyamupastṛṇīte | juhvāṃ copabhṛti ca vasāhomahavanyāṃ samavattadhānyāmatha hiraṇyaśakalāvavadadhāti juhvāṃ copabhṛti ca

Dann breitet er Schmalz darunter aus, im Juhū- und im Upabhṛt-Löffel, in der Vasāhoma-Opferkelle und im Sammelgefäß; dann legt er zwei Goldplättchen darauf, im Juhū- und im Upabhṛt-Löffel.

atha manotāyai haviṣo 'nuvāca āha | tadyanmanotāyai haviṣo 'nuvāca āha sarvā ha vai devatāḥ paśumālabhyamānamupasaṃgacante mama nāma grahīṣyati mama nāma grahīṣyatīti sarvāsāṃ hi devatānāṃ haviḥ paśustāsāṃ sarvāsāṃ devatānām paśau manāṃsyotāni bhavanti tānyevaitatprīṇāti tatho hāmoghāya devatānām manāṃsyupasaṃgatāni bhavanti tasmānmanotāyai haviṣo 'nuvāca āha

Dann spricht er die Nachsprech-Formel für „Manotā“ der Opfergabe [Anm.: Manotā, Bedeutung genauer unsicher, wohl eine personifizierte „Bedenkerin“]: Dass er die Nachsprech-Formel für Manotā der Opfergabe spricht: Alle Gottheiten nähern sich ja dem ergriffenen Opfertier, denkend: „Er wird meinen Namen nennen, er wird meinen Namen nennen.“ Denn das Opfertier ist ja die Opfergabe aller Gottheiten; in diesem Opfertier sind die Gedanken aller dieser Gottheiten gleichsam eingewoben; diese stellt er eben damit zufrieden. So bleiben die Gedanken der Gottheiten nicht vergeblich mit ihm verbunden. Deshalb spricht er die Nachsprech-Formel für Manotā der Opfergabe.

sa hṛdayasyaivāgre 'vadyati | tadyanmadhyataḥ sato hṛdayasyāgre 'vadyati prāṇo vai hṛdayamato hyayamūrdhvaḥ prāṇaḥ saṃcarati prāṇo vai paśuryāvaddhyeva prāṇena prāṇiti tāvatpaśuratha yadāsmātprāṇo 'pakrāmati dārveva tarhi bhūto 'narthyaḥ śete

Er schneidet zuerst vom Herzen ab: Dass er, obwohl es sich in der Mitte befindet, zuerst davon abschneidet: Das Herz ist ja der Atem, denn von hier aus zirkuliert dieser Atem nach oben. Der Atem ist ja das Opfertier; solange es durch den Atem atmet, solange ist es Opfertier; wenn aber der Atem von ihm weicht, dann liegt es da wie ein Stück Holz geworden, unbrauchbar.

hṛdayamu vai paśuḥ | tadasyātmana evāgre 'vadyati tasmādyadi kiṃcidavadānaṃ hīyeta na tadādriyeta sarvasya haivāsya tatpaśoravattam bhavati yaddhṛdayasyāgre 'vadyati tasmānmadhyataḥ sato hṛdayasyaivāgre 'vadyatyatha yathāpūrvam

Das Herz ist ja das Opfertier selbst; davon, von seinem Selbst, schneidet er zuerst ab. Deshalb, sollte irgendein anderes Abschneide-Stück fehlen, braucht man dem keine Beachtung zu schenken; denn wenn man zuerst vom Herzen abschneidet, ist damit schon das Abschneide-Stück des ganzen Opfertiers vollzogen. Deshalb schneidet er, obwohl es sich in der Mitte befindet, zuerst davon ab; danach dann der Reihe nach wie zuvor.

atha jihvāyai | sā hīyam pūrvārdhātpratiṣṭhatyatha vakṣasastaddhi tato 'thaikacarasya doṣṇo 'tha pārśvayoratha tanimno 'tha vṛkkayoḥ

Dann für die Zunge – denn diese sitzt ja im vorderen Teil fest –, dann für die Brust – denn diese gehört ja auch dazu –, dann für den ungeteilten Vorderlauf, dann für die beiden Seiten, dann für den Bauchlappen, dann für die beiden Nieren.

gudaṃ tredhā karoti | sthavimopayaḍdbhyo madhyaṃ juhvāṃ dvedhā kṛtvāvadyatyaṇima tryaṅgeṣvathaikacarāyai śroṇeretāvannu juhvāmavadyati

Er teilt den Mastdarm in drei Teile: für den „Sthavima“ und die beiden „Upayat“ [Anm.: Bedeutung dieser Bezeichnungen unsicher]; den mittleren Teil, in zwei geteilt, schneidet er für den Juhū-Löffel ab, für die drei „Aṇiman“-Glieder [Anm.: unsicher]; dann für den ungeteilten Hüftteil schneidet er ebenso viel für den Juhū-Löffel ab.

