prajāpatiragnirūpāṇyabhyadhyāyat | sa yo 'yaṃ kumāro rūpāṇyanupraviṣṭa āsīttamanvaicatso 'gniravedanu vai mā pitā prajāpatiricati hanta tadrūpamasāni yanma eṣa na vedeti
Prajāpati sann über die Gestalten des Agni nach. Diesem Knaben, der in seine Gestalten eingegangen war, spürte er nach. Da bemerkte Agni es: „Mein Vater Prajāpati spürt mir fürwahr nach; wohlan, ich will jene Gestalt annehmen, die er von mir nicht kennt!“
sa etānpañca paśūnapaśyat | puruṣamaśvaṃ gāmavimajaṃ yadapaśyattasmādete paśavaḥ
Er erblickte diese fünf Tiere: Mensch (puruṣa), Pferd (aśva), Rind (go), Schaf (avi), Ziege (aja). Weil er sie erblickte (apaśyat), deshalb heißen sie – paśavaḥ – (Tiere) [Anm.: Etymologie paśu ← paś, sehen].
sa etānpañca paśūnapaśyat | yadapaśyattasmādete paśavasteṣvetamapaśyattasmādvevaite paśavaḥ
Er erblickte diese fünf Tiere. Weil er sie erblickte, deshalb heißen sie Tiere; in ihnen erblickte er jenen Agni; deshalb eben heißen sie Tiere [Anm.: doppelte Ausdeutung derselben Etymologie].
Er erwog: „Diese Tiere sind fürwahr Agni; ich will mir diese selbst zurichten. Denn wie Agni, entzündet, leuchtet, so leuchtet ihr Auge; wie von Agni Rauch aufsteigt, so steigt von ihnen Dunst auf; wie Agni verzehrt, was ihm dargebracht wird, so kauen sie; wie Agnis Asche sich niedersetzt, so setzt sich ihr Kot nieder. Diese sind fürwahr Agni; ich will mir diese selbst zurichten.“ So wollte er sie verschiedenen Gottheiten zuweisen: den Menschen dem Viśvakarman, das Pferd dem Varuṇa, den Stier – als Vertreter des Rindes – dem Indra, das Schaf dem Tvaṣṭṛ, die Ziege dem Agni.
Er erwog: „Verschiedenen Gottheiten habe ich sie da zugewiesen; doch ich begehre die Gestalten des Agni. Wohlan, ich will diese für Agni, nach Wunsch, darbringen!“ Er brachte sie für Agni, nach Wunsch, dar. Dass es heißt – für Agni –: denn er hatte ja über viele Gestalten des Agni nachgesonnen; und dass es heißt – nach Wunsch –: denn er brachte sie nach eigenem Wunsch dar. Diese, noch nicht zufriedengestellt, um das Feuer herumgeführt, führte er nach Norden und tötete sie dort endgültig.
sa aikṣata | yā vai śrīrabhyadhāsiṣamimāstāḥ śīrṣasu hanta śīrṣāṇyevopadadhā iti sa śīrṣāṇyevotkṛtyopādhattāthetarāṇi kusindhānyapsu prāplāvayadajena yajñaṃ samasthāpayannenme yajño vikṛṣṭo 'sadityātmā vai yajño nenme 'yamātmā vikṛṣṭo 'sadityetena paśuneṣṭvā tatprajāpatirapaśyadyathaitasyāgnerantaṃ na paryait
Er erwog: „Der Glanz, den ich ihnen verliehen habe [Anm.: abhyadhāsiṣam, Lesung unsicher], der ist in den Köpfen; wohlan, ich will eben die Köpfe auflegen!“ Er schnitt eben die Köpfe ab und legte sie auf. Die übrigen Rumpfreste [Anm.: kusindhāni, Bedeutung unsicher] ließ er im Wasser forttreiben. Mit der Ziege stellte er das Opfer fertig, denn er dachte: „Mir soll das Opfer nicht auseinandergerissen sein“ – der Ātman, das Selbst, ist nämlich das Opfer – „mir soll dieser mein Ātman nicht auseinandergerissen sein.“ Nachdem er so mit diesem Tier geopfert hatte, sah Prajāpati dennoch, dass er die volle Gestalt dieses Agni nicht erreicht hatte.
sa aikṣata | yamimamātmānamapsu prāpiplavaṃ tamanvicānīti tamanvaicattadyadeṣāmapsu praviddhānām pratyatiṣṭhattā apaḥ samabharadatha yadasyāṃ tām mṛdaṃ tadubhayaṃ sambhṛtya mṛdaṃ cāpaśceṣṭakāmakarokṣasmādetadubhayamiṣṭakā bhavati mṛccāpaśca
Er erwog: „Diesen meinen Rest, den ich im Wasser habe forttreiben lassen, dem will ich nachspüren!“ Er spürte ihm nach. Was von diesen ins Wasser Geworfenen sich dort festsetzte, dieses Wasser sammelte er; und was an Ton darin war, auch das sammelte er; beides zusammenbringend, machte er daraus die Ziegel: Ton und Wasser. Deshalb besteht diese Ziegel aus beidem: aus Ton und Wasser.
Er erwog: „Wenn ich dieses so, wie es ist, zurichte, will ich es kochen!“ [Anm.: Quellentext an dieser Stelle stark verkürzt/verderbt („haviramṛtye martya kuṇapo“); die Übersetzung folgt der naheliegendsten Rekonstruktion des Sinnzusammenhangs.] Das kochte er mit Feuer; dadurch machte er es unsterblich. Dies Gebrannte ist nämlich die Opferspende. Er dachte: „Ohne dies würde ich als Sterblicher ein Leichnam bleiben, dessen Übel nicht ausgetrieben ist; wohlan, dies soll durch Feuer unsterblich werden!“ Weil man es mit Feuer kocht, deshalb brennt man mit Feuer die Ziegel; unsterblich eben macht man sie dadurch.
tadyadiṣṭvā paśunāpaśyat | tasmādiṣṭakāstasmādiṣṭvaiva paśuneṣṭakāḥ kuryādaniṣṭakā ha tā bhavanti yāḥ purā paśoḥ kurvantyatho ha tadanyadeva
Weil er, nachdem er mit dem Tier geopfert hatte (iṣṭvā), es erblickte (apaśyat), deshalb heißen sie – iṣṭakāḥ – (Ziegel) [Anm.: erneute Volksetymologie iṣṭakā ← iṣṭvā + paśu]. Deshalb sollte man erst nachdem man geopfert hat mit dem Tier die Ziegel machen; keine rechten iṣṭakāḥ sind nämlich jene, die man vor dem Tieropfer macht; das wäre vielmehr etwas anderes.