athopabhṛti | tryaṅgyasya doṣṇo gudaṃ dvedhā kṛtvāvadyati tryaṅgyāyai śroṇeratha hiraṇyaśakalāvavadadhātyathopariṣṭādājyasyābhighārayati

Dann für den Upabhṛt-Löffel: Er teilt den übrigen Mastdarm des „dreigliedrigen“ Vorderlaufs [Anm.: Bedeutung unsicher] in zwei Teile und schneidet ihn für den dreigliedrigen Hüftteil ab. Dann legt er zwei Goldplättchen darauf. Dann beträufelt er es von oben mit Schmalz.

atha vasāhomaṃ gṛhṇāti | reḍasīti lelayeva hi yūstasmādāha reḍasītyagniṣṭvā śrīṇātvityagnirhyetacrapayati tasmādāhāgniṣṭvā śrīṇātvityāpastvā samariṇannityāpo hyetamaṅgebhyo rasaṃ sambharanti tasmādāhāpastvā mamariṇanniti

Dann nimmt er den Vasāhoma (Fett-/Markguss): „Du zitterst“ [Anm.: Bedeutung unsicher] – gleichsam schwankend ist ja die Brühe; deshalb sagt er: „Du zitterst.“ „Agni soll dich kochen“ – Agni kocht ihn ja; deshalb sagt er: „Agni soll dich kochen.“ „Die Wasser haben dich zusammengetragen“ – die Wasser tragen ja diesen Saft aus den Gliedern zusammen; deshalb sagt er: „Die Wasser haben dich zusammengetragen“.

vātasya tvā dhrājyā iti | antarikṣaṃ vā ayamanupavate yo 'yam pavate 'ntarikṣāya vai gṛhṇāti tasmādāha vātasya tvā dhrājyā iti

„Mit des Windes Schwungkraft“ – das Luftreich hindurch weht ja dieser Wind, der weht; für das Luftreich nimmt er den Vasāhoma; deshalb sagt er: „Mit des Windes Schwungkraft“.

pūṣṇā raṃhyā iti | eṣa vai pūṣṇo raṃhiretasmā u hi gṛhṇāti tasmādāha pūṣṇo raṃhyā iti

„Mit Pūṣans Eile“ – dies ist ja Pūṣans Eile; für diesen Pūṣan nimmt er es ja; deshalb sagt er: „Mit Pūṣans Eile“.

ūṣmaṇo vyathiṣaditi | eṣa vā ūṣmaitasmā u hi gṛhṇāte tasmādāhoṣmaṇo vyathiṣadityathopariṣṭāddvirājyasyābhighārayati

„Es setzte sich aus der Glut in Bewegung“ – dies ist ja die Glut; für diese nimmt er es ja; deshalb sagt er: „Es setzte sich aus der Glut in Bewegung.“ Dann beträufelt er es von oben zweimal mit Schmalz.

atha pārśvena vāsinā vā prayauti | prayuta dveṣa iti tannāṣṭrā evaitadrakṣāṃsyato 'pahanti

Dann rührt er es mit der Seitenrippe oder mit dem Riedgras [Anm.: Bedeutung unsicher] um: „Vertrieben sei die Feindschaft“ – damit schlägt er so die messerlosen Rakṣas fort.

atha yadyūṣpariśiṣyate | tatsamavattadhānyāmānayati taddhṛdayam prāsyati jihvāṃ vakṣastanima matasne vaniṣṭhumathopariṣṭāddvirājyasyābhighārayati

Was an Brühe übrigbleibt, das gießt er in das Sammelgefäß; dazu wirft er das Herz, die Zunge, die Brust, den Bauchlappen, die beiden Nieren, das Enddarmstück [Anm.: vaniṣṭhu, Bedeutung unsicher]. Dann beträufelt er es von oben zweimal mit Schmalz.

tadyaddhiraṇyaśakalāvabhito bhavataḥ | ghnanti vā etatpaśuṃ yadagnau juhvatyamṛtamāyurhiraṇyaṃ tadamṛta āyuṣi pratitiṣṭhati tathāta udeti tathā saṃjīvati tasmāddhiraṇyaśakalāvabhito bhavataḥ

Dass zwei Goldplättchen es einschließen: Man tötet dieses Opfertier ja, wenn man es ins Feuer opfert; Gold ist unsterbliche Lebenskraft; damit findet es in unsterblicher Lebenskraft Halt; so steigt es von dort wieder auf, so lebt es wieder auf. Deshalb schließen zwei Goldplättchen es ein.