Jener Glanz nun, das sind eben diese Tierköpfe; und jene Rumpfreste, das sind diese fünf Schichten. Dass man, nachdem man die Tierköpfe untergelegt hat, die Schichten aufschichtet: eben mit diesen Köpfen fügt er diese übrigen Reste zusammen.
ta ete sarve paśavo yadagniḥ | tasmādagnau paśavo ramante p!sminnagnirādhīyate 'gnirhyeṣa yatpaśavastato vai prajāpataśubhireva tatpaśavo ramante tasmādyasya paśavo bhavanti tairagnirabhavat etairatra sarvaiḥ prajāpatirayakṣyata tadevāgnerantam par
Diese alle sind Tiere, sofern sie Agni sind. Deshalb erfreuen sich Tiere am Feuer, in wem [Anm.: Quelle liest fehlerhaft „p!sminn“, vermutlich „yasminn“] das Feuer entzündet wird, denn dies Feuer ist ja tierhaft, da die Tiere waren, aus denen es entstand; dort eben, durch Prajāpatis Kräfte [Anm.: Lesung unsicher], erfreuen sich dann die Tiere. Deshalb: wem Tiere gehören, mit denen wurde auch Agni; mit diesen allen hier opferte Prajāpati; eben dadurch erreichte er das Ende, die volle Gestalt des Agni [Anm.: der Satz bricht im Quellentext ab; „paryait“ sinngemäß ergänzt].
Dazu sagen manche: „Man sollte eben hier mit all diesen Tieren opfern, so wie er es einst tun wollte; denn wenn man hier mit all diesen opferte, würde man eben dadurch das Ende des Agni erreichen.“ So sollte man es aber nicht machen: dann würde man den Göttern ihren Anteil nehmen, dann würde man vom rechten Weg abweichen [Anm.: Sinn unsicher], und was sollte man dann noch weiter zusammentragen? Diese Reste sind eben jene Rumpfstücke; nur diese, nicht die vollständigen Tiere, trägt man bei den späteren Schichten zusammen. Deshalb sollte man es nicht so machen.
Und dass man diese Tiere darbringt: eben dadurch schafft man dem Agni eine Wohnstätte (āyatana), denn niemand erfreut sich ohne eine Wohnstätte. Die Speise ist nämlich die Wohnstätte; diese legt man voran. Diese sehend, kehrt Agni dorthin zurück.
Es sind die fünf: Mensch, Pferd, Rind, Schaf, Ziege. So viele nämlich sind alle Tiere insgesamt als Speise; Tiere sind Speise; und so viel an Speise es gibt, das legt man voran. Diese sehend, kehrt Agni dorthin zurück.
Der Ziegel sind fünf: fünf sind nämlich diese Agni-Gestalten, da diese die Schichten sind. Für diese legt man diese fünf Wohnstätten hin. Diese sehend, kehrt Agni dorthin zurück.
Und dass es heißt – für Agni – im Plural: denn zahlreich sind diese Agni-Gestalten, da diese die Schichten sind; und dass es heißt – nach Wunsch –: damit der Opferer jenen Wunsch erlange, aus welchem Wunsch heraus er dieses Werk vollbringt.
Den Menschen bringt er zuerst dar, denn der Mensch ist der erste, der vornehmste der Tiere. Dann das Pferd, denn dem Menschen folgt das Pferd im Rang. Dann das Rind, denn dem Pferd folgt das Rind. Dann das Schaf, denn dem Rind folgt das Schaf. Dann die Ziege, denn dem Schaf folgt die Ziege. So bringt er sie der Reihe nach dar, wie es der Rangordnung entspricht.
Deren Leinen sollten in der Länge unterschiedlich sein: die des Menschen die längste, dann jeweils kürzer und kürzer bis zur Ziege [Anm.: Einzelheit unklar]. So macht er entsprechend der jeweiligen Gestalt die Leinen der Tiere. Dennoch sollten alle zugleich gleich sein, alle einander ähnlich: denn alle diese sind gleich, alle einander ähnlich, denn alle werden – Agni – genannt, alle werden – Speise – genannt; dadurch sind sie gleich, dadurch einander ähnlich.
Dazu sagt man: „Wie ist es möglich, dass dieser Feueraltar, aus fünferlei Ziegeln bestehend, ganz und gar in den Tieren begründet ist?“ – Auch auf den Opferkuchenscherben wird dies erreicht: diese ist die erste, die tönerne Ziegel. Und dass man ein Tier darbringt, dadurch wird die Tier-Ziegel erreicht. Und dass um die Bauchhaut herum zwei Goldstückchen sind, dadurch wird die Gold-Ziegel erreicht. Und dass es Brennholz, Opferpfahl, Umhegungsstäbe gibt, dadurch wird die Holz-Ziegel erreicht. Und dass es Ghee, Besprengungswasser, Opferkuchen gibt, dadurch wird die Speise als fünfte Ziegel erreicht. So also ist dieser Feueraltar, aus fünferlei Ziegeln bestehend, ganz und gar in den Tieren begründet.
Von diesen Tieren gibt es vierundzwanzig Anzündungsverse (sāmidhenī): vierundzwanzig Halbmonate sind ja das Jahr, das Jahr ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß entzündet man ihn dadurch.
yadveva caturviṃśatiḥ | caturviṃśatyakṣarā vai gāyatrī gāyatro 'gniryāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivainametatsaminddhe
Und weil es vierundzwanzig sind: die Gāyatrī hat vierundzwanzig Silben, die Gāyatrī ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß entzündet man ihn dadurch.
Und weil es vierundzwanzig sind: der Mensch besteht aus vierundzwanzig Teilen: zehn Fingern, zehn Zehen und vier Gliedern [Anm.: die genaue Vierzahl bleibt im Text unklar]; der Mensch ist Prajāpati, Prajāpati ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß entzündet man ihn dadurch.
Er rezitiert beide zugleich, Gāyatrī- und Triṣṭubh-Verse. Der Lebenshauch ist die Gāyatrī, der Rumpf die Triṣṭubh. Den Lebenshauch entzündet er also mit Gāyatrī-Versen, den Rumpf mit Triṣṭubh-Versen. In der Mitte sind die Triṣṭubh-Verse, ringsum die Gāyatrī-Verse: denn in der Mitte ist dieser Rumpf, ringsum die Lebenshauche. Mehr Verse rezitiert er zuerst als Gāyatrī, weniger danach [Anm.: Einzelheit der Zählung unklar]; denn zahlreicher sind diese Lebenshauche vorn, am Anfang, weniger danach.