atha yadakṣṇayāvadyati | savyasya ca doṣṇo dakṣiṇāyāśca ca doṣṇaḥ savyāvāśca śroṇestasmādayam paśurakṣṇayā pado haratyatha yatsamyagavadyetsamīco haivāyam paśuḥ pado harettasmādakṣṇayāvadyatyatha yanna śīrṣṇo 'vadyati nāṃsayornānūkasya nāparasakthayoḥ

Dass er über Kreuz abschneidet: vom linken Vorderlauf und vom rechten Hinterlauf, und vom rechten Vorderlauf und vom linken Hüftteil – deshalb bewegt dieses Opfertier die Füße über Kreuz. Würde man geradeaus abschneiden, würde dieses Opfertier gleichlaufende Füße bewegen; deshalb schneidet man über Kreuz ab. Dass man aber nicht vom Kopf abschneidet, nicht von den beiden Schultern, nicht vom Rückenteil, nicht von den beiden Hinterschenkeln –

amurā ha vā agre paśumālebhire | taddevā bhīṣā nopāveyustānheyam pṛthivyuvāca maitadādṛḍvamahaṃ va etasyādhyakṣā bhaviṣyāmi yathā yathaita etena cariṣyantīti

– jene Asuras hatten einst zuerst das Opfertier ergriffen; die Götter aber wagten es aus Furcht nicht, heranzugehen. Da sprach diese Erde zu ihnen: „Fürchtet dies nicht; ich werde eure Zeugin sein, wie auch immer sie damit verfahren werden“.

sā hovāca | anyatarāmevāhutimahauṣuranyatarām paryaśiṣanniti sa yām paryaśiṃṣaṃstānīmānyavadānāne tato devāḥ sviṣṭakṛte tryaṅgāṇyapābhajaṃstasmāttryaṅgāṇyathāsurā avādyañcīrṣṇoṃ 'sayoranūkasyāparasakthayostasmātteṣāṃ nāvadyedyannveva tvaṣṭānūkamabhyavamattasmādanūkasya nāvadyedathāhāgnīṣomābhyāṃ cāgasya haviṣo 'nubrūhītyāśrāvyāhāgnīṣomābhyāṃ cāgasya haviḥ preṣyeti na prasthitamityāha prasute prasthitamiti

Sie sprach: „Die eine Opferspende haben sie verbrannt, die andere übriggelassen“ – das, was sie übrigließen, das sind eben diese Abschneide-Stücke. Da teilten die Götter dem Sviṣṭakṛt-Agni die dreigliedrigen Teile zu; deshalb sind es „dreigliedrige“ Abschneide-Stücke. Die Asuras aber hatten vom Kopf, von den beiden Schultern, vom Rückenteil und von den beiden Hinterschenkeln abgeschnitten; deshalb soll man davon nichts abschneiden. Weil aber Tvaṣṭṛ sich gerade über den Rückenteil erbrochen hatte, deshalb soll man vom Rückenteil nichts abschneiden. Dann spricht er: „Sprich nach für Agni und Soma, den Sündlosen, für die Opfergabe!“ Nachdem er zum Aufruf aufgerufen hat, spricht er: „Für Agni und Soma, den Sündlosen, die Opfergabe, gebiete!“ – „Es ist nicht ausgesandt“, sagt er; worauf der Aufrufende erwidert: „Es ist ausgesandt“.

antareṇārdharcau yājyāyai vasāhomaṃ juhoti | ito vā ayamūrdhvo medha utthito yamasyā imaṃ rasam prajā upajīvantyarvācīnaṃ divo raso vai vasāhomo raso medho rasenaivaitadrasaṃ tīvrīkaroti tasmādayaṃ raso 'dyamāno na kṣīyate

Zwischen den beiden Halbversen der Yājyā-Formel opfert er den Vasāhoma: Von hier aus ist ja dieser Opferstoff nach oben entstiegen, dessen Saft diese Geschöpfe hienieden genießen, diesseits des Himmels her. Der Vasāhoma ist ja Saft, der Opferstoff ist Saft; mit Saft macht er eben diesen Saft kräftig; deshalb schwindet dieser Saft nicht, obwohl er fortwährend genossen wird.

tadyadantareṇa | ardharcau yājyāyai vasāhomaṃ juhotīyaṃ vā ardharco 'sau dyaurardharco 'ntarā vai dyāvāpṛthivī antarikṣamantarikṣāya vai juhoti tasmādantareṇārdharcau yājyāyai vasāhomaṃ juhoti

Dass er zwischen den beiden Halbversen der Yājyā-Formel den Vasāhoma opfert: Dieser Vers ist ja der eine Halbvers, jener Himmel der andere Halbvers; zwischen Himmel und Erde ist ja das Luftreich; für das Luftreich opfert er ja; deshalb opfert er zwischen den beiden Halbversen der Yājyā-Formel den Vasāhoma.

sa juhoti | ghṛtaṃ ghṛtapāvānaḥ pibata vasāṃ vasāpāvānaḥ pibatāntarikṣasya havirasi svāhetyetena vaiśvadevena yajuṣā juhoti vaiśvadevaṃ vā antarikṣaṃ tadyadenenemāḥ prajāḥ prāṇatyaścodānatyaścāntarikṣamanucaranti tena vaiśvadevaṃ vaṣaṭkṛte juhoti yāni juhvāmavadānāni bhavanti

Er opfert: „Trinkt das Schmalz, ihr Schmalz-Trinker; trinkt das Fett, ihr Fett-Trinker; du bist die Opfergabe des Luftreichs. Svāhā!“ Mit diesem Vaiśvadeva-Spruch opfert er, denn das Luftreich gehört ja Vaiśvadeva. Dass diese Geschöpfe, ein- und ausatmend, durch dieses Luftreich hindurch umherwandern – deshalb dieser Vaiśvadeva-Spruch. Bei ausgesprochenem Vaṣaṭ opfert er die Abschneide-Stücke, die im Juhū-Löffel liegen.

atha juhvā pṛṣadājyasyopaghnannāha | vanaspataye 'nubrūhītyāśrāvyāha vanaspataye preṣyeti vaṣaṭkṛte juhoti tadyadvanaspataye juhotyetamevaitadvajraṃ yūpam bhāginaṃ karoti somo vai vanaspatiḥ paśumevaitatsomaṃ karoti tadyadantareṇobhe āhutī juhoti tayobhayaṃ vyāpnoti tasmādantareṇobhe āhutī juhoti

Dann, nachdem er mit dem Juhū-Löffel das gesprenkelte Schmalz aufgerührt hat, spricht er: „Sprich nach für Vanaspati, den Herrn des Waldes!“ Nachdem er zum Aufruf aufgerufen hat, spricht er: „Für Vanaspati, gebiete!“ Bei ausgesprochenem Vaṣaṭ opfert er. Dass er dem Vanaspati opfert: Damit macht er eben diesen Vajra, den Opferpfahl, teilhaftig an der Opfergabe; Vanaspati ist ja Soma; damit macht er das Opfertier eben zu diesem Soma. Dass er zwischen den beiden Opferspenden opfert: Damit erfasst er beide Bereiche; deshalb opfert er zwischen den beiden Opferspenden.

atha yānyupabhṛtyavadānāni bhavanti | tāni samānayamāna āhāgnaye sviṣṭakṛte 'nubrūhītyāśrāvyāhāgnaye sviṣṭakṛte preṣyeti vaṣaṭkṛte juhoti

Dann, während er die Abschneide-Stücke, die im Upabhṛt-Löffel liegen, zusammenbringt, spricht er: „Sprich nach für Agni Sviṣṭakṛt, den guten Opferbereiter!“ Nachdem er zum Aufruf aufgerufen hat, spricht er: „Für Agni Sviṣṭakṛt, gebiete!“ Bei ausgesprochenem Vaṣaṭ opfert er.

atha yadvasāhomasya pariśiṣyate | tena diśo vyāghārayati diśaḥ pradiśa ādiśo vidiśa uddiśo digbhyaḥ svāheti raso vai vasāhomaḥ sarvāsvevaitaddikṣu rasaṃ dadhāti tasmādayaṃ diśi-diśi raso 'bhigamyate

Was am Vasāhoma übrigbleibt, damit besprengt er die Himmelsrichtungen: „Den Richtungen, den Zwischenrichtungen, den Hauptrichtungen, den Nebenrichtungen, den Oberrichtungen, den Richtungen – Svāhā!“ Der Vasāhoma ist ja Saft; damit legt er eben in alle diese Richtungen Saft hinein; deshalb wird dieser Saft in jeder einzelnen Richtung angetroffen.

atha paśuṃ sammṛśati | etarhi sammarśanasya kālo 'tha yatpurā samṛśati ya ima upatiṣṭhante te vimathiṣyanta iti śaṅkamāno yadyu vimāthānna śaṅketātraiva sammṛśet

Dann berührt er das zerlegte Opfertier zusammenfügend: Jetzt ist die Zeit für die Zusammenfügung. Sollte er es aber vorher schon berühren, aus Sorge, dass diejenigen, die hier anwesend sind, es durcheinanderbringen könnten – wenn er also keine Störung befürchtet, soll er erst jetzt die Zusammenfügung vornehmen.

aindraḥ prāṇaḥ | aṅge-aṅge nidīdhyadaindra udāno aṅge-aṅge nidhīta iti yadaṅgaśo vikṛtto bhavati tatprāṇodānābhyāṃ saṃdadhāti deva tvaṣṭarbhūri te saṃsametu salakṣmā yadviṣurūpam bhavātīti kṛtsnavṛtamevaitatkaroti devatrā yantamavase sakhāyo 'nu tvā mātāpitaro madantviti tadyatrainamahauṣīttadenaṃ kṛtsnaṃ kṛtvānusamasyati so 'sya kṛtsno 'muṣmiṃloka ātmā bhavati 3.8.4.