Er rezitiert den Spruch: „Dich, o Agni, mögen die Jahreszeiten gleichmäßig stärken!“ Als Agni den zerfallenen Prajāpati zusammenfügte, sprach dieser zu ihm: „Die Anzündungsverse, die mir entsprechen, mit diesen füge mich zusammen!“
sa etā apaśyat | samāstvāgna ṛtavo vardhayantviti samāśca tvāgna ṛtavaśca vardhayantvityetatsaṃvatsarā ṛṣayo yāni satyeti saṃvatsarāśca tua 'rṣayaśca satyāni ca vardhayantvityetatsaṃ divyena dīdihi rocanenetyasau vā ādityo divyaṃ rocanaṃ tena saṃdīdihītyetadviśvā ābhāhi pradiśaścatasra iti sarvā ābhāhi pradiśaścatasra ityetat
Er, Agni, erblickte diese Verse: „Dich, o Agni, mögen die Jahreszeiten gleichmäßig stärken“ – das bedeutet: die Jahre und die Jahreszeiten mögen dich stärken. „Die Jahre, die Ṛṣis, die Wahrheiten“ [Anm.: Verszitat im Quellentext unvollständig] – das bedeutet: die Jahre und die Ṛṣis und die Wahrheiten mögen dich stärken. „Leuchte zusammen mit dem himmlischen Glanz“ – jene Sonne dort ist nämlich der himmlische Glanz; mit ihr sollst du zusammen leuchten – das bedeutet dies. „Erstrahle über alle vier Himmelsrichtungen“ – das bedeutet: erstrahle über alle vier Himmelsrichtungen – das bedeutet dies.
tā etā ekavyākhyānāḥ | etamevābhi yathaitameva saṃskuryādetaṃ saṃdadhyādetaṃ janayettā āgneyyaḥ prājāpatyā yadagnirapaśyattenāgneyyo yatprajāpatiṃ satainddha tena prājāpatyāḥ
Diese Verse haben eine einheitliche Bedeutung: dass man eben diesen Agni danach gestalte, dass man eben diesen zurichte, diesen zusammenfüge, diesen erzeuge. Diese Verse sind zugleich Agni-bezogen und Prajāpati-bezogen: weil Agni sie erblickte, deshalb sind sie Agni-bezogen; weil sie den Prajāpati betreffen, während dieser ihn entzündete [Anm.: Wortlaut unklar], deshalb sind sie Prajāpati-bezogen.
Es gibt zwölf Āprī-Verse (Verse der Zufriedenstellung): zwölf Monate sind das Jahr, das Jahr ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß stellt man ihn dadurch zufrieden.
yadveva dvādaśa | dvādaśākṣarā vai jagatīyaṃ vai jagatyasyāṃ hīdaṃ sarvaṃ jagadiyamu vā agnirasyai hi sarvo 'gniścīyate yāvānagniryāvatyasya mātrā tāvataivainametadāprīṇāti
Und weil es zwölf sind: die Jagatī hat zwölf Silben; diese Erde ist die Jagatī, denn auf ihr geht ja alles, was da geht; und diese Erde ist ja auch Agni, denn für sie wird ja der ganze Feueraltar aufgeschichtet. So groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß stellt man ihn dadurch zufrieden.
Und weil es zwölf sind: die Jagatī hat zwölf Silben; die Jagatī ist alle Versmaße, alle Versmaße sind Prajāpati, Prajāpati ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß stellt man ihn dadurch zufrieden.
tā etā ūrdhvā asya samidho bhavantīti | prajāpatiṃ visrastaṃ yatrāgnaḥ samadadhāttamabravīdyā matsammitā āpriyastābhirmāprīṇīhīti
„Diese Verse sind seine aufsteigenden Brennhölzer“ – als Agni den zerfallenen Prajāpati zusammenfügte, sprach dieser zu ihm: „Die Āprī-Verse, die mir entsprechen, mit diesen stelle mich zufrieden!“
Er, Agni, erblickte diese Verse: „Aufsteigend sind seine Brennhölzer“ – aufsteigend sind nämlich die Brennhölzer dieses Entzündeten. „Aufsteigend sind die hellen Flammen des Agni“ – aufsteigend sind nämlich diese seine hellen Flammen, Lichtstrahlen. „Das Glänzendste“ – das bedeutet: das Kraftvollste. „Des Wohlgestalteten“ – von allen Seiten ist Agni nämlich wohlgestaltet. „Des Sohnes“ – weil man ihn dadurch erzeugt, deshalb ist er dessen Sohn [Anm.: Bezugsverhältnis unsicher].
Diese Verse haben eine einheitliche Bedeutung: dass man eben diesen Agni danach gestalte, dass man eben diesen zurichte, diesen zusammenfüge, diesen erzeuge. Diese Verse sind zugleich Agni-bezogen und Prajāpati-bezogen: weil Agni sie erblickte, deshalb sind sie Agni-bezogen; weil sie den Prajāpati zufriedenstellten, deshalb sind sie Prajāpati-bezogen.
tā viṣamā viṣamapadāḥ | viṣamākṣarā viṣamāṇi hi candāṃsyatho yānyasyādhyātmamaṅgāni viṣamāṇi tānyasyaitābhirāprīṇāti
Diese Verse sind metrisch ungleich, mit ungleichen Versfüßen, ungleichen Silben, denn ungleich sind auch die Versmaße; und auch seine, des Menschen, auf ihn selbst bezogenen Glieder sind ungleich in der Anzahl ihrer Teile; diese stellt er ihm mit diesen Versen zufrieden.
Und weil es Vaiśvānara heißt: diese Schichten sind nämlich die Jahreszeiten, die Feuer sind die Jahreszeiten, die Jahreszeiten sind das Jahr, das Jahr ist Vaiśvānara. Weil es in der Formel – für die Feuer – hieße, das wäre zu viel; das lasse man also weg. Der Opferkuchen besteht aus zwölf Scherben: zwölf Monate sind das Jahr, das Jahr ist Vaiśvānara. Die Opferungs- und Anrufungssprüche sind dem Agni geweiht: zur Erlangung der Agni-Gestalten. Sie sind wunscherfüllend: zur Erlangung der Wünsche.
taddhaike | ityevaitāni paśuṣīrṣāṇi vittvopadadhatyubhayenaite paśava iti te ha te martyāḥ kuṇapāḥ sambhavantyanāprītāni hi tāni taddha tathāṣāḍheḥ sauśromateyasyopadadhuḥ sa ha kṣipra eva tato mamāra
Dazu sagen manche: in diesem Wissen legen sie diese Tierköpfe auf, im Gedanken: „Beides zugleich, Mensch und Tier, sind diese Tiere.“ Diese so aufgelegten Köpfe werden dann sterbliche Leichname, da sie nicht ordnungsgemäß zufriedengestellt wurden. So legte man sie einst für Aṣāḍha Sauśromateya [Anm.: Eigenname] auf; der starb da fürwahr bald darauf.
hiraṇmayānyu haike kurvanti | amṛteṣṭakā iti vadantastā ha tā anṛteṣṭakā na hi tāni paśuśīrṣāṇi
Manche machen sie, die Köpfe, aus Gold und nennen sie – unsterbliche Ziegel – (amṛteṣṭakāḥ); diese Ziegel sind aber in Wahrheit – unwahre Ziegel – (anṛteṣṭakāḥ), denn sie sind ja keine wirklichen Tierköpfe [Anm.: Wortspiel amṛta/anṛta].