„Der indrische Atem leuchte in jedem einzelnen Glied; der indrische Ausatem sei in jedem einzelnen Glied verankert“ – womit es Glied für Glied zerteilt ist, das fügt er damit durch Ein- und Ausatem wieder zusammen. „Gott Tvaṣṭṛ, vieles von dir möge zusammenkommen, gleichgestaltet, was verschiedengestaltig geworden ist“ – damit macht er es eben wieder vollständig verbunden. „Zu den Göttern hingehend, zur Gunst; Freunde, Vater und Mutter mögen sich an dir erfreuen“ – damit macht er es, wo er es geopfert hat, vollständig und fügt es wieder zusammen; so wird es für ihn in jener Welt ein vollständiges Selbst.

trīṇi ha vai paśorekādaśāni | ekādaśa prayājā ekādaśānuyājā ekādaśopayajo daśa pāṇyā aṅgulayo daśa pādyā daśa prāṇāḥ prāṇa udāno vyāna ityetāvānvai puruṣo yaḥ parārdhyaḥ paśūnāṃ yaṃ sarve 'nu paśavaḥ

Drei Elfer-Gruppen gibt es ja beim Opfertier: elf Vor-Opferungen, elf Nach-Opferungen, elf Zusatz-Opferungen. Zehn sind die Finger der Hand, zehn die Zehen des Fußes, zehn die Atemhauche, dazu Prāṇa, Udāna, Vyāna – so groß ist ja der Mensch, der der höchste der Opfertiere ist, dem alle Opfertiere nachfolgen.

tadāhuḥ | kiṃ tadyajñe kriyate yena prāṇaḥ sarvebhyo 'ṅgebhyaḥ śiva iti

Dazu fragen manche: „Was wird da im Opfer getan, wodurch der Atem für alle Glieder heilsam wird?“

yadeva gudaṃ tredhā karoti | prāṇo vai gudaḥ so 'yam prāṅātatastamayam prāṇo 'nusaṃcarati

Dass er den Mastdarm in drei Teile teilt: Der Mastdarm ist ja der Atem; dieser erstreckt sich ja von hier nach vorn; diesem folgt eben dieser Atem.

sa yadeva gudaṃ tredhā karoti | tṛtīyamupayaḍbhyastṛtīyaṃ juhvāṃ tṛtīyamupabhṛti tena prāṇaḥ sarvebhyo 'ṅgebhyaḥ śivaḥ

Dass er also den Mastdarm in drei Teile teilt: ein Drittel für die beiden „Upayat“, ein Drittel für den Juhū-Löffel, ein Drittel für den Upabhṛt-Löffel – dadurch wird der Atem für alle Glieder heilsam.

sa ha tveva paśumālabheta | ya enam medhamupanayedyadi kṛśaḥ syādyadudaryasya medasaḥ pariśiṣyata tadgude nyṛṣetprāṇo vai gudaḥ so 'yam prāṅātatastamayam prāṇo 'nusaṃcarati prāṇo vai paśuryāvaddhyeva prāṇena prāṇiti tāvatpaśuratha yadāsmātprāṇo 'pakrāmati dārveva tarhi bhūto 'narthyaḥ śete

Wer aber ein Opfertier ergreift, das erst gerade sein Opferstoff-Wesen erlangte [Anm.: Sinn unsicher], falls es mager wäre – was an Bauchfett übrigbliebe, das soll er in den Mastdarm einlegen [Anm.: nyṛṣet, unsicher]: Der Mastdarm ist ja der Atem; dieser erstreckt sich ja von hier nach vorn; diesem folgt eben dieser Atem. Der Atem ist ja das Opfertier; solange es durch den Atem atmet, solange ist es Opfertier; wenn aber der Atem von ihm weicht, dann liegt es da wie ein Stück Holz geworden, unbrauchbar.

gudo vai paśuh | medo vai medhastadenam medhamupanayati yadyu aṃsalo bhavati svayamupeta eva tarhi medham bhavati

Der Mastdarm ist ja das Opfertier; das Fett ist ja der Opferstoff; damit versieht er es mit diesem Opferstoff. Wenn es aber wohlgenährt ist, dann besitzt es diesen Opferstoff bereits von selbst.