mṛnmayānyu haike kurvanti | utsannā vā ete paśavo yadvai kiṃcotsannamiyaṃ tasya sarvasya pratiṣṭhā tadyatraite paśavo gatāstata enānadhi sambharāma iti na tathā kuryādyo vā eteṣāmāvṛtaṃ ca brāhmaṇaṃ ca na vidyāttasyaita utsannāḥ syuḥ sa etāneva pañca paśūnālabheta yāvadasya vaśaḥ syāttānhaitānprajāpatiḥ prathama ālebhe śyāparṇaḥ sāyakāyano 'ntamo 'tha ha smaitānevāntareṇālabhante 'thaitarhīmau dvāvevālabhyete prājāpatyaśca vāyavyaśca tayorato brāhmaṇamudyate
Manche machen sie aus Ton, denkend: „Vergangen sind ja diese Tiere; was immer aber vergangen ist, dessen Standfeste ist diese Erde; wo diese Tiere also hingegangen sind, von dort sammeln wir sie wieder zusammen.“ So sollte man aber nicht verfahren: wer nämlich deren rechte Anwendung und die zugehörige Brāhmaṇa-Lehre nicht kennt, für den mögen sie nur vergangen und verloren sein. Er sollte eben diese fünf Tiere darbringen, so weit es in seiner Macht steht. Diese brachte zuerst Prajāpati dar, zuletzt Śyāparṇa Sāyakāyana [Anm.: Eigenname eines späteren Opferers]. Danach pflegte man nur noch reduzierte Formen darzubringen; jetzt aber werden nur noch diese zwei dargebracht: das dem Prajāpati und das dem Vāyu geweihte Tier; über diese beiden wird hier nun die Brāhmaṇa-Lehre vorgetragen.
Die Carakas [Anm.: Name einer vedischen Schule] bringen das dem Prajāpati geweihte Tier dar: Prajāpati, nachdem er Agni aufgeschichtet hatte, wurde selbst Agni; dass man dieses Tier darbringt, dadurch erreicht man eben das Ende, die Vollständigkeit des Agni – so sagen diese.
śyāmo bhavati | dvayāni vai śyāmasya lomāni śuklāni ca kṛṣṇāni ca dvandvam mithunam prajananaṃ tadasya prājāpatyaṃ rūpaṃ tūfaro bhavati tūparo hi prajāpatiḥ
Es ist śyāma-farben, mottelgrau: zweifach nämlich ist das Haar des Śyāma, weiß und schwarz zugleich; das Paar, die Paarung, ist die Fortpflanzung; das ist seine, des Prajāpati, Gestalt. Es ist tūpara [Anm.: Bedeutung unklar, wohl eine besondere Fellzeichnung], denn Prajāpati ist tūpara.
Für dieses Tier gibt es einundzwanzig Anzündungsverse: zwölf Monate, fünf Jahreszeiten, diese drei Welten, jene Sonne dort als der einundzwanzigste – das ist Prajāpati; Prajāpati ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß entzündet man ihn dadurch.
Und weil es einundzwanzig sind: der Mensch besteht aus einundzwanzig Teilen: zehn Fingern, zehn Zehen und dem Rumpf als einundzwanzigstem; der Mensch ist Prajāpati, Prajāpati ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß entzündet man ihn dadurch.
ubhayīrgāyatrīśca triṣṭubhaścānvāha | tāsāmukto bandhuruktamvevānvṛcaṃ hiraṇyagarbhavatyāghāramāghārayati prajāpatirvai hiraṇyagarbhaḥ prajāpatiragnirdvādaśāpriyastāsāmukto bandhuruktamvevānvṛca prājāpatyaḥ paśupuroḍāśo ya eva paśorbandhuḥ sa puroḍāśasya dvādaśakapālo dvādaśa māsāḥ saṃvatsaraḥ saṃvatsaraḥ prajāpatiḥ kadvatyo yājyānuvākyāḥ ko hi prajāpatiḥ
Er rezitiert beide zugleich, Gāyatrī- und Triṣṭubh-Verse. Deren innerer Zusammenhang (bandhu) ist ausgesprochen; nur beiläufig sei er erwähnt [Anm.: Wendung unklar]. Er gießt die Übergießung, die den Goldenen Keim (Hiraṇyagarbha) betrifft [Anm.: Bezug unklar]: Prajāpati ist nämlich der Hiraṇyagarbha, Prajāpati ist Agni. Es gibt zwölf Āprī-Verse; deren Zusammenhang ist ausgesprochen, nur beiläufig sei er erwähnt. Der Tier-Opferkuchen ist dem Prajāpati geweiht: was der Verwandte des Tieres ist, das ist der Verwandte des Opferkuchens. Er besteht aus zwölf Scherben: zwölf Monate ist das Jahr, das Jahr ist Prajāpati. Die Opferungs- und Anrufungssprüche enthalten das Fragewort – ka – (wer): denn – wer – ist Prajāpati.
athaitaṃ vāyave niyutvate | śuklaṃ tūparamālabhate prajāpatiḥ prajāḥ sṛṣṭvānuvyaikṣata tasyātyānandena retaḥ parāpatatso 'jaḥ śuklastūparo lapsudyabhavadraso vai reto yāvānu vai rasastāvānātmā tadyadetamālabhate tadevāgnerantam paryeti śuklo bhavati śuklaṃ hi retastūparo bhavati tūparaṃ hi reto vāyave bhavati prāṇo vai vāyurniyutvate bhavatyudāno vai niyutaḥ prāṇodānāvevāsminnetaddadhāti
Nun, für Vāyu-mit-dem-Gespann bringt man dieses weiße tūpara-Tier dar: Prajāpati, nachdem er die Geschöpfe erschaffen hatte, blickte ihnen nach; aus übergroßer Wonne fiel ihm sein Same herab; der wurde eine weiße, tūpara-gefleckte Ziege [Anm.: lapsudī, Bedeutung unklar]. Der Same ist nämlich der Saft (rasa); so viel Saft es gibt, so viel ist der Rumpf. Dass man dieses Tier darbringt, dadurch erreicht man eben das Ende des Agni. Es ist weiß, denn weiß ist der Same; es ist tūpara, denn tūpara ist der Same. Es wird für Vāyu dargebracht: der Lebenshauch ist nämlich Vāyu-mit-dem-Gespann, der Ausatem das Gespann; Ein- und Ausatem legt man ihm eben dadurch bei.
yadvevaitaṃ vāyave niyutvate | śuklaṃ tūparamālabhate prajāpatiṃ vistrastaṃ yatra devāḥ samaskurvantsa yo 'smātprāṇo madhyata udakrāmattamasminnetena paśunādadhustathaivāsminnayametaddadhāti vāyave bhavati prāṇo vai vāyurniyutvate bhavatyudāno vai niyutaḥ prāṇodānāvevāsminnetaddadhāti śuklo bhavati śuklo hi vāyustūparo bhavati tūparo hi vāyuḥ
Und dass man für Vāyu-mit-dem-Gespann dieses weiße tūpara-Tier darbringt: als die Götter den zerfallenen Prajāpati zusammenfügten, den Lebenshauch, der ihm aus der Mitte entwichen war, legten sie ihm mit diesem Tier wieder bei; ebenso legt der Opferer ihm dies hier bei. Es wird für Vāyu dargebracht: der Lebenshauch ist nämlich Vāyu-mit-dem-Gespann, der Ausatem das Gespann; Ein- und Ausatem legt man ihm eben dadurch bei. Es ist weiß, denn weiß ist Vāyu; es ist tūpara, denn tūpara ist Vāyu.
Für dieses Tier gibt es siebzehn Anzündungsverse: siebzehnfach ist nämlich das Jahr: zwölf Monate, fünf Jahreszeiten [Anm.: Rechnung 12+5=17]. Das Jahr ist Prajāpati, Prajāpati ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß entzündet man ihn dadurch.
Und weil es siebzehn sind: der Mensch besteht aus siebzehn Teilen: zehn Lebenshauchen [Anm.: wohl die zehn Sinnesöffnungen], vier Gliedern, dem Rumpf als fünfzehntem, dem Hals als sechzehntem, dem Haupt als siebzehntem. Der Mensch ist Prajāpati, Prajāpati ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, in eben diesem Maß entzündet man ihn dadurch.
ubhayīrgāyatrīśca triṣṭubhaścānvāha | tāsāmukto bandhuruktamvevānvṛcaṃ dvādaśāpriyastāsāmukto bandhuruktamvevānvṛcam prājāpatyaḥ paśupuroḍāśo 'tro sa kāma upāpta iti ha smāha māhitthiryaṃ carakāḥ prājāpatye paśāvāhuriti
Er rezitiert beide zugleich, Gāyatrī- und Triṣṭubh-Verse; deren Zusammenhang ist ausgesprochen, nur beiläufig sei er erwähnt. Es gibt zwölf Āprī-Verse; deren Zusammenhang ist ausgesprochen, nur beiläufig sei er erwähnt. Der Tier-Opferkuchen ist dem Prajāpati geweiht; „hierbei ist jener Wunsch erlangt“ – so pflegte Māhitthi [Anm.: Eigenname] zu sagen, was die Carakas beim Prajāpati-Tier aussagen.
Und dass es heißt: das Tier ist dem Vāyu geweiht, der Tier-Opferkuchen dem Prajāpati: zur Hälfte gehört Vāyu fürwahr zu Prajāpati, zur Hälfte Prajāpati sich selbst [Anm.: Sinn unsicher]. Denn wären beide, Tier und Opferkuchen, dem Vāyu geweiht, oder beide dem Prajāpati, wäre nur die Hälfte von ihm zurechtgemacht, nicht das Ganze. Dass aber das Tier dem Vāyu geweiht ist und der Tier-Opferkuchen dem Prajāpati, eben dadurch richtet man diesen ganzen, vollständigen Prajāpati zu.
Und dass das Tier dem Vāyu, der Tier-Opferkuchen dem Prajāpati geweiht ist: als die Götter den zerfallenen Prajāpati zusammenfügten, den Lebenshauch, der ihm aus der Mitte entwichen war, legten sie ihm mit diesem Tier wieder bei; mit diesem Opferkuchen aber richteten sie den Rumpf selbst zu. Dass dieser Opferkuchen dem Prajāpati geweiht ist: der Rumpf ist nämlich Prajāpati. Er besteht aus zwölf Scherben: zwölf Monate ist das Jahr, das Jahr ist Prajāpati. Die beiden Opferungs- und Anrufungssprüche enthalten das Wort – ka –, denn – wer – ist Prajāpati.
Dass man die Bauchhaut zuerst im Opfer darbringt: den Lebenshauch, der vorn, am Anfang ist, legt man ihm eben dadurch bei. Und dass man mit dieser Bauchhaut in der Mitte umhergeht: denn in der Mitte ist dieser Rumpf. Und dass man mit der Opferspende am Ende umhergeht: den Lebenshauch, der oben, am Ende ist, legt man ihm eben dadurch bei. Die Opferungs- und Anrufungssprüche sollten das Wort – weiß – enthalten: zur Erlangung der weißen Gestalten; und – mit Gespann –: zur Erlangung eben der Gespann-Gestalt.
Dazu sagt man auch: „Nur bei der Bauchhaut-Darbringung sollten die Sprüche das Wort śukla, weiß, enthalten, denn nur so viel ist am Tier weiß, wie die Bauchhaut ist; bei der Opferspende aber sollten sie 'mit Gespann' enthalten, zur Erlangung eben der Gespann-Gestalt der Opferspende.“
Und dass man dieses eine Tier darbringt: in diesem Tier sind die Gestalten aller Tiere vereint: dass es tūpara-gefleckt ist [Anm.: lapsudī unklar], das ist die Gestalt des Menschen, denn tūpara-gefleckt ist der Mensch; dass es tūpara ist und eine Mähne hat, das ist die Gestalt des Pferdes, denn tūpara und mähnentragend ist das Pferd; dass es achthufig ist, das ist die Gestalt des Rindes, denn achthufig ist das Rind; und dass es Hufe wie ein Schaf hat, das ist die Gestalt des Schafes; dass es eine Ziege ist, das ist die Gestalt der Ziege. Dass man also dieses eine Tier darbringt, eben dadurch sind alle diese Tiere dargebracht. Deshalb, welches Werk davon auch immer geeignet sei: diese fünf Tiere sind hier in einem vereint, sei es das dem Prajāpati, sei es das dem Vāyu-mit-dem-Gespann geweihte.
tam paurṇamāsyāmālabheta | amāvāsyāyāmālabhetetyu haika āhurasau vai candraḥ prajāpatiṃ sa etāṃ rātrimiha vasati tadyathopatiṣṭhantamālabhetaivaṃ taditi
Man sollte dieses Tier am Vollmondtag darbringen; „am Neumondtag sollte man es darbringen“, so sagen manche. Denn jener Mond dort ist Prajāpati; er weilt in dieser Nacht hier, auf der Erde; so wie man ihn also, wenn er gerade erscheint, darbringen sollte, so verhält es sich hierbei.
Man sollte es aber eben am Vollmondtag darbringen: jener Mond dort ist nämlich das Tier; ihn bringen die Götter am Vollmondtag dar; wo aber die Götter ihn darbringen, dort soll man ihn auch darbringen – so heißt es; deshalb am Vollmondtag. Und dass es eben am Vollmondtag sein soll: am Vollmondtag brach fürwahr zuerst der Morgen an [Anm.: Bezug auf den kosmogonisch ersten Tag]; deshalb eben am Vollmondtag.
tadvai phālgunyāmeva | eṣā ha saṃvatsarasya prathamā rātriryatphālgunī paurṇamāsī yottaraiṣottamā yā pūrvā mukhata eva tatsaṃvatsaramārabhate
Man sollte es aber eben am Vollmondtag im Monat Phālguna darbringen: dies ist nämlich die erste Nacht des Jahres, nämlich der Phālguna-Vollmondtag – sei es der spätere, der dann als der letzte gilt, sei es der frühere, der dann als erster gilt [Anm.: Bezug auf Schaltjahr-Problematik unsicher]. Eben von Anfang an beginnt man damit das Jahr.