atha pṛṣadājyaṃ gṛhṇāti | dvayaṃ vā idaṃ sarpiścaiva dadhi ca dvandvaṃ vai mithunam prajananam mithunamevaitatprajananaṃ kriyate

Dann nimmt er das gesprenkelte Schmalz: Dieses Gemisch besteht ja aus zweierlei, Ghee und Dickmilch; ein Paar ist ja ein Gattenpaar, ein Erzeugendes; damit wird eben dieses paarweise Erzeugen bewirkt.

tenānuyājeṣu carati | paśavo vā anuyājāḥ payaḥ pṛṣadājyaṃ tatpaśuṣvevaitatpayo dadhāti tadidam paśuṣu payo hitam prāṇo hi pṛṣadājyamannaṃ hi pṛṣadājyamannaṃ hi prāṇaḥ

Mit diesem Gemisch verfährt er bei den Nach-Opferungen: Die Nach-Opferungen sind ja die Opfertiere; das gesprenkelte Schmalz ist Milch; damit legt er eben in die Opfertiere diese Milch hinein; so ist diese Milch in den Opfertieren verankert – denn das gesprenkelte Schmalz ist ja der Atem, das gesprenkelte Schmalz ist ja die Speise, und die Speise ist ja der Atem.

tena purastādanuyājeṣu carati | sa yo 'yam purastātprāṇastamevaitaddadhāti tena paścādupayajati sa yo 'yam paścātprāṇastamevaitaddadhāti tāvimā ubhayataḥ prāṇau hitau yaścāyamupariṣṭādyaścādhastāt

Damit verfährt er im vorderen Teil der Nach-Opferungen; damit legt er eben diesen vorderen Atem hinein. Damit vollzieht er nach hinten die Zusatz-Opferung; damit legt er eben diesen hinteren Atem hinein. So sind diese beiden Atemhauche auf beiden Seiten verankert, der obere und der untere.

tadvā etadeko dvābhyāṃ vaṣaṭkaroti | adhvaryave ca yaścaiṣa upayajatyatha yadyajantamupayajati tasmādupayajo nāmātha yadupayajati praivaitajjanayati paścāddhyupayajati paścāddhi yoṣāyai prajāḥ prajāyante

Dabei spricht der eine (der Hotṛ) für beide Opferungen das Vaṣaṭ, für den Adhvaryu und für den, der die Zusatz-Opferung vollzieht. Dass er den, der gerade opfert, mit der Zusatz-Opferung begleitet, deshalb heißt sie „Upayaja“. Dass er die Zusatz-Opferung vollzieht: Damit lässt er es eben weiter entstehen; er vollzieht sie nämlich hinterher, denn hinterher werden ja der Frau die Nachkommen geboren.

sa upayajati | samudraṃ gaca svāhetyāpo vai samudra āpo reto reta evaitatsiñcati

Er vollzieht die Zusatz-Opferung: „Gehe zum Ozean. Svāhā!“ – der Ozean ist ja Wasser, Wasser ist Same; damit besprengt er eben mit Samen.

antarikṣaṃ gaca svāheti | antarikṣaṃ vā anu prajāḥ prajāyante 'ntarikṣamevaitadanu prajanayati

„Gehe zum Luftreich. Svāhā!“ – im Luftreich werden ja die Geschöpfe geboren; damit lässt er es eben entsprechend dem Luftreich entstehen.

devaṃ savitāraṃ gaca svāheti savitā vai devānām prasavitā savitṛprasūta evaitatprajanayati

„Gehe zum Gott Savitṛ. Svāhā!“ – Savitṛ ist ja der Antreiber der Götter; von Savitṛ angetrieben lässt er es eben entstehen.

mitrāvaruṇau gaca svāheti | prāṇodānau vai mitrāvaruṇau prāṇodānāvevaitatprajāsu dadhāti

„Gehe zu Mitra und Varuṇa. Svāhā!“ – Prāṇa und Udāna, Ein- und Ausatem, sind ja Mitra und Varuṇa; damit legt er eben Prāṇa und Udāna in die Geschöpfe hinein.

ahorātre gaca svāheti | ahorātre vā anu prajāḥ prajāyante 'horātre evaitadanu prajanayati

„Gehe zu Tag und Nacht. Svāhā!“ – nach Tag und Nacht werden ja die Geschöpfe geboren; damit lässt er es eben entsprechend Tag und Nacht entstehen.

candāṃsi gaca svāheti | sapta vai candāṃsi sapta grāmyāḥ paśavaḥ saptāraṇyāstānevaitadubhayānprajanayati

„Gehe zu den Versmaßen. Svāhā!“ – sieben sind ja die Versmaße, sieben die Haustiere, sieben die Wildtiere; damit lässt er eben beide Arten entstehen.

dyāvāpṛthivī gaca svāheti | prajāpatirvai prajāḥ sṛṣṭvā tā dyāvāpṛthivībhyām paryagṛhṇāttā imā dyāvāpṛthivībhyām parigṛhītāstatho evaiṣa etatprajāḥ sṛṣṭvā tā dyāvāpṛthivībhyām parigṛhṇāti

„Gehe zu Himmel und Erde. Svāhā!“ – Prajāpati umfasste ja, nachdem er die Geschöpfe erschaffen hatte, sie mit Himmel und Erde; diese Geschöpfe sind von Himmel und Erde umfasst; ebenso umfasst nun auch dieser Opferer, nachdem er die Geschöpfe erschaffen hat, sie mit Himmel und Erde.

athātyupayajati | sa yannātyupayajedyāvatyo haivāgre prajāḥ sṛṣṭāstāvatyo haiva syurna prajāyerannatha yadatyupayajati praivaitajjanayati tasmādimāḥ prajāḥ punarabhyāvartam prajāyante 3.8.5.

Dann vollzieht er die überzählige Zusatz-Opferung: Würde er die überzählige Zusatz-Opferung nicht vollziehen, dann gäbe es nur so viele Geschöpfe, wie einst zuerst erschaffen wurden, und sie würden sich nicht weiter fortpflanzen. Dass er aber die überzählige Zusatz-Opferung vollzieht: Damit lässt er es eben immer weiter entstehen; deshalb pflanzen sich diese Geschöpfe immer wieder von neuem fort.

so 'tyupayajati | yajñaṃ gaca svāhetyāpo vai yajña āpo reto reta evaitatsiñcati

Er vollzieht die überzählige Zusatz-Opferung: „Gehe zum Opfer. Svāhā!“ – das Opfer ist ja Wasser, Wasser ist Same; damit besprengt er eben mit Samen.

somaṃ gaca svāheti | reto vai somo reta evaitatsiñcati

„Gehe zum Soma. Svāhā!“ – Soma ist ja Same; damit besprengt er eben mit Samen.

divyaṃ nabho gaca svāheti | āpo vai divyaṃ nabha āpo reto reta evaitatsiñcati

„Gehe zum himmlischen Gewölk. Svāhā!“ – das himmlische Gewölk ist ja Wasser, Wasser ist Same; damit besprengt er eben mit Samen.

agniṃ vaiśvānaraṃ gaca svāheti | iyaṃ vai pṛthivyagnirvaiśvānaraḥ seyam pratiṣṭhemāmevaitatpratiṣṭhāmabhiprajanayati

„Gehe zu Agni Vaiśvānara. Svāhā!“ – diese Erde ist ja Agni Vaiśvānara, sie ist der feste Halt; damit lässt er eben diesen festen Halt entstehen.

atha mukhaṃ vimṛṣṭe | mano me hārdi yaceti tatho hopayaṣṭātmānaṃ nānupravṛṇakti

Dann wischt er sich über den Mund: „Mein Sinn sei im Herzen.“ So trennt sich der Zusatz-Opfernde nicht von sich selbst [Anm.: anupravṛṇakti, Sinn unsicher].

atha jāghanyā patnīḥ saṃyājayanti | jaghanārdho vai jāghanī jaghanārdhādvai yoṣāyai prajāḥ prajāyante tatpraivaitajjanayati yajjāghanyā patnīḥ saṃyājayanti

Dann lassen sie mit der Jāghanī(-Spende) die Gattinnen die gemeinsame Opferung vollziehen: Die Jāghanī ist ja die Hinterteil-Hälfte; von der Hinterteil-Hälfte werden der Frau ja die Nachkommen geboren; damit lässt er eben dies entstehen, dass sie mit der Jāghanī die Gattinnen die gemeinsame Opferung vollziehen lassen.

antarato devānām patnībhyo 'vadyati | antarato vai yoṣāyai prajāḥ prajāyanta upariṣṭādagnaye gṛhapataya upariṣṭādvai vṛṣā yoṣām adhidravati

Von der Mitte her schneidet er (ein Stück) für die Gattinnen der Götter ab: Von der Mitte her werden ja der Frau die Nachkommen geboren. Von oben (schneidet er) für Agni Gṛhapati ab: Von oben besteigt ja der Stier die Kuh.

atha hṛdayaśūlenāvabhṛthaṃ yanti | paśorha vā ālabhyamānasya hṛdayaṃ śukṣamabhyavaiti hṛdayāddhṛdayaśūlamatha yacṛtasya paritṛndanti tadalaṃjuṣaṃ tasmādu paritṛdyaiva śūlākuryāttattriḥpracyute paśau hṛdayam pravṛhyottamam pratyavadadhāti