Man sollte, nachdem man mit dem Vollmondopfer geopfert hat, dann erst das Tier darbringen: mit dem Vollmondopfer nämlich, nachdem Indra den bösen Vṛtra erschlagen hatte, sein Übel ausgetrieben, begann er dieses Werk; ebenso beginnt auch der Opferer hier dieses Werk, nachdem er mit dem Vollmondopfer eben den bösen Vṛtra erschlagen, sein Übel ausgetrieben hat.
Dies Opfer geschieht im Übrigen leise, ohne laute Rezitation: „Dieses Werk hier vollzog Prajāpati mit diesen Tieren“ – dies ist gleichsam unaussprechlich [Anm.: Wortlaut unklar], deshalb geschieht es leise.
Und dass es leise geschieht: dies ist nämlich ein Prajāpati-bezogenes Werk, denn man beginnt mit diesem Werk den Bau des Prajāpati; unaussprechlich aber ist Prajāpati.
Und dass es leise geschieht: der Same ist hier nämlich das Opfer; leise nämlich wird der Same ergossen. Die Bauchhaut, der Tier-Opferkuchen und die Opferspende – so viel eben ist das Tier.
Am Aṣṭakā-Tag [Anm.: ein bestimmter Mondphasen-Tag] trägt man die Bestandteile für den Feuertopf (ukhā) zusammen: dem Prajāpati geweiht ist dieser Tag, da es der Aṣṭakā-Tag ist; dem Prajāpati geweiht ist dieses Werk, da es der Feuertopf ist. An eben diesem dem Prajāpati geweihten Tag vollzieht man das dem Prajāpati geweihte Werk.
Und dass es am Aṣṭakā-Tag geschieht: eine Gelenkstelle des Jahres ist dieser Aṣṭakā-Tag; eine Gelenkstelle des Agni ist der Feuertopf; an einer Gelenkstelle vollzieht man eben dieses Gelenkstellen-Werk.
Und dass es am Aṣṭakā-Tag geschieht: achtteilig ist nämlich der Feuertopf: der Boden als Niederlage, zwei Aufwölbungen, der quere Gürtel – das macht vier; dazu vier aufsteigende Teile – das macht acht. Eben am Aṣṭakā-Tag vollzieht man also das Achtteilige.
Am Neumondtag weiht man sich zur Askese: am Neumondtag nämlich beginnt sich das Opfer auszudehnen; von dort, wo sich das Opfer ausdehnt, denkt der Opferer: von dort will ich das Opfer erzeugen.
Und dass es am Neumondtag geschieht: der Opferer ergießt seinen eigenen Rumpf als Samen [Anm.: Bezug auf die Weihe als Wiederzeugung] in den Feuertopf als Mutterschoß, wenn er sich weiht; deshalb schafft man ihm dadurch im Voraus eine fertig zubereitete Welt: sobald er geweiht ist, wird er in diese bereits fertig gemachte Welt hineingeboren. Deshalb sagt man: „In eine fertig gemachte Welt wird der Mensch hineingeboren.“
Wenn er nun weniger als ein Jahr geweiht wäre, sollte er entsprechend weniger Ziegel auflegen: sonst würden die Ziegel die zur Verfügung stehenden Zeitabschnitte übersteigen. Und wenn er umgekehrt mehr Zeitabschnitte verwirklicht, aber nicht entsprechend mehr Ziegel dazulegt, würden die Zeitabschnitte die Ziegel übersteigen. Und dass er, am Neumondtag geweiht, am Neumondtag die Weihe erwirbt [Anm.: Bezug auf ein rituelles Erwerben der Weihe]: so viel Zeit er dabei jeweils schafft, so viele Ziegel legt er entsprechend auf; und in der zunehmenden Mondhälfte danach wird der ganze Feueraltar aufgeschichtet.
tadāhuḥ | yadyāvatya etasyāgneriṣṭakāstāvanti kraye 'horātrāṇi sampadyante 'tha yānyūrdhvāni krayādahāni kathamasya te lokā anūpahitā bhavantīti yadvā amāvāsyāyāṃ dīkṣitvāmāvāsyāyāṃ krīṇāti tadyāvantameva lokaṃ karoti tāvatīriṣṭakā upadadhātyatha yānyūrdhvāni krayādahāni tasminnavakāśe 'dhvaryuragniṃ cinoti kvo hi cinuyānna ca so 'vakāśaḥ syādyāvanti vai saṃvatsarasyāhorātrāṇi tāvatya etasyāgneriṣṭakā upa ca trayodaśo māsastrayodaśo vā eṣa māso yānyūrdhvāni krayādahāni tadyā amūstrayodaśasya māsa iṣṭakāstābhirasya te lokā anūpahitā bhavanti tatsamā lokāśceṣṭakāśca bhavanti
Dazu sagt man: „Wenn so viele Ziegel dieses Feueraltars vorhanden sind, wie viele Tage-und-Nächte beim Erwerb der Weihe zusammenkommen – wie aber verhält es sich mit den Tagen, die über den Erwerb hinaus noch übrig bleiben? Wie werden diesem Opferer jene zusätzlichen Zeitabschnitte beigelegt?“ – Sowohl die Tatsache, dass er, am Neumondtag geweiht, am Neumondtag die Weihe erwirbt – so viel Zeit er dabei schafft, so viele Ziegel legt er auf – als auch: für die Tage, die über den Erwerb hinaus liegen, schichtet der Adhvaryu-Priester in diesem Zeitraum den Feueraltar auf, denn wo sonst sollte er ihn aufschichten; diesen Raum muss es ja geben. So viele Tage-und-Nächte das Jahr hat, so viele Ziegel hat dieser Feueraltar, dazu noch für den dreizehnten Monat: ein dreizehnter Monat ist nämlich dies, die überschüssige Zeit der Tage, die über den Erwerb hinausgehen. Die Ziegel jenes dreizehnten Monats also – durch diese werden ihm jene zusätzlichen Zeitabschnitte beigelegt; so werden die Zeitabschnitte und die Ziegel einander gleich.
Dies also: an eben dem ersten Vollmondtag bringt man das Tier dar; am ersten Aṣṭakā-Tag trägt man die Bestandteile für den Feuertopf zusammen; am ersten Neumondtag weiht man sich. Dies also: eben an den ersten Tagen des Jahres beginnt man damit das Werk, und diese Tage erlangt man dadurch zugleich mit; von da an folgt dann nur noch der weitere Übereinstimmungs-Verlauf.
Dazu sagt man: „Wie erlangt dieses Werk die volle Zeit von einem Jahr, Agni? Wie stimmt es mit dem Jahr, mit Agni überein?“ – Bei diesen fünf Tieren zusammen: vierundzwanzig Anzündungsverse, zwölf Āprī-Verse – das macht sechsunddreißig; elf Nachopfer, elf Zusatzopfer – das macht achtundvierzig.
tato yāṣṭācatvāriṃśat | sāṣṭācatvāriṃśadakṣarā jagatīyaṃ vai jagatyasyāṃ hīdaṃ sarvaṃ jagadiyamu vā agnirasyai hi sarvo 'gniścīyate yāvānagniryāvatyasya mātrā tāvattadbhavati
Diese Achtundvierzig: achtundvierzig Silben hat auch die Jagatī; diese Erde ist die Jagatī, denn auf ihr geht ja alles, was da geht; und diese Erde ist ja auch Agni, denn für sie wird ja der ganze Feueraltar aufgeschichtet. So groß Agni ist, so groß sein Maß ist, so viel wird das.
Und weil es achtundvierzig sind: achtundvierzig Silben hat die Jagatī; die Jagatī ist alle Versmaße, alle Versmaße sind Prajāpati, Prajāpati ist Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, so viel wird das.
Und was davon noch zehn ausmacht [Anm.: Bezug unklar]: zehnsilbig ist die Virāj, die Virāj ist Agni; zehn sind die Himmelsrichtungen, die Himmelsrichtungen sind Agni; zehn sind die Lebenshauche, die Lebenshauche sind Agni; so groß Agni ist, so groß sein Maß ist, so viel wird das.
Bauchhaut und Tier-Opferkuchen – das macht sechzig zusammen mit dem Vorigen [Anm.: Zählung im Einzelnen unklar]: sechzig sind die Tage-und-Nächte eines Monats; damit erlangt man den Monat. Ist der Monat erlangt, erlangt man die Jahreszeit; ist die Jahreszeit erlangt, das Jahr; damit erlangt man das Jahr, Agni, und alle Wünsche, die im Jahr liegen; und was darüber hinaus an Speise im Jahr ist, auch das.
Nun, für dieses dem Prajāpati geweihte Tier: einundzwanzig Anzündungsverse, zwölf Āprī-Verse – das macht dreiunddreißig; elf Nachopfer, elf Zusatzopfer – das macht fünfundfünfzig; Bauchhaut, Tier-Opferkuchen, Opferspende – das macht achtundfünfzig. Welcher Wunsch mit der Zahl achtundfünfzig verbunden ist, den erlangt man hierbei. Zwei Übergießungen – das macht sechzig. Welcher Wunsch mit der Zahl sechzig verbunden ist, den erlangt man hierbei; und was darüber hinaus an Speise im Jahr ist, auch das.
Nun, für dieses dem Vāyu-mit-dem-Gespann geweihte Tier: siebzehn Anzündungsverse, zwölf Āprī-Verse – das macht neunundzwanzig; elf Nachopfer, elf Zusatzopfer – das macht einundfünfzig; Bauchhaut, Tier-Opferkuchen, Opferspende – das macht vierundfünfzig; zwei Übergießungen, zwei Sviṣṭakṛt-Opfer – das macht achtundfünfzig. Welcher Wunsch mit der Zahl achtundfünfzig verbunden ist, den erlangt man hierbei. Holzspende und Fettopfer – das macht sechzig. Welcher Wunsch mit der Zahl sechzig verbunden ist, den erlangt man hierbei; und was darüber hinaus an Speise im Jahr ist, auch das. So also erlangt dieses Werk die volle Zeit von einem Jahr, Agni; so stimmt es mit dem Jahr, mit Agni überein.
tadāhuḥ | naitasya paśoḥ samiṣṭayajūṃṣi juhuyānna hṛdayaśūlenāvabhṛthamabhyaveyādārambho vā eṣo 'gneḥ paśurvyavasargo devatānāṃ samiṣṭayajūṃṣi saṃsthāvabhṛtho nedārambhe devatā vyavasṛjāni nedyajñaṃ saṃsthāpayānīti sa vai sameva sthāpayedetena paśuneṣṭvā tatprajāpatirapaśyadyathaitasyāgnerantaṃ na paryaittasmātsaṃsthāpayedyadveva saṃsthāpayati prāṇa eṣa paśustasya yadantariyātprāṇasya tadantariyādyadu vai prāṇasyāntariyāttata evam mriyeta tasmātsameva sthāpayedathāto vratānāmeva
Dazu sagt man: „Man sollte für dieses Tier nicht die Samiṣṭayajus-Sprüche opfern, und nicht mit dem Herzspieß zum Abschlussbad gehen.“ Denn ein Beginn ist dieses Tier des Agni, keine Entlassung der Gottheiten; die Samiṣṭayajus-Sprüche und das Abschlussbad gehören zum Abschluss des Opfers: der Opferer denkt: nicht will ich beim Beginn die Gottheiten entlassen, nicht will ich das Opfer schon jetzt zum Abschluss bringen. Er sollte es also gleichsam nur teilweise zum Stehen bringen [Anm.: Sinn unsicher]. Nachdem er mit diesem Tier geopfert hatte, sah Prajāpati dennoch, dass er das Ende des Agni noch nicht erreicht hatte; deshalb sollte man es entsprechend unvollständig abschließen. Und dass man es nur gleichsam abschließt: dieses Tier ist der Lebenshauch; was ihm dabei am Lebenshauch fehlen würde, das würde ihm insgesamt fehlen; und wenn etwas am Lebenshauch fehlte, würde er dadurch sterben. Deshalb sollte man es nur gleichsam abschließen; von hier an gilt nun nur noch die Darstellung der weiteren rituellen Gelübde.
tadāhuḥ | naitena paśuneṣṭvopari śayīta na māṃsamaśnīyānna mithunamupeyātpūrvadīkṣā vā eṣa paśuranavakLptaṃ vai tadyaddīkṣita upari śayīta yanmāṃsamaśnīyādyanmithunamepeyāditi netvevaiṣā dīkṣā neva hi mekhalāsti na kṛṣṇājinamiṣṭakāṃ vā etāṃ kurute tasmādu kāmamevopari śayītaitadu sarvamannaṃ yadate paśavastadasyātrāptamārabdham bhavati tadyāni kāni cāmadhuno 'śanāni teṣāmasya sarveṣāṃ kāmāśanaṃ yadi labheta mithunaṃ tu nopeyātpurā maitrāvaruṇya payasyāyai tasyopari bandhuḥ
Dazu sagt man: „Man sollte, nachdem man mit diesem Tier geopfert hat, nicht auf einem Bett liegen, kein Fleisch essen, keinen ehelichen Verkehr haben: eine vorausgehende Weihe ist nämlich dieses Tieropfer; nicht recht geordnet wäre es, wenn ein Geweihter auf einem Bett läge, Fleisch äße, ehelichen Verkehr hätte.“ Doch dies gilt hier nicht: diese Weihe hier ist ja keine vollständige Weihe: sie hat ja weder Gürtel noch schwarzes Antilopenfell; eine Ziegel macht man daraus, keine wirkliche Askese-Weihe. Deshalb sollte er nach Belieben auf einem Bett liegen. Diese ganze Speise, die diese Tiere repräsentieren, die ist ihm hierbei bereits erlangt, in Angriff genommen; und was es sonst noch an Speisen außer Honig gibt, von allen diesen mag er nach Belieben essen. Ehelichen Verkehr aber sollte er nicht haben, bevor er die Maitrāvaruṇī-Milchspende dargebracht hat; danach aber ist es ihm gestattet [Anm.: Sinn des Schlusssatzes unsicher].