Dann gehen sie mit dem Herz-Spieß zur Abschluss-Waschung (Avabhṛtha): Beim berührten (getöteten) Opfertier geht ja das Herz in die Glut über [Anm.: śukṣam, Sinn unsicher] – vom Herzen (kommt der Name) Herz-Spieß. Was sie aber ringsum davon abbrechen, das ist das „Wohlschmeckende“ [Anm.: alaṃjuṣam, Sinn unsicher]; deshalb soll man es erst ringsum abbrechen und dann zum Spieß machen. Dies: Wenn das Opfertier dreimal zurückgesunken ist [Anm.: pracyute, Sinn unsicher], reißt er das Herz heraus und legt es zuletzt wieder zurück.

atha hṛdayaśūlam prayacati | tanna pṛthivyām parāsyennāpsu sa yatpṛthivyām parāsyedoṣadhīśca vanaspatīṃścaiṣā śukpraviśedyadapsu parāsyedapa eṣā śukpraviśettasmānna pṛthivyāṃ nāpsu

Dann gibt er den Herz-Spieß fort: Diesen soll er nicht auf die Erde werfen, auch nicht ins Wasser. Würfe er ihn auf die Erde, so würde diese Glut in die Pflanzen und Bäume eindringen; würfe er ihn ins Wasser, so würde diese Glut in das Wasser eindringen; deshalb (werfe er ihn) weder auf die Erde noch ins Wasser.

apa evābhyavetya | yatra śuṣkasya cārdrasya ca saṃdhiḥ syāttadupagūhedyadyu abhyavāyanāya glāyedagreṇa yūpamudapātraṃ ninīya yatra śuṣkasya cārdrasya ca saṃdhirbhavati tadupagūhati nāpo nauṣadhīrhiṃsīriti tathā nāpo nauṣadhīrhinasti dhāmnodhāmno rājaṃstato varuṇa no muñca yadāhuraghnyā iti varuṇeti śapāmahe tato varuṇa no muñceti tadenaṃ sarvasmādvaruṇapāśātsarvasmādvaruṇyātpramuñcati

Nachdem er eben zum Wasser hingegangen ist: Wo eine Grenze zwischen Trockenem und Feuchtem wäre, dort soll er ihn (den Spieß) verbergen. Sollte er aber beim Hinzugehen zum Wasser ermüden, so führe er das Wassergefäß dem Yūpa voraus; wo dort die Grenze zwischen Trockenem und Feuchtem ist, dort verbirgt er ihn: „Möge ich weder das Wasser noch die Pflanzen verletzen!“ – so verletzt er weder das Wasser noch die Pflanzen. „Von Wohnstätte zu Wohnstätte, o König, davon löse uns, Varuṇa – wenn wir sagen ‚die Unverletzliche‘ [Anm.: aghnyā, Bezeichnung der Kuh] und ‚Varuṇa‘, schwören wir; davon löse uns, Varuṇa“ – damit befreit er ihn von jeder Varuṇa-Schlinge, von jeder Varuṇa-Bindung.

athābhimantrayate | sumitriyā na āpa oṣadhayaḥ santu durmitriyāstasmai santu yo 'smāndveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣma iti yatra vā etena pracarantyāpaśca ha vā asmāttāvadoṣadhayaścāpakramyeva tiṣṭhanti tadu tābhirmitradheyaṃ kurute tatho hainaṃ tāḥ punaḥ praviśantyeṣo tatra prāyaścittiḥ kriyate sa vai nāgnīṣomīyasya paśoḥ karoti nāgneyasya vaśāyā evānūbandhyāyai tāṃ hi sarvo 'nu yajñaḥ saṃtiṣṭhata etadu hāsyāgnīṣomīyasya ca paśorāgneyasya ca hṛdayaśūlena caritam bhavati yadvaśāyāścaranti 3.9.1.

Dann spricht er die Anrede: „Freundlich mögen uns Wasser und Pflanzen sein, feindlich aber dem, der uns hasst, und dem, den wir hassen.“ Denn wo immer sie mit diesem (Spieß) hantieren, da weichen Wasser und Pflanzen ja gerade so weit zurück und bleiben fern; damit schließt er mit ihnen einen Freundschaftsbund, und so kehren sie dann wieder in ihn zurück. Dies ist die dabei vollzogene Sühnehandlung. Er vollzieht sie aber nicht beim Agnīṣomīya-Opfertier, auch nicht beim Āgneya-Tier, sondern nur bei der als Anūbandhyā (bestimmten) Vaśā-Kuh; denn bei ihr kommt ja das gesamte Opfer zum Abschluss. Dies nämlich, was mit dem Herz-Spieß verfahren wird, ist beim Agnīṣomīya- und beim Āgneya-Opfertier bereits geschehen; was sie hier vollziehen, ist bei der Vaśā-Kuh.

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