Dazu sagt man: „Man sollte bei diesem Opfer eine Dakṣiṇā, eine Priestergabe, geben, denn der Opferer denkt: Nicht soll mir dieses Opfer ohne Dakṣiṇā sein; man sollte dem Brahman-Priester die vorgeschriebene Dakṣiṇā geben; Brahman ist nämlich das ganze Opfer; dadurch wird ihm das ganze Opfer geheilt.“ So sollte man es aber nicht machen: eine Ziegel macht man ja daraus; wie man sonst bei jeder einzelnen Ziegel eine Gabe geben würde – so wäre es hier unpassend; man sollte vielmehr nur das geben, was sich für ihn von selbst ergibt.
Dies eben sprachen die Götter: „Erkennt die Schicht!“ [Anm.: cetayadhvam, wörtl. 'wahrnehmt'] – das bedeutet: „Sucht die Schicht!“ [Anm.: Wortspiel cit/iṣ]. Während sie so suchten, erblickte Prajāpati diese erste, 'Selbstwachsende' (svayamātṛṇā) Schicht; deshalb legt man sie mit dem Spruch für Prajāpati auf.
Zu ihm sprach Agni: „Ich will auch heranfahren!“ – „Womit?“ – „Mit Tieren.“ – „So sei es.“ Mit der Tier-Ziegel sprach er da dies. Diese ist nämlich fürwahr die Tier-Ziegel, welche die Dūrvā-Gras-Ziegel ist; deshalb wird, unmittelbar nach der ersten 'Selbstwachsenden', ohne Zwischenraum, die Dūrvā-Gras-Ziegel aufgelegt. Deshalb sind ihr ohne Zwischenraum die Kräuter verbunden, ohne Zwischenraum die Tiere, ohne Zwischenraum Agni: denn er kam ja ohne Zwischenraum mit dieser Ziegel heran.
te 'bruvan | cetayadhvameveti citimicateti vāva tadabruvannita ūrdhvamicateti teṣāṃ cetayamānānāmindrāgnī ca viśvakarmā cāntarikṣaṃ dvitīyāṃ svayamātṛṇāṃ citimapaśyaṃstasmāttāminprāgnibhyāṃ ca viśvakarmaṇā copadadhāti
Sie sprachen: „Erkennt nur weiter!“ – das bedeutet: „Sucht die Schicht!“ – und weiter: „Sucht von hier aus aufwärts!“ Während sie so suchten, erblickten Indra-und-Agni und Viśvakarman die zweite 'Selbstwachsende' Schicht, den Luftraum. Deshalb legt man diese mit dem Spruch für Indra-und-Agni und Viśvakarman auf.
Zu ihnen sprach Vāyu: „Ich will heranfahren!“ – „Womit?“ – „Mit den Himmelsrichtungen.“ – „So sei es.“ Mit den Richtungs-Ziegeln sprach er da dies. Deshalb werden, unmittelbar nach der zweiten 'Selbstwachsenden', ohne Zwischenraum, die Richtungs-Ziegeln aufgelegt. Deshalb sind dem Luftraum ohne Zwischenraum die Himmelsrichtungen verbunden, ohne Zwischenraum Vāyu: denn er kam ja ohne Zwischenraum mit diesen heran.
Sie sprachen: „Erkennt nur weiter!“ – das bedeutet: „Sucht die Schicht!“ – und weiter: „Sucht von hier aus aufwärts!“ Während sie so suchten, erblickte Parameṣṭhin die dritte 'Selbstwachsende' Schicht, den Himmel. Deshalb legt man diese mit dem Spruch für Parameṣṭhin auf.
Zu ihm sprach jene Sonne dort: „Ich will heranfahren!“ – „Womit?“ – „Mit der 'Welt-füllenden'.“ – „So sei es.“ Diese ist ja fürwahr die Welt-füllende selbst; mit sich selbst also sprach sie da dies. Deshalb wird, unmittelbar nach der dritten 'Selbstwachsenden', ohne Zwischenraum, die Welt-füllende aufgelegt. Deshalb ist jener Sonne dort ohne Zwischenraum der Himmel verbunden: denn sie kam ja ohne Zwischenraum mit dieser heran.
Dies eben also, diese sechs Gottheiten [Anm.: genaue Zählung der sechs unklar], wurden dies Alles, was es auch gibt. Da sprachen die Götter und die Ṛṣis: „Diese sechs Gottheiten eben sind dies Alles geworden; erlangt dies, damit auch wir hier dabei seien!“ Sie sprachen: „Erkennt es!“ – das bedeutet: „Sucht die Schicht!“ – und weiter: „Sucht dies, damit auch wir hier dabei seien!“ Während sie so suchten, erblickten die Götter die zweite Schicht, die Ṛṣis die vierte.
Sie sprachen: „Wir wollen auch heranfahren!“ – „Womit?“ – „Mit dem, was in diesen Welten enthalten ist.“ – „So sei es.“ Was oberhalb der Erde und diesseits des Luftraums liegt, damit kamen die Götter heran; das ist diese zweite Schicht. Und was oberhalb des Luftraums und diesseits des Himmels liegt, damit kamen die Ṛṣis heran; das ist diese vierte Schicht.
te yadabruvan | cetayadhvamiti citimicateti vāva tadabruvanyaccetayamānā apaśyaṃstasmāccitayaḥ
Dass sie sprachen: „Erkennt!“ – das bedeutet: „Sucht die Schicht!“ – das sprachen sie da. Weil sie, so suchend, die Schichten erblickten, deshalb heißen sie – citayaḥ – (Schichten).
prajāpatiḥ prathamāṃ citimapaśyat | prajāpatireva tasyā ārṣeyaṃ devā dvitīyāṃ citimapaśyandevā eva tasyā ārṣeyamindrāgnī ca viśvakarmā ca tṛtīyāṃ citimapaśyaṃsta eva tasyā ārṣeyamṛṣayaścaturthīṃ citimapaśyannṛṣaya eva tasyā ārṣeyam parameṣṭhī pañcamīṃ citimapaśyatparameṣṭhyeva tasyā ārṣeyaṃ sa yo haitadevaṃ citīnāmārṣeyaṃ vedārṣeyavatyo hāsya bandhumatyaścitayo bhavanti
Prajāpati erblickte die erste Schicht; Prajāpati selbst ist ihr Seher (ārṣeya, der ihr zugeordnete Urheber). Die Götter erblickten die zweite Schicht; die Götter selbst sind ihr Seher. Indra-und-Agni und Viśvakarman erblickten die dritte Schicht; eben diese sind ihr Seher. Die Ṛṣis erblickten die vierte Schicht; die Ṛṣis selbst sind ihr Seher. Parameṣṭhin erblickte die fünfte Schicht; Parameṣṭhin selbst ist ihr Seher. Wer solches, den Seher der Schichten, so kennt, dessen Schichten haben den rechten Seher, haben die rechte Verwandtschaft